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10. Juni 1883
(Prüfstein des Wortes)
"Meine Lehre ist nicht mein, sondern Dessen, Der mich gesandt hat. So Jemand will Deß ‚ Willen tun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede!" – Johs. 7, 16 ff –
Liebe Kinder!
Ihr sehet, wie auch Ich einst von den Juden angeklagt wurde wegen Meiner Lehre, und wie diese teilweise aufgenommen, aber zum größeren Teile verdächtig gemacht und verfolgt wurde, hauptsächlich von solchen, welche selbst lehrten, und ihre Lehren so einrichteten, daß sie ihren eigenen Vorteil daraus zogen.
Ganz anders aber ist die Lehre derer, welche in der Liebe zu Mir stehen, sie werden die Wahrheit erkennen, und die Liebe wird sie antreiben, dieselbe so wieder ihren Mitmenschen mitzuteilen, wie solche vom göttlichen Geiste ihnen selbst gelehrt wurde.
Auch in diesem Punkte stellte Ich (als Jesus) Mich den menschlichen Lehrern gleich, auch Ich mußte auf die Stimme in Mir hören, welche "der Vater", als der Ursprung alles Göttlichen, oder Mein innerstes Ich ist.
Der Verstand, welcher den Menschen als Eigentum beigegeben ist, durfte da nicht Einfluss üben auf die Worte, die (der Geist in Mir als) "der Vater", als die ewige Liebe, an Seine Menschenkinder richtete; denn diese Worte sollten die Menschheit beglücken, und sie zu ihrem ewigen Heile leiten; darum sie alles enthalten, was dazu dient, den Geist zu befriedigen; aber leider ist die große Wirksamkeit dieser Lehre noch nicht genug anerkannt, weil dieselbe zumeist nicht befolgt wird, wie Ich solches in den Gleichnissen vom Sämann und vom Samen (Lukas 8.) darstellte. (siehe Nr. 39, Kap. 1 und Predigt 11.)
Überall wo derselbe hinfällt keimt er, und die göttliche Kraft in der Lehre (die ewige Wahrheit) bleibt an keinem Menschen ganz verborgen; aber die Pflege des Samens und des Keimes ist den Menschen selbst anheim gestellt, und darum wird derselbe so vielfach erstickt, und bleiben die Menschen arm am Geiste, da sie sich an keinem inneren Wachstume und an keiner Frucht erfreuen können; sie fühlen diese Entbehrung wohl, aber wenn Etliche da sind, welche die wahre Erkenntnis vom Worte oder Samen haben und andere aufmerksam machen wollen auf ihre geistige Blindheit, so empören sich solche Schläfer, welche gerne ernten möchten ohne ihr Zutun.
So ist es heutzutage wieder auf eurer Erde; der Same erstickt in den Herzen und wird nicht mehr geachtet, weil so wenig Früchte zu sehen sind, bei der Mehrzahl der Menschen.
Darum lege Ich stets von Neuem wieder Samen zu, durch solche, welche Mich erkennen und lieben, und sorge für Sämänner, welchen Ich den Samen, der noch rein Göttliches enthält, anvertrauen kann, um wieder Frucht zu erzielen, zur Erquickung der Hungrigen, und sie anzuregen, diesen Samen selbst in sich aufzunehmen und zu pflegen.
Gleichwie der erste Keim einer Frucht aus einem ganz unbedeutenden Körnlein hervorgeht, aber in sich die Fähigkeit trägt, eine unberechenbare Fülle von Früchten in Zukunft zu tragen, so ist’s auch mit der geistigen Aussaat, welche oft einen ganz unscheinbaren Anfang nimmt, der aber doch von großer Bedeutung werden kann, wie überhaupt alles, was nach Meinem Willen getan wird, große und herrliche Früchte trägt.
Also säet auch ihr – mit den Worten: "Meine Lehre ist nicht mein, sondern Des, Der mich gesandt hat" usw. und eure Saat solle herrlich erblühen.
Amen. Euer Vater.
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