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3. Juni 1883
Lukas 11, 17
Gemeinschaftswinke
"Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere."
Liebe Kinder!
Obgleich Ich diese Worte einstmals bei einer Veranlassung sprach, wo das Volk sich über Mich wunderte, und die Lehrer sich bemühten, Mich bei demselben zu verleumden, so haben doch diese Worte auch jetzt wiederum eine tiefe Bedeutung.
Hauptsächlich geben sie die Zeichen der wahren Gemeinschaft an, welches die Einigkeit untereinander ist; denn wer um Meinetwillen sich an eine Gemeinschaft anschließt, deren Streben ist, Mir zu dienen, der solle aber auch wissen, daß Mein Reich ein Reich des Friedens ist, und daß er denselben nicht allein genießen, sondern selbst auch das Seinige dazu beitragen solle, daß der Friede vermehrt und nicht gestört wird, und solle die kleinsten Vorkommnisse wohl erwägen, ob sie nicht ein Steinchen lockern am ganzen Bau?
Viele glauben sich sicher dadurch, daß sie zu Mir kommen und Mir oft recht herzlich danken, daß ihr Weg sie irgendwohin führte, wo Meiner mehr gedacht wird, als sonst in der Welt, und das ist gut und recht; aber, wenn es manche dabei zu oberflächlich mit den gegenseitigen Pflichten nehmen, welche solche Mitglieder einander schuldig sind, so kann die ganze Gemeinschaft dennoch nicht gedeihen, sondern wird sich nach und nach auflösen.
Darum sollte beim Befolgen der (Gemeinschafts-) Pflichten einem jeden Gliede klar werden, daß es sich da nicht allein um den Leib (den Gemeinschafts-Kreis) handelt, und um das sich ins Ganze zu fügen, sondern auch um das Haupt, welches Ich Selbst bei solchen Gemeinschaften sein will. wo aber einmal die Einigkeit gestört ist, da kann Ich Mich als König des Friedensreiches nicht einladen lassen, Teil zu nehmen.
Dieses sollte viel mehr bedacht werden, besonders von solchen, die oft aus noch zu viel ihnen anklebender Eigenliebe, es gar nicht genau nehmen, eine Störung hervorzurufen, weil sie ihre eigene Ehre oft suchen, und dabei lieber Meine Ehre verletzen.
ich kann den Weltmenschen kein anderes Zeugnis von dem Werte Meines Friedenreiches ausstellen, als das Beispiel einer Gemeinschaft, welche Mich als Oberhaupt wählte; daher ist es so wichtig, wachsam über sich zu sein, weil der Feind so gerne an diesem Punkte angreift, von welchem er weiß, daß da nicht nur eine Seele oft eine Niederlage erhält, sondern daß ein solcher Fall immer auch wieder andere nach sich zieht.
Ich segnete deshalb schon Meine einstigen Jünger mit den Worten: "den Frieden lasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch" (Johs. 14, 27), und auch nach der Auferstehung war Mein Gruß an Meine Jünger: "Friede sei mit euch!" Auf dem Frieden ruht das Gebäude der Gemeinschaft, und ohne daß derselbe strenge gepflegt wird, kann nicht weiter gebaut werden.
Darum, Meine lieben Kinder, soll auch dieser unser Bau nach dem Friedens-Plane ausgeführt werden, und also füge sich ein Jedes unter euch in diese Form, und wache, daß es immer geschickter dazu werde, den ganzen Bau in der Liebe mit zusammenhalten, damit Ich als euer Baumeister euch alle gleich segnen und lieben kann! Amen!
Euer Vater Jesus
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