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368.  Gang nach Emmaus

18. November 1883

Lukas 24. 13
Gang nach Emmaus

Liebe Kinder!

Wir wollen diese Rede zwischen Meinen Jüngern und Mir, nach dem Tage Meiner Auferstehung, als eine Entsprechung für die Jetztzeit näher betrachten, und zwar zuerst – wie sie redeten von der Geschichte Meines Todes und Meiner Auferstehung, und wie sie diese eben – trotzdem daß sie Augenzeugen waren – doch nicht fassen konnten.

Darum aber, weil sie so bewegt waren, trat Ich Selbst unter sie; "doch ihre Augen wurden gehalten", so ist es auch heute noch.

Ich nahe Mich allen denen, die Mich suchen, obgleich dieselben Meine Annäherung oft nicht sogleich erkennen.

Dort fragte Ich: "Warum seid ihr so traurig?"

Hier kommt die Antwort des Kleophas, welche in der Jetztzeit an jeden Christen gerichtet gilt, der nicht mehr weiß, ob er Mich für Den halten solle, Der Ich Bin, nämlich Gott in Jesu, oder ob er der "Aufklärung" huldigen, und Mich bloß für einen guten Menschen gelten lassen solle, – "Bist du allein unter den Fremdlingen in Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen dahier geschehen ist!" *)

So frage Ich jetzt viele, welche noch etwas vor der Welt scheinen, und sich mit ihrem Weisheitsdünkel zeigen wollen, die es darum für gut finden Mich zu verleugnen, um dadurch ein Aufsehen unter den Christen zu machen, und die Aufmerksamt auf sich zu lenken.

"Wisset ihr nicht was geschehen ist?" Also fraget auch ihr dieselben, wenn sie euch um eures Glaubens an Mich verspotten. Sie wissen es gar gut, daß die Christenheit ohne göttliche Kraft und Beistand nicht hätte fortgepflanzt, gebaut und erhalten werden können; denn hierzu war mehr nötig, als bloß das Werk eines "weisen Nazareners". Aber gleichwie Ich es zuließ, daß nach den Tagen Meiner Auferstehung Meine Feinde ihre Verfolgungen abermals fortsetzten, so will Ich auch jetzt immer noch öffentlich verziehen, bis die Kraft und die Zahl Meiner wahren Jünger voll ist.

Einstweilen aber will Ich zu denselben bei verschlossenen Türen eintreten, d.h. den direkten Verkehr mit ihnen (verborgen) pflegen auf wunderbare Weise, und so das Mahl mit ihnen halten, auf daß ihre Augen geöffnet werden; denn auch jetzt will Ich wieder ein Auferstehungsfest unter den Meinen feiern. Ich will lebendig in Liebe und Tat unter ihnen sein, so daß Jedermann erkenne, daß es nur einen Leib gibt in der Gemeinde, und alle Glieder sind eines Leibes, woran Ich als Jesus Christus als Haupt regiere.

Darum gehe Ich euch nach "am Abende", d.h. wenn auch bei euch Stunden eintreten, die dunkel sind, begleite und belehre euch, mache Selbst den Führer und den Tröster, Der euch hinweist auf die Stellen der Heiligen Schrift, welche euch Aufschluß geben über alle Zweifelsfragen; und wenn ihr es auch so haltet, wie Meine damaligen Jünger, die Mich baten: "bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget", so will Ich euch nimmermehr verlassen, sondern zu der Zeit, da ihr euch in Gefahr befindet, ganz deutlich zeigen, daß Ich bei euch bin! Also – Stehet fest auf eurem anvertrauten Posten! und lasset euer  Losungswort ertönen für Den, Der da ist, Der da war und ewig sein wird: Jehovah in Gott dem Vater, und Jesus Christus – in Einer Person! Amen. Euer treuer Vater!

*) Die Wiederauferstehung resp. Wiederkunft des Herrn im neuen Worte. D.Hsg.

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