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367.  Vertrauen – wachet und betet

11. November 1883
Nach Lesung des zufällig aufgeschlagenen Abschnittes in Johannes 1. Auflage Band II, Seite 348 – 51, "vom großen Sturme"

Liebe Kinder!

Diese Worte, welche ihr soeben gelesen habt, sind auch für euch von großer Wichtigkeit, weil auch euch um Meinetwillen überall Verfolgungen drohen, die ihr selbst noch nicht ahnet; denn eure Gegner treten gegen euch ebenfalls mit Pharisäerlist auf, und wollen mit freundlichen Besuchen (teils persönlich, teils brieflich) euch stürzen; auch da muß Ich Mich noch schlafend verhalten, bis es vollends ganz an der Zeit ist, ihnen Meine volle Macht zu zeigen, und darum halte Ich dieselben wenigstens durch allerlei Umstände auf, die sie von euch ablenken, und in welchen sie sich untereinander selbst aufreiben.

Es wird dem Anscheine nach auch euch Gefahr drohen, aber bleibet nur ruhig, so lange Ich bei euch bin, und ihr euer Vertrauen auf Mich setzet, kann euch kein Sturm schaden; haltet euch fest zu Mir, und verteidiget mit Mut Meine Ehre und Mein Wesen. Besonders wird von Seite der protestantischen Geistlichkeit bei den Gedächtnistagen Luther’s Anlaß genommen werden gegen die "Spiritisten" aufzutreten, *) natürlich wird besonders über solche, welche in religiösen Eifer und also in geistiger Richtung auf dem Wege der erhaltenen Kundgebungen für Mich (Jesus) sind, noch mehr Aufsicht gehalten werden, weil sie (die Geistlichkeit) gerade in diesem Punkte meint, daß der Kirche entgegen gearbeitet werde. Darum will Ich über die redlichen Eiferer (derselben) Meinen Geist ausgießen, um in der Jetztzeit noch viele Saulusse zu Paulussen zu umwandeln, und wenn ihr dabei in Versuchung kommet, wie einst Petrus, zu meinen, Ich schlafe, oder sei zu ohnmächtig geworden, den drohenden Sturm abzulenken, so tröstet euch mit den soeben gelesenen Worten; denn Ich werde abermals Meine Hilfe im Verborgenen (bereit) halten, und darum sage Ich es euch jetzt schon was kommen wird, auf daß ihr glaubet an Mich, als an Den, Der euch zuruft:

"Fürchte dich nicht, du kleine Herde, es ist des Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben!" (Luk. 12. 32).

Darum, liebe Kinder, seid wachsam und nüchtern zum Gebet, auf daß ihr merket, wenn Ich als euer treuer Vater Meine segnende Hand auf euch lege. Amen.

*) Viele Kirchlichgesinnte nennen auch uns Neu-Salemiten (Freunde des christl. neutheos. Lichtes) "Spiritisten", von ihren gegen den Spiritismus eifersüchtigen Führern verhetzt; deshalb fragen wir hier: "Was ist Spiritismus?" A: Verkehr mit der Geisterwelt; und "Wer ist Spiritist?" A: Wer diesen Verkehr pflegt, – sei es nun – ob zum (gefährlichen) Zeitvertreib, oder als Wahrheitssucher, und denselben dann als neuen Heiland der Welt betrachtend. Beides passt nicht auf uns. Wir erkennen nur Jesum Christum als alleinig wahren Heiland, Herrn und Vater, Welcher nun den  Verkehr mit dem Jenseits zuläßt, als Heilmittel für redliche Ungläubige, welche der Kirche unzugänglich, dann nach dieser Vorschule, zum Glauben, ja zur leb. Überzeugung des Fortlebens der Menschenseelen kommen, und daß dort jeder erntet, was er hier gesäet; so können sie dann auch für das Evangelium und den Herrn gewonnen, und Glieder der Einen unsichtbaren, wahren Kirche werden.

Übrigens dürften Erstere wohl bedenken, daß im weiteren Sinne doch auch sie "Spiritisten" sind; denn sie verkehren mit Gott, der ein Geist ist; ferner, daß jeder medial veranlagt ist, darum er von guten (Schutz-) Geistern und von Bösen beeinflußt werden kann, und daß wir stets von Engeln und Teufeln beobachtet und umgeben sind. Der einfachste, älteste Verkehr mit der ewigen Geisterwelt sind echte Träume. Der allgemeine (meist unbewußte) jenseitige Einfluss auf uns wird um so besser sein, je inniger wir mit dem Herrn und Vater Jesus, als Meister aller Geister, verbunden sind, und dieses ist ja Bestimmung des Menschen und unser Christenziel. D.Hsg.

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