25. November 1883
Lukas 13, 35 ff.
"Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit , auf daß, wenn er kommt und an klopft, sie ihm alsbald auftun".
Liebe Kinder!
Lasset euer Licht brennen; denn nur wenn es helle um euch ist, erkennet ihr die Gefahr, die euch droht.
Darum seid gleich den Knechten, die stets bereit sind den Willen ihres Herrn auszuführen; diese ziehen sich von allem zurück, was ihnen hinderlich ist, den Ruf ihres Herrn zu vernehmen, und dessen Willen auszuführen; ihre ganze Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, nur allein vor ihrem Herrn als treu erfunden zu werden; darum freuen sie sich auf Sein Kommen, und tun mit Freuden auf, wenn Er anklopft.
Weiter aber sagte Ich zu Meinen Jüngern: "Darum seid auch ihr bereit, denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr’s nicht meinet."
Diese Worte sind aber bei der Mehrzahl so gedeutet, daß sie meinen, Ich rede hier von Meinem Kommen zum Gerichte, als einem allgemeinen Kommen, während dieses Kommen für Meine wahren Kinder stündlich stattfindet, und also diese Ermahnung zu jeder Minute im Leben gilt; denn Ich stehe stets vor der Türe, und bitte um Einlaß, werde aber durch die Menschen zurückgewiesen, weil sie, statt Mir die Stätte bereit zu halten, dieselbe durch allerlei Leidenschaften verunreinigen, durch Geiz, Stolz, Rachsucht, Zorn usw., deshalb muß Ich wieder abziehen mit der Gnade, die Ich ihnen zuwenden wollte, leider auch oft von Meinen Kindern, weil dieselben oft noch ganz vom Geiz oder Zorn oder von der Eigenliebe regieren lassen, und somit auch bei ihnen es oft heißt: "Mein Herr verzeucht zu kommen"; sie meinen, es sei schon noch Zeit sich zu bereiten, und legen deshalb nicht genug Ernst an, die Leidenschaften im ersten Keime wieder zu ersticken, weil sie nicht genug bedenken, daß Ich doch stets vor der Türe stehe, was Ich ihnen auch dadurch beweisen möchte, daß Ich oft ganz schnell eine Seele abfordere, ehe diese einen begangenen Fehler noch gutmachen kann.
Dieses muß Ich oft tun, um mehr Wachsamkeit bei Meinen Kindern hervorzurufen; dieselben sollen sich stets so verhalten, daß Ich jeden Augenblick bei ihnen eintreten und sie Mich mit Freuden empfangen können, ohne zu erschrecken über ihren augenblicklichen Zustand.
Wohl denen, die Ich also finde, Ich werde sie an Meinen Tisch setzen, und sie werden mit genießen das Mahl, das durch die wahre Liebe gewürzt ist, und niemand wird sie mehr aus Meiner Hand reißen; denn ihre Lampen sind voll Öl, oder ihr Herz voll reiner göttlicher Liebe, mit welcher sie Mir entgegen kommen.
Das sind die jungfräulichen Seelen, die Tag und Nacht auf der Hut stehen, daß sie der Feind nicht überlistet, weil sie nur auf Meine Stimme hören, und danach tun! –
Prüfet auch ihr euch nach diesem, damit Ich euch treu erfinde, ob Ich komme am Morgen oder am Abende, oder zu Mitternacht, ihr stets freudig Mich empfangen könnet!
Amen! Euer Vater.
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