← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“

„Über die wahre Treue eines Kindes zum liebevollsten Vater.“

7. –  17. Oktober 1877 „Über die wahre Treue eines Kindes zum liebevollsten Vater.“
 
Liebe Kinder!
Ein Kind, das seinen Vater lieb hat, folgt Demselben, auch wenn es nicht begreifen kann, auf welche Weise diese oder jene Seiner Anordnungen zu seinem Wohle dienlich ist; es weiß, „der Vater liebt mich, und versteht besser als ich, was mir gut ist.“
 
So, Meine lieben Kinder, sollet auch ihr, nachdem ihr Mich als Vater anrufet, bei allen euren Vorkommnissen euch dem Gedanken hingeben, der liebe Vater weiß besser als ich, was mir gut ist, und durch diesen Gedanken geleitet, euren freien Willen aus eigenem Antrieb und aus Liebe zu Mir dem Meinigen unterordnen.
 
Nur dann, wenn der Verstand nicht mehr das Herz bemeistern will, ist dies euch immer mehr möglich. Der Verstand wählt nach dem, was ihm durch die Sinneswerkzeuge von Außen zu beurteilen beigebracht wird, und daher beziehen sich seine Ansichten mehr auf äußere Vorkommnisse und Interessen; ebenso auch das Urteil über einen Menschen oberflächlich (richtend) geschieht, während das Herz, als Wohnsitz der Liebe, sowohl im Vertrauen auf Meine Führung, als beim Urteilen, nur bemüht ist das Richtige durch die Liebe heraus zu finden, und daher festhält im Vertrauen zu Mir (auch wenn ihm Manches dabei unklar ist), weil es Mir treu bleiben und folgen will, gleichwie ein Kind oft unbedingt des Vaters Rat annimmt, auch wenn es dessen Folgen nicht ganz begreift, in der Hoffnung, dass es ihm später begreiflicher werde, somit seine Pflicht gegen den Vater erfüllt und sich dabei ruhig fühlt.
 
Also sollen auch Meine wahren Kinder folgen, weil sie wohl wissen, dass Ich ihnen Nichts zumute, was gegen das Haupt-Gebot geht: „Liebe Gott und deinen Nächsten!“ wenn sie so das prüfen, was ihnen nach ihrem Urteil nicht annehmbar erscheint, dann werden sie bald finden, dass es gegen ihr Eigenes berechnet ist, sei es zu gewinnen oder zu verleugnen; denn durch Verleugnung gelanget ihr wieder am besten zu einem Gewinne. Gleichwie im Äußern eine Darangabe stattfindet, ehe ihr zu einem Besitze gelanget, also geschieht auch bei geistigen Gütern ein Austausch.
 
Mögen deshalb Meine Kinder sich immer mehr vertrauensvoll an Mich wenden, und sich üben in der Treue, in dem, was ihnen vertraut ist, so werden sie bald finden, dass sie bei einer gänzlichen Hingabe mehr gewinnen, als wenn sie ihren freien Willen durch den berechnenden Verstand leiten lassen. Amen!

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 1“