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„Kurzer Wegweiser zum Herrn.“

8. – 18. Oktober 1877  „Kurzer Wegweiser zum Herrn.“
 
Meine lieben Kinder!
Ich will euch jetzt jeden Tag den Weg näher bezeichnen, der zu Mir führt. Er soll einem Jeden unter euch sein eigenes Wesen mehr aufgedeckt werden, um zu erkennen, was die Scheidewand zwischen euch und Mir bildet. Verzaget dabei nicht, wenn ihr einsehen lernet, wie groß da eure Entfernung noch ist; auch die äußeren Vorkommnisse werden noch dazu dienen, euch besser selbst prüfen zu lernen.
 
Ich will Jedem unter euch seine Schulaufgabe Selbst stellen; sorget deshalb nicht, wenn Ich von Wirksamkeit rede, dass ihr nicht Gelegenheit habt, diese anzuwenden. Also, seid zuerst tätig an euch selbst; suchet alles auszumerzen, was nicht tauglich ist in Meiner Gegenwart; habt ihr doch Belehrung genug über diesen Punkt; dann lasset es euch ein Anliegen sein, eure Umgebung durch euer gutes Beispiel in der Liebe zu gewinnen, ehe ihr Anwendung von Meinen Worten bei derselben zu machen suchet; denn nur die Liebe bahnt den Weg zum Herzen, nicht aber Belehrungen, welche oft auf Eigendünkel beruhen.
 
Machet euch jeden Tag mehr frei vom Urteil fällen, hauptsächlich auch in geistiger Hinsicht über eure Geschwister; bedenket dabei, dass Ich es bin, Der Alle berufen hat, welche mit euch verbunden sind; sind sie Mir angenehm, so sollet auch ihr sie Alle mit Liebe in euer Herz aufnehmen; denn nur so kann der geistige Fortschritt geschehen, der das Band der Gemeinschaft fester bindet, und euch tauglich macht, als ein Ganzes etwas für Mich zu tun.
 
Befleißiget euch mehr der Geduld, sowohl mit euch selbst, als mit Andern! Wenn ihr an euch selbst wahrnehmet, wie schwer ihr ganz los werdet von einem Fehler der euch anklebt, so hoffet dabei auf Meine Durchhilfe, und haltet an im Gebet; vergesset dabei nicht, auch für Diejenigen zu bitten, an welchen euch oft ein besonderer Fehler in die Augen fällt, anstatt über sie zu urteilen, so wird euch Allen dadurch Meine Hilfe zugesichert!
 
Blicket nicht zu viel zurück auf die Vergangenheit, sondern strebet vorwärts nach dem Ziele, das euer geistiges Auge erblickt; hoffet auf Meinen Beistand, bei Allem, was ihr in Meinem Namen unternehmet; überlasse Mir die Zeit der Gebets-Erhörung, mit welchem Ich oft lange verzeihen muß, zu eurem und Anderer Wohl.
 
Betrachtet die Worte, welche Ich euch nun niederschreiben lasse, als eine Zugabe zur Hauptgabe – der h. Schrift, welche Ich zur Zeit Meines Erdenwandels niederschreiben ließ; vergesset nicht, aus derselben euch Wahrheit zu holen, welche für alle Fälle im Leben mit derselben versehen ist; fanget bei euren Mitmenschen damit an, mehr auf dieselbe aufmerksam zu machen, ehe ihr Meine (neuen) Worte, durch Meine jetzigen Schreiber gegeben auftischen wollt.
 
Es soll euch das Anliegen für Mich zu wirken mehr im Herzen beschäftigen, bis ihr mehr fähig seid, auch im Äußern eine innere Überzeugung an den Tag zu legen; gedenket des Spruches: „bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan,“ nämlich zuerst das Vaterherz, dann das Herz eurer Mitmenschen. Amen!

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