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„Ein Gang durch die Natur“

119. – 15. Juni 1879 "Ein Gang durch die Natur"
 
Meine lieben Kinder!
Heute will Ich euch in Meine Natur führen, wo jetzt die Zeit ist, daß aus der Blüte die Früchte sich ansetzen, und alles sich nun vorbereitet reif zu werden.

Es soll euch diese Betrachtung ein Spiegel sein, wie auch auf geistigem Boden, worauf ihr stehet, gleichfalls die Blüte, (worunter eure erste Begeisterung für Meine direkten Worte bei euch verstanden ist), jetzt sich zur Frucht ansetzen solle. Habt daher wohl acht auf die zerstörenden Feinde, als da sind Nebel, d.h. noch unklare Begriffe, welche euch geistig lähmen und mit Zweifeln beschweren; diese sollen auch in eurem geistigen Gebiete durch die Gnadensonne, welche klar über euch scheint, verscheucht werden. Das Ungeziefer, welches vieles abzufressen droht, ist ja ein Bild der Fragen des ungläubigen Verstandes, welcher manche tiefe Wahrheit nicht anerkennen will.
 
Ich sende zum Gedeihen der Früchte in Meiner Schöpfung abwechselnd oft Sonnenschein, oft Regen, erhöhe die Sonnenhitze und lasse sie wieder sinken, wie ihr aus Erfahrung wisset. Diese Abwechslung ruft in den Menschen bald freudige Hoffnung auf reiche Ernte, bald Verzagtheit wegen Mißwachs hervor.
 
Alle diese Erscheinungen sind Entsprechungen vom geistigen Leben, und ebenso die Früchte, welche, auch wenn sie anfangen zu wachsen, immer noch dem Untergange ausgesetzt sind; z.B. durch starken Sturm, zu große Hitze, Ungeziefer, wo eine stete Besorgnis für sie da ist.
 
Wenn der Mensch anfängt aus seiner Begeisterung heraus in Tat und Leben überzugehen, so ist dies die Zeit, wo aus der Blüte die Frucht sich ansetzt.
 
Um aber diesem Grundsatze treu und fest zu verbleiben und fort zu wachsen im innern Leben, muß bei den vielen Hindernissen Meine Liebe nachhelfen, durch verschiedene Mittel, oft durch verstärkte Strahlen der Gnadensonne, welche Mein Geist euch durch innere Erleuchtung zustrahlt, oft durch Stürme und Regen, (welche Leiden und Anfechtungen bezeichnen), damit ihr nicht in Eigendünkel und Hochmut verfallet, in eurem Bewußtsein – daß euch viel gegeben und anvertraut ist.
 
Diese zwei Leidenschaften sind die gefährlichen Würmer, welche oft die Frucht noch zerstören, wenn sie schon einen gewissen Grad von Reife erlangt hat, und da ist es wie in der Natur, d.h. es gibt kein menschliches Mittel dieselben zu verhüten oder auszutilgen als Meine Macht. Daher sollet ihr Mich täglich darum bitten, damit Ich euch helfend und schützend beistehe, und die Mittel dazu anwende, welche zur Reife dienen.
 
Überlasset es Mir, dieselben für euch Selbst zu wählen, und eine reiche Ernte soll euch zu Teil werden, wenn euer Wachstum also durch Meine Liebe gesegnet wird. Amen!

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