128. – 17. August 1879 "Beharrung führt zum Ziele"
Liebe Kinder!
Schon recht viele Worte habe Ich euch gegeben, welche euch zur Richtschnur dienen sollen, mit Mir immer inniger und vertrauter zu verkehren.
Ich habe euch Mein ganzes Wesen auseinander gesetzt, damit ihr von allen Seiten zu Demselben Zugang habt, als Vater, als Sohn und als heiliger Geist dürfet ihr Mich erfassen, wie es euer eigener Standpunkt zur Zeit, da ihr Mich besonders suchet, eben gerade benötigt; denn eure Lagen sind sehr verschieden, oft seid ihr gehoben und betrachtet euer Wissen als einen erworbenen Reichtum, wo als Gegenmittel eine starke Anfechtung nötig wird, welche Ich zulassen muß, damit ihr wieder mehr Meines Ausspruches gedenket: " Ohne Mich könnet ihr nichts tun", und euch nicht zu weit von der Vaterhilfe entfernet.
Oft sind es bei euch auch andere Übungen, verursacht von eurer Umgebung, welche euch zeigen sollen wie weit eure Liebe und Geduld gegen dieselben ausreicht, auch Armut und Entbehrung sind gute Lehrer, welche auf Mich hinweisen zum Vertrauen, und bei deren Abhilfe zum Dank!
So sind Meine Worte bei denen, welche sie noch wert halten und dieselben zu befolgen streben, immer mit einem Verhältnis im Zusammenhange, welches dazu beiträgt, dieselben leichter in Leben und Tat zu bringen.
Meine Erziehungsmittel können nicht allein in Worten bestehen, sondern Ich sorge für Meine Kinder, daß auch die nötige Gelegenheit für sie da ist, sich in dem, was sie als gut und wahr anerkennen, zu üben.
Freilich kommt dann für solche Kinder auch manches, was ganz gegen ihren eigenen Willen geht, besonders in der Jetztzeit, wo die Entfremdung von Mir eine so große und allgemeine ist, da hat ein Kind von Mir vieles durchzukämpfen, es steht gleich einem zarten Pflänzlein unter einem Acker voll Unkraut, das von demselben überwuchert wird; aller Zufluß von der Erde, welcher das Wachstum unterstützen soll, wird ihm entzogen, und es wäre dem Verderben ausgesetzt, wenn nicht die Sonne es empor ziehen würde, welche es gleichmäßig mit dem übrigen Gewächs bescheint, nur daß sie auf dasselbe viel empfänglicher einwirkt, weil es sonst keine Nahrungsquelle hat.
Ebenso ist es mit einem Kinde von Mir, dasselbe ist nun bloß noch geduldet unter den Pflanzen der Wissenschaft, des Reichtums und der Ehre; beeinträchtigt steht es daneben; wenn seine Wurzeln einmal locker gemacht worden sind in der Erde, oder wenn sein Streben sich von dem Materiellen ab- und dem Himmel zuwendet, so ist es der Gnadensonne recht bedürftig, und sein weiteres Fortkommen hängt von dieser Liebeswärme ab.
Wie in der Natur die schönsten Pflanzen und die schönsten und genußreichsten Früchte diejenigen sind, welche der Sonne am meisten ausgesetzt waren, dagegen die Schattenpflanzen weniger Blüte und fast ungenießbare Früchte treiben, aber zu ihrem Bestehen der Sonne doch nicht ganz entbehren können, also ist es auch bei den Menschen. Diejenigen, welche die Gnadensonne auf sich einwirken lassen, sind schon für ihre Umgebung mehr zum Segen, befördern in dem Umgange mit anderen deren Wohl, und bereiten denselben einen Genuß, wenn dieselben empfänglich dafür sind; während die, welche bloß das Bewundern, aber dabei ganz verderben würden, wenn Meine große Erbarmung nicht auch ihnen den Gnadenstrahl zufließen ließe, welcher immer wieder das Erstarrte zu erwärmen und zu beleben sucht.
Oh liebe Kinder, Meine Erde gleicht nun einem verwüsteten Garten, worin das Unkraut die schöne Saat ganz überwuchert, und wenige Arbeiter zu finden sind, die wirklich Hand anlegen dasselbe auszurotten, ihre Kraft reicht bloß noch aus – sich selbst zu erhalten; darum Ich auch bei ihnen nach außen alle möglichen Schutzmittel anwenden muß, sie zu bewahren; die Zeit der Ernte ist vor der Tür, wo Ich das Unkraut sammeln und binden lassen muß, damit nicht alles Gute unter demselben ersticke.
Ich muß zuerst an Meinen Kindern dasselbe ausmerzen im Herzen, was oft durch ätzende Mittel und Schmerzen an dem Fleische geschehen muß; hernach werde Ich die Gesamtzahl durch große Weltereignisse dahin rufen lassen, wo Meine erbarmende Liebe immer noch harrt, sie zurückzubringen in die Wohnungen der ewigen Seligkeit. Amen!
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