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„Wer da hat, der wird noch mehr bekommen; von dem wird auch viel gefordert!“

129. – 24. August 1879 "Wer da hat, der wird noch mehr bekommen; wem viel gegeben ist, von dem wird viel gefordert!"
 
Liebe Kinder!
Diese Worte spricht euer Vater heute Selbst zu euch, prüfet daher, ob sie euch freudig erheben, wenn ihr daran denket – wie vieles ihr schon empfangen habt durch euern Verkehr mit Mir; es sind ja nicht allein Worte, sondern es ist die Liebe, welche euch dadurch zufließt und in euch die beglückende Gegenliebe bewirken soll!
 
Oder könnet ihr dabei unempfindlich bleiben, wenn Ich euch stufenweise weiter leite, gleichwie ein Vater ein Kind bei der Hand nimmt, und es durch eine schöne Gegend führt, wo selbst er gedenkt,  später seinen Aufenthalt zu nehmen, so wird Er dasselbe unterwegs auf allerlei aufmerksam machen, was am Wege steht; teils sind es nützliche Pflanzen, schöne Früchte, Ebenen, Berge, Wasser, Feld und Wald, teils allerlei Tiere, Insekten und Würmer, auch verschiedene Arten von Vögeln, welche oft erfreuen durch ihren schönen Gesang; oft sind sie auch stumm, aber zu desto größerem Nutzen da. Alle diese Gegenstände möchte der Vater dazu ausbeuten, dem Kinde Mut, Geschicklichkeit und Belehrung beizubringen, und freut sich im Stillen, wenn dasselbe recht aufmerksam Schritt vor Schritt mit Ihm wandelt, ohne zu fragen – wann kommt das Ziel; es ist ja beim Vater, und genießt dabei gar vieles, der Vater hat ja auch keinen weiteren Genuß, sondern ist glücklich in der Gegenwart, wo ihn so vieles Nützliche, Schöne, Erfreuliche und Kunstvolle umgibt.
 
Überall, wohin das Auge blickt, sieht es Leben, gemischt von Freude und Trauer, es kommt dabei viel auf den Sinn an, mit welchem es aufgefaßt wird; das Kind wandelt ruhig an der Hand des Vaters weiter, es ist ja seine Hauptaufgabe mit dem Vater zu gehen, wohin derselbe geht, es läßt sich nicht zu viel stören von den allerlei Begebnissen, sondern  benützt dieselben nach der Anleitung des Vaters; der lange Weg ermüdet es nicht, es geht ja nicht allein, und hat Gelegenheit sich auszubilden bei solch großer Mannigfaltigkeit; sein Glück, seine Zufriedenheit beruht auf dem Beisammensein und Einverständnis mit dem Vater, deshalb grübelt es nicht, was noch kommen wird, oder wo etwa Halt gemacht werden soll.
 
Seht, liebe Kinder, dieses Bild soll euch zeigen, wie auch ihr auf den Wegen eures Lebens euch verhalten sollet, gleich wie jedes Kind! Alles, was am Wege euch vorkommt, ist zur Aufmunterung und zur Warnung für euch so hingestellt, wie ihr es brauchet, Freude, Leid und Erquickung sind bezeichnet durch Berge, Täler, Wasser. Tiere und Gewürm sind eure Eigenschaften und Leidenschaften, die Vögel eure erhabenen Gedanken, welche singen; teilweise sind es Gedanken der Anfechtungen, welche stumm sind, aber oft vielen Segen bringen.
 
So ist alles in der Natur eine Entsprechung für den innern Gang des Menschen, der in die Wiedergeburt eingetreten ist, so daß sein Auge nun geistig die Schöpfung betrachtet und nicht mehr mit materiellen gierigen Blicken. Darum "Wer da hat, der wird noch mehr bekommen." Wer die Liebe zum Vater in sich aufgenommen hat, dem wird durch solch innere Anschauungen dieselbe jeden Tag mehr erhöht werden, er wird sich immer glücklicher fühlen, wenn sich wieder eine Lösung bei ihm klar macht über diese oder jene Entsprechung.
 
Aber es wird auch viel von ihm gefordert werden, denn da erwächst für solche Seelen große Verantwortung, ihr dürfet in manchen Fällen nicht mehr nach weltlichem Gutachten handeln, sondern genau forschen was Mein Wille dabei ist, und wollt ihr demselben nachkommen, wird oft viel Verleugnung und Kampf dazu erforderlich sein.
 
Darum "wem viel anvertraut ist, von dem wird viel gefordert werden". Wundert euch darum nicht, wenn auch ihr auf eurem Lebenswege viele Klippen und Widersprüche antreffet, betrachtet alles an der Hand des Vaters, und Ich will euch dieselbe nicht entziehen, sondern belehrend euch zur Seite stehen; sehnet euch also nicht so sehr nach einem Ziele als Ruhestatt, es sei euch genug Mich bei euch zu haben, und so wird der Weg schon belohnend genug, um euern innern Frieden herzustellen. Amen!

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