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Kap 18 – Der graue Schildsoldat; dennoch bleibe ich stets an Dir; Teufel, Gold..

Der graue Schildsoldat; dennoch bleibe ich stets an Dir; Teufel, Gold und Pech

18. Kapitel

Kap. 22-24

Ismaha tritt leise ein. Sie erschrickt. Zwar liegt die Morgenröte auf dem Lager; aber das Gesicht, so feierlich, ist er . . . Nein — er atmet ruhig. Da wacht Hiob auf Sich verwundert umsehend, fragt er hastig:

„Wo ist der Fremde? War er im Haus?“ „Er muss weggegangen sein“, erwidert Ismaha. „Sonderbar.“ Hiob grübelt. Ein Friede wohnt in ihm, eine Kraft; wäre er nicht siech, er könnte heute schaffen wie in junger Zeit.

„Die Herrin wandelt sich“, erzählt die Dirne. „Lob gibt es noch nicht; nun — wenn‘s nur keine Schelte regnet.“ „Seid gefällig“, mahnt Hiob. „Feuer löscht man nicht mit Öl. Etwa drehen wir sie um. Dies wäre eine Freude!“ „Ich will mein Bestes tun; nur manchmal . . . ist es schwer, unverdienten Zank zu schlucken.“

„Der Graue und Priguhas!“, ruft Ismaha. Der Hund fegt herein und pflanzt sich wie ein Schildsoldat vor dem Lager auf Priguhas — außer sich — keucht: „Sie kommen, sie kommen wirklich wieder! Das ist das letzte Mal, dass sie ihren Dreck in unsere reinen Töpfe gießen dürfen! Gut, dass Sabbat ist, da bleibt Zeit zum . . .“ „. . . Lauschen“, kichert Ismaha, „und die Fäuste einzuschmieren.“

„Kinder, was muss ich hören?“ Hiob mahnt: „Macht mir Freude; von denen“, er zeigt auf die Männer, die durch das Wegtor reiten, „ist nicht viel Gutes zu erwarten. Priguhas darf wachen, mit Trokk; nur ohne Fäuste, ohne Wasser oder Medizin. Lauschen brauchst du an der Türe nicht; der Graue bellt, wenn du kommen musst.“ Hiob streichelt seinen Wächter, der laut jaulend, sprungbereit, das Gebiss zur Türe richtet. Ismaha und Priguhas entfernen sich. Trotz guter Mahnung nimmt der Knecht sehr widerwillig die ihm ohne Gruß zugeworfenen Leitriemen der Esel in Empfang.

„Sie sollen sich getrauen“, schimpft er ungeniert. „Wenn keine Fäuste, Wasser oder Medizin, dann . . .“ „. . . Asche“, flüstert Ismaha, „die hat Vater Hiob nicht verboten. Es ist welche von der Schmelze da, die klebt wie Pech.“ „Fein! Simon soll drei Kästen bringen.“

Die ungebetenen Gäste treten ein. Keiner nimmt Hiobs dargebotene Hand. „Was führt euch her? Euer Abgang ließ mich glauben, dass jedes Band zerrissen sei.“ „Es wäre unser gutes Recht.“ Eliphas spreizt seine Finger. „Wie Spreu sollte man dich fallen lassen. Das Unglück hast nur du uns eingebrockt.“ Ungehalten fragt Hiob:

„Habe ich bei deinen Nachbarn eine Grube angelegt oder deiner Frau das Stehlen beigebracht?“ „Du hast es mir gewünscht!“ „Da müsste ich die Kräfte dessen haben, der hinter euren Zungen steht.“ „Die merken wir an dir“, zürnt Zophar, seine tränenlosen Augen reibend. „Mein Weib und Kindlein liegen dir zur Last!“ Wieviel Gewalt wendet doch der Dunkle auf, um die Geduld auf Erden auszumerzen?

„Sag mal“, dreht Eliphas die Daumen, „war heute schon Besuch bei dir?“ „Nein.“ „Ah, wie du lügst! Wo sich der Lastpfad kreuzt, stand ein Mann, der uns von dir grüßte.“ „Nennst du mich Lügner, Eliphas, dann . . .“ „Mein Herr lügt nicht“, ruft Priguhas statt durch die Tür durchs Fenster. „Der feine Herr war gestern Abend da.“

„Wie der Herr, so der Knecht.“ „Er kann übernachtet haben“, lenkt Bildad ein. „Was wollte er denn hier?“ „Geschäfte machen“, stichelt Zophar. „Der Reichtum muss doch wiederkommen, und die vom Ausland sind die besten Krämer.“ „Er sah nicht so aus“, meint Elihu, „nur seine Augen kamen mir dämonisch vor.“

Hiob stößt es hoch: „Zerrt nicht in euern Schmutz, was der Himmel sendet!“ „Oha!“, wiehert Eliphas, „was deinem Beutel dient, hältst du für rein, und wenn‘s der Teufel selber brächte. Es kommen viele Fremde, aber nur zu Handelsklugen, die wie du der Welt verfallen sind. Wähnst du, dem Heiligen liege noch daran, dass du ohne Tadel dich erwiesest und könntest mit Ihm darum streiten? Heute sage ich‘s zum letzten Mal: Deine Missetat ist ohne Ende!

Du hast uns ein Haus geschenkt, ein böses Pfand dafür genommen. Im Pakte mit dem Teufel hast du auch das erste Leid uns zugefügt. Du hast Müde nicht gelabt, Hungernden gabst du kein Brot. Als ungekrönter König herrschtest du über Häuser und Herden ohne Zahl. Viele Männer mussten weichen; ihre Witwen gingen einen harten Weg; die armen Waisen kamen um. Nun liegst du auf dem Lasterlager, und die Angst ist über dir. Sollte dich die Finsternis nicht schrecken, die Tränenflut, die dich bedeckt —?“

Hiob muss den Grauen halten. „Jag ihn fort“, zetert Elihu, „man kann nicht vernünftig reden.“ Hiob sieht den Jüngling schmerzvoll an. Zu Eliphas sagt er ernst: „Du machst die beste Traube sauer! Ob GOTT an mir gelegen ist, konntet ihr den Fremden fragen.“ „Ein Engel war er nicht“, schlägt Bildad böse zu, „der hätte dich geheilt.“ „Ihr wollt Wunder, Man hu und Wachteln wollt ihr essen, bis euch eure Bäuche bersten! (2. Mos. 16, 15; 4. Mos. 11, 31).

Ich bin nicht ohne Tadel, aber euern Pfad zu prüfen überlasse ich euch selbst. Willst du schweigen, Eliphas, so sei bedankt. Und wer Strafe trägt oder wer in Schrecken sich verbergen muss, wird sich erweisen. Heute nennst du Pest, was dir einst als HIMMEL galt. Vor euch das Heiligtum (Sankt Sanktuarium) zu nennen, wäre Hohn.“ Sein Flammenblick trifft hart den Lügner, als er weiter sagt:

„Habe ich befohlen, die Gotteslehre anzunehmen? Ihr tatet es aus freiem Sinn. Seit zwanzig Jahren kennt ihr keine Not. Heute bürdet ihr mir eure Lasten auf, die als Schicksal gelten könnten. Ich nahm kein Pfand und habe euch kein Kleid gestohlen; aber eure Mäntel, die ihr eben tragt, stammen wohl von mir, ja?

Bringt mir einen Armen, der mich vergeblich bat! Die ihr jedoch meintet, waren Wandernde. Vor dem Richter gab ich Brief und Geld, damit sie bei Damaskus siedeln konnten. Von der letzten Gruppe kamen Männer um, Frauen flüchteten gen Dan und ihre Kindlein starben auf dem Weg. Ich reiste hin, als mir die Botschaft wurde, obwohl nicht ich der Räuber war. Nun möchtest du mir das verdrehen, Eliphas? Hüte dich, ob Gott nicht deine Lippen straft!“

„Das wäre deine Teufelei!“, gellt Eliphas. „Der Herr sitzt hoch im Himmel, und Seine Sterne füllen das Gezelt. Du denkst: ‚Was richtet Gott, da die Erde dicke Nebel trägt? Er schaut nicht hindurch, Er wandelt nur im Heiligtum‘, das du aber nicht erkennst.“ — „So? Habt ihr mir oder ich euch vom Herrn gepredigt?“

„Brüste dich, du eitler Pfau! Ein Gläubiger dankt nur für Gottes Wort. Er wirft niemandem vor, ihm das Heil gebracht zu haben, denn es kommt von Gott allein.“ „Allerdings, Eliphas; graviere diesen Satz in deine Seele!“ „Vergiss du nur nicht, auf deinen ungerechten Weg zu achten! Die Zeit Gottes hat den Grund noch nicht gewaschen, dass man deine Übeltaten nicht mehr sieht. Du wütest gegen Ihn, je mehr du Seinen Namen lasterhaft im Munde führst.

Dein Rat bleibe ferne bis an meinen Tod. In Unschuld werden wir uns freuen, wenn du stirbst. Mit dir fährt unser Widersacher in die Grube, deren Rest die Hölle frisst! Aber willst du dich mit Gott versöhnen, so wird am Ende auch noch Gutes bei dir sein. Höre Sein Gesetz, wirf weg, was der Fremde brachte; es ist Teufelsgold. GOTT sei dein Gold; Seine Lehre sei das Silber, mit dem du dein Gelübde Ihm bezahlst. Auch als Schuldner bist du zu erretten, wenn du dich vom Katzengold befreist.“

„Woher weißt du, dass ich Gold erwarb?“ Hiob lässt keinen Stachel merken. „Der Fremde kam wohl kaum umsonst“, grinst Eliphas. „Suche in der Kammer, ob du Säckel findest.“ „In der Kammer?“ Schallendes Gelächter. „Wo du es vergraben hast, da finde ich‘s!“ „Hm“, lacht draußen Priguhas, „ihr sollt‘s finden, Schlangenbrut!“ Ein leiser Pfiff, er tuschelt mit der Dirne. „Such hernach“, sagt Hiob drinnen weiter, „vorher will ich meine Antwort geben.

Der mir unbekannte Fremde hieß für mich HEILIG; Er richtete meines Hauses Ehre wieder auf. Nun wird sie abermals zerbrochen. Also geht die Klage hin zum Unerforschlichen, der die Sonne mit Gewölk verdunkelt hat. Könnte ich zu Seinem Stuhl gelangen — Er würde mir ein guter Richter sein. Dann hörtet ihr, was der Fremde sprach und was GOTT dazu zu sagen hat. Vater“, fleht er, „erprobst Du Deine Macht an mir? Ich glaubte, dass Du Dich anders zu mir stellst.

Vor meinen Füßen sehe ich kein Licht; hinter mir versinkt die Güte. Rechts deckst Du Deine Liebe zu, und zur Linken herrscht Gericht.

Dennoch bleibe ich stets an Dir, denn DU hältst mich bei meiner rechten Hand, DU leitest mich nach DEINEM Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur DICH habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist DU doch, GOTT, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil! (Ps. 73, 23-26).

Ich wich nie von Deinem Weg. Müsste denn da nicht erglänzen, was ich auf Deinen Altar gab? Dein hehrer Wille walte über mir! Nach dem Licht ward wieder Finsternis, und ich erschrecke, ob nicht mein Herz — durch Leid geschwächt — nur nach der Freude griff. Bin ich blöde, dass ich Licht und Dunkel nicht mehr unterscheiden kann?! O Herr, ich klage: Ich kenne nicht mein Recht!

Geht“, ruft er, „hört meine Klage nicht! Sucht das Gold; und wenn ihr‘s findet, sei es unbesehen euer Eigentum.“ Kaum gehört, steht Eliphas hastig auf: „Kommt, sein Gewissen pocht; der böse Schatz soll Hiob, Gott zum Lob, erlösen.“ — Bei einem Baum versteckt steht Priguhas. Er beißt sich in die Faust, um nicht zu lachen und — um nicht zu weinen. „Diesem Pack gilt keine Gnade.“

Er schleicht zurück. Hiob weint: „O mein Herr, Du behältst Dir Zeiten vor, die kein Gläubiger versteht. Tat ich jemals einer Witwe Böses? Nahm ich Waisen je ihr Brot? Die es aber tun, sind groß und dürfen Deine Kinder lästern. Die Deinen werden unterdrückt.

Für Hartherzige muss der Arme schuften; und die DIR dienen, liegen bloß und elendig auf nacktem Feld. Ist das Gerechtigkeit? Wo bleibt Deine Güte —?! Sieh, wie sie nach dem Golde laufen und dürfen mit mir tun, wie Satan will. Bloß einen trieb ich einmal aus, der die Armen ohne Hütte wie wilde Esel in den Bergen hausen ließ. Du ließest ihn zum Fürsten werden. Oder bist Du‘s nicht gewesen? O vergib, ich sehe nur noch blind! Wer hindert Dich, die Geizigen zu strafen, dafür zu segnen, die gehorsam sind?

Wieviel Elend herrschte hier, als ich an diese Stätte kam. Es gab Mütter ohne Kinder; Waisen, die am Rain verdarben; Männer mussten in den Gruben schuften. Im Hospital liegen lauter Arme, durch Entbehrung siech geworden. Auf sie häuft man die Sünden bis ins vierte Glied, vor und zurück (2. Mos. 20, 5; Hes. 18, 20). Wo ist die herzliche Barmherzigkeit?

Verbrecher laufen frei herum, und Deine Hand reißt nicht ihr Netz entzwei. Ich klage an, o Herr! Meine Qual und die Qual der Armen lege ich auf Deinen Herd. Ich rechte nicht für mich, ich rechte für die Kinder Deines Lichts! Sind sie gläubig, werden sie verfolgt; sammeln sie sich eine Habe, kommt das Unglück über sie.

Sie werden plötzlich weggerafft, wie die Schnitter ihre Halme schneiden (Kap. 7, 6-8; 13, 33; 15, 20). Vater, decke meine falsche Rede mit der Schwachheit meines Leibes zu. Nun ist mir ungewiss: Hast DU den Fremden her gesandt oder . . .“ Die Lippen sträuben sich, gleich den Männern Böses auszusprechen. Priguhas zerschneidet es das Herz; dieses Leid macht seine Augen tränennass.

Da tritt der Fremde unversehens ein. Der Knecht beugt erschauernd seine Knie. „Hiob“, sagt der Gast, „musst du Gott, der wirket, was Er will (Ps. 115, 3), ein Schuldbuch zeigen?“ „O Herr“, fällt Hiob nieder, „was habe ich Gott vorzurechnen, wie Er mit Seinen Menschen tut? Ich bestehe vor Ihm nicht! Hoher Freund, lass mich hinter dir die Decke finden, denn billig zürnt der Herr mit mir.“

Freundlich wird der Kranke aufgehoben. „Größer als das Denken um Gerechtigkeit ist Gottes Güte!“ „Gestern“, erwidert Hiob kleinlaut, „lag der Friede über mir. Und nun . . .“ „Du solltest ja die Lasten auf dich nehmen. Hast du vergessen, wie die LIEBE auf der Erde wandeln wird?“ „Nein“, weint Hiob ohne Scham. „Vergeblich messe ich mich an dem Opfer, für die arme Fremde hingegeben. Möge mich der Herr zerschlagen; ich versäumte, Ihm mein Soll zu bringen.“

„Gott wiegt als gerechter Richter Soll und Haben aus. Was übrig ist, kommt auf die rechte oder linke Seite (Matt. 25, 33), je nachdem.“ „Da wollte ich, du könntest mich zuvor erlösen.“ „Hast du Angst vor Gott?“ Die Frage schüttelt Hiob. „Wie soll ich‘s nennen?“, sagt er leise. „Ich hatte Ehrfurcht, aber keine Angst.“

„Ehrfurcht erkennt, ob der Höchste im Gericht der ‚Gnadenvolle‘ heißt. Der ein Schuldbuch abzuschließen weiß wie kein Kaufmann von der Welt, kauft alle Schulden durch Sein Opfer auf (Golgatha).

Priguhas meldet: „Sie kommen!“ „Betrachte sie“, bittet Hiob seinen Gast, „und siehe, wie ich zage werden kann.“ „Ich kenne sie genau, aber wie sie nun ausschauen, wird‘s dich wundernehmen.“ Polternd stürzen sie herein. Entsetzt fährt Hiob hoch, und der Graue jault ganz fürchterlich, bis der Hohe in beruhigt.

„Was ist mit euch los?“ Ismaha und die Knechte lugen durch das Fenster. Da weiß Hiob schon Bescheid. Den Fremden nicht bemerkend, der hinter einem Balken sitzt, wettert Eliphas:

„Freust du dich der Büberei? Vergeblich wuschen wir uns ab.“ „Es sieht aus, als kämt ihr aus der Schmelzgrube.“ „Da waren wir“, donnert Bildad. „Dich zu erlösen suchten wir des Teufels Gold.“ Der Graue knurrt, und da sehen sie den Hohen sitzen. „Ah“, schreit Zophar wild, „nun wissen wir, warum wir in die Grube fielen! Doch deine Schande sollst du hören“, droht er Hiob zu. Erschöpft sinken die Pechvögel auf die Bank. „Wir sahen losen Rasen, bei dem ein Sklave stand.“ „Ich habe keine Sklaven“, fällt Hiob ein.

Zophar zankt: „Du hast ihn hingestellt, damit wir denken sollten, dort sei das verruchte Gold.“ Spottend fragt der Hohe: „Wolltet ihr nicht Segen daraus machen? Aus Verruchtem kommt kein Heil.“ „Wir reden nicht mit dir“, keift Bildad ungezogen. „Schön“, sagt der Geschmähte, „später rede ich mit euch!“ Es wird den Männern ungemütlich. Hiob fragt, wie es zugegangen sei. „Der Junge wehrte ab. Wir bedrohten ihn, da lief er heulend weg.“

„Habt ihr ihn geschlagen?“, forscht Hiob ungehalten. „Einen Puff hält er wohl aus. Wir verlangten Simons Hilfe, doch er sagte frech, er wühle nicht in heißer Asche.“ „So wurdet ihr gewarnt“, betont Hiob ernst. „Auch kennt ihr meine Aschegrube.“ „Warum lag die trügerische Rasendecke drüber?“ Bildads Hände kleben aneinander. „Gestern ging der Wind, da wird die Grube stets gedeckt, um das Abfliegen der Asche zu vermeiden.“ Eliphas schimpft weiter:

„Warum befahlst du uns, das Gold zu suchen?“ „Ist es wahr, was du vor meinem hohen Gaste sagst? Du hast des bösen Handels mich bezichtigt; dafür klebt das Pech an euch. Priguhas“, ruft Hiob, „komm herein!“ Klopfenden Herzens erscheint der Knecht. Es war ein böser Streich. Gelassen befiehlt Hiob: „In meiner Arbeitskammer steht im Kasten eine gelbe Flüssigkeit. Nimm ein Drittel und zwei Drittel Wasser, dann werden unsere Mohren wieder weiß. Die Kleider freilich sind verdorben; lass sie sich aus meinen Sachen welche wählen.“

„Sie nehmen sich das Teuerste“, sagt der Fremde, als die Männer weggegangen sind. „Meine Knechte taten Unrecht, und ihr Herr muss es bezahlen.“ „Der Himmel hat das Lehrgeld ausgezahlt! Sie besprachen sich: ‚Hiob wählte einen Platz, wo niemand nach dem Schatze suchen würde.‘ Und sie stritten um das Kalb, das noch nicht geboren war.“ Der Hohe gibt Hiob die Hand: „Noch ein Arg fällt über dich; dann kehrt Gottes Friede bei dir ein. Sei getreu, Hiob, bis zum letzten Tropfen jenes Kelches, den du einst zur Hand genommen hast.“

„Ich danke dir“, sagt Hiob schlicht. Der Graue bringt den Fremden bis zum Weggehege. „Bist ein braver Kerl“, liebkost ihn Hiob, als er wieder vor der Bettstatt liegt. „Ich konnte meinem Gast die Ehre nicht erweisen.“ Ein kleiner Seufzer.

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