1 — Bleiben
— B L E I B E N —
Da wird man sagen: O, ihr Kinder des lebendigen Gottes! Hos. 2, 1
Viel Volks strebt von Chatas Haus zu Gottes Hain, voraus Dyso Chata, der Abaturans Amt erhalten hat. Im hehren Altarfeuer kann man dessen Beihilfweg erkennen. Er wirkte immer gut. Für das innere und äußere Vollendungsziel des Sternes brachte Dyso-Chata aber die erweiterte Erkenntnislehre mit.
Er steht am Herd, groß von Gestalt. Seines Wesens Freundlichkeit würde — wenn es nötig wäre — jedes Herz der Hörer rühren. Hier ist‘s nicht vonnöten. Alle Leute sind mit Gott verbunden. Bloß für den Fortschritt ist die Anrührung gegeben, für die ein jeder herzlich dankt. Dyso-Chata sagt:
„Meine Freunde! Tao Mana zeigte an, daß wir bisher, seitdem der Lehrerpriester Abaturan seine Opferstraße angetreten hat, vorwärts kamen. Seht“, er deutet auf die Kerze, die UR beim Fest des Kommens auf den Altar stellte, „an diesem Licht, zumal am Feuerbecken, ist es zu erkennen.
Tao Mana sprach: Die Form ist stets begrenzt; aber aus dem GEIST zu wachsen, in der Seele zuzunehmen, im Liebedienst uns selbst zu überflügeln, — gibt es keine Grenze bis auf jene, die das Geschöpf erhalten hat und braucht.
Er zeigte uns die Grenze an; doch in Seiner Grenzenlosigkeit der Güte und Barmherzigkeit, die Sein Wesen offenbaren, können wir wie unbemerkt von einem Sein ins andere gelangen, von einer in die andere Erkenntnis übergehen. Damit ist der Übergang von einem Liebegrad zum anderen verbunden, womit wir Tao Mana unsere Ehrfurcht und die Anbetung bezeugen.
Vom Sanktuarium“, Dyso-Chata sieht jetzt, was er sagen soll, „kommt das UR-Licht auf uns zu. O, Tao Mana ist als Heilig-Ferner hier, als wenn Er in Person zugegen wäre, so wie es gnadenvoll schon oft geschah. Mit eben dieser Nähe offenbart Er uns des UR-Licht Wesens unbegrenzte Göttlichkeit.
Wir merken keine Grenzen von einer in die andere Stufe, sondern erst, wenn das Neue daseinsnah geworden ist. Dann aber liegt sie hinter uns, ist nicht mehr nachfühlbar, wie wenig man das Kommende vorausempfinden kann. Denn beides ist ein Anteil von des Schöpfers Grenzenlosigkeit, in der sich unsere Vollendung steigert. Unser Geist — für uns gesagt — ist der höchste Schöpfer-Anteil, den ER gezeugt und uns daraus geboren hat. ER ist unser VATER, und Sein Licht ist unsere MUTTER.
Ihr hattet einen großen Schritt getan, als mich Tao Mana sandte, während mich die Sterneneltern“, ein warmer Blick fällt auf Chata und auf Myo, „euer Dasein lehrten und ich wieder offene Verbindung mit dem Sanktuarium bekam. Da übertrug mir Tao Mana UR das ‚Amt des Ältesten, und rückwärts schauend war der Fortschritt wahrzunehmen. Warum —? Wäre es nicht trefflicher, könnten wir ihn sehen, um daran zu lernen, zu erstarken?
O, richtete Tao Mana UR das Vorwärts ein, so ist es wohl zu unserm Besten. Wir sind zeitliche Geschöpfe und haben einen Anfang, den wir nicht bewußt erlebten. Abermals nur rückwärts wissen wir, wann und wie wir wurden. Nachträglich kann man diese Freude fühlen, die beim Werden unser Geist empfing.
Ich weise auf das Schwerste hin, wie ewiggut des Vaters Führung ist, nicht bewußt das Vorwärts zu verspüren. Ihr habt den ‚argen Sturz‘ erlebt, als Gottes erstes Kind von seinem Lichtstuhl fiel (OJ. 9, 1), hinab in einen armgegrenzten Raum, von dem es wähnte, er sei größer als der Himmelsstuhl (Herrschaft), der ihm als Erstling übergeben worden war[VH12].
Das war die bewußte Täuschung! Aber daran ist das ‚Heilig und Gerecht‘ geknüpft, sonst käme nie die Stunde der Erkenntnis und der Unterwerfung. Heilig ist die Abrechnung, Gerecht ist ein Wunder der Erbarmung! Unbewußt dagegen ist die Täuschung, weil mit dem Fall der Geist im Kind verborgen ward. Nicht ausgelöscht! Er ist jene arme Kerze, die im Sanktuarium am linken Herdrand steht. Noch ist es nicht erhellt, wir ahnen nur, daß URs verborgene Hand das kranke Flämmchen hütet.
Wovor? Kann ein bewahrtes Licht verlöschen? Es käme darauf an, ob das Erste jene hehre Bahn, die Tao Mana vor dem Fall zur Sicherheit der Kinder zubereitet hat (Heb. 9, 12), erkennt und sich ziehen läßt oder fernerhin im Trotz verharrt.
Im Freidienst ist der Beihilfweg für Tao Mana aufzunehmen; aus Mitleid zu den Hingestürzten, dem einen großen samt den Kleinen; zum dritten auch für uns. Meinet ihr, wir brauchen dieses nicht? O, die Erlösung kommt, selbst wenn die Armen sterben würden. Hat Tao Mana denn nur eine Hand und eine Bahn, um Sich die Werke zu erhalten? Er wirkt mit beiden Einheitliches, hat jedoch zwei Bahnen vorgesehen, die in hehrer Weisheit (Röm. 11, 33) sich zuletzt als eine zeigen werden.
Denn Er ist ein UR !
Ihr fraget bang: ‚Wenn nun UR die arme Kerze sterben läßt? Was dann? Ergeben beide Bahnen doch ein Ganzes?‘ Ja, Freunde! Wie zwei Hände eine Arbeit schaffen, zwei Füße einen Weg beschreiten, also auch URs Sinn und Seine eine Bahn! In ihr verbindet Tao Mana beide durch das Walten Seiner Güte und Barmherzigkeit zu nur einem ganzen einzigen Erlösungsziel!
Würde auch die Kerze ausgelöscht, so sänke zwar des Tages Werk in eine Nacht, deren hehre Herrlichkeit nie zu erträumen ist. Was UR Sich Selber schafft, das bleibt verborgen. Aber was Er daraus für uns schöpft, wird als offenbare Gabe uns zuteil. Das ist viel, daß Ewigkeiten mit der Seligkeit nicht auszufüllen sind von dem, was UR uns zubereitet hat.
Nur beim ‚Sterben dieser Kerze‘ würden wir wie ausgelöscht und wüßten nicht, ob und wann es ein Erwachen gäbe. Als ‚Symbol‘ kennt die Materie den Leibestod. Viele Materielle wissen nicht, daß das Leben trotzdem nicht verloren geht. O, weniger glauben es und freuen sich darauf.
Käme jener Schöpfungsschlaf, so würde UR in einem neuen Zyklus uns erwecken, — etwa nur die Treuen. Es ist zum Heil noch zugedeckt, ob jene, deren Kerze kläglich flackert, miterwachen dürften. Auch wir wüßten nicht sofort, ob wir vorher lebten und was früher vor sich ging. Einmal käme aber die Erkenntnis, daß wir unser Leben nicht verloren hatten.
Ein Schöpfungsmorgenrot erscheint, wo man sein Teil zum Hochaltar der Gottheit bringen darf. Daraus machte dann der Schöpfer Seinen Erstling, der uns nahesteht, für welchen wir aus Liebe gehen (Jer. 18, 4; Röm. 9, 21-24), wieder gut. Das wäre jene zweite Bahn, die Tao Mana‘s erste Bahn erfüllt. Was gelten bei Ihm Zeit und Raum, die Er Seinem Volk zur Seligkeit erschuf? — ?
Tao Mana kündet: ‚Ihr verlieret weder Mich noch euer Leben. Ich trage euch, wo immer eure Füße gehen; Ich umhülle euch, wo immer ihr beginnen oder enden werdet, bis an jene Türe, die nicht zugeschlossen wird. Ich offenbare Meine eine Bahn, selbst wenn ihr in des Weges Mühsal wenig davon wißt.
Leuchtet euer Glaube aus dem Geist, dann werdet ihr auch dort (Welt), wo ihr nicht zu wissen braucht, auf welchem Stuhl im Licht ihr sitzet, viel erkennen. Da genügt zu wissen, daß ihr Meine Kinder seid. Das treu geübt — und ihr seid bei Mir und Ich bei euch. Dazu gebe Ich ein Lehrwort auf; Mein Sendling Dyso-Chata wird es euch erklären. Seht: Das Licht kennt keine Demut, weil es keinen Hochmut kennt!“‘ — Chata sagt ergriffen:
„Tao Mana, Herr, Heiliger, Liebender, Ewiger, Dank sei Dir! Wir erlebten die Entwicklung jenes Kindes nicht von Anfang mit, aber das, als es in Hochmut sich erhob. Es war mit seinem Auf und Ab bei Dir. Ist mit ihm der Hochmut in das Licht geraten, so wäre, um ihn wieder auszurotten, jene Demut einzusetzen, die Du lehrtest, als Deine lieben Großen ihre Gassen in die Ferne bahnten. Bitte, wie ist das aufzunehmen?“
„Gut bedacht!“ Ach — Freude füllt die Herzen bis zum Überfließen an; denn Tao Mana ist gekommen und spricht Selbst. Er segnet Seine Kinder, rückt die Kerze wieder vor und legt Seine Rechte auf das Altarbuch, weiter lehrend:
„Als Sadhana von Meiner Liebe schied, baute sie sich selber eine Mauer. Ja, sie kam ins Sanktuarium — als leere Form. Das Edelste in ihr, der Geist-Anteil, war zugedeckt; sie gehörte nicht mehr in das Lichtgefilde. Des Lichtes Heiligkeit nahm deshalb keinen Hochmut auf. Und wo der nicht wohnt, bedarf es keiner Demut, die Ich des Falles wegen erst als Gabe schuf, mit der der Hochmut des Geschöpfes auszugleichen war.
Ihr habt euch Meinem Willen anvertraut. Euretwegen so gesagt, war eure Schöpfungsfreiheitsprobe wie in Demut ausgeführt. Allein: Im heiligen Voraus nahm Ich die Probe als die Demutsgabe an. Demut ist von Mir geheiligt um der Opfer willen, die ihr der armen Schwester bringt. Demut ist des Himmels Kraft, die ein Herz erstarken läßt. Demut ist des Geistes Licht. Demut ist der Seele Stab (Ps. 23, 4)! Das hebt des Gläubigen Haupt empor, selbst wenn die Materiellen es in Staub und Asche drücken.
Meine Güte läßt das Vorwärts wegen der Entwicklung immer in der nächsten Stufe merken. Nicht aus Zwang, der keinen Selbstweg übrig ließe! Meine Führung und Mein Wille sind des Weges Ränder, die vor Absturz warnen und bewahren wollen. Das hatte Sadhana mißachtet und schmiedete sich in Fessellosigkeit die Fessel. Warum ließ Ich‘s zu? Vermochte Ich es nicht, daß wenigstens die arm Geschaffenen im Lichte blieben, statt nun durch mühevollen Weg die Kindschaft zu erringen, die die Getreuen durch erfüllte Proben als ein Eigentum erlangten?
Das Kind, über das ursächlich — außer Meinen Fürsten, Wächtern und den Ältesten — allen andern die Verbindung mit dem UR-Licht werden sollte, bedurfte einer ausgesuchten Freiheitsprobe. An der Art der Fürstenprobe konnte es erkennen, wie die seine zu bestehen war. Der Fürsten Vorwärts war wie zugedeckt; nicht so, daß sie überhaupt nichts merkten, oder ihre Probe zu erleichtern, Sadhanas Erprobung zu erschweren. Nein — in dieser Hinsicht brauchte sie und jedes Kind nur für sich selbst zu sorgen.
Die Fürstenprobe galt den kommenden Geschlechtern. Mit der hehren Wechselwirkung — schon als Lehre im voraus — ist die Grunderlösung dargetan: Die Überkreuzung als Symbol des Tageszeichens (Kreuz), daß der ERLÖSER Sich zum armen Knechte macht (Sach. 3, 8; Apg. 4, 27), damit die Armut wieder Meinen Reichtum finden kann.
Sadhanas Probe war, den Fortschritt zu erkennen, ihn am ‚stillen‘ Meiner Fürsten auszuwiegen und nicht sich selber anzurechnen. Sie bemühte sich, legte jedoch Wert darauf, das erste Kind zu sein und über alle anderen zu herrschen. Daß sie die sieben Fürsten nicht beherrschen konnte, wußte sie — sogar im Fall. Sie vergaß, das ICH der Herrscher bin!
Ich hatte Sadhana ein Drittel Licht und Kraft vom Werkteil zugemessen, den sieben Fürsten die anderen zwei Drittel, womit zugleich der Teil für alle Kinder mitgewogen worden war. Das Spiel mit ihrer Erstgeburt wurde Sadhana zum Maßstab ihres Fortschritts, zum puren Wissensteil ‚ich bin‘. Sie übersah: ich bin ‚geworden‘! Das war der Anfang ihres Falles.
In diesen fiel ihr Wissen mit; jetzt so: Luzifer weiß, wie tief sein Abgrund ist, daß er sich nicht erhalten kann, wenn nicht Mein ATMA ihn erhält, ihn und seine Mißgeburten. Er weiß, was Ich seit seinem Hinfall offen in die Wege leitete.
Nicht wissen will er Meine Tat: die ERLÖSUNG; Meinen Weg: die ERBARMUNG! Erbarmung ist sehr heilig, sehr gerecht (5. 29, 5)! — Nun noch das, warum die Zulassung geschah, ob nicht ohne Anhang Sadhana von ihrem angenommenen ‚Luzifer‘ ohne Opfer zu befreien und wieder heimzuführen war. Höret zu:
War der Fall gewollt, so hätte niemand eine Schuld; auch brauche Ich nichts Meinetwegen zu erproben. Und Zulassung? Wäre das nicht doch Mein Wille? Oder so: Ich hätte es nicht hindern können, womit die Allmacht — mindestens im Falle Sadhanas — für das Drittel Meines Werkes an das Kindervolk verloren ging.
Dann könntet ihr in keinem Werke neu erwachen. Nicht, weil Ich‘s nicht könnte, sondern weil von Meiner Machtgestaltung jener Anteil in Mir Selbst, im ‚Licht vom unzugänglichen Licht‘ verbliebe! Das ist nur zu sagen, nicht zu erklären. Meine Liebe zu den Werken, aus Wille, Ordnung, Weisheit, Ernst und Geduld gekommen, gekrönt mit der Barmherzigkeit, die mit Erbarmung für den Hinfall nie verwechselt werden darf, kennt keine Zulassung. Im voraus ist jeder Wegschritt jeden Kindes eingeplant, in welcher Planung die gegrenzte Freiheit sich gestaltet.
Zweitens wäre eine Zulassung die ‚Dennoch-Führung’. Es gäbe dabei keine Willensfreiheit, die Ich aus Meiner Willensherrlichkeit den Kindern überließ. Der Hinfall war im ‚Plan der Möglichkeit‘ bloß einbezogen, vorausbedacht zum Heile aller Kinder. In der Materie zeigt sich dieser Plan wie eine Zulassung, die aber Meiner Macht, Herrlichkeit, Güte und Barmherzigkeit zuwiderstünde. Das werdet ihr am besten auf dem Beihilfweg erfahren.
War es besser, wenn Sadhana ohne Anhang stürzte? Vorausgesehen, nicht vorausbedacht, so steht in Überkreuzung die Erlösung auf dem Plan. Diese war vorausbedacht — der Geschöpfe wegen. Ich besah den Fall und bezog vom Bedenken her die Auswirkung in Meine Schöpfer-Waltung ein. Anders wäre Dyso-Chatas Lehre eingetroffen (S. 30, 5-6) und was nun Ich vom Einvernehmen Meiner Werke in das unzugängliche Licht enthüllte.
Jedes Werk ist eine Offenbarung an Mein Volk. Mein Vorausbedenken kennt keine Lücke, kein ‚erst hinterher‘! Euere Freiheit ist ein Werkanteil, ansonst gäbe es gar keine Freiheit. HEILIG und GERECHT beziehen sich auf des Geschöpfes Gasse. Das Gerecht ist der Kinder Haben; das Heilig ist Mein Haben. Beides ist nur durch das im KREUZ gegebene Soll auszugleichen.
Wer am Wegrand HEILIG geht, geht am Wegrand der Gerechtigkeit, deren zweiter Teil die Schuld — aus dem Zwielicht einer Gasse sich ergebend — vermindert oder streicht. Sünde, die stets aus eigener Bosheit kommt, untersteht dem ersten Teil, wo es wegen der Erlösung heißt: Bezahle! (Matt. 12, 31)
ICH brauche keine Teilung und habe deshalb Sadhana bei ihrem Hinsturz nicht von ihrem Anhang, diesen nicht vom selbstgewollten Fall gelöst. Weil die Geschöpfe auf der Basis Meines Tat-UR-Jahres der Entwicklung unterstehen, die vom Werkweg kommt, gilt ausnahmslos für alle jener zweite Teil aus der Gerechtigkeit, die Schulden mindern oder auch erlassen kann.
Nebst Geist und Seele aus dem Licht kommt für den Beihilfweg noch eine Kraftpotenz des Luzifer hinzu, die durch eueres Geistes Opfer und die Dienstbarkeit der Seele der Erlösung zuzuführen ist. Die Sünden fallen unter die ‚Bezahlung‘, weil sich Sadhana trotz hoher Gaben und Begabung von Mir löste; nicht durch Schuld, dem Nachgang aus der Sünde. Aber ihre ‚Grundschuld‘ ist ihr Fall!
Sie war verantwortlich! Die Getreuen lösen durch die Beihilfwege mancherlei von jenen nackten Schulden aus, mit denen Sadhana die Mitgefallenen an sich gekettet hatte. Ihre Grundschuld, die als Auftakt alle Sünden und die Schuld der inkarnierten Lichtkindgeister nach sich zog, habe ICH auf Mich genommen, weil dieselbe niemand lösen kann.
Nur nachgezogene Schulden werden von den Treuen abgetragen. Mein Erlösungsziel heilt den Fall! Da die Treuen ihren Geist behielten, sind sie Anteilnehmer der Erlösungsarbeit und des daraus erstehenden Erlösungssegens. Dieser wird dann durch Mein Opfer und durch eure Beihilfwege denen zubereitet, die sich von dem Lichte lösten. Der Lossagung steht die Erlösung, die LOSE gegenüber.
Die arme Schar war nicht einmal mit einem segensvollen Zwang ins offenbare Licht zu führen, weil sie durch einen Freiheitsakt ein Leben ohne Geist bekamen und nur von Meiner Schöpfermacht mit einem ‚Fünklein‘ Geist erhalten werden. Für das Erstkind unbemerkt, war die Erhaltung ihrer armen Formen durch Meine Macht am Tageszeichen KREUZ der starke Balken, der ‚Anhalt‘ bietet. Doch schon im Anfang (Joh. 1, 1), bevor der Fall geschah und ehe die Erlösung nötig wurde, habe Ich den zweiten Balken aus dem Teil, der ‚Halt‘ gebietet, Mir zum Kreuz erwählt — zum Zeichen Meiner Liebe für die Kinder.
Anhalt und Halt sind, gleich den Füßen und den Händen, die Teile der Gerechtigkeit. Zwei Füße liefen haltlos fort, bis das Kind in seine Tiefe fiel. Das andere Paar, lichtgeheim vorausgeeilt, ging offenbar dann hinterdrein, um das Letzte ‚anzuhalten‘, damit keine Auflösung geschah.
Ein Paar Hände riß sich los; das andere gibt aus dem Anhalt jenen Halt!, für das Erste durch den Anhang besser ausführbar. Am Anhang sieht es seine Sünde und die Schuld. Es sieht — das ist das erlösende Prinzip — ‚ wie Meine Füße und die Hände aus dem Anhalt jenes HALT bewirken, damit die Mitgefallenen wenn auch auf langen Wegen in das Empyreum kommen können.
Willig oder nicht — es wird dem Kind der Weg gewiesen, wird ihm die Sehnsucht eingepflanzt, der Qual der Fremde zu entfliehn. Noch spürt es nicht den Spatenstich in seinem harten Seelenland. Doch so viele Wesen wegzuholen sind, so vielmals wird es Spatenstiche fühlen. Wer von der ‚Kraft‘ des Erstlings auf sich nimmt, gehört in dieser Hinsicht dann zu Meinem Pflug, der freilich mehr als alle Spatenstiche wirken wird.
Die Erlösung sind die Spatenstiche und der Pflug. Mein Opfer ist die Saat! Dann folgt aus Halt und Anhalt noch ein Kehre-um, her nach ein Komme-heim! — Nun wisset ihr, wie wichtig es gewesen ist, daß Sadhanas Anhang bei ihr blieb, woraus bereits ein langes Stück der Lösebahn geschaffen wurde. Denn
alle Dinge müssen Mir und Meinem Werk zum besten dienen!
Auch die andere Möglichkeit als zweite Bahn (S. 30, 6) könnte die Erlösung bringen. Doch Ich bin der EINE, EWIGE; Ich bedenke alle Dinge nur einmal und tue alles nur einmal! Was sich wiederholt, ist euch zum Segen so gefügt. Ja, eine zweite kann sich durch die erste Bahn vollziehen; da dürfte nach der Schau ein jeder seinen Teil zum Hochaltar der Gottheit bringen. Das gerade habe Ich der ersten Bahn vermacht, was zwar Mir und Meinen Werken gilt, deren Folge aber allgemein den treuen Kindern zuzukommen hat. Das ist dem nächsten Schöpfungstage vorbehalten; denn dieser Gabenteil gehört zum
‚Krongut der Barmherzigkeit‘!
Wisset aber das: Weg und Tat sind Opferteile, die ihr auf Meinen Altar legen könnt. Ich sammele die Rückbringgaben ein und mache aus dem Hingefallenen ein neues Kind; kein anderes, wohlgemerkt! Es geht in neuer Reinheit in das Heiligtum einst ein!
Sich Wiederholendes ist für euch immer neu, während Ich in einem Zyklus niemals etwas neu zu machen brauche. Was zur Offenbarung kommt, ist abgeschlossen; es wird nur noch auf die Entwicklungswege abgestellt. Mein Aufbau gibt die Richtung und den Lauf; Mein Ziel zeigt aus dem Aufbau dessen Fertigkeit.
Es schadet nichts, wer etwas als ganz neu betrachtet. Einesteils ergibt der Fortschritt ständig Neues, womit ihr für die Schlußzeit jeder Schöpfung reift; zum andern ist im Rückblick eines Tages zu erkennen, daß Ich in Meinen Nächten jede Reife vorher forme. Diese schenkt ja jene Seligkeit, die sich in, aus und durch sich selber steigern läßt. — —
Beendet nun das ‚Bleibefest‘, bei dem Abaturans Lehre war: ‚Wir bleiben fest‘ (Ps. 73, 23)! Denn als Sadhana das ganze Volk verführen wollte, war dies die schwerste Probe, mit der das Licht erkämpft oder auch ein ganzer Hinfall werden konnte.“
Tao Mana ruft Dyso-Chata neben Sich: „Gib noch dein Bekenntnis preis, das du dem gewordenen Luzifer entgegenhieltest, als er euch vier Wächter zu verlocken suchte. Es war nicht leicht, die Barriere aufzubauen und zu halten, ohne dadurch eure Liebe zu dem Fallenden zu tilgen.“
Dyso-Chata sagt: „Tao Mana UR! Du hast gewußt, daß unser Kampfwort bloß ein Umkehr-Ruf gewesen ist, mit dem wir das sich selbst verlierende Erstkind in Dein Licht zurückzuleiten suchten. Damals waren wir betrübt, weil unserm Rufen kein Gehör gegeben ward. Aber DU hast unser Rufen mit zur großen Bahn benutzt, auf welcher DU den Schöpferruf erschallen läßt[VH13]. O Tao Mana UR, Dir sei dafür in Ewigkeit gedankt. Das ist‘s gewesen, was ich auf das arge Drängen unseres armen Erstlings sagte, wo er noch SADHANA, aber auch schon Luzifer geworden war:
‚Fürchte wieder deinen Gott, diene Ihm aufs neue rechtschaffenen Gemüts. Lasse fahren deinen Götzen Eigensucht, durch den du GOTT verlierst, den VATER, den wir lieben dürfen! Lasse jenseits stehen, nach dem du fruchtlos deine Hände streckst; laß den Schöpfer zwischen dir und deinem Treubruch einen Strom der Liebe leiten. Willst du aber nicht, so wirst du jenseits Eden, im Lande Nod, zur armen Magd. Mich kannst du nicht verführen und nicht die Meinigen, die UR mir gegeben hat; denn ich und mein Haus wollen UR auf ewig dienen!‘ (Jos. 24, 15)
Aber Sadhana ging fort. Zorn zerstörte ihre Lieblichkeit, Haß ihr Herz. Für sie stellte ich die rote Kerze auf den Hausaltar; und eine rote Kerze hast Du hergeschenkt. Möge ihr mein Spruch, von Dir geheiligt und bewahrt, als ein Licht vom Sanktuarium verbleiben. Tao Mana UR, Herr der Schöpfung, Heiliger der Werke, Liebender der Kinder, Ewiger der Tat! Lasse uns mit Deinem Segen immer dienstbar sein!“ — Da geht UR durch ihre Reihen hin; und es ist, als wenn ein Landmann seines Feldes Ähren prüft. Gute Ähren — denn Seine Augen strahlen dunkelsanft.
Später wird ein Mahl gehalten; ja nicht nur Lehre ist des Himmels Kost. Dazu ein Wort, bestrahlt vom Geiste Gottes. Vorn auf erhöhter Stelle der halbkreisförmigen Terrasse steht der Priester. Und auch seine Augen leuchten jetzt, im Abglanz jener herrlich-heiligen, in die hinein sie alle sehen durften. Dyso-Chata sagt im Strahl der Führung URs:
„Geliebtes Volk! Tao Mana, der Herr, der Heilige, Liebende und Ewige öffnete in Güte Seine Herrlichkeit. Er enthob uns jener Last, daß Demut, jene Folge aus dem Hochmut, nicht im Lichte existiert, nur in der Materie zu üben ist. Noch hat sie dank der Güte Tao Mana‘s einen guten Platz. Bald aber bricht die Finsternis hinein. Wir sehen zwar im Altarfeuer, daß wir diese Demut in das Elend tragen können. Wie jedoch, aus welcher Kraft, wenn wir im Licht die Demut nicht zu üben brauchen?
Tao Mana hüllt aus Seiner UR-Vollkommenheit uns in den Mantel der Entwicklung ein, wie auch in uns der Geist der Antrieb unseres Lebens, doch die Form als unser Seelenkörper aus und in dem Licht der Mantel der Entwicklung ist, in welchem unser Geistteil herrlich wirken kann.
Daß die Seele die Entwicklung braucht, sonst verlernte unser Geist in der Materie die Tätigkeit, ist der Hauptteil jener Demut, die wir üben sollen. Ist das nicht ein Widerspruch? Nein! Diese Demut hier ist nicht in die Materie zu tragen. Unser Geist ist Licht; das hält er für immer fest.
Nicht bloß des Falles wegen, jetzt im Vordergrunde stehend, gilt die Entwicklung, weil ja im Vorwärts eine jede Steigerung des Lebens liegt. Der UR-Bedingung, an welche Tao Mana alle Werke knüpfte, von der die Kraft zum Fortschritt kommt, haben wir uns frei zu beugen, damit verbunden Treue und Gehorsam auszuüben.
Das ist die Hingabe als zwölfte Perle, die die Ältesten bewahren[VH14]. Denn das Vollendete in unsere Entwicklung einzuordnen, gibt den Beihilfweg zur Ferne frei. Tao Mana UR, der unsern Dienst nicht braucht, nimmt ihn in Sein hehres DIENEN auf, wodurch wir erst den Hingestürzten helfen können. Herrlich führt uns der All-Ewige vom Schöpfungs-morgen bis zum -abend, von Seiner heiligen Vollkommenheit bis hin zu unserem Vollendet-werden. In den hehren Schöpfungsnächten formt Er für alle alles neu, was Er in einem UR Zyklus schon fertig vorgebildet hat.
Sich einzuordnen, aus der Lehre und der Führung Ihn vertrauensvoll zu lieben, ist die Kraft der zwölften Perle, die wir Demut nennen können, nicht mit jener der Materie zu verwechseln. Nur das Dienen ist bei beiden Arten gleich. — Laßt uns jetzt noch viel vom Weg besprechen.
Bei meinem Kommen sagte Tao Mana, daß das Leben auf dem Stern der erste Meilenstein von meiner Straße sei (S. 17, 2). Das betrifft den Beihilfweg. Solang derselbe durch das Infinitum führt, bleibt jeder Weg der eigene: treu befunden, deshalb unveränderlich dem Empyreum angehörend. Doch zähle ich mich ganz zu euch, wie trotz ‚priesterlicher Vorherrschaft‘ es Abaturan tat. In dieser Ausgleichung ist jeder Meilenstein verankert, sind aus der ersten Freiheitsprobe alle andern zu erfüllen.
Wohl lehre ich im Auftrag Tao Mana‘s; zwischen uns gibt‘s aber in der Hinsicht keinen Unterschied, daß wir alle KINDER sind. Ich bin aus vollem Herzen einer von euch allen. Aufgaben sondern keinen aus dem Vatervolke ab und erheben ihn nicht über jene, denen seine Dienstbarkeit gewidmet ist.
Ihr habt den Abstand gern gewahrt. Recht gut, zumal bei unserer Jugend angebracht, wenn der Erste priesterlich im Amte steht, eine Offenbarung zu verkünden hat oder Tao Mana durch ihn spricht. Aber wenn wir uns beraten, eine Haus- und Freudenfeier halten, ich bei euch zu Gaste bin, ihr bei mir es seid, dann sind wir einheitlich ein Teil vom Vatervolk.
Wie Tao Mana es am liebsten sieht, wenn wir im Vertrauen uns Ihm nahen, doch in Ehrfurcht Seiner Lehre lauschen, so soll es unter uns geschehen. Mit dieser Mahnung schließe ich das Bleibefest. Noch einmal ziehen wir zum Feuerherd; und diesesmal sind‘s Blumen, die wir auf ihn streuen wollen.“
Alles Volk wallt Dyso-Chata nach. Am Altar angekommen, dankt er: „Tao Mana, Herr der Schöpfung, Heiliger der Werke, Liebender der Kinder, Ewiger der Tat! Bitte, lasse Deinen Segen, uns beim Fest gegeben, immer bei uns sein.“ Stiller Preis steigt auf, sichtbar wie ein weißer Rauch. Dyso-Chata geht voran, mit ihm in einer Reihe Chata, Myo und vier Kinder.
Feierlich umwandeln sie den Feuerherd, legen ihre bunten Blumen nieder und kehren um, ein jeder in sein Haus. In der Folge bringen alle Lehren guten Fortschritt, auch bei ihrer Jugend. Gesegnet ist der Stern, gesegnet ist sein Volk, gesegnet alles Tun.
NEUOFFENBARUNG