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Kap 4 – Gottes große Rede; ein Vorwärts in der Lichterkenntnis

Gottes große Rede; ein Vorwärts in der Lichterkenntnis

4. Kapitel

Das Volk des Sternes sieht, was vor sich geht und nun wartet man. Als Diadjar kommt, wird er umringt. Er berichtet, was im Tal der Schlucht geschah. Ist es nötig, wenn man im Lichte alles sieht? Es muß so sein. Wie öde sonst, wenn man alles wüßte, keins dem anderen dienen brauchte, niemand von einander etwas hörte. Stumm wären alle Herrlichkeiten, und des Lichtes Kinder wären ärmer als die Menschen auf der Welt.

Wohl sieht jedes in die Ferne, wenn es sich gedanklich in eine andere Region versetzt. Besondere Missionen, der Priesterdienst und Sternenführung sind teils bedeckt. Man weiß nur, was geschieht; allein das ‚wie‘ und der ‚Erfolg‘ sind Dinge, die die Helfer offenbaren und die Hörer gern entgegen nehmen. Desgleichen auf dem Stern der Hoffnung.

Über das Gehörte gibt‘s mit stillem Seufzen eine Bitte: „Vater UR, erlöse sie von ihrer Sündenlast, laß die Armen auch ins Licht gelangen. Verhilf zum geeinten Kindervolk!“ Ein Lichtgebet, wie es dem Vater wohlgefällt. Alles drängt den Berg hinan. Und oben, wo man im Gefühl Gott näher ist, obgleich die Sternenstätten nirgends weniger heller sind, heben sich die Herzen jubelnd hoch im Dank, weil jeder spürt: ‚Er kommt, der Vater, ER, Der zu jeder Zeit und überall zu sehen ist.‘

Ihr andachtsvolles Warten läßt den Vater UR auf des Lichtes Bahn erkennen und ist immer wie Sein eigener Weg, als ob Gott auch ein Wanderer wäre. Darin aber offenbart sich höchste Seligkeit für die Getreuen. UR paßt sich Seinen Kindern an, Er kommt so, wie sie sich gegenseitig sehen; und wie sie zu einander gehn, so kommt und geht auch UR. Und —

ER ist da! Es braucht sich keiner erst zu ordnen, weil immer, wo man steht, sich vor und neben Ihm befindet. Gewiß ist es im Lichte leicht getan; dennoch gilt auch hier das Raum- und Zeitgesetz, sind beide auszuüben. Aber was man tut, ist gut getan — unter UR-Gottes Augen. Jeder handelt stets im Aufblick zu der väterlichen Führung und zur wahren Freude des Geliebten. Das ist der große Unterschied zwischen Lichtreich und Materie. Nach dem Jubel wird es still und UR spricht in Seiner Liebe:

„Meine Kinder, viele im gesamten Lichtreich helfen fleißig mit, abermals ein Tor zu öffnen, durch das die Seelen gehen können. Ich enthüllte euch, ob und wie im Tal der Trauer Malluredus und Olyanda wirken würden, und der Segen Meiner Gnade wurde ausgestreut. Denkt nicht: ‚Ach Vater, es waren ja so wenige, die sich mit Deinem Segen wendeten; was sind sie unter den noch vielen, die im Dunkel, fern des Vaterhauses weilen?‘

Da frage Ich: Ist euer Stern der einzige, auf dem man dient? Ihr verneint und seid betrübt ob eures ungerechten Denkens. Es ist nicht ungerecht, dem Gedanken Raum zu geben. Jedes Lichtfeld muß sein eigenes Gepräge haben und ist nicht nötig, daß eines von dem andern alles weiß. Das ergäbe wenig Seligkeit. Im Wachsen der Erkenntnis liegt der Fortschritt eueres Lebens — hier weit mehr, als dort in der Materie.

Die letzte Zeit, von der Ich manches offenbarte, beherrscht ein emsig Schaffen und höchsten Einsatz euerer Dienstbarkeit. Also ist es nicht mehr nötig, daß sich des ‚Lichtes breite Front‘ durch die Inkarnationen vieler Himmlischer ergibt. Ich zähle sehr genau, wie viel auf jeden Dunkelteil entfallen muß; und seid gewiß: Ein Strahl kann da eine ganze Welt erhellen, auch wenn derselbige von mehreren hinabgetragen wird.

Ich erklärte euch, daß ‚isolierte Örter jene großen Gnadenplätze sind, auf denen alles Abgefallene in die Erlösung fällt‘ (5. 12, 1). So kann das Bedenken, daß es im Verhältnis Meiner langen Lösezeit noch sehr viel Herzensarmut bei den Menschen, bei den letzten Wesen gibt, in diese Gnadenplätze mit entfallen, wodurch ihr selbst um eine Lichtlast zu befreien seid.

Mühe und Erwägen, wie der noch starke Rest der Ferne heimzutragen sei, weil die Zeit sich immer mehr verkürzt, sind Bausteine Meiner Gnadenplätze. Aus dem UR-Strom Meiner Kräfte, für euch von jenem Anfang freigegeben, als Ich in Mir Selbst den ‚Grundstein‘ Meines Kindervolkes legte, fließen in euch Kraftanteile Meines Wirkens und des Lebens, womit ein Kind dann aus sich selbst solch gute Steine schaffen kann. Eben diese nehme Ich hinzu! Die Grundplanung der Schöpfungstage, durch den Fall bedingt auch alle Gnadenplätze, schaffe Ich allein! Zu den Mauern nehme Ich hernach das Eure, was ihr willig dienend tut. Das Dach jedoch, seht, Meine Kinder, das setze wieder ICH ! !

Das bezieht sich mit auf jene Lehre: Aufbau, Richtung, Lauf und Ziel. Aufbau und Ziel, Anfang und Ende jedes Kindes und für jeden Zyklus, den kein Kind ermessen wird, dies auch nicht braucht, die stehende und waltende Machtpolarität, die Fundamente aller Werke sind einzig Sache eines Schöpfers.

Und das bin ICH!!

Die Richtung und der Lauf, vergleichsweise mit den Mauern, die ihr bauen helft, habe Ich aus ewighoher Güte euch vermacht. Daraus ist nun zu erkennen, wie das Letzte zu der Endzeit heimzubringen ist. Ihr beide“, UR zeigt auf Malluredus und Olyanda, „habt bestens wahrgenommen, wie sich manche Seele wendet, wenn Geduld und Liebe handelnd sind.

Diadjar hat gemerkt, daß ‚Brocken‘ nicht gleich reagieren. Wenn du aber meinst: ‚bloß eine Seele folgte willig‘, so wirst du bald erleben, was Mein Segen daraus macht. Lasten, die ein Lichtkind für die Armen auf sich nimmt, werden mit dem Segen abgegolten, ganz gleich, ob bloß einmal eine Seele oder mehrere aus ihren Banden zu befreien sind.

Noch etwas von der ‚Himmelssorge‘, die Mir Freude macht und euch zum Heile dient. Des Abendfriedens Flügel werden länger, herrlicher und heller. Allein — der Vorstrahl aus der neuen Nacht bringt das ‚sanfte Dämmern für die Kinder‘. Selig spürt ihr es, daß sich bei und in euch etwas wandelt, wenn ihr es auch nicht genau erkennen könnt. Dennoch ist es im Gefühl bereits so herrschend, als wäre es mit eueren Händen zu ergreifen. Das ist auch ein Vorstrahl aus der Abendseligkeit.

Wie ist in diese, schon bemerkbar werdend, die letzte Dunkelheit hineinzuführen, aus der eigenen Verbannung freizumachen? Läßt der Abend, der begonnen hat, die Zeit, daß jeder Ferne in die Heimat finden kann? Nun, einiges ist jedem Lichtgetreuen kundzutun, weil er ja auf diese Weise bis zum letzten Glockenschlag des Liebe-Tages dienen kann. Und so höret zu:

Vom Tage der Barmherzigkeit wisset ihr noch nichts. Sogar Meine Ersten, am Tag der Ordnung aufgeweckt, spüren nur das Heilig-Hohe, was der neue Tag bereiten wird. Dennoch läßt sich einiges erkennen aus dem Ablauf Meines Liebe-Tages, an welchem das gesamte Volk zum selbstbewußten Leben kam — aus Meiner Herrlichkeit, die ICH bin und MIR Selbst zubereitet habe.

Den Hinfall und die Löse kennt ihr ja, bis auf den Anbruch einer hehren Schöpfungsnacht, in der Ich im ersten Teile, vor der hohen Mitternacht, den Tag der Liebe und was in ihm geschah, zum Abschluß bringe, im zweiten Teile, nach der Mitternacht, das Neue aus der Tiefe Meines UR-Quells hebe, für alle Kinder zubereite und mit dem ersten Morgenrot zur Offenbarung bringe.

Wird die Besiegelung der ersten Tat-Jahr-Woche nicht noch manche Extra-Strahlung geben, um dem Liebe-Tag die wohlverdiente Krone aufzusetzen? Oh, was sind MIR Jahre, Tage, Stunden und Minuten? Eine einzige Minute gleicht einem Zyklus, in welchem Ich Mein ganzes Werk bedenke! Darin liegt für jetzt der Vorstrahl für die letzten blinden Abgeirrten.

Diadjar hat die Wesen sehr bedauert, die nicht zum Heimfindweg gelangten. Aber seht: Ich nahm MIR erst das Opfer vor; und als der Fall geschah, stellte Ich die Löse und den Fall ebenfalls auf die Entwicklungsbahn, stetig steigernd, wie es für die Hingestürzten nötig ward, für die Lichtgetreuen mit, damit sie ihre Beihilfswege als ihr Mitopfertum erfüllen konnten.

Bei der Grundwende, in der Ich Meinem UR-Opfer die eigene Krönung gab, auf der kleinen Tiefwelt Erde durch Mein ‚Golgatha’ da ging die Materie bergab, so gesagt: Ein Stein fällt um so schneller, je länger und je tiefer er zu Tale rollt. So löste sich der Hinfall erst allmählich auf, obwohl die Materiellen sich um vieles mehr in die Materie stürzten.

Das ist das Zeichen! So wie ein Stein beim Fallen vieles mit sich reißt, so die Materiellen, daß sie immer ärger wurden. Nur hat ihrer keins bedacht, daß sie damit sich auch um so rascher ihres eigenen Ich‘s begeben. Damit verbunden lösen sich die Wesen von der selber hergestellten Hölle. Desgleichen rollt nun Meine letzte Zeit um vieles schneller durch die Ewigkeit des Abends, der für alle Kinder angebrochen ist.

Auf gleicher Bahn strömt manches in den nahen Abend aus dem neuen Tage der Barmherzigkeit; und ERBARMUNG heißt der große Strahl, mit dem Ich jedes letzte arme Kleine überschatte. Noch störrisch, auf der Tiefwelt eitel ob des Wissens, das die Menschheit in die leere Höhe treibt; und wie ein Tag den andern ‚überrollt‘, genauso und nicht anders, bloß auf der Ebene Meines ewigen Lichtes, wird die Finsternis erlöst.

Die Wesen werden bald nach der Befreiung schreien. Das ist ‚Mein Ruf aus dem All‘! Er löst alles auf, um es dem Sabbattag als neues Heilswerk herzustellen. Was am Tag der Liebe wund und wehe ward, wird von der Barmherzigkeit geheilt. Fraget nicht, wie das vor sich geht. Es hat jeder Tag den eigenen Segen, die eigene Herrlichkeit, Seligkeit und Freude.

Ist des Liebe-Tages Reichtum zu ermessen? Ihr sagt „nein“ und tut recht daran, weil Ich jedem Kinde soviel Gaben aufbewahre, daß es niemals an ein Ende kommt. Wäre es an dem, dann müßte sich ja das Geschaffene sein eigenes Ende geben, womit das Leben auch zu Ende ginge — das geschöpfliche der Kinder.

Nicht so bedingt, daß Ich‘s nicht ändern könnte; sonst wäre Ich kein Gott, hätte nie den Odem Meines Lebens in die Kinder hauchen können! Versteht es recht: Es ist dies nur ein Beispiel dessen, um was ihr auf dem Wanderweg durch die Materie mitunter hart gerungen habt: ein unabänderliches Muß!

Das ist zeitbedingt vom Fall entstanden, während das erwähnte ‚Muß‘ eines Kindes-Endes sich darauf bezöge, sobald für euch die Möglichkeit bestünde, Meine Tiefe, Höhe, Weite, zumal Meine Nähe auszuschöpfen. Gesagt, weil auf der kleinen Welt die Menschen sich erheben, die eine Art, um das bekannte All sich anzueignen, die anderen, um Mich in Meiner vollen Wesensherrlichkeit und Hoheit zu ergründen.

Ich lasse beiden Arten manches zu im Drang nach Oben. Damit sind zwei Dinge vorgesehen, die die Menschheit nicht erfaßt. Ihr Drang nach Oben wird geheim gesegnet; denn wer nach Oben strebt, tut es aus der freilich ungewissen Sehnsucht, sich vom Materiellen frei zu machen, obwohl nichts mehr sie an den materiellen Boden bindet, als in beider Hinsicht eben dieser Drang.

Zum zweiten kommt hinzu, daß sie einmal ihre Irrung eingestehen müssen. Die einen trotz Errungenschaften jene letzte Grenze: ‚Bis hierher und nicht weiter!‘, wer über Meine heiliggute Lebensgrenze greifen will, wie jene, die Mir zwar gern dienen möchten, unwissend, daß MIR zu dienen ein himmlisches Gepräge hat. Sie vergessen: Jedes Dienen gilt im ersten Fall den Nächsten, im zweiten kommt‘s durch Meinen Segen ihnen mit zugute. Ob, wie und was Ich daraus für Mich Selbst entnehmen will, enthüllt — wie vieles — erst der nächste Schöpfungstag.

Was Ich Mir aus eurer Dienstbarkeit enthebe, ist die Freude über Meine Werke, die Mein Schöpferwille schuf, ist der Grundstock eurer Seligkeit, ein Geben und ein Nehmen, was zum Seligsein gehört. Ich bleibe allezeit der GEBER, Mein Kindervolk der Nehmer. Und was sie freudig durch ihr Dienen opfern, das nehme Ich in Meine

hehre Reservatio mentalis

mit hinein,

In der nächsten Nacht wird an Herrlichkeit und Segen soviel daraus hergestellt, daß für euch der Feiertag zum Oberfließen kommt, so daß kein Kind sein Leben je verliert. Denn

Ewig ist Mein Leben ! !

Ewig habe Ich es Meinem schönsten Werk vermacht — den Kindern! Diadjar dachte, wie es mit dem Helfen stünde. Niemals könnte ein Geschöpf dem Schöpfer helfen, weil es erst aus Dessen Macht hervorgegangen ist. Sehr wohl! Doch es ist da wie mit Meiner Freude, die Ich aus den Werken schöpfe. Jeder Rückstrahl ist die Spiegelung vom Eigenstrahl, dieser ewig aus MIR strömend, während mit ihm jene Möglichkeit die Kinder überkommt, aus den aufgenommenen Strahlen in der ‚Spiegelung‘ zurückzustrahlen, also aus dem Nehmen auch ein Geber wird.

So verhält es sich mit jedem Beihilfsweg. Ich schließe daran eine Sonderlehre für den Sabbattag. Ich gebe alles, aber aus dem Nehmen Meiner Gaben könnt ihr viel mehr rückverbindlich sein, als ihr es ahnt. Die Überheblichen verscherzen sich die hohen Möglichkeiten, bis sie zu einem wahren Demutsstand gelangen. Und der heißt für sie niemals anders als ‚Kind des Vaters‘ sein!

Man will Mir zwar aus Liebe dienen und tut es auch in Hinsicht dessen, wenn es dem Nächsten dienlich ist. Hierin liegt zuerst mit eingeschlossen jeder Beihilfsweg, dessen Inbegriff das Mitopfer ist. Auf diese Weise sehe Ich hernach das Mir-dienen-wollen als ein ‚Mir-dienen-können‘ an.

Was jemand anderen Gutes tut, dessen Last mit tragen hilft, ist in tiefster Schau Mir auch getan, weil Ich euch zur Seligkeit als VATER sage: ‚Nun habt ihr mitgeholfen, die Verirrten heim zu leiten. Ihr könnt sie leiten, daß sie den Weg des Friedens, der Erlösung finden; ICH, Meine Kinder, Ich bringe sie ins Vaterhaus durch Meine Grunderlösung, durch das UR-Opfer, aus dem die Treuen gleichfalls ihre Gnade nehmen konnten.

Mein Segen bleibt bei euch, ihr könnt Mich also weiterhin erfreuen und wird sich‘s zeigen, wieviel im Hauptstrahl Meiner Hilfe ihr getreue Helfer seid. Messet aber nie mit äußerlichen Zahlen, wenn sie auch ihr Gnadenrecht besitzen. Es geht ja um das Letzte Meines Liebe-Tages! Da gilt die geheime Zahl allein und genügt‘s, das ICH dieselbe weiß. Ich werde sie einst offenbaren, sobald es für das Ganze nützlich ist.

Dennoch spürt ihr, was das Heimliche betrifft, und ihr dankt Mir sehr, daß ihr obendrein in dieser Hinsicht ‚Mitträger‘ seid. Noch ist das Schönste und das Tiefste davon zugedeckt; denn erst sollt ihr noch manches tun, dann komme Ich und wird das ‚Mitträger-sein des Lichts‘ enthüllt.“

Des Sternes Hohe und das liebe Volk verneigen sich. Ein Strahlen ist‘s im wundersamen Hin und Her, im Geben und im Nehmen. Die Herzen sind wie Blütenkelche offen, die den Tau des Himmels trinken. Nach der wortlosen Jubilate übernimmt Diadjar noch das Dank gebet. Er kniet nieder und alle tun es nach, dicht um ihren hochgeliebten UR geschart. Er betet an:

„Vater UR, heilig-hoher Herr und König, der Du Deine unmeßbare Gnade uns mit Deinem großen Wort gegeben hast, Dir danken wir aus jener Fülle, die DU uns zubereitet hast. Wir fühlen uns erhoben, als standen wir zuvor noch tief, trotzdem wir ja im Lichte Deiner Liebe wohnen. Und doch — wie ewig Deine Güte ist, so ewig ist der Weg hinauf in unsere werdende Vollendung, von einer in die andere Seligkeit hinein! O UR, nimm unsern Dank in Deine guten Vaterhände und lasse Deinen Segen, wie verheißen, fernerhin bei unsern kleinen Kindeswerken sein.“

Ist‘s nicht so, als ob der Heilig-Wunderbare jedes Sternenkind in Seine Arme schließt? Ja, jedes wird emporgehoben, ruht an Gottes Brust, jedes nimmt den Segen wie ein Labsal auf. Er sagt noch ein liebes Wort zum Dank der Kinder:

„Diadjar sprach vom ‚großen Wort‘. Im Sinne eures Dankes, Mir als lieben Rückstrahl dargebracht, ist es richtig. Wenn Ich aber frage, ob Ich auch ‚kleine Worte‘ bringe, dann seid nicht betrübt, als ob ihr noch nicht alles recht begreifen könnt. Ja, es gibt auch kleine Worte, solche für die kleinen, armen, fernen Kinder, für die das kleine Maß ein großes ist, solange sie nicht mehr erfassen, nicht mehr erkennen können.

Seid wachsam in der Zeit, in der ihr unter Meiner fernen und der nahen Führung wirken könnt.“ Wie stets: UR geht und bleibt, und Ihm folgt der Jubel Seiner Kinder wie ein Weihrauch nach. Dann geht man ins Beratungshaus. Noch werden Gottes hehre Worte nicht besprochen, bloß Diadjar sagt:

„UR gab uns schon die Abendseligkeit. Wir merken es an unserm Stern. Mir ist, als wäre er jetzt leuchtender geworden.“ „Nicht er allein“, unterbricht der Hauptbetreuer äußerer Regionen, Bota. „Ich habe festgestellt, daß — und eigentlich ist‘s unerklärlich — unser Sternsystem, ja das ganze Infinitum, immer glänzender und schöner wird, dennoch wie die sanfte Dämmerung der Lichtstern-Abende uns glorreich überschattet.“

„Genau, lieber Bota; wir brauchen dieses hehre Zweierlei nicht zu ergründen, können es auch nicht. Das gerade führt uns weiter in die Seligkeit hinein, die UR allen Kindern für den Abend aufgehoben hat. Jetzt bedrückt es nicht mehr, daß es hier zwei dunkle Täler gibt, zwei“, Diadjar besinnt sich kurz, „sonderbar, nebst vielen Varianten sind immer ‚zwei‘ zu sehen. Sie spiegeln sich in allen unsern Lebensdingen.“

„Das betrifft Gottes herrliches Dual“, sagt Heliato, der erste Stadtbürger, „der Vater und die Kinder; die stehende und waltende Machtpolarität; die Gesetze der UR-Bedingung und der Kindfreiheit, durch welche wir aus Seiner Güte schaffen können. Oftmals sieht es aus, als ob man für das innere und äußerliche Dasein manches selber fertig brächte.“

Die erste Landesbürgerin, Corrysanda, meldet sich: „So sieht es aus, als ob — — Die geheime Kraft, der ich nicht befehlen kann, ist da!, ist aber nicht zu jeder Zeit verwendbar wie man will. Sie ist der Acker unserer Freiheit, auf der letztere gedeihen — oder auch verdorren kann, wie zumeist in der Materie. Falsch angewendet, sich brüstend in der Meinung: ‚man‘ tut alles selbst!, macht den von UR gesegneten Boden unfruchtbar.

Rückblickend haben wir erkannt, daß auch wir als Menschen in den Fehler fielen, aber mit der Gnade doch herausgefunden haben. Dann wußten wir zwei Dinge — oh, wieder zwei!: Mit Gottes Kraft, unter Seiner Obhut, Seiner Führung, war uns möglich, jenes Dasein auszuleben und zu tun, was nötig war: für das Innere und Äußere, für die anderen und für sich selbst.

Zum anderen erlebten wir in der Materie, daß wir wirklich selber handeln konnten, weil wir aus URs hehrer Schöpfermacht den Anteil Seiner Kraft erhalten hatten, die gerade durch die Kindesfreiheit anzuwenden war und ist.“

„Fein dargestellt“, lobt Olyanda ihre Arbeitsschwester. „Darum ist mit zu erkennen, ob und wie wir unserm Vater immer näher kommen, oder — “ sie besinnt sich auch und lächelt lieb: „Wie schön, hier zeigt sich abermals das hehre Zweierlei: Zu jeder Zeit sind wir bei unserm Vater und wandern dennoch unaufhörlich unsere Kindesstraße, die im Gesamten, gleichwie in jedem Einzelding, in Seine Lichtbahn mündet.“

Man bespricht die Punkte. Das Volk, soweit versammelt, beteiligt sich daran. Zwar geleitet, hat doch jeder Sternbewohner eine höhere Erkenntnis. Weil es aber keinen Stillstand gibt, lernen alle noch hinzu. Man hat es bei des Vaters Fürsten so gesehen, wie sie, die sechs Schöpfungstage dieser ersten Tat-Jahr-Woche mit begründen konnten, sich jetzt noch gern belehren lassen, daß es auch für sie ein stetes Vorwärts gibt.

Nach dem Dank für alle guten Gottesworte sagt Diadjar: „Ich gehe jetzt zurück ins Tal der Schlucht. Vom Tal der Trauer kommen welche zu euch her. Nehmt sie auf. Die drei, die ihre Leidensschalen von der Welt dem Vater überließen, bleiben vorerst hier; die anderen belehrt, und dann kommen neue Führer, die alle in die für sie vorgesehenen Regionen bringen.

Einem — als ein Beispiel — wird es zugelassen, auch dabei zu sein (S. 20, 6). Führt ihn in mein Haus; aber du, Kara-Amadael, und vier Helfer sollen bei ihm bleiben. Es wird freilich eine Last, mit ihm umzugehen; doch etwas werdet ihr erreichen und eure Freude ist dann euer Lohn. Ich sage es, daß ihr gewappnet seid. Zwei starke Engel holen ihn dann ab.“

„Willst du abermals allein ins Tal?“ fragt Bota, nicht ohne Grund besorgt. Es ist jene Lichtbesorgtheit, die die schönste Gültigkeit besitzt. „Warum nicht?“ Diadjars Augen glänzen. „Ich sah die großen Engel nicht, die am Eingang wachten, merkte aber die zwei Strahlen und mir war, als wären es des Vaters Arme! Ja — o Freunde!, auch wenn Er Helfer schickt, so sind‘s doch immer Seine Hände, die uns helfen und beschützen, Seine Liebe, die uns lenkt und leitet — hier im Licht, wie überall!

Man denkt in der Materie, im Lichte brauchte niemand Schutz und Hilfe. Wie arm ist der Gedanke! Bloß ist es anders als auf einer Welt. Hier ist es Gottes Güte und die Offenbarung, unser Dienen und Sein Wort. Gewiß gehört die Dienstbarkeit zum materiellen Leben; allein, dort sind Schutz und Hilfe das, was sie in dem Dasein der Materie zu besagen haben. —

Nun seid bereit! Euere Gebetskraft ist ein Schutz, euere Gedanken eine Hilfe, die unser heilig-guter UR durch euch mir angedeihen läßt. Wacht, hebt die Herzen auf zu Ihm, ER ist unsere einzigwahre Liebe!“ Man sieht ihm nach, bis er in die Schluchten niedersteigt — ein Licht zur großen Armut und zur Finsternis.

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