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Kap 3 – Nächsten-Dienstbarkeit. Die Zentral- und Magnetfelder. Vom himmlisch…

Nächsten-Dienstbarkeit.  Die Zentral- und Magnetfelder. Vom himmlischen Eigentumsrecht

Karmatha findet auf seinem Sonnenplatz allerhand Arbeit vor. Der Haushain ist zu pflegen und die dazu gehörenden Tiere, die wie unmündige Wesen auf seine Stimme hören. Kinder von und zu der Erde kehren bei ihm ein. Zwischendurch hält er im Gemach manche gesegnete Betrachtung, an die sich oft ein geheimes Zwiegespräch mir dem Vater anschließt. — Wieder einmal klopft es an der Pforte. Als er öffnet, stehen zwei Himmelsbewohner vor ihm. Freundlich heißt er sie willkommen, bringt Brot, Wein und Früchte und fragt nach ihrem Begehr.

Die Gäste berichten, daß sie auf einem zu dieser Mittelsonne gehörenden Stern eine Kinderschar betreuen, die zur letztgeborenen Gruppe gehört. Nun sind sie reif, den Vater zu sehen, doch möchten sie allerlei aus dem Schöpfungshaushalt wissen, zumal von der Erde und dem Weg dorthin, von dem Uraniel ihnen unlängst einiges kundgetan hat. Das eifrigste Kind möchte erst zur Erde, bevor es den Vater sah, Ihm zur besonderen Freude. Alle liebevollen Ermahnungen, daß es ohne vorherige Offenbarung Gottes niemals seinen Erdenweg zufriedenstellend erfüllen würde, fruchten nichts. Es ist der Überzeugung, Gotterkenntnis sei schon das Tragen des Gottbildes im Herzen, eine unzerreißbare Verbindung mit Gott selbst.

„Du wunderst dich, Karmatha“, fügt der Sprecher hinzu, „weil wir zu dir kommen und denkst, es wäre richtiger, Gott darum zu bitten. Du hast recht, wenn du nur an die Einung zwischen Kind und Vater denkst. Betrachtest du jedoch das Leben des heiligen Reichs mit seiner wunderbar grundheiligen Gesetzesordnung, so kannst du merken, daß wir uns helfen sollen; denn in der gegenseitigen Dienstbarkeit lieben wir den Vater über alles. Dadurch leben wir die Nächsten liebe aus, was unserem guten UR-Vater stets wohlgefällt.

Uraniel hat uns manches von dir kundgetan, darum wollen wir einige Zeit mit dir zusammenleben, was nicht gegen des Vaters Liebeordnung ist.“ Karmatha freute sich groß, sowohl über den Besuch wie über dessen Grund. Uraniel hat demnach eine ganz gute Meinung über ihn, sonst hätte er die viel älteren Engel, die zum nachgruppierten Kreis der Befehls-Engel gehören, nicht auf ihn aufmerksam gemacht. Doch er besitzt durch viele Schulerlebnisse schon den reiferen Grad freudiger Dankbarkeit. Noch ist sein Gefühl nicht ganz geläutert, aber gutes Licht flutet durch. Er antwortet:

„Es freut mich, daß ihr zu mir gekommen seid. Ihr habt erläutert, daß wir uns gegenseitig helfen können, ohne jedesmal den Vater anzurufen. Trotzdem bin ich verwundert, daß ihr in der nicht leichten Sache euch nicht zum Vater wendet. Uraniel hat sicher einwandfrei die Kindlein aufgeklärt, so daß sie auf keinen nicht vollgerechten Gedanken kommen konnten, hättet ihr in weitere Belehrung Uraniels Grundhinweis genau angewendet. Es dürfte nicht schwer fallen, die Kleinen der Vateroffenbarung zuzuführen. Ich halte es daher für besser, wenn wir uns des Vaters Anweisung erbitten.“

„Du hast recht, Karmatha“, sagt ein Engel. „Doch zwei Dinge wollest du erkennen. Daß wir den Vater um Beistand baten, braucht nicht erwähnt zu werden. Und ich bin der Überzeugung, daß unser Weg zu dir Seine Antwort ist; denn Seine Hilfe, durch Kinder zugeleitet, ist eine herrlichste. Hilft Er uns unmittelbar, so ist Er der allein Schaffende und wir verlieren die kraftvolle Verbindung aus Seinem Geist. Dann bedenke noch, daß die uns anvertraute Schar in einem Schutzhaus auf uns wartet und wir sie nicht länger als nötig allein lassen wollen, weswegen wir die Bitte wiederholen, alsbald mit uns zu kommen.“ Karmatha entgegnet:

„Ich habe in diesem Haus verschiedene Aufgaben zu erfüllen; deshalb begebe ich mich nicht ohne Vaters Wort woandershin. Auch seid ihr Engel viel erkenntnisreicher als ich; wie möchte ich also Hilfe bringen? Ich will daher im Betgemach erst meinen Weg erforschen. Ist es des Vaters Wille, — mit Freuden gehe ich mit euch.“ Im Gemach betet er und fragt, ob er mit den Engeln gehen kann. Die Liebe treibt ihn dazu. Er erhält eine wunderbare Lehre.

„Mein geliebtes Kind! Es ist recht, daß du dich an Mich wendest, obwohl du selbst entscheiden kannst. Doch ein Hinweis soll dich für allezeit zur Klarheit leiten. Treibt dich zu etwas Meine Liebe, so handele ohne langes Überlegen! Nur die Tat selbst ist zu erwägen, nicht aber, ob man handeln soll oder nicht. Diese Auswirkung, auch als zwei Schöpfungsträger, kann überall ersichtlich sein, hier im Lichte, in den Wandelsphären, auf Erde und sogar in nackter Finsternis. Wo die Liebe treibt, soll die Tat erfolgen; wo sie nicht treibt, ist auch die Handlung fehl am Platz. Darum merke auf:

Sieh, Meine Eigenschaften ruhen als Zentral- und als Magnetpunkte im UR-Raum. Beide Machtpunkte sind innerlich und äußerlich erkennbar, was gleichzeitig bedeutet, daß ein Kind die sieben Mächte als Vielheit und Geschlossenheit verkörpern muß, will es zur höchstmöglichen Einheit mit Mir gelangen. Die Erkenntnis, daß Ich dem Kind den Lebensfaktor gab, erfaßt den Zentralpunkt, dessen heiligster Kernpunkt Ich Selber bin! Ich, die UR-Zentrale, stellte das Zentrale zu einem Mittelpunkt in alles lebendige Werden, dem Ich Selbst der Mittler wurde. Aus dem UR-Mittelpunkt gehen alle Strahlen durch das Zentrale der inneren und äußeren, sichtbaren und unsichtbaren Teilwerke, wodurch die geistig-natürlichen Grenzungen gegeben sind.

Diese Grenzungen sind der Magnetpunkt im ganzen Schöpfungsfeld. Er bringt neben vielen Segnungen auch jene Erkenntnis, den vom UR-Schöpfer erhaltenen Lebensfaktor nicht als ureigenen Besitz zu betrachten. Der Magnetpunkt erweckt den zielbewußten Willen, der sich zum Mittelpunkt bewegt, wodurch die UR-Zentrale zu erreichen ist. Das Kind wird wie magnetisch angezogen, ohne dabei seinen freien Willen im mindesten einzubüßen. Im Gegenteil schafft die Hingabe an dieses Magnetikum erst den eigentätigen Willen. Bildet sich so das Kind eine Einheit zwischen Zentrale und Magnet, wird es im Mittelpunkt des Lichtes stehen, wo immer es auch weilt.

Die Einteilung der sieben Lichtsphären in 7 mal 7 Hauptteilfelder ist nicht von ungefähr geschehen. Ihre Durchwanderung führt in das 50. Feld, das in Wahrheit das Grundfeld ist, nämlich die sichtbare UR-Zentrale, Mein Heiligtum mitsamt der Stadt, die Stätte der Erlösung und endgültigen Vergebung. Das hängt nunmehr mit dem Fallwerk zusammen und ist in für Kinder völlig unfaßbarer heiliger Vor- oder Fürsorge so gesetzt, bevor der Widerpartkeim zur Geltung kam.

Sogar auf Erden ist davon entsprechend eine Spiegelung gegeben worden durch Meinen Cherub Uraniel, der als ‚Mose’ grundlegende Gesetze brachte. 7 mal 7 Zeiten (Jahre) sollten die Menschen versuchen, kein Unrecht zu begehen. Aber durch den Fall nicht zu vermeiden, sollte die 50. Zeit (3, Mose 25; 8-10; 13; 54.) das große Halljahr der Vergebung sein, ein Jahrfeld, auf dem alle Schuld in einem Sühn- und Brandopfer, also Bitt- und Dankopfer zu tilgen war. Solange Mein geübter Ordnungsträger die Zügel des Beispielvolkes hielt, kam auch im 50. Jahr die Erlösung über alles Volk, weil es gegenseitig alle Schulden tilgte, was sich nicht nur auf äußere Werte bezog, sondern gleichermaßen auf Inneres, auf Gedanken-, Wort- und Tat- oder Leumundschulden.

Der Schöpfungsfall ruht im 49. Feld, im Zentral- und Magnetstrahl der Barmherzigkeit, in dem die Erlösung vorbereitet wurde, der Weg zum ‚Hallfeld’, zu Meiner UR-Zentrale, in der das Schöpfungssühn- und -brandopfer von Mir Selbst getätigt wird, dessen heiliges Feuer ‚Golgatha’ heißt. Der höchste Ausfluß Meiner Liebe, die Barmherzigkeit, trieb Mich zu diesem Opferfeuer, das Ich Selber war! Und Ich, Karmatha, habe nicht erst überlegt, ob Ich es tun sollte, sondern nur wie es zu geschehen habe zum Heile aller Meiner treuen und zur vollgültigen Erlösung der irregegangenen Kinder!!

Treibt dich die magnetische Liebe durch die Barmherzigkeit, so mag ruhig etwas zu tun übrig bleiben. Was da scheinbar abgeht, ist durch die Kinder der Schöpfung gutgebracht. Ohne dein Zutun gelangt der zentrale und magnetische Punkt zum gerechten Ausgleich. Das bezieht sich auf alle Grundlebensstrahlen. Wie vieles nur durch die Ordnung oder den puren Willen gerichtet werden muß, kannst du nicht ahnen. Hat ein Kind auf dem Feld der Ordnung etwas zu vollbringen, so ist das Tun ausgleichend auf Zentrale und Magnet zu setzen, wodurch alle Eigenschaften sich von selbst einschließen. Das geschieht jedesmal, sobald eine Eigenschaft die Vorherrschaft besitzt.

Kehrtest du aus Liebe jetzt zu Mir zurück, so sage Ich dir, daß es mehr dein Wille wäre und da nicht einmal der Zentral- und Magnetpunkt ausgeglichene. Die Liebe treibt dich auch zur Erde und oft wunderst du dich, warum Ich solang zögere, Mein JA zu geben.

Nun, Karmatha, deine Liebe bedarf auch noch des letzten Feuers, der rein treibenden Barmherzigkeit. Solange das nicht erreicht ist, sind die Machtfelder aller Eigenschaften im Zentral- und Magnetpunkt dir noch ziemlich unbekannt. Du willst das Beste; ob du es bereits vollbrächtest, sei noch nicht geprüft! Erst im letzten Machtfeld angekommen, siehst du ein, daß es weniger auf das ‚Bald’ ankommt, als mehr auf den bewußten Willen, übernommene Arbeiten vollwertig auszuführen. Da angelangt, fragt kein Kind mehr, ob es handeln darf. Es handelt! Geht dabei die freie Triebkraft aus den sieben Eigenschaftsfeldern mit ihren je sieben Strahlungen hervor, so gestaltet sich die Handlung wie von selbst grundgut, weil Ich dann aus dem Hallfeld Meine Hand ausstrecke und segnend auf das Kind samt seinen Werken lege. Nun weiß du genug und kannst frei handeln.“

Bis ins Tiefste berührt bleibt Karmatha versunken, ehe er seinen Dank darbringen kann. Freudig eilt er mit dem Engelspaar zu deren Stätte und verkündet ihnen, was ihm der Vater offenbarte. Sein Mitwerk bei den Kindern trägt vollen Segen, so daß auch er mit reicher Liebe bedacht von der Schar Abschied nehmen kann. Dankbar und freudig kehrt er in sein Erkenntnishaus zurück.

Karmatha hält eine gute Betrachtung über die große Offenbarung und vergleicht des Vaters Wie-Handlung mit seiner zaudernden Ob-Handlung. Da klopft es an die Pforte. Freudig bewegt öffnet er und Uraniel und Urea treten ein. Seine frühere Scheu ihnen gegenüber hat er längst überwunden und er schmiegt sich vertrauensselig in ihre Arme.

Nach der Begrüßung fragt er, warum sie angeklopft hätten. Ringsphäre, Sonne und Haus stünden unter ihrer Waltung. Es wäre zwar zu seiner Freude geschehen, damit er des Vaters Erste wie liebe Gäste empfangen dürfe. Dabei führte er die Fürsten ins kleine Betgemach; er möchte alle seine Erlebnisse erzählen. Uraniel entgegnet:

„Du hast das Richtige getroffen, lieber Karmatha; doch sei dir noch eine kleine Belehrung zugedacht. Indem du feststelltest, das Haus sei unser Eigentum, konntest du als Gast die Eigentümer nicht bitten, einzutreten. Aber es gibt im Lichte herrlich wandelbare Gesetze, deren Grundgefüge wohl des Schöpfers heiliger Ordnung entspringt. Doch ihre Auswirkungen richten sich nach den Kindern. Solche freien Grundgesetze gibt es in der Materie nicht, das heißt, sie werden dort nur zum Teil von inkarnierten Lichtseelen anerkannt.

Auf der Ede ist derjenige Hausbesitzer, der sich nach dem Weltgesetz ausweist. Er wird Eigentum selten einem andern überlassen, außer bei reichlicher Entschädigung. Und was bleibt von allem übrig, sobald die Todesglocke klingt? Nichts als ein notdürftiges Gewand, in das man den toten Körper ohne Seele hüllt. Nur zwei Dinge kann die Seele ins Jenseits tragen; ihren gesegneten Glauben oder ein armes Herz! Mit dem Tod erlischt für sie jedes Erdgesetz; es hat gar keine Gültigkeit, wie auch ein Eigentum keinen Wert behält.

Das Lichteigentum hingegen ist bis zu jedem Tagwerkende bleibend, mindestens aber solange, als der Eigentümer in Treue bei Gott verbleibt. Sogar Sadhanas Eigentum ist reserviert; nur trug es während ihres Falles bis zur Umkehr keine Zinsen. Es war ein vergrabenes Pfund! Durch die Umkehr hat sie es wieder an das Tageslicht gebracht und je mehr sie sich der Heimat nähert, um so mehr nimmt die Verzinsung ihres Grundpfundes allmählich wieder zu. Das Haus bleibt also unser Eigentum in der Unwandelbarkeit des Besitzanrechtes. Aber als Besitzer können wir mit ihm verfahren, wie es uns beliebt. Du bekamst es während deines Aufenthaltes zum persönlichen Besitz; und nicht einmal der Vater hätte es dir weggenommen, um es anderen zu geben. Darum bist du jetzt der Eigentümer und wir sind deine Gäste, in welchem Verhältnis sich eine große Liebe zueinander erzeigen läßt. In den Fürstenhäusern warst du indessen Mitbesitzer während deines jeweiligen Aufenthaltes, wobei dir die durchaus berechtigten Hausehren mit zukamen. Da wir dieses Haus nur zeitweise benötigen, stellen wir es auch als Reichsbesitz frei, so daß jeder Einkehrer für die Dauer seines Aufenthaltes Eigentümer ist. Das geschieht mit allen Einrichtungen so als ein herrlich wandelbares Besitzgesetz, das reichsmäßig für uns grundsätzlich unwandelbar gültig ist.

Hätte der Vater dir das Haus gegeben, so könnte niemand je es von dir fordern. Was Er gibt, bleibt unantastbares Eigentum! Dann aber wäre es vorher nicht unser persönlicher, sondern Reichsbesitz gewesen, über das der UR-Schöpfer allein verfügt. Aus dieser Verfügung empfingen wir es einst beim Raum-Aufbau als unsern ewigen Besitz.

Bedenke auch, daß ein Sonnenhaus nicht nur zur Freude dient. O, das wäre ein sehr schwacher Schöpfungswert! Ein Haus bedeutet Hut, Betreuung, das Umschließende, in dem vornehmlich Wanderer Frieden, Ausruhen, neue Wegzehrung, mitunter ein bleibendes Asyl erhalten. Diese betreuende Hut ist Teil der heiligen Obhut, URs einzigwahre höchste Tat! In Seiner Obhut wird Eigenschaft zur Tätigkeit und umgekehrt, sie ist — insgesamt — Seine ur-heilige Schöpferwaltung!!“ — Wie herzlich kann Karmatha für diese Belehrung danken, die ihm zugute kommt. Indem er ein Mahl zurichtet, erzählt er viele Begebenheiten, vor allem, wo es ihm noch gemangelt hat.

Anschließend wird Karmatha auf eine Zellsonne im siebenten Sonnenring geführt. Im Haupthaus daselbst werden Kleine betreut, die auf Erden als Kinder starben. Der Sonnenengel Mayano, der die Gruppe führt, empfängt die Fürsten und Karmatha ganz besonders freudig. Ihr Kommen wurde ihm im Herzen angezeigt. Karmatha bittet, hier etwas verweilen zu dürfen. Urea verweist ihn an Mayano, der das Sonnen- und Hausrecht hat. Mayano läßt es gar nicht erst zu einer Bitte kommen. Zärtlich umfaßt er Karmatha und sagt:

„Meine Freude, Karmatha bei mir zu haben, sieht der Vater und auch ihr, Uraniel und Urea. Ich muß also danken. Sonne und Haus gab mir der Vater. Was aber Er uns überreichlich tut, sollen wir uns das nicht gegenseitig tun? Darum will ich gern dein Diener sein, Karmatha, solange hierzubleiben es dir wohlgefällt. Der Vater hat mich mit Seiner Liebe durch dich heimgesucht. Ihm sei Dank und Ehre!“

„O Mayano“, ruft Karmatha, „auch ich danke dir, und ich will deinen Wünschen keine anderen entgegen setzen bis auf einen. Nie darfst du mir ein Diener sein! Ich bitte: Sei mein Freund, mein lieber Bruder, zu dem ich mich vertrauend wenden kann. Damit erweisest du mir einen besten Dienst und der Vater möge dein Vergelter sein. Als dein Bruder will ich bei dir wohnen, will ein- und ausgehen, wie es mir gefällt. Allein — nicht ohne dich, Mayano und ohne deine Gefährtin Mallada. Mit euch will und mag ich alles tun, was zu des Vaters Wohlgefallen führt.“ Darauf verfallen Mayano und Karmatha in einen edlen Wettstreit, in dem jeder dem anderen alle Rechte einzuräumen sucht, bis Urea dem ein gutes Ende setzt und freundlich sagt:

„Euer gegenseitiger Liebeeifer ist Gott wohl angenehm und — im Herzen ausgetragen — auch gerecht. Nun aber habt ihr eure Liebewaffe gut gestählt und Karmatha soll entscheiden, wer das gebende oder nehmende Vorrecht hat.“ Dieser antwortet auch sogleich:

„Mayano ist hier der Führende. Sieh Urea, im Erkenntnishaus durfte ich der Hausbesitzer sein. Hier ist Mayano der alleinige Grundeigentümer. Aber ich will bei ihm zu Hause sein wie bei meinem Abada Rafael und Agralea. Auch muß ich hier erst alles kennen lernen. Es bleibt daher wohl am besten wie es bisher war und ich bin als Mayanos neuer Bruder sein Hausgenosse nach der Liebe Gottes.“ Uraniel belobt Karmatha, und nachdem er und Urea den Segen der Ersten hinterlassen haben, wandeln sie wieder ihren Schöpfungsordnungsweg. Mallada ruft die Kinderschar zusammen, Karmatha soll zu ihr sprechen. Er tut es gern. Mayano hat ihn auf die Entwicklung der Seelchen wie auf ihr Erdenleben hingewiesen. Nun spricht Karmatha wie folgt zu ihnen:

„Liebe Kindlein, die erste Rückschau zeigte euch, daß ihr des Vaters Kinder seid, wie auch, vorher im Licht gelebt zu haben. Unter manchen Voraussetzungen seid ihr als kleine Lichtbürger zur Erde gegangen, weil euch die kindliche Liebe dazu trieb. Der gute Vater nahm euer Opfer an, obwohl ihr auf Erden wenig wirken konntet. Um so mehr wirkte Gott durch euch. Manche Erden-Eltern kamen durch euren Kindestod zum Glauben, einige sogar zur tieferen Reife, die sonst auf sich hätte warten lassen. Manchen auch mußte ihr abgöttischer Liebling genommen werden, damit aus dem Abgott kein Bösewicht ward, wodurch zweierlei geschah. Die kleine Seele wurde vor solchem bösen Schaden bewahrt, und die Eltern vor der von Gott verlangten Rechenschaft, das Verderben einer Lichtseele herbeigeführt zu haben.

Teilweise denkt ihr noch mit Sehnsucht zurück. Dadurch wird euer Weg zum Vater sehr gehemmt. Ihr solltet warten, bis ihr in Begleitung dafür bestimmte Engel ab und zu zur Erde gehen könnt, um Vater und Mutter zu trösten. Denn das irdische Band zerreißt nicht ohne weiteres mit dem Eingang ins Jenseits. Eurer Trost kann helfen, auch wenn die Erd-Eltern ihn nicht klar verspüren, bis sie selber die Verbindung mit dem Reich im Herzen hergestellt haben.

Ihr habt Mayano schon gefragt, wann der Vater euch zu sich ruft. Ihr tragt auch eine gute Demut und Geduld in euch, deren Nutzen sich erst zeigt, wenn ihr vorwärts und nicht rückwärts schaut. Den Zurückgebliebenen auf Erden ist nur wahre Hilfe hinzutragen, wenn ihr jenen festen Grund habt, der sich nur beim Vater finden läßt. Er jedoch, o höret es, war schon des öfteren bei euch und ihr habt Ihn nicht gesehen noch gehört. Das könnt ihr kaum glauben. Doch wenn wir noch einiges besprochen haben, so werdet ihr es auch erkennen. Die heilige UR-Liebe wartet auf euch in Gottes eigener Stadt! Dort will sie die Arme um euch schließen, euch segnen, reich machen, dort sollt und könnt ihr des Vaters heiligen Herzschlag hören. Darum muß euer ganzes Augenmerk darauf gerichtet sein.“ Ein schon größeres Kind unterbricht Karmatha und ruft:

„Du bist ein Lichtsohn, Karmatha. Doch wie sollen wir zu Gottes Stadt gelangen, wissen wir nicht um den Weg? Wir sehnen uns schon nach dem Vater, das kannst du glauben! Ich weiß ja nicht, ob es Mayanos Aufgabe ist; aber warum leitete er uns nie an?“ Bei dieser leisen Anschuldigung überkommt den Sonnenengel Herzenstraurigkeit. Er und Mallada haben nichts versäumt und er weiß nicht, wie Karmatha sich dazu stellen wird. Doch der Vater zeigt diesem die Engelsherzen und er spricht auch sogleich:

„Mayano, betrübe nicht dein edles Herz, auch nicht du, o liebe Mallada. Der Vater bringt euer Tun herrlich an den Tag! Aber ihr Kinder“, sagt er zu der Gruppe, „solltet reifer sein. Auch ein kleines Herz kann beste Einsicht haben, wenn es sich Mühe gibt und einen Umstand nicht bei anderen, sondern bei sich selber sucht. Ich sagte, der Vater habe schon zu euch gesprochen und ihr habt Ihn nicht erkannt. Ja, äußerlich konntet ihr Ihn noch nicht sehen; aber hier“, Karmatha deutet strahlend auf den Engel, „durch Mayanos Mund sprach Gott zu euch! Der Engel kann euch nicht mit Gewalt vorwärts ziehen, doch den Weg hat er euch vollwahr angezeigt.

Seit Eintritt in das neutrale Sphärenland stehen Engel sichtbar euch zur Seite. Sie betreuen euch, sonst könntet ihr nicht schon in diesem Sonnenhause weilen, während auf der Erde Väter und Mütter noch um euch weinen. Ihr seid auch nicht die ersten Gruppe, die Mayano gut geleitet hat. Denkt ihr denn, er und Mallada haben keine Sehnsucht, den Vater zu sehen und zu hören? O erkennt: Ihr Sehnen geben sie dahin im Dienste an euch Kindlein! Und wie lohnt ihr Größeren besonders diese Liebe? Unreifen Gedankens hängt ihr ihnen irdische Nachlässigkeiten an, die es im Reiche gar nicht gibt.

Du, kleiner Sprecher, warst ein Bursche von 15 Jahren und so haftet dir allerhand Irdisches an. Die Unreife wird dir ja nicht angerechnet, zumal wenn du dein Unrecht gutzumachen suchst. Schaut nur eure Hauseltern an; holdeste Liebe lächelt euch entgegen. Das ist des Vaters Gnade und ihr solltet Ihm recht dankbar sein. Doch auch dem Engelspaar gilt euer Dank. Ließen sie sich ihre Trauer merken, so könnte Gottes Gnade nicht vollkommen wirken; denn Er segnet nicht nur euch, die ihr betrübt, sondern zuerst jene, die betrübt werden.

Im Vorhof bespracht ihr euch, warum sich der Vater nicht persönlich offenbare. Das war euer erster selbständiger Schritt, der Größeres nach sich ziehen wird. Nun, wer von euch sich am befähigsten fühlt, den Vater schon zu schauen, der trete vor.“ Da ist guter Rat teuer. Es möchte keiner sich am befähigsten fühlen; doch den Vater möchten alle sehen. Der Älteste unter ihnen, von anderen vorgedrängt, will nicht allein bevorzugt werden; auch hat er in dieser Hinsicht noch zu große Scheu. Karmatha sagt, die Liebe schließe alle zugleich in ihre Arme ein, doch jenes Kind, das zuerst in Mayanos Haus gelangte, sei das lichtälteste von ihnen und somit das befähigste. Dieses Kind aber ruft plötzlich strahlenden Auges aus:

„Ich weiß, was dem Vater am liebsten ist! Keines unserer Gruppe kann Erster sein. Wir wollen gemeinsam unserm lieben Engel Mayano und der allzeit guten Sonnenmutter Mallada nachwandeln und an ihnen wieder gutmachen, was wir vordem nicht richtig taten, indem wir bitten: Mayano und Mallada, bleibt unsere lieben Himmelseltern, bis wir beim Vater landen können. Außerdem“ — das Kind küßt die beiden Engel, „wird dadurch eure Sehnsucht auch gestillt und ihr seht den guten Vater. So, glaube ich, werden wir recht bald in Gottes eigener Stadt einkehren, werden Ihn sehen, Der unsrer Herzen Liebe ist, werden Seine Stimme hören, nach der sich unsere Seele sehnt.“

Das ist eine gute Bitte. Karmatha bleibt noch eine Zeitlang bei dieser Gruppe. Viel Segenreiches geschieht, bis für die reinen Kinderseelen der Augenblick gekommen ist, wo der Vater mitten unter ihnen steht und sie mit Seiner Liebe wie mit Flügeln deckt.

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