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Joh. Kap. 21 – Barmherzigkeit

Joh. Kap. 21 – Barmherzigkeit

BARMHERZIGKEIT

‚Gottes Barmherzigkeit geht über alle Welt.‘

Sir.18,12

Die letzte große Jesu-Offenbarung an die Jünger fällt mit ihrem Gnadenschein in ihre Herzen. Was Paulus später schreiben darf, ist schon offenbar geworden denen, in deren Herz und Hand der Herr das ‚Werk der Christen‘ legt. In Hebräer 4 Vers 16 steht:

‚Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl,

auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit,

wenn uns Hilfe not sein wird.‘

Vor kurzem noch betrübt und ängstlich, gehn sie jetzt wieder frei umher, sind aber nach Tiberias in ihr heimatliches Galiläa abgewandert. Sie sorgen sich um Frau und Kinder und diese um die Männer; also will man wieder einen Fischzug wagen (V.1-3). Doch so sehr sie sich die ganze Nacht bemühen, geht kein Fisch ins große Netz.

‚Zwecklos‘ sagt einer, ‚der Morgen naht und da gehn die Fische tiefer. Unsre armen Frauen, unsre armen Kinder!‘ Müde und bedrückt rudern sie dem Ufer zu. Und — da steht der Herr! Noch ist es nicht sehr hell, sie erkennen Ihn noch nicht. Er spricht sie freundlich an; Seine Stimme dringt hinüber bis ins Schiff.

‚Kinder, habt ihr nichts zu essen?‘ Kinder — und nicht ‚Brüder‘, wie so gern hervorgehoben wird. Der VATER gibt Sich zu erkennen, wie Sein Hinweis lautet: ‚Ihr alle seid Brüder!‘ Mag einer still gelächelt haben, daß sie als ‚Kinder‘ angesprochen werden; doch die Ehrwürdigkeit des Fragers läßt bloß zu, ein ‚Nein‘ zu sagen (V.5). Ein für sie unverständliches Gebot erfolgt:

‚Werfet das Netz zur Rechten des Schiffes, so werdet ihr finden‘ (V.6). Wie? Warum zur Rechten? Wenn der Morgen tagt, ist nichts zu fangen. Allein — sie tun nach dem Gebot, ‚und konnten‘s nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische‘! Rechts, das heilige Recht, Gottes rechte Hand (OJ.1,16)! Zugleich: was ihr im Recht und richtig tut, das wird allezeit gesegnet sein. Keuchend ziehen sie, und mühevoll gelingt‘s, das schwere Netz zu schleppen, obwohl die Strömung eben günstig ist.

Ist‘s ein Mahnmal, daß sie späterhin viel Mühe haben werden und dennoch an das Ziel gelangen? Gott zeigt die Wege an, auch wenn der Mensch es nicht erkennen will. Es ist ein Wunder, wie der Heiland immer welche tat. ‚Petrus‘, flüstert ihm Johannes zu, ‚es ist der Herr!‘ Ja, Er ist‘s!

Weil die Arbeit mühsam war, hatte Petrus alle Kleider abgeworfen. Schämt er sich vor seinem Schöpfer? Er nimmt sein Hemd, wirft sich ins Meer und schwimmt die letzte Strecke an das Land (V.7,8). Ein Symbol. Petrus hatte seinen Herrn verleugnet; eben das ist seine Scham. Und ist längst vergeben, weil die Reue echt und tief gewesen war — im bitterlichen Weinen.

Als sie an das Ufer kommen, wo ER wartet, wo sie Ihm aus ihrem reichen Fang ein Mahl bereiten wollen, da sehen sie, daß schon ein Feuer glost. Fische liegen auf der Glut und Brot liegt da. Dennoch sagt der Herr: ‚Bringet von den Fischen, die ihr gefangen habt‘ (V.9,10). Leicht ist die Symbolik zu erkennen.

Die Kinder kommen heim ans rechte Ufer, wo sie von GOTT empfangen werden, Der niemals leere Hände hat. Sein Schöpferfeuer weist den Weg, wie dem verirrten Wanderer ein Licht die Richtung zeigt. Wo Licht ist, da ist die Rettung! So erscheint URs Schöpferfeuer allen Kindern. Mit des Geistes Speise (Fisch) werden sie gesättigt, mit den Segensworten (Brot) getröstet, so daß sie bei Ihm leben können — immerdar.

‚Bringt, was ihr gefangen habt!‘ Was ihr auf eurem Weltenweg erwerben konntet, zwar auf MEIN Geheiß und unter dem geheimen Segen Meiner rechten Hand. Ich will es zu dem Meinen legen, was Ich zuerst euch zubereitet habe. — Das ist der Sinn des Fische-Wunders. Ein jeder kann gewißlich sein, daß er immer erst von GOTT empfängt, Tag für Tag und einst im Reich. Dahin gelangt man aber nicht umsonst; denn: ‚was ihr getan habt den Geringsten‘; ‚liebt und helft euch gegenseitig‘; und vieles mehr als Grundbegriff der Gotteslehre. Das ist‘s, was der Herr verlangt: ‚Bringet her!‘

Man kann ja sagen: Weil Jesu das Gebot und auch den Segen zu dem Fischzug gab, da war es leicht, vom Eigenen zu bringen. O nein — so einfach ist das nicht! Das natürliche Begebnis ist der Spiegel für den Glauben. Gar mancher Fischer hätte nur gelacht, wenn ihm jemand solchen Auftrag gab, beim nahen Sonnenaufgang noch die Netze auszuwerfen, wie es damals gang und gäbe war.

Die Jünger stehn noch unter dem Erlebnis der drei Jesu-Jahre, des Abendmahls, Gethsemane, Golgatha, Ostern und der zweimaligen Erscheinung. Nun zum dritten Mal. Was weltnatürlich nicht zu glauben war, das glauben sie. Sie warfen ihre Netze aus.

Und der Christ heute? Er steht ‚unter seiner Welt‘. Gewiß — man glaubt an Gott. Glaubt man heute noch an Seine Wunderhand? Das ist‘s, was die Jünger freudig bringen. Sie wissen, daß der Herr mit Seinen reichen Gaben auf sie wartet. Welch eine Freundlichkeit! Er legt Seiner Kinder ‚Haben‘ gern zu Seinem ‚Schöpferhaben‘, das nur ER besitzt! Ja: ‚Wie hat Er die Leute so lieb‘ (5Mo.33,2), sprach Mose einst in seiner Abschiedsrede an das Volk.

Doch das Haben ist allein der Mühe Preis. So steigt Petrus wieder in das Meer, ins Leben, und hilft den anderen, das Netz ans Land zu ziehen. Nie noch konnten sie so viele Fische fangen; das Netz ist voll und reißt doch nicht. Sie verlieren demnach nichts von Gottes Gaben und von dem, was. sie selbst erringen konnten. Sie bringen ihren Reichtum an das Land — in Gottes Reich zurück.

Darauf folgt der Ruf: ‚Kommt und haltet das Mahl‘ (V.12; OJ.3,20). Noch sind sie über ihren Fang erstaunt. Hundertdreiundfünfzig große Fische! Warum wird das so genau erwähnt? Es ist eine Lichtentsprechung: Hundert, eine Einheit, auch das Einmalige einer Offenbarung. Die drei besagt die dritte Erscheinlichkeit des Herrn nach Ostern, mit der alles in Erinnerung zurückgerufen wird, was Er in den drei Lehramtsjahren den Jüngern offenbart und anbefohlen hat.

Und das Gebot nebst jener echten Gottesliebe, die Liebe zu den Nächsten, liegt wunderbar verschlüsselt in dem ‚Halljahr‘, das jeweils fünfzigste Jahr, wie Gott es Mose anbefahl — nicht für ihn, nicht bloß für Israel, sonst stünden nicht in Mose schon die beiden Grundgebote Gottes (5.Mo.6,5 u.3.19,18). Gott zeigt in dieser Zahl: Sich Selbst, Seine Offenbarung, und wie man seinen Nächsten lieben soll.

Auf Sein wunderbares ‚Kommt‘ (OJ.22,17) fragt keiner: Wer bist Du denn (V.12)? Er kam hinter ihre zugemachten Türen; nun ist Er hier! Da bedarf es keiner Frage. Sie haben Ihn erkannt und nehmen, was Er gibt: Erst Brot und Wein, das Heilige von Ihm Selbst, und nun Brot und Fisch: das Seine und das Ihrige (V.13). Johannes bestätigt hier das dritte Kommen ihres Herrn (V.14).

Was sich zwischen Ihm und Petrus abzuspielen scheint, ist eines Seiner denkwürdigsten Beispiele. Es ist nicht so, daß der Herr bloß deshalb Petrus fragt, weil er Ihn verleugnet hatte; Er fragt auch nicht allein die Jünger. Er fragt jeden Menschen, dich und mich: ‚Hast du Mich lieb? Simon Jona, hast du Mich lieb‘ (V.15)?

Jona ist ein Hinweis auf den Altbundpropheten, der trotz manchem Fehlschlag immer wieder Gottes Wort verkündete, einmal aber müde ward, weil die Barmherzigkeit des Schöpfer-Vaters größer war als alles Recht von Zorn und Abrechnung (Jona 4,11). Auch Petrus hat‘s nicht ganz verstanden, darum muß er hier als Beispiel dienen.

‚Ja, Herr, Du weißt, daß ich Dich liebhabe‘; also: ‚Weide Meine Lämmer‘ (V.15). Beim zweiten Dialog heißt es: ‚Weide Meine Schafe‘ (V.16). Ist das nicht einerlei? Nein, die Lämmer sind die Jungen, dem gleich: ‚Lasset die Kindlein zu Mir kommen‘ (Matt.19,14); die Schafe sind die alten Tiere, die selber ihre Weide und den Hirten kennen. Auch die soll hüten, wer den Auftrag hat.

Aus der dritten Offenbarung fragt der Herr zum dritten Mal: ‚Simon Jona, hast du Mich lieb?‘ Da wird jener traurig. Der Hahnenschrei drückt immer noch. Allein — der Heiland muß es wissen; also faßt er sich ein Herz: ‚Herr, Du weißt alle Dinge, Du weißt auch, daß ich Dich lieb habe‘ (V.17). Und abermals der freundliche Befehl: ‚Weide Meine Schafe!‘

Nächst der dreimaligen Offenbarung bis zu diesem Wendepunkt der Jünger, der Frage und dem Befehl, dreimal ausgesprochen, hat es mit den Lämmern und den Schafen noch eine andere Bewandtnis. Wie bereits angedeutet, beziehen sich die ‚Lämmer‘ auf die Kinder, die Unmündigen und solche, die vom Schöpfer-Vater wirklich noch nichts hörten und in dieser Hinsicht ohne Sünde sind, zumal, wenn sie ein gutes Lebensherz besitzen, also Gutes tun.

Nimmt man das wundersame Gleichnis vom getreuen Hirten (Kap.10) hinzu, so merkt man es, daß das erste ‚Weide Meine Schafe‘ jenen nach Vers 12-15 und 18 gilt, die ‚zweiten Schafe‘ jenen nach Vers 16: die treuen Kinder und die Hingestürzten. So herrlich ist das Hirtengleichnis auf Kapitel 21 zu beziehen, auf Gottes Kindervolk. Noch schließt der Heiland einen ernsten Hinweis an, der jedoch so wenig der Barmherzigkeit entbehrt, wie das Hirtengleichnis, wie das ‚Weide Meine Lämmer‘ und die beiden Teile von der Herde, die hellen und die dunklen Schafe. Er sagt zu Petrus:

‚Wahrlich, wahrlich Ich sage dir: Da du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst‘ (V.18). Im zweimaligen ‚Wahrlich‘ ist ein tiefer Sinn verborgen. Zuerst betrifft es eines Lichtkindgeistes Beihilfstraße; es ist bereit, nach der heiligen Barmherzigkeit zu handeln. Hat es nun zum Teil sein Soll erfüllt, wird es zu höherer Erkenntnis und zu noch schwereren Erfüllungen geführt.

Noch liegt im ersten ‚Wahrlich‘: Du wirst deine Hände nach Mir strecken und ICH führe dich, ICH gürte dich, damit du nicht mehr fällst. Das zweite ‚Wahrlich‘ gilt der Welt: ihre Macht wird dich fesseln und ins Kerker führen, wohin du nicht willst. Doch damit ist das Zeugnis aus dem ersten ‚Wahrlich‘ mit enthüllt.

Das Zeugnis ist zugleich Bestätigung, daß fast alle Jünger, viele Nachfolgende, gefangen und getötet werden (V.19). Allein — damit ist verbunden: ‚Folge Mir nach!‘ Erstlinig gilt‘s der Gotteslehre und dem Wort: ‚Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen‘ (Matt.5,7). Geduld und Liebe, Golgatha, und ‚Es ist vollbracht!‘, sind die Krone des Erlösungswerkes, ist die Vater-Eigenschaft BARMHERZIGKEIT!

Im ‚Folge Mir nach‘ sagt das zweite Wahrlich: ‚Wie ICH Mich hingegeben habe bis zum Kreuz, so folgt Mir nach und scheut euch nicht, die Lasten der Materie zu tragen; ob bis in oder nur bis an den Tod (OJ.2,10), überlasset Mir allein!‘ Das gilt Gottes ganzem Kindervolk; hier muß es Petrus für die Welt vertreten. Darum wendet er sich um. Aber alle forschen still: wer ist gemeint?

Johannes, von dem man sagt, der ‚Heiland hat ihn lieb‘, da sieht es aus, als sei er von der schweren Zukunft nicht betroffen. Wohl hat der Herr den Jüngsten lieb, aber nicht bevorzugt. Johannes hat sich ganz besonders an den Heiland angeschlossen, vielleicht — weil er der Jüngste war.

Es hat jedoch den einen Grund, der aus dem Licht herüberstrahlt: Jedes Lichtkind nimmt ja eine andere Aufgabe an, um mitzuhelfen, daß die Armen allesamt zurück, nach Hause kommen können. Johannes ist ersehen, der Welt ihr ‚Mene tekel‘ zu verkünden, was für sein warmes Herzgefühl nicht weniger belastend war, als der Blut-Zeugen körperlicher Tod, ihr Leiden. Gott hat beides ausgeglichen.

Noch Wissen sie es nicht; doch ‚gegürtet‘ war Johannes auch. Er wurde bis ans Lebensende auf der Insel Patmos festgehalten. Beim Abendmahl fragt er aus Mitleid: ‚Herr, wer ist‘s, der Dich verrät‘ (13,25)? Kein anderer hat für den Verräter das barmherzige Bedenken aufgebracht; denn wie furchtbar jene bittere Erkenntnis: ‚ich habe einen Unschuldigen verraten‘ (Matt.27,4). —

Der Hinweis auf die Zukunft ist sehr schwer. Verständlich, wenn Petrus für sie alle fragt: ‚Herr, was soll aber dieser‘ (V.21)? Er ist uns lieb, er hat aus seiner Liebe eine Ähnlichkeit mit Dir. Nun sagst du etwas, was wir nicht verstehen können. Weshalb sollen wir denn leiden und er nicht?

Die Antwort klingt fast hart: ‚So Ich will, daß er bleibe, bis Ich komme, was geht es dich an? Folge du Mir nach‘ (V.21)! Dennoch ist‘s Barmherzigkeit. ‚So Ich will!‘ Der hehre Wille offenbart sich deutlich, wie nicht oft gezeigt. Das betrifft die Sonderarbeit des Johannes und kein Höherstellen über alle, die dem Heiland treulich folgten. Es zeigt nur an, was er auszuführen hat.

‚Daß er bleibe, bis Ich komme‘, ist ein heiliges Fragment; denn Johannes ist gestorben, während nach der Ansicht vieler Christen Gottes Wiederkunft noch nicht geschehen ist. Demnach hätte es sich nicht erfüllt. Nicht Johannes sollte solang auf der Erde bleiben, sondern das durch ihn Offenbarte: ‚Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort‘ (Joh.1,1).

Wie wenig wird das WORT erkannt, ‚durch das alles gemacht ist, in welchem das Leben und das Licht der Menschen ist und als Licht in die Finsternis (Welt) kam, aber die Finsternis hat‘s nicht begriffen‘ (Joh.1,1-5). Nicht allein die materiell Gesinnten ach — viele Christen kommen nicht dazu, dieses WORT, das LEBEN, das LICHT in Christus zu erkennen, in dem — es sei wiederholt — ‚die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnte‘ (Kol.2,9).

Ebenso will man‘ es nicht begreifen, daß nebst den Offenbarungen der Bibel es noch weitergeht, herrlich nach dem Evangelium-Schluß: ‚Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie aber sollten eins nach dem anderen geschrieben werden, achte ich, die Welt würde die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären (V.25). Und gerade davon ‚zeugt der Jünger, der dies — nämlich das vierte Evangelium in der Bibel — geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist‘ (V.24).

Der vorletzte Vers, zuletzt genannt, lehnt sich an die Offenbarung des Johannes an, Kapitel 1: ‚Der Knecht, zu dem der Herr den Engel sendet, um die Offenbarung zu verkünden‘, und: ‚der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesu Christo, was er gesehen hat!‘ O wie wunderbar: in beiden großen Verkündigungen steht das ‚WORT GOTTES‘ am Anfang, darauf Johannes als Evangelist und als Prophet sich stützt. Ist‘s nicht jenes Wort, das da,

‚wo die größte Barmherzigkeit ist,

die größte Wahrheit herrscht?‘

Zu Jesu Zeit war es allgemein nicht möglich, aufzuschreiben, was ‚Johannes gesehen hat‘. Sollte deshalb all das Herrliche für alle Zeit begraben sein? Hat der Herr umsonst ‚so viel gepredigt und getan‘, daß darüber keine Kunde käme? zu keiner Zeit?! Gottes Wort, von der Ordnung angefangen, die aus Seinem Schöpfer-Willen stieg, bis hin zur ‚alle Werke‘ krönenden Barmherzigkeit, ist ein ewiges Evangelium (OJ.14,6). Unabänderlich bleibt es in Raum und Zeit Seiner heiligen UR-Ewigkeit bestehen!

Wann es zu Seiner Zeit wieder neu gegeben wird, damit es — wie im Himmel — auf allen Weltstationen aufzunehmen ist, das ist Gottes Sache ganz allein. Er hat es wieder offenbart, durch Seine guten Knechte, durch Seine braven Mägde! Wer sich dagegen sträubt, der sträubt sich gegen das, was Gott als Heiland auf der Welt getan, gelehrt und wundersam gegeben hat.

‚Wer Augen hat zu sehen, der sehe;

wer Ohren hat zu hören, der höre,

was der Geist den Gemeinden sagt.‘

OJ .K. 2,17

Und es steht geschrieben:

‚Wenn DU mein Herz tröstest,

so laufe ich den Weg Deiner Gebote !‘

Ps. 119, 32

Mit nachstehender Mahnung soll niemand betroffen sein; bloß gibt es in der heutigen Christenheit viele Abwege, absolut nicht ungut gemeint, im Gegenteil will man mit ‚Ansichten‘ GOTT hervorheben, sich jedoch möglichst neben Gott hinstellen. Es ist die Sehnsucht, mit Gott eng verbunden zu sein; man vergißt dabei, daß der Mensch nicht göttlich ist.

Will man jedoch am nächsten Gott stehen, wobei die Gemeinden usw. stets von sich selbst behaupten, daß sie diejenigen sind, die allein das Privileg haben, selig zu werden (s.Z.J.), andere, welche Gott vertreten wollen, sei es als Stellvertreter (hier ausdrücklich nicht m.E. der Papst gemeint), sei es als Partner Gottes, so ist es ernstlich an der Zeit, diese Freunde darauf aufmerksam zu machen, daß jeder, der sich in einem hohen oder höchsten Vorrang wähnt, in einen eigenen seelischen Hochmut verfallen ist.

Man wird das niemals zugeben. Würde man sich aber überlegen, wenn man sich selbst in einen Vorrang begibt, den oder alle anderen in den Hintergrund drängt, daß solche Ansicht und Vertretung derselben kaum im Sinne Gottes ist. Alle Seine Heilslehren besagen das Gegenteil. Der Herr lehrt Demut und keinen Hochmut; wo letzterer hinführen kann und auch hinführt, unweigerlich im Jenseits, soll nachstehendes ‚Bild‘ einmal erläutern. Möge es allen Lichtfreunden zum Segen werden.

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