Kapitel 7
Weitere Belehrung an Samuel; widerliche Szenen; ein Weltenkönig wird verlangt.
Jahre gehn dahin in Streit und Widerstreit. Samuel, allgemein in Rama residierend, hat viel zu tun. Er muß predigen und richten, und um die Bundeslade gibt’s des öfteren Kampf. Die Philister sind für lange Zeit geschlagen; nicht so, wie manche ,Schreiber’ später es berichten: der HERR hätte es getan.
Samuel ist traurig, er klagt Gott die Not. Da erscheint der Herr. „Sei nicht betrübt, Mein Knecht.“ Gottes Hand liegt auf dem tief gebeugten Haupt. „Soll es dich schon nicht bekümmern, weit weniger also Mich. Die Weltlinge tun nach ihrem kurzen Sinn, Meine Hand ist aber länger als ihr ganzes armes Denken.
Sieh, mancher will das Gute, obgleich es nicht die Wahrheit ist: Mein Wille führe alles, Meine Allmacht wäre stets im Regiment. An sich stimmt’s, es betrifft bloß nicht Mein heilsgewohntes Walten. Doch so kurz die Tage eines Jahres dieser Erde sind, genau so kurz vergehend ist, was Menschen tun und sinnen. Bei Mir herrscht statt der Strafen die Erziehung, Meine väterliche Zucht. Für manche ist es gut, glauben sie an ,Gottes Strafe’; so beugt sich wenigstens ein widerliches Herz.
Du hast Meinen Willen kundgetan, gerufen und hast aufgezeigt, wie Meine Führung trotz des Ungemaches immer gnädig sei, nur nicht allein mit Israel. Ich segne alle Menschen – ausnahmslos; denn alle habe ICH erschaffen. Wie sollte Ich sie nicht bedenken? Meine Worte hast du treu befolgt, den Guten aufgehoben, den Bösen einen festen Zügel angelegt und auf Meine allmachtsvolle Güte hingewiesen, auf Geduld, Liebe und Barmherzigkeit.
Nun ist’s soweit, wo man das Weltliche begehrt, den König, der sie nicht so sanft regieren wird, wie allzeit Meine LIEBE tut. Gehe nicht dagegen an, bedeute aber, welch schlechten Tausch sie sich ersehen. Die Freunde werden dich bestürmen, du solltest wenden, was bald und späterhin zum großen Übel führt.
Bringe ihnen Meine Worte, die du jetzt erhalten hast. Hebe dein gebeugtes Haupt zu Mir empor, Samuel, denn du bist frei vor Meinem Angesicht. Du tust, wie Josua getan, der mit seinem Hause Mir, dem Höchsten, diente (Jos.24,15). Begib dich auf den nahen Hügel, da entscheidet sich, was Israel von Mir entferne – in Silo auch.“
„Herr, Du erlaubtest, Dich mit ,Vater’ anzureden, also sage ich: Vater, viel Gnade wirfst Du über mich; es ist wie ein Meer, das man auch nicht übersehen kann. An der Küste dachte ich: Unendlich, für Menschen ohne Anfang, ohne Ende, wirkt die Güte des Allmächtigen. Nimm nun bitte meinen Dank für Deine Liebe an, vor allem für die Gnadenschau. Dürfte Dich einmal das ganze Volk so sehen, könnte es dann nicht, zur vollen Umkehr kommen?“
„Gut gemeint, Samuel. Aus der Reinheit deines Herzens kommend, liegt es vor Mir wie ein goldenes Pfand. Als man die Bundeslade aus des Feindes Hand zurück nach Silo holte, sahen alle, die versammelt waren, Meines Lichtes Lohe, was für sie besser war, als hätten sie Mein Angesicht gesehen. Sollte Ich nicht vorher wissen, der Ich jede Seele prüfe, ob die ,Schau’ der armen Herde Segen bringt? Du verneinst es selbst; bloß deine große Liebe, die zu Mir dem Volk mit gilt, in das ICH dich, setzte, hebt die Hände im Erflehen, was nach deiner Meinung heilsam sei.
Was ist heilsam, Samuel?„Heilig, doch mit großer Freundlichkeit gefragt. Der Prophet schmiegt sich zum erstenmal an den Herrn. Er ergreift des Lichtgewandes Saum und erstaunt, weil er ihn wie seine eigene Kleidung fühlt. Oft hatte er bei einer Schau, gedacht: würde ich es wagen, den Heiligen zu Berühren, dann greife ich ins Nichts; denn GOTT ist GEIST! Und nun -
„Herr, heilsam ist allein Dein wundersamer Wille, was Du denkst, sprichst und tust! Ich hab’ mich schlecht bedacht, vergib, ich bin noch ein Sünder.“ „Sehr sündig bist du nicht. Kein Mensch, der über diese Erde geht, ist ohne Sünde. Die Welt kann leicht des Kindes Sinn gefangen nehmen. Soll Ich dazu Lasten bürden, die Ich schon voraus gestrichen habe? , – um der Löse willen, von der du noch nicht alles weißt? Nach deiner Heimkehr wird dir volle Klarheit werden, und das genügt zu deiner Seligkeit.
Du hast die Antwort aber recht gewußt, und so sei gesegnet. Auch das nächste Werk soll dir gelingen.“ Samuel hält sich am Vater fest und merkt wieder nicht, wie Er gegangen ist. Beseligt, der Zukunft wegen auch bedrückt, erhebt er sich und strebt dem nahen Hügel zu, wie der Herr befohlen hatte. Oben angekommen, wartet er fast eine volle Stunde. Es rührt sich nichts. Hat er den Herrn nicht recht verstanden? Soll er – Ach nein, er denkt an die Geduld, die Gott mit ihm hatte.
Trotz des Stieges treibt ein Reiter sein Pferd hurtig an. „O, das Tier zu quälen!“ Samuel zankt. Bald sieht er, daß es Chaha ist. Rasch geht er ihm entgegen, führt das Tier, dessen Flanken zittern, unter einen Baum. Dem Fürsten, der genauso zittert, hilft er aus dem Sattel. Chaha schnauft, setzt sich gleichfalls in den Schatten und zieht Samuel neben sich ins Gras.
„Setze dich, sonst fällst du um.“ „Ah, nicht umfallen, dafür hat der Herr gesorgt. Aber sprich.“ „Mir folgen Älteste nach, die auf des Volkes Seite sind, wenigstens bis jetzt. Von denen geht es aber auch mit aus: man will einen König haben. Dabei wird betont: ,Wir sind bescheiden, wir wollen einen und nicht mehrere, wie es solche in den Heidenstädten gibt.’ “
Samuel ist die Ruhe selbst, während Chaha seufzt: „Ist’s nicht gräßlich, wenn Israel …“ „Halt’ ein“, mahnt Samuel. „Ich weiß, was man fordert. Gott hat es mir gesagt.“ „Wann?“ „Vor einer Stunde in meinem Haus.“ „Oh! Er kam bisher stets zu den von Ihm geweihten Stätten, und wo Seine Lade steht.“
„Freund, Gott ist der Überall! Er kann kommen, wie, wann und wo Er will.“ „Natürlich, ich dachte bloß. . .“ Samuel berichtet Wort für Wort, was der Herr gesprochen hatte. Chaha seufzt aufs neue. „Was wird aus unserm Volk?“ „Das sei dem Höchsten überlassen. Läßt es sich nicht lenken, dann fällt es in die Grube der Vergänglichkeit, wie einmal noch die ganze Welt.
Wir wollen jetzt das Unsere tun, wie Gott in Auftrag gab. Komme mit ins Haus hinab, da wird man das Volksbegehren unterbreiten. Wir haben etwas Zeit, uns zu besprechen.“ Sie gehen in die Stadt hinab, das Pferd am Zügel. Im Sonderraum lassen sie sich nieder, mit einem Becher Wein. „Ich denk’ zurück an meine Fragen“, fängt Chaha an (S.27,5), „zumal die dritte ist für mich noch immer nicht gelöst, wenigstens nicht geistig ganz.
Bisher galt alles unserm Volk: Gottes Wort und Führung. Da müßte Israel vor allen Völkern – hm – geheiligt sein. Ich meine nicht, es wäre heilig. Das ist Gott allein! Doch der Abglanz, sagen wir – die Wahrhaftigkeit des Lebens, müßte Jakobs Volk besonders prägen. Dem Ablauf der Geschichte nach bleibt arg wenig vom geringsten Abglanz übrig. Und – wo es einen König haben will? Da stehen wir am fernsten von den Schöpfers Führung, davon im besonderen, daß sozusagen jede Ofenbarung uns allein gegolten hat.“
„Erinnere dich, Chaha, was ich dir erwiderte und hast es ,Gottes Wort’ genannt (S.32,3). Soll das gelten?“ „Immer!“ sagt der Fürst. „Zwar wäre Israel ein Vorbild, wenn … Setzt man nun das Weltliche über „Gott?“ ,Jawohl! Der Schöpfer stellte für uns – materiell dies und jenes in den Vordergrund; allein – die Offenbarung gilt im Himmel und im ganzen Weltenrund. Nur kommt es darauf an, wie sich der Mensch, ein ganzes Volk, Gott unterstellt oder neben Ihm, dem Einen, ihren Rücken zeigt.“
„Was wird es für ein König sein? Und wie stehe ich als Fürst dem Volke gegenüber?“ „Solang du lebst, bleibst du das, zu dem der Herr dich ausersehen hat. Der König wird sich ohnehin auf seine Ersten stützen müssen, sonst kommt er nicht ins Regiment. Später, lieber Chaha, da wird viel Bangnis sein, und ein anderer (David) wird dem ersten König erst mal helfen müssen.“
„Wie wird er sich gebärden? Wie sieht er aus?“ „Warte ab. In der vergangenen Nacht wurde mir ein Bild gezeigt, wie es sich ergibt. Er wird – zunächst für eine kleine Zeit – recht günstig wirken. Was weiterhin geschieht, zeigt uns der Heilige noch an. Höre“, Samuel steht hastig auf, „vor der Türe gibt’s Tumult, wahrscheinlich läßt mein Diener niemand ein.“
Dreißig Älteste bedrohen Samuels Diener. Erst des Sehers „Halt“ befreit den Mann aus seiner Not. Er flüchtet aber nicht, sondern stellt sich mutig neben Samuel und Chaha hin. ,Die werden ja noch was erleben’, denkt er, ,der Prophet wird es ihnen zeigen.’ Einer von den Ältesten zankt garstig:
„Was hast du da für einen Lümmel, der nicht weiß, was er Ältesten schuldig ist?“ „Euch schuldig?“ fragt Samuel. Ihr seid wie eine Horde vorgedrungen. Was soll der Höchste von euch denken? Seid ihr Verantwortliche, dann geziemte sich, recht und gut zu handeln. Das mangelt bei euch sehr, nicht nur eben jetzt. Kommt herein. Tumulte dulde ich nicht auf der Gasse!“
„Ha, dein Prophetentum vergeht, wenn wir …“ „… was? Tretet ein oder geht des Wegs zurück, den ihr ohne Recht gegangen seid.“ Man drückt sich durch die Tür, mit Haß im Herzen und – mit Triumph. Sie ahnen nicht, daß Gott den Seher unterrichtet hat. Er tut, als ob er gar nichts wüßte, sie sollen erst ihr Gift verspritzen, dann ist’s Zeit, vom Wort des Herrn zu reden. Nicht vom Wunderbaren, bloß das Weltliche soll zur Sprache kommen.
Samuel fordert sie heraus. „Was bringt ihr vor?“ „Viel“, höhnt Khemal, der Älteste von Juda, „zumal des Volkes Willen, dem nicht zu widerstehen ist, mit und ohne …“ „Gott?“ Chaha geht fast hoch. „Dein Fürstentum ist abgeschafft, daß du es bloß weißt! Für uns bleibt für das Geistige der Herr bestehen; für die Welt, was wir wollen.“ „Hast du ,Geist’ gesagt?“ Samuels Augen ladern. An dieser Stelle sprach der Herr mit ihm, er mag das Garstige in diesem Raum nicht hören. Weit öffnet er die Tür.
„Kommt, für eure Niedertracht ist mein reines Haus zu gut!“ Ohne abzuwarten, wendet er sich um, Chaha im Gefolge. Er führt die Männer auf den Hügel. Der Diener holt ein paar treue Nachbarn, man kann nie ahnen … Wer weiß, was die Argen alles fertig bringen. Samuel merkt es gleich, läßt aber die guten Leute hinter sich, so sehen dann die Ältesten, daß eben nicht ganz Israel des Willens ist, sich einen König zu erküren.
Samuel verharrt jetzt schweigend, was allesamt verwirrt. Khemal wütet: „Du hast uns hier aus deinem Haus gewiesen, also werden wir dich von uns weisen.“ „Wenn ihr wollt?“ klingt es gelassen. „Über dies, ich hatte euch nur aufgefordert, mir zu folgen. Das habt ihr getan, ohne Zwang.“ Khemal beißt auf seinen Bart herum. Dumm, daß man nachgegangen war. Zugeben? Nie!
„Wie du es herauszustreichen suchst, ist uns egal, aber was das Volk begehrt …“ „Oder ihr! Mir wurde zugetragen“, Samuel sagt mit Absicht nicht ,enthüllt’, „ihr habt eure Wünsche durchgedrückt.“ „Wer hat dir das verraten?“ „Verraten nicht, Khemal, es wurde mir gesagt. Die Unterscheidung ist dir unbekannt, weil du IHN nicht kennst.“ Wild zeigen einige auf Chaha.
„Der Fürst ist’s nicht gewesen, obwohl er euren Umtrieb kennt. Ihr erfahrt es noch, wer mir diese Kunde brachte und -genau! Was ihr im Schilde führt, ist abzuwarten. Fangt nun endlich an, ich will mich gern mit euch beraten. Später“, wendet ihr euch um, denkt der Seher.
Ochnya von Benjamin, der mit Khemal ganz besonders einig geht, sagt gehässig: „Von der Beratung bist du ausgeschlossen.“ „Und seid zu mir gekommen? Merke auf, Ochnya: dafür seid ihr von der heiligen Beratung Gottes ausgeschlossen. Abgewehrt“, tönt es streng, als mehrere mit Fäusten fuchteln, „glaubt es oder nicht: GOTT hat es gesagt, daß Er euren Rat nicht dulden wird, gleichgültig, was eure Wünsche mit sich bringen würden.“
„Weh“, seufzt Chaha.,vor sich hin, und die Treuen, die sich nahe stellten, seufzen mit. Einer flüstert: „In deren Haut mag ich nicht stecken.“ Rashi von Sebulon hebt eine Hand. „Deine Angstmacherei zieht bei uns nicht! Khemal“, fordert er heraus, „du bist unser Oberster, fackele nicht länger, wir wollen dann nach Silo. Jemand wird die Hütte öffnen, dort ist ja schon das Volk zuhauf, und dort geschieht, was wir begehren.“
„So so.“ Wer den Seher kennt, der merkt, was die Glocke schlägt. „In Silo wird euch GOTT befragen!“ „Rasch abgetan; wir und das Volk wollen einen König. Keinen solchen, hab’ nur keine Angst, wie die Heiden haben“, höhnt Khemal, „er soll gläubig sein, soll aber – für uns das Wichtigste – alle Feinde schlagen, damit Israel vor allen Völkern auf der höchsten Spitze steht.“
„Da kann es leicht herunterfallen. Und alle Feinde? Gelingt euch das, mit wem wollt ihr dann Handel treiben? Wen übervorteilen, was Khemal bestens kann?“ „Wer runterfällt, wird man ja sehen. Du mußt den König salben, wie es Gott haben will.“ „Auf einmal gilt bei dir der Wille Gottes? Wer ist der König?“ Betretenes um-sich-blicken. Wer hat daran gedacht? Einige Älteste, besonders Khemal, hielten sich für auserwählt.
Chaha kann ein Lachen nicht verbeißen. „Ihr wollt einen König und wißt nicht, wer es ist?“ „Samuels Sache“, erwidert Rashi dumm, „zu was ist er ein Prophet?“ „Ich denke, ich wäre bei euch abgeschafft? Alsdann sehet zu, wie ihr zu euerm Ziele kommt.“ Lamuor von Gad, der einzige, der bloß mitgegangen ist, um den Sitz im Rat der Ältesten zu behalten, sucht zu besänftigen.
„So ist’s nicht gemeint, Samuel; du bleibst Gottes Seher. Ich bin auch für einen König, Gott aber bleibt der Höchste.“ „Fällst du von uns ab?“ zürnt Ochnya. „Nein, nur hat es keinen Sinn, wenn Männer nicht wie Männer handeln.“ „Einer wenigstens“, lobt Chaha, „der es weiß, was oben und was unten ist. Bin begierig, wer der König ist, ob er Israel nach GOTTES Art regiert.“
„Das muß sich weisen“, reizt Khemal weiter, „Samuel muß den Namen nennen; denn -„ Er gibt nicht zu, daß man des Sehers Hilfe braucht. „Ich kenne keinen Namen und warte, bis ich über einem Haupt die Flamme sehe. Solang müßt ihr euch gedulden. Ich bin auch in Silo.“ Grußlos geht Samuel ins Haus hinab, gefolgt von Chaha, der treuen Schar aus Rama und von seinem Diener. Die Ältesten spüren, man müßte sich an Gottes Seher halten – noch uneingestanden. Später – -
Sie gehen alle mit hinein; man möchte so viel fragen, es ist’ sehr arg gewesen, was man auf dem Hügel hörte. Stumm betrachtet man den Seher. Chaha schlürft langsam einen Becher Wein, während Samuel bedenkt, was der Herr zuvor mit ihm geredet hatte. Er sieht seine Freunde an und spricht:
„Wenn wir – vielleicht – allein und eine kurze Zeit nach uns den offenbaren Segen haben, so bleibt’s gewiß: Gottes Segen hört nicht auf, wie nicht Sein treues Walten, Seine eigene UR-Ewigkeit. Was später wird, müssen wir der Zukunft überlassen. Nicht der ,Zeit’, nein -‚ den Künftigen, sich dem Höchsten zu vertrauen, oder in den Abgrund der Materie zu sinken.“
Sagt der Nachbar Patael, ein aufrechter Mann, der dem Seher voll gewogen ist: „Ich geb’ dir recht, wir können ja die Zukunft nicht bemeistern. Das bleibt dem Heiligen überlassen. Aber so: Wenn das Volksbegehren sich erfüllt, dann dürften keine zwei Jahrhunderte vergehen und ich mag nicht wissen, wo sich Israel befindet. Könnte nicht ein wenig vorzusorgen sein, daß eben nicht …“
„Wenn es möglich wäre.“ Samuel sieht die Runde herzlich an. Wohl nistet in ihm ebenfalls die Sorge, neben festem Glauben, der seinem Geist entströmt. „Deine Rechnung stimmt, Patael, mindestens für einen Teil des Volks (722 v. Chr. Untergang der 10 Stämme). Würde ich jetzt keinen König salben ‚O- es käme zum Tumult, und man würde noch vor meinen Tod über meinen, richtiger ,über Gottes Kopf hinweg’ ohne Salbung einen König wählen. Nichts würde dadurch besser, der Weg zum Abgrund bliebe offen.
Meinet ihr, daß so die Salbung doch nichts hilft und warum der Herr dieselbe anbefohlen hat, wenn daraus das Kommende ungesegnet bleibt? Nun, weil die Heiden ihre Könige von ihren Priestern weihen lassen, deshalb will Israel ein gleiches Zeichen haben. Öl war von altersher das sogenannte Himmelszeichen, außerdem als Nahrung für die Menschen äußerst wichtig.
Uns ist unbekannt, wie GOTT es münzt. Etwa ist es für uns Sein Symbol, daß dem, wer ihm zuwidersteht, der ,Segen aus dem Mahnmal’ weggenommen wird. Zurück bleibt der äußerliche Schein, der wie, alle Welt vergeht. Mit äußerlichen Zeichen fällt man in das äußerliche Grab. Hier nicht gemeint, wo hinein man einen toten Körper legt. Es sind die Abgötterei, die Sinneslust und die Zuwiderhandlung gegen Gottes heiliges Gesetz.“
Samuds Gesicht verändert sich, wie in einen Glanz und in einer tiefen Trauer. „Weil man schon am Sinai Gottes Zehn Gebote nicht beachtete, kaum ein Zehntel Israels dem Herrn die Treue hielt -, so wird die Menschheit bis zu ihrem Ende gleichfalls handeln. Deshalb werden die zehn Stämme untergehn, nach Pataels Berechnung. Wie die Zwei Gebote (5.M0.6,5; 10,12; 3.19,18) auch zu keinem Gnadenrechte kamen: die Liebe zu Gott und zum Nächsten, so verwehen die zwei letzten Stämme bis auf einen Rest.
Ob dieser sich einst sammeln kann, sei nicht gefragt; aber wenn, dann zeigt es sich, ob er aus der eigenen Geschichte geistig lernte, oder ob das Weltliche die Oberhand behält. Keine Sorge“, mindert Samuel, „überall herrscht Gottes hehrer Wille! Wie in jedem Volk, so wird auch in Israel das Licht zu Hause sein. Gott wird immerdar das Feuerlicht entfachen, aus welchem jede Seele ihre Heimkehr hat. Sein Feuer wärmt, Sein Licht erleuchtet jeden Pfad. Laßt auch uns dem Höchsten immerdar vertrauen.“
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