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Kap. 5 Herrlicher Abend bei Debora; fremde Freunde; 2 große Lichter kehren ein

Kapitel 5

Die Abendsonne wäscht das Land mit Gold und Purpur. Auf dem Hügel herrscht ein Friede, der nichts Weltliches erlaubt. Man ist beseelt vom Heilig-Hohen, wie Debora Gott den Namen gab. Oder brachte ihn ihr Geist hervor, in den er einst im Jubelglanz der Infinitumsphäre eingeflossen war? Das gibt Matthanja auf Befragen preis. Man sieht sie an, deren holde Fraulichkeit immer neu erfreut, neu frappiert. Sie entgegnet:

„Deine Ansicht mag so stimmen. Was der Mensch aus seines Herzens Tiefe hebt, ist Eigentum des Geistes, den Gott als reinen Funken den Geschöpfen gab. Da das Leben, die Kindgeschöpfe, zeitewigen Bestand besitzen, kann des Geistes Wurzel aus der reinen Quelle saugen, von der er ausgegangen ist, daher aus ihr manche Wahrheit bringend, die trotz Materie, ihn als Leib umhüllend, zur Bewußtseinsoberfläche treibt.

Die innere Verbindung, nur von GOTT gestaltet, kommt hinzu, deren Hauptteil in des HOHEN Herzen bleibt. Ach“, sie breitet ihre Hände aus, „leicht hat die Schöpfung, deren Ausmaß wir nicht kennen, in Ihm Raum. In uns, Freunde, lebt der Widerschein des Angesichtes Gottes, der Personalität, soweit Er Sich dem Werk zur gnadenvollen Ansicht gibt.

O der Herrliche in Seiner Herrlichkeit! Ahnt man, wann und wie Er kommt? Sendet Er uns einen Strahl, ist es nicht die Fülle, die uns zu Tropfen Seines Meeres macht? Sind wir da nicht in IHM? Haben wir Ihn dabei nicht gesehen? Aus Seiner Quelle kam ein Tropfen um den anderen; und alle formte Er zu Seinem Werk.

Macht Er aus ihnen Sonnen, Kinder, Tiere oder Pflanzen, – ist da eines besser als das andere? Der Ewige kann nicht wenig tun, Er schafft immerdar ein Viel! Was Er tut, ist groß, auch wenn wir es nicht sehen; und das ist klein, wenn — wie oft geschieht — sich jemand auf der Welt verirrt, sich groß und herrlich dünkt als des Schöpfers einzig wahres Meisterwerk!

Wer sagt uns, daß ein zartes Röslein keine meisterliche Schaffung sei? So ist alles, was wir aus uns heben können, ein Werk aus Gottes Hand. Der Geist im Menschen spiegelt sich als Tropfen in dem Quell. Spiegelt, meine Freunde! Allein, schon das ist eine Herrlichkeit, die ein Mensch kaum fassen kann.

Diese Weisheit führt zurück zum ersten Himmelsstand. Das Dienen macht uns reifer; oder das: Die Spiegelung des Lichts aus Gottes Urmachtquelle wird zum persönlichen Bestand der Seele, die sich erst im Lichte völlig mit dem Geist vermählt. Vielleicht — ich weiß es nicht genau — gibt es einmal nur des Lichtes Kinder, selber Geist in GOTTES GEIST!“

„Wann erlebt man das?“ fragt Bichras. Salthiel erwidert: „Das bezieht sich nicht auf diese Welt. Oder doch?“ Sein Blick streift rund um. Debora winkt ihm zu: „Weiter!“ Sie liebt den alten Mann wie einen Vater. Ein Zögern: „Ich meinte, wenn man einmal rückwärts schaut, wo schon viele böse Zeiten waren, böse Menschen — ‚ kann man wähnen, daß das Gesetz, gleich welcher Art, den Menschen fast zum Fallstrick wird.

Er liebt die Freiheit, von der er anderes erträumt, als was wahre Freiheit ist. Er will handeln, wie sein Vorteil es erheischt. So eingestellt, bedenkt er kaum, ob damit einem anderen das Gegenteil geschieht. Da beginnt der Fehler, fängt die Sünde an. Ich markiere es an einem Fall.

Debora und ich zogen zum Sommermarkt nach Sichem. Kein Händler wagte uns zu schädigen. Ich wunderte mich dessen nicht, weil Debora nur ein Wort zu sagen, einen Augenwink zu geben brauchte, und jeder von dem Krämervolk sah sich durchschaut. Übrigens gibt es manchen Ehrlichen darunter. Nun waren da ein Mann und seine Frau, arm und ängstlicher Natur. Sie wollten Samen kaufen und wir gingen heimlich nach. Überall verlangte man zuviel. Beim letzten Händler schritt Debora ein. Die Armen wollten rasch verschwinden, doch ich hielt sie fragend an.

Indessen handelte Debora gleiche Saat zum halben Preise ein. Als sie zahlte, traf den Händler ihr Gewitter, und was für eines! Kurz und gut, die Armen kauften unter unserm Schutz. Später werden sie noch was in ihrem Sack gefunden haben; denn im geheimen Geben ist die Palme groß.“ Salthiel lacht verschmitzt. Ehe ihm Debora drohen kann, sagt er, schon wieder ernst:

„Die Satzung will, den Armen billig zu bedienen, ist jedoch kein bindender Befehl. Des HERRN Gesetz schreibt vor: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben; du sollst kein Böses tun!‘ Wird das befolgt, dann ist‘s zum Segen, wenn nicht, so bringt es Fluch. Hierbei schließt sich jene Frage an:

Gibt der Hohe den durch die Materie bedrängten Menschen etwa ein Gesetz, das neben Segen einen Fluch erzeugt? Macht die Materie das Gesetz nicht ohnehin zum Fluch (Gal. 3, 13), zur Verführung einer Freiheit, allzu oft mißbraucht?“ Das gilt ihrer Welt, betrifft aber Gottes Licht. Wer kann es lösen — —

Debora und Matthanja, Gottes Seher. Da kommt Charkros, sichtlich stark bewegt. „Herrin“, flüstert er, „draußen sind zwei Männer, mir völlig unbekannt. Nein — mir gelang es nicht sie abzuweisen, sie sind — — Bitte, siehe selber nach.“ Debora eilt hinaus. Ein Raunen bleibt im Raume hängen.

Zwei edle Jungen stehen da, die Angesichter in der Dunkelheit wie magisch überglänzt. Debora stockt das Herz. Sie drückt beide Hände auf die Brust; und der Schrei, der sich ihr entringen will, bleibt im Halse stecken. Sie wirft sich hin, sie hat ‚ihn‘ erkannt. Bloß sein Begleiter ist ihr fremd. Sie will mit ihrem breiten Kleidsaum Beider Füße säubern, derweil ihr rasche helle Tränen aus den Augen perlen.

Vier Arme heben sie empor, als sei sie eine Feder. Sie spürt die sonderbare Leichtigkeit, als — wäre sie nichts wert, durchzuckt es sie. Was ist sie gegen ihn, den ‚Fürsten ihrer Seele‘? Die Jungen lachen, klingend wie ein leiser Wind, der die Natur liebkost. Ihr Lehrer aus der Höhe sagt:

„Willst du öffnen? Wir, freie Boten, wollen denen helfen, die wie du für Gottes Recht und Menschenliebe kämpfen.“ Sie stottert und greift hastig nach der Klinke, die sie in der Aufregung geschlossen hatte. „Eure Namen weiß ich nicht; wie soll ich euch denn vor den Freunden nennen?“

„Stelle mich als deinen Lehrer vor. Und mein Bruder — er ist auch ein Lehrer, bloß in einem andern Fach — ‚ ist gerne mitgekommen, um auf seine Art zu dienen, weil es eben nötig ist. So sprich: ‚Zwei Lehrer sind aus einem fernen Lande hergeeilt, uns zu helfen in den Dingen, die wir nicht allein vermögen.‘ Alles andere ergibt sich dann von selbst.“

„Oh“, schluchzt sie auf., „Heilig-Hoher, nimm mein Herz als Opfer an, meine Seele als Tribut, den Geist als Anbetung, laß mein inneres und äußeres Haus Dein Tempel sein!“ Beinah reißend öffnet sie die schwere Tür. Stets brauchte sie zwei Hände; heute schafft es ihre rechte ganz allein.

Charkros stellt die Hausleute in der Halle auf. Den Gästen haucht er zu: „Zwei Königssöhne kommen.“ Doch man denkt: Charkros rennt für seine Herrin durch das Feuer; er malt immer prächtig, was mit ihr zusammenhängt. Allein — als die zwei Gestalten, jugendschön und lichtgeprägt vom Scheitel bis zur Sohle, eingetreten sind, stehen alle auf, einer nach dem andern und bücken sich, wie es vor Königen gebräuchlich ist.

Wer wispert sich was zu, wo man achtzugeben hat? Keine Lippe ist geöffnet; jeder wartet, innerlich in hehrer Höhe weilend. Und als die Königssöhne reden, loht es weiter hoch. Ihre Stimmen dringen bis ins Herz und bereiten eine neue Gabe vor: das Hineinfühlen in eine seltsame ferne Art.

Das sind Lehrer! Nur so jung — so — — Sie begrüßen jeden, und man spürt den ‚Schlag‘, der dabei von oben bis nach unten rinnt, oder umgekehrt. Die Lehrer haben heitere Gesichter. Den sieben engsten Freunden kommt es plötzlich vor, als ob Debora ihnen gleicht, als wäre sie von ihnen eine Schwester. Keiner ahnt, wie nahe sie der Wahrheit sind.

Deboras Lehrer deutet auf die Stühle; sein natürliches Benehmen bringt alle sozusagen wieder auf die Welt. Das sieht man später ein. Denn da geht es abermals und besser ‚dort hinauf‘, wie sie es beim Gruß der Hellen fühlten. Selber aber müssen sie die Wahrheit daraus ziehen. Der Erste sagt:

„Es sind genügend Plätze hier, laßt uns setzen. Mancher zieht ob dieser Nebensache seine Brauen hoch. Doch etwas Heimelndes erzeugt die Bindung zwischen Licht und Welt. Ah, brauchte man nicht nur zu staunen, sich nicht so niedrig fühlen! Der hohe Geist paßt sich den Menschen an; umgekehrt ginge es viel schwerer. Alsbald strahlt ein jedes Augenpaar.

„Liebe Männer, laßt jetzt euer Forschen ruhen, wer wir sind. Die ‚Königssöhne‘, vom getreuen Charkros so genannt, können gelten. In euch überstürzt sich‘s, schattenhaft skizziert, doch mit brennendem Verlangen, anderes zu hören, als die Materie zu bieten weiß. Das ist guter Boden, worauf sich unser Same streuen läßt. Des Heilig-Hohen Feuer kann sich rascher als ein Sturm, eiliger, als ein Sonnenstrahl zur Erde fällt, verbreiten. O ja, einmal kommt die Zeit — ihr erlebt sie freilich nicht auf dieser Welt — ‚ wo es als helle Fackel an den vier Ecken dieser Erde (OJ. 7, 1) brennt. Doch darüber jetzt noch nichts.

Ihr habt hinter euch die Welt gestellt und vor euch GOTT, habt euer Sein an die Verbindung Seines Reiches angehängt. Das hat Gott geheiligt. Wir werden dies noch mehr befestigen, daß es bei keinem wieder reißt.“ Ein jeder fühlt sich innigst angesprochen; mancher schluckt die Rührung nieder, ein anderer fährt sich durch das Haar, der dritte reibt sich hastig seine Augen. Su-el-Kambynos wagt kaum zu atmen.

„Erst nehmen wir das Schwere vor“, sagt der Lehrer heiter. „Barak denkt: erst das Leichte, die Schüler kommen sonst nicht mit.“ Barak wird puterrot. So ist das, sie sehen auch Gedanken. Er entschuldigt sich, doch der Lichtgeist sagt: „Setz‘ dich neben mich, etwa fällt dir‘s leichter, die schwere Kost zuerst zu essen.“ Gibbar wagt ein Wort dazwischen:

„In dieser Hinsicht bin ich auch so jung und möchte ebenfalls an einer Himmelsseite sitzen.“ Die Scheu bekommt ein Loch trotz guter Ehrfurcht vor dem Licht, vom Heiligen gesandt. Die Lehrer werden Freunde, Brüder, Kameraden. Deshalb holt der Zweite Gibbar zu sich her und scherzt:

„Wenn du dadurch besser lernst, so ist es gut. Du ließest dich vom Lichte rufen. Bloß geht keinem was verloren, wenn er nicht so nahe sitzt. Das Symbol: Ein Raum, in dem wir uns zusammenfinden, Kinder aus dem Himmel, Kinder auf der Welt. Der eine Raum entspricht dem Heiligen nach dessen Grundgebot: ‚ICH bin der Herr, dein Gott!‘ Es gibt keine andere Manifestation, die diesen Titel des All-Ewigen, Alleinigen zerstören kann! Ihr in diesem einen Raum besagt, daß ihr zu dem EINEN GOTT gefunden habt, eins geworden mit dem Schöpfer aller Dinge.“

Kis-Abda ruft: „Wem mag es gelten? Ich bin noch nicht so weit.“ „Wünschst du‘s nicht?“ „Wünschen — ?“ Ein glühendes Verlangen. Und: „Du hast Baraks Sinnen aufgeblättert wie ein Buch; bitte, blättere meines auch mit auf, zumal du darin besser lesen kannst als ich es selbst vermag.

„Er schlug die beste Seite seines Buches auf“, sagt Debora, „jene mit der goldenen Schrift. Ist es so?“ fragt sie ihren Lehrer. „Ganz genau! Ich füge gern ein Wort hinzu. Höret: Das Eins-Sein mit dem Schöpfer für jene, die durch die Materie gehen, was nicht materiell gebunden heißen muß, ist das Verlangen, wie es Kis-Abdas goldene Schrift verrät.

Guter Wille, angewendet trotz Danebengreifens, ist die Freude des Allmächtigen. Dem entsteigt die Kraft, gesegnet und vermehrt. Was ihr vom Eins-Sein ahnt, trifft selten für das Weltall zu, in dem das Licht kein eigener Acker ist; es wird nur hineingetragen. Der mit bestem Wissen ausgeführte Wunsch ist allgemein für die Materie der höchste Stand im Eins-Sein mit dem Herrn. Was darüber ragt, ist den Kindern vorbehalten, die bereits zu Hause sind oder die nach Hause streben. Nun:

Das Gesetz gebietet: Du sollst deinen Nächsten lieben; du sollst kein Böses tun! Salthiel formulierte es mit guter Präzision. Sie weist genau das Richtige und Falsche an. Wer dann noch fragt: ‚Wie soll ich meinen Nächsten lieben? was ist böse, das ich zu vermeiden habe‘?, ist ein Strolch, ein Tagedieb, der Gottes Licht sich selber stiehlt.

Unterscheidet jemand gut und böse, so weiß er ja, wie er zu handeln hat. Viele wollen es nicht wissen. Wenn Kinder dieses spüren, kann kein Erwachsener behaupten: ich hab‘ es nicht gewußt. GOTT blättert alle Bücher auf. Nur gibt‘s da keine goldene Schrift. Auch das ist richtig, daß des Gesetzes Einhaltung zum Segen wird, das Gegenteil zum Fluch.“

Kis-Abda wendet ein: „Manch Gauner lebt bequem. Kein Fluch trifft ihn und er ist oftmals nicht zu überführen. Hingegen andere, die des Herrn Gesetze halten, leben meist in großer Not. Sogar richterliche Strafe fällt mitunter an, wenn Böse ihnen Angeln legen. Wo ist hier der Segen, wo der Fluch?“

„Gut bedacht“, lobt das Licht. „Nur läßt sich‘s nicht erkennen, wenn man die Dinge mit dem Auge dieser Welt besieht. Den Widerhall des Lebens anzusehen nach dem ‚Segen-Fluch‘, schenkt keinen klaren Wein. Der Mensch zeugt selbst von sich, auch wenn er seine Hände reibt, wenn er in Amt und Würde eine Rolle spielt, wie gegensätzlich einer, der sich härmt und seine Augen niederschlägt. An dem, wie sich ein Mensch gebärdet, erkennt man die Gesegneten wie gleichfalls die Gezeichneten.

Der Gesegnete brüstet sich des Segens nicht; und bei wem er nicht zu sehen ist, trägt sein Los als ein ‚Geschick‘. Nur sage ich, daß der Höchste niemals einem guten Menschen Not und Elend sendet, es nicht schickt. Das liegt tiefer und ist ein Teil des Weges, den ein Lichtkind auf sich nimmt.

Ebenso gibt‘s keinen Fluch des Lichts. Wie geschrieben steht, daß Gott den bösen Menschen flucht (Jos. 8, 34), darf nicht mit eurer Weltlichkeit verwechselt werden. Fluchen ist ein böses Tun. Sollte sich desselben GOTT bedienen, um zu strafen? O, Seine Strafe sieht ganz anders aus!

Sicher kann sie furchtbar treffen, ist sie ja der schwere Stein im Mühlengang, in dem die Bösen umgewandelt werden. Das ist ‚Gottes Zucht‘ (Spr. 6, 23), das Hinaufziehen in das Licht. Also ist des Herrn Gesetz in Wirklichkeit nur Segen, ob der sich freundlich, helfend oder strafend zeigt.

Anders der zweite Frageteil: Kann der Hohe den durch die Materie bedrängten Menschen Gesetze geben, die neben Segen Fluch erzeugen? Macht die Materie das Gesetz nicht ohnehin zum Fluch, zur Verführung einer Freiheit, meist mißbraucht? Salthiel hat gut hineingesehen, wenngleich das Wissen etwas hinkt.“ „Ja“, wirft dieser ein, „würde unser Glaubenswissen nicht so hinken, — die Menschheit könnte frei im Lichte sein.“

„Du beweist“, lobt der Lehrer, „daß du zum guten Teile lichtfrei bist, im Lichte stehend, im Gesetz des Herrn. Nun zu dem: Kann Gott Gesetze geben? Freilich, Freunde! Bloß ist zu bedenken, was Er für Gesetze gibt. Was denkst du, Su-el-Kambynos?“ Der Genannte springt entgeistert hoch. „Mich fragst du? wo ich doch ein Heide bin? Wohl weiß ich einiges aus eurer Lehre; doch was ist ein Tropfen auf dem heißen Stein?“

„Immerhin ein Tropfen. Schau“, nimmt das Licht die Angst, „du weißt erstens allerlei, zweitens kann es jeder wissen, drittens ist es dir zum Segen, und viertens frage ich absichtlich dich, einen Heiden, der ob mancher guten Tat bei Gott nicht übel angeschrieben steht“, — der Fürst wehrt ganz verlegen ab —‚ „weil das Israelen lernen sollen, nämlich:

Gott sieht alle Menschen als Seine Kinder an, auch jene, die ihn nicht erkennen wollen, weil sie — diesirdisch oder jenseits gegen dieses ‚Kindsein‘ sowieso vergeblich kämpfen werden. Denn Er, ihr Schöpfer, hat sie allesamt gemacht. Wie also wären sie nicht Seine Kinder? Desgleichen du, Su-el-Kambynos. Israel muß lernen, daß die Heiden ‚Menschen‘ sind, Geschöpfe ihres Schöpfers, ihnen im Prinzip der Lichtverbindung vollstens gleich. Also — was für Gesetze gibt der Herr?“

„Hoher Lehrer“, sagt der Fürst, „der Schöpfer, der mir jetzt erst wirklich nahe kam, gibt nur gute Grundgesetze.“ Ach, wie freut man sich. „Das ist wahr; so spricht ein Heide; die beste Antwort“; und vieles mehr. Er wird belobt, der Lehrer führt ihn zu seinem Platz zurück und sagt:

„Das war Gott wohlgefällig; dein Lebensbuch bekommt ein goldenes Wort. Ja, wer das erkennt, weil Gott die Güte ist, der stellt neben Seinen Segen keinen Fluch. Richtig aber ist die Fragwürdigkeit, ob oder daß die Materie das Gesetz zum Fluche macht (Jak. 3, 8-9). Davon höret weiter:

Es liegt am Menschen, wie er ein Gesetz verwendet. Wohl hat die Materie und die Kräfte dessen, der Satan heißt, einen wesentlichen Einfluß, der besonders bis zur Wende (Gott-Jesu) wirkt. Dennoch läßt sich nicht entschuldigen, man wäre so vom Fluch gebannt. Böse wären demnach frei von Schuld, weil die Kräfte stärker seien als der Mensch.

Das kommt vor. Doch Gott sieht, ob eine Seele, bei dem Satansfall mit stürzend, hier in ihrem eigenen Bereiche lebt, oder ob sie doch — das Himmelsmanha schon genossen — lieber wieder nach den Trebern der Materie greift, die dem Sinnlichen weit süßer schmecken als die scheinbar derbe Gottes-Hausmannskost.

Da wirkt der Widersinn, aus göttlichen Gesetzen einen Fluch zu machen. Umgekehrt kann die Materie nicht wirken, weil sie aus Satans selbstgewähltem Fluch sowie aus dessen Stätte keine reine Ackererde ist.“ In die Runde zeigend, fügt er an: „Wer noch eine Frage dazu hat, der stelle sie.“

Ein paar Heiden denken: Was uns fehlt, das wird sich finden. Aber Jizri bittet, ihnen zu erklären, was Debora damit meinte, es gäbe einmal, nur noch Kinder, sozusagen selber Geist in Gottes Geist. Ein feines Schmunzeln huscht über das himmlische Gesicht. Halb zu Barak hingewendet, sagt der Lehrer:

„Wieder nichts für Anfangsschüler!“ Jener greift entschlossen nach der hellen Hand. „Daß ich einer bin, habe ich je deutlicher erkannt, je mehr du deine Weisheit leuchten läßt. Nun“, er lacht verlegen, „halte ich mich fest, zumal im Inneren. Also werde ich ja weiter kommen.“ Der Jüngste hat das beste Teil erwählt. Jeder möchte gern die Lichthand in die seine nehmen. Dieser Wunsch geht später in Erfüllung.

„Anfangsschüler würden unsre Strahlung nicht ertragen.“ Er wehrt denen, die bedeuten, daß sie viel weniger als Barak wüßten. „Keiner von euch steht am Anfang. Sicher ist das Kennenlernen dieser Lehre wichtig, wichtiger aber gutes Denken, gutes Wort und gute Tat. Wer sich darin übt, hat den Anfang überschritten und die Folge ist, daß sich das Licht ihm offenbart. Zufrieden?“ Ach, wie sind sie alle frohbewegt.

„Nun zur Bitte Jizris, dem wie Debora, nach Gottes Willen an der Spitze stehend, nachzufolgen ist. Die Lehre langt hinauf zur Höhe, wo nach dem Tod das Leben lichthaft weitergeht. Bestens war Deboras Wort: ‚Die Spiegelung des Lichts aus Gottes Urmachtquelle wird zum persönlichen Bestand der Seele, die sich erst im Lichte völlig mit dem Geist vermählt‘ (S. 48, 1)

Die Spiegelung des Lichtes ist kein Negativ von substantieller Wirkung, wie es die vergehende Materie zeigt. Das Licht hat ewigen Bestand; jede Widerstrahlung bleibt im EWIG haften. Wie wenig das Geschöpf ein Schöpfer wird, aber durch die Gabe in dem Schöpferwerk mit wirken darf, so wenig ist es selber Licht. Licht ist nur die Gottheit Selbst!

Doch der Widerstrahl der Kinder, den Lichtanteil bedeutend, ist eigene Substanz, richtiger ‚Essenz‘ gesagt. Wer außerhalb desselben steht, hat auch keinen Teil daran. Die Spiegelung im Licht ist für ein Kindgeschöpf die Wirklichkeit, der Reichsbestand, den es in und an sich trägt.

GOTT ist GEIST! Geist, soweit geschöpflich zu erfassen, ist die licht-ewige Essenz. Aus ihr, aus der Urmachtquelle, hob der Schöpfer Sich Sein Kindervolk heraus. Folglich muß es aus dem Schöpfergeist geboren worden sein, unabhängig davon, daß auch hier der Spiegel wirkt, oder im Symbol gesagt: ER das Feuer, wir die Funken; ER die Sonne, wir ein Strahl.

Funke oder Strahl kam im Erstimpuls geschöpflicher Entwicklung zur Erkenntnis. Das ist der kleine Kindesgeist. Gott ist der große Geist! Beim Fall löste sich ein Drittel von der Kinderzahl, dem dann die Lichtverbindung fehlte. Deren Geistanteil ward zugedeckt, nicht weggenommen, während dadurch ihre Seele, das äußerliche Sein, ohne Licht sich nicht zurückentfalten kann. Da bedarf es eines Eingriffs Gottes. Höchstes ist darin enthalten, auch für Gott ein Lebensweg auf dieser Welt (S. 53, 6).

Was sich löst, bringt Wunden, die der Höchste heilt. Nicht erst künftig, nein — schon seit dem Falle ist der HERR der Helfer, Heiler und Erlöser (Jes. 43, 3 u. 11). Ist die Heilung abgeschlossen, gibt es keine Wunden mehr! Zu jener Zeit vermählen sich die letzten armen Seelen wieder mit dem Geist. Dann herrscht nur Licht im Licht, was besagt: Gottes Kinder, selber Geist in GOTTES GEIST! Wie gefällt euch dieser Punkt? Ebenfalls verstanden?“ hört es sich freundlich fragend an.

Jizri geht zum Lehrer hin und sagt bittend: „Laß mich deine Hand erfassen, die uns Gottes Segen bringt. Ein Dankwort kann dir nicht genügen . . .“ „Wenn es aus dem Herzen kommt, dann schon“, wird Jizri unterbrochen. „So bin ich befreit! Du siehst ja meinen Dank, den dem Heilig Hohen darzubringen ich dich bitte.“ „Ich nehme solchen Auftrag gerne an.“

Matthanja sagt: „Das HEILIG-HOHER hat Debora aus geheimem Quell geschöpft. Ah — ganz geheim ist es uns nicht, es bezieht sich ja auf Gott. Sie lehrte, daß das Leben nicht erst auf der Welt beginnt; es hätte ‚zeitewigen‘ Bestand (S. 47, 2). Um diesen Ausdruck geht es mir. Was bedeutet er?“

„Das sieht dein Geist; nur die Formung des Gedankens fehlt, weil du zwischen Zeit und Ewig einen Balken schiebst. Mit Zeit meinst du die Materie, mit Ewig Gottes Reich. Hierin ist sogar dein Balken gut. Da ihr aus der Zeit der Welt herausgewachsen seid — Elam, ziehe nicht die Stirne kraus, jetzt wäre eine böse Zeit — ‚ so könnt ihr wissen: Auch die Ewigkeit hat ihre Zeit. Im Reiche lebt man eben so sein Dasein aus.

Jegliches Erleben, ob im Licht, ob anderwärts, braucht Zeit und einen Raum dazu. Natürlich hat die Lichtzeit ihre eigene Struktur; sie läuft in keiner Phase ausdruckslos vorbei. Auf eurer Welt ist immer nur an den Ereignissen der Gang der Zeit zu messen; im Licht hingegen ist sie greifbar zu empfinden. Das zu verstehen ist bloß jenseits möglich.

Debora sprach vom Geist, dem Funken aus dem Licht, jedem Kind vom Schöpfer eingehaucht. Beim Erschaffen Seines Volkes gab es keinerlei Materie. Erfuhren nach dem Falle die Getreuen und Gestürzten ihre Einzeugung in die Materie, so steht fest, daß beide Arten auch zuvor ein Leben haben mußten, außer — sie wären erst aus der Materie und in ihr gemacht.

Dann aber könnte keines während eines Weltenweges Gott erkennen lernen; zudem fehlte der Kontakt zum Licht. Auch ließe sich solch ‚hergestellter Mensch‘ nie ethisch bilden. Das primäre Grundgefühl vom Licht — zwar oft unerklärlich — strebt den Kontakt mit Gott, dem Schöpfer, an. Debora erklärte das Bewußtseinsleben ohne Auflösung. Es gibt Stufen und Etappen. Letztere sind Allraumkörper: Licht- und Weltensonnen, Sterne oder auch Planeten, jenachdem; während in den abgegrenzten Lebenszeiten der Etappen eine Stufe das Entwicklungsstadium ist.

Verläßt jemand seine Welt, so bringt er die Etappe hinter sich, er kommt in dem für ihn möglichen Entwicklungsweg auf einen höheren Allraumkörper. Etappen, angereiht, ergeben den zeitewigen Bestand geistdurchglühter Gotteskinder. Nehmt euer Leben aus des Schöpfers Hand, vergleichbar mit dem Dasein vor der Erde, und legt es wieder in die Schöpferhand zurück, was das Leben nach dem Erdentod besagt: eure eigene Zeitewigkeit.

Elams krause Stirne“ — allseits frohes Lachen — „ist vom Standpunkt eurer wildbewegten Zeit am Platze; trotzdem seid ihr aus der Welt herausgewachsen. Elam weiß, was das zu besagen hat.“ Der nimmt wie Barak eine schwere Hürde, die Ehrfurcht vor dem Licht und erwidert, allerdings beklommen:

„Hoher Lehrer, wähle einen Klügeren; ich schneide allzu kläglich ab.“ „Wäre auch nicht schlimm. Komme her, und wir werden sehen, was kläglich abzuschneiden ist.“ Mit einer Fixigkeit geht Elam hin, daß abermals die Runde lacht. Er bleibt ernst. „Dank dir, daß du mir hilfst; denn stehe ich an deiner Seite, kann deine Weisheit auf mich übergehen und . . .“

„Ach so, mein Strahl reicht nicht weiter, als ich meine Arme von mir strecken kann?“ Elams Gesicht wird lang und blaß. Hat er den Himmlischen verletzt? „Verzeih“, bittet er zerknirscht, „sieh es einem armen Menschen nach, der zu früh nach Gottes Weisheit langen wollte. Ah, nun habe ich schon kläglich abgeschnitten.“ Er will an seinen Platz zurück.

„Bleibe hier! Ich nehme dir die Last, aus Angst dir aufgebürdet. Freund Elam, wenn zu euch des Lichtes Boten kommen oder gar das Heilig-Hohe Licht, sollt ihr euch nicht schämen, weil ihr noch nicht alles wißt. Ihr sollt euch auch nicht ängsten, daß ihr uns durch etwas kränken könntet.

Wer besten Willens vorwärts strebt, tut kein Übel, selbst wenn es mal den Anschein hat. Die rechte Antwort neben mir zu finden, war eine Spiegelung des Inneren, war zur Quelle gehen. Und daß du auch ein goldenes Wort erhältst, werde ich dich nicht beschatten, sonst verdientest du es nicht.“ „Gewiß“, gibt Elam zu. Und erleichterten Gemütes fängt er an:

„Ein Herauswachsen aus der Zeit der Welt halte ich nur innerlich für möglich als das Besserwerden des Charakters. Mit Glauben ist das zu erreichen. Ohne Glaubensbindung kann man seine Seele von dem Weltkram schwer befreien, weil man täglich an das Dasein der Materie gekettet ist.

Entbinden wir uns innerlich, so entwachsen wir ihr auch und — er forscht im himmlischen Gesicht, ob er richtig denkt, doch ihm wird kein Zeichen. Er fährt mutig fort: „ — und finden Gott! Wir kommen nur auf diese Weise in das Ewig Seines Lichtes. Das erreichen wir auf unsrer Welt nie ganz. Ich denke aber, daß dies allgemein nicht nötig ist.

Viele Lehrer, wenig Schüler, haben keinen Zweck. Gott schickt nur dann und wann die Lehrer. Und uns, Freunde, hat der Heilige welche zugesandt. Zwei!, denn wer weiß, was wir vom zweiten alles lernen dürfen.“ Ehrfurcht, gepaart mit Liebe, legt Elam an den Tag. „Heute wurden wir von ihnen aus der Zeit der Welt herausgeführt. Wer hat gemerkt, wie wir diese Stufe gehen konnten? Alle schüttelt ihr den Kopf; ich den meinen auch über jenes Werk an uns, im Auftrag Gottes herrlichst ausgeführt.

Und noch das: Keiner fragte, ob die Nacht vergeht. Wir sind — ich meine — “, Elam hüstelt, „ — eingebettet in des Geistes Licht wo die Welt uns fremdet. Freilich, bei der krausen Stirne dachte ich: Wir sind fest an diese Welt geschmiedet. Nun habe ich erlebt, wie leicht die Fesseln abzustreifen sind; man spürt sie nicht, wenn man frei in seinem Geist, von Gottes Geist beschattet, steht.“ Elam atmet auf. Ob es genügt —

„Gut herausgewachsen“, gibt der Lehrer ihm die Hand. „Hast deine Brüder tüchtig mitgenommen. Was wir weiter lehren, macht euch nach und nach das Ganze hell.“ Je später, je eifriger sind alle bei der Sache. Bichras fragt es noch, warum die Lehrer erst am späten Abend kamen; bei Tag hätte man mehr Zeit gehabt. Der Lichtgeist lächelt und erwidert:

„Der Tag hat zwar mehr Stunden, aufnahmefähiger aber macht die Nacht. Ihr meint, nachts schläft der Mensch. Natürlich, wenn ihr ruht — im doppelten Sinn — ‚ nimmt nur der Leib naturgebundene Kräfte auf, aus denen, soweit dringend nötig, auch die Seele schöpft, die tagsüber Denkarbeit zu leisten hat. Leer bleiben dabei das Gemüt und Lebensherz.

Allgemein ist‘s ungut, nachts zu schaffen. Auch im Lichtreich gibt es Ausruhzeiten. Der Hohe, von dem ihr Israelen wißt, daß Er weder schläft noch ruht, formt in Seinen hehren Nächten, was der nächste Schöpfungstag zu bringen hat. Im kleinen Abglanz schenkt der Herr den Welten der Materie hie und da auch eine ‚Gnadennacht‘, wo alle jene, die sich rufen lassen, erkenntnisreif zu machen sind. Denn in den Nächten lösen sich die Seelen besser los und können dabei ihre lichtgebundene Arbeit tun.

Wer obendrein des Abends sich dem Herrn befiehlt, hat den Kontakt zur nächtlichen Entwicklung hergestellt. Sein Geist, der wie Gottes Geist keine äußerliche Ruhe braucht, schafft dann im Hause seiner Seele; und diese dient dem Geist. Das ist die eigentliche Kraft, die ihr nächtens sammeln solltet, unbeschadet dessen, daß ihr dieses tagbewußt nicht wißt.

Ich zitiere eure alte Zeit. Gott zog vor Israel einher, nachts in einer Feuersäule, bei Tag in einer Wolke (2. Mo. 13, 21). Das Beispiel dient. Wolken können einen Tag fast finster machen. Sallumin denkt menschlich recht, dann wäre Gottes Wolke in der Wüste auch nicht gut gewesen.

Abgesehen vom Symbol, das dem Wanderzuge half und keineswegs, als wäre fortgesetzt die Wolke neben Mose hergeschwebt, so war sie als Symbol, wenn sie erschien, das Zeichen der Verhüllung Gottes, weil allgemein das Volk die Sichtbarkeit des Hohen nicht ertragen hätte, und zum anderen, weil der Mensch bei Tag fast bloß ans Körperliche denkt. Fragt euch nur, ob es nicht stimmt.“ Man nickt betrübt, man sagt bekümmert ‚ja‘.

„Nun, das ist nicht falsch, wenn es in den Grenzen bleibt, wenn ihr für eure Lieben oder für die Armen sorgt. Die Wolke, im Symbol der Wanderung, gilt als eigene Bedeckung, als Zurückstellung der Glaubens- und der Geistarbeit. Darum war sie während mancher Tage bei dem Volk. Verstanden hat nur Mose das und wenige, die wie er im engsten Gottesbunde standen.

Nachts erschien, sogar dem Glaubenslosesten, weit öfter Gottes Feuer. Das, erststellig jene Macht, der Gott jedes Werk entnimmt, ist Seine Sichtbarkeit, selbst wenn sie nicht zu jeder Zeit die äußerliche Form ergibt. Auch der schlafende von Materie umhüllte Mensch kann dem Geist geöffnet sein.

Über diesen strömt des Feuers Kraft in seine Seele, da badet sein Gemüt sich in dem Licht. Wohl unbewußt, kann er doch die Feuersäule sehen. Das Feuer ist in dieser Hinsicht eine neue Kraft, die Säule ihre Festigkeit. Darauf kann sich jeder lebenslang verlassen, kann ein Licht aus Gottes Feuer auf der Erde sein.

Gott schenkt den armen Welten Wundernächte; und eine wurde euch zuteil. Nicht die Augen sahen; aber euer Lichtherz sagt mit vollem Recht: Wir haben heute GOTT erlebt!“ (1. Kor. 2, 9-10). Seufzer quellen hoch, solche, die nur freudig machen.

Endlich fragt Debora, die fern der Erde war: „Sollen wir beisammen bleiben? Was ihr sagt, gilt uns als heiliger Befehl.“ Wenn auch mancher Mann es nicht so tief empfindet, so halten sie den gleichen Glauben fest. Der zweite Lehrer sagt:

„Ruht aus, bis die Sonne ihre roten Rosen malt. Wir bleiben vier Nächte und drei Tage da.“ „Drei Tage? vier Nächte? Herrlich!“ Man umringt die Himmlischen. Der zweite lächelt: „Eure Freude ist Gott wohlgefällig; Er ist als ‚Hoher Herr auch euer guter Vater. Die Zeit wird euch zu schnell vergehen, rückwärts schauend werdet ihr jedoch bekennen: Welch eine lange Gnadenzeit!“

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