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B) Das siebente Siegel

Vorbereitung für Gläubige und Ungläubige. Die erste vergangene Zeit und ihre Sühne.

Kapitel 8-9   (Ps. 7, 9-14)

Die ersten geöffneten Siegel hat die Welt nicht sehr beachtet. Auch Israel, als Richtschnur ausersehen, forderte das Heilige Reich förmlich heraus. Da allgemein das nicht nur zufolge finsteren Einflusses, sondern auch stark aus eigener boshafter Triebha!tigkeit geschah, kann es die Kläger vor Gott nicht wundern, in welcher Art die Rechtsausübung an bitterer Kraft zuzunehmen hat.

‚Und da es das siebente Siegel auftat, ward eine Stille in dem Himmel bei einer halben Stunde.‘ Der Aufbruch dieses Siegels, trotz Verzögerung nicht aufzuheben, folgt etwa zwei hundert Jahre später. Doch die Ausübung kommt nicht ohne vorherige Ankündigung. Gerade durch die längere Zeitspanne ist die Hand der UR-Kraft sichtbarlich gewesen. Sie wies zwei Wege: den des Heils und den des Unheils. Es lag am Menschen, nicht zuletzt am finsteren Dämon, das Gesegnete oder Ungesegnete des Siegelaufbruchs anzunehmen.

Das Siegelbild zeigt das Bereitsein, zur Erkenntnis hinzuführen, andernfalls den Dämonismus dahingehend auszugleichen, daß nicht sofort völliger Zerfall geschah. Schon daß im Himmel eine Stille ward, zwingt zu tieferem Bedenken. Feierliche, andachtsvolle und daher geheiligte Stille, oder Anzeichen des Sturmes —

Beides gilt. Zuerst die feierliche Stille, in der die Himmlischen zu wortloser Anbetung der UR-Majestät versammelt sind. Die Rechtskraft wirkt um so grausiger, je mehr die ‚Sünde wider den Heiligen Geist‘ wie eine Flut sich über alle Welt ergießt. Zugleich herrscht eine Zeit der Ruhe, des Kräftesammelns; denn mit Beginn müssen die Ausübenden ‚gerüstet‘ sein (V. 6).

Daher steht noch kein Verkläger (Joh. 5, 45; 0ff. 12, 10) vor dem Heiligen Herd, weder der gerechtfertigte, gleich gar nicht der ungerechtfertigte. Während der Stille, geistig wie irdisch zeitbedingt, sammelt der All-Heilige das Für und Wider ein und legt es in Sein Herdfeuer. Was daraus entsteht, wird offenbar. So ruht zunächst in der Stille scheinbar die Gerichtsbarkeit und Rechtfertigung = UR schweigt; aber darum zweitens für die Welt die ‚Stille vor dem Sturm‘!

Eine halbe Stunde. Daß das keine Erden- sondern eine Gnadenfrist betrifft, bei der es sich um eine ‚halbe Gnadenzeit‘ handelt, ist leicht verständlich. Die umfassende Gnadenfrist ist den Bösen nicht bekannt. Sie haben ‚eine Zeit und zwei Zeiten‘ (12, 14) verstreichen lassen ohne eine Hand danach auszustrecken. Die halbe Stunde = eine halbe Zeit in Kraft. Sie währt in einer Hinsicht im Schöpfungstage von der adamitischen bis zu JESU Menschenzeit. Der Rechtsausübung nach hat sie noch eine andere Folge, hier nur dem Bilde nach.

‚Und ich sah die sieben Engel, die da stehen vor Gott, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.‘ Die Fürsten, die Rechtsträger der heiligen Eigenschaften als Geister, Sterne, Fackeln, Leuchter. Sie verkörpern URs Einheit, Seine Persönlichkeit, Seine siebenzackige Krone. Treten sie in einheitlicher Stärke auf, so erst dann, wenn der siebente Strahl mit rechtskräftig wirksam wird. Das ist bei der Offenbarung des siebenten Siegels geschehen.

Sieben Posaunen = Verkündigung der bis zum Ende anhaltenden Rechtskraft; die Gnadenzeit ist versäumt. Sie werden auch gehört, und keiner kann das Ohr davor verstopfen. Keinem ist einst möglich, bei der Abrechnung zu sagen: Herr, ich wußte nicht! Gerade darum werden ja Posaunen als nicht überhörbare Stimmen eingesetzt.

Noch sind sie stumm, noch sind sie nur gegeben; denn das erste Bild dieses zweiten Teilgesichts umfaßt die Vorbereitung für alle Treuen im Himmel und auf Erden; allerdings auch für die Finsternis. Nur gilt daraus den Gläubigen die Kraft und Zuversicht, dazu die Hoffnung, daß ihnen diese Gnadenheilszeit bleibt; für die anderen das Gegenteil. Diese Vorbereitung wird gesiegelt = wahr gemacht. Ja:

‚Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchfaß; und ihm ward viel Räuchwerk gegeben, daß er es gäbe zum Gebet aller Heiligen auf den goldenen Altar vor dem Stuhl. Und der Rauch des Räuchwerks vom Gebet der Heiligen ging auf von der Hand des Engels vor Gott.‘ Am Altar = am Heiligen Herd ein Hochamt ausüben. Allein UR, der Hochpriester Melchisedek in Weisheit und Ernst, tut solches. Es ist Sein Priesteramt!

Ihm dabei zur Hand gehen = Recht mitüben, kann nur ein Enge!, der Wächter am Strom Gibon, an der zweiten Pforte. Melchisedek sieht im Licht der Weisheit das Tun der Gläubigen und Ungläubigen an; Sein Ernst segnet oder verwirft; vergibt Sünden oder behält sie; schenkt Frieden oder läßt im Unfrieden sich verzehren; jenachdem die Seelen vor Ihm stehen.

Gold = ewiges Licht; Räuchfaß = Reinigungsgerät. Das Gold bezieht sich auf das echte, himmlische Krongut. Gereinigt wird alles, was vor den Gnaden- und Rechtsstuhl kommt; und es gibt nichts, was nicht vor ihn hingetragen würde. Sogar die ‚Gebete aller Heiligen‘ werden mit viel Räuchwerk in das Reinigungsgefäß getan, zwar nicht, um sie von Schmutz zu säubern, sondern weil die Heiligen = Willigen die Heimbringer des von Luzifer verpraßten Gutes (Luk. 15, 14) sind. Das Heimgebrachte wird gereinigt, wieder zu Licht verwandelt im Glanze jahrmilionen Lichter und aller UR-Erhabenheit.

Viel Räuchwerk = unfaßbare Nachsicht, mit welcher Melchisedek die vorgetragenen Freveltaten ansieht und bedacht ist, aus ihnen wieder Licht zu machen. Diese Nachsicht gibt Jenen huldvolle Vergebung, die als wahre Willige die Materie abzu streifensich bemühen. Wenn aber, wie der nächste Bildakt beweist, die Nachsicht ungerecht in Anspruch genommen wird, tritt die Vergeltung und Wiedergutmachung auf den Plan.

Der ‚Rauch geht auf‘ = alle Gebete der Heiligen hat der zweite Wächter aus dem goldenen Räuchfaß in die Opferschale getan, die über dem Herdfeuer schwebt und welcher der Rauch entquillt. Der Materieweg, ernsthafte Fürbitte, Hingeben von Eigenem an andere und vieles mehr sind Opfer = das Mitopler der Kinder des Reichs. ‚Von der Hand des Engels‘ aus geheiligtem Recht. Also berechtigt und gerechtfertigt kommt der Rauch vor Gott; und Er sieht ihn an. Dieser Rauch = bestätigte Vergebung.

Gebete der Heiligen sind Fürbitten. Keine andern sind so heilig wie diese. Das ‚Hohepriesterliche Gebet JESU‘ (Joh. 17) ist die gewaltigste Fürbitte; es lehrt, was beten heißt. Jede Bitte, die man für sich selber spricht, ausgenommen um Vergebung seiner Sünden, wird erst geheiligt = gerechtfertigt, wenn Fürbitten ihr wahrer Heilsgrund sind. Wer um Brot bittet, der soll es erst für alle Armen tun; wer Gesundheit sich erfleht, gedenke erst der andern Kranken.

Wer das ewige Licht erhalten möchte, wende vorher seine Augen zu der armen Finsternis und erbarme sich ihres Jammers großer Geistverlassenheit. Wer Vergebung wünscht, der vergebe seinen Schuldnern und bitte um Vergebung fremder Schuld bei Gott. So wird ein Gebet zur geheiligten Fürbitte und so gelangt es in das goldene Räuchfaß, das nicht nur — wie hier im Gesicht — eine zeitliche, sondern eine ewige Erscheinung ist.

Die Vorbereitung für die Gläubigen ist abgeschlossen; daraus folgt jene für die Ungläubigen, die Schuldner der Gläubigen, ‘weshalb eine Vorbereitung aus der andern kommt. Beweis: Derselbe Engel handelt weiter. Würden beide Teile getrennt der Rechtsausübung entsteigen, so wären dafür zwei Engel eingesetzt worden. Allein — der Wächter am Gibon ist es noch, der das Weitere zu schaffen hat.

‚Der Engel nahm das Räuchfaß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Stimmen und Donner und Blitze und Erdbeben. Warum Füllt der Engel das Räuchlaß abermals? Was ist mit dem aufgegangenen Räuchwerk und Gebet geworden, weil das goldene Reinigungsgerät auf einmal leer erscheint? Warum wird das Feuer überhaupt erst in das Reinigungsgerät getan?

Mit dem Gebetsinhalt mußten alle Übeltaten aufgerechnet werden, um aus der halben Stunde himmlischer Stille noch eine halbe Gnadenzeit zu machen. Also ist das Räuchgefäß wieder leer. Um zu helfen, ist jede verfügbare Kraft bereitgestellt, zuletzt auf der Basis voller Rechtsausübung, was für die Materie ‚Gericht‘ bedeutet. Eben dieses wird nun im Räuchfaß vorbereitet, in dem Gefäß, wo alle Lichtopfer eingesammelt werden.

Der Wächter nimmt statt Räuchwerk Altarfeuer, vom silbernen Teller auf dem Heiligen Herd, das nicht verlöscht, auch nicht während der unbekannten Schöplungsnächte. Es ist zweierlei Macht, Kraft, Gewalt und Stärke, gleichwie ein Zweites das goldene Räuchfaß füllt. Die Lohe höchster Segnung wird nun von schwerster Zornabrechnung abgelöst, weil die Finsternis die Opferung des Reichs verschlungen, ja — veruntreut hat. Also kann das heilige Feuer sie nicht aus ihrem Pfuhl erheben, sondern muß erst auf sie fallen.

Auf die Erde schütten = Erde auch da wieder Wirklichkeit, nebenher die ganze Materie, sowohl die substantielle als auch die wesenhalte der Finsternis. Schütten = wird durch nichts mehr aufgehalten, zumal das goldene Räuchfaß von allem Guten leer geworden ist. Das bringt auch den Übergang zum nächsten Bild, dessen Auftakt das Posaunen des ersten Engels ist. Irdisch fängt es mit dem Zerfall von Israels zehn Stämmen an (722 v. Chr.). Darüber wird noch zu berichten sein.

Diesem Ereignis gehen eine Menge Wehen schmerzhaftester \atur voraus. Eine vierladie Wehe! Stimmen, Donner, Blitze und Erdbeben! Sie hat darin ihre Zahl, weil die übrigen drei Wächter durch den zwar allein Tätigen ihr Mitamt auch betreiben.

Stimmen = Anklagen, gen Himmel schreiend wegen übergroßer Ungerechtigkeit. Die Stimmen werden Donner = erste Anzeichen der Vergeltung. Obwohl der Welt — sinnbildlich Israel — viel Übles widerfährt, kehrt niemand um, und da heilige Gewitter zieht herauf. Blitze = wüste verwirrungen. Israel schlägt sich selbst und mit allen Völkern. Wie die Könige auf Erden immer neue Ränke schmieden, also fahren die Vergeltungsblitze nieder und verwirren all ihr Tun. Als Könige sind nicht nur regierende Herrscher gemeint, auch andere Einflußreiche.

Warnende Stimmen zur Welt gesandt, werden in den Wind geschlagen, die Sendlinge werden verfolgt und getötet. Kein Wunder, wenn das vierte, Zerstörung, unaufhaltsamer Verfall, nicht ausbleiben. Nur noch ein besonderer Anstoß, und die von Beben unterminierten Staaten überfüllt totale Vernichtung. Erdbeben = Revolte, Aufhebung jeglicher Ordnung; Moral und Sitte werden Schmutz.

Noch ist‘s keine letzte Last, noch ist die Gnadenzeit für Israel, für die Menschheit, nicht ganz abgelaufen. Nur wird die Gnadenfrist nicht angenommen, und die Erdbeben geschehen durch Aufhebung jeder geistigen Ordnung und aller himmlischen Rechte.

‚Die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet, zu posaunen.‘ Der Beginn vom zweiten Bild dieses Gesichts. Auf die Bedeutung der Posaunen ist schon hingewiesen worden. Die auf Erden wohnen, können sich der Wahrheit nicht verschließen. Die Macht-Stimme des Ordnungsträgers kommt durch seine Posaune auf Israel, bald und später auch auf alle Völker. ‚Und es ward ein Hagel und Feuer mit Blut gemengt, und fiel auf die Erde; und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.‘

Das vom Wächter des Gibon auf die Erde geschüttete Feuer war jenes aus verletzter Heiligkeit. Der Welt kann kaum zu helfen sein, es sei denn, der weiße Reiter (Gott als Jesu) wird bei Seinem Kommen anerkannt. Seine höchsten Würdenträger, die Fürsten, haben sich gerüstet = die Zeichen ihrer Eigenschaften zur Hand genommen, und schon der Erste kann mit seiner Waage nicht mehr wiegen; er muß wägen! Beispiel:

Ahab, einer der letzten Könige Israels (2. Chro. 18), kennt nur Niedertracht und Tücke, vor allem boshafteste Gotteslästerung. Er wird von der Waage verworfen. Der Hagel, außerdem gemengt mit Feuer = vernichtet Ahabs Haus. Hagel fällt über ihn und sein Volk = sein Vorhaben wird zerschlagen; seine Herrschaft geht zu Ende. Und mit Blut gemengt = die Kriege und Bürgerkriege. Das gilt aller Welt.

Der dritte Teil der Bäume verbrennt = Mißerfolge von Staat und mancher Wissenschaft; Gras = Arbeit der Niederen, Unwürdigen. Das Rechtssymbol des Gottesurteils waltet, bis seine Kraft dem Kommenden übertragen wird. Bäume als solche = Hohe, haben noch einen Teilerfolg; Gras als solches = Niedere, Geringe, die keinen oder geringen Einfluß auf den Weltverlauf und auf die Hohen haben.

An Israel zeigt sich für die ganze Welt der Verlauf des Rechts. Noch werden zwei Stämme wegen ihrer Aufgabe geschont, nämlich‚ DEN zu erwarten, Der das Volk, die Erde, heimsuchen will. Allein, der Niederbruch ist auch für Juda später nicht mehr aufzuhalten. —

‚Der andere Engel posaunte: und es fuhr wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer; und der dritte Teil des Meeres ward Blut, und der dritte Teil der Schiffe wurden verderbt’. Großer Berg = hoher Herrscher; geistig UR, Der die widergöttliche Welt verzehren will. Für Israel der König der Assyrer, der Samaria zerstört. Doch auch die Assyrer ereilt das gleiche, denn ‚Es wird sich empören ein Volk wider das andere‘ (Matt. 24,7). Das war schon mit dem Anbruch der Rechtsausübung gültig. Fürst Michael hat sein Schwert zur Hand = zu Recht genommen; nur wenig mehr zu schützen als weit mehr zum schlagen.

Großer Berg = König; führt mit Feuer = plötzlicher Krieg; mitten ins Meer = ins irdische Treiben; ein Drittel wird Blut = von den Völkern auf den Schlachtfeldern; ein Drittel der lebendigen Kreaturen im Meer = Führende und Empörer; ein Drittel der Schiffe werden verderbt = Verbindung, Rettung, erdachte Hilfe bleiben nur Teilerfolge.

So geht‘s den Völkern, die Gott verloren haben, deren Regierungen zum ‚härenen Sack‘ werden. Auch Juda trifft das Schicksal. Zweimal wird es nach Babylon entführt; dann fällt es unter die ägyptische und die syrische Herrschaft, bis es vor JESU Geburt von den Römern unterjocht wird, wie es hernach durch völlige Zerstörung (70 n. Chr.) als Volk aufgehört zu existieren. Das Zwölf -Stämme-Volk ist irdisch abgetan. —

Es posaunt der dritte Engel, der Weisheitsträger. Sein Rüstzeug ist die Sichel (14, 15). Er kann nicht ernten, er mäht nur und läßt liegen. ‚Es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und über die Wasserbrunnen. Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser ward Wermut; und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie waren so bitter geworden.‘

Die für die Materie, zumal für diese Welt anfallende Deutung des Sternes = der Heilige sendet ein weiteres Gericht. Das fällt wie eine brennende Fackel = unausweichbare Gefahr, über den dritten Teil der Wasserströme = Propaganda, allerlei Triebe; und Brunnen = verschiedene Ansichten, Glaubensmeinungen. Die sind so ausgedörrt, daß die Fackel ihre Wasser = Bewegungen vernichtet.

Ferner gilt es noch so: Wahre Lebensart unter den Menschen ist am Verderben, ihr Tun ohne Inhalt, ohne Geist; fast nur Materie, der Grobstoff gilt. Hier ist der Stern die Lehre vom Stofflichen, das in seiner Substantialität wie ein ‚großer Stern vom Himmel‘ erscheint. Himmel = Anschauungen, Wahrnehmungen; Wasserströme = die Weiterleitenden; Brunnen = die in Irrung Haftenden.

Doch wann, wo und wie der Stern die Erde berührt = Wirklichkeit wird, Leben und Denken beeinflußt, zeigt sich, was mit ihm gekommen ist: Wermut = Wehemut! Die macht das Wasser bitter = Lehre vom Stoff ohne Geist nimmt die Gnade weg. Wer diese Lehre trinkt = annimmt, wird verseucht bis zum materiellen und inneren Tod. Letzterer ist schlimmer als der leibliche. Der Stern Wermut hindert die Erkenntnis und Trägerschaft von Geist und Wahrheit.

Obwohl dieses oft geahnt, stürzen sich die Menschen auf alles, was die Lehre des Nur-Stoffes bietet und meinen, ein großer Stern wäre ihnen aufgegangen. Ihn reißen sie an sich und merken erst zu spät, daß sie den Geist verloren, also den geistigen Tod genossen haben, wodurch ihr Leben bitter = armselig geworden ist.

An dieser Stelle ist das ‚ein Drittel‘ besonders zu beleuchten. Es kommt am wenigsten auf die genaue Zahl an, sondern dieses Drittel hat eine einzige Bedeutung, die allein Geistiges betrifft. Als UR Seine ersten Großgeister, mit reicher Erkenntnis ausgestattet, schuf, hatte Er Sadhana Sich gegenüber zum geheiligten Negativ des Werkes erhoben. Aus der waltenden Machtpolarität ließ Er in ihr ein Drittel der Werkmacht in vollständiger Verkörperung entstehen, während zwei Drittel auf die sieben Geister entfielen.

Diese Teile, das eine und die zwei Drittel, standen sich immer gut, während der Schöpfungsfreiheitsprobe aber kämpfend gegenüber. Sadhana versuchte, nach der ganzen Macht zu greifen und — fiel in ihrem Bestreben, ‚Gott gleich zu sein‘ (1. Mo. 3, 5). Damit fiel auch ein Drittel der Werkmacht, sowohl in Gestalt von personhaften Wesen (12, 7), als auch von Kräften aus dem Werkverlauf.

Es fand Verkörperung in der Materie statt, auch da in Form von Wesen und Kräften. Sollte dieses abgesprengte Drittel erlöst, eben wieder zum Lebensbewußtsein, zum Geist erhoben werden, konnten nur zwei Dinge geschehen. Entweder erkannte Luzifer vor der Materie-Haft das Reich wieder an oder mußte geschlagen werden – die Rechtskraft mußte zur Ausübung gelangen. Letzteres ist eingetreten, was sich auf das von Johannes in allen Gesichten verkündete immer wiederkehrende ‚ein Drittel ward geschlagen‘ bezieht. —

Der vierte Engel. Seine Posaune, die Stimme des Rechts, kann zwar mißachtet, nur niemals überhört werden. ‚Und es ward geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, daß ihr dritter Teil verfinstert ward und der Tag den dritten Teil nicht schien und, die Nacht desgleichen.‘

Gilt wohl die Deutung auch zuerst dem Wesenhaften, so bleibt es trotzdem für das Irdische nicht ohne Ausschlag. Gerade der vierte Engel mit seinem Zeichen ‚Kelter‘, die zum guten oder unbrauchbaren Wein keltert, läßt seine Kraft aus priesterlichem Ernst die Rechtsausübung über das verdorbene Geschlecht der  Erde fallen.

Sonne = Führung, Monarchen, Präsidenten der Welt, bringen wenig Klarheit, führen die Völker nicht auf die Berge der Lauterkeit; so werden sie um ein Drittel verfinstert auch verkürzt. Es gibt nur selten lange Regierungszeiten; in ihrer Verfinsterung verfehlen sie den Weg. Wie die Regenten, so die Völker, die solchen Regierungen willig dienen. Selbst im Persönlichen werden sie geschlagen. Immer weniger geistig und körperlich gesunde Herrscher treten auf. Die Denk-Intelligenz ist hier gemeint.

Desgleichen werden die Völker geschlagen, ihre Zeit verkürzt, verfinstert, was zu weiterer Verschlechterung von Wahrheit und der Lebensrechte führt. Statt Rechtlichkeit herrscht Unredlichkeit, und einer macht‘s dem andern nach, sogar in Überbietung. Denn der Mond = Volk sagt: Wenn die Großen und Reichen so handeln, können wir das auch. Der Mond geht der Sonne quasi nach.

Nicht anders die Sterne = Könner, die ‚Weltleuchten‘. Manche sind bestrebt, der Menschheit zu dienen, nur kaum zum Himmel = Wahrheit. Auch ihnen gilt das ‚Drittel als Anteil des Falles. Somit bleibt das meiste ungesegnet, für sich selbst, für die Sonne, zumal für den Mond. Daher ihr Tag = Erkenntnis, ihre Nacht verdeckte Ehrsucht, Gewinn, um ein Drittel verfehlt.

‚Und ich sah und hörte einen Engel fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen, vor den andern Stimmen der Posaune der drei Engel, die noch posaunen sollen!‘

Daß man diesen Engel sieht, ist erklärlich, daß man ihn fliegen hört, ist eine andere Sache. Eines Vogels Flügelschlagen hört man nur, wenn er dicht über die Erde streicht. Der Engel fliegt also dicht über die Erde hin, seine Zeit ist ganz nahe herbeigekommen. Gleichzeitig sieht Johannes: den Auftrag und hört den Befehl, der ausgeübt werden soll.

Mitten durch den Himmel = das Gnadenbuch wird durchschnitten, das Licht für die Erde in zwei Teile getrennt. Wer es erkennt, wird aus dem oberen Teil erleuchtet und gesegnet; wer es zurückstößt und sich abwendet, muß aus dem unteren Teil = unterhalb des Gnadenbandes die Verfinsterung und Zerstörung über sich ergehen lassen.

Die große Stimme = an dieser Stelle die mit den nachfolgenden drei Posaunen eintretende Rechtskraft, als dreifaches Wehe angekündigt. Die auf Erden = die sich den äußerlichen Mächten, dem KraftTrieb der Materie, der Nur-Stoff-Lehre zur Verfügung stellen, ihnen dienstbar sind; wohnen = dem Grobstofflichen verhaftet sind, ohne Kenntnis und Anerkenntnis der Gott-, der Geisteslehre.

Kapitel 9   (Ps. 94, 1-11)

Den sieben Bildern des zweiten Teilsgesichts folgen zwei, die die erste vergangene Zeit rückblickend und zeitgeschehend samt der Sühne zeigen. An sich stehen sie isoliert da, handeln aber von der letzten Lebensdauer Juda‘s, wie in großem Umfange der vorchristlichen Welt.

‚Und der fünfte Engel posaunte: und ich sah einen Stern, gefallen vorn Himmel auf die Erde; und ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben.‘ Auch hier sieht Johannes zuerst die jenseitige Ursache und dann die Folge. Gelenkt und geleitet aus dem ungeheueren Zusammenspiel beider gewaltiger Schöpfungsfundamente ist der fünfte Fürst des Lichts als ‚Gedulds-, als Kelchträger‘ jener, der die Posaune zu diesem Bilde bläst.

Ursache des Gerichtes ist das erste Kind. Doch die persönliche Bosheit der Weltlinge ist nicht ohne Ausschlag. Sie sind zwar mehr Bazillenträger, während Luzifer sinnhaft der Bazillus, der Erreger ist. Unendliche Geduld bringt UR auf, um dem Gefallenen zu helfen. Rechtsausübung und letzte Gerichtsabrechnung bleiben die größte Hilfe; in ihnen offenbart sich auch die größte Geduld.

Der jetzige Stern, nicht identisch mit dem vorherig ‚gefallenen Stern vom Himmel’, war Sadhana, das größte Himmelslicht. Gefallen vom Himmel = abgefallen von UR und eigner Bestimmung. Auf die Erde = wirklicher Fall. Das Sternlicht ist Irrlicht geworden. Der Glaube artet in Un- und Aberglauben aus. Darauf baut man fester, weil es scheinbar mehr irdische Chancen bietet als ein An-GOTT-glauben. Was ist das für ein verderbliches Irrlicht!

‚Ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben.‘ Einen Ab-Grund gab es vorher nicht, er entstand nach dem Kampf zwischen Michael und Luzifer. Letzterer erhielt hernach die Stätte, wo er bleiben konnte. Schwer verständlich, warum ihm nun der Schlüssel zu dieser Schauerlichkeit gegeben ward, die er öffnen kann.

Und die UR-Geduld dazu? Wäre Luzifer nicht selbst der Schlüssel zu seinem Abgrund gegeben, kein Lichtkind hätte ihn aufgetan. Würde aber niemals aufgeschlossen, so könnte kein Gefangener zur Erlösung kommen. Denn nur der eigenen Verausgabung konnte eine freiwillige Umkehr folgen. Daß dieser Einkehr auf dem Wege heilig-verborgener Bündnisgnade das UR-Opfer gegenüberstand, ist eine Sache ganz für sich. Sie erhält noch ihre Sonderaufklärung.

Satan muß sein eigenes Bereich aufstoßen, um die ihm verbliebenen Kräfte zur Veräußerung freizugeben. Vom Himmel = UR-grund; auf die Erde in die Materie; Schlüssel = die Möglichkeit gegeben; Brunnen Macht zum Einfluß; Abgrund = Höllentiefe; auftun = tätig werden. Der Einfluß dieses Brunnens versiegt nicht so rasch. Denn:

‚Und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.‘ Statt Wasser kommt Rauch = Vergiftung; großer Ofen = Umfang, auch Abtrünnigkeit. Seitdem es Menschen gibt, schon vor Adam, durfte Satan seinen Einfluß geltend machen, weil dahingehend er am ehesten den Lichtsieg spüren mußte.

Daß es ihm möglich war, die ‚Sonne‘ zu verfinstern Widerpart zu setzen, liegt im Abwicklungsprozeß des Kampfes zwichen Licht und Finsternis. Die von GOTT bei jeder Menschbildung Selber offenbarte reine Lehre gilt dem Bildsinn nach als Sonne = UR-Licht; wurde verfinstert = ‚Sollte Gott gesagt haben…‘ Luft = Leben aus der Lehre, Befolgung der heiligen Gebote. Luft bedeutet hier wie diese Sonne tiefgeistig das UR-ATMA; das wird verdeckt, unkenntlich gemacht.

‚Aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde; und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben.‘ Aus Un- und Aberglauben kommen tierhalte Triebe, vornehmlich gegen Ehre, Liebe und Leben. Eine Seele ohne Glauben hat wenig Verständnis für des andern Ehre, für die reine Liebe, noch weniger für das Lebensrecht. Heuschrecken = Wüstlinge, Fresser, nicht nur leiblich!

Auch das Volk, an dem die Welt ihren Freiprozeß, Genesung und Erhebung zu GOTT erfahren sollte, hat sehr versagt. Seine Diener, die Einflußreichen, Mächtigen, Gewaltigen, Großen, stehen im Schatten erbärmlicher Königslichter. Unehrenhaftigkeit, Lieblosigkeit und Verachtung menschlichen Lebens sind die drei großen Grundtriebe der Welt, aus denen alle anderen wie Heuschreckenschwärme strömen.

Obwohl sie aber wie Skorpione = stechend tödlich wirken, unterstehen sie dem Lichtbefehl, ‚… daß sie nicht beschädigter das Gras auf Erden noch ein Grünes noch einen Baum, sondern allein die Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen. Zunächst gelten hier als Gras = Ehre, Grünes = Liebe, Baum Leben. Trotz Dämonismus wohnen noch Ehre, Liebe und Leben bei allen Lichtern; und das Verbot bezieht sich auf das geistige Ethos der Gesiegelten, die GOTT, aber keine Menschenmacht gekennzeichnet hat. Alle ohne Gottessiegel werden betroffen, gleichgültig, als was sie sich ausgeben.

Trotz offenem Tor des Abgrunds bleibt das Reichswerk suverän. Es kann gefährdet, aber nicht aufgehalten werden. War schon zur Bildzeit der Himmel bei den Lichtern auf der Erde nicht gestorben, so ist auch späterhin der heilende und heiligende Einfluß absolut nicht einzudämmen. Der allheilige Opfertäger JESU sagt: ‚Ich nehme nicht Ehre von Menschen.‘ ‚Ich suche nicht Meine Ehre; es ist aber EINER, der sie sucht und sichtet!‘ Noch: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben (Joh. 5, 41; 8, 50; 11, 25). JESU Lehre und Erlösung aus Ehre und Leben ist LIEBE!

An diesem Höchsten hat der Abgrund keinen Teil. Darum wird den Heuschrecken = allen finsteren Machinationen bei den Siegelträgern Einhalt geboten. Siegel = Verwahrung aus Gott; Stirn geistig hohe Ethik. ‚Es ward ihnen gegeben, daß sie sie nicht töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen schlägt.‘

Nicht töten! Der HEILIGE, Dessen Gebot lautet: ‚Du sollst nicht töten‘, widerspricht sich nicht. Im Menschen bleibt sogar hei zunehmender Gemütsversteinerung eine Stimme wach, die niemals ganz versiegt. Vor allem vor dem Sterben bricht oft das Gewissen mit Gewalt wieder auf. Solange dieses nicht getötet ist, solange bleibt der Weg zur Umkehr offen. Das ist die geheime Bündnisgnade, deren urgewaltiges Treiben kaum erkannt worden ist. Mit dem Befehl an die Heuschrecken ist sie aber dargetan.

Ward ihnen gegeben = müssen im Bedingungsgesetz der Bündnisgnade handeln, unbewußt, doch gelenkt von dem treuen und wahrhaftigen Zeugen. All die Großen und Kleinen der Erde, die sich um das Siegel nicht bemühten, werden ihres verruchten Lebens wegen gequält = das Gewissen, die Qual ihrer Ruhelosigkeit bei Tag und Nacht; zugleich ihr hetzendes Treiben nach hohem Stand, Gewinn, den Nächsten zu schaden und zu unterdrücken, wo immer es nur möglich ist.

Auch hier herrscht die geistige Deutung vor, die fünfte Posaune, fünf Monate Zeiten ohne Friede, Freude, Ruhe, Glück und Glaube. Sie können sich der Reihe nach einander ablösen oder auch nebeneinander herlaufen, jenachdem der Mensch sich gegen GOTT erhebt. Irdisch und im Ablauf der Bildereignisse sind es fünf gegrenzte Zeiten, die Juda als Symbol, aber auch die Welt erleben muß: Vom Zerfall Israels bis zur ersten Wegführung nach Babel; Gefangenschaft; abermalige Wegführung; und die Zeit bis zur ägyptischen Oberhoheit.

Als ob Skorpione Menschen schlagen = dem Schicksal preisgeben. Es ist noch nicht der Höhepunkt, wo die Völker wie Sternschnuppen auf- und niedersteigen. ‚In den Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden; werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen.‘ In den Tagen = offenkundig, bewußt; den Tod suchen = unbequeme Stimmen in sich abtöten, die GOTTES-Stimme, die in ihnen spricht. Allein — dieser Stimme tun sie ganz vergebliche Gewalt. Den Tod suchen sie umsonst.

Auch der Leibestod wird gesucht; wohl mögllichst auf die billigste Art. Denn jeder Tod dünkt sie dann der schwerste zu sein; und mit allen Todesschauern sind sie dennoch nicht gestorben. Während des zweiten und vierten ‚Monats‘ den Gefangenschaften in Babel, (wie überall), sind es; meist die Großen und Reichen, die das Sterben gerne suchten. In den übrigen Zeiten möchte es wieder das arme Volk, von den eigenen Oberen nur zu oft geknechtet. Das Bild wiederholt Sich ferner in weit größerem Ausmaß während des dritten Offenbarungsteiles, in der ‚Weitere Rechtsausübung‘.

‚Die Heuschrecken sind gleich den Rossen, die zum Kriege bereitet sind; und auf ihrem Haupt wie Kronen, dem Golde gleich, und ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz.‘ Im Gegensatz zu den vorher gezeigten Pferden wird das Wort ‚Rosse‘ angewendet. Im Bildsinn ist auch das Roß eine Kraft, jedoch eine niedere, dämonische, was die Heuschrecken ‚den Rossen gleich‘ beweist. Tierische Triebe werden stark, was auch das Aufkommen von Kriegen bedeutet. Darum ‚die zum Krieg bereitet sind.‘

Auf ihrem Haupt wie Kronen = erhaltene Herrschaft; aber nur ‚wie‘ = vorübergehend; dem Golde gleich = wirkt echt. Doch gleich Gold wie Kronen, also nicht echt, nur scheinbar. Die Scheinherrschaft bleibt keinem belassen, wer sie auch eine zeitlang gleich wie eine Krone trägt. Das ist bestätigt mit: ihr Antlitz gleich der Menschen Antlitz = vorgetäuscht, ungeheuerer Betrug.

Sie sprechen ‚Im Namen der Menschlichkeit und ihrem Recht!‘ Sie tragen die Maske eines würdigen Gesichts, der Ehrbarkeit und der Regierungstreue; innen aber sind sie voll brutaler, geistloser Gier und Trieben, die dem Brunnen des Abgrundes entstiegen sind und ferner entsteigen. Selbst im Namen der HEILIGKEIT wollen sie zeigen, daß sie menschlich handeln; aber der Rauch des großen Ofens = Finsternis der Hölle, beherrscht ihre Herzen.

‚Und hatten Haare wie Weiberhaare und ihre Zähne waren wie die der Löwen. Haare = lang, geschmeidig, verstehen es, um Zeit zu gewinnen, Versprechungen zu geben, die nicht eingehalten werden. Wie Weiberhaare können sich drehen und wenden, ihr Arm reicht weit; Zähne wie Löwen brutal, gewissenlos, das Gewissen wird gewaltsam unterdrückt; außerdem: ihr Fang zermalmt, wie der Löwe sein Opfer frißt. Ehre, Liebe Leben gilt so viel wie nichts. Die unter dem Terror Leidenden seufzen und klagen: O Herr, wie lange noch — —?

‚Hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel wie das Rasseln an den Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen.‘ Panzer = Privileg, umgeben sich mit ihrem Staatsgesetz; eisern = unbeugsame Härte. Der Schrei nach Barmherzigkeit dringt nicht durch ihr geschmiedetes Gesetz, an dem das Recht der Armen, der Schutz von Getretenen zerschellt. Rasseln = Rufen: wir wollen das Beste! Flügel = heben sich über ihre Rechtsbrechungen, über das maßlose Leiden ganzer Nationen skrupellos hinweg.

Wagen vieler Rosse = Schnelligkeit, Ausdauer in Politik und Urteil; allgemein aus niederer Kraft, denn: die in den Krieg laufen = die Unfriede, Bürger- und Völkerkrieg heraulbeschwören. ‚Ja, sie laufen hinein. In der Sucht, ihrer Macht zu frönen, rennen sie auch ihrem eigenen Unglück in den Arm. Noch kein Krieg brachte Frieden! Solches wird immer weitere Bahnen ziehen. Das zeigt das Nächste an.

‚Hatten Schwänze gleich den Skorpionen, und es waren Stacheln an ihren Schwänzen; und ihre Macht war, zu beschädigen die Menschen fünf Monate lang.‘ Schwanz = böses Ende; ferner Schwanz einziehen, ihr Vorhaben verdecken; mit Stacheln = Heimtücke, Niedertracht. Ein Kriegsende ist auch ein Schwanz mit Stacheln; der Sieger unterdrückt den Besiegten aus Triumph, aus Furcht; und der Besiegte sinnt auf Revanche. Die fünf Monate beziehen sich auf das schon Gesagte.

‚Hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds, des Name heißt auf hebräisch Abaddon, und auf griechisch hat er den Namen Apollyon. Ein Wehe ist dahin; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach dem.‘ Der Engel des Abgrunds ist Luziler, in seiner Welt ein ‚König seines Linsengerichts‘.

Abaddon, Apollyon = Sohn der Finsternis, Verderbnis. Er beherrscht jene Menschen, die wie Heuschrecken gegen das Licht schwärmen. Doch ihnen sind nur Zeit und Macht im Ausgleich der zwei Schöpfungsfundamente zugelassen. Die zwei Namen zeigen beliebige Tarnungen an.

Die erste Wehe-Stimme umfaßt weiter das große Geschehen, aber alle drei Wehe füllt den zweiten, dritten und vierten Teil des zweiten Hauptgesichtes aus, wonach das erste Wehe seine Kraft im kommenden neunten Zeitbild behält, das bis zum Untergange Judas reicht. Das zweite Wehe erstreckt sich bis zum Ende der Rechtsausübung (1914).

Zwischen der zweiten babylonischen und der ägyptischen Herrschaft über Juda hat sich das: achte Zeitbild erfüllt. Das neunte steigt wie ein Sternbild am Himmel auf, dem viele Menschen Einflußkräfte zuerkennen. Sie haben nicht ganz Unrecht. –

Der sechste Engel posaunt. Der Liebeträger im Zeichen ‚Kreuz‘. Wie eigenartig, daß er die Barmherzigkeit bewirkt, die ihren eigenen Träger hat. Johannes ‚hört eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott.‘ UR: Schöpfer-Treu, Priester-Wahrhaft, Gott-Amen, Vater-Imanuel! Nur Seine Stimme kann aus den vier Altarecken dringen — aus der hodiheiligen Vierwesenheit, der UR-Souveranität von Macht, Kraft, Gewalt und Stärke. Goldener Altar = echter, edler Rechtsschutz, besonders in der Rechtsausübung waltend.

Der Reichsherr gebietet dem sechsten Lichtfürst: ‚Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat.‘ Diese Engel lassen sich nicht auf die vier Wächter Engel (4 Tiere) an den vier Strömen beziehen. Zuerst muß der Strom Euphrat erkannt werden. Er bedeutet, wie schon enthüllt, die vierte Herzkammer URs, das heilige Vaterprinzip Barmherzigkeit, die diese Engel während der Bilddauer vertreten. Sie sind Vergebung, Befreiung, Erhöhung und Belohnung.

Der Liebeträger soll sie lösen = zur Waltung freilassen; denn da sie an dem Euphrat, dem Vaterstrome angebunden waren = nur für die Barmherzigkeit tätig, die als Eigenschaft die Herrschalt über sie besaß, konnten sie nun Vergebung, Befreiung, Erhöhung und Belohnung einsetzen, wenn das auch nicht jederzeit am Platze ist.

Nun ist es anders geworden. Die Menschen und ihr König Abaddon haben im widerlichen Kampfe gegen GOTT und wegen Verletzung der heiligen Barmherzigkeit das Verhältnis dieser Eigenschaft zu den vier Engeln umgekehrt. Darum werden sie für die Welt so gelöst = brauchen nicht aus der Barmherzigkeit aufzutreten, sind vorläufig ‚ihres Amtes los‘, soweit es sich um die Gefallenen und Abtrünnigen handelt und zwar zunächst bis zum Ende dieses Zeitbildes, also bis zur Ankunft des Königs UR-Imanuel auf Erden!

‚Es wurden die vier Engel los, die bereit waren auf die Stunde und auf den Tag und auf den Monat und auf das Jahr, daß sie töteten den dritten Teil der Menschen.‘ Vorweg gesagt: die Heuschrecken durften nur quälen; die Engel sollen töten, wieder den dritten Teil, womit die Reichsmacht und ihr Vorbehalt abermalig offenkundig wird.

Der hier gemeinte Tod, wie fast allenthalben in der Offenbarung, ist der zweite (21,8), die Geistverlassenheit. Über diesen hat die Finsternis keine Macht. Ob ihm einmal eine Auferweckung folgt, wird späterhin gezeigt. Das Bild, irdisch ausgelegt, gilt den letzten Kriegen um Juda und der damaligen Zeit, in der leicht ein drittel Menschen starben. Auch Lichtkinder fallen unter die ‚Rufe der vier Engel‘, freilich nur der Befreiung wegen. Denen ‚ohne Geist‘ bringt die Bildwirkung den Ort unterhalb der Kluft.

Nicht leicht sind die Zeitangaben aufzuschlüsseln. Der sechste Fürst läßt JESU Lieblingsjünger mehr sehen, als alle Seher jemals in diesem Sinne wahrgenommen haben. Es sei erst vom Jahr die Rede. Die dritte Wesenheit GOTT in Geduld und Liebe dominiert im dritten UR-Jahr, jenem der TAT. Und dasselbe ist gemeint. Auf den Monat der erste des Tat-Jahres; auf den Tag = der sechste dieses Monats, jener Tag, an dem im Zeichen des Kreuzes der sechste Leuchter angezündet wurde. An diesem Tage geschah der Fall ab der sechsten Stunde. In ihm ereignet sich die letzte Löse; und rund sechstausend Jahre dauert die letzte, die adamitische Epoche.

Die Lösestunde aber ist die vierzehnte. (Lösezeit insgesamt: 1. Zeit die erste Erde; 2. Zeit = vor Adam; 3. Zeit ab Adam bis Christus; eine halbe Zeit = ab Christus bis zum Ende der Materie. Dazu bibl. Hinweise u.a. Offenb. 11, 2; 12, 6 und 14; Dan. 7. 25; Jak. 5, 17). Alle sieben Eigenschaften in positiver und negativer Wesenheit als Cherubim und Seraphim sind als Symbol der UR—Person daran beteiligt. Das ist die Zeitangabe für die Welt, die aus der geistigen entsteht, nämlich: Die Geburt Christi, mit der großen Vorschattung von Adam, zuletzt von jenem Augenblicke an, da Juda sich des reichsgeistigen Vorrechts selbst begab. (14 Stunden sind auch als 14 Hilfsstationen, im kath. Glauben als die 14 Nothelfer, anzusehen).

Der dritte Teil betrillt das Enthüllte, doch auch die dritte, die adamitische Periode bis JESU. ‚Und die Zahl des reisigen Volkes war vieltausendmal tausend; und ich hörte ihre Zahl.‘ Das reisige Volk sind Gewappnete, hier die Masse, die sich ihr vermeintliches Recht mit Gewalt erringt, Macht und Regierung an sich reißt. Johannes hört ihre Zahl, kann sie irdisch aber nur im Umriß nennen, es sei denn, er sagt Äon dafür.

‚Also sah ich die Rosse im Gesicht und die daraufsaßen, daß sie hatten feurige und bläuliche und schweflige Panzer; und die Häupter der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer und Rauch und Schwefel.‘ Rosse im Gesicht = erst kommend; aber sah= Vergangenheit; darauf saßen = festes vornehmen; ihre Panzer = die Unerbittlichkeit; feurig Verbrennen von Recht und Wahrheit; bläulich das Recht der Unterdrückten zerschlagen; und schwefelig das Recht des Glaubens erstickend.

Rosse = niedere Kraft; Löwenhaupt = Masse, im Widerspiel der Welt vornehmlich die Mächtigen mit niedrigen, tierischen Gesinnungen; und Mund = Sprache, die Völker verführend; umgekehrt: die Völker beherrschen revolutionär (mit Gebrüll) ihre Zeit und die Großen und die Einflußreichen. Feuer solcher Sprache = Krieg, Dämonie, Rache; der Rauch = Vernebelung von Wahrheit, Recht und Freiheit; Schwefel Erstickung des Vorhergesagten. Insgesamt: Sturz der Mächtigen und ihrer Völker in tödliches Verderben.

Das geschah mehr oder weniger bei allen vergangenen Völkern, und das geschieht bis zur letzten Ernte des Reichs. ‚Von diesen drei Plagen ward getötet der dritte Teil der Menschen, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihrem Munde ging.‘ Die Wiederholung bestätigt hier die absonderliche und absolute Schwere.

‚Denn ihre Macht war in ihrem Munde; und ihre Schwänze waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit denselben taten sie Schaden.‘ Macht im Munde = Überredungskunst, zwingender Einfluß und drehen das Gesetz der Liebe um; Schwänze gleich Schlangen = üble Folgen, nachdem sie aus geredet haben. ‚Die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde.‘ (1. Mo. 3, 1). Deshalb viel Schaden! Die Schwänze haben Häupter mit Machtbefugnis ausgestattete Große, Mitarbeiter; des Mundes = Oberster.

‚Die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, ehernen, steiner nen und hölzernen Götzen, welche weder sehen, noch hören, noch wandeln können; und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei, Hurerei und Dieberei.‘

Die übrigen Leute = die das Unrecht durch stillschweigen fördern; tun nicht Buße = ebenso Anbeter des Abaddon mit der Rede: ‚Wir können es nicht ändern, wir sind ohne Schuld. Das sind die Zeitläufte. Doch den weltlichen Gewinn heimsen sie mit ein.

Für die Werke ihrer Hände = all ihr Mitgewinn, samt geduldeter Böswilligkeit; beten die Götzen an = ihr Sinnen nur auf Weltliches gerichtet, geben ihren Trieben nach, auch für und gegen die Welt, jenachdem, wie es ihrem Reichtum, Ansehen oder Gewalt dienlich ist.

Fünf Götzen herrschen vor: goldene, silberne, eherne, steinerne und hölzerne, deren Herrschaft anerkannt und gestützt wird. Das sind Mammon, Einfluß, Gewalt, Lieblosigkeit, Wort- und Treubruch. Aus jedem der fünf Weltmächte gehen zum weiteren noch vier Haupttriebe hervor: Mord, Zauberei, Hurerei und Dieberei.

Diese sind auch Unterdrückung, Täuschung, Ausbeutung und Raub von Leben, Ehre, Glaube und Gut. Unterdrückung ist einem Morde gleich. Natürlich steht der Leibesmord voran, worunter streng gesehen auch eine Hinrichtung entfällt. Wer kein Leben schaffen kann, hat kein Recht es zu vernichten! Man sollte mehr für Umkehr sorgen.

Zauberei = Täuschung, bewußt andere schädigen, sich dadurch Nutzen schaffend. Hurerei = geht gewöhnlich eine Ausbeutung einher, zumal bei den reinen von GOTT gesegneten den Menchen gegebenen Trieben. Gerade Zerstörung von Reinheit und Keuschheit durch Hurerei ist ein schlimmster Götzendienst. Dieberei ist an sich der Raub von fremdem Eigentum, hier aber vorwiegend das innere Vermögen. Raub von Ehre und Glaube bestraft Gott schwerer als das Stehlen weltlicher Güter.

Für das alles muß sich jede Seele, die Abaddon und seinen Götzen dient und keine Buße tut, rechtfertigen und verantworten. Es zeigt sich in der Folge, was aus ihnen wird.

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