Die zwei Zeugen: Mose und Christus. Zweite vergangene Zeit und ihre Sühne.
Kapitel 10-11 (Ps. 40, 6-11)
Das dritte Gesicht des zweiten Offenbarungsteiles enthält abermals vier Zeitbilder, deren zwei erste die Rechtsmacht des Buches und seine Verwahrung betreffen. Johannes wird zum außerordentlichen Verkünder, wie ja der Psalmist Gottes Gerechtigkeit, Wahrheit, Güte und Treue vor der großen Gemeinde nicht verhehlt.
Noch einmal sei gesagt, daß die vier Hauptteile der Offenbarung reihenmäßig eine Geschlossenheit bilden, was auch die Teilgesichte und einzelnen Zeitbilder betrifft. Jedes Bild hat seinen gesetzten Beginn und im Rahmen des Zeitgeschehens auch sein Ende. Die Folgen jedoch, die sich aus ihren Geschehnissen ergeben, wirken sich in den nachkommenden Zeitbildern ihres Teilgesichtes weiter aus.
Vor allem bei jenen des Rechts hat der Zeitanfang eine gewisse Vorschattung, weil — soweit es um die Johannische Offenbarung geht — der Ursprung der himmlischen und irdischen Ereignisse im Ab-Fall liegen. Es bleibt eine Ausstrahlung der Zeitbilder trotz Begrenzung bestehen, wonach sich die Plagen fortgesetzt verstärken, bis die heilige Rechtshand allem im großen Finale sein erlösendes Ende gibt.
Aus dem vorausgegangenen Teilgesicht war zu ersehen, daß das Volk der Völker wie auch die Weh sich des Urrechts und des Gnadenrechts begab. Kein freier Weg war zu finden, der das Unrecht noch vor der irdischen Erfüllung des UR-Opfers hätte ausgleichen können.
Das dritte Teilgesicht beginnt mit JESU Geburt und einer kurzen Vorzeit, um nicht mit der Geburt ein verstärktes Gericht einleiten zu müssen. Noch wissen nur die vier großen Engelgruppen, was die Geburt des HEILIGEN im Tiefsten auslösen wird, weil der ‚Bogen des Bundes und der Gnade des weißen Reiters‘ von vornherein auch über alle Rechtsausübung aufgerichtet worden war. Wer den Geist allein in sich regieren läßt, kann es zum Teil erkennen.
Um den gerechten, sühnenden, erlösenden, den ewigen Ausgleich zu schallen, wurde der ‚Geburt‘ viel vorausgestellt. Die Allmächtigkeit URs ist so unendlich erhaben, daß sie die ‚Geburt ihrer Liebe‘ als das ‚vollbrachte Opfer‘ anzusehen berechtigt war.
Es aber nicht nur zu tun, ja die letzte Freiheitsüberschreitung zu gewähren, deshalb ging als Bestandteil der Geburt der UR-Liebe ein umfassender Gnadenstrahl voraus. Um diesen handelt es sich bei den zwei Bildern: Die Rechtsmacht des Buches und seine Verwahrung. — ‚Ich sah einen andern starken Engel vom Himmel herabkormmen; der war mit einer Wolke bekleidet, und ein Regenbogen auf seinem Haupt und sein Antlitz wie die Sonne, seine Füße wie Feuersäulen, und er hatte in seiner Hand ein Büchlein aufgetan. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde; und er schrie mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und da er schrie, redeten sieben Donner ihre Stimmen.‘
Der Engel ist eine Verhüllung, denn stark = höchste Reichsmnacht, die noch anderes birgt als die bisherige Rechtskraft. Daber ein anderer Engel. Das bezieht sich nicht auf einen, der den vorherigen ablöst, sondern bekundet etwas ganz anderes. Vom Himmel = Reich des Wahrhaftigen; herabgekommen = gnädig herabgeneigt; mit einer Wolke bekleidet = Glanz und Mission verhüllt, was noch besagt, daß unter dem Wolkengewand ein anderer Geist tätig ist.
Haupt = Oberhoheit; darauf ein Regenbogen = Bogen des Bundes und der Gnade, über alles gesetzt (1. Mo. 9, 13-15); das Antlitz wie die Sonne = sein Ansehen pures Licht; seine Füße = Recht und Gericht, in Verbindung mit dem wie Feuersäulen = Heiligkeit und Gerechtigkeit. In seiner Hand = Zuständigkeit, Tätigkeit; Büchlein = Teil des großen Buches; aufgetan = dessen Inhalt tritt in Kraft; der rechte Fuß = Gericht; Meer = das gelallene Leben; der linke Fuß = Recht der Erbarmung zur Erlösung; Erde = Tatsache; große Stimme = alsbaldige Ausübung der Herrschaft, Ankündigung, weshalb auch wie ein Löwe = Herrscher.
Die sieben Donner beziehen sich auf zweierlei. Zuerst gelten sie dem Kommen des verhüllten Engels; als Stimmen sind sie die siebert Geister Gottes. Mit den Donnern sind sieben erschreckende Anzeichen verbunden. Insgesamt sind sie der Rechtsspruch der Vergeltung im Heilig-erlösenden wie im Strafe-erlösenden Sinn.
‚Da die sieben Donner ihre Stimmen geredet hatten, wollte ich sie aufschreiben. Da hörte ich eine Stimme vom Himmel sagen zu mir: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben; schreibe es nicht!’ Das Bild ist also weiterhin zu verfolgen. Es ist außerdem die einzige Versiegelung; alles andere steht offen. Denn der Anschluß lautet: ‚Versiegle nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch‘ (22, 10).
Der Engel ist der LIEBESOHN, der Sein Empyreum, Seine Majestätshöhe verläßt, um durch Seinen Herabstieg die Tiefe empor-zu-erlösen, zum ursprünglich gewordenen Sein! Darum hat Er Sich mit einer Wolke bekleidet = zugedeckt, nur als Engel = Sohn (Kind) erkenntlich. Denn würde sich die Versiegelung der sieben Donner nur auf die folgende Vergeltungen des zur Hand genommenen Rechtsbuches beziehen, da hätte es keines Wolkenkleides bedurft; es stünde auch im Widerspruch zur ganzen Offenbarungsart. Diese einzige Versiegelung umschließt allein das Zeitgeschehen: Die GEBURT JESU!
Nur der Heilige hat auf Seinem Haupte den Bund- und Gnadenbogen. Einer unerhörten Segnung wegen erscheint Er hier als Engel = Kind. Auch hat Er den Bogen über sich erhoben, hat Sich als JESU demselben unterstellt = Seine Herrschaft während Seiner Erdenzeit unter das versöhnende Opfer gebeugt. Rechtsbeweis: Antlitz wie die Sonne, Füße wie Feuersäulen! So sah der Seher den All-heiligen zuerst. Er zeigt Sich als Kind, damit kein Kind ewiges Gericht erleidet, aber als ‚starkes Kind‘ = erlösendes Vaterprinzip. Der Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige, hat Sich als JESUS-IMANUEL stark verhüllt, die Gottheit zugedeckt, wurde ein Kind der Erde. Auch später haben nur wenige Nachfolger Sein wahres Wesen erkennen können (Joh. 14, 9; Matt, 10, 20.) Die letztwillige Erkenntnis über ‚Wer war JESU‘, nur Sohn oder UR-Gott Selbst, konnte und kann nur ‚die Letzt-Zeit künden; darum diese einzige Versiegelung im letzten Bibelbuch über den EINEN GOTT!
Wer kann ferner außer UR das Buch aufgetan in der Hand haben? ER, Selbst das große, heilige Buch?! Zur Erde trug Er einen Teil Seiner UR-Person, das ‚Büchlein‘ vom Buch der UR-Ewigkeit in Raum und Zeit! Wie wahr dies Büchlein ist, wird sich zeigen, wenn Johannes mit ihm in recht eigenartige Berührung kommt.
Der Löwe und seine große Stimme sind gedeutet, aber mehr ist zu sagen, warum die sieben Donnerstimmen zu versiegeln sind. Wenn der HERR verhüllt zur Erde kam, wird nach so kurzer Zeit, wie diese Offenbarung der Sohn-Erscheinung nachgesetzt ist, nicht schon die Letzt—Enthüllung vorgenommen. Wie Johannes kraft seines Geistes und seiner hervorragenden Liebe zum HERR es schauen darf.
Er muß sogar seine eigene hohe Erkenntnis versiegeln. Die sieben Donner lehren ihn das Geheimnis der Geburt, des Lebens und der Niederfahrt zur Hölle, die er schon sah. Die Wahrheit über UR war zu versiegeln, weil die Materiezeit noch unreif war. Gerade aus der Gerichtssühne war es das auf ganz unbekanntem Heilsweg hergeleitete letztwillige ‚Erlösungswunder‘, eines der bedeutendsten Leitbilder des Offenbarungsbuches.
‚Und der Engel, den ich sah stehen auf dem Meer und auf der Erde, hob seine Hand auf gen Himmel und schwur bei dem Lebendigen von Ewigkeit zu Ewigkeit, Der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, daß hinfort keine Zeit mehr sein soll.‘ Wie herrlich offenbart der Heilige Sich Selbst! ER kann Seine Füße auf die Erde = ‚Erd-Reich‘ setzen, und ER hebt Seine Hand auf zum Himmel = ‚Heiligtum‘!
‚Als Gott Abraham verhieß, da Er bei keinem Größeren zu schwören hatte, schwur Er bei Sich Selbst‘ (Hebr. 6, 13). Was hat Er geschworen? Den ewigen Bund des Heils! JESU Gebete waren die Hand des Heiligen, die Er gen Himmel = zu SICH reckte, Sein Schwur, nicht abzulassen, bis der Opferbund besiegelt war (Joh. K. 17 und 19, 30). Das hohepriesterliche Gebet, Sein hocherhabenes Siegelwort ‚Es ist vollbracht‘ sind die Raum-Zeit-Zeugnisse Seines ewigheiligen Schwures.
Bei dem Lebendigen = bei Sich Selber. Für das von IHM gezeugte Leben legt Er den Heilsschwur ab, wie Er bezeugt:
‚Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht‘ (1 Mo. 8, 22). Auch hier aus Seiner Vierwesenheit das Vierfache Seiner Bundesverheißung.
Allein UR, der Zeitlose, sagt, ‚daß hinfort keine Zeit mehr sein soll‘ = die letzte halbe Zeit ist angebrochen, in der der All-Heilige sowohl die Rechtsausübung wie Seinen heiligen Eid zur Erfüllung bringt. Beim Himmel und was darin ist = Seine Wahrheit und ihr ewiger Bestand; bei der Erde und was darin ist = die Tatsache an jedweder Schaffung und ihre Offenbarung; bei dem Meer und was darin ist, Sein Wort, der unbedingte Rechtserlolg, auch noch, daß ER das WORT Selber ist! (Joh. 1, 1). Das ist der Schwur, den kein anderer als der ‚Meister der UR-Ewigkeit‘ leisten kann.
Auch zeigt es sich noch so: Es war hinfort keine Zeit mehr, das schon beim Schöpfungsfall auf den heiligen Herd gelegte UR-Opfer hinauszuschieben; und dazu: Das Soll und Haben des Falles und die bestandene Schöpfungsfreiheitsprobe der Getreuen weisen nunmehr gleiche Zahlen auf. Höchstzahlen, die dem Tag der Liebe zugestanden wurden. ‚Da aber die Zeit erfüllet ward… (Gal. 4, 4).
Für jeden Einzelnen und die ganze Welt: Die Gnadenfrist der Geduld ist vorbei, es setzt die Gnadenfrist des Gerichtes ein, im engeren Sinne der Bildfolge bezieht es sich auf den letzten kümmerlichen Rest aus dem Hause Abrahams.
‚… sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, soll vollendet werden das Geheimnis Gottes, wie Er hat verkündigt Seinen Knechten, den Propheten.‘ Zur gegebenen Zeit erfährt das Geheimnis seine Aufschlüsselung. Nur kurz angedeutet, daß dieses zur Zeit der siebenten Posaune geschieht (Lutherzeit); in heiligster Folge aber am siebenten Schöpfungstag.
Bildmnäßig offenbart sich nun bei allen, die das Reich und seine Segnung erkennen und anerkennen, das ‚Haus Israel‘, dem der ‚Bund‘ übertragen ist. In den Tagen = Sichtbarwerden (Tag bedeutet sichtbar oder Tat); Stimme des siebenten Engels = Ausübung der letzten Vollmacht, jene der Barmherzigkeit. Wie groß diese sein wird, zeigt sich am Ende beider Rechts- ausübungen.
Wie Er es verkündigt Seinen Knechten = alle Treuen; Propheten = Lichtlehrern. Jesaja weiß viel vom Geheimnis und und dem zeitgerechten Wahrerden, vom Schöpfungsziel, der großen Erlösung durch Trübsal als ‚Rechtsausgleich für das gebrachte UR-Opfer‘, soweit zu seiner Zeit davon geredet werden konnte (Jes. 9, 4-6). Das erste Bild des Teilgesichtes ist vollendet, doch seine Folgen laufen neben den nachkommenden Bildern einher, ergänzen oder erweitern, erleichtern oder beschweren sie, jenachdem die Rechtsausübung des einen oder anderen bedarf.
‚Und jch hörte eine Stimme vom Himmel abermals mit mir reden und sagen: Gehe hin, nimm das offene Büchlein von der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht!‘ Es ist die Stimme, die das Versiegeln anbefohlen hatte. Johannes kann das Bilchlein in Empfang nehmen; denn was vom Buch — und dem Büchlein aus dem Buch — offenbart wird, trägt er in sich und verkündigt es. Kein Wunder, daß er dem Befehle sofort nachkommt, ist er doch mit seinem Geist und seinem Herzen ganz ‚am Tag des Herrn und Seiner Offenbarung (1, 10).
‚Gib mir das Büchlein.‘ Viel Schweres kommt dabei heraus, sogar für ihn persönlich. Wohl mag seine Liebe bitten: ‚Herr, schlag das Büchlein zu, gib es mir nicht, sonst erfüllen sich die Schrecknisse: Er hat jedoch die Weisheit, die nicht in den Ablauf des Gegebenen eingreifen will. Erschütternd einfach befolgt er das Gebot, weil er nicht bloß das, was das Büchlein bringt, sondern was und wen es darstellt, nämlich: Das Leben des Heilandes, sieht.
Die Geduld, die UR der Menschheit auf Heilshänden entgegentrug, ist die ‚Gnadenschrift des Büchleins‘. Nun steht an ihrer Stelle die ‚Gnadenfrist des Gerichts‘. Ob daraus ‚außergewöhnliche Gnadensegnung‘ aufbrechen wird, sei dem Ende der Offenbarung vorbehalten.
‚Er sprach: Nimm hin und verschling es! und es wird dich im Bauche grimmen; aber in deinem Munde wird‘s süß sein wie Honig.’ Verschlingen = Anteil daran haben. Johannes hat die gesamte Schau zumindest geistmäßig erkannt und ist in manche Weisheit tief hinab gestiegen; allein — beinahe nur verändert darf er das Versiegelte der sieben Donnerstimmen wieder geben. Das ist mit dem ‚in Gnaden verhüllten Kommen Gottes‘ zur Erde verwurzelt.
Des Gerichtes Gnadenfrist grimmt ihm im Bauch, die Gnadenschrift vom Büchlein ist der süße Honig. Er möchte gern durch seine Rede die herrliche Süßigkeit des lebendigen Wortes aus dem Büchlein — das ist JESU — voll verkünden. Doch der Widerstreit gegen das Reich und seine Heilswahrheiten dämmt am wenigsten die Rechtsausübung ein. Und das grimmt = erzürnt ihn; es tut ihm weh.
Ferner ist ihm mit dem Verschlingen alles Kommende eindeutig klar aufgetan. Nun möchte er so gerne hebend helfen, er möchte jedem Einzelnen, den Letzten der Verlorenen des Hauses lsrael und allen Völkern zurufen: ‚Kehre um, kehrt alle um ihr armen Menschen und Völker, bevor das Grauenhafte, von euch heraufbeschworen, euch selber überfluten muß!‘
Wenngleich nur somnambul, gibt das Verschlingen kund: Es wird der Erde einverleibt; das Unabwendbare, der Rechtsausgleich zwischen Fall und Opfer muß geschehen. Also nimmt Johannes für die Erde das Büchlein der Geduld und des Gerichts, der Abrechnung und des Heils in sich auf. Alsbald spürt er, wie wahr der Engel sprach. Wenn die Menschen ihre Bosheit ausüben, ist‘s ihnen süß (wie im Mund); kommen aber dann die Folgen, so grimmt es sie (wie im Bauch).
‚Du mußt abermals weissagen von Völkern und Heiden und Sprachen und vielen Königen.‘ Daß der Seher mehr weissagen soll, besagt das Verschlingen des Büchleins, womit er sein Zur-Verfügung-stellen untermauert. Die vier Kategorien, von denen die Rede ist, teilen sich in zwei große Grundrichtungen auf und zwar in die des Lichts und jene der Finsternis.
Völker = Lichtkinder, Reichsangehörige; Heiden = gläubig Gewordene; Sprachen = Bekenner; Könige = Lichtführer. Letztere leiten vom Reiche aus die Getreuen, Zaghaften, Wankenden und Verfolgten. Als Menschen aber sind sie jene, in denen der Geist Gottes mächtig wirkt (Röm. 8, 14). Der Zeit entsprechend war es schwer, aus der Geburt des HERRN den großen geistigen Umbruch durchzuführen.
Du sollst von ihnen weissagen, gilt dem ‚die Finsternis hat‘s nicht begriffen‘ (Joh. 1, 5), nämlich: Völker, Mitläufer, Wetterwendische, heute Hosianna, morgen Kreuzige, — wenn das nur genügend äußeren Vorteil bringt; Heiden = Ungläubige, die keine Barmherzigkeit kennen, auch zerstörende Elemente darstellen; Sprachen = Beeinflußte, die sich hin und her zerren, zumal zu Verrätereien gebrauchen lassen. Die Könige sind wieder die Herrscher und Einflußreichen, die Gewaltigen und Großen der Welt.
Die Weissagung gilt beiden grundverschiedenen Vertretern menschlichen Lebens. Für die Lichtbeteiligten ein Zeugnis, das sich nicht immer auf Erden vollstrecken läßt. Doch bleibt in Kraft: Sie sind selber Zeugen, und das Reich zeugt und bürgt für sie, weshalb sie auch dessen rechtmäßige Bürger, daraus die Mit-Bürger sind.
Bei den andern heißt es: Gegen, ihre Schmach auftun. Johannes hat weniger miterlebt, jedoch den Untergang Juda‘s als ‚Rechtsspiegel‘ für alle abtrünnigen Völker gesehen. Er verkündet daher getreu die aufgeschlagene Reichskunde. Denn mit der Geburt des All-Heiligen kam das Buch = WORT zur Erde; als Tatsache = Fleisch, Mensch.
‚Das Wort, das bei GOTT war und Gott war das WORT ! Dieses steht im Buch, folglich ist das Buch das Wahrheitswort. In JESU, dem Erlöser, erhielt es seine vollgültige Verwahrung, versinnbildlicht durch das Verschlingen des Büchleins, aber ewig verwahrt durch die Vollendung dessen, was der Ewig-Heilige UR als Menschensohn gezeigt, gelehrt, getan und vollbracht hat.
Kapitel 11 (Ps. 103, 19-22)
Das dritte Zeitbild des dritten Teilgesichts. Johannes erhält den ersten Auftrag, mittätig zu sein; das Verschlingen des Büchleins war der Auftakt dazu. Damit tritt er in konkrete Dienstabhängigkeit zum Reich, und Letzteres gibt den Auftrag, was er zu tun hat (Luk. 7,8 ).
Hier ist für den Seher und für die Prophetie eine bedeutsame Wende eingetreten. Alles bisher Bekundete gehört — von Johannes Zeit aus gesehen — der Vergangenheit an, mit der er nichts zu tun hatte; die war vorbei. Nun aber beginnt die Zeit der Zukunft, des Kommenden im doppelten Sinne. Und da bedarf es positiver Mithilfe.
‚Mir ward ein Rohr gegeben, einem Stecken gleich und er sprach: Stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels wirf hinaus und miß ihn nicht; denn er ist den Heiden gegeben, und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate. Anfangs werden ihm die sieben Sendschreiben an die Gemeinden diktiert; jetzt wird ihm nur das Material zur Arbeit übergeben.
Schon zur alten Zeit ward der Tempel geistig ausgemessen (Hes. 40, 3; Sach, 2, 5). Damals tat es ein ‚Mann aus Erz und die Propheten waren Zeugen. Nun tritt an Stelle des Himmlischen aus Erz ein Irdischer, und das hat wieder zweierlei Bedeutung. Doch das hernach.
Rohr = Sprachrohr, das Gegenwart und Zukunft über den Hörkreis einer menschlichen Stimme hinaus verkünden soll. Das zu Offenbarende muß in alle Lande dringen. Ward gegeben = rechtlicher Erhalt, was der Empfänger als die Sprache gebrauchen kann, durch das die Weissagungen vermittelt werden, und als Rohr, einem Stecken gleich, benutzen.
Der Himmlische hatte eine ‚Schnur‘ = der Welttempel konnte noch am Heiligtume angebunden bleiben, bestätigt dadurch, daß dem Messen Judas Rückkehr aus der ersten babylonischen Gefangenschaft folgt, während Sacharja ein gleiches Meßbild nach der zweiten Babelzeit erhält. Das ergab im Hinblick alter, gnädiger Gebundenheit an das Reichs-Heiligtum den Wiederaufbau des Tempels zu Jerusalem (Esra K. 6).
Nun aber ist das Irdische zufolge innerem Tod nicht mehr an das Heiligtum anzubinden, weshalb das Meßgerät zum Stecken wurde. Und Juda ist geschlagen, mit ihm alle Völker und Menschen, die in eigengewolltem Schicksal ihre verirrten Pfade gehen (Ap. Gesch. 13, 46).
Stehe auf = Geradestehen für das, was anbefohlen wird, zugleich wie bei anderen Bildern Zuständig-sein. Aber den Tempel messen? Da zur Ofienbarungszeit der Jerusalemer Tempel nicht mehr existiert, kann es sich nur um das ‚Gebäude des Glaubens handeln. Ob sich in diesem Fall ein rechtes Maß ergibt? Fraglos kommt ein Fehl heraus, was der Unterschied des himmlischen und irdischen Meßgerätes, die Schnur und der Stecken, erkennen läßt.
Altar Lehre, Dienst, Gebotseinhaltung. Gott nennt das keinen reinen Altardienst, wenn man Farren und Widder opfert (Jes. 1, 11), sondern so jemand die Gebote hält (Hos. 14, 3). Ist der Glaube gerecht, so ist‘s auch das Gebote-halten, andernfalls taugt der ganze Tempel nichts. Dasselle zielt auf: die darin anbeten hin. Juda hat gern die Heidengötzen angebetet (1. Kön. 18, 21), auch sich selbst, was seinen Hochmut, seine Gewinnsucht, das Streben nach der Weltherrschaft bedeuten. Also wird eines jeden Menschen eigener Tempel und der ganzen Welt gemessen.
Vorhof = Einschränkungen der Cotteslehre gegenüber. In ihm will man sich frei ergehen, wo man nicht fromm zu sein oder fromm zu tun braucht. Das gehört nicht zum wahren Tempel. Ihn hinauswerfen = an den Vorhof das Messen zu verschwenden ist nutzlos; er ist GOTTES unwürdig; den Heiden gegeben = den Gottlosen überlassen, ist samt denen, die darin anbeten = lau sein, den Gottlosen gleich.
Heilige Stadt = Stätte, an Statt geben. UR gab im Ausgleich der gerecht gestellten Bedingungen das freie Willensgesetz. Auf beide Werkfundamente war das Reichsgebäude aller Kinder gegründet, eine ‚Freistadt‘ (4. Mo, 35, 6), in welcher die UR-Kindschaft zu erlangen war. Sadhana zertrat für sich die freie Stätte, indem sie eine Selbstherrschaft erstrebte. Zweiundvierzig Monate = dreiundeinhalb Jahre = eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit, was das nächste Teilgesicht zum anderen in Tagen zeigt, womit dann die Rechtsausübung abgeschlossen ist. In Mose steht sehr verhüllt entsprechend dem sechsten Tag und den zweiundvierzig Monaten eine Stelle.
Die Zeiten sind für die Gesamterlösung schon gedeutet. Dem engeren Bildsinne nach gleichen sie noch: eine Zeit = Gnadenfrist für die Gefallenen; zwei Zeiten = Gott-Offenbarung bis Christus und von da ab bis am Beginn der Weiteren Rechtsausübung; halbe Zeit = letztes ab 1914. Während all der Zeiten wurde und wird die heilige Stadt zertreten = gegen GOTT, den Glaubenstempel, den Altar der Gebete und die wahren Anbetenden gekämpft.
Der All-Heilige sieht aber nicht tatenlos dem Zertreten Seiner Heils-Stätte zu. ‚Ich will Meinen zwei Zeugen geben, daß sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage, angetan mit Säcken: Die Zeugen sind einmalig! Sie gehören zum Tempel, zu dessen Altar, eben dem Himmlischen, wovon das Zeitbild handelt.
Zwei Zeugen sind für die Fundamente, die Urbedingungen und der freie Wille, zuständig. Es sind die ‚Gebotsträger‘, damit verbunden die ‚Gebotsbringer‘ MOSE und CHRISTUS! Die Werkfundamente bedürten in der Materie ihres gerechten Ausgleiches. Israel spielt dabei die größte Rolle, zwar nur als Himmelszeichen angesetzt.
Es bestand aus zwölf Stämmen. Zehn vereinigten sich zum eigenen Reich; zehn Gesetze der UR-Bedingungen brachte der Ordnungsfürst Mose. Die Bedingungen (Matt. 5, 18) sind der erste Fundamentsträger. Zwei Stämme ergaben Juda; zwei Gebote freier Erfüllung brachte Christus, durch Maria aus dem Königshause David stammend. Mose und Christus sind als Bringer der zehn Gesetze und zwei Gebote aus Bedingung und freiem Willen das Symbol von ‚UR-Ewigkeit in Raum und Zeit‘!
Es wird auf die zwei Meßbeauftragten verwiesen. Der Himmlische aus Erz bringt aus der Zerstörung des Tempels den Wieder-Aufbau; der Irdische als Jünger der Liebe muß das endgültige Niederreißen des Tempels für Juda, für die Welt anschließen. Die Gnadenschrift des Buches — JESU — wurde nicht anerkannt, also gelangt der Stecken als Gnadenfrist des Gerichts ans Ruder.
Die Wechselwirkung ist unendlich wunderbar. Der Erzene nimmt die Schnur, der Jünger den ‚Stab des Herrschers’ zur Hand. Genau so treten die zwei Zeugen auf. Mose, der das Gesetz bringt, aus dessen Ordnung das Volk noch lang am Sanktuarium (das Lichtheiligtum) angebunden bleibt; JESU, der Geber der Gebote, zerschlägt die Welt. Da es jedoch die Liebe tut, bleibt das ‚Wieder-angebunden-werden‘ jedem einzelnen Kinde frei, es möge stammen aus einem Hause, woher es wolle.
Weissagen = verkündigen, keinesfalls auf die Erdenzeit der Zeugen begrenzt. Alle, die als Mitopferträger zur Materie kommen, stehen unter der Lichtführung der Gebotsbringer, dem ersten Schöpferstrahl Ordnung und dem ersten Tagesstrahl Liebe. Wäre der Liebe nicht die Ordnung vorangestellt, sie könnte nicht heilig walten. Denn aus den bestimmenden Strahlen Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst ging für den sechsten Tag die Hochflut der Liebe hervor, umrahmt von Geduld und Barmherzigkeit!
Tausendundzweihundertundsechzig Tage = zweiundvierzig Monate = dreiundeinehalbe Zeit. Hierin strömten Bedingungen und Freiwille als Gesetze und Gebote in den gefallenen Teil = ein Drittel, die sieben Geister = zwei Drittel, zusammen das ihnen überlassene Schöpfungsvermögen. Solange Lichter zur Materie gehen, solange währt die Zeit der beiden Zeugen. Mit Säcken angetan = der Träger der Ordnung und der Bringer der Liebe werden Menschen; Säcke = Körper, armseliger Stoff des Weltenalles. Zu Säcken werden Lumpen verwendet.
‚Diese sind die zwei Olbäume und zwei Fackeln, stehend vor dem Herrn der Erde.‘ Ein späteres Gesicht bestätigt beide Zeugen. Angedeutet: Die Sieger am gläsernen Meer singen ‚Moses, des Knechtes Gottes, und des Lammes Lied‘ (15, 3) Das gilt im Vorstrahl diesem Zeitgesicht. Das Lied Moses ist das Gesetz, und das Lied des Lammes ist die Lehre vom Gesetz. ‚Ich bin nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen!‘ (Matt. 5, 17).
Die Olbäume = bildsinnig gibt es überhaupt nur zwei. Öl = Nahrung, Kraft; Baum = Leben. Aus den zehn Gesetzen herzlicher Gnadensegnung fließt Kraft, durch die die zwei Liebegebote lebendig zu erhalten sind. Zwei Fackeln = zu erst zwei von den sieben, tiefgeistig aber der stehende und der waltende Machtpol; UR-Bedingung, freier Wille; zu Gunsten URs, zu Gunsten der Geschöpfe. Sie sind das Licht in der Geistverlassenheit Luzifers und seines Bereichs, sie überstrahlen jede Nacht. Wo ihre Fackeln lohen, wird es Tag = Tätigsein.
Wer ist der Herr der Erde? Es sieht aus, als ob die Zeugen gleich Vasallen vor ihrem Herrn stünden, stehend ihren Bericht abgeben und Befehle empfangen. Das trifft nicht zu. Der All-Heilige zeigt Sich nicht so; denn als Schöpfer hat Er Sich die Erde zu ‚Seiner Füße Schemel‘ erwählt (Matt. 5, 3) Hingegen ist Luzifer unzweifelhaft der Herr der Welt, seines Bereichs, aufgrund des freien Willens, der auch nicht bei seinem Fall beschränkt noch aufgehoben wurde.
Warum Stehen Mose und CHRISTUS als Zeugen vor ihm? Wäre es umgekehrt nicht richtig? Nein, stehen = Zuständig-sein, im Recht stehen, in der Macht ihrer Forderung vor Luzifer. Mit dem letzten Bringen der Gesetze und Gebote kann er an ihnen nicht vorbei. Sie stehen rechts und links seines Pfades, den anzutreten er sich nach Teilerfüllung dieses Zeitbildes bequemen muß, ob er will oder nicht. Und vor ihm stehen = haben ihm aus höchstem Auftrag (Mose) und aus persönlicher Machtvollkömmenheit (JESU) den alten Weg verstellt.
‚So jemand sie will schädigen, so geht Feuer aus ihrem Munde und verzehrt ihre Feinde; und so jemand sie will schädigen, der muß also getötet werden.‘ Zweimal schädigen betrifft Lauheit und boshaften Kampf gegen Gott, Feuer = Heiligkeit der Eigenschaften Ordnung und Liebe; aus ihrem Munde = Mose bringt das Gesetz, JESU erfüllt es durch die Opferlehre. Daß die Heiligkeit des Gesetzes und der Gotteslehre die Feinde verzehrt, bedarf keiner Erklärung.
Mose zeugt durch gewaltige Taten vor Pharao und in der Wüstenführung; JESU Taten, vorwiegend Hilfstaten, sind sowieso einmalig! Bei Ihm wirkt außerdem das Feuer des Wortes. Wie schlau die Pharisäer Ihn in Worten fangen wollten, nie gelang es ihnen (Luk. 20, 26 u.a.). JESU war der ‚einzige Meister‘! (Matt. 23, 8; Joh 13, 13). Also steht das Feuer des Wortes und der Tat vor den Feinden. Töten = schädlich machen; das böse Werk ist kürzer als ein Tag, als eine Nachtwache, die ergangen ist. Die Heiligkeit des Wortes und der Tat bleibt in UR-Ewigkeit.
‚Diese haben Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung; und haben Macht über das Wasser, es zu wandeln in Blut, und zu schlagen die Erde mit allerlei Plagen, so oft sie wollen.‘ JESU schloß nie den Himmel zu, und Mose wirkte nur im direkten Reichsauftrag, niemals wann und so oft er wollte. Damit ist die geistige Auslegung bestätigt. Das hebt irdische Folgen aber keineswegs auf. Elia verschließt den Himmel dreiundeinhalb Jahre = 42 Monate / 1260 Tage / 3 ½ Zeit.
Himmel verschließen = Licht und Erkenntnis hemmen, abriegeln. Wer nicht selbst ins Helle strebt, kann sie nicht ererben; sie bleibt ihm verschlossen. ‚Sie lästern‘! (Matt. 12, 31), sagt der Herr, und unmöglich können Lästerer das Licht erhalten. Haben sie die Freiheit, das zweite Fundament des erhabenen Schöpferwerkes in finsterer Triebhaftigkeit zertreten, so müssen sie sich laut Bedingung, dem ersten Fundament, auch höchst selbst bekehren. Das ist Bedingung!
Nicht regnen lassen = zusätzliche Segnung weglassen, die Lästerer haben die Werksegnung verpraßt; Regen = direkte Lichtführung zur Erkenntnis. Das bleibt den Feinden vorenthalten. Denn ‚in den Tagen haben sie Macht über das Wasser, es zu wandeln in Blut.‘ Tag = Tat und Auftreten sind unbegrenzt, weil Gesetz und Lehre nicht weniger ewig sein können, als deren Gründer UR aus Ewigkeit es ist. Das betrifft, vornehmlich für die Erde, den Gerichtsablauf, also beide Rechtsausübungen.
Wasser in Blut wandeln = Leben in Tod, was nicht geschieht, weil GOTT das will. Die Menschen und lichtlosen Wesen haben der Materie den Geist geopfert. Weltlich leben ist totgelebt! JESU nennt Sich und Seine Lehre das Wasser des Lebens (Joh. 3, 5; 7, 38), was ewiges Leben in Gottes Frieden gibt. Wo kein Friede ist, herrschen Not, Elend, Haß sowie Krieg, und das als Blut erzeugt inneren und äußeren Tod. Im Sinne dem Erde-schlagen = Scheinleben den Gehalt des Daseins nehmen.
So oft sie wollen = so oft es ein Bedingungsgesetz erheischt. Ihr Wille, gegründet auf Ordnung und Liebe, steht im Range der Vollkommenheit. Auf geheimen Gnadenwegen wollen sie! Einst zeigt sich noch, daß die Gerichtszeit die höchste Gnadenzeit gewesen ist.
‚Wenn sie ihr Zeugnis geendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen einen Streit halten und wird sie überwinden und sie töten.‘ Zeugnis geendet = ihre irdische Aufgabe erfüllt, was freilich mit ihrem persönlichen Tod zusammenhängt. Das Zeugnis aus der Rechtskraft bleibt bestehen, wie es aus heiligem UR-Quell aufgestiegen ist.
Daß Johannes die zwei Zeugen MOSE und CHRISTUS in einem Bilde sieht, liegt an der Untrennbarkeit göttlicher Gesetze. Sie treten auch in den stets zusammen genannten ‚zwei Zeiten‘ auf, die einmal die zweite, jetzige Erde betrifft, und zusätzlich im sogenannten alten und neuen Bibelteil.
Das Tier aus dem Abgrund = Weltmacht der Finsternis konnte beide töten, Mose im freien Soll und JESU im freiwilligen Opfer. Ihr Tod brachte Satan, der allzeit gegen Ordnung und Liebe kämpfte, keinen Sieg. Er sah schon beim Gesetzes bringer, daß seine Zeit bald abgelaufen sei; und auf den Gebotsgeber stürzt er sich, weil derselle seine Linsenherrlichkeit zerschlägt. Aber nehmen kann er keinen! UR SELBST begräbt Seinen Mose an geheimem Platz (5. Mo. 34, 6), und als JESU steht ER vom Grabe auf. Luzifer hat dabei seine letzte Kraft verspielt.
‚Ihre Leichname werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die da heißt geistlich „Sodom und Ägypten“, da auch ihr Herr gekreuzigt ist.‘ Wohl kämpfte Luzifer um Mose um die heilige Gesetzesarbeit zu vernichten, aber nicht um den physischen Leichnam, weder bei Mose, weit weniger bei CHRISTUS. In Herrlichkeit hat der All-Heilige den zur Erde gestiegenen Ordnungsträger im Moabiter Land = fremd, unbekannt, zugedeckt und Sich als CHRISTUS der Menschen wegen von einem frommen Mann zu Grabe legen lassen.
Leichname = hier nur für die zwei Olbäume Lebenszeichen; werden liegen = ihr Werk auf dem UR-Grund; Gasse der großen Stadt = offenbar zur Schau für alle Welt. Sodom und Ägypten Ärgernis, Unglaube. Das gilt der Materie, dazu den Menschen aus dem adamitischen Sündenfall (Matt. 18, 7; Joh. 3, 19); da ihr Herr gekreuzigt ist = der Opfer-Erfolg. Da weder Sodom noch Ägypten in Frage kommen können, ist auch nicht Jerusalem gemeint. Stadt = Erde, richtig das ‚Ephrata des Himmels‘, jener Weltort, Stätte des Universums, in der der Herr geboren ward.
‚Es werden etliche von den Völkern und Geschlechtern und Sprachen ihre Leichname sehen drei Tage und einen halben und werden ihre Leichname nicht lassen in Gräber legen.‘ Warum werden hier keine Könige genannt? Ja, die Mächtigen anerkennen GOTT ja nicht, weil sie mit solcher Anerkenntnis sich ihrer Weltmacht begeben müßten und nicht mehr die Weltfäden in Händen hätten.
Etliche = wenige gut Aufgeklärte; Völker = Religionsgemeinden; Geschlechter = Lichtgeführte; Sprachen = Bekenner; die Leichname sehen = Gottes Leben und Wahrheit anerkennen. Drei Tage und einen halben gilt wieder den enthüllten Zeiten. Eine Schaulegung beider Leichen gab es nicht; auch konnten in dreieinhalb Erdentagen keine ‚Völker‘ die Leichname sehen. Noch deutlicher in: Und werden ihre Leichname nicht lassen in Gräber legen = Leben und Werk der beiden Zeugen nicht für ungültig erklaren lassen. Daß damit überhaupt ein Vergessen ausgeschlossen bleibt, wird offenbar, wenn nach diesen genannten Tagen die Leichname wieder lebendig werden.
‚Die auf Erden wohnen, werden sich freuen über sie und wohlleben und Geschenke untereinander senden, denn diese zwei Propheten quelten die auf Erden wohnten.’ Die auf Erden = alle anderen, Materialisten; wohnen = an ihrem Weltinteresse festhalten, festsitzen. Ja, – ihnen gelingt, die Zeugen in sich zu töten = ihr Leben sei nicht erwiesen, ihre Gebote und Lehren seien unmaßgeblich.
Ist das erreicht, — GOTT ist ihnen ja zu unbequem —, so werden sie sich freuen = drauf und drein leben; Geschenke einander senden = sich im Kampfe gegen Gottes Lehre unterstützen. Aber die Propheten quälen sie, das Gewissen läßt keine Ruhe. Auch geht nicht alles nach ihrem bösen Sinne aus. Wenngleich nicht zugegeben, spürt man es, daß die himmlische Waltung das Versagen mächtiger Bestrebungen bringt. Das ist eine gräßliche Qual, die im weiteren Verlauf der Rechtsausübung noch viel offenkundiger werden wird.
‚Nach drei Tagen und einem halben fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße, und eine große Furcht fiel über die, so sie sahen.‘ Nach den Tagen = vollendete Zeit einzelner Menschen, ganzer Völker, letztlich der Welt wird abgerechnet. JESU bezieht sich diesenfalls auf Mose, den ‚Kläger’ (Job. 5, 45-47). Geist des Lebens = Macht ihrer personellen Wahrheit von Gott ewiges Zeugnis, bei Mose durch den erhaltenen Auftrag, bei Gott Selbst durch das Opfer im Zusammenspiel Seiner sieben Geister.
Auf die Füße treten = Recht, Gericht aufrichten, darauf stützen; Völkern, Geschlechtern und Sprachen die Segnung, aber die auf Erden wohnen, die Abrechnung bringen. In beiden Fällen wirken durch die zwei Zeugen die Gebotsfolgen. Dieserhalb auch, daß nicht CHRISTUS verklagt, obgleich UR-Gott der Gerichtsherr ist, sondern Mose = die verkündeten Gesetze. Sie werden unbestechliche Richter sein; wider jene, die die Gesetze übertreten, für diese, die das Himmelswort vor ihren Widersachern bezeugen. Die zehn Gesetze der Ordnung und die zwei Gebote der Liebe sind die Zeugen für Recht und Gericht. Sie offenbaren auch die Macht und Herrschaft URs.
Kommt eine Abrechnung, sind die Leute stets voll Angst, weil es dann mit ihrer Macht zu Ende geht. Sie können sich nicht selber hellen; doch die Retterhand aus der Gebotserfüllung nehmen sie nicht an. Welch ein Schrecknis, wie es enden
soll, wenn die Menschen ‚im Namen ihrer Religion‘ die Weltmacht an sich reißen, verdammen, martern, töten? Ab CHRISTUS bis zur Festigung der ersten Weltreligion ist schon soviel Blut geflossen, daß es nicht mehr lange währt, und es reicht bis an die Zäume der Pferde (14, 20).
‚Sie hörten eine große Stimme vom Himmel zu ihnen sagen: Steiget herauf! Und sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde.‘ Dies ist fast dynamisch geschwängert, daß erst nur der Wortlaut gedeutet werden kann, dann kann eine geistige Tiefe folgen.
Sie = erst einmal die Schafe in Hoffnung auf das Recht, die Böcke in Angst vor dem Gericht; hören = kein Geschöpf kann sich mehr der Gott-Wahrheit verschließen, jedes vernimmt die Machtherrlichkeit der Offenbarung. Große Stimme = Allmacht, UR-Ewigkeit, allumfassendes Prinzip. Denn ausdrücklich nur eine Stimme, die einzige, die jeder Prophet erkannte, wie es heißt: ‚Und das Wort des Herrn geschah zu mir: So spricht der HERR!‘
Und die Lichtdeutung: Vom Himmel = Reich, das für die Erlösung die zwei Reichszeugen gab; steiget herauf = nehmt die Reichsstellung ein, die den zwei Grundfundamenten, gegeben in den zehn Gesetzen und zwei Geboten, entspricht; stiegen auf in den Himmel = UR-JESU nimmt die Herrschaftsherrlichkeit wieder ein, sowohl vom Empyreum wie von der Schattenglobe, und Uraniel-Mose seinen Fürstenstuhl. Daß dies auf Erden kaum spürbar wurde, beeinträchtigt das Fortlaufende der Bild-Tatsachen nicht.
Der Beweis: In einer Wolke aufsteigen = außerirdische, ewigwahre Wirklichkeit. Auch das Infinitum ist nicht ableugbar, gerade, weil der kleine Mensch es nicht mit Händen fassen kann, wie diese Wolke. Und es sahen sie ihre Feinde: Sehen und hören! Eigenartig, auch hier zwei Zeugen gegen und an sich selbst: Auge und Ohr. Beteuert jemand noch so sehr nach Außen hin das Gegenteil, — im Inneren hat er es zuzugeben. Das sind die gegen das Verleugnen der zwei Reichszeugen vom Reich gestellten zwei Weltzeugen.
Sind in den zwei Zeugen wirklich Mose und Christus anzusehen? Ja, denn durch zwei ganz wunderbare Einzelfälle wird es bekräftigt. Am Zeitbildanfang ist vom ‚KOMMENDEN‘ die Rede. Das ist CHRISTUS! Ferner die erste Tempelmessung von einem Himmlischen; und GOTT ist nur himmlisch! Hernach mißt ein Irdischer den Tempel; und irdisch kam der All-Heilige zur Welt, um Seine Zeit zu erfüllen = fortzusetzen, die Erlösung abzuschließen.
Für UR gibt es keinen Tod! Da Er Sich aber der Erlösung wegen dem Tod vorübergehend unterwarf, mußte Sein Vorausgesandter, der Gesetzesträger, ebenfalls dem Tode anheim fallen und wie Sein HERR begraben werden. Doch wie Dieser auferstand, hat man auch des Mose Grab niemals gefunden.
Dafür die zwei einmaligen Symbole offenkundiger Überwinder des Erdentodes: Henoch und Elia, Fürsten der Liebe und des Willens. Für die Welt wird der Ordnung (Mose) die Liebe (Henoch) vorausgesendet, und der Opferliebe (Jesu) der Wille (Elia). Henoch stirbt nicht (1. Mo. 5, 24; 2. Kön. 2, 11) und Elia fährt im Wetter gen Himmel. Der Verklärung CHRISTI wohnen Mose und Elia bei = JESU, die Liebe, steht zwischen Ordnung und Wille, den Schöpfereigenschaften. Welch heiliger Rechtsbeistand! Auch hört Daniel: ‚Friede sei mit dir.‘ Das kann nur der heilige UR Selber sagen, Der spricht: ‚Es ist keiner, der Mir hilft wider jene, denn euer Fürst Michael‘ (Kap. 12; Dan. 10, 19-21), der mit dem Drachen stritt.
Nun noch das Ende des jetzigen Bildes. ‚Zu derselben Stunde ward ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel, und wurden getötet in dem Erdbeben siebentausend Namen der Menschen, und die andern erschracken und gaben Ehre dem Gott des Himmels.‘ Zur selben Stunde = eine Gerichtsperiode; Erdbeben = (soweit nicht naturmäßig) Erschütterungen von Staaten, Regierungen, Gesetzen, auch Aufhebung welt- materialistischen Gefüges; der zehnte Teil (13, 1; 17, 12) = eine Weltzahl (Dan. 7, 24); die Stadt = Erde, zudem Materie noch.
‚Eins‘ ist die einheitliche Meinung welt-völkischer Machtziele der Großen; ‚Null‘ sind ihre Völker, mit denen jene allein eine geballte Macht — zehn — darstellen; Stadt = das weltweite Feld ihrer Wirksamkeit; der zehnte Teil davon = ihre geheimen, getarnten Ziele. Dieser Teil fällt = durch die Rechtskraft und Herrschaftsherrlichkeit der Gesetze und Gebote Gottes.
Namen = also keine Personen, Johannes hätte sonst ‚sieben- tausend Menschen‘ gesagt. Es sind sieben Verbrüderungen, deren ‘Ziele teils sogar mit dem Deckmantel der Gott-Lehre getarnt sind. Sie sind das: finstere Gegenüber der sieben Geister Gottes. Tausend = geschlossene Einheit; wurden getötet = der Machtstellung und Kraft beraubt; die ‚anderen‘ erschraken = Völker, Geschlechter, Sprachen nach Vers 9. Diese geben GOTT die Ehre trotz aller Schmach, während die übrigen Ungläubigen noch lange lästern (16, 9 u. 21).
‚Das andere Wehe ist dahin; siehe das dritte Wehe kommt schnell.’ Das erste Wehe geschah mit der Ankunft des Herrn in Seiner Geduld, das zweite im Zeichen Seines Erdenlebens in der Liebe. Nun folgt die Barmherzigkeit, die sanktioniert, was Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst bestimmten. Da die Finsternis, die Welt-Auftraggeberin, grundsätzlich gegen Gesetz und Lehre verstößt, können nur die drei tragenden Eigenschaften die drei Wehe bringen. Das ist Bedingung und geheime Bündnisgnade! Das dritte Zeitbild ist vorbei; die Folgen aber wandern weiter, bis die Weltuhr abgelaufen ist.
‚Und der siebente Engel posaunte: und es wurden große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und Seines Christus geworden, und Er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der siebente Engel = Fürst Gabriel, der Verkünder des Friedens. Aus diesem Grund die Jubilate! Barmherzigkeit ist das krönende Symbol. Daß ihr Fürst ein Wehe ausposaunt, liegt an der heraufbeschworenen Rechtsausübung.
Große Stimmen = machtvolle Fürsprecher. Das Christuswerk ist nun dem GLORIA zuzuführen, weshalb die Stimmen wurden. Im Himmel = vor dem Gnaden- und Rechtsstuhl URs, dessen Saum den Tempel füllt (Jes. 6, 1). Das vierte Bild umfaßt die Gründung der ersten ChristenreIigion, ihre Anstrebung nach geistlich-politischer Macht, bis zur Zeit, wo die Stimmen in kraftvoller Fürsprache einen großen Geist (Luther) zur Erde senden, der den Glaubensumbruch vollzieht, also die sogenannte zweite vergangene Zeit und ihre Sühne.
Das wird bestätigt mit: Es sind die Reiche der Welt unsers Herrn und Seines Christus geworden = das Weltliche muß der Rechtsmacht untertänig werden. Die genannte Erstreligion widerstand dem Umbruch auf die Dauer nicht; er geschah! Und geistig = der heilige, auch das Reich-Tum wird gebracht.
Herr und Christus = UR und Sein Werk! Letzteres halten UR-Melchisedek‘s priesterliche Hände fest. JESU, die Person; CHRISTUS, die Erlösung. Das Opfer ist der Garant für aller Kinder Leben! So wird das Reich-Tum angeboten, um den gefallenen Herrschaftsteil als ‚verpraßtes Erbgut’ (Luk. 15, 14 u. 24) wieder ins Sanktuarium zurückzubringen, wo es als des Tagewerkes KRONE auf den Heiligen Herd zu liegen kommt. Die Gültigkeit: ER wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit! Hier ist das Geheimnis Gottes schon zum Teil ersichtlich. Denn die Welt und ihre Auftraggeberin kann sich in den eigenen Abgrund stürzen, das steht ihr völlig frei; aber über diesem Abgruna steht die Waltung ewiger Bedingungen, und darunter URs hehrer Rechtsgrund über jeden Raum und über jede Zeit hinaus!!
‚Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Stühlen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten GOTT an und sprachen: Dir danken wir, Herr, allmächtiger Gott, der Du bist und warest, daß Du hast angenommen Deine große Kraft und herrschest.‘ Die Ältesten jetzt auf ihren Stühlen sitzend, verleiht dem Bilde ein besonderes Gepräge. Vor Gott = haben das Recht der Fürsprache übernommen; auf ihren Stühlen = tun es aus treuer Mitverantwortung; sie sitzen und handeln mit im ‚Kronrat’.
Nun ihre Stimmen vor dem Höchsten große Geltung haben, fallen sie auf ihr Angesicht = unaussprechliche Demut, Hingabe. Das geht aus ihrer ehrvollen Anbetung hervor; sie nehmen als Mitverantwortlich des Kronrates nichts für sich selbst in Anspruch. Die Ehre gilt dem Ewig-Heiligen UR, ihrem HERRN und GOTT.
Allmächtiger Gott, der Du bist und warest. Hierorts ist der Name GOTT kein Allgemeinausdruck, sondern gilt der dritten UR-Herzkammer. Und das dritte UR-Jahr kennt Fall und Sühne. Du hast angenommen Deine große Kraft und herrschest = Golgatha zeigt uneingeschränkt, daß diesem ‚GOTT alles ausgeliefert, ‚IHM geworden‘ ist, und ER herrscht! Wie stark das noch auf Erden wirkt, ist aus dem Weiteren erkenntlich, das den Auftakt zur siebenten Posaune bildet.
Die Welt in atemberaubendem Chaos ihrer Dunkelheit und Verdunkelung untergehen zu lassen (Glaubenskriege, Hexen prozesse pp.), scheitert nur zu oft an der Herrschaft des All- Heiligen. Die Ältesten sagen, was die armseligen Weltlinge hervorrufen, weil sie die Allmacht und ihre eigene Begrenzung spüren. An beidem nehmen sie Ärgernis.
‚Die Heiden sind zornig geworden, und es ist gekommen Dein Zorn und die Zeit der Toten, zu richten und zu geben den Lohn Deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die Deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben.‘ Heiden = Gesetzesbrecher; Glaube und Taufe helfen nicht, denn dem Zeitbild nach sind viele Gläubige als Heiden zu bezeichnen, weil sie ohne Werke wahrer Nächstenliebe sind.
Ihr Zorn ist verständlich, deckt ja der Allmächtige ihre Umtriebe auf. (Luther wurde deswegen gehaßt und verfolgt). Dem schmählichen Heidenzorn, dem zerstörenden Element, steht der ‚Heilige Zorn entgegen; und dieser richtet auf, selbst noch bei Hinwegnahme oder äußerer Vernichtung. Jede heidnisch zornige Bewegung wird zunichte vor der Zornabrechnung URs. Seine Zeit ist gekommen = die Bildfolgen ballen sich zur gesammelten Kraft zusammen, um die Rechtsausübung der ‚Weiteren Rechtsausübung‘ zu übertragen.
Dafür sind vier Zeiten angesetzt, die des Zornes, der Toten, des Richtens und des Lohngebens an vier geheiligte und drei ungeheiligte Gruppen. Diese Zeiten erschöpfen sich nicht mit ihren Grenzen; sie greifen auf die vier Hauptgesichte des dritten Offenbarungsteiles über, die Weitere Rechtsausübung; hier zumal die Zeit des Zornes.
Zeit der Toten = irre Geführten und irre Führenden. Die erste Art wird zum Kläger, die zweite zum Verklagten. Solang die Schlacht der beiden Zornesträger tobt, gibt es viel geistiges und materielles Sterben. Wahrlich, eine furchtbar lange Zeit der Toten! Die dritte Zeit des Richtens und ihr ebenfalls gewaltiges Gegenüber, die Rechtung, fortlaufende Abrechnung und die Aufrichtung, wird eigentlich erst bei der Lohngebung ersichtlich.
Vierte Zeit der Knechte = Mittätige der Werkliebe; der Propheten = Lehrer, die das Wort der beiden Zeugen aus den zwei goldenen Rinnen (Sach. 4, 12; Gesetze und Gebete) weiterleiten; der Heiligen = Heilsbringer, die Reichsstützen; jener, die den Namen fürchten = von den Vorgenannten fürbittend eingehegt werden: das ‚Volk des Reichs‘. Ihnen eben gilt die Aufrichtung.
Die drei unheiligen Gruppen, mit denen abgerechnet wird: Kleine = Mitläufer, Windfahnen, die nur für sich selbst verantwortlich sein brauchen; Große = Regenten jeder Art; Verderber = die die Regenten zu verderblichen Handlungen beeinflussen (Kriegsdiplomaten u.ä.).
‚Der Tempel Gottes ward aufgetan im Himmel, und die Lade Seines Bundes ward in Seinem Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel. Tempel Gottes ward aufgetan = das Evangelium wird dargeboten, nicht wie bisher nur für die Großen, Jedermann kann an der Quelle schöpfen (Übersetzung der Bibel); im Himmel = in der Herrlichkeit des Reiches; die Lade des Bundes zu schauen = das Heilswort zu erkennen.
Lade = Altar, richtig: Heiliger Herd, der das am Tag des Ernstes geschriebene Schöpfungstestament verwahrt. Darum: ‚Die Rechtsmacht des Buches und seine Verwahrung.‘ Aus diesem testament; dem ewigen Hilfsbund, kommt das Leben. Der Seher hat den richtigsten Ausdruck ewählt: ‚Die Lade des Bundes. (Kasten, Fach, in welchem man seinen wertvollsten Besitz verwahrt).
Wer die Augen öffnet, kann die Bundeslade sehen; denn der Tempel aufgetan = das reine Evangelium der Erde wieder zu bereitet, um die Letzt-Zeit des Gerichts durch die Letzt-Zeit höchster Gnade auszugleichen. Das Testament bekräftigt abermals den Schwur. Diese Bekräftigung untermauert die Gnaden- und die Gerichtssegnungen. Das besagt die siebente Posaune die im nächsten Teilgesicht zusätzlich zu wirken hat. Die Voranzeichen treten als Blitze, Stimmen, Donner, Erdbeben und einem großen Hagel auf.
Blitze = Ursachen, die die Welt hervorgerufen und als Anzeichen schwerer Zornabrechnung in Kauf zu nehmen hat. Stimmen = Darstellung der Sachlage, zwischen den Blitzen und den Donnern aber auch als wunderbarer Gnadenakt eingeschoben, der nicht übersehen werden darf. Noch wird zurückgehalten, können die Stimmen die donnernden Folgen der Blitze mindestens stark abschwächen, wenn… eine Welt-, also eine Menschheits-Umkehr geschieht.
Aber ach, der Donner rollt Wirkung, bitterste Vergeltung, weil die Zwischenstimmen der letzte Gnadenakt vor dem Gewitter, nicht beachtet worden ist. Unweigerlich folgen die Erdbeben = Zerstörung ausgeklügelter Abmachungen (falsche Friedensverträge, ausbeutende Wirtschaftsverträge u.dgl.m.).
Zu beachten ist: Die vier Notzeichen erscheinen in der Mehrzahl, demnach allerorts, zu jeder Zeit, wie die Weltmächte sie herausfordern. Aber ein großer Hagel! Er bildet gewisserart den Abschluß und faßt das Voraufgegangene in sich zusammen. Das betrifft zwar an sich das Zeitbildende, mehr jedoch das Ende der Bilderfolgen insgesamt. Es ist der einmalige, letzte Gerichtsakt. Ein Hagel!
Der vernichtet jedes Vorhaben, daß keiner mehr, er sei Mächtiger oder Volk, Einzelner oder Konzern (u.ä.), seine Weltmachtstellung halten kann. Damit ist der in verhüllter Ferne liegende Endsieg des Reiches: durch diese Bild-Epoche schon bestätigt. Nicht umsonst ist es die siebente Posaune, die letzte, die ihre gloriose Stimme aus ‚UR-Ewigkeit in Raum und Zeit‘ erhoben hat.
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