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d) Fesselung der Finsternis

Steht die Fesselung hinter der Auflösung, so deshalb, weil der Weg von der Materie über das Wesenhafte zurückführen muß, wie der Fall — aus dem Licht gelöst — über das Wesenhafte zur Materie gelangte. Daran haftet nach den tausend Gnadenjahren auch die Loslassung der Finsternis, die aber die vom Reich getätigten Allmachtsakte nicht aufheben kann. Die nochmals kurze Überlassung der Welttrümmerstätte beweist dem Gegner seine volle Niederlage.

‚Ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüsse! zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand.‘ Es ist der vierte Euphratkönig. Die Gesamtvertretung der UR-Vierwesenheit steht auf dem Plan und legt selbst die letzte Hand ans Werk in Macht, Kraft, Gewalt und Stärke. Daß der Herold vom Himmel kommt, ist verständlich, auch daß damit eine letztwillige Scheidung vor sich geht. Nur die Scheidung aller Geister führt über die Entscheidung zur letzten Hingabe an GOTT! Auch die Wesen der Dunkelheit werden — wenn ihre ‚kleine Zeit‘ (V. 3) vorüber ist — noch zur Hingabe ge langen.

Der Engel fährt vom Himmel = mit dem Elia-Wagen (2. Kön. 2, 11); denn so offenbart sich des All-Heiligen Wille! Und es bedeutet plötzlich, rasch, und — die Jammerzeit verkürzend. Die Zeitverkürzung (Matt. 24, 22) hat nebst Gottes Rechtswaltung für die Lichtgetreuen auch die Gnadenwaltung für die Gefallenen. Die finstere Zusammenballung bringt eine Übersteigerung weiterer Schuld. Dem schiebt jedoch der All-Erbarmer einen Riegel vor, wie ebenso der allzugroßen Last der Treuen auf der Welt. Das nimmt ER in beide Hände, entsprechend beider Handlungen, und ist‘s für die Schafe die rechte Hand = zu Recht getan, für die Böcke die linke Hand = die die Gnade aus dem Vater-Herzteil schöpft.

Er hatte das Amt der Barmherzigkeit; den Schlüssel die Tür auf- oder zuzuschließen. Beides ist GNADE! Außerdem: Er hat als vierter Wächter die verkürzte Zeit und deren Folge ‚fest zur Hand‘. Im Licht ist es die letzte Stunde vom Liebetag. Der Schlüssel zum Abgrund ist zugleich jener, mit dem das Heiligtum zugeschlossen wird, wenn die hohe Nacht zum siebenten Tage angebrochen ist. Der zugeschlossene Abgrund ist das Ende der materiellen Teilschaffung.

Gerade dieser Schlüssel ist die großartigste Verbindung zwischen URs Vaterherzen und dem verlorenen Sohn. Trotzdem wird das Anrecht des heiligen Ernstes an die Wiedergutmachung nicht geschmälert. Das besagt die große Kette = harte Bindung, die Schuld erst vollständig aufrechnend, keine Möglichkeit zu freiem Handeln gebend. Aber dann mit einem Male wird das Böse und — die Schuldbücher abgeschlossen werden, was in die unmittelbare Zeitfolge entfällt.

‚Er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufe! und Satan, und band ihn tausend Jahre.‘ Alle Meinungskämpfe über dieses Bild sind nur vom erdgebundenen Verständnis herzuleiten. Man legt Zahlen willkürlich aus, ohne sie gegenseitig aufzuwiegen. Da alle Bilder himmlisch gezeigt sind und nur ein kleinerer Teil dem Irdischen entspricht, fällt zumal das Zahlenmaterial der Zeitangaben (Ps. 90, 4) besonders unter die geistige Entsprechung. Also wird auch hier die Wahrheit eine ganze Welt erhellen.

Und er griff = in seiner Zuständigkeit hat er; den Drachen = den Materialismus; alte Schlange als ersten Verführer (Luzifer), der sich durch die ganze Schöpfungsfallzeit schlängelte; Teufel die falschen Darstellungen, bösen Maskierungen; Satan = die Widersetzlichkeit, Abstreiter schöpfungsberechtigter Führung an-, auch aufgegriffen.

Auffallend ist, daß nunmehr auch der Gegner Gottes eine vierfache Bezeichnung erhält: Drache, alte Schlange, Teufel, Satan. Beträfe das nur eine Wesensart, wären alle diese Namen nur ausschmückende Beiworte des Johannes. Allein, die Knappheit seiner Sprache bei der ungeheuren Schau beweist, daß jedes Wort mehr als nur einen Sinn bedeutet. Deshalb stehen die vier Bezeichnungen der Vierwesenheit URs in gewisser Hinsicht gegenüber, was besagt, daß Sadhana einst unberechtigt nach der Schöpfermacht gegriffen hat.

Es war den Geschöpfen gegeben, Kräfte der Wesenheiten Priester, Gott und Vater anteilig zu verkörpern. Vom Baume der Erkenntnis als der Symbolik des Schöpfertums von UR sollte nicht gegessen werden. Es ist verständlich, daß Luzifer die zu seiner Rettung oft ausgesandten Lichter durch die Grundverführung auf seine Seite ziehen wollte, was ihm auch des öfteren gelang. Wie übel ihm die Schöpferfrucht bekam, zeigt genau der Materieverluf. Nun muß er selbst die ‚gestohlene Frucht‘ dem Schöpfer wiederbringen, — als Sadhana!

Das Wesen Satan und die Person Luzifer sind nicht identisch. Den Satan = böses Prinzip, bindet nur der Engel = gute Kraft. Das freie Willensgesetz ist von der hinreichend erwähnten Ich-Sucht-Hure Babel nicht mehr auszunutzen. Einst der Kinder höchste Gabe, von Luzifer mißbraucht, wird der Welt entwunden (Jes. 27, 1). Der Mensch wähnt sich so frei; er will es gar nicht wissen, wie er geschoben wird. Das geht von der höchsten bis hinab zur kleinsten Klasse und umgekehrt. Freie Willensmacht der Führenden steht auf Papier, Handlungsfreiheit ist verloren. Also sind auch die in Menschen und Wesen luziferischen Prinzipien gefesselt. Am meisten scheinfrei lebt der Mensch.

Diese Bindung wirkt schon lang. Allerdings gilt das Fesseln nach der Bildzeitfolge vom Momente an, wo sie spürbar wird, unabhängig davon, ob man sie erkennt oder nicht. Dasselbe bezieht sich auf die tausend Jahre. Eintausend = eine Wirklichkeit, mit der sich jeder abzufinden hat; tausend = umfassendes Geschehen; Jahre = Vollzug des materiellen Schöpfungsteiles, der Ablauf alter und Anlauf neuer Bahnen, auch die Zeit der Schöpfungswende für die Welt.

Die bisher auf geheimem Ordnungswege waltenden Bedingungen treten nun so offen auf, daß sich Mensch, Welt und was dazu gehört, darin zu spiegeln hat. Eine Wende = eintausend Jahre! Schneller fliegen sie dahin als man es glaubt. Mit Gewalt sucht der Mensch das Seine festzuhalten und vergrößert seine Mühe um so mehr, je mehr er seine Ohnmacht merkt. Ja – längst hat die ‚Nachtwache‘ der tausend Jahre begonnen! Doch das ist nur geistig auszudeuten.

‚Warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und versiegelte obendarauf, daß er nicht mehr verführen sollte die Heiden, bis daß vollendet würden tausend Jahre; darnach muß er los werden eine kleine Zeit.‘ Werfen = worfeln (Jes. 27, 12), vom Heile wegtun in die Nichtigkeit der Materie. Abgrund verschließen = gesetzlosem Leben ein Ende setzen; versiegeln = im Reidchsauftrag; das Siegel obendarauf setzen = alles Niedere unter den Beschluß der All-Errettung bringen, also das Hingestürzte durch Golgatha in die Versöhnung einsiegeln. Das ist der heilige Sinn, der sich nach der letzten Löse offenbart.

Daß er nicht mehr die Heiden verführte, besagt: Der Einfluß der Menschen hat seine Schatten schon so weit vorausgeworfen, daß ihnen schwer sein wird, das Zeitalter mordender Technik auf ein Zeitalter allgemeiner Befreiung umzuschalten, oder — sich hineinführen zu lassen. Bis daß vollendet würden tausend Jahre = ist das Vorhergesagte mit dem Zusatz: Von GOTT aus geschieht die Geist-Zeitwende!

Darnach muß er los werden. Gelangen in den tausend Jahren die UR-Bedingungen zum Schöpfungsrecht, so leidet darunter das freie Willensgesetz Not. Aber: Als Sadhana sich wider GOTT erhob, verachtete sie kraft des freien Willens die gerechten, erhaltenden Bedingungen URs, nötigte und mißbrauchte sie. So bleibt kein anderer gerechter Ausgleich übrig, als daß der freie Wille in der Zeit die Nötigung durch UR erfährt. Das zeitigt keinerlei Zerstörung; sondern die Freiherrlichkeit URs wird das wieder hoch erheben, was Er zu Gunsten aller Kinder zubereitet hatte: das zweite Fundament!

Wie unvergleichlich waltet UR! Nach der Gewalt der tausend Jahre schenkt Er in jener kleinen Zeit den gebundenen Kräften ihre freie Regung wieder, wenn da auch die Ich-Sucht-Hure nochmals wirkt. URs hochgesetzte Gnadenzeit der Bindung hat die Finsternis erlöst. Was sich erhebt, ist der Ausfluß letzter Kraftsubstanzen, die dem Werk nicht mehr zu dienen brauchen. Da sie nicht in ‘Verlust geraten sollen, wird die ‚kleine Austobzeit‘ gegeben, die keinen Jahrwert hat. Sie ist ein zusätzlicher Gnadenfluß, die Winzigkeit von einem ATMA, mit dem UR den Rest behaucht. — —

Die vierte Zeitbildfolge, die viel Dynamisches in sich trägt, vor dem fast alle Mensdien ihre Augen schließen werden, ist vorbei. Ja, um es nicht zu sehen, nicht zu merken, stürzt man sich absichtlich in das arge Weltgetriebe. Doch keinem wird dies etwas nützen; die Abrechnung steht auf dem Stunden-Plan (K. 18, 19).

Wunderbar reihen sich die Bilder aneinander. Auf das Bedrückende folgt wieder Licht, obwohl die Erdbodenmenschen sich gar heftig sträuben, die Geschehnisse zu erkennen, nicht einmal dann, wenn dieselben ihre blöd gewordene Lebensart zerdrücken. Sie taumeln mit dem Tod in dessen Tiefe — seelisch wie auch irdisch. Sollte da nicht nächst dem berechtigten Zorngericht die urheilige Barmherzigkeit, die ‚große Güte des Allmächtigen‘, die Hand erheben? Ja — längst wirkt sie geheim und offenbar; und gerade hier folgt den düsteren Todesschatten ein Himmelsstrahl als das drittletzte Zeitbild der Weiteren Rechtsausübung.

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