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c) Auflösung aller Weltmacht

‚Ich sah einen Engel in der Sonne stehen; und er schrie mit großer Stimme und sprach zu allen Vögeln, die unter dem Himmel fliegen: Kommt und versammelt euch zum Abendmahl des großen Gottes, daß ihr esset das Fleisch der Könige und Hauptleute, und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Knechte, der Kleinen und der Großen.‘ Es wundert etwa, daß jetzt schon die Auflösung der Weltmacht gekommen sei, obwohl nach dem Wort des Sehers von der Weltherrschaft geredet wird, besonders von der Loslassung der ganzen Finsternis nach den eintausend Gnadenjahren (20, 7).

Der Engel ist der dritte Herold. URs Allmacht ist‘s, daß die Auflösung dieser Bote übernehmen kann, weil er sinnfällig die dritte Wesenheit GOTT, das Opfer der Liebe, ja den der dritten Herzkammer enthobenen sechsten Schöpfungstag vertritt. Er hat jedoch keinen Vorrang vor den andern Euphrat-Königen; denn: Sonne = UR Selbst, Der das Lebenslicht verleiht. Darum steht der Engel in der Sonne = ist zuständig zur Erhaltung dessen, zu dem er als einer der höchsten Reichsboten beauftragt wird. Er vertritt das Recht der Heiligkeit, des Mitopferweges aller Heilskinder und der Gott-Gewalt.

Schrie mit großer Stimme = aus der Befehlgewalt; sprach = ordnet an aus Belehlserhalt und kraft persönlicher Zuständigkeit; zu allen Vögeln = Seelen der Menschen und Wesen, die sich mindestens zeitweise über die Materie erheben können; die fliegen = Gabe und eigene Kraft zur Fähigkeit verwendet, das Weltliche unter sich zu lassen; unter dem Himmel fliegen = das Reingeistige noch nicht ganz erworben. Daß sie aber auf dem Fluge dazu sind, geht aus dem Ruf zum Abendmahlhl hervor. Das ‚Kommt‘ gilt ihrem Willenseinsatz.

Versammelt euch! Das könnte auf der Erde nur bedingt geschehen und steht der Reichsart nach an zweiter Stelle. Gesammelte Kräfte auf der Basis der Essenz haben größere Durchschlagskraft. Dieses Versammeln ist gemeint, gilt freilich auch Kirchen Gemeinschaften usw., soweit diese keinen andern Zeck verfolgen, als das ‚Reich herbeizurufen‘! Zum Abendmahl des großen Gottes = ein Vor-Abendmahl, bei dem die als Vögel bezeichneten Kinder auf das Lamm-Abendmahl vorbereitet werden. Das dieses an zweiter Stelle steht, entspricht dem Leitbild für die Erde; das Gott-Abendmahl bringt Golgatha, und das Lamm-Abendmahl ist es!

Die ‚Vertilgung des Fleisches‘ gilt zuerst der eigenen Unzulänglichkeit, sonst kann keiner Mitopferträger sein. Der andern Fleisch essen ihnen fürbittend und tatsächlich helfen; gegen die Könige = Herrschgier; Hauptleute = Besserwisserei; Starken = Prahlerei; Pferde = abwegige Gedanken; die darauf sitzen = Zügellosigkeit; Freien = innere Verpflichtungen ablehnend; Knechte = Unterwürfigkeit; Kleinen = kleinliches Zusammenraffen; Großen = Überheblichkeit. All das ist auszurotten. Zum beliebten Weltwort: Wenn der andere es tut, tue ich es auch!, ist zu sagen: Die Lüge straft sich selbst.

Trotz der Ausrottung steht außer Zweifel, daß das Leitbild auch noch anderes besagt. Alle mit den genannten Personarten verbundenen irdischen Belastungen sind wohl dem Untergang geweiht, der sich aber nicht in ‚ewiger Hölle‘ vollstreckt. Wer an diese glaubt, trägt in sich den Todeskeim der Ich-Sucht-Hure. Denn natürlich schließt sich jeder gern von der Verdammung aus. Er stünde aber damit außerhalb des Gerichts und seiner Rechtsprechung, die nicht nur den Sdchafen zur Rechten, auch den Böcken zur Linken werden muß.

Die Auflösung der Weltmacht kommt nie so, indem die Bösen ewig an einen Ort zu bannen sind, wie es zeitlich durch die Materie geschah, vielmehr durch das Fleisch essen totale Umwandlung. In dieser Art werden im Himmel und in der Materie-Hölle die abgesplitterten Kräfte verwandelt, wie ein Mensdi durch Speise leibliche und geistige Kraft erhält. Eine ewige Hölle ohne Nutzbarkeit gibt es nicht; denn alle Kräfte haben Gott und Seinem Werk zu dienen! Wer behauptet, daß es eine ewige Verbannung, ach Vernichtung gibt, mag dem Allmächtigen sagen: Dein Werk hat eine Allmachtslücke! — Wer will das wagen — ?

‚Ich sah das ‘Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Streit zu halten mit Dem, Der auf dem Pferde saß, und mit Seinem Heer’. Und — ‚der Dieb ist eingetroffen‘; plötzlich für die, die Ihn erwarteten, und plötzlicher für alle Leugnenden. Beide, Licht und Finsternis, treten zum Kampfe an. Doch nicht eigentlich zu einem neuen; es ist die ‚Endschlacht in dem Schöpfungskrieg‘. Diese Endschlacht löst in jeder Hinsicht Letztes aus.

Das Tier = die vereinigte Weltmacht; Könige auf Erden = entfaltet höchst freie Regung menschlicher Gedanken; ihre Heere = eigenpersönlicher Willensausführung; versammelt = und haben alle Fähigkeiten eingesetzt; Streit zu halten = um ihr ‚Weltziel‘ zu erreichen, das Irdische also über das Geistige erhebend.

‚Das Tier ward gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch welche er verführte, die das Malzeichen des Tieres nahmen und die das Bild des Tieres anbeteten; lebendlig wurden beide in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte.‘ Wer das ohne Lichtsymbolik irdisch liest, verneint das Vorhergesagte. Hiernach gibt es eine ewige Hölle. Doch wer guten Willens ist, wird merken, daß die so irdischen Worte einen Himmelssinn enthalten.

Das Tier ward gegriflen = die Erdbodenleute verlieren ihre Weltposition und Reichtum, Macht und Einfluß; alles wird zu sinnlosem Tand; falscher Prophet = unwahres Wort, das absichtlich Gutes ins Gegenteil verkehrt; der die Zeichen tat = in Technik, Kunst, Wissenschaft phänomenales geschaffen, das die Menschen in Erstaunen, dann Bewunderung, zum Schluß in Nacheiferungen (Anbetungen) treibt. Das ‚unwahre Wort‘ ist auch Verleumdung bis zur Gottesleugnung.

Beide = Menschenwille und seine Gestaltung; lebendig geworfen = werden im Gegensatz zu den Königen pp. nicht umwandelt, weil das nur noch leere Hüllen der Materie sind. Die inneren Kraftsubstanzen Luzifers, aufgespalten in Äonen, erhalten die Umwandlung, denn sie sind ein Edelgut, Reichsgut; während sein durch die Kräftemessung gewordenes Äußeres als Grobmaterie kein Edelgut im Sinne des Wortes ist. Dessen Umwandlung zur Gebrauchsfähigkeit für den Rest des Liebetages kommt nicht mehr in Betracht. Aber UR kann in einer neuen Schöpfungsnacht aus dem alten Ton eine neue Vase formen (Jer. 18, 6).

Darum: lebendig geworfen = die Sache wie sie ist vorläufig abseits gestellt; in den Feuerpfuhl = Abgrund, aber doch ein Grund; der mit Schwefel brennt = in welchem Gottes Allmachtsfeuer die Reinigung, der Schwefel die Ätzung vornehmen werden. Der UR-Gott wird daraus für alle Kinder einmal Heilsdinge schaffen, die sie mit angehaltenem Atem in die Hände nehmen werden. Denn das Schöpferische, das den Gedankenkräften innewohnt, wird einst ein GEISTwerk werden.

UR verliert nichts!

‚Und die andern wurden erwürgt mit dem Schwert Des, Der auf dem Pferde saß, das aus Seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.‘ Die andern = alle jene Seelen, Menschen und auch Wesen, die den Geist nicht anerkennen; werden erwürgt = gerichtet, werden richtig in ein anderes Sein gebracht. Sie erfahren also jetzt noch nicht die Umwandlung.

Aber später tötet dann der König, sitzend zu Seinem Rechte in der Waltung Seiner Macht mit dem Schwert = Lebenswort, die toten Seelen und gibt sie durch den Tod = Umwandlung, Seinem ewigwahren Leben wieder. Das Schwert, auch hier aus Seinem Munde gehend, ist Seine personhafte Offenbarung wie auch die Seines Wortes.

Alle Vögel wurden satt, umschließt nicht allein die Kinder nach V. 17; sondern überhaupt alle Kinder werden aus ihrem Mitopferweg, aus der Umwandlung, aus der Gnade und aus dem Abseitsstellen der für den Liebe-Tag unnötig gewordenen Kräfte gesättigt haben die ewige Erlösung (Hebr. 9, 12). Denn das Neue (nach Kap. 22) wird es ganz glorreich offenbaren, soweit es dieser Welt zu schenken ist.

Kapitel 20 (Ps. 2, 1-6)

Wer mißt das heilige Soll und Haben der Weiteren Rechtsausübung ab? Ist‘s nicht allein der Richter UR, Der auf Seiner Ordnungswaage wiegen oder wägen, zur Rechten oder Linken scheiden wird? Das dritte Zeitbild des vierten Teilgesichts ergab die Auflösung der Weltmacht, dort nur im großen Rahmen aufgetan; ihr Einzel blieb fast verborgen, fand aber mit dem Zeitbildende die Erledigung. Doch es wirkt sich auf der Erde weiter aus, was das vierte, sechste und siebente Bild des vierten Teilgesichts ergibt. Das vierte Zeitbild lautet daher:

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