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Kap 25 Weitere Gespräche mit den Engeln; die arme Endzeit

Kapitel 25

(Dan. K. 11) — „Gott hat geholfen, und eure Strahlen habe ich gespürt“, dankt Daniel den Engeln. „Achymads Bote wollte mir erst nichts bekennen. Beinahe hätte man ihn umgebracht, weil hier für das Land viel Leid hereingebrochen wäre, wenn — — Er schlich davon. Wäre einer von euch großen Helfern mitgewesen . . .“

Muriel hält den Gedanken auf: „Er kommt nicht weit; Achymad wird vergeblich auf ihn warten.“ „Wieso? Kommt er auf dem Wege um?“ „Er kommt vom Wege ab; Fremde fangen ihn. Und wenn er Gott auch nicht erkennt, muß er doch von seiner Bosheit lassen. Das genügt, um ihn im Jenseits einmal auf den rechten Pfad zu bringen.“

„Ah, wunderbarer hilft der Herr, als ich dachte! ich wollte ihn euch bringen und war betrübt, weil es mir nicht gelungen war. Nun — ?“ „ — steht des Lichtes Führung über dem Bedenken“ vollendet Rafael. „Das ist unser aller Freude.“

„Euere auch?“ Verwundert ausgerufen. „Ihr wußtet, wie es wird.“ „Gewiß“, sagt Gabriel, „dennoch haben wir wie du die Freude. Jede heimgeholte Seele verringert Satans Hölle.“ „Wird dabei der Himmel reicher?“ „Vom Weltsinn aus betrachtet — ja, Daniel. Die Kraft, die Sadhana trotz Fall verblieb, entstammt dem Werkanteil, der das Tat-UR-Jahr zu bilden hatte. Überlaß‘ es weisheitsarmen Leuten, ob Gott dadurch weniger geworden wäre. In der Materie gilt die Regel: Wovon man etwas nimmt, wird kleiner; wohin man etwas tut, nimmt zu. Nicht aber so im Licht!

In Gottes unmeßbarer Reservatio mentalis ruhen Seine Macht- und Kraftgedanken. Aus dem ‚Brunnen des Lebendigen‘ (1. Mo. 16, 14) schöpft man seit Jahrtausenden. Vor dreizehnhundert Jahren hat er Hagar vor dem Wüstentod bewahrt, hat Isaak von ihm getrunken, als er im Land des Mittags wohnte (1. Mo. 26), was so bedeutet: er stand in Gottes hehrer Helligkeit.

Kein Mensch erfährt, wann sein Wasser aus der Erde drang, wird nie sein Alter messen können. Ungleich weniger ist URs Quell der Mitternacht im Gottgeheimen Zentrum auszuschöpfen. Wie im Rhythmus deines Blutes immer wieder Lebenskraft den Leib erhält, so strömt von Ewigkeit zu Ewigkeit die UR-Macht und die UR-Kraft aus des Schöpfers Willensherrlichkeit durch Raum und Zeit.

Der Himmel nimmt nicht zu, wenn den Verirrten ihre Heimfindstunde schlägt; sie kehren nur zum Lebens-Ursprung heim. Ansonst würde ja durch uns der Himmel reicher. Mose hatte jene Schau erhalten: ‚Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde‘ (1. Mo. 1, 1). Erst nachdem Er eine Wohnstatt zubereitet hatte — das Reich des Lichts ‘—, schuf Gott Sich Seine Kinder.“ Daniel schließt die Augen, als ob ihn etwas blenden würde und ruft dabei:

„Der Dank ist zu gering für das, was ihr mir gebt. Gott sprach, Er bedürfe nichts, um Werke zu erschaffen; und Sein machtgefülltes ATMA schuf die Lebenskinder (S. 142, 4). Groß und wundersam (OJ. 15, 3)! Wir können unserm Vater-Gott begegnen; dennoch ist Er der Allmächtige, ohne Ende (Heb. 7, 3), ewiglich der SEIENDE und nie ein Werdender!“

„Die Große Babylon wird einstens anders denken, wird Gott klein und menschlich sehen. Man wird sagen: ‚Er ist auch geworden!‘ Die Frage werden jene Götzendiener nicht erklären: Wer — oder welche Kraft — hat den Werdenden gemacht?! — Du hast neue Kraft geschöpft, um neue Bilder aufzunehmen, die der nahen Zukunft gelten. Das Eigentliche daran betrifft den Ausgleich zwischen Licht und Finsternis, Gottes heilig-wahrer Trost:

‚Was bei Mir blieb, steht bei Mir fest; was von Mir ging, das hole Ich zurück!‘  (Joh. 10, 16)

— auf urgeheimen Wegen!

In der ersten Zeit des Darius, wo er durch dich aus seiner heidnischen Umgebung fortgezogen ward, da half ich ihm, unbewußt für ihn, wer der Helfer war, bewußt, daß es um etwas Ernstes ging. Er ist ein König dieser Welt, sein Wille mußte gelten. Gottes Wille war ihm fremd, den er durch dich erst kennen lernte. Du siehst, daß die Eigenschaften URs, Den du als den ‚ALTEN‘ für die Welt genau bezeichnet hast (Dan. K. 7, 9), zusammen wirken, auch wenn zum Nutzen eines Menschen, eines Volkes oder eines Werkes eine Eigenschaft im Vorfeld steht.

Auch Kores ist solch Sendling Gottes, zwar keiner aus der ersten Reihe. Ihm folgen drei von Untenher. Der Letzte ist der größere an Reichtum, Macht und Land. Allein — auf dem Höhepunkt der Völker und Regenten steht das ‚Ab‘! Dies muß nicht unabänderlich geschehen; aber das Vergängliche der Welt vergeht. Am vergänglichsten ist die arme Macht der Mächtigen.

Das Weltvermögen löst das Alte durch stets Neues ab. Es gibt im guten wie im bösen Sinne Steigerungen, die aber bis zu ihrem eigenen Ende führen. Je höher weltlich etwas steht, um so tiefer ist der Sturz. Desgleichen bei dem vierten König (V. 3 u. 4).

Bis Gott als HEILAND kommt, wird man am Äußerlichen feilen, daß es herrlich glänzt. Noch mehr wird man am Glauben schaben, jetzt das Jakobvolk betreffend. Die ‚Stimme seiner Hohen‘ wird von Gottes Glaubensgut sehr wenig übrig lassen. Man wird nicht auf Ihn als Heiland harren, auf den Vater, wie die Seher Ihn verkündigt haben. (u.a. 5. Mo. 32, 6; Ps. 74, 12; Jes. 63, 16).

Man konzentriert sich auf den materiellen Helfer, den Messias. Das

‚Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden‘  (Matt. 1, 21)

nimmt man nicht an, und nicht:

‚Fürwahr, Er trug unsere Krankheit und lud auf Sich unsere Schmerzen,

auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt!‘  (Jes. 53, 4-5)

Muß da nicht zerbrechen, was die Welt hoch aufgerichtet hat? Daher bleibt die falsche Lehre ohne Widerhall. In die vier Winde wird verwehen, was von allen Völkern einmal übrig bleibt, jederlei zu seiner Zeit; Jakobs Volk nach seinem zweiten Untergang (70 n. Chr.).

Der König aus dem Mittag (V. 5) ist für die Welt die Macht, für das Licht der Heiland und Erlöser. ER ist der König, der von Ewigkeit zu Ewigkeit regiert. Darum ‚Mittag‘, wo des Tages Licht am stärksten ist, wo sich der Schatten in sich selbst verkriecht. So wird sich Luzifer verkriechen vor dem Licht, das ihn erst blenden muß, um ihn hernach zu heilen (Apg. 9, 9).

Das betrifft auch, wer wie Gott wirken will (Kirchl. Weltstuhl). Dagegen stehen die Regenten auf. Weil sie jedoch einander brauchen (V. 6), verbrüdern sich die Machtzentren. Des einen ‚Tochter‘ muß zum andern. Nur hilft kein Bündnis (Tochter); jeder will für sich die Vorherrschaft erraffen. Der Mitternachtskönig ist der Thron der Völker. Weil deren Fürsten eng der Welt verhaftet sind, daher steht an ihrer Seite allgemein die Dunkelheit (Nacht).

Die das Glaubenslicht bekennen, werden von der Macht der Lehre (Kirche) und des Thrones (weltausgerichtete Regenten) unterdrückt. Deshalb stirbt die Tochter; denn jedes Bündnis ist ein schwacher Halm im Sturm der weltvergänglichen Zeit.

Sieh an den Zweig, aus einem Stamm herausgewachsen! Er zieht mit großer Kraft gegen das zu Felde, was zur Mitternacht gehört (V. 7). Verwechsle nicht URs Mitternacht mit der der Welt! ‚Ein Zweig vom Stamm‘ ein Großer aus dem Reich. Der Stamm ist GOTT! Der Zweig war da (Elisa), und er wird wiederkommen (Luther), wie es die große Schau dir zeigt[VH13].

‚Wie mit einem Heer‘ kommt des Zweiges Glaubenskraft, mit der er gegen vieles Dunkle wirkt. Die Götter und die Bilder sind die Großen und die Lehre, die sie mit Feuer, Schwert und unermeßlich vielem Leid verbreiten. Genau so, zwar auf anderem Gebiet, steht das Licht der Finsternis entgegen (V. 8.)

Der Zweig führt ‚Kostbarkeiten nach Ägypten‘ heißt: er entkleidet die Verbrämten und zeigt mutig, was dahintersteckt. Mit Kronen und mit Gold drückt man die Masse nieder und nimmt ihr Kärgliches noch weg. Der Mitternächtige durchzieht das Land (Hiob 1, 7). ‚Etliche Jahre‘ sind des Zweiges Kampf und Sieg. Der andere sucht mit ‚seinen Söhnen‘ (V. 10), die zu seinem Stuhl gehören — erst vom Anfang seines Regiments, nach Gottes Walten hier als Heiland —‚ des Herolds Feuer auszulöschen. Ein vergebliches Beginnen!

Aufs Letzte greift man auf die Bündnisse zurück (Vereinigung verschiedener Lehren), aber wenig Nutzen wird die Glaubensherde davon haben. Nun gemach! GOTT sitzt in Seinem Regiment; die Welt wird es erleben, was der Herr in Seiner Allmacht tut:

‚Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!‘  (Hiob 38, 11)

Vielen Menschen wird es traurig gehen; aber Gott behält den Sieg von Golgatha! Wohl wird einst (V. 12-16) Sein gutes Licht wie ganz verlöschen, daß des Reiches Letzte wenig wirken können – irdisch, Daniel. Trotzdem keimt der kleinste Same. Und wie aus diesem Bäume wachsen, so wird dereinst aus allem Himmelssamen das gesamte arme Seelenreich beschattet sein.

Darum laß die Mitternacht nur ihre harte Straße wandern; jeder muß die Welt verlassen, und mit jedem Tod der armen Mächtigen sinkt ihr Treiben mit ins Grab. Und ob sie mit Gewalt aufs Letzte ihre Töchter (V. 17) beiderseits zum Weibe geben, die der Lehre und vom äußerlichen Regiment: ihre Bündnisse sind wenig wert! Die letzten Menschen nehmen keineswegs mehr alles unbesehen hin, was man ihnen bieten wird.

Deshalb stürzen sich die Großen auf die ‚Inseln‘, sie überfallen und berauben kleine Länder, Gruppen (Parteien), Einzelne, weltlich und auch geistlich. Das geht durch Jahrtausende, früher, jetzt, zum Ende deines Volkes und bis der ‚Herr des Himmels‘ für die Dunklen plötzlich wiederkommen wird.

Bis dahin wird des Streites und der Unterdrückungen kein Ende nehmen, in keinem Land, bei keinem Volk; dazu viel Empörung und das Widersachertum, am meisten gegen Gottes Offenbarung (V. 18-27). Das spiegelt sich zu allen Zeiten wider und wird nichts verschont, was zur Materie gehört.

Diese muß geläutert werden. Wenn die Menschheit es auch nicht versteht, wenn sie ob allem Leid und ihren Tränen jammert, ‚so siehe hin, o Daniel: Wenige weinen vor dem Herrn in echtem Schmerz — um andere! Ungezählte gleichen dem Weib Lots; sie wenden sich trotz Untergang nach ihrem armen Reichtum um, zum großen Schaden ihrer Seelen. Lots Weib dachte nicht an Gott. So auch wird die Menschheit nicht an ihren Schöpfer denken. Wundert es dich noch, was dir das schwere Bild zu wissen gibt?“

Ein müder Seufzer. „Mich wundert‘s nicht, außer . . .“ „Außer was?“ fragt Rafael. Muriel blickt ernst in weite Ferne. „Kann Gott keinen Einhalt tun? Warum fließen Ströme voller Blut, füllen Meere sich mit Tränen? ER ist der Allmächtige; Seine Güte und Erbarmung müßten voller Allmacht sein.“ „Du wähnst, daß sie das nicht sind?“ wendet Muriel sich wieder um. „Ich möchte es ganz fest im Herzen glauben und Gott sieht ja, wie . . .“

„Sei nicht traurig“, tröstet Gabriel. „Auch Elia fragte Gott, als dreiundeinhalb Jahre das Land ohne Regen war (1. Kön. 17, 1; Jak. 5, 17). Zuriel sprach: ‚Das arme Land (Materie) muß geläutert werden, was nicht ohne Schmerzen vor sich geht.‘ Rechnete Gott die Übertretungen in vollem Maße an, so wäre diese Welt, wie schon die erste, längst zerfallen; dabei noch das Wichtigste: ihre Seelen würden nicht errettet werden können, erst im letzten Abendlicht.

Gott rechnete Elia vor, siebzig Jahre gegen sieben [VH14]: Sein hehrer Zehnt! Aus Erbarmung, den Widersinnigen unbekannt, strich Er von Seinem Zehnt noch eine Hälfte aus! Würde nur ab Adam alles Unrecht von der Welt und dagegen alles Leid der Menschheit — hier sogar vom ersten Dasein ab (vor Adam) — ausgewogen werden, wie hoch müßte Gottes Zehnt sich stellen — Er berechnet vom gerechten Haben nur die Hälfte eines Zehnt und wiegt‘s mit aller Bosheit ab, die auf der Welt von Anfang an gewesen ist. Du kannst daraus ersehen, was die Weltmenschheit sich selbst bereitet hat, jedoch Gottes Zehnt bloß eine Hälfte eines einzigen Gebotes füllt.“

„Du nanntest die Gebote Gottes samt dem Anfang dieser Welt. Erst Mose wurde das Gesetz auf Sinai gegeben. Kann denn eine Abrechnung — vom Sinne des Gesetzes aus — auch auf frühere Zeiten angewendet werden? Selbstredend anerkenne ich die Abrechnung des Herrn, die billig ist. Er aber ist doch der Gerechte und fordert nichts, wo Er Selbst noch nichts gegeben hat.“

„Aus Mitleid denkst du so“, erwidert Rafael, „um zu entlasten. Geistig jauchzt du, weil Gott von Seinem Zehnten bloß die Hälfte anberechnen will. Das ist mehr als menschgefühltes Mitleid, selbst wenn du es aus der Erbarmung Gottes schöpfst. Bist du überzeugt, daß ein Gebot so wichtig wie das andere ist und daß — wenn eines die Erwähnung findet — ebenso die andern anzusehen sind?“ „Unbedingt!“ gibt Daniel Bescheid.

„So lies die Schrift, als Kain Abel mordete und Gott fragte: ‚Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu Mir von der Erde!‘ Hätte Er so fragen können, wenn Kain das Gebot nicht kannte: ‚Du sollst nicht töten!‘ (2. Mo. 20, 13). Abel stand vor Gott und fragte: ‚Vater, ich trug Dein Licht in die Materie hinab; es sollte leuchten. Warum hat die arme Kainseele aus der Tiefe meinen Lichtweg abgeschnitten?‘

Gott sprach: ‚Klagst du deinen Bruder an?‘ ‚Nein, ich klage nicht! Tue mit ihm, was Du willst.‘ Deshalb wurde Kain bloß verbannt, um in einem langen schweren Leben seine Mordtat abzubüßen. Das darum, weil er die Gebote kannte. Daraus geht hervor, daß — wie dieses eine — alle hohen Gott-Gebote der Materie von ihrem Anfang an gegeben waren, ohne welche ‚heilige Gesetzgebung‘ der Luziferbereich hätte nie bestehen können.“

„Tor!“ ruft Daniel, „das konnte ich mir selber sagen!“ „Gewiß“, sagt Muriel, „doch was du fragtest, ist eins der vielen Zeichen für die letzte Zeit. Da wird auch dieses offenbar, zum Heil und Segen guter Gläubiger. Denn alles, was geschieht, das Gute und erst recht das Böse, nimmt Gott in Seinen hehren Zehnt. Davon weißt du jetzt Bescheid, und was aus diesem Heiliges erscheint. —

Siehe noch das Letzte aus des Bildes erstem Teil (V. 29-35). Es zeigt sich wie ein Einzelner, eine Einzelheit, weil die Herrscher dieser letzten Welt und auch die Lehre pur nach einer Seite ausgerichtet sind und zwar nach Reichtum, Macht und Ehre, wozu sie Gottes reine Worte gern verwenden. Aus vieler Munde kommt es aber falsch heraus, um zur Festigung des Weltmachtstuhles zu gelangen. Da einer wie der andere denkt und handelt, deshalb siehst du es wie einen Mann.

Wenngleich die Weltlichen und Lehrer offen und versteckt gegen Gottes Wahrheit kämpfen, verringert sich ihr Einfluß doch, weil die Menschen allgemein zum eigenen Bedenken kommen. Den Mächtigen der Lehre wird nicht mehr gelingen, ihre Gläubigen zu beherrschen (z. B. im finsteren Mittelalter).

Denn die ‚Schiffe aus Chitim‘, wie du dies im Bilde siehst, sind einst die Bahnen der Erkenntnisreichen, die nicht nur ans Land, an das ‚Gegebene‘ gebunden sind. Ihre Wege führen weithin übers Meer. Das bedeutet, daß sie in Gedanken und in vielerlei Erkenntnissen beweglich sind. Darüber ergrimmt die Dunkelheit der Welt-Mächtigen Jahrhunderte hindurch; und was sie in dem einen oder andern nicht erreichen, versuchen sie hernach mit ausgewogenen Plänen in den nächsten Zeiten.

Im zweiten Bildteil wirst du sehen, ob nicht doch der ‚König aus dem hohen Mittag‘ Sieger ist und bleibt! Also mag die arme Macht der Großen sich zusammenrotten (V. 31), heucheln oder gute Worte geben, Gottes Heiligkeit entweihen — IHN SELBST!, Ihn erniedrigen, zu einem puren Menschen machen, der auch erst werden mußte, Sich zu überwinden hatte, — das ist: die Feste und die täglichen Opfer übersehen.

Aber die ‚vom Volke‘, aus des Vaters Lichtreich stammend, halten fest, was sie zur Materie herüberbringen. Manche lassen sich durch sie bekehren, wie dir es war. Man wird sie zwar — zumal auf dieser Welt — verfolgen, manche töten, früher, jetzt, später und dereinst. Denn die Törichten und Bösen werden sie verspotten und armselig nennen. Doch ‚bis hierher und nicht weiter‘ wird am stärksten sein, wenn diese Welt am Ende ist. Dann ist noch eine ‚andere Zeit‘ vorhanden (V. 35), von der du späterhin erfahren wirst.

Für jetzt genug! Am Hiddekel, dem Gottes-Strom, ist dir in der Schauung Gott begegnet, wie zuvor in Seiner heiligen Gestalt. Noch bist du Mensch und bedarfst der Ruhe. Viele Leute brauchen dich. Das ist auch ein Amt, die Arbeit aus dem Reich für jene, die das Licht verlangen, die es noch nicht haben und für die Guten, die du aus Gottes Kraft bewahren sollst.“ — —

Es ist wie ein Traum und dennoch Wirklichkeit: Daniel fühlt sich abermals emporgehoben. Daß für dieses lange Bild bloß eine Nacht vergangen war, ist ihm zeitlich unbegreiflich, als er am Morgen wunderbar gestärkt erwacht. Trotzdem wird ihm neue Kraft, die ihm Gott, der gute Vater schenkt.

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