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6. Kap – Böse Folgen des Tumultes. Der unerbittliche und der freundliche Mose

Noch geistern nächtliche Schatten über dem weiten Rund. Erst fern malt der kommende Morgen einen hauchdünnen Strich an die zackigen Höhen des Seir. Zwei Männer treten aus ihren Zelten, die Fürsten Elizur und Ahira, über die Josua mit Mose sprach. Stumm begrüßen sie sich. Sie schreiten eine Weile auf und ab, die übergeworfenen Mäntel dichter an sich ziehend. „Ich komme mir so scheußlich vor‘‘, bricht Elizur das Schweigen. „Die andern sind bestraft, obwohl sie ihren Abfall ohne Hinterhalt bekannten. Wir dagegen …“ bekümmert hält er ein. Ahira seufzt. Naphtali wollte keine Meuterei. Mehr aus alter Anhänglichkeit, weil schon sein Vater, der aufrechte Enan, einen guten Namen trug, ging der Stamm auf seine Ansicht ein. Wohl auch hier der Wunsch: Endlich aus der Wüste raus! Das Volk war wie ein Mustang, ungebärdig, zügellos. Und nun — —?

Sie gelangen auf die Westhauptstraße, auf der der Haupttumult geschehen war. Dabei hemmt etwas ihren Gang. Der Nebel, der sich milchig über den Boden wälzt, verdeckt die Einzelheiten. Als Ahira sich bückt, liegt vor ihm ein Toter. Nach wenigen Schritten wieder einer und dann noch und noch. Irgendwo sterbendes Stöhnen, in der Nähe hilflos leises Rufen. Sie suchen die Umgehung ab. Allmählich steigt der Nebel auf, eine augenblicklich seltene Erscheinung, läßt das doch auf Regenfälle oder düstern Himmel schließen, obwohl die Trockenzeit noch nicht vorüber ist.

„Wir müssen etwas tun, bevor Mose diese Wüstenei erblickt“, sagt Elizur. „Er wird gestern abend manches wahrgenommen haben; und es wunderte mich nicht, wenn er in der Frühe inspiziert.“ „Das glaub‘ ich auch“, erwidert Ahira. „Darum an die Arbeit, um unser Unrecht wieder wett zu machen. Unsre Männer sollen die Toten und Verwundeten zusammentragen. Das ist das Wichtigste.“ Doch als jeder seinen Stamm zur Hilfeleistung ruft, sagen viele, sie dächten nicht daran, dies zu tun. Das wäre was für jene, die den Aufruhr angezettelt hätten. Beiden Fürsten begegnen böse Blicke.

„Schaut es an! So kann‘s nicht bleiben, wenn Mose kommt.“ „Wohl wahr“, sagt ein Vernünftiger, „Mose hat ande res verdient. Und hätte er nicht das Gebet gesprochen, so könnte heute keiner an die Toten denken. Die Gaditer mögen nun die Aufräumungsarbeiten übernehmen; von denen ging schon öfter Zank und Aufruhr aus.“ Nur wenige aus Naphtali und Ruben sind bereit zu helfen.

Inzwischen ist es hell geworden und die Wege sind zu übersehen. Es bietet sich ein Bild, wie nicht einmal die Rotte Korah hinterließ. Betroffen stehn die Männer still. Da taucht Mose auf. Obwohl er sich trotz Gottesmantel körperlich ermattet fühlt, gab es ihm keine Ruhe, nachzuprüfen, ob das Nachtbild richtig war. Beim Anblick der Wüstenei straffen sich die alten Schultern, der gebeugte Rücken, und die müden Augen sprühen Stahl. Da hilft wiederum die Macht! Eben stoßen Josua und Fürst Hur auf ihn. Unvorstellbar verschmutzt sind Wege und Zelte. Letztere zum Teil zerbrochen und manche ganz verbrannt. Um allen stinkenden Unrat wegzuschaffen, müßte ganz Israel aufgerufen werden. Und Mose alarmiert!

Hörner hallen durch das Lager, immer wieder. Viele Männer machen sich bei den Kralen schnell zu schaffen, um nicht mit eingesetzt zu werden. Mose kennt die Drückeberger. Unerbittlich ruft er sie herbei; überall ziehen die Drommetenbläser auf. Die Obersten werden beinah barsch informiert. „Ihr Fürsten Pagiel, Nathanael, Selumiel und Älteste, eure Männer tragen die Verwundeten in die Krankenzelte; reichen die nicht aus, dann in die Beratungszelte. Die Frauen ohne kleine Kinder pflegen die Verwundeten!

Elizur, Ahira, Eliab, Abida und Älteste an die Toten! Legt sie außerhalb der Nordhauptstraße in den Schatten der Erdüberhänge. Sofort große Gräber ausheben. Dankt dem Herrn, daß Er heute Seine Sonne deckt, sonst wäre schon in wenigen Stunden die Pest im Lager, zumal bei dem …“ Mose wendet sich voll Ekel ab, als er am Wegrand auf weitere Verunreinigungen stößt, über die sich bereits blaues Geschmeiß gelagert hat.

„Fürst Eljasaph, eile! Tut mit leid, dir die schmutzigste Arbeit aufzuhalsen; doch die Gaditer kann ich hier nicht schonen. Juda, Ephraim, Manasse, Dan sind heranzuziehen. Josua überwacht diese an Stelle der verräterischen Fürsten.“ Eljasaph sagt ruhig: „Es geht in Ordnung, sei unbesorgt. Diesmal bringe ich die Gaditer auf die Beine.“ „Recht so! Und die Sandlöscher auf das Geschmeiß und ausbrennen! Ist bis mittag das meiste nicht besei tigt, wird Israel kaum nötig haben, den Jordan zu überqueren!“ Es hat sich schon viel Volks um Mose angesammelt; stumm und bedrückt hört es zu.

„Immer ist das Volk gegen mich, den Unerbittlichen! Niemals dankt es mir, wenn ich mit höchster Sorgfalt Reinlichkeit verlange, wenn nur in den Gruben der Unrat abgetan sein darf, wenn ich Kranke, der Ansteckung verdächtig, hinaus ins WacholderzeIt bringen lasse. Und was waren alle meine Mühen —? Die Sorge um den Erhalt unseres Volkes! Einen Dank erwartete ich nicht; es hätte mir genügt, wenn Israel dem Herrn dafür treu geblieben wäre. Das wäre auch der Dank an mich gewesen. Statt dessen verwundet man mein Herz mit giftigem Gerede. Nun“, wendet er sich an die dichter werdende Menge, „bald wird dieser strenge Mose, dieser Nörgler, dieser böse Richter, der nichts durchgehen läßt, erledigt sein. Dann kann Israel tun und lassen was es will. Denn lange wird es keinen Richter dulden, der das Beste für jedermann im Auge hat!“

Mose dreht sich um. Er muß zur Heiligen Hütte; denn viel hat er dem Herrn zu danken, zu sagen, und mancher Bittwunsch bleibt noch offen. Man weicht zu beiden Seiten weit zurück; heute aber nicht aus Furcht, sondern aus der großen Scham und — tiefer Achtung. Noch nie hat man es so bedacht wie jetzt, daß den einen Mann die Sorgen niederdrücken mußten, vierzig Jahre lang.

Heimlich flüstert man sich zu: „Nun ja; aber warum hat‘s so lang gedauert? War Kanaan nicht früher zu erreichen?“ „Wie dumm! Jeder sieht es heute ein, daß es GOTTES Wille war, weil wir uns schlecht führen ließen. Es lag nur an uns allein.“ „Richtig“, sekundiert ein Dritter. „Wenn wir das erkennen, sollten wir nicht reden, sondern handeln. Ich für meinen Teil …“ Ein Asser, der viel für Fürst Pagiel tut, schultert seine Schaufel und sagt im Weggehen zum Fürsten: „Verwundete wird es nicht viel geben. Nachtfrost und Blutverlust haben leider aufgeräumt. Ich für meinen Teil stelle mich Josua zur Verfügung; bei dem hapert es am meisten.‘‘

„Gut gesprochen!“ Pagiel drückt seinem Asser die Hand. Mit einem Male ist das Volk hellwach. Wo Tote liegen, riecht es bereits nach Aas. Denn obwohl das Gewölk die Sonne deckt und vereinzelte Regenböen fallen, ist es drückend schwül wie vor schwerem Wetter. Viel Geschmeiß setzt sich auf den Unrat an. Nicht fern vom Lagerwall heulen wilde Hunde. Da schaffen sie wie Wahnsinnige. Israel ist in härtester Gefahr. Möge der Mann Gottes solang in der Heiligen Hütte bleiben, bis sie gebannt sein wird.

Den Männern tropft der Schweiß zur Erde. Fürsten und Älteste, wo immer nötig, greifen handfest zu. Erfahrene bedienen die unter Moses Anleitung hergestellten Sandlöscher, die es in den Pharaonengärten gab. Der Sand wird aufgestäubt, mit Öl getränktes Material daraufgehäuft und angebrannt. Auf diese Weise werden die Bazillenträger ausgemerzt und die ernste Pestgefahr behoben.

Zwei Stunden nach Mittag ist der Hauptteil des Lagers rein. Man holt aus der Wüste frischen Sand und bestreut die Wege. Noch ein paar Stunden — und alles ist getan. Wie wird sich Mose freuen, wenn Israel — fleißig und sauber wie noch nie — ihm einen würdigen Empfang bereitet. Das ist jedermann ihm schuldig. — Schon holt der Abend aus, den Tag abzulösen, und Mose ist noch nicht zurück. Immer wieder und in kürzeren Pausen sehen die Leute lagerauswärts. Wo er nur bleibt? Die unruhige Ausschau verwandelt sich in Sorge. Der ehrwürdige Nun, Eleasar und Ithamar gehen hinaus.

Männer aus den treuen Stämmen — die andern wagen es noch nicht —‚ bitten den Oberrichter: ‚‚Herr, Mose ist seit der Frühe draußen. Wir warten auf ihn.“ Ehrliche Angst liegt im Wort des Sprechers. „Seid unbesorgt; wir sehen nach, warum er so lang verzieht. Sicher ist es Gottes Wille. Macht alles fertig und reinigt euch hernach, damit am Abend jede Gefahr beseitigt ist.“ „Das wollen wir tun.“ Fleißig schafft man weiter.

Als die drei Oberen, zu denen sich — von Josua so bald als möglich abgelöst — Fürst Hur gesellt, die Hälfte des Weges zwischen Lagerwall und Stiftshütte zurückgelegt haben, kommt Mose aus dem Heiligtum heraus. Wie leuchtet wieder sein Gesicht. Sogar die vier, die ihn so nahe kennen, wähnen es verwandelt. Weit mehr denkt es das Volk, als Mose durch die Gassen geht. Ist das noch das streng gefaltete Gesicht, mit den so oft unerbittlichen Augen, denen keiner lange widersteht? mit der herben Sprache, die das Befehlen kennt? Lautere Güte in Wort und Blick, so wandelt Mose durch das Lager, spricht mit jedem, der zu ihm kommt, fragt nach ihrer Arbeit und nach den Kranken, ob in den Zelten etwas fehle, und nach hundert kleinsten Dingen. Entgeistert starren ihm die Leute nach.

„So war er noch nie!‘‘ ‚‚Hm, ich meine ich meine“, mischt sich der Dritte ein, „er hat es immer gut mit uns gemeint.“ „Wohl, aber sagte er es je so väterlich wie jetzt?“ „Das kommt euch nur so vor.“ Die Sprecher, umgeben von einem kleinen Zuhörerkreis, drehen sich um. Der Gaditer Fürst Eljasaph steht hinter ihnen. „Ich will euch sagen, was ihr nicht richtig seht. Mose war zu jedermann voll größter Güte, die er meist in Strenge hüllen mußte. Wie oft — überlegt es euch — bereitete das Volk ihm Bitterkeit. Sein erster Gedanke galt den Kranken, der letzte aller eurer Mühsal Tag für Tag! Und nur von wenig Einsichtigen erntete er einen Dank! Ganz Israel hat heute durch die Tat bewiesen, daß es seinen Mose liebt. Also konnte seines Herzens Güte sich euch zeigen.“

„Das ist wahr‘‘, sagt der dritte Mann. „Aber Herr, die Arbeit galt unsrer eigenen Sicherheit. Und hätte Mose heute früh nicht gar so bitterernst gesprochen, so wären die Vernünftigen zu zählen. Wo bleibt demnach unsre Liebe?“ Eljasaph lächelt tröstend: ‚‚Seht euer Tun als Liebe an und beweist sie Gottes Knecht in den nächsten Tagen durch Ordnung und besonderen Fleiß.“

Dasselbe sagt jeder Fürst und Älteste hbei allen Gruppen, die sich überall zusammenfinden, das ‚Wunder‘ zu besprechen: Moses gütiges Gesicht! Es weiß ja keiner, daß der Herr ihm gebot, er möge seine bisher berechtigte äußere Strenge ablegen, außer am morgigen Tag, wo er das Volk am Berg versammeln soll, um ihm noch einmal den Zug durch die Wüste aufzurollen. Und so übergut hatte Gott gleich einem Vater mit ihm verhandelt. — —

Die Priester bereiten die Bethütte vor. Für morgen hat Mose ein Dankopfer angesagt. Ihnen schließt sich der Oberrichter an. „Ich gehe zu Isora“, sagt Mose. „Kommst du mit, Freund Hur?“ „Ganz nach meinem Sinn. Sanhus ist bei seiner Mutter, und ich versprach, ihn abzuholen. Er ist ein außergewöhnlich kluger Junge, dazu von einer Anhänglichkeit, die ihresgleichen sucht.“ „So war Kahathael auch. In Sanhus haben sich die guten Anlagen wunderbar verstärkt.“

Im Gespräch sind sie am gelben Zelte angelangt. Am Eingang hockt eine häßliche Gestalt. Wer ist denn das? Sie lehnt wie eine Leiche da. Erst beim Näherkommen wird sie erkannt: Ehubias Weib, von Gott wahrlich am härtesten gestraft. Nicht lange wird es währen, da wird sie eine Irre sein, weil sie ohne Sinne vertieren muß. Mose streckt segnend seine Rechte aus; doch keine Gebärde verrät die Wahrnehmung des Segens. Bekümmert gehen beide Männer zu Isora ein.

Da herrscht seit gestern unerhörtes Leid. Sanhus versucht, seine Mutter aufzurichten, mit den Geschwisterchen zu spielen; doch es bleibt vergeblich bis auf die zarte Ruth, die das Leid noch nicht versteht. Bekümmert sehen Mose und Hur das Bild. Isora hat sich rasch erhoben. Wie steht sie vor dem Manne da, der stets gut zu ihnen war? Muß er nicht denken … „Herr“, beginnt sie, kommt aber nicht weiter. Mose drückt sie sanft auf ihren Schemel nieder und nimmt den Sitz daneben ein, den Sanhus, wie einen für Fürst Hur, eilig brachte. Die Geschwister schleppt er hinters Zelt, wo er mit Vaters Hilfe eine Spielecke eingerichtet hatte. Er bedeutet ihnen, dort zu bleiben, bis er wiederkäme. Sie folgen ihm aufs Wort. Er kehrt ins Zelt zurück und bleibt im Hintergrund verborgen stehen.

„Isora“, in Moses Augen schimmern Tränen, „ich weiß, was du sagen willst. Wohl geht des Mannes Bürde auf sein Weib, des Weibes Last auf des Mannes Schultern über; nicht aber wenn eines schuldlos ist. Dein Herz war gestern nicht dabei.“ „Nein, Herr! Kahathael hat in letzter Zeit kaum mit mir gesprochen, und meine Schwester“, deutet sie zum Vorhang, vor dem das arme Geschöpf am Boden hockt, „hat mir viel Böses angetan, weil ich mit den Kindern abseits ging, sobald sie und Ehubia kamen, um allerlei Streit anzufangen. So war ich nicht unterrichtet, was sie im Schilde führten. Allerdings — ich ahnte Schlimmes; doch nicht das. Die Kinder sollten es nicht hören.“

„Du hast wie jede echte Israelitin gehandelt“, mischt Fürst Hur sich ein. „Der Herr ist dir gnädig. — Doch ich sehe, daß dir viel Arbeit bleibt, die du nicht allein bewältigen kannst. Ich sende dir Ima, die Schwester meines ersten Hethiters, her, dir beizustehen. Für den Lohn bedarf es keiner Sorge deinerseits.“ Ein Blick wie ein verlorener Sonnenstrahl erhellt kurz das an einem Tage müd geprägte Antlitz der noch jungen, schönen Frau.

„Dank, Großfürst Hur! Du hast dir schon mit Sanhus viele Mühe aufgebürdet! Nie kann ich würdigen, daß er solchen edlen Ziehvater fand.“ „Nun nun, meine liebe Tochter“, fällt Mose wieder ein, „Fürst Hur hat auch ‘was Gutes. Sanhus ist ein braver Junge.‘‘ Der Belobte schleicht sich leise fort. Was die Führenden besprechen, geht ihn noch nichts an. Er hat ein feines Taktgefühl. „Warum nennst du mich nicht ‚Vater‘? Bin ich‘s dir nicht mehr?“ fragt Mose. Isora errötet tief. „Doch; aber was dazwischen liegt „Nun erst recht sollst du es sagen. — Was hast du noch für Kümmernisse?“

„Die Kinder sind gut; nur sind ihre Fragen nach dem Vater eine Qual. Denn ehe Ehubia und Mara, meine Schwester, so oft kamen, war unser Familienglück ein ungetrübtes. Kahathael war den Kindern ein treuer und gerechter Vater, der sogar gern mit ihnen spielte. Ich habe Mara hergeholt, weil sich niemand um sie kümmert. Sie kann ja keinen Schritt alleine tun; ich muß sie waschen und auch füttern. Doch sieh“, Isora zeigt ihre wundgekratzten Hände und Arme, an denen noch die Striemen bluten, ‚‚so kratzt sie mich, fasse ich sie an. Das Essen läßt sie sich wohl geben, kratzt hinterher jedoch so jäh, daß ich mich gar nicht davor schützen kann.“

‚‚Deine Arme sehen böse aus, Tochter‘‘, sagt Mose. „Ich sende dir Heilsalbe und weiches Leder. Davon machst du dir Handsäcke, die du bis an die Ellenbogen ziehst, ehe du die Schwachsinnige berührst. Die Wunden können giftig werden; denn die Galle setzt sich bei Mara zu sehr ins Blut. Aber sonst—? Du handelst Gott zum Wohlgefallen. Betreue diese arme Seele; möge sie der Herr erlösen, so oder so.“ „Die Nachbarn sind gegen mich und meine Kinder wütend. Sie sagen: Durch Kahathael wäre all das Unheil über Israel gekommen. An mir nimmt man die Rache. Über Nacht riß man Zeltpflöcke fort und anderes mehr.“ Nun hat Isora Mut, ihr tiefes Weh zu klagen.

„Dem ist abzuhelfen!“ Hur steht auf. Auch sein altes Blut kann noch zornig wallen. Auf eine Wachstafel, deren er stets welche bei sich hat, schreibt er eine Warnung aus mit seinem und Moses Namen unterzeichnet und hängt sie gleich am Eingang auf. Mehrere Nachbarn beobachten es. Als der Fürst verschwunden ist, schleicht sich einer ‘ran, um zu lesen. Da ziehen sie beschämt die Köpfe ein; und nicht nur hat Isora künftig Ruhe, sondern viele helfen ihr, wo immer es nur nötig ist.

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