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Der vierte Schöpfungstag – Da ward aus Abend und Morgen, der vierte Tag

        Und G0TT sprach:

Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. Und Gott machte zwei große Lichter, ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten, und schieden Licht und Finsternis. Und G0TT sah, daß es gut war. (1. Mo. 1,14-19)

Und der Engel schlug an mit seiner Hippe an die Erde und schnitt die Trauben der Erde und warf sie in die große Kelter des Zorns Gottes. Und die Kelter ward draußen vor der Stadt getreten: und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde durch Tausendsechshundert Feldwegs. (Oft. 14, 10-20)

Und Er tritt die Kelter des Weins, des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen. (Oft. 19, 15)

4-1      Dunkel! Urheilige Nacht! Keine Finsternis, in welcher sich die Menschen Fürchten; auch keine Nacht der Erde ohne Taggestirn; noch weniger die Nacht der Seele, ohne Glaube, ohne Licht aus Gottes Reich. Unerkanntes, in dem UR nach Seinem Wesen alle Seine Werke richtet: das Vergangene als erreichtes Ziel und eine neue Tat.

4-2      In der ersten Stunde nach dem segensvollen dritten Tag überschaut Er noch einmal den Weg des freien Willens; denn der neue Tag bringt die vierte Entscheidung. Fällt sie nach Seinem Hochziel aus, wird der Kinder Weg Vollendung heißen, notfalls durch ein Schöpferopfer!

4-3      Die zweite Stunde fordert Ausgleich zwischen Wiedergutmachung und ihrer Folge; die dritte zwischen dem einmaligen UR-Opfer und den Kindern, die sogar unter Aufgabe ihres Himmels bereit sind, Sein persönliches Opfer mit heiligen zu helfen! Und gerade das verlangt den Ausgleich, den UR der Barmherzigkeit entnimmt.

4-4      Wer begreift in Demut, daß die Kindopfer das UR-Opfer mitheiligen können? O, noch breitet eine Nacht den Schleier drüberhin. Ja — noch bedarf es mancher Nächte, mancher Schöpfungstagesarbeit, bis ein Zipfel des Geheimnisses gelüftet werden kann, einer Sekunde des vollen Tat-UR-Jahres gleich. Dann werden alle Kinder vor höchster Seligkeit ins UR-Sein sinken als Teil des all-erhabenen UR Teiles, bis ein neuer, völlig ungeahnter Zyklus seine Bahnen zieht. Das bewirkt die dritte Stunde. — — In der vierten webt UR Gedanken der Erlösung, falls der freie Wille ohne Anerkenntnis und Einhaltung gerecht gestellter Bedingungen beansprucht würde. Das abwägende, ernste Prüfen ist so schöpfungsschwer, daß die heilige Mitternacht sich in den UR-Quell senkt, bevor das Letzte ausgewogen ist.

4-5      Er sieht, was Seine Ordnung auszugleichen hätte; ja: Er trägt es bereits! Und wahrlich, nur weil Er jetzt schon Träger ist, wird Er einst Erfüller sein! Denn Er ist UR, der Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige! Was könnte IHN denn daran hindern, in das seltsame Schöpfungsschachspiel einzugreifen und eine einzige Figur so zu setzen, daß es auch ohne Opfer zu gewinnen ist? Wäre das nicht schon ein Opfer, lenkte Er bewußt den Ablauf eines Werkes nach dem Maße einer einzigen Sekunde von acht Jahren eines UR-Zyklus?! Würde also, wenn Er im gleichen Verhältnis Seiner Macht eine Kindfigur nach Seinem Sinne rückte, das Kind es fühlen? Nein! — Könnte damit aber den Lichtkindern etwas genommen werden? —

4-6      Die Prüfung spricht ein schweres Ja! — Er würde sich selbst etwas nehmen und dadurch Seinen Kindern, die Teil von Seinem UR-Teil sind. Die Brücke für Geschöpf und Kind würde wie zwischen jenen Herzkammern, den Wesensteilen Schöpfer und Vater, unterbrochen sein. Diese Gedanken füllen die erste Stunde nach hochheiliger Mitternacht in vorstelloser Machtvollkommenheit völlig an. Und diese Stunde sieht, wie ein Erlösungsausgleich zu geschehen hätte! — Da senkt UR Seine Hände tief hinab in Seinen Lebensborn und schöpft das Wasser hoch; Er haucht so lang hinein, bis es rot wird wie das Blut: Sein Herzblut! Er trinkt davon, den Rest läßt Er in die Quelle fließen. Das Blut sammelt sich oben auf in der Mitte und wird zu einem roten Herzen im klaren, weißleuchtenden Gewässer. Auch das Geheime löst sich erst, wenn sich das ‚Mit-heiligen-Helfen‘ löst. Eher nicht! Denn das ist URs innerste, heiligste Herzensangelegenheit! —

4-7      In der zweiten Frühnachtstunde bedenkt Er den Tag der Geduld, in der dritten den der Liebe, in der vierten jenen der Barmherzigkeit, sinngemäß der ersten hochgeheiligten Entscheidungsstunde. Alsbald ist die Nacht vergangen; UR hat Sein Werk in sich vollbracht! — —

4-8      Vier feierliche Glockenschläge. Ein Zeichen, ein erster UR-Laut des neuen Tages strömt durch Raum und Zeit. Sie steigen aus dem Quell und klingen tief in ihn hinab. Woher kommen sie? In tiefster Schau aus UR selbst. — Die vier Schöpfungsfarben leuchten, und vier Worte tönen: ‚Es beginnt der Tag!‘ Vier Licht strahlen fließen aufeinander zu, ein KREUZ bildend, symbolhaft über der Quelle stehend. — Die erste Tagesstunde füllt sich mit dem, was die bisherigen Arbeitstage sichtbar brachten. Sadhana und die sieben Engelsfürsten erwachen im Allerheiligsten; sie erhalten belehrend die nötige Rückschau, bis sie anerkennen können, was die Lebensoffenbarung fordert.

4-9      Die zweite Stunde bringt ihnen die Berufung und die Weihe; denn das Nachtwerk drängt dem Tag entgegen, damit im eigentlichen Schaffen die Erwählung des vierten Engels. UR sitzt auf Seinem Stuhl. Viermal haucht Er über das Feuer des silbernen Tellers; die Flamme loht, bis die Opferschale schwingt und die UR-Sonne ihr schönstes Licht verbreitet. Von den grünen Zweigen, die am letzten Abend URs Erste als Sinnbild ihrer Herzen dargebracht hatten und — wie alles — wieder sichtbar sind, nimmt UR den vierten aus den sieben und legt ihn auf das geöffnete Buch. Dadurch ehrt Er ihre Gabe. Er spricht:

4-10    „Meine liebliche Sadhana, Meine Engelsfürsten! Der Tag hat schon viel Herrlichkeit gezeigt; und doch sind Meine neuen Gaben noch verhüllt. Für das Kommende habe Ich den vierten Zweig auf das Buch gelegt. Von nun an soll während eines jeden Tages stets ein grüner Zweig darauf als Sinnbild aller Herzen liegen, die Mir die Kinder aus ihrem freien Willen geben, ja zurückgeben. Jetzt verbinde Ich den Zweig des Ernstes mit dem der Ordnung, am Tage der Geduld diesen und der Weisheit, dem Liebeszweig wird jener des Willens beigegeben, und der siebente Tag trägt das grüne Reis der Barmherzigkeit.“

4-11    Wenn UR von den sieben Zweigen spricht, wann wird Sadhanas schöner Zweig auf Seinem Buch zu sehen sein? Und warum sagt Er nichts davon? Sadhana prüft sich gewissenhaft, ob sie etwas in den noch nicht beendeten zwei Morgenstunden tat, weshalb UR ihrer nicht gedachte. Doch so sehr sie sich erforscht, nichts ist, was ein Schatten unter Gottes Sonne wäre. Da bescheidet sie sich still. UR wird wissen, warum es so und nicht anders ist. Und liegt nicht ihr Zweig oberhalb des Buches? Ist das nicht bereits die höchste Ehre, die ihr widerfahren kann? — Ja, ja ihr Gemüt ist nun ganz froh; UR hat ihren Herzenszweig auf keinen Fall vergessen.

4-12    O du erstes, schönstes Kind, einmal wirst du an diese heilige Stunde denken und die Tiefe dieser Tat begreifen. Dann kommt ein Schöpfungsfeiertag, ja ein jubelerfüllter Auferstehungstag, an dem dein ‚wieder grün gewordener Zweig‘ auf beiden Seiten des Buches liegt, auf dem Zweig, aus dessen Eigenschaft der Schöpfungsjubeltag ersteht! Bis dahin, Kind größter Gnadensegnung, mußt du den freien Willen in dir zum Stillstand bringen, daß der dem Gesetz entnommene Lebensimpuls kein eigenes Ich mehr kennt, sondern das große, alleinige ICH der UR-Ewigkeit!! — Dieser Gedanke ruht jedoch in UR geheim, wie geheim das Walten einer Mitternacht in ihm. —

4-13    Der vierte Eigenschaftsträger wird erwählt. Beide Kinder beugen sich bis auf den gelben Teppich nieder und sehen dann mit höchster Andacht in URs göttliches Gesicht. UR sagt: „Du Engelsfürst, vierte Fackel vor Thron und Heiligem Herd, Ich rufe dich! Es ist ein hehrer Ruf, eine heilige Erwählung. Mit deinem Einsatz offenbart sich Meine zweite Herzkammer voll; und Ich als Hochpriester Melchisedek stehe nun als Brennpunkt der UR-Zentrale in Raum und Zeit der UR-Ewigkeit.

4-14    Heiligen Ernst lege Ich in deine Hände, in dein Herz, Haupt, in den Tat-Willen deines persönlichen Lebens. Noch wißt ihr nicht, was es bedeutet, wenn nächst dem Schöpfer der Priester erscheinlich wird und die Schöpfermacht die Vollkraft einsetzt, die die Heiligkeit des Ernstes trägt. Unberührbar bleibt Meine Heiligkeit! Mein Wesen kann, will und werde Ich aus dem zwingenden Muß der MIR SELBST gestellten Schöpfungsaufgabe dem Kind-Werk weihen, notfalls entblößen; nie aber Meine Heiligkeit! Das begreift ihr später erst.

4-15    Du aber, Hoheitsträger Meines Ernstes, mußt das jetzt, wenn auch unbewußt, schon in dir tragen. Mein Wort zündet dir die Fackel an, die der Heiligkeit in siebenfachem Strahl entspricht. Aus dir soll sie auf die übrigen Lichtträger übergehen.“ UR hebt die silberne Glocke am vierten Leuchter weg. Wie glühende Sonnensubstanz floß es in den vierten Engel ein und hat — soweit die zweite Tagesstunde Erkenntnis vermittelte — eine ungeheure Eruption hervorgerufen. Die Heiligkeit URs vor geringster Entblößung schützen, loht in ihm auf zum feurigen Fanal, das plötzlich siebenfältig sichtbar wird.

4-16    Hinter und um den Stuhl des Höchsten erheben sich sieben granitgleiche Säulen, oben mit tiefen Becken versehen, aus denen starke Fackeln brennen. (0ff J. 4,5) Wer könnte je durch dieses Feuer kommen, ohne nicht sofort das Dasein zu verlieren? Erschüttert schauen die Ersten das heilige Mahnmal an. Wie kam es jählings zustande? Ist es nur eines Lichtträgers Werk? Und wenn ja, was würde dann geschehen, riefen alle sieben — geeint in einem Gedanken — Worte des Ewig-Heiligen UR zur Tat hervor? — Sie wissen es nicht. Er aber sagt:

4-17    „Meine Worte sind wahrhaftig, und was Ich zusage, das geschieht! Keine Zeit, die Mein Wort nicht offenbart; kein Raum, in dem nicht die Offenbarung sichtbar wird! Ich, Hochpriester Melchisedek, setze daher zum Schutz der Heiligkeit die sieben Fackeln ein. Sie sind zugleich eine Scheidewand aller Gegensätzlichkeit, die sich in der Lebensfreiheit bilden kann, ferner noch die Zeugen Meiner UR-Wesenheit und viertens Verkünder und Vollstrecker dessen, was die Heiligkeit zum Werkschutz fordert. Ewig sollen sie leuchten und soll das Tat-UR-Jahr keine Tage haben, an denen sie aufs neue anzuzünden wären. Sie bleiben in Meinem Heiligtum, wie ICH in ihm verbleibe. — Du aber, lichtgewaltiger Engelsfürst, hast sie selber angezündet.

4-18    Darum strecke deine Hände aus über Meinen Herd! Du, Cherub, heißt Muriel; und du, Seraphim, heißt Pargoa. Ihr seid der Hoheitsträger des Ernstes aus Meinem inneren und äußeren Priestertum. Als Fürst in geeinter Kraft sende Ich euch in Raum und Zeit, um dem Werk zu dienen. Im Element des Priesters, dem Wasser, liegt eure große Kraft und Erfüllung eurer Arbeit. Nehmt das Zeichen der Berufung, Würde, Weihe und Erwählung hin; Ich lege es in eure Hand.“ — Im vollen Ur-Sonnenlicht erglänzt das Zeichen, und in ihm spiegeln sich die Herdflamme, die Kerzen und die Fackeln. Eine KELTER, ein geheimnistiefes Zeichen! Schwerer zu verstehen als Waage, Schwert und Sichel; waltet doch URs Heiligkeit in ihm. Seine Stimme flutet durch den Raum:

4-19    „Ich gebe Meine Schöpfungstage in die Kelter. Aus ihr strömt das unbewußte Werk, Mir und euch zu einer Freude; doch in ihr wird das Kind samt seinem Tun gekeltert. Was der Heiligkeit entspricht, mußt du, Fürst des Ernstes, Mir zum Schöpferjubel, den Kindern zu Schöpfungsseligkeiten keltern als edlen Wein, der nie versiegt, der sich immer wieder selbst erneuert. Was aber Meinem ‚HEILIG‘ widersteht, das wirf hinein und stoße deine Kelter, bis sie überfließt, wie Blut, wenn geheiligte Erde das Kelterblut trinken muß! Dann soll aus dem zweiten Keltern noch einmal das erste gesegnete kommen. Und das, Ernstträger, das ist dein Schöpfungswerk!

4-20    Sei Mithüter an der zweiten Pforte, durch die Ich als Hochpriester Melchisedek den Morgen ins Allerheiligste und nach erfülltem Tagewerk Meine Teilgeister zur UR-Quelle bringe, woselbst sie dann in Meinem Unendlichkeitswesen ruhen und die Vorbereitung zum nächsten Tag erhalten. Auch du achte auf die Träger der wandelbaren Gesetze, die durch die Priesterpforte zugunsten aller Kinder hinausgetragen werden; und bedenke ihre Rückkehr mit den freiwillig anerkannten UR-Bedingungen. Die Weisheit ist der Prüfer all dessen, der Ernst ein Schützer Meiner Heiligkeit!

4-21    Erkenne: Besonders geführte Lichtkinder werden Gesetzesträger und empfangen zu diesem Amt einen Heiligkeitsanteil. Denn auch die wandelbaren Gesetze sind geheiligt, weil ohne dem sie keinem Kind zum Segen würden. Meine Bedingungen hingegen sind selbstheilig! — Jeder Heiligkeitsanteil bedarf des Schutzes, weil sehr wohl ein Kind das Freiheitsgesetz zur willkürlichen Lebensgestaltung in Anspruch nehmen kann, und Ich sagte zur Genüge, was für Folgen daraus kämen.

4-22    Ich nannte euch Sieben schon am ersten Tage Meine Fackeln. — Nun sind sie durch den Träger Meines hochpriesterlichen Ernstes auch entfacht und bleiben eine ewige Hut, von Meinen Ersten übernommen. Täte es einst not, dann nimm, geheiligter Ernstträger, deine Fackel; sieh, es genügt die eine, um sie als verzehrenden Brand durch eines Tages Raum und Zeit zu tragen, als ein Fanal an allen Enden Meiner sichtbar gewordenen Herrlichkeit, in der Tiefe, Höhe, Weite, in der Nähe Meines UR-Ichs! Es kann zweierlei Brand sein: Segen oder Fluch; der Sehnsucht, Friede, Freude und Erfüllung spendet oder zu Leid, Unrast, Friedlosigkeit und bitterem Tode treibt. Das erste erhält der, wer kraft der wandelbaren Gesetze den freien Willen aus Meinen Bedingungen herleitet; das zweite jener, der dawider lebt. Niemals ist des Ernstes Feuerwand zu durchbrechen, viel weniger alle sieben Fackeln! Denn unantastbar bleibt Meine Heiligkeit!! —

4-23    Nun erhalte den Segen, Fürst Muriel-Pargoa. Zünde die Lichter an, die Ich im Walten dieses Tages über und an der Feste als leuchtende Segenszeichen setzte, daß Ich dem Kind-Werk, seinem Heiligkeitsanteil, nicht vorenthalte.“ — Der Ernstträger, umstanden von Sadhana und den anderen Lichtengeln, nimmt den Segen kniend in Empfang. Sein großer Dank ist eine heilig-ernste Sprache, deren Kraft im Heiligtume widerhallt. Da lohen alle Fackeln auf, es erglüht des Herdes Feuer. Der Weihrauch fällt von der herrlichen Kuppel fächerförmig in sieben Strahlen mit dem Licht der Sonne auf die Kinder nieder.

4-24    Geheimnisvoll ist das Wort, vom Ewig-Heiligen UR ungesprochen, in den Kinderherzen aber deutlich spürbar in seiner feierlichen Ausdrucksfähigkeit. Das ist wahrhaftig ein Wort der UR-Gottheit, ganz unveränderlich und absolut, das keiner Steigerung bedarf, der Träger aller Macht, Kraft, Gewalt und Stärke. Es antworten auch die Kinder in geheimer Schöpfungssprache. — Nach der hehren Stille wird alles wieder regsam, es ist ja ein Schaffenstag, an dem das Wahrnehmbare dominiert. Und aus heimlicher Herzenszwiesprache ist‘s Uraniel, der eine erste Bitte an UR richtet; eine Frage auch an den Tag:

4-25    „All-Güte, Hochpriester Melchisedek nach heiliger Ordnung ewig! Schon in der Frühe Deines vierten Wundertages überhäufst Du uns mit unnennbarer Gnade, so daß wir billig fragen: Wohinein sammeln wir jene Schätze, die der Tag noch bringen wird? Gib, o Vater, uns ein großes Herz, damit von all den Kostbarkeiten kein noch so kleinster Teil verlorengeht! Ja — kostbar ist das Gut der Ewigkeit; und wir wollen es gewißlich sorgsam hüten und bewahren, damit wir es zur rechten Zeit wieder Deinem UR-Sein bringen können. Das auszuführen, bedürfen wir besonders Deines Ernstes. Und so bitte ich, o unser heilig-liebevollster UR, zeige uns das Wesen Deines hehren Ernstes.

4-26    Wir wissen nun: er ist ein erster Hüter Deiner Heiligkeit, obwohl die übrigen Grundlebensstrahlen gleichanteilige Besitzer sind, weil von den sieben keiner größer als der andere ist. Gib uns die Offenbarung zum Sammeln aller Deiner guten Gaben.“ URs Antlitz überstrahlt ein heller Schein; gütig antwortet Er:

4-27    „Meine Kinder, euren Fackeln entnahm Ich Mir die rechte Freude. Und du, Uraniel, hast die beste Bitte vorgebracht, die überhaupt zu stellen ist. Äonen Schöpfungen können in sich ihre Steigerung erfahren, was zu erfassen euch nicht möglich wird. Allein — niemals gibt es einen höheren Impuls als die Bitte um ein großes Herz, darein alle Meine guten Gaben, Mein kostbares Gut einzuheimsen sind.

4-28    Wahrlich, Ich sage euch: Einst werden Bitten und Gebete vor Meinen Heiligen Herd getragen, gerechte und ungerechte, die in ihrer Zahl fast Raum und Zeit eines Tages überfluten. Aber nichts, und sei es noch so sehr zu rechtfertigen, kommt der Bitte gleich, die Uraniel aus dem erkannten Sinn der Ordnung stellte. Sie bleibt ewig die erste Bitte, das höchste Gebet! Denn wer darauf bedacht ist, daß auch nicht ein kleinster Gabenteil verlorengehe, das kostbare Gut als UR-Ewigkeitssegnung in sich zu bergen, der ist mit Mir völlig eins, und er weiß, daß Ich ihn allezeit in Meinem Herzen trage!

4-29    Gesegnet sollst du darum sein, Träger Meiner Ordnung, gesegnet durch deine Bitte alle Kinder, die desgleichen tun. Dieser Segen wirkt unwandelbar, auch für jene Kinder, die den heilig-tiefen Sinn noch nicht spüren, nicht so tatgestalten können wie ihr jetzt, Meine Ersten. Darum seid ihr nun die Ewigkeitsgesegneten, denn durch euch will Ich diesen Segen allen denen geben, die Sehnsucht nach Meinem köstlichen Reichtum haben. Mein Wort bleibt wahrhaftig bestehen, solang die Jahre durch Mein UR-Werk laufen.

4-30    Nun aber zur Frage nach dem Wesen Meines Ernstes. Seht, der Tag liegt ja noch vor euch, ihr könnt noch vieles lernen. Ihr habt erkannt, warum Ich einen großen Wert auf sichtbar zu gestaltende Werke lege, die dem Tat-UR-Jahr den Namen gaben. Äußeres steht keineswegs höher als das Innere, Unsichtbare; aber alles innere Manifest soll — dargestellt — des Tat-UR-Jahres Aufbau, Richtung, Lauf und Folge sein. Das Innere war zuerst und wird hauptbeherrschend bleiben.

4-31    Neben dieser Hauptherrschaft steht ausschlaggebend für die Tat-Schöpfung das äußere Gebilde. Darum wird wegen eines Werkzweckes das Innere dann als UR-Ewigkeitswert gezeigt, wenn es während eines Zeitwerkes innerlich gegründet bleibt und außerdem in äußerer Folge seinen Niederschlag in entsprechender Personifikation erlebt! Wenn die eigentliche Schöpfungsarbeit beginnt sobald sich das freie Willensgesetz zu bewähren hat —‚ nützt es nichts, ein Werk nur als Gedanke auszudrücken und zu sagen: Ich will helfen! Damit bringt man keine Hilfe. Der Gedanke muß auch äußere Taten schaffen, soll der inwendige Wille dem Tat-UR-Jahr zu Nutz und Segen sein.

4-32    Darum laßt den Tag seinen Lauf nehmen; bildet das, was ihr in euch bewußt, zum Teil unbewußt tragt, zu schönen, schöpfungsgesegneten Werken aus, die wie Mein Heiligtum zu schauen sind, dann wird von selbst des Ernstes Wesen offenbar. Und was darüber hinaus noch fehlt — seht, Ich bin bereit mit Meinen Gaben, und der kommende Abend wird euren Reichtum ernten! Deshalb wollen wir uns in die Tätigkeit begeben. Die dritte Stunde zeigt aus den voraufgegangenen Zeiten, was an Wunderbarem schon erstanden ist.“ Uraniel spricht den Dank für alle aus. Beseligt folgen sie in allen Dingen ihrem UR. —

4-33    Zum viertenmal öffnet sich das Tor Hephata. Eine Lichtbahn führt in eine für die Kinder unabsehbare Ferne. Der blaue Schöpferteppich ist vom gelben des Priesters überdeckt. Die Ersten besprechen sich. Sadhana wendet sich an Muriel: „Sage mir, o Fürst des Tages, wie möglich durch dein Wort, das von großen Kräften in dir zeugt, die sieben Fackeln sichtbar werden konnten? Dazu die überaus herrlichen Säulen als Fundamente aller Zeiten! Warum aber — und das bewegt mich sehr — entstand für mich kein Brand?! Habe ich mich nicht genügend vorbereitet? Stehe ich so weit hinter euch Fürsten zurück? Hat UR mich nicht zuerst gezeugt und geboren als der ganzen UR-Schöpfung Kind? Sprich, woran es fehlt, daß ich nicht gleich euch sieben ein gerechtes, die Heiligkeit des All-Erhabenen hütendes Feuer habe?! — Siehe, das drückt und weiß doch nicht, woher es kommt.“

4-34    Über dieses Fragen sind die Engel tiefst bekümmert, zumal Muriel. Was denkt URs lieblichstes Kind, daß es sich vor ihnen so erniedrigt? Wie soll er helfen, er, dem selber noch geholfen werden muß? — UR geht mit dem ersten und siebenten Lichtträger wenige Schritte voraus. Wird Er sich nicht helfend wenden? Nein, UR tut es nicht, und es ist nicht zu erkennen, welchen Zug jetzt Sein Priesterantlitz trägt. — Pargoa schlingt ihren Arm um Sadhanas Schultern. Das ist ein innerer Trost, der gegeben werden soll, und dem ein äußerer folgen kann. Muriel sagt nach kurzem Besinnen:

4-35    „Sadhana, UR nennt dich die Liebliche. Seine heiligen Güter legte Er zuerst in deinen Schoß und hat auch dein Herz zuerst erkoren. Du gehst den ersten Schritt an jedem Tag und bist jedem Werk zu einem Anfang und Ende gesetzt. Solltest du also keiner Fackel gleichen?! Deine Fragen sind berechtigt, ja, sie sind schöpfungsbedingt. Denn dein Wesen muß sich in großer Klarheit offenbaren. Doch siehe, sind wir sinnbildlich die sieben Fackeln, so bist du symbolisch das Feuer auf silbernem Teller. Wir können uns nicht in die Fackel begeben, ohne nicht aufgezehrt zu werden. Aber uns des Feuers zu bedienen, um URs heiligen Willen auszuführen, sieh, das können wir.

4-36    Das Herdfeuer aber, Sadhana, dessen ursächliches Symbol du bist und das du in dir tragen sollst, ist kein Schutz der Heiligkeit wie unsre Fackel, sondern — auch symbolhaft—die Heiligkeit selbst! Es bedarf darum für dich keiner Flamme, die neben, vor oder hinter des Höchsten Stuhl und Herd sichtbar wäre; sondern deine Bestimmung, die grundsätzlich die Schöpfung ausmacht, ist das Herdfeuer. Verlöschten einmal unsere Fackeln, so müßte auch des Herdes Feuer für die Tage sterben. Und würde UR, der Ewig-Einzige und Wahrhaftige, aus einem uns nie erkennbaren Schöpfungsgrund es löschen, von was hätten unsre sieben Fackeln dann ihr Licht?

4-37    Bekümmere dich also nicht, du Herzenskind des Höchsten. Erkenne in der ewigbrennenden Flamme, die das hohe Heiligtum widerstrahlt, deine Fackel, und du hast wie kein anderes Kind URs Anbild in dir! Nun bitte Ihn für uns alle, Seine Gnade möge geben, was uns an Erkenntnis mangelt.“ Sadhana tut es. O, wie leuchten ihre Augen im reinen Glanze UR entgegen, Ihm, dem sie ihr Herz nicht weniger bereitet hat als Seine Fürsten. Und sie erhält die schönste Antwort:

4-38    „Meine Sadhana! Was Muriel dir sagte, ist ewig-hehrer Ernst. Ja, du Kind der Schöpfung bist auch ihr Licht und ihre Flamme! Freilich kommt erst noch der Tag, wo du samt Meinen Fürsten die schon euch gestellten Fragen beantworten und schöpfungsgerecht ausleben, besonders auch in der Tat zur höchsten Herrschaft bringen sollt.

4-39    Prüfe also stets, ob dein Herz in der Flamme des Heiligen Herdes enthalten ist, sogar die Tat aus eigenbefähigter Kraft daranzugeben, um dafür Mich restlos einzutauschen und den freien Willen Meinen gerechten Bedingungen aufzuopfern! Erreichst du das dann, Sadhana, wird erst für dich das tatsächliche Lebenswerk beginnen!

4-40    Es hat den Anschein, als wärest du zurückgesetzt. Aber sieh, will Ich das in dich gestellte Ziel erreichen, bedarf es einer Führung, die oft von jener andrer Kinder selbst Meiner Fürsten abwegig ist. Trotzdem sieht das eben äußerlich so aus. Innerlich besteht stets nur eine einzige Schule, und zwar die Grundlebensschule, derzufolge auch nur ein Fach gelehrt wird, und das ist: höchstmögliche Vollendung unter Angleichung Meiner eigenen hochheiligen Vollkommenheit! Zu Meinen Ebenbildern habe Ich euch gemacht und gewiß nicht bloß gestaltlich. Nein, auch hier ist das Innere das erste Grundelement; Ich habe euch Mir angeglichen, wie Ich selber innen anzuschauen und wirklich bin!

4-41    Bloß das äußere Anbild wäre fehl am Platze, bliebe euer Inneres Meinem Wesen fremd. Da stünde Mein Werk weit von Mir entfernt, wie ihr gestern einmal fern von Meinem Zentrum waret. Wäre es denn eine Ehre, wollte Ich Mein Werk entfernt betrachten einen um den anderen Schöpfungstag? — Oder habe Ich Mir nicht die Freude an den Werken vorbehalten! Will Ich Meine Schöpferlaune befriedigen oder mit Mir Selber spielen, nur um Meine Macht zu erproben?

4-42    Wahrlich, um das zu tun, hätte es keines Tat-Zyklus bedurft, auch nicht der viergeteilten Schöpfung! Vorher lebte Ich Mir selbst, da war in Mir Spiel für Spiel, bis die Tat sich im Aufbau zweier gewaltiger Pole kristallisierte. Im ersten Pol lag bereits Meine Schöpferfreude, die im Gelingen der vorgedachten, grandiosen Werke gipfelte; im andern Pol ruhte die euch verheißene Schöpfungsseligkeit, die Ich Meinen zu Kindern heranzuziehenden Teilgeistern zuerst als Geschenk, hernach auch als wohlverdienten Lohn bereitete.

4-43    Würde aus dem Geschenk kein Lohn, so wäre es ein Betrug gegen Mich. Das aber ist unmöglich! Um ein Geschenk ohne Willkür zum Lohne zu umwandeln, gab Ich den zwei Polen mehrere Positionen. Es blieb dem Werke überlassen, eines oder das andere anzuwenden. Darunter entfallen auch die euch längst bekannten unwandelbaren und wandelbaren Gesetze sowie die gerechten Bedingungen und der geschöpflich freie Wille. Noch ein Gegenspiel liegt vor, das ihr nur im Werkfortgang erleben könnt. Ein Hinweis: Es betrifft die von Mir ausgehende Heiligung und das von euch Kindern ausgehende Mit-heiligen-Helfen!

4-44    Davon nun nichts weiter, denn andere Dinge liegen arbeitsnäher. Ihr sollt bei solchem Hinweis merken, daß ihr als wahre Ebenbilder Meiner UR-Persönlichkeit anzusehen seid. Damit, Meine Sadhana, hast du die völlige Bejahung dessen, was Muriel dir eben sagte.

4-45    Wir sind indessen am Ordnungshügel angelangt. An diesem Tage könnt ihr, Meine Engelsfürsten, nicht vorauseilen, um Mir die Stätte zu bereiten. Tut es jedoch innerlich; denn der Tag ist heilig-ernst und erfordert von euch wesentlich mehr, als bisher geschah. Ich werde in euren Häusern als Hochpriester Melchisedek amten. Das Warum könnt ihr teils erst am Abend, völlig am Ende jenes Tages, erfahren, an dem das freie Willensgesetz zur Bewährung gelangt. Seid fleißig! Aber nicht nur Uraniel-Urea; sondern jeder muß jedem bei dessen Herzenswerk behilflich sein.“ UR geht voraus, und die Kinder folgen Seinen Spuren. Ganz erfüllt handeln sie nach dem heiligen Gebot.

4-46    Am Hause Uraniels bleiben sie auf inneren Anruf vor den Pforten stehen. Was tut UR allein im Ordnungshaus? Die Kinder sehen nicht, sie spüren nur die Allgewalt eines neuen Werdens. Alsbald tritt Er unter die rechte Pforte, Seine Hände laden ein, das Haus zu betreten. Am Altar hält Er ein heiliges ‚Hochamt‘. Das Wort klingt vom Altarfeuer her. Was ist darunter zu verstehen? Und hat UR jemals so feierlich gehandelt wie jetzt? Tiefst beeindruckt ist es nicht allein ein Schauen, was sie erfüllt, sondern ein inneres Miterleben, ein Mithandeln. Alle Geräte segnet UR. Danach entnimmt Er den reichen Falten Seines priesterlichen Kleides ein Buch. Es hat den siebenten Teil Umfang vom Schöpfungsbuch und steht in goldenen Lettern darauf geschrieben: ‚Werke Meiner Ordnung!‘ Das schlägt Er auf, winkt den Hausfürst vor den Altar hin, übergibt ihm das Buch und spricht:

4-47    „Ich leite jedes Werk von Meinem Wesen her; keines, das nicht ursächlich und urbedingt in Mir geschah! Auf dem Heiligen Herd liegt jenes Buch, in dem Mein Tun vom gesetzten Zyklusanfang eingetragen steht. Was vordem war, offenbart kein sichtbares Buch, sondern ICH SELBST bin die Schrift Meiner UR-Äonen! Nun trage Ich ein äußeres Gewand, das Mein heiliges UR-Wesen bedeckt, ohne es unkenntlich zu machen. Im Gegenteil zeige Ich Mich dadurch, wie Ich beschaffen bin.

4-48    So ist es auch mit Meiner Wesensschrift. Sie betrifft Mein UR-heitliches ICH! Allein, auch dieses sollte umhüllt sein. Dazu dient als erstes das Schöpfungsbuch auf dem Heiligen Herd. Niemals aber wird ein Kind das Heilig-Buch in seine Hände nehmen, darinnen lesen oder eine Schrift einsetzen können, es sei denn, Ich überlasse für den Bruchteil eines Augenblicks das Heilig-Buch einem Ersten, der die Macht erhält, es für Mich zu verwahren! (Golgatha)

4-49    Das aber erst, wenn ich im nötig werdenden Opfergang Mein Heiligtum verließe. Und das verlangt weit voraus eine höchste Schulung Meiner Erstlinge. Wer sich in der an euch gestellten ungeheuer schweren Anforderung bewährt, kann einmal — so es not tut — Verwahrer Meines Allerheiligsten, somit auch Meines Schöpferbuches sein!

4-50    Deshalb sollt ihr sieben Helfer je einen Teil Meines Werkbuches gewissermaßen als Duplum erhalten. Zieht ihr dann am Abend vom Tat-Feld heim, so geht jedesmal über eure Hügel und tragt das Ergebnis eines Tages für jeweils eure Eigenschaft in eure Bücher ein. Für jeden Grundlebensstrahl ist eines bestimmt. Auf die rechte Seite schreibt, was Ich dem Tage übergab und was ihr in gerechter Folge daraus schaffen konntet; auf die linke Seite, was dem Werk zuwider war. Nach der letzten Eintragung stimmt die Seiten ab, und das Endergebnis kündet Mir! Das schreibe Ich dann in Mein großes Rechnungs-, in das Soll-und-Haben-Buch des Tat-UR-Jahres ein.

4-51    Jedes Kind wird einst sein Büchlein haben, in das sein Tun und Lassen eingetragen wird. Alles ist gewissenhaft zu registrieren; denn seht: Ordnung ist das Grundfundament, worauf Ich Meine Werke stütze, und noch dreimal Ordnung für Richtung, Lauf und Ziel! Ohne Meine Heilsordnung vollzieht sich nichts! Auf andere Grundlebensstrahlen müßte Ich gemäß des puren Willens bauen; doch hätten sie ohne Ordnungsgrundgefüge keinen bleibenden Ewigkeitswert. Trotzdem gilt eine Eigenschaft soviel wie jede andere. —

4-52    Betrachtet durch das erste Fenster Mein Heiligtum. Steht es einfach auf dem Boden, und ist dieser nur der Oberflächengrund? Oder streben Mauern, Pfeiler, Säulen und die starken Ecken unterhalb der sichtbaren Grundebene hervor, für Ewigkeiten fest gefügt, daß es niemals zu erschüttern ist?! Welche Entsprechung liegt dem zugrunde?

4-53    Meine Kinder, dieser ‚Wurzelstock‘ entsprang Meinem UR-Sein und wird ewig dahin wachsen, unantastbar und darum auch unwiderruflich! — Freilich kann das Grundgefüge dieser Mauern kein Kind schauen, denn das ist Meiner Tiefe Verborgenheit, der mitternächtig-heilige Quell. Ferner: Hoch hinauf streben die herrlichen Pfeiler und Säulen, die das wuchtige Domdach samt der Kuppel tragen. Über allem seht ihr als Firmament den unendlichen Dom Meiner Schöpfermacht, geschmückt mit der blauen Schöpferfarbe. Ihr spürt des Firmaments Höhe, ohne sie in ihrem Ende zu erkennen. Die Spitze des sichtbaren Heiligtums ragt in diese allgewaltige Höhe hinein, während das Firmament gleichsam die und der Hut auf dem Dache Meines sichtbaren Heiligtums ist.

4-54    Der hohe Dom gleicht Meinem Innerwesen, obwohl er alles Äußere umschließt. Der andere, sichtbare, entspricht der Gestaltungsmacht, dem Gestaltungswillen Meines personaliten Wesens. Im kristallenen Dom manifestiere Ich Mich um euretwillen; von dort aus gehe Ich in die Tage, und dorthinein trage Ich das Ende jeder Werkarbeit. Den Unendlichkeitsdom jedoch, auf den Grund Meines erhabenen UR-Quells gestützt, seht ihr wohl, und an ihm werden bald die herrlichsten Zeichen leuchten. Dennoch ergründet selbst ihr Ersten niemals ganz dieses Schöpferhaus. Denn das Schöpferhaus bin ICH SELBST!

4-55    Ihr könnt auch ein guter Spiegel davon sein. Das geschieht, wenn ihr Mein Wesen in euch tragt und zu erfüllen sucht, was Ich euch an Mitarbeiten übergab. Jedes Werk gleicht dem sichtbaren Heiligtum, festgefügt auf den inwendigst geheimen Grund, der Ich gleichfalls bin! Eure Hügelhäuser sind der große Vorhof, der einst erst alle Kinder sammelt, bevor sie in Licht-Heilig einziehen.“ UR läßt den Ersten Zeit, das Gehörte aufzunehmen, daß ihnen daraus ein gesegnetes Eigentum erwachsen kann. Nach längerer Stille betet Uraniel laut:

4-56    „All-Heiliger Priester Melchisedek in ewiger Ordnung und Unwandelbarkeit! Dich nennen wir den ‚Vater unserer Herzen‘, denn Du sollst in uns nun einen Dom ersehen, in welchem Du als Grundeigentümer unseres Wesens walten sollst. Dir danken wir! Ja — wie Dein Heiligtum aus Deinem UR-Grund aufgestiegen Golgatha war, also auch der Dank aus unserem Herzensgrund, der — zwar unser Eigentum — ein Großteil Deines herrlich-hehren Wesens ist. Und darauf stützen wir den Dank; er rage in Dein Wesensreich hinauf, wie Deines Heiligtums Spitze in den unermeßlich blauen Himmelsdom.

4-57    Du gabst mir zuerst einen Anteil Deines Heilig-Buches. Ich will auf die erste Seite Deinen Namen schreiben: ‚Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger!‘ Und soll nichts anderes daselbst stehen als Dein hochgelobter Name! Denn in ihm liegt das All begründet, UR-Ewigkeit, Raum und Zeit, Dein Unendlichkeitsherz mit seinen vier Kammern, alle Deine Heilig-Namen und Wesenheiten! Und ich graviere Deine Ordnung als ein unverrückbares Grundfundament hinein, und nichts, nichts wird daran rütteln können!

4-58    Sollte einst das freie Willensgesetz rechtlos beansprucht werden, so würde dennoch diese Schrift nicht auszulöschen sein. Denn ich, Uraniel-Urea, Träger der heiligen Ordnung, würde Kind und Werk in meine Waage werfen, daß sie ihr Sein und Leben so lang verlieren, bis etwa gefallene Kinder selbst zu ihrer Schulderkenntnis kommen. — Hierin bleibt die Ordnung ewig souverän gleich Deinem Heiligtum. Du hast es uns von dieser Seite jetzt gezeigt, damit wir das erkennen sollten. Und sieh, wir haben es erkannt! Noch mehr: Wir anerkennen es in der Befolgung dessen, was Du uns in Auftrag gibst!

4-59    Du sagtest, daß wir einst während eines Schöpfungstages oft fern von Dir im Werke tätig und erst am Abend wieder bei Dir sein sollen. O UR, uns ist bang! Dennoch wird Dein Wille von uns ausgeführt. Doch dann gedenke unsrer Sehnsucht, Meister aller Ewigkeit! Du gabst uns Flügel, die uns in Lichtschnelle zu Dir tragen. Fern von Dir möchten wir die Flügel immerfort bewegen, um vor Deinem Heiligen Herd den Dienst zu tun und Dich anzubeten. Bitte, laß uns oft den Wink verspüren, daß wir vom Schöpfungsfelde zu Dir eilen dürfen. Achte unserer Bitte, liebevollster Vater, allgerechtester Gott und hochheiliger Priester, erhabener Schöpfer, Schaffer aller Dinge!“ —

4-60    Wie gut bat Uraniel für alle. Ja, was könnte ihnen denn das Werk ohne Heiligtum bedeuten? Wirft schon eine dunkle Nacht ihre Schatten lang voraus, ehe sie zum Regiment gelangt? eine Nacht, die auch die Ersten ungut treffen kann? Doch steht UR nicht zwischen diesem Schatten und Seinem Volk in einer Majestät sondergleichen, die sie erschauern läßt? — Heilig, hehr, vollkonzentrierte Macht, den Raum beherrschend, hat sich UR erhoben. Breit, als wolle Er Sein eigenes All umfassen, so reckt Er Seine Arme aus, zu segnen, zu schützen und vor Schatten zu bewahren im Sinne der Bedingung und der Freiheit. Er spricht:

4-61    „Mein Uraniel, liebliche Sadhana, alle, ihr ersten Kinder Meines Wesens. Ihr habt die Belehrung wohl erwogen und ein Edelgut daraus geschöpft. Ja, in dieser Hinsicht wurdet ihr schon Schöpferkinder, die aus sich selber tätig sind. Haltet ihr an diesem Grunde fest, so mangelt es euch nicht an Macht, Kraft, Gewalt und Stärke nach dem Kindesmaß, bis ihr — innerlich und äußerlich vollkommen in eurer Vollendung — keine Trennung mehr von Mir erlebt.

4-62    Allein, bis dahin ist das Freiheitsgesetz gründlich zu erproben; und so müßt ihr alles, das Innere wie das Äußere, das Leben und das Werk, nach den Ordnungsregeln der jeweiligen Schöpfungstage richten, ansonst das Ziel daneben geht. Eurer Dank, den ihr wahrhaftig auf Mich selbst gegründet habt, hat die innige Verbindung mit eurem UR erweitert. Darum sage Ich euch: Diese Verbindung ist ebensowenig zu zerstören, wie wenig Mein Heiligtum um einen minimalsten Zoll von seinem Platze abzurücken wäre!“

4-63    UR hebt Seine Rechte hoch und sagt: „Kein Kind kann sich je dawider stellen; seine Machtlosigkeit würde sofort offenbar! — Ihr habt euch an diesem Tag im Glanz der Herrlichkeit mit Mir vermählt, und also gelangt der Tag aus erhabener Schöpfermacht und in hehrer Priesterschaft zu einem höchstmöglichen Stand! Wahrlich, die Heilsgüter — in Meinen sieben Grundlebensstrahlen manifestiert — werden für das Werk durch euch gehütet und bewahrt. Wohl euch, bleibt ihr immer dieser — zwar jetzt noch unerkennbaren — Verbindung eingedenk! Sie zeigt euch die Bahn des Tat-UR-Jahres an. —

4-64    Eure Sehnsuchtsbitte liegt vor Mir ausgebreitet. O, was wollte ich lieber, als sie euch gleich gewähren! Nach beiden Grundgesetzen! Nun einen Anteil könnt ihr schon erhalten, sobald ihr auf eine werkbedingte Frage, die eurer Bitte ausgleichend gegenübersteht, eine werkgerechte Antwort geben könnt. So höret:

4-65    ‚Ist den Werken besser von Meinem Heiligtum aus oder von inmitten ihrer zugeschnittenen Räume die Vollendung zu bereiten?‘ Dabei ist zweierlei zu bedenken: Aus Meinem Heiligtum allein sind die Kräfte zu entnehmen, die jedes Werk zu seiner vollen Tagesreife bringt — oder: dort, wo die Kraft benötigt wird, müßte sie zur Austragung gelangen. — Treibt euch die Sehnsucht heim, so seid ihr zwar in Meiner euch beseligenden Nähe, nicht aber da, wo euer Einsatz segensreich geschehen soll. Befindet ihr euch jedoch dort, so steht ihr fern dem Quell, aus dem ihr eure Arbeitskräfte schöpfen könnt.

4-66    Welches wäre wohl das Beste, nicht nur für einen Schöpfungstag, sondern etwa für das ganze Tat-UR-Jahr? Prüfet die Frage eingehend; vielleicht hilft dies mal euch der Ernst, die Klarheit zu erkaufen. — Wir setzen daher unsre Straße fort, denn die dritte Tagesstunde verlangt noch viel von Mir, anteilig auch von euch. — Nehmt noch den Ordnungssegen hin, der euch gleichfalls eine große Hilfe bietet.“

4-67    Auch den Willehügel weiht UR für den Tag des Ernstes. Nach dem Hochamt sagt Er: „Wie schon bedeutet, stellt die dritte Stunde an euch große Forderungen, denn die Arbeit der Vortage bedarf einer gewissen Wiederholung. Sie liegt nicht im Tatsächlichen, sie ist mehr wesenhaft bedingt, gelangt aber dadurch gemäß dem Verlauf des sie einrahmenden Großwerkes zur Endbestimmung. Es wird einst der letzte Tag des Tat-UR-Jahres alle Tagewerke zur Hochreife bringen, wie in einem früchteschweren Herbst. Ja, sie gelangen an ihm zur glorreichsten Auferstehung, wie das vorher auszudenken keinem Kinde möglich ist.

4-68    Zwar kommt schon eher ein Gedankenlicht, wann der freie Wille geprüft wird und sich bewährt. Das wird dann in jenen Kindern, die Mir dienstbar bleiben, eine große Glut entfachen. Und ‚Mein Dienst‘ wird jenes Tages Siegel und an dessen Ende unfaßbar heilig sein. —

4-69    Allein, die jeder Tat angeheftete Folge gleicht hernach kein kurzer Abend aus, nicht wandelbare, noch weniger unwandelbare Gesetze, sondern ist von Grund auf in den sich anreihenden Schöpfungen auszutragen, bis die dem UR-Jahr zusätzlich bereiteten vier Wochen — Symbol der viergeteilten Schöpfung — den hehrsten Werkzweck offenbaren. Bis zu diesem gnadenvollsten Ende, der Hochsegnung des Tat-UR-Jahres, muß und wird die ungeheuerliche Rechnung, die das Freiheitsgesetz Mir, dem Ewig-Heiligen UR, präsentiert, beglichen sein! Die Rechnungsvorlegung beruht somit auf gerechten wie etwa auch auf ungerechten Folgen der Inanspruchnahme des freien Willens.

4-70    Doch Ich habe all Mein Werk grundordentlich gesetzt nach den Bestimmungen der Tage, Eigenschaften und Elemente. Ihr möchtet wissen, was Element ist und warum Ich Ordnung und Wille dem Element ‚Feuer‘ entnahm, obwohl dem Wille untrüglich das Zeichen des Wassers zugekommen ist. So höret denn einiges über die vier Elemente.

4-71    Mein Schöpfertum stellt das Feuer dar. Feuer ist sichtbar gewordene Macht, die mittels mehrerer Positionen innerlich und äußerlich gestaltet. Glaubt ja nicht, daß Mein UR-Quell in seiner UR-Essenz Wasser war. Im FEUER liegt der allerbeste UR-Anfang! Unendlich lange vor den abrollenden UR-Zyklen brandete in Mir das Feuer Meiner Macht. Unmöglich, euch nur andeutungsweise zu enthüllen, wie des Feuers UR-Essenz gestaltet war. Ich müßte sie in Meinem UR-Spruch künden, der aber keinen Wortlaut für Geschöpfe hat, sondern machtmäßige Geschehnisse, von denen ein offenbartes winzigstes Atom eine geschöpfliche Struktur wieder urformhaft umwandeln muß!

4-72    Dieses UR-Essenz-Feuer duldete keine einzige Gestaltung. Unterschiedlich an ihm waren aber Mein und Macht im urdynamischen Kampf! Aus einem ‚Sichverzehren‘ bildete sich die gegenseitige Ergänzung für ein GESCH0PF. Äonen bedurfte es, ehe beide Gegensätze Mein und Macht zur eruptiven Einheit kamen, zum ersten Final! Und das lautete dann: Meine Macht!!

4-73    Bisher war das Feuer UR-Regent. Ich nannte es den Schöpfer, hatte Ich Mir selbst doch erstmalig etwas geschaffen, aus dem Feuer geschöpft. Und das war eben ‚Meine Macht‘, die sich in neuerlicher, weit größerer Konzentration in Mein UR-Wesen ergoß. Ganz anders als das zuerst dominierende UR-Essenz Feuer zeigte sich sein Ergießen. Nachgiebig und gerade so in unerhörter Standhaftigkeit die UR-Kraft aufbringend, erschütterte es das UR, hob es aus den Grundfesten hoch, so daß ich Mich in dieser ‚Hochstellung‘ präsenziell besah.

4-74    Das war das zweite Element Wasser. Es stieg zur Höhe und floß zur Tiefe. In der Art des Elements ersah Ich den wohltätigen Ausgleich aller UR-Eruptionen. Auch hier dominierten zuerst getrennt Mein und Kraft. Beide formten aber nach Vereinigung ihrer gegensätzlichen Grundarten des Wassers Meine Kraft! Hatte erst das Sichvereinigen der Feuergrundarten den ‚Schöpfer‘ gezeitigt, so entwuchs den Wassergrundarten der ‚Priester‘.

4-75    Als solcher entnahm Ich der zweiten Einheit ein zukünftiges, die vom Schöpferteil erzeugten Werke entweder frei, bewußt, gelenkt oder unfrei, unbewußt und bestimmt zu führen. Trotzdem konnte das nur führend geschehen. Das Priesterwesen übernahm den Ausgleich zwischen jedem Gegensatz, rückwirkend die des Elements Feuer, die eigene, wie vorausgreifend die von zwei in Mir noch gärenden Grundessenzen. Damit schuf Ich Mir im Priesterteil die segnende Regentschaft; und selbst noch embryohaft vorgeschaute Werke wurden vom Priesteranteil des hocherhabenen UR bereits führend übernommen.

4-76    Es wird euch hell, warum in den priesterlichen Schöpfungstagen besonders viel zu schaffen ist und nun auch im Tat-Zyklus der Ausgleich vom Vergangenen und Kommenden erfolgt. Das kann der Ernst, der stabil — alle Gegensätze nahebringt. Ist sein Tag vorüber, gibt es eine einzige, letztwillige Entscheidung. Darüber mehr bei Muriel.

4-77    Das zweite Element überführt auch ein Geschöpf zu einem Teilgeist. Als Mein Feuer in der UR-Essenz noch loderte, da gab es in ihm trotz Gegensatz allein eine Machtentfaltung. Und machtgemäß ist ein Geschöpf vom Schöpfer abhängig, wird unfrei, unbewußt und bestimmt regiert. Das besagt, daß der Schöpfer stets der gleiche bleibt, wie in jenen Zyklen Meiner Nur-Innerwesenheit. Würde das Tat-UR-Jahr vom Schöpferfeuer beherrscht — wahrlich, es gäbe außer Eventualitäten keine Teilgeister, Seelenwesen oder gar Kinder!

4-78    Ich konfrontierte die ‚gewordene Führung‘ des Priesterprinzips ursächlich mit zu bildenden Werkgedanken und schuf so den Ausgleich ihrer Gegensätze wie erst recht ihre beste Einung. Ihre Abhängigkeit verschmolz Ich zur Dienstbarkeit. Ich machte, ehe die anderen Elemente werkhaft wirkten, Feuer und Wasser gemeinsam führend. Denn trotz hochkonzentrischen Kräfteausgleichs des Wassers war auf keinen Fall das Feuer zurückzudrängen oder auszuschalten. Im Gegenteil! — Im Element des Schöpferfeuers fungierte Ich zuerst, und das wird urewig also bleiben, unabhängig davon, ob zum höchstmöglichen Endergebnis eines Teilwerkes jeweils eine andere Wesenheit und demzufolge auch ein anderes Element und seine Eigenschaften dominieren.

4-79    Könnte es Geschöpfe geben, wenn nicht zuvor der UR-Ich-Schöpfer Gedanken zu freibewußt lebenden Geschöpfen formte? Darum sollt ihr Kinder auch stets zuerst den ‚Schöpfer‘ in Mir ehren, weil Ich so als Erster alle Werke werden ließ. Daraus fällt es euch nicht schwer, Mich als Priester wahrhaft anzubeten. Weiter werdet ihr dann fähig, die aus Meinem Gott-Teil urgrundhaft gegebenen Gebote zu erfüllen, wodurch die Straße leichtest in Mein Vaterwesen führt, und werdet ihr Mich lieben lernen, wie Ich euch als Geschöpfe, Geister, Seelen und als Kinder liebe! In dieser ‚Vater-Kind-Liebe‘ erhält die Barmherzigkeit ihre herrlichste Enthüllung. —

4-80    Nun sind noch die anderen Elemente zu beschauen. Im Zusammenspiel von Feuer und Wasser folgten weitere eruptiv ähnliche Gebilde. Als nächstes trat das ‚Element Erde‘ in den Vordergrund. Meine Ersten, verwechselt dieses UR-Element — wie keines — nicht mit einer äußerlich kompakten Masse. ERDE besitzt Gestaltungskräfte, die sich in doppelseitigen Gewalten äußert. Mein war die Fähigkeit und Gewalt die Gestaltung! Nicht sofort war der Ausgleich beider Teile urgeschaffen, sondern hier entspann sich auch der ‚Heilige Krieg‘! In Mir lag selbstverständlich urfordernd zuerst das ‚MEIN‘!! —

4-81    Ich bin der HERR, der UR! Mir allein gehört die Macht, Kraft, Gewalt und Stärke; es ist alles Mein! Auch Mein ICH ist Mein Die Gewaltteile errangen ihre Vorherrschaft in ihrer Einung. Nach dem UR-Kampf stand über dem Element Erde ‚Meine Gewalt‘! Damit erhielt zunächst zwar innerlich — jedes aus den drei Elementskämpfen erworbene Sein eine personhafte Gestaltung. Ich schuf aber aus dem Abhängigkeitsprinzip das wirkende Unabhängigkeitsprinzip.

4-82    Hier setzte Ich den ersten UR-Wendepunkt, indem Ich Mir selber die unabhängige Gestalt verlieh, die Meinem primären UR-Ich gegenüberstand und je nach Werk, Raum und Zeit diese oder jene Wesenheit im ersterprobten Unabhängigkeitsprinzip zum Ausdruck bringen konnte. Darauf stützte Ich das Werden. Also ist das ‚Element Erde‘ eine auch in Mir ursächlich gewordene Formung.

4-83    ERDE hatte ursächlich wie Feuer und Wasser zwei Eigenheiten: es konnte lösen und binden. Davon hing ab, ob ein vom Schöpfer geschaffenes, vom Priester regiertes Werk an das UR-Sein zu binden oder von ihm zu lösen war. Die Lösung war die erste Möglichkeit, weil das Abhängigkeitsprinzip das Fundament der Rückbildung zum UR-Stoff ist.

4-84    Die Bindung lag — euch unerforschlich — im Unabhängigkeitsprinzip! Unabhängig vom Geschaffenen zum eigenwilligen Anschluß an den UR-Stoff zu gelangen, bringt die Bindung! in ihr dominiert die zweite Gott-Eigenschaft LIEBE, in welcher sich das Element Erde offenbart: die Tatsache, das Seiende, Ewig-Vereinende, das währende Prinzip!!

4-85    Nun will Ich erst noch einiges über die Eigenschaften der drei Elemente sagen. Im Feuer herrschen Ordnung und Wille. ‚Mein‘ als erstes UR-Grundwesen gab Ich der Ordnung; in ihr wurzelt auch Mein Name UR! Der Wille als ‚Macht‘ rief aus dem geordneten UR-Sein den Kampf Meines ersten Wesensteiles hervor. (Kämpfer Michael, der Willefürst) Ordnung ist das Bleibende, der Wille das Gestaltende. Beide vereint erzeugen die ‚bleibende Schaffung‘! Doch hier schon Wille hinter Ordnung gesetzt in hoher Vorschau der nunmehr erfolgten Kind-Schaffung!

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