4-86 Des Wassers ‚Mein‘ ist Träger der Weisheit; die ‚Kraft‘ gehört dem Ernst. Weisheit ist anschmiegsam, nachgiebig, nachgehend. Sie glättet das Werk, sie feilt es durch ungeheure Anpassungsfähigkeit. Doch wie das Feuer durch Einung von Ordnung und Wille seine Machtentfaltung errang, so das Element Wasser seine Kraft durch Weisheit und Ernst. Denn der Ernst als ‚unnachsichtlicher, bestimmender Teil‘ stabilisiert die Kraft!
4-87 Jetzt seht ihr, warum gerade die Gegensätzlichkeiten in einem UR-Wesensteil zur ausgleichenden Arbeit eingesetzt sind. Weisheit und Ernst geeint ergeben eine Hochfülle der Entwicklung, die erst am Tat-Jahr-Ende seiner Fassung gemäß ersichtlich wird. Des Ernstes kraftvoll-unnachsichtliche Elementarbildung entnimmt ihren Stoff Meiner Heiligkeit. Diese Erklärung läßt euch nicht mehr fremd, warum ich den Ernst im besonderen zum Hüter Meiner Heiligkeit erkor. —
4-88 Aus allem ist ersichtlich, daß das Schöpfungsprinzip im Element Feuer unbedingt im souveränen Vordergrund verblieb, demzufolge die Ehrung des Schöpfers den Kindern jede schöpfungsgesegneten Folgen bringt. Die Elementteile MEIN waren vor den Ausgleichskämpfen urbestimmend in ihrer Einheit, während die Kampferzeuger Macht, Kraft, Gewalt und Stärke erst durch den Kampf zum einheitlichen Ziel gelangten. Darum koppelte Ich die herrschenden Eigenschaften: zuerst Wille und Ernst.
4-89 Dem Willen übergab Ich daher die Gestaltung des Wassers; dem Ernst hingegen jene des Feuers. Daraus erseht ihr gut, daß Meine vier Wesenheiten in ihrer UR-Tatsache keinerlei Sonderbildungen besaßen und bloß in der jetzigen ‚Tat- Epoche‘ um der freiheitlich gezeugten Kinder willen sich unterschiedlich zeigen, damit Mein heiliges UR-Ich zu erkennen ist. Nur so bietet sich die Möglichkeit, Mich in sich zu tragen kraft der Ausgleichsbestimmungen an Mein UR!
4-90 Die Koppelung der vier ersten Eigenschaften in ihren Elementen wurde abgeschlossen, ohne der Grundeinigung mit den anderen Elementen und Eigenschaften im Wege zu sein. Doch entstanden diese Einungen unter nicht gleich obenauf liegendem Ur-Einfluß. Es genügt daher vorerst zu sagen, daß der Ausgleich statt gefunden hat.
4-91 Dem Element Erde war die mögliche Löse der Geduld übergeben, die ja Grundstoffe von Ordnung, Weisheit, Wille und Ernst besitzt. Das hängt mit der ihr anvertrauten Löseaufgabe zusammen. Wenn — gedacht — ein Werk durch Ordnung, Wille und Weisheit vorgesehen vollendet würde, nicht aber fortsetzend durch den Ernst, so müßten trotzdem die noch nicht dominierend gewesenen Eigenschaften erst ihr UR-Teil abgeben. Die nächste wäre die Geduld. Nach eurem Ermessen müßte sie, eingreifend, das Werk fortführen in der Erwartung, daß sie es dahin bringt, wohin es der Ablauf einer UR-Woche anfänglich steuerte.
4-92 Weit gefehlt, Meine Kinder! Die Geduld würde das Werk lösen von der Bahn, auf der es im Zeichen Ernst etwa kapitulierte. Niemals aber würde sie wie Ernst oder Wille in deren hochkonzentrierten Heiligkeit — mit Gewalt lösen, auf einmal etwas in den Grund Meiner UR-heit stürzen, sondern innerhalb eines noch verbleibenden Zeitabschnitts allmählich rückbilden, hernach aber aus dem UR-Grundbild der Elemente Feuer und Wasser ihre zweite große Begabung spielen lassen, nämlich die ursächlich aus Wille und Ernst erhaltene.
4-93 Dann würde sie mit der ihr zu Gebote stehenden Gewalt einen Neuaufbau fordern, unterstützt von Liebe und Barmherzigkeit, der die ersten Eigenschaften niemals widerständen. Ein ‚Nichtwiderstehen‘ ergibt sich vornehmlich aus dem Ausgleich der sieben Eigenschaften und erst in zweiter Folge aus dem ‚MEIN‘, dem einheitlichen UR-Ich! Die besagte Rückbildung wäre auch Meinem Wesen entsprechend ein das Werk vollendender Abschluß und nicht eine unmittelbare Auflösung.
4-94 Die Liebe besitzt nebst dem Gegensatz ihres souveränen Elements Erde auch jenen von Feuer und Wasser. Sie wird jederzeit mit ausgesprochener Konsequenz Bindungen herbeizuführen trachten, die sie — unterstützt von Geduld und einem Vorausstrahl der Barmherzigkeit — auch erreicht, zumal aus den UR-Dingen Meiner Wesenheit, und wird also fortlaufend gerechtlebende Werke erfüllen. Das Element Erde bietet daher, obgleich nicht grundsätzlich mit Feuer und Wasser gekoppelt, diesen beiden einen größten Tummelort, den ‚Schauplatz der Schöpfungsgeschehnisse‘! Denn erst auf dem Boden persönlicher Gestaltung leben sie ihren Sieg tatsächlich aus. So kam nicht nur aus dem Schöpfertum das ‚Es werde‘, sondern gleichanteilig mit Feuer und Wasser aus der dem Element Erde inhaftenden Personifikation. —
4-95 Wir gliedern noch das Element Luft und die im Einzel herrschende Barmherzigkeit in den UR-Ring ein. Das vierte Element besitzt keine Gegensätze, es entstanden daher auch keine Kämpfe. Mein und Stärke waren in ihm ausgeglichen. Deshalb gelangte nur ein einheitlicher Wesenszug durch die Barmherzigkeit zur Manifestation und demgemäß die Gesamteinung aller Elemente und ihrer Eigenschaften.
4-96 Was ist Luft? Ihr atmet sie ein als essentiellen Lebensodem, dem Lichtreich angepaßt. Sie ist subtilgeistig. Obgleich ihr aber diese Luft als ewigständige Lebensnahrung braucht, könnt ihr sie weder sehen wie das Feuer als UR-Sinnbild des ersten Grundelements noch genießen wie das Wasser als UR-Sinnbild des zweiten Grundelements.
4-97 Ferner: Ihr fühlt unter euren Füßen einen Boden als etwas ganz Verläßliches. Auch er ist geistige Substanz, sonst könntet ihr nicht auf ihm gehen als auf dem UR-Sinnbild des dritten Elements. Diese drei UR-Dinge sind völlig unterschiedlich vom vierten UR-Ding Luft, hat aber auch dieselbe Festigkeit wie Feuer, Wasser und Erde, weil es eine Formung all Meiner Grundstoffe gibt, wie Ich selber eine Formung bin und sie als höchst-heiliges UR-Ich offenbare!
4-98 Ihr seht Mich vor euch, könnt Mich wirklich anfassen, hört Meine Worte, und Ich bin sonach eine personhafte Substanz. Dennoch gleiche Ich am meisten Meinem vierten Element: Unfaßbar als UR, als Ewig-Heiliger, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, was Ich euch besonders aus den Zeiten der primären Ausgleichskämpfe erläuterte. Ja, bloß UR könnt ihr ebensowenig in Händen halten, wie wenig ihr das mit der Luft vermögt, durch die ihr aber lebt und durch die ihr umschlossen seid. Insbesondere das letztere tut der Edelstoff dieses seltsamen Elements. Drum setzte Ich es wie zu einer Selbsterfüllung ein, als den alles umfassenden Grundlebenszug, in welchem alle Ausgleichskämpfe der drei Elemente ihre letztwillige Kulmination erhielten.
4-99 Das bedeutet: Die Gegensatzworte der Elemente strebten zur Macht, die freilich niemals die Mir innehaftenden Wesenszüge demolieren, sondern aus ihrer euch nicht erklärbaren ‚Ruhestellung‘ herausheben und umfassend zusammen schließen wollte. Diesen höchsten Beschuß nannte Ich BARMHERZIGEIT! Als Eigenschaft beendete sie alle UR-Kämpfe und wird folglich stets die letzte sein, die zur Tätigkeit gelangt. Als — stets symbolhafte Vollendung des Schöpfers ist sie auch Vollendungsträger der Geschöpfe und dominiert als Krone über allen Eigenschaften. Ihre Kronmacht gibt dem Geschöpf die Möglichkeit, das Element Luft sogar urgeistig ein- und auszuatmen, als:
„Barmherzigkeit empfangen und ungeschmälert geben!“
wodurch höchste Lebensfähigkeit erhalten wird.
4-100 So werde Ich alle Meine Werke krönen und habe sie bisher gekrönt in urgewaltiger Herrlichkeit und Machterhabenheit! Darum wird die TAT trotz ‚erstmaliger Erprobung eines den Geschöpfen überlassenen Wille-Freiheitsgesetzes‘ zu einer Vollkommenheit gelangen, deren Endoffenbarung euch ersten und gewiß von Meinem UR-Sein reichst ausgestatteten Kindern so unfaßbar vorkommen wird, daß am letzten Abend dieses glorreichen Tat-Zyklus Meine euch anvertrauten Eigenschaftspotenzen in euch entbrennen werden wie einstmals in Mir das Feuer der ersten UR-Eruption!
4-101 Das wird euch in einem persönlich-bewußten Aufgehen mit Mir verbinden, wie ihr einst als ureigene Gedanken in Mir lebtet. Darüber hinaus euch mehr zu enthüllen, dient keinem Meiner Kinder. Nur das sei noch gesagt, daß keines mehr sein eigenbewußtes Leben verliert.
4-102 Wie umfassend die völlige Einhüllung Meines Kind-Werkes durch die Barmherzigkeit geschieht, kann sich erweisen, wenn einmal das freie Willensgesetz beansprucht würde. Da würdet ihr es merken, daß die Barmherzigkeit, als Hauptdominant eingesetzt, grundsätzlich alle Eigenschaften erst zu ihren wunderbarsten Tätigkeiten führt. — Davon wird euch ein anderer Tag vollsten Aufschluß geben. —
4-103 An diese Belehrung schließe Ich die zweite Tagesfrage an. ‚Welche Eigenschaft ist vordringlich den Werken, besonders den Kindern zukommen zu lassen: die Ordnung als Grund-UR-Sache aller Schöpfungen, der Ernst als Grund-UR-Essenz Meines hochheiligen Wesens oder die Barmherzigkeit als Grund-UR-Erfüllung des inneren und äußeren Kind Werkes.‘ Ihr habt Zeit; vielleicht gelangt ihr im Haus des Ernstes zur besten Einsicht. Ich gebe euch den Wille-Segen, mit ihm dringt ihr zur Klarheit durch. — Jetzt kommt und folgt Mir nach.“
4-104 Auf dem Weg zum dritten Hügel nähern sich die Ersten hebend ihrem UR. Von ihnen umgeben, wandelt der All-Heilige hochsegnend Seine Schöpferbahn. — Auch das Weisheitshaus richtet Er selber zu. Bei Erhalt des ‚Buches der Weisheit‘ danken Zuriel-Helia in schönster Weise. Zuriel hebt die Sichel über das lodernde Altarfeuer. Und es folgt die dritte große Belehrung an diesem ernstheiligen Tag. UR sagt:
4-105 „Meine Sadhana und Engelsfürsten! Bei Michael sprach Ich von der glorreichen Auferstehung, die den Schlußstein des Tat-UR-Jahres hoheitsvoll her beiführen wird. Ihr habt darüber nachgedacht, was es mit jener Auferstehung für eine Bewandtnis habe. Mein Hinweis leitete euch zu einer großen Vorschau an, zu der auch alle bisherigen Belehrungen gehören. Denn wollt ihr wahrhaft Meine ersten Werkhelfer sein, so bedarf es einer Schulung, die sich auf euch persönlich, auf das Werk, besonders auf den oft erwähnten Ausgleich des freien Willens mit den gerecht gestellten, Mir vorbehaltenen Bedingungen bezieht. Es kann nicht unterbleiben, die zwei ursächlichen Grundfundamente des jetzigen UR-Zyklus immer wieder in den Vordergrund unserer Betrachtungen zu stellen und das Werk darauf auszurichten. Ein UR-Zyklus umfaßt acht Jahre, von denen vier einen Aufbau, vier einen Rückbau ergeben. In den ersten vier UR-Jahren atme Ich als UR einmal aus und in der zweiten Folge einmal ein.
4-106 Ihr glaubt, daß jeder erste UR-Zyklus-Teil Wiederholungen als etwaige Auferstehung zeitigte. Meine Kinder, eure Ansicht ist nicht ganz falsch, trifft aber nicht die Wahrheit. Werkwiederholungen in dieser Art wären ein in Mir sich abspiegelndes armseliges Panorama, das nach Zeitfolgen gleiche Bilder brächte. Dergestalt brauchte sich Mein Feuer-Element nicht aus seiner ‚Ruhestellung‘ zu begeben, was allen UR-Wesensteilen den höchsten Einsatz abverlangte. Könnte Ich Mich an Mir selbst ergötzen? Wer traut Mir solches zu?
4-107 Ihr sagt ferner, daß in den erlebten Schöpfungstagen es manche Wiederholung gab: die Entstehung aller äußeren Gebilde, der Gang zu den Hügeln, sogar Belehrungen. Das könnt ihr denken, weil ihr noch nicht den Ablauf von sieben Schöpfungstagen kennt. Erst dann werdet ihr die ungeheuren Unterschiede merken, die die Einzeltage fundamental beherrschen. Von eigentlichen Wiederholungen kann keine Rede sein, obwohl Mein Allerheiligstes stets erstand, dazu eure Hügel, und daß freilich jeweils etwas Neues hinzugetan wurde. Mit wenig oder viel Worten ist euch hierbei kaum geholfen; ein Einblick zeigt euch an, wie sich wirklich alles formt. Dann werdet ihr eure Ansicht über Wiederholungen gründlich revidieren. — Jetzt aber erst noch eine Lehre über Auferstehung.
4-108 Auferstehung heißt: Neuwerdung einer vergangenen Form! Das betrifft nicht bloß das Äußere, sondern umfaßt alle UR-Substanzen, soweit sie den am Tage einer Auferstehung in Vorherrschaft stehenden Gesetzen unterworfen sind. Es wird sich um kein Einzel-Formwerk handeln, sondern um den vollen Schöpfungstag, sobald die Vorherrschaft einer Auferstehungsfolge fordert. Ihr begreift das nicht, weil ihr die Auswirkung solcher Gesetze noch nicht kennt. Die Vorherrschaft kann in jedem Falle nur entweder die Mir vorbehaltenen Bedingungen oder das freie Willensgesetz haben. Gelangten einst, wann sich die zwei ehernen Fundamentsträger in letztwilliger Ausgleichung gegenüberstehen, Meine Bedingungen zur Vorherrschaft, würde die Auferstehung eine andere sein als bei der Vorherrschaft des freien Willens.
4-109 Ihr fragt nicht unberechtigt, wieso denn eine Auferstehung nötig sei, wenn doch jede Werkbedingung ganz gerecht zur Auswirkung gelangt. Oder müßte auch ein UR-Jahr auferstehen? Nun, Meine Kinder, allerdings wäre eine UR-Jahr Auferstehung unnötig, oder Ich müßte nachgerade aus Meinen Werken auferstehen, womit gegeben wäre, daß Ich Mich selber einer Neuwerdung zu unterziehen hätte.*
(*- ‚Laßt nicht außer acht: Stets besteht der Unterschied zwischen den in Mir gewordenen und den aus Mir herausgestellten werken! Kämen also die Bedingungen zur Vorherrschaft, so bestünde eine Auferstehung trotzdem nicht in Mir oder gar für Mich, sondern würde darin wurzeln, daß das dem freien Willensgesetz Unterstehende eine sichtbare Neuwerdung erfahren müßte.‘)
4-110 Damit verbunden wäre ein UR-Gedanke, den Ich — als etwa einen investierten Reichtum, der nie angegriffen werden darf — in Mir trage als Reservatio mentalis Meiner Macht, Kraft, Gewalt und Stärke! Diese UR-Reserve, die ihre außerordentliche Form immerfort behält, bedürfte dann der Offenbarung, sinngemäß also einer Auferstehung oder Außenformung für die Kinder, sobald diese durch restlose Anerkenntnis der Mir vorbehaltenen Bedingungen zur höchstmöglichen Angleichung an Mein UR-Ich sich herangebildet hätten!
4-111 Einmal kommt auch dieser Auferstehungstag, wo Mein investierter UR Gedanke eine sichtbare Neuwerdung erhält! Das möge euch genügen. — Aber über die andere kindbedingte Auferstehung läßt sich noch ein kurzer Hinweis geben. So höret zu:
4-112 Gelangt das Freiheitsgesetz zur Vorherrschaft, so wird das Werk eine grundlegende Veränderung erfahren, die jedoch nicht unbedingt, auch nicht überall äußere Veränderlichkeiten zeigt. Diese liegen nun in Richtung und Lauf des Werkes, während vorbehaltlos jeder Aufbau Meinen Bedingungen gehört und ein Äonenteilchen der vorbesprochenen UR-Reserve besitzt. Die sich gebildeten Veränderungen bedingten eine Neuwerdung, die allerdings mit einem Opfer zusammenhinge. Das Opfer brächte die Auferstehung des der Veränderung unterworfenen Werkes; der Opferträger aber wäre die Auferstehung!!
4-113 Um solches das Werk segnend zu enthüllen, müßte selbst das Äußere des Opferträgers die Auferstehung manifestieren. Damit wäre gleichzeitig allen Kindern, auch den noch nicht vollendeten, die sichtbare Neuwerdung ihrer dem Vergänglichen unterworfenen Gestalt gebracht; sie würden auferstehen, auch das freie Willensgesetz unter Angleichung an die Bedingungen; aber alles dennoch aus dem UR-Reservat, aus dem die heilige Essenz zur gesegneten Substanz geworden ist. —
4-114 Beide Auferstehungen brächten aber bloß ein urgrundbedingtes Ziel, das schon bei den Elementskämpfen zur ersten Offenbarung kam. Die Vielgestaltigkeit des Zieles wird einmal ungeheuer sein, daß nicht einmal ein UR-Zyklus sie auch nur annähernd zu erschöpfen weiß! — Damit habe Ich ein Stück Meiner Großartigkeit enthüllt, was euch zum guten Fortschritt dient. Denkt an diese Offenbarung und ihr werdet inne, wie gewaltig, wie einmalig Mein heiliges UR-Ich ist! Bringt durch eure Liebe, die echt durch alle Eigenschaften wird, eine werkgerechte Anbetung Mir dar. Denn mit solcher Anbetung ist ein Mitschutz des Grundreichtums verbunden, den Ich absolut nicht für Mich allein verwahre, sondern ebenso für Meine Kinder!
4-115 Ich teile manchen Reichtum aus; auch das euch überlassene Freiheitsgesetz ist eine königliche Morgengabe, die an sich nicht zu überbieten ist. Doch muß der König den eigentlichen Kron- und Hausschatz selbst verwahren, oder er wäre zu einer Regentschaft schlecht befähigt. Übernimmt jedoch der ‚SOHN‘ nach Bewährung die Mitherrschaft, dann legt der König auch den Kronschatz mit in dessen Hände, und der Reichtum bleibt dem Hohen Hause ewiglich erhalten.
4-116 Ich hüte Meinen königlichen Schöpfungsschatz, bis der Sohn — Mein Kind-Werk — die Befähigung als ein von Mir geführter Mitregent bewiesen hat. Dann wird der UR-Gedanke seine Auferstehung feiern; das heißt: Ich selbst hebe diesen Schatz als leuchtende Herrlichkeit des Bewährungstages aus Meines UR-Wesens Grund heraus und übergebe ihn dem Sohn, Meinem Kindervolk, zur Verwaltung und Vermehrung. Und das sei dann die andere Auferstehung!! —
4-117 Nun will Ich euch den versprochenen Einblick gewähren, der — euch zur Belehrung — zwei Tage aus der viergeteilten Schöpfung in innerer Folge zeigt. Hernach könnt ihr eure Ansicht über einen sich wiederholenden Werkablauf des Tat-UR-Jahres aufrechterhalten oder gründlichst revidieren; das liegt bei euch. Ich mache darüber keine Vorschriften. Um das angedeutete Ziel aber zu erreichen, müßt ihr euch freilich zu dem einen oder anderen entschließen. So schauet!“
4-118 UR legt viel Weihkraut in die kleine, schwingende Opferschale, haucht drei mal über das Altarfeuer hin, und alsbald sind die Kinder ihrer Wirklichkeit entrückt. Die geschauten UR-Geheimnisse lassen sich mit Erdworten nicht beschreiben; aber künftige Schöpfungstage werden sie erkennen lehren. Die Bildfolge wirkt nachhaltend auf die Ersten. Das zeigt Zuriels Dank an, den er für alle dem Hochpriester Melchisedek sagt. Nach allgemeinem Lobgesang spricht Zuriel:
4-119 „Nun erst können wir, die wir aus Geschöpfen Kinder wurden, Deinen Namen fassen: Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! Er birgt Deines Reichtums unsagbare Fülle, ist Dein Ur-Sein selbst! Wir sind dagegen einem Wassertropfen Deines UR-Quells gleich. Jetzt verstehen wir auch Deine Offenbarung über die Auferstehung, Hochpriester Melchisedek. Ja, ein jeder Tag, den Du einem UR-Jahr schenkst, ist in sich schon auferstanden; denn da wird wahrhaftig jede Dir erdachte Form zur gesegneten Gestalt!
4-120 So ist allerdings an keine Wiederholung von Großem oder Kleinem je zu denken; alles trägt den UR-Keim einer Vielgestaltigkeit. Wir werden immerfort nur Teile tragen; aber schon ein Anteil macht uns göttergleich, bringt uns das echte Anbild Deines hehren Wesens. Alle Deine Kinder werden ‚SOHN‘, dem der Kronschatz übergeben wird. Du aber, heiliger Herr, thronst Äon mal Äon über Deiner Hände Werk!
4-121 Doch wir müssen uns befleißigen, um Dein hohes Reich, das Reich-Tum entsprechend einem Tagesanteil zu erkennen. Siehe, laß uns zu Mitopferträgern im Hinblick einer Auferstehung werden, damit Du einen UR-Jubel über Dein Kind-Werk in unermeßlicher Fülle ernten kannst! Die Weisheit sieht: Dieser UR-Jubel ist Grundträger eines neuen großen Schaffens! Nimm bitte unsere Opferwilligkeit, die den Ausgleich beider das Tat-UR-Jahr entscheidenden Fundamentsträger fördern hilft, als Anbetung entgegen. Das sei von nun an unser Dank, das Gebet, und Preis und Ehre Deines gnadenvollen Namens UR.“
4-122 URs Augen strahlen helles Feuer aus. O, das tut es oft, und man müßte meinen, es sei immer gleich. Ja, es bleibt immer dasselbe, aus Seinem unveränderlichen Sein genährt. Doch stets lohender, alles in sich einnehmend, was da ist, entzünden sich die Funken an dem Feuer der Geschöpfe, die hingegen allein bei UR ihre Nahrung finden. Das ist auch ein UR-Geheimnis! — Er aber hebt segnend Seine Hände hoch, daß die Ersten unter dem auf sie einwirkenden Kraftstrom auf die Knie fallen, DEN anzubeten, der diese Segnung gibt. Und er spricht:
4-123 „Eine dritte Entscheidung ist euch vorzulegen. Seht, Ich sprach vom Opferträger, von einer Auferstehung, und daß es letztere nicht gäbe, wenn nicht das oder ein Opfer erfolgt. Es müßte EINER kommen, dessen Opfer die Auferstehung nach sich zieht, während Er die Auferstehung ist. In guter Einsicht dessen habt ihr euch freiwillig zu Mitopferträgern bekannt und wollt ein Teil der Auferstehung sein. Das kann geschehen! Ich werde Mich des freien Angebots ebenso bedienen, wie dann auch ihr berechtigt das Meinige verlangen könnt.
4-124 Zu bedenken sind beide Auferstehungsarten, je nachdem, welches Fundament die Vorherrschaft erhält. Der Opferträger nähme in beiden Fällen eine gleiche Opferlast auf sich, wenn sie und ihre Auswirkung auch so grundverschieden würden, wie Tag und Nacht es sind. Aber die Opfer-Erfüllung wäre in sich auch die gleiche wie die Last.
4-125 Anders, ihr Kinder, verhält es sich bei den Mitopferträgern. Für sie ist unterschiedlich: Opfer, Last, Tragbarkeit und Auswirkung. Die Erfüllung zwar wäre in jener des Opferträgers verankert. Auch würde alles aus der Vorherrschaft des zweiten Fundamentes im Gegensatz zum ersten für die Kinder schwerer sein. Euer freies Angebot binde Ich aber an keine Opfermöglichkeit; denn aus zunehmender Erkenntnis bleibt es euch überlassen, das Gelübde nötigenfalls später einzulösen. (Ps. 65,2) In beiden Fällen erhaltet ihr die höchste Segnung aus solchem Mitopfertum. Und wahrlich, UR-Jahre hindurch wird sie euch beseligen! Nun prüft, welches Vorherrschaftsgesetz eure Schöpfungsgabe haben soll. Das Licht der Weisheit soll euch erleuchten.
4-126 Wir können nun dem Ernst den eigentlichen Tagesablauf überlassen. Folgt Mir nach! Bald beginnt die vierte Stunde. Mit ihrem Schlage müssen wir auf dem Hügel des Ernstes sein.“ Auf diesem Wege läßt UR die Ersten hinter sich zurück; sie brauchen Zeit, um allen an sie gestellten Forderungen gerecht zu werden. Dann aber, als auf halber Höhe ihnen das Ernst-Haus im wunderbaren Licht der UR-Sonne entgegenblinkt, spürt der Tagesfürst den inneren Ruf, und Muriel-Pargoa schreiten den letzten Wegteil zu beiden Seiten ihres UR.
4-127 Als sie alles Herrliche auf ihrem Hügel sehen, sagt Muriel zu UR: „Dir danke ich!“ Ein schlichtes Wort. Es greift in eine Wesenstiefe des All-Heiligen, demzufolge Er ein neues Gnadenfüllmaß schafft. Er segnet ohne Wort die Schlichtheit dieses Dankes. Und noch unbemerkt für die Kinder paart Er das feurig impulsive Wort des Zuriel mit der erkenntnistiefen Einfachheit des Muriel. Beides, die offenbare Lohe und das stille Licht, will Er als gerechten Dank betrachten. —
4-128 UR heißt den vierten Lichtträger die Pforten öffnen; erstmalig im Tat-UR-Jahr wird das Haus des Ernstes für die Schöpfung aufgetan. Doch allein betritt UR die Stätte höchster Bedeutung: Entscheidung des Ernstes in allen sieben Eigenschaften! Dann geleitet Er Seine Kinder mit unbeschreiblicher Sorgfalt in den Raum. O unsagbare Güte, o UR, Du gibst wahrlich eine um die andere Kostbarkeit! Mit Kleinodien Deines Reichtums schmückst Du Deine Lieben, und es ist Dein eigener Schmuck, Dein königlicher Kronschatz: Dein Vater-, Dein Herrschertum ohne Ende!! — UR beginnt Sein heiliges Hochamt:
4-129 „Meine Sadhana, Meine Lichtfürsten! Nun bricht die entscheidende Stunde an, in der Ich als Hochpriester Melchisedek Meine Heiligkeit zum schöpfungsgerechten Teil euch anheimgebe, wo ihr euch in einer Vorausnahme zu bewähren habt. Beides hat Hand in Hand zu gehen, soll es ewigen Bestand behalten. Eure Werkweihe bleibt im Hochamt des erhabenen Priestertums; und nichts, gar nichts macht diesen Urbesitz ungültig! Ob darüber hinaus ihr eure Weihe aber Mir belaßt, daß sie durch alle Zeiten unverhüllt Meinen Heiligen Herd bedeckt, ja, das liegt an eurer Bewährung und daran, wie ihr im Gegenspiel Meine Heiligkeit behaltet und eure Altäre unverhüllt damit schmückt.
4-130 Wer die Bewährung, hergeleitet aus der Vorherrschaft des zweiten Fundamentes, nicht besteht, wird bald die eigene Weihe und Meine Heiligkeit vergessen, so daß diese auf dem Kinderaltar, jene auf Meinem Herd verborgen werden müßte. Das würde ein Schöpfungsschicksal, den Opferträger und die zweite Auferstehung heraufbeschwören.
4-131 Eure Frage war berechtigt, ob Kinder Meine Heiligkeit mitschützen könnten, da Ich allein der All-Erhabene, der Höchste bin, dessen Allmächtigkeit die Schutzkraft selber ist, während ein Geschöpf ausschließlich die Beschützung braucht. Im Sinne großer Demut und gemäß äußerer Gestaltung der Eigenschaften habt ihr darin völlig recht. O, Ich bin selbstverständlich der Schutz Meiner selbst; und es wäre traurig um eine All-Gottheit bestellt, würden deren mit ungenügendem Schutz versehenen Werkteile den zu beschützenden Teilen unterstellt. Hier aber handelt es sich nicht um ein Beschützen im Sinne des Wortes, sondern um die Erhaltung dessen, was dem Werk gegeben ward.
4-132 Meine Heiligkeit braucht in sich selber keinen Schutz! Da Ich dem Tat-Zyklus veräußerlichte Gedankenkräfte gab, auch die Elementsgestaltung äußerlich erschauen wollte, schloß Ich mit Mir selbst gewisserart den Kompromiß: Soviel Ich dem Tat-Werk gebe, soviel dieses MIR! Das bekundet jede Gegenseitigkeit: Mein Kind-Werk trägt zufolge des geschlossenen Vertrages vom UR-Sein ein Stück als Eigentum in sich, ist dadurch aber auch Mein Eigentum aus sich!
4-133 Die Bewährung wird es zeigen, ob der Vertrag gut gewesen ist und von beiden Seiten eingehalten werden kann, wird oder nicht! In seiner Einhaltung von Meiner Seite aus wurzelt das königliche Erbe, von eurer Seite aus der der Heiligkeit zugebilligte Schutz. Mit der Bereitstellung des freien Willensgesetzes habe Ich den Vertrag unterschrieben, mit der Anerkennung der Mir vorbehaltenen, gerecht gestellten Bedingungen leistet ihr eure Unterschrift. —
4-134 Muriel fragt geheim, wie möglich Meine Heiligkeit trotz urpersönlichem Schutz und Unberührbarkeit angetastet werden kann. O höret! Meine UR-Heiligkeit fällt niemals einer Entblößung anheim; denn in dem Augenblick, wo jemand nach ihr rechtlos seine Hände reckt, würde — wie zuvor besprochen — das begonnene Jahr entsprechend der Geduld-Einwirkung in Mein UR-Sein eingenommen werden.
4-135 Dagegen ist der dem Werk angediente Heiligkeitsanteil anzutasten, sobald der freie Wille zur Vorherrschaft gelangte und die Bedingungen zurückzudrängen suchte. Daß es zugunsten des Kind-Werks bei einem kläglichen Anlauf bleibt, darum schloß Ich mit dem Werk die eine Schöpfungsklausel: Ich bewahre eure Weihe in Meinen, ihr den Heiligkeitsanteil in euren Händen, indem wir beide Fundamentsträger voll ausgeglichen zur Herrschaft kommen lassen. Ich werde die Mir zu Lasten liegende Klausel einzuhalten wissen und braucht sich niemand zu bekümmern, ob und wie Ich ein guter Kaufherr sei.
4-136 Dieses Schöpfungsstück vollwahr zu erkennen, ist freilich schwer getan und fordert hochkonzentrierten Ernst. Wer nicht allen Ernstes in der Tiefe des Geschehens schürft, wird es kaum begreifen. Wer aber das Wort vom Grund eigentümer- und Anteilnehmerrecht verstanden hat und darin die höchste Garantie Meines Werkes sieht, der sollte sich mit Freuden dieser Mühe unterziehen und das Vorgesagte über Meine Heiligkeit verstehen lernen. Verständnis ist ein kostbares Juwel aus Meinem Schatz! Wer es besitzt, der ist im ‚Sohn‘, ein ‚Kronerbe‘ Meines königlichen Reiches! —
4-137 Ihr Ersten seid die Anwärter des Kronerbes. Allein — jedem Kind-Gedanken gab Ich die Befähigung hierzu! In der diesem Schöpfungstag vorausgehenden Nacht habe Ich das Wunderwerk besiegelt, in Meinen urheiligen Mitternachtsquell eingetaucht und daraus geschöpft, was werden wird! Nun bringt der Tag die freie Kind-Entscheidung, derzufolge das Vor oder Zurück in Erscheinung treten kann.
4-138 Es steht die Frage zu Recht, ob Ich als Schöpfer handelte, trotzdem am Tag des Ernstes Meine Priester-Herzkammer geöffnet ward. Sehr richtig, liebe Kinder; der Tag selbst mit der Entscheidung untersteht dem Hochpriester Melchisedek. Doch gerade der Entscheidung wegen hat der Schöpfer Seinen UR-Anteil daran. Erweist sich nämlich im ‚Vorausblick‘ schon, daß der zweite Fundamentsträger zur Dominantenstelle drängt, so ist das Tat-Jahr ohne Erschütterung seiner Grundfesten in das Allmachts-UR-Sein wieder einzusenken.
4-139 Über die Art eines weiteren Fortbestandes entscheidet lediglich eine Nacht! Gelangt hingegen das erste Fundament zur Vorherrschaft, wobei der freie Wille in Grenzen einer Tragbarkeit gehalten werden kann, so bleibt das Tagwerk weiterhin dem Priester überlassen, und der Strom fließt in die dritte Herzkammer, in den Gott-Teil ein. Damit käme die Bewährungszeit für alle freigeborenen Kinder.
4-140 In dieser Folge stünden Opfer, Mitträgertum, Erlösung und Auferstehung zur inneren und äußeren Werk-Rechtfertigung. Selbst eine hernach noch folgende Überinanspruchnahme des freien Willens würde keinesfalls Mein Ziel beeinträchtigen! Denn die Zeit, einem Abfall etwa überlassen, liegt vorbereitet in jeder Tageszeit eingeschlossen. Dennoch dürfte eine schöpfungsungerechte Tat nicht nur ein Opfersohn entsühnen, wie es auch ungut wäre, würde die vergeudete Zeit dadurch ausgeglichen, indem sie nicht als zusätzlich gelten könnte.
4-141 O nein, so darf es nicht geschehen! Der Lastauslöser müßte sowohl eine Tat als auch die Mir entwendete Zeit auf gerechtem Sühneweg wiedergutmachen. Davon wäre niemand zu befreien! Daß solche Zeit für die UR-Ewigkeit wohl kaum Zusätzliches bedeutet, leuchtet euch ein; für das Kind selbst, auch für andere Kinder, wäre sie jedoch eine in ihrem Ablauf nicht zu übersehende Ewigkeit.
4-142 Doch nun einiges über den Ernst unserer Arbeit. Sollt ihr euch höchstbefähigt erweisen, so bedarf es im voraus auch einer anteilig höchsten Offenbarung. Also hört! Die Ordnung ist der entscheidende Faktor, wie schon ihr Zeichen, die Waage, es verrät. Und doch nannte Ich den Ernst entscheidend. Das Ursächliche beim letzteren gründet sich einzig auf der Fortführung oder Rückbildung des Tat-Werkes. Der Rückbildung unterlägen urbedingt alle Kinder! Im gleichen Maßstab würde eine Werkfortführung auch alles einschließen, sogar das Kind, das sich weitest von Mir entfernt hätte samt seinen Anteil an Raum und Zeit, die beide eine gewisse Umbildung erfahren müßten.
4-143 Solche Fortführung wäre nicht allein auf den Opfer -Träger-Gedanken, sondern gleichanteilig auf den Opfer-Annahme-Gedanken zu stützen. Nur die Nichtannahme eines UR-Opfers würde restlose Auflösung des Tat-Werkes mit sich bringen, weil dergestalt das ‚Restlos‘ und ein ‚Rechtlos‘ unausgeglichen blieben. Von einer Rückbildung — wie zuvor gesagt — könnte also keine Rede sein. Eine Rückbildung schließt eine Neubildung aus gleicher Schöpfungssubstanz nicht aus!
4-144 Eine Auflösung hingegen muß die vollständige Rücknahme sämtlichen dem UR-Zyklus anvertrauten Gedankengutes darstellen. Das betrifft nicht die Werk-Essenz Meines UR-Seins, die keiner Auflösung unterliegt. Denn solche Auflösung käme einer Vernichtung gleich. Ich bin ewig, aber kein Vernichter, sondern allezeit der Erhalter!! Doch Ich würde den Tat-Zyklus den Ausgleichskämpfen der UR-Elemente nochmals unterwerfen und einen neuen schaffen. Der Ernst entscheidet zwischen Rückbildung und Fortführung: die Bewährungszeit — im Tage der Liebe — aber zwischen Fortführung und Auflösung.
4-145 Der zweite Entscheid hat jedoch seinen Pol in dem ersten, weswegen der Ernst als ‚Waagbalken zwischen den bestimmenden Eigenschaften Ordnung, Wille und Weisheit einerseits und den tragenden, Geduld, Liebe und Barm herzigkeit andererseits eingesetzt ist. Darum kamen vor dieser Entscheidungszeit die tragenden Funktionen nicht zum Einsatz, sondern nur die bestimmenden.
4-146 Wer glaubt, damit wären die zwei Waagschalen einseitig belastet, irrt sich gewaltig! Die geheime Einung bietet ihnen unumschränkte Machtentfaltung. Jede Splitterung führt zur Auflösung! Der Ernst hat beide Arten gleichmäßig: er ist bestimmend und tragend, wenngleich aus den UR-Elementskämpfen rein bestimmenden Charakters. Die Angleichung, die das Tat-UR-Jahr vollenden soll, drückt sich nach beiden Eigenschaftsarten aus. Das Bestimmende muß anteilig tragfähig, das Tragende umgekehrt bestimmend sein. Bei dieser Angleichung wird beider Besitzgrundzug in keiner Weise angetastet.
4-147 Darum: zurück zur UR-Gottheit oder vor zur Kind Vollkommenheit! Rückbildung ist besser als notwendig werdende Auflösung. Denn aus dem Zurück ist sofort Neues zu gestalten, an dem das ganze Kindervolk sein Anrecht hätte. Ob auch bei einer Auflösung, bleibt Mein Geheimnis! Ein Rückgang ist noch immer in die erste Hälfte eines UR-Zyklus einzureihen, ist sie ja die Zeit Meiner Ausatmung.
4-148 Was ist nun besser: Rückbildung, zumal das freie Willensgesetz seine Vorherrschaft erhalten muß, oder Fortführung selbst mit dem In-Rechnung-Stellen einer Auflösung. Das ist die vierte Tagesfrage an euch. Jede Antwort auf die Fragen leitet zur Entscheidung hin. Ehe ihr sie aber bringt, soll der Ernst-Träger zu seinem Werk-Recht kommen. Wir begeben uns ins Freie.“ Der Dank der Kinder auf diese Offenbarung ist ein stiller, von UR geheiligter.
4-149 Am Brunnen schöpft Er eigenhändig das Wasser in die Becher, wie Er auch selbst die schönsten Früchte pflückt. Doch auch die Ersten sind nicht müßig, Ihn zu bedienen. Bei dem Mahle deutet UR noch vieles vom Vorhergesagten aus. Seine Kinder sollen ja die schönsten Früchte sein, die Er sich vom eigenen UR-Baum bricht, die Frucht ‚WERK-ERFÜLLUNG‘! Muriel wendet sich an Ihn und sagt:
4-150 „O UR, bester Lebensspender, Du hast uns ins Freie geführt, weil ich mein Werkrecht haben soll. Aber sieh, alles ist herrlichst zubereitet, was bisher wurde. Eine Frage habe ich: Wie kommt es, daß Du kein Licht ausstrahlst? Du, der Urquell allen Lichts? Wenigstens nicht so wie die UR-Sonne, Deiner Hände höchstes Werk! Außerdem zeigt Deine Sonne zwei Lichtstärken an, je nachdem, wo wir uns befinden. Sitzest Du, All-Heiliger, auf Deinem erhabenen Stuhl, so spüren wir, von der Sonne ausgehend, eine ungeheure Vibration, die alles, auch unsre Herzen, bewegt. Als Dich Uraniel einst bat, sich ein wenig abzuwenden, glaubten wir, sie könne nie stärkere Lichtkraft geben, als es damals geschah. Jetzt aber hat sich Licht und Strahl der Sonne überaus gesteigert; wir fassen dieses Wunder nicht.
4-151 Noch eine Frage möchte ich demütigst an Dich richten. Höre gütig Deinen Engel an. Du nanntest uns Deine Lichtträger. Ich weiß: Du, Höchstheiliger, bist Dir selbst der erste Träger Deines Lichts! Du bedarfst urewig weder einer Form, eines Ortes oder Standes, an denen oder durch welche Dein Licht gehalten würde. Nun Du aber den uns noch immer eher unbegreiflichen Tat-Zyklus geschaffen hast, ist es Dein ewigbegründetes Gesetz, daß Deine Kinder an allen Dingen ihren werkgerechten Anteil haben sollen.
4-152 Auf welcher Art nun dürfen wir Dein Licht in Raum und Zeit hinaustragen? Sicher meintest Du nicht jene inneren Gestaltungskräfte, die sich — je nach Werk — allmählich äußern sollen. Damit verknüpft müßte das Hinaustragen Deines sichtbaren Lichtstoffes sein, wie das ja Deine UR-Sonne beweist. All Dein Werk, auf das innere und äußere Kraftbewußtsein abgestellt, zeigt so den Fortgang Deiner Schaffung.
4-153 Sind wir nun als Lichtträger die Fackeln Deines erhabenen Stuhls, so gib, daß wir in werkgerechter Weise das Licht als Dein leuchtendes UR-Symbol in herrlicher Fülle Deinen Tagen bringen dürfen. Zeige uns, wie wir Dein Licht personifizieren können. Ich möchte, daß mein Tag durch dieses Licht gesegnet wird.“
4-154 „Sehr gut gesprochen, Muriel.“ Ein Lächeln gleitet über das heilige Gesicht. „Deine Erkenntnis wird uns arbeitsfreudig machen. Auf dem Grundlebensstrahl Ernst kraft seines bestimmenden und tragenden Charakters ruht zumal der Ausgleich zwischen innerlich ätherischer und äußerlich substantieller Art, wie zwischen positiv und negativ. Euch nützte wenig, Meine Worte als alleinig richtig zu erkennen; damit wäre niemandem und nichts gedient. Erst ihre Anerkenntnis, die ihren Sinn in Befolgung und Ausführung hat, bringt dem UR-Jahr die Vollendung in höchstmöglicher Angleichung an Meine UR-Vollkommenheit!
4-155 Diese Angleichung gilt jeder inneren und äußerlich erstandenen Form. Es bleibt also nicht unterm Wege, Mein Licht nach innerer und äußerer Gesetzmäßigkeit der Zukunft aus dem Ernst-Tag zuzuleiten, worunter ebenso die Sichtbarwerdung Meines Sonnenlichts fällt.
4-156 Damit deutete Ich an, was der von Mir, Ich aber von dir, dem Ernst-Träger, erwarten muß. Reihe dich in Meine Himmelsmeister ein; und dein Werk bleibt eines des ‚höchsten Segenstaten‘ im ganzen UR-Zyklus. Hernach bedürft ihr weiterer Belehrung.“ Mit adliger und demütiger Haltung treten Muriel-Pargoa vor UR hin, und Muriel bittet: „Lasse uns, o allheiliger UR, an unseres Hauses Altar gehen, um daselbst uns das Tageslicht zu holen. Aus Deiner machterhabenen Heiligkeit soll geboren werden, was Deine Majestät in ihrem Glanze offenbart und in dem Du, Ewig-Ewig UR, Deines Priesteramtes waltest! So empfängt Dein Werk die Heiligung, durch die es einst in Dein UR-Sein zu neuer, ungeahnt herrlicher Auferstehung fließt.“
4-157 „Tue das, Mein Fürst“, sagt UR. Was und wie geschieht das Werden? In gewaltigem Strom ergießt sich Licht um Licht, durchglüht äonenfach Raum und Zeit. Seine Grenzen bleiben völlig ungemessen. Die Kinderherzen stehen unter dieser Gnadenlast wie still. Der Fürst des Tages, wieder vor UR hintretend und sich in Anbetung verneigend, spricht:
4-158 „Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! Im Altarfeuer sah ich Deines Hohen Hauses Pracht. Und — o Wunder über Wunder — Dein Ein- und Ausatmen und wie Dein UR-Herz in seiner Einheit und in den vier Herzkammern dieses ATMA gibt! Dein Lebensstrom, ewig für uns unfaßbar, pulste durch Dein Sein. O UR, Dein Geheimnis! Alles war ein Atemzug Deiner unbegrenzten Lebensmacht! Du Wunderbar! Königlicher Herrscher! Deines Reichtums Kostbarkeit erschüttert mich!! Nun begreife ich den Hinweis von der Zeit: ein Nichts — und doch ein Äon von Deinem UR-Äon! In Deiner Offenbarungsherrlichkeit sah ich da, wo die Ordnung planend schafft, schon das ‚Vollkommen der Barmherzigkeit‘: das Ziel! In diese unmeßbare Spanne hast Du Deine Kinder eingehegt! O UR! !“ Der Fürst verharrt in ernstem Schweigen.
4-159 „Ich habe mehr gesehen! Das unbewußte Werk führst Du durch die bestimmenden Eigenschaften; uns Erste hast Du in deren Zeit um Dich gesammelt, während den Kindern zuerst die tragenden Grundlebensstrahlen bereitgehalten sind. Deshalb werden sie erst in der ‚Hochmitte dieser Grundstrahlung‘‘ (im 6. Liebe-Tag) zum Lebensdasein kommen. Welch ein Ausgleich! Und diese Herrlichkeit willst Du, obwohl von keinem Kinde auszuschöpfen, auf einem Dir recht erscheinenden Wege allen schenken, mindestens die Segensflut daraus. Darf ich auch mithelfen, so gib, o UR, hierzu Dein heiliges Gelingen! Das sei nun mein Werk:
4-160 All-Heiliger, Du bist der UR-Punkt aller Schaffung und bist auch, urpersonenhaft uns offenbar als Schöpfer, Priester, Gott und Vater, der einzig höchste Repräsentant! Zum Zeichen dessen hast Du die UR-Sonne zum Mittelpunkt gesetzt, die dem Werke Licht und Leben gibt. Wie du aber, Sadhana als deinen schönsten Widerstrahl, uns Engel als Fackeln um Dich stelltest, so soll auch Raum und Zeit die Widerstrahlung Deiner UR-Sonne haben: Lichter ohne Zahl!
4-161 Um Dein Heiligtum bilde sich die vorgeschaute Stadt; dann sieben Lichterringe, vertreten und geführt von den Trägern Deiner Eigenschaften. Diese Ringe sollen sich mit Sonnen als Spiegelbild Deiner Gedanken in ungeahnter Vielfalt füllen, Dein Leben denen gebend, die noch kommen werden: Äonscharen glückseliger Kinder!
4-162 Im ersten Ring sollen sieben Urzentralsonnen das UR-Sonnenlicht aufnehmen und das sich Anschließende damit speisen. Der zweite Ring fülle sich mit 24 Zentralsonnen, je drei aus uns acht Ersten. Denn sieh, o UR, wir können viel von Deiner Fülle tragen, aber wir können niemals SCHÖPFER sein! Darum sollen diese Sonnen für uns die Gaben Deines Priester-, Gott- und Vatertums sammeln und für uns aus Ordnung und Wille weiterstrahlen.
4-163 Je drei Einheiten* dieser Gaben gemäß beider Fundamente ergeben die Sonnenzahl des dritten Ringes der Weisheit. Die Gesetzträger gehen aus diesen 144000 Kreissonnen hervor, die den nächsten, den Mittelring des Ernstes, zu nähren haben. Hier sei das Siebenfache der Zahl der Mittelsonnen und deren Siebenfaches an Sternen zugeordnet. Denn den Scharen Deiner Kinder, o UR, seien diese Stätten zubereitet. Das Lichtkonzentrat soll noch — vorgesehen — drei andere Sphären zeugen.
*- (3 x 8 Erste = 24 x 1000 Einheiten = 24 000 x 3 Wesenheiten = 72 000 x 2 Fundamente = 144 000 = 12 x 12 Geschlechtereinheiten)
4-164 Die Geduld bevölkere den fünften Ring mit Lichtsonnen in siebenfacher Zahl der Mittelsonnen und Sterne erster und zweiter Ordnung, alles immer siebenfach gestaffelt. Die Liebe soll ihren Ring mit Strahlsonnen herrlichst schmücken, die, erhoben zur großen Kind-Werk-Offenbarung, überallhin zu strahlen haben. Denn aus dem ewigen Born entsteigen alle Kindgedanken, befähigt zum freibewußten Leben. Zu den Sternordnungen trete im sechsten Kreis eine dritte hinzu.
4-165 Am gleichen Tag ist auch der siebente Ring der Barmherzigkeit mit seiner ‚Kronfülle‘ zu bedenken. Ich sah voraus: Die Barmherzigkeit wird die Liebe überschatten, denn im Zeichen ‚LIEBE‘ kann es einen Opferträger geben. Siebenfach der Strahlsonnen sollen Zellsonnen mit ihren vier Sternordnungen entstehen, dazu Sternweltgruppen, die notfalls in der Zeit eines Ausgleichskampfs beider Schöpfungsfundamente den Kindern dienen können, wenn es ohne Opferträger in diesem UR-Jahr keine Erfüllung geben würde.
4-166 Strahle, strahle, Sonne des Heils! Fülle die vier ersten Tagessphären an! Laß dein heiliges Lebenslicht aus deiner ewig unversiegbaren Quelle leuchten! Es werde!“ Beim letzten Wort haben Muriel-Pargoa ihre Hände gegen UR und Seine Sonne hoch erhoben. Sie sind vom Glanze eingehüllt, sind selbst gleich Strahlen anzusehen.
4-167 Schöpfungsschauspiel ohnegleichen! Die Zeit, in der des ‚ERNSTES TAT‘ geschieht, hat keine Grenze für Geschöpfe. Die UR-Sonne schleudert eruptiv glutentbrannte Kerne aus; sie stoßen feuerballähnlich in sieben Richtungen zur ersten Sphäre vor. Nach rasender Rotierung kreisen sie als herrlichste Urzentralsonnen um den Sonnen-UR-Pol. Doch obwohl diese ungeheuren Himmelskörper die UR-Sonne in deren Form und Strahlumfang ausmachen, ist diese nach der ‚Geburts-Eruption‘ weder kleiner noch ärmer an ihrem, Licht geworden. Wie vordem steht sie im heiligen Zenit der UR-Allmächtigkeit.
4-168 Es tosen die Gewalten der UR-Ewigkeit durch Raum und Zeit des Schöpfungstages. Während dieser Tat-Sinfonie sehen weder UR noch die Ersten müßig zu. Nein! Sie sind in höchste konzentrierte Tätigkeit versenkt. Das Licht ist zu leiten, die Strahlen untereinander zu verknüpfen. Ehe die unvorstellbar großen, kugelförmigen Lichtgebilde ihren geordneten Kreislauf als ‚Sonnen‘ beginnen können, da muß das Werdende von URs Allmachtkraft regiert, zusammengefügt und seiner schöpfungsgesegneten Bestimmung übergeben werden.
4-169 Was ist bei UR ein Schöpfungstag, von dem eine Stunde Jahrmillionen dieser Erde gleicht? Ein Licht geht aus dem anderen hervor. Die gebärenden Sonnen werden ebensowenig kleiner wie eine Mutter nicht bei der Geburt ihres Kindes. Und wie das Kindlein wächst, so auch die Sonnen und die Sterne, bis URs herrlich-hehrer Herrschaftswille alle Lichtgeburten in die Himmelskörperbahnen lenkt.
4-170 Die Zeit naht, wo die vier ersten Ringe sich beruhigen und mit Sonnen und Sternengebilden übersät erscheinen. UR steht mit den Kindern wieder auf dem vierten Hügel. Sich des Lichtschauspiels erfreuend, betrachten sie das Himmelspanorama. UR sieht im Glanze jahrmillionen Sonnen ein Werk vor sich, ein einziges aus der Vielzahl Seiner Werke. Da durchloht Ihn ungeheuerer Titanenjubel, als sich das Vollmaß Seines Tat-UR-Jahres in dem Allmachtsglanz der Sonnen spiegelt!
4-171 UR löst Sadhana und die Engelsfürsten aus der Versenkung in das urgewaltige Geschehen. Sie stehen neben Ihm am Brunnen und sehen das Tagewerk mit hoch- schlagenden Herzen an. Haben sie wirklich daran Anteil? Zumal Muriel-Pargoa fragen sich, ob durch ihr Wort dieses Sonnensphärenreich zustande kam. Die Demut beherrscht ihr Wissen: Aus UR allein wurde dieses Werk!! Ja — ihre Demut leuchtet wie das Licht ihrer Sonne. Mit immer neuem Staunen beschauen sie die Einzelheiten, besonders die Urzentralsonnen. Da merken sie, daß sich der ganze Ring um den UR-Pol dreht. Von den Sonnen sehen sie aber nur sechs. Wo ist die siebente geblieben? UR lächelt und sagt:
4-172 „Ja liebe Kinder, fragt Muriel; er hat die Sonnen ja gemacht und muß wissen, wo die eine hingeraten ist.“ Er legt Seine Hand auf des Fürsten Haupt. Dieser, überwältigt von des Höchsten unerhörter Güte, sinkt plötzlich auf sein Knie. Sein Haupt lehnt er an URs Seite und — Tränen, Tränen strömen. Warum weint der Fürst des Ernstes? O, hätte das Gefühl von Seligkeiten keine Tränen, niemals würden welche je geweint! Er sah mit Pargoa im Haus ein Zukunftsbild, was einst zwischen Schöpfer und Geschöpf wohl ausgewogen werden muß!
4-173 Nun sehen sie das Wunderwerk, in dem für die Kinder schon jene Gnade ruht, die einst den Ausschlag geben wird! Und das Größte noch: UR, der Schaffer dieser Herrlichkeit, der Ewig-Heilige, Ewig-Einzige und Wahrhaftige, steht wie ihresgleichen unter ihnen! Er spricht so daseinsnah, Er verschenkt Sein Herz!! Das alles machte Muriel weinen. Die Tränen sind geheiligt. Denn — Wunder über Wunder — UR fängt mit seinen Händen alle Tränen auf und trinkt sie. Das erschüttert alle bis ins tiefste Herz. Und sie weinen auch. Noch immer kniend, spricht Muriel:
4-174 „O UR, wie ist mein Herz so voll; Du weißt, was mich bewegt. Du sagst, die Sonnen hätte ich gemacht? Damit willst Du mich beseligen. Doch aus Dir allein sind sie hervorgegangen, hochgelobter Schöpfer UR! Laß mich, o Vater, wo ich im Glanze dieser Sonnen Deine Wundermacht verspüre, nur Dein Kind sein; siehe, in Demut bin ich Dein Kind“ Da fällt auch aus URs sanftdunklen Augen eine Träne und — fällt auf Sadhanas Haupt, die neben Muriel kniet. Er spricht:
4-175 „Mein Engel, du bist Mein Kind! Du hast für dich und alle wahrste Demut bezeugt. Das Wunder hat dich klein gemacht. Aber siehe, in dieser Kleinheit bist du groß geworden, und so kannst du dieses Werk berechtigt als das deine übernehmen, wenngleich es ursächlich Meine Sache ist! Über Meine Hände hinweg habe Ich sie durch die euren geleitet. Wie Mein UR-Herz sie gebar, so sind auch eure Herzen vollgerecht daran beteiligt. Demut und Tränen waren der Preis, den ihr für den Eigentümeranteil Mir bezahltet.
4-176 Jedes Kind kann einst auf leichte Weise seinen Anteil sich erwerben und hängt es nicht unbedingt von zusätzlicher Gnade ab! Nun aber“ UR muß seine Ersten jetzt entlasten —‚ „Muriel, wir suchen eine Sonne. Sage, wo hast du sie denn eingereiht?“
4-177 Da geht es wie befreiend über alle Kinder hin. Das UR-Geschehen rückt zu ihrem Heile etwas ab, und nun erst können sie sich völlig freuen. Muriel setzt sich auf den Brunnenrand, deutet auf den ersten Sonnenkreis und sagt: „Um das Aller heiligste, den UR-Pol, lagerten mit Beginn des UR-Zyklus die sieben Hügel, Symbol der Grundlebensstrahlen. Diese Hügel waren der erste Lichtausfluß der UR-Sonne, die sich diese Sieben-Sonnen-Sphäre selber schuf.
4-178 Seht, von uns aus nach rechts und links gesehen, laufen die sechs Sonnen in gleichmäßigem Abstand voneinander. Demnach stehen wir auf meiner vierten Sonne und kreisen mit ihr und den anderen um das Heiligtum. Die Hügel waren Polpunkte für die Sonnen. Das Äußere ist nun gegeben; weit mehr soll unser Inneres um den UR-Kern kreisen, um UR selbst! Er ist ja das ursächliche Leben! Wir sind seine Lebensformen, also sind wir bei und in Ihm; Er aber ist bei uns. Und der Strahl der UR-Sonne bleibe das Wahrzeichen persönlicher Verbindung; wie zu den Lichtwohnstätten und zurück, so zwischen uns und unserm Ewig-Vater! Wir werden sonach fähig, Ihm einst ein Dankopfer darzubringen, ein Mitopfer als ein Teil der Krone, von der UR schon einiges verkündet hat.
4-179 Ihm laßt uns für die Himmelsfeste danken. Im Strahlenglanze ungezählter Sonnen wollen wir Ihn anbeten, wie es Ihm gebührt.“ Ein Loblied von Sadhana, den Cherubinen und Seraphinen erschallt, dessen Kraft das All bewegt. Danach herrscht feierliche Stille. Durch sie antwortet UR Seinen Kindern. Dann fordert Er sie auf und sagt:
4-180 „Wir wollen nun das Werk unseres Himmelslichtmeisters prüfen, ob etwa ein Regiefehler vorliegt. Die ungeheure Zahl, die unser Muriel so mir nichts dir nichts der UR-Sonne entnahm, bedarf der Lenkung, und es ist erforderlich, daß Zuriel mit seiner Weisheit, aber auch ihr anderen behilflich seid.“ Muriel fragt demütig: „Herr, allmächtiger Schöpfer, habe ich zuviel geschaffen!“ Eine Sorge ist entstanden, denn noch fehlt den Ersten die ganz eigene Arbeit und Erkenntnis. Wieder gleitet jenes gute Lächeln als sanfter Schein über URs Gesicht. Bei jedem solchen Lächeln überschauert es die Gotteskinder. Ja, darin offenbart sich Seines Wesens Grundgewalt. Er antwortet:
4-181 „Wir werden sehen, Muriel, was noch zu retten ist. Du hast in Mein Reservoir recht tief hineingelangt, mit vollen Händen geschöpft und den Lichtsamen in die Tiefe, Höhe und Weite ausgestreut. Nun prüfen wir, ob der Tag genügend Ackererde hat. Auch künftige Tage brauchen Raum und Weite, um die Lichter zu erhalten. Nehmt die Lehre hin: Bei jedem Ding, bei Wort oder Werk, was ihr euern Tagen geben wollt, müßt ihr Raum und Zeit bemessen, in welchem euer Werk geschieht.
4-182 Guten Samen reichlich auszustreuen sichert eine reiche Ernte! Zuviel des Samens aber geht verloren, kann das Ackerland ihn nicht verwerten oder tragen. Dem Acker würde außerdem Gewalt getan. Und nichts ist damit gut gemacht; der Reichtum ist vergeudet! Drum beachtet stets zuerst den Boden, dann den Samen, beider Qualität und Menge, ob beide gleiche Bedingungen haben. Mein Tat-UR-Jahr bringt vielgestaltige Ackererde, vor allem unter Meinem Kindervolk, und es gilt zu prüfen: Welcher Samen gehört auf welches Land?!
4-183 Doch sei unbesorgt, Mein Engelsfürst; du wirst sehen, ob du ein guter Landmann warst.“ Und so ist es auch. UR führt Seine Ersten mitten durch das Lichterfeld, damit sie noch vor Tagesablauf dieses schöne Lebenswerk als URs Beauftragte und Sachwalter mit führen können. Der Unendlichkeitsboden — auch eines Schöpfungstages — erweist sich für die ganze Lichtverkörperung als tragfähig genug.
4-184 UR erklärt die Konstellationen und die Bildfiguren, an ihrer Stellungsform zu erkennen; ferner die Großformen, aus verschiedenen Bildfiguren hergestellt, welche Bewandtnis es mit diesen Zeichen hat und wie sich das später bei der Vielzahl aller Kinder auswirken wird. Da folgen Wunder über Wunder! Ewige Stunden gehen hin, bis sie durch das Werk gegangen sind. Endlich kehren sie zum Hügel der vierten Urzentralsonne heim. Im Haus des Ernstes sagt UR:
4-185 „Meine Sadhana und Engelsfürsten! Dieser Tag ist mit bedeutungsvoller Arbeit angefüllt. Viel habt ihr erreicht, in und außer euch. Ich lehrte euch, das Ackerland und seine Tragfähigkeit zu prüfen. Ja, nun spricht Mein Ernst-Träger in seinem Herzen: ‚O UR, wenn Du nicht das Werk gehalten hättest und die Zügel angelegt, wer weiß, was geworden wäre! Darum bist Du ganz allein der Schaffer dieser Sphärenherrlichkeit!‘ Ja, Kinder, diese Sprache ist in ihrer Grundtiefe völlig richtig. Demut und Erkenntnis — sich ergänzend — fördern eine gute Frucht! Ich will sie euch auch sofort zeigen.
4-186 Seht, jeder Tag war aus Gedanke, Wort, Tat und Folge in der viergeteilten Schöpfung vorbedacht. Drum wäre das Lichterheer genauso erstanden, wenn Ich es allein hervorgerufen und euch, Meine Kinder, als Zuschauer, allenfalls als ‚Gnadenempfänger‘ hätte gelten lassen. Doch was wäre Mein Gewinn, würde alles — von Meiner UR-Sache abhängig — in starrer, festgefügter Form erstehen, wo keine noch so geringsten Abweichungen zugelassen würden?! Nein — da wäre ja das Tat-UR-Jahr der reinste Abklatsch vorgeschauter Bilder! Von Meiner Freude und eurer Seligkeit wäre ewig keine Rede!
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