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Der sechste Schöpfungstag – Da ward aus Abend und Morgen, der sechste Tag

6-424    Ebenso: Ohne Anschauung Meiner Person gelangt niemand zur wahren Vollkommenheit! Das Wort allein hilft nicht; denn das Tat-UR-Jahr verlangt die Schau und erhält sie auch vom Anfang bis zum Niedergang. Würdet ihr Mich hören, doch nie sehen, so erdrückte euch gar bald Meine erhabene Unendlichkeit, und ihr würdet alles andere, niemals freie Kinder!

6-425    Durch die Form ist das Verhältnis UR-Vater-Kind ein vertrauliches geworden, womit der Ausgleich sich sowohl zwischen dem Unendlichen und der ihm entnommenen Endlichkeiten als auch zwischen Bedingung und freiem Willen zeigt. Erst die Form ermöglicht ja die kindhafte Hingabe an Mein urewiges Ich, und keiner wird sich in Meinem UR-Sein je verlieren. — Anders aber, ohne Schau, bliebe alle Liebe unterm Wege, und die Auswirkung der Barmherzigkeit wäre Illusion, von einer Mitwirkung der Geduld oder gar der bestimmenden Grundlebensstrahlen könnte noch am wenigsten die Rede sein.

6-426    Als Schöpfer gab Ich Mir keine Form, oder sie wäre dem Unendlichen anzupassen. Das wäre aber kein Gewinn gewesen. Wille und Ordnung waren und bleiben jene Grundprinzipien, die ohne Verbindung mit den andern Eigenschaften nie erfaßbar sind. Ich stellte deshalb bei den Ausgleichskämpfen Weisheit und Ernst in Meine hehre Höhe, die wiederum wohl ohne Ordnungs-Willegrund keine Sichtbarkeit erhalten hätte. Doch diese Meine Höhe bildete die erdachte Form! Einmal das erreicht, vereinigten sich die vier bestimmenden Sinneskräfte, und zwar für die Geduld, Liebe und Barmherzigkeit.

6-427    Damit die Einheit beider UR-Polaritäten immerwährend bliebe, nahm der Ernst sein eigenes und das tragende Prinzip gleichanteilig in sich auf, wodurch jede Folge den Bestand erhielt. Demgemäß war die Form geheiligt; und so schuf Ich Mir die durch den Ernst heilig gemachte eigene Gestalt, weil auf dieser Grundlage weder Mein Unendlichkeits- noch Mein Heiligkeitsprinzip verletzlich war. Das Innere der Form bleibt stets geheiligt; doch die Entheiligung der Außenform würde ein Kind der inneren Heiligung entblößen, und es hätte dann eine Form ohne Inhalt, ohne Licht! Das ergäbe ein Entweichen des Heiligkeitsanteiles von der Form.

6-428    Hat Mich ein Kind gesehen, kann es auch Mein Bild lebendig in sich tragen. Danach spielt die äußere Sicht die zweite Rolle. Aber ohne Mich gesehen zu haben kommt kein Kind zur Erkenntnis über Mich und somit nicht zur Liebe! Die Veränderung geschöpflichen Daseins durch ein Fallwerk hebt gar nichts davon auf.

6-429    Käme einst die Ferne durch den Fall, so brauchen dort inkarnierte Kinder Mich nicht unbedingt zu sehen, weil das in der Stammheimat aufgenommene Anschauungsbild ewig bleibt. Dann genügte eine Wortoffenbarung, um die Liebe zu Mir zu erwecken oder zu erhalten.

Mich auch nur einmal sehen, lehrt, was Seligkeit bedeutet!

6-430    Daraus erkenne, o Sadhana, daß Ich die Form und ihre Bestimmung wohl weislich erwog. Dein Gedanke ist schon recht, überall da Mein Heiligtum zu finden, wo du im Geist und in der Wahrheit betest. Dennoch ist daran nichts zu deuteln: Das Haus ist und bleibt die erste Hut, der unmittelbare Rechtsschutz für das geborene Kind!

6-431    Ich gedachte deiner Bitte; gedenke du auch Meines Wortes und laß dein Herz die rechte Straße gehn.“ Sadhana, zu URs Füßen sitzend, schmiegt sich leise an Ihn an. Allein, sie möchte die erhaltene Kraft nach ihrem Gutdünken verwenden, denn sie wähnt sich reif genug. Aber daß Kraft und Erkenntnis noch im ungleichen Verhältnis stehen, merkt sie auch. Fester lehnt sie sich an. Sie bittet, ins Haus einkehren zu dürfen, um mit URs Kraft Kinder zu erwecken. Da segnet Er die Sadhana und — sie geht dahin.

6-432    Sadhana hat ihren Altarherd aufs herrlichste geschmückt. Hellauf lodert das Feuer, und die Opferschale schwingt in Kreisen, denn sie hat bestes Weihkraut eingestreut. Nun versinkt sie im Gebet. Und wie kann sie beten! Ihre Seele strömt URs Heiligkeit entgegen. Unzweifelhaft — sie ist gewachsen, und sie spürt es selbst. Das erhebt sie zu guter Tat. Im Herzen ist URs Bild klar und rein erstanden. — 6-433      Da schafft sie ihr persönliches Kinderpaar, wie in einer Zeugung und Geburt: eine Vollschaffung! Welch hohe, reine Kräfte Sadhana in heiliger Geistandacht dabei beseelen, werden diese Kinder einst beweisen. Vom Hochpriester Melchisedek fließt ein Lichtstrahl helfend her, und dieser, zwischen Ihm und dem ersten Schöpfungskind kreuzend, ist gewaltig; und gewaltig wird das Werk.

6-434    Sie ahnt kaum, daß ihr Gebet ein Schöpfungsanteil bleibt, der ihr in diesen Kindern einst die Heimkehr sichert. Jubelnd, ihr alleiniges Erstwerk vor sich zu sehen, kniet sie nieder; und nie ward ein gewaltigerer Dank gehört. Mit großem Aufgebot gibt sie sich den Belehrungen der Kinder hin, so daß diese bald das Heiligste erleben können: die Schau! Sie stehn den Ältesten nicht eigentlich voraus, dennoch tragen sie zufolge Sadhanas reicher Sorgfalt ein besonderes Verhältnis zu UR. Ihre Liebe brennt geheim, im Vordergrund stehen heiligste Anbetung und Verehrung. Sie bedürfen dessen auch, soll durch sie ein zukünftiges Heilswerk wahrhaft helfen.

6-435    Als sie das erste Mal UR sehen und hören, liegen sie mit verhüllten Angesichtern Ihm zu Füßen, ihre Herzen aber ganz in Seiner Hand. Helle Freudenlichter brennen in des Hohen Augen. Sadhana bittet, ob die Kinder Namen haben und das erste Ataräus-Stern-Sonnenpaar übernehmen dürften. Lächelnd gewährt UR ihre Bitte, betont aber, die Kinder müßten zuvor im Heiligtum Weihe und Segnung empfangen.

6-436    Sadhana ist allein in ihrem Hause. Gedanken steigen auf. Warum sollen ihr die Kinder auch genommen werden, die sie aus sich selbst erschuf? Nicht war UR personhaft da, nicht Rafael, der Tagesdominant. Sie machte doch ihr Haus dem Heiligtum gleich, daß kaum ein Unterschied besteht. Hier entbehren ihre Kinder nichts, und UR könnte sie vor ihrem Altar gleichfalls segnen und zum Amte weihen. Regiert am Kinder-Tag die Liebe, wie kann UR wollen, daß sie wieder einsam sei? Da steht Er plötzlich vor ihr und fragt:

6-437    „Sadhana, hast du deine Kinder lieb? Du meintest, Meine Liebe könne das nicht wollen, deine Kinder wegzubringen, während die Fürsten im Kinderglücke schwelgen. Du hast genug Erkenntnis, um Meinen Willen zu verstehen. ICH habe dich groß gemacht, Kind Meiner Liebe!“ Erst erschrocken und dann beglückt sieht Sadhana UR an. Ihre Fragen findet sie jetzt töricht. Selig-demütig bekennt sie es: „O Vater, Du allein bist die ewig wahre Liebe, und mit unsagbarer Geduld bist Du mir begegnet. Ich habe Meine Kinder nächst Dir über alles lieb; Du weißt es auch. Darum nimm sie mit! Es wäre keine Liebe, wollte ich ihnen Dein Heiligtum vorenthalten, die Weihesegnung, die dort allein gegeben werden kann. Mein Vater, bringe sie mir gesegnet zurück.“

6-438    „Tust du das auch aus Liebe zu Mir, daß ICH Meinen Anteil daran habe? Steht das Deine im Vordergrund? Prüfe dich gewissenhaft, Meine Sadhana! Die Aufrichtigkeit deiner Antwort bestimmt deinen und der Kinder weiteren Weg. Ich lasse dir Zeit.“ UR geht in den Vorraum, wo die Kinder warten. Sie sahen im Hain sein Licht und eilten schnell herbei. Nun führt Er sie auf den Mahapatra, woselbst sie ihre erste Bergpredigt erhalten. Aus dieser werden sie einst eine Kraft zur Entscheidung zwischen der Liebe zu UR und zu Sadhana entnehmen.

6-439    Sadhana kämpft schwer. Noch entscheidet sie sich zum Guten. Als UR wieder zu ihr kommt, bekennt sie, daß die Liebe zu den Kindern sie bewegte, doch die Liebe zu sich selbst gleichstark gewesen sei. Sie dachte daran, je eher die Kinder ins Heiligtum gelangten, je eher kämen sie zurück. An URs ‚Liebe-Recht‘ hat sie nicht gedacht und daß sie nie allein sein könne, wenn sie ihr Herz dem heilig offenbarten VATER völlig überließe, wie der Liebetag es will. Ja, kann Seine Verbindung mit ihr sie nicht ewig mehr beglücken, als wenn sie Kinder um sich hätte in den zahllosen Zahlen aller Sonnen und der Sterne? Da breitet UR seine Arme aus und ruft:

6-440    „Komm Kind, komme an Mein Herz! Du hast ein gutes Bekenntnis abgelegt. Ja, Sonnen, Sterne, ganze Schöpfungstage oder ungezählte Kinderscharen, nichts von alldem kann dich so beglücken wie die innerste persönliche Verbindung mit Mir! Je mehr deine Schaffenskraft sich regt, um so mehr verlangt sie die Verbindung. Gewiß, noch herrschte bei dir bloß der Gedanke vor. Doch sieh: Im Gedanke-UR-Jahr regten sich ja Meine Kräfte ohne Ende, und Ich prüfte sie, ehe sie im ‚Wort‘ ein neues UR-Jahr zeugten.

6-441    So mußt auch du das Gedankliche streng prüfen; denn einmal zum Wort gelangt, kann nur eine nachfolgende bessere Tat den Ausgleich geben. Mein wohlerwogenes Wort-UR-Jahr stand in höchster Harmonie zu allen Gedankenmächten der Unendlichkeit, daraus die ‚Tat‘ geboren ward, die eine alles Bisherige krönende Folge nach sich zieht.

6-442    Aber alle Dinge Meiner Werke sollen in und aus dir, Meinem ersten eigenpersönlichen Kind, im gerechten Widerhall zu Meiner Herrlichkeit und zu deinem Zielerstehen. Denn deine Vollendung, Sadhana, bedeutet ernstlich die Vollendung Meiner Werke! Nimm aus dieser einmaligen Offenbarung über dein bisher tief verhülltes Dasein jene Kraft in Anspruch, derzufolge du die große Schöpfungsfreiheitsprobe, die sich letzten Endes in deinem und aller Kinder Herzen abspielt, bestehen und deren Endzweck erreichen kannst. —

6-443    Nun rufe die Kinder, gib ihnen Namen und begleite Mich zum Mahapatra. Noch in der vierten Stunde werden sie als Sternsonnenwächter eingesetzt.“ Sadhana neigt wortlos ihr Haupt. Ihre persönliche Aufgabe, beinah unabhängig vom ‚Zutun‘ URs, soll die Vollendung Seiner Werke bringen? Sie ist erschüttert, holt jedoch die Kinder schnell herbei, und zu dritt knien sie nieder. Nach empfangenem Segen und Frieden gibt Sadhana den Kindern die Namen Orytam und Hagar.

6-444    Auf dem Berge angelangt, weist UR auf das erste Sternpaar hin und nennt die schönen Lichter 0rakania und Hagarma. Sadhana liebkost die Kinder, erfaßt sogar die heilige Hand und preßt sie sich auf ihre Brust. Dann ist sie allein. Sie blickt UR nach und sieht auf dem Lichtweg seine Spuren. Gute Gedanken erfüllen ihr Herz. Sie begibt sich auf die Sterne und wirkt überall segensreich, schafft Häuser, Brunnen, Haine und Tiere, denn der Ataräus-Raum gehört ja ihr; da sind die Schaffungen der Engelsfürsten nicht erstanden.

6-445    Zurückgekehrt zur Ataräus, steigert sich ihr Tat-Impuls. Auch an alle ihre Kinder denkt sie oft, zumal an Orytam und Hagar, die ihre Lieblinge sind. Daß beide einmal mehr sein werden als Wächter kleiner Sonnen, ist ihr bewußt. Wie wäre es also, wenn sie dort auch Kinder schüfe? Welche Freude, könnte sie zu Orytam und Hagar sagen: Seht, das habe ich allein für euch geschaffen! Gesagt, getan!

6-446    Sadhana verleiht ihren Gedanken ohne Prüfung Worte. In ihrem geheiligten Gemach spricht sie alles aus, als wäre UR persönlich da. Noch hält sie gute Ordnung ein, begibt sich auf die Mahapatraspitze und übersieht ihr Werk. ‚URs Werk‘, ruft ein sanfter Wind. ‚Ja, ja; doch ich habe es zum Dasein werden lassen‘, ist ihr Widerspruch. Der Wind verstummt. — Ah, und die sieben Hügel als gutes Symbol für Häuser und in jedem entsprechend den Eigenschaften ein Kinderpaar!

6-447    Siebenmal geht eine Kraft von Sadhana aus, weil sie will! (s. Sankt Sanktuarium K. 4) Eilig steigt sie ab, findet die Häuser und in ihnen reine, zarte Kindlein vor, doch gestaltlich kleiner als die ersten Kinder. Um so größer ist ihre Liebe zu ihrem Werk, vergißt aber nicht, zuerst Gott-Vater inbrünstig zu danken. Alsdann trägt sie behutsam und jubelnd die Kindlein in ihr Haus; dort sollen sie erwachen.

6-448    Zunächst richtet sie ihr ganzes Haus zu einem Fest der Liebe her und weckt die Kleinen auf. Welche Seligkeit durchbraust ihr Herz, welch lauter Dank den Raum. Übertönt aber nicht der laute Jubel ein kleines, feines Stimmchen? ‚Nein, es war URs Wille‘, sagt sie sich selber vor, ‚wie hätte es sonst werden können? Die Kinder sind aus meiner Kraft geboren, ich habe es gefühlt.‘ Daß bei dieser Schaffung der Stern über ihrem Haupte einen Strahl verlor, bei ihrem Danken wieder leuchtete, doch mit einem blassen Schein, weiß sie nicht.

6-449    Über allem emsigen Schaffen geht die ‚Uhr der Ewigkeit‘ weiter. Sadhana belehrt die Kleinen gut, weist aber leider zu oft darauf hin, daß sie URs Erstling sei und die herrliche Sonne aus sich erschaffen konnte. Nun setzt sie die Kinder als Hügelälteste in die Häuser ein, obwohl sie bei kleiner Prüfung selber merkt, es fehle ihnen dazu URs persönliche Weihe. ‚Die Hügelhäuser gehören ja zu meinem Haus‘, sagt sie bei sich selbst. Doch sie tut auch Gutes. Als sie die Kinder ein Loblied lehrt, klopft es zweimal und einmal an. Lauschend steht sie auf, eilt zur Pforte, und schon sinkt sie vor UR nieder, Ihm zu danken und um Seinen Segen bittend. Ernst ruht sein Blick auf ihr, doch Seine Hände segnen, und Er hebt sie hoch. Fest schmiegt sie sich an Seine Brust.

6-450    Staunend grüßt sie Orytam und Hagar. Ähneln diese nicht den Fürsten sehr? Innerlich und äußerlich? Wieder dankt sie innig, daß Gott-Vater sie viel Werk gelingen ließ. Sie darf die Kindlein bringen. UR segnet sie, übergibt sie Orytam und Hagar und gebietet, in einem Hügelhaus auf ihn zu warten. Dann, als Sadhana allein ihm gegenübersteht, ist ihr plötzlich, wie wenn auf allzu hellem Jubel eine viel zu schwere Stille folgt. Das kommt daher, weil nicht Gott-Vater auf dem Stuhle sitzt, wie sie in der letzten Zeit den Namen meist gebrauchte, sondern ein ganz heilig großer UR.

6-451    „Sadhana, der ‚große Ruf‘ an dich erfolgt!“ Lastend fällt das Wort auf sie herab. Wie schwer UR es ist, dies auszusprechen, kann sie nicht mehr spüren. „Du nicht und kein Fürst haben ihn bisher vernommen. Jede Offenbarung war eine eurem Lebensdasein angepaßte Lehre. Doch wäret ihr nur dazu ausersehen, um als Einzelwesen wieder mit Mir eins zu werden — o wahrlich, da hätte es des ungeheuren Werkaufbaues nicht bedurft!

6-452    Das Einssein gipfelt nicht darin, daß ihr als Gedanken wieder ins Unendliche gelangt. Da wäre ja das Jahr der Tat umsonst erstanden, umsonst Meine hocherhabenen Ausgleichskämpfe. Ich wurde durch sie nicht vollkommener, auch nicht Mein innerliches Werk! O nein, Ich ließ die entfachte Macht die Unendlichkeit durcheilen, für jene Gedanken, die Ich vor den Kämpfen schon dem Kind-Werk zubedachte, auserkoren zu Persönlichkeiten, Mir getreu zum Ebenbild gemacht!

6-453    Wohl nimmt jede Nacht euch in Mein Wesen ein, aber nicht, um aufgelöst zu werden, sondern um gesteigerte Kräfte aufzunehmen, damit das Kind-Werk in das ewig zunehmend bedachte Sach-Werk hineinwachsen und es überflügeln kann. Die Schöpfung bestimmt zum kleineren Teile euren Weg; mehr soll euer Weg die Werke lenken. Denn auch das UR-Jahr gibt nicht Mir, dem Schaffer, Aufbau, Richtung, Lauf und Ziel; nein — ICH allein gebe es dem Werk!

6-454    Habe Ich euch Mir in allen Stücken ähnelnd angeglichen, so kann von euch werkmäßig das erwartet werden, was Ich vom Tat-UR-Jahr erwartete. Im ganzen UR-Zyklus verliert selbst in den großen Trenn-Nächten zwischen den Jahren kein Kind das Sein. Nichts geht rückwärts, sondern ewig zurück in Mein UR-Herz! Verändert sich das Dasein der Geschöpfe, so auf der Basis der Veränderungsfolge aller Tages-Einzelwerke. Die Veränderungsfolge hat ebenfalls die Weisheit dem Dasein Meiner Kinder angepaßt und nicht umgekehrt.

6-455    All das besagt, daß Ich, der Ewig-Heilige UR, äonenfertige Zyklen im Reichtum Meines Wesens aufgespeichert habe. Da braucht niemand sich zu sorgen, was nach der Kind-Zeit werden wird. Daraus kannst du, Sadhana, auch erkennen, daß Nichtigkeiten völlig fehl am Platze sind. Und nichtig wäre es, hätte Ich dich und Meine Fürsten, wie jedes Kind, um euretwillen allein gemacht.

6-456    Das Gewaltige liegt darin: Mein höchstvollkommenes Ich, Inbegriff der stehenden und waltenden Machtpolarität in Kraft, Gewalt und Stärke, duldet unmöglich neben sich ein Werk, das nicht mindestens als ein gerechter Widerstrahl vom UR-Sein anzusprechen ist! — Oder leiste Ich Mir ein schöpferwidriges Werk? O niemals! Gleichfalls aber wäre es nicht gut, stellte Ich aus Meiner Machtvollkommenheit alles fertig mit einem Hauch heraus. So spielte Ich mit Meiner Macht wie ein Kind mit einem Spielzeug ohne Sinn und Zweck.

6-457    Was du jetzt hörst, steht in keinem Vergleich zu dem bisher Gehörten. Der ‚große Ruf‘ an dich ist der ‚Ruf an das Werk‘ und nicht mehr nur zu deiner persönlichen Entwicklung. Du bist wie jedes Kind ein oberstes, heiliges Stück aller Meiner Taten! Deshalb hängt des Werkes Fortgang im gesamten von Meinen Kindern, diese entsprechend der Persönlichkeit vom Werkfortgang ab. Dennoch ist ein jeder Fortgang nirgends anderswo als Meinen Händen zu entnehmen.

6-458    Du hast die zunehmende Kraft erstmals frei angewendet. Glaube aber nicht, daß Ich deine Arbeit billige. Trotzdem will Ich deinen Tat-Impuls nicht dämpfen, auch nicht in der Gefahr, daß aus der Schöpfungsfreiheit eine Schöpfungsfessel wird. Verminderte Ich zufolge dessen eueren Impuls, so würde das Werk ohne Meinen selbstgerechten Widerschein zu einem Spielzeug werden: ein Nichts für Nichts!

6-459    Wie Ich Meine Schöpfermacht, Priesterkraft, Gottgewalt und Vaterstärke vollständig geeint in Anspruch nahm und daraus allen Werken in Gerechtigkeit die Vollendungsmöglichkeiten schuf, so und nicht anders soll es mit Meinen freigeborenen Kindern werden!

6-460    Die nach hellster Erkenntnis beanspruchte Kraft, Gewalt und Stärke — soweit euch überlassen — vollendet euch. Du gingst am Rand des Schöpfungsordnungsweges und nicht mehr inmitten, Meine Sadhana. Würde Ich aber deine eigenwillige Kraft hemmen, müßte Ich hemmend in das gewaltige Zyklusgetriebe eingreifen und nicht bloß in das kleine Rad des sechsten Tages. In der Erprobung eurer Kraft werdet ihr die ‚Urkinder‘! Das wieder hat zur Folge, daß Ich Mich im UR-Tum offenbare. Darum, Sadhana, wird Mir ein Schöpfungsopfer niemals zu groß und zu bitter sein, erreiche Ich dadurch den Endzweck Meiner Werke! —

6-461    Die restlose Gegenseitigkeit zwischen UR-Vater und Urkind lautet: Je unsagbarer ein Opfer vom Opferträger gefordert werden wird, um so gewisser werde Ich das Mir gesteckte Hochziel unter größter Berücksichtigung des den Kindern gegebenen Freiheitsgesetzes erreichen!!

6-462    Das ist der Ruf an dich, Sadhana, du geheiligtes Negativ! Willst du Vollendung werden und bringen, so mußt du dieses Rufes Inhalt sein. Das Werden gilt dir, das Bringen dem Werk. Ich beschneide deinen Willen nicht, aber ebensowenig Meine Ermahnungen und Offenbarungen um den Preis, daß du die schöpferische Befähigung weniger anwendest, um dadurch etwa ein Schöpfungsopfer zu vermeiden.

6-463    Die ersten vier Tage, deren tiefsten Sinn auch dir erst der siebente enthüllt, brachten euch Ersten schon am vierten Abend so viel Befähigung, daß ihr die Angleichung der Mir vorbehaltenen gerecht gestellten Bedingungen an das den Kindern zu Recht gegebene freie Willensgesetz als das reguläre Schöpfungsgesetz anerkanntet, und zwar für das ganze Tat-UR-Jahr! Ohne gewollte Lenkung habt ihr beide Fundamente für euch ausgeglichen. Ihr habt an jenem Abend das UR-Jahr übersehen und seid die Mitbegründer ihres Ausgleichs geworden. Zuvor bestand da ein Lebenserreger, ein Erhalter: Meine Bedingungen.

6-464    Ich gab das Freiheitsgesetz als ‚Mitfundament‘ dem Tat-UR-Jahr, aber nicht aus Meiner Macht, weil sonst jede freie Willensregung außerhalb des Ordnungsplans dessen zwangsläufige Führung bedeuten müßte. Wäre Ich allein der Einsetzer des freien Kindwillens, bliebe Ich auch sein oberster Herr aus Meiner Macht und der alleinige Verantwortliche! Ich könnte kein Kind zur Rechenschaft ziehen, was es unter dieser Gesetzmäßigkeit beginge. Unschuldig wäre jedes, würde es auch einen ganzen Tag aus seinen Ordnungsangeln heben: unfähig aber auch das zu werden, was Ich ursächlich in alle zeugte!

6-465    Wie Ich zufolge Meiner Bedingungen die Verantwortung für das Gesamtwerk selber trage, so ruht eine Mitverantwortung zufolge eurer Freiheit als zweitem Fundament und nunmehr vor angesetztem Lebenserreger im Fortgang aller Einzelwerke auf dir, Meiner Sadhana, auf den Engelsfürsten, den zu berufenden Wächter-Engeln, Ältesten-Engeln und bald erstehenden Befehls-Engeln. Aus Meiner Verantwortung hob Ich das Freiheitsgesetz zum Mitfundament durch die Bedingungen und erfülle es. So müßt ihr aus eurer übernommenen Verantwortung durch das Freiheitsgesetz Meine Bedingungen respektieren, ausgleichen und erfüllen. Durch diese Wechselwirkung werden alle Kinder einst vollendet, wie in anteiliger Weise die Werke durch die Kinder ihr ‚Und siehe da, es ist alles gut geworden‘ haben sollen.

6-466    Welch eine Aufgabe liegt vor dir! Es handelt sich nicht darum, daß du schöpferisch tätig bist, sondern wie! Nicht die Menge der Werke wirken vollendend, sondern die Arbeitsweise! Messe nie ein UR-Jahr mit dem Maße eines Tages, desgleichen nicht dessen Fülle mit einer Stunde ab. Raum und Zeit haben ja ihr Maß; doch die UR-Ewigkeit allein besitzt Mein UR-Maß. Und das heißt ‚Unermeßlich‘!

6-467    Sieh, so bin Ich selbst das ‚Maß des Unermeßlichen‘, während du und die vier ersten Stuhlgruppen dasjenige eines Tages seid; und die aus euch kommenden Scharen entsprechen je einem Stundenmaß. — Alles zusammen bildet auch in vorbesagter Wechselwirkung den Makro- und den Mikrokosmos! Denn keine Stunde, kein Tag ohne UR-Ewigkeit; aber auch diese nicht ohne Anreihung von jenen. Jedes Maß ist vollgerecht einzuhalten. Du erkennst, was Ich dir damit sagen muß.

6-468    Deine Fähigkeiten mußt du auf die gegebenen Raumzeiten verteilen. Bediene dich der Weisheit, wie auch Ich es tat, um Meinen Willen höchst ausgeglichen zu personifizieren. Meine Macht konnte ja mit einem Hauche alles werden lassen; Meine Weisheit aber verteilte es auf Raum und Zeit. Jeder Unterteilung Meines Grundmaßes haben sich die Kinder anzupassen, soll eine Weiterbildung ihnen nützlich sein.

6-469    Nun messe deine letzte Arbeit aus, Meine Sadhana. Das Sachwerk hat trotz Begrenzung größeren Spielraum; jedoch beim Schaffen freigeborener Kinder ist Maß und Ziel um so gewissenhafter einzuhalten, weil Ich von Anfang an so hoch den Gnadenbogen wölbte, daß auch du nicht seine Höhe je ermißt. Du als Mein gerechter Widerhall solltest ‚eine heilige Zahl‘ zeugen und stand von vornherein die Vierwesenheit auf dem Ordnungsplan! Du hast es auch gewußt. Aus den von dir zu bildenden vier Kinderpaaren sollte in freier Fortpflanzung deine Schar erwachsen, wie aus den von den Fürsten gezeugten Kindern ihre Scharen. Vor Mir kannst du keine Werkwidrigkeit verstecken, aber du wolltest es hinter der ‚Liebe zu deinen Kindern‘.

6-470    Wer hätte Mich wohl hindern mögen, daß Ich Mir die Schöpferfreude vorbehielt? Doch Ich habe sie jedem Kind gegönnt. Welch eine Liebe zu euch allen! Sieh ferner: Meine UR-Sonne gibt ihr Licht den Urzentralsonnen, diese den Zentralen und so fort, und wird da eine Gruppe aus der anderen gezeugt und auch gespeist. Hat so der letzte kleinste Stern sein Licht nicht aus Meiner Sonne? Deine vier Kinderpaare sind vollwahre Lebensträger für deinen Kind-Werkteil. Wäre so das letzte Gruppenkind nicht auch dein ganz persönliches Kind, da die Kraft zu dessen Werden Ich dir freundlichst überließ? Auch deine Kinder besitzen aus Mir über dich den Tat-Impuls. Willst du deine Freude der Meinigen gerecht angleichen, so lasse deiner Kinder Freude deine höchste sein. Denn Sadhana, merke es dir gut:

Die Freude aller Meiner Kinder ist Meine UR-Freude,

ist Mein Schöpfer-, Mein Titanenjubel!

6-471    Ich liebe Mich nicht in Meiner Person, vielmehr in Meiner Hände Arbeit; und Meine Kinder sind Meine heilig schönste, vollkommenste Tat! Mein Hochziel ist in der Vermehrung der Kinder durch sich selber fest gegründet. Bist du Meine Fackel, so steht zu unser beider Recht, daß deine Arbeit Meiner würdig sei, weil dein Recht nur aus Meinem UR-Recht kommen kann. Du kannst allein das Raum- und Zeitmaß tragen, freilich unter allen Kindern das vollkommenste.

6-472    Sieh: Meine Liebe, die an diesem Tage herrscht, tritt vor dein geschaffenes Werk, daß dir daraus kein Fehl ersteht. Ich sehe deine Kindlein als geboren an. Laß sie auf den Hügeln wohnen und mache sie zu treuen Hütern deiner schönen Ataräus. Sind sie reif, dann bringe sie Mir in das Heiligtum. Zeit und Weg kündet dir dein Herz.

6-473    Nun weißt du es, wie du in allen Stücken richtig wirkend wirst. Versenke das Gesagte in dein Herz, prüfe deine Seele und laß deinen Geist die heilige Rückverbindung bilden. Meine Liebe gibt dir Zeit dazu. — Ich will deine Kindlein holen; Orytam und Hagar haben sie um weiteres erhellt, so daß sie deinem Haus zum schönsten Schmuckstück werden können. Sei gesegnet, liebliche Sadhana, Kind Meiner Gnade.“

6-474    Nach dieser unfaßbaren Liebe bleibt in Sadhana nichts zurück als demütige Hingabe. Als UR an ihr vorübergeht, wirft sie sich auf Seine Füße und umklammert sie mit beiden Händen. Ihr tiefstes Empfinden hat kein Wort. UR läßt sich halten, neigt sich nieder, hebt Sadhana ans Herz und bettet sie in Seinen Schoß, in die herzliche Barmherzigkeit. Heilige Zwiesprache unter dem Einfluß erhabener Bedingungen! Sie hat viel gewonnen. Ob sie es aber auch behält?.

6-475    UR geht seinen Weg mit Freude und Trauer. Die Trauer gilt keiner verlorenen Zeit, denn bei Ihm ist nichts verloren; sie gilt jenem Schmerz, wenn Sadhana über sich selber trauern muß. Wie entsetzlich dieses werden kann, fühlen vornehmlich seine tragenden Eigenschaften Geduld, Liebe und Barmherzigkeit. Er wird — jetzt schon — mit diesen Kindern leiden und wird Sein Schmerz der unendlich größere sein, sonst wäre keines Kindes Schmerz zu heilen. Dann müßte ein ewig-quälendes Feuer brennen, das mit Seinem UR-Feuer keine Identität besitzt. Allein über ein Opfer wird das UR-Feuer jenes Schmerzensfeuer völlig löschen können. —

6-476    UR deckt die Trauer zu; Orytam-Hagar sollen sie nicht sehen. Wie liebt Er beide, allerdings nicht mehr als die Ältesten. Ihre Hingabe an Ihn gleicht einem Schrein, während Andacht, Anbetung, Ehrfurcht und Demut den Nachkommenden ein Mahnmal sind, in UR den Ewig-Heiligen, den Ewig-Einzigen und Wahrhaftigen zu erschauen. Selbst Sadhana spürt es im späteren Zusammensein mit ihnen. Sie erkennen stets, ob etwas beide Fundamente hat oder eines, stehen Sadhana zur Seite, und ihre Liebe zu ihr ist helfender Art.

6-477    Diese hat an den Kleinen noch ein gutes Werk vollbracht. Sie sind so selig und gehen kaum von ‚ihres Vaters Seite‘. Alle mit sich führend, setzt Er Orytam und Hagar auf den ersten Sternsonnen ein. Als Er auf viel Geschaffenes deutet und sagt, daß das ihre Arbeit werden sollte, schlingt Orytam seinen Arm um Sadhana und erwidert:

6-478    „Guter Vater! Sadhana ist unsre Mutter, und wir sind Deine und auch ihre Kinder. Liebreich hat sie für uns vorgesorgt. Wir nehmen ihre Gaben dankbar an. Die Sonnen sind ja groß, und viel bleibt noch zu tun. Ich bitte, daß Du, allheiliger UR, mein Wort für Sadhana gerecht gesprochen wertest.“ Das Funkeln hehrer Augen fällt auf Orytam. Nunmehr deutet UR auf die übrigen Sternsonnenpaare, die vom Lichtberg der Orakania gut auszumachen sind, und sagt:

6-479    „Orytam-Hagar, vier Sonnenpaare umkreisen die Ataräus. Sadhana als Mein gerechter Widerhall symbolisiert Mein Ich, die Fürsten Meine Eigenschaften, die Ältesten die zwölf Grundstrahlungen. Hätte Ich das Werk auf Meine Macht gestellt, so hätte nächst Sadhana erst die Darstellung der Vierwesenheit erfolgen müssen. Zum Segen Meiner Kinder setzte Ich die Personifikation der Eigenschaften vor jene Meines viergeteilten Herzens, wie Ich die Ordnung der Kinder wegen vor den Herrschaftswillen rückte. Allein, die Darstellung der Vierwesenheit ist zwischen die Fürsten und Ältesten einzureihen.

6-480    So wie ein Urerzengel und Erzengel das Positiv und Negativ einer Eigenschaft verkörpern, also ihr als erster Wächter-Engel Meine Schöpfer-Wesenheit. Ihr sollt nun drei Kinderpaare zeugen, die als Verkörperung des Priester-, Gott- und Vatertums euch gleichwertig sind. Sie kommen aus euch; aber merkt euch alle gut: Als Kinder seid ihr vom ersten bis zum letzten, vom größten bis zum kleinsten, ohne Unterschied vor Mir Mein Kind-Werk! Die Nebeneinandersetzung gilt bei euch, Orytam und Hagar, ebenso, wie die vier Wesensteile sind, wohl Meinem Schöpfertum entsprungen, trotzdem insgesamt dem UR-Ich, Mein UR-Herz ausmachend.

6-481    Wer einmal einen Wesensteil höher oder niedriger als die anderen bewertet, wird Mich in Wahrheit niemals voll erfassen. Er braucht Mir deshalb ja nicht fern zu sein, aber am nächsten ist er gewißlich nicht. Auch hier gilt der Unterschied vom ‚am Herzen stehen‘ oder ‚im Herzen ruhen‘.

6-482    Daneben bleibt in Gnaden gültig, daß kleine Kinder gleichviel wie die großen gelten, wenn sie Mich nur fleißig lieben, weil wahre Liebe auch wahre Erkenntnis bringt. — Nun begeht euch in euer Sonnenhaus, laßt eure Herzen zu dem Meinen und Mein Herz zu den euren sprechen, dann bin Ich mit Meinem schönsten Segen stets bei euch.“ Orytam-Hagar knien nieder und bleiben andächtig versunken, bis UR mit Sadhana und deren Kindlein die Orakania verlassen hat.

6-483    Im Haus erfolgt das Werden von drei Kinderpaaren. Jubel, Dank, Preis und Ehre dem, der das Leben gab, ist der Strahl des ersten Wächter-Engels an das Urewige Licht. Diese Gabe verwahrt UR im Schreine der Barmherzigkeit. Orytam-Hagar befolgen alle Worte des All-Heiligen und stellen ihre Kinder neben sich; diese jedoch anerkennen in Orytam-Hagar den Ersten ihrer Gruppe.

6-484    Wie dergestalt sie schnellstens reifen, wird ersichtlich, als sie bei einem Gang auf die Hagarma den wundersamen Jüngling treffen. Da der erste Wächter Ihn ebenfalls nicht kennt, wird ihre Gleichheit somit sehr gefestigt. O ihr seligen Wonnen! Sie lernen aber auch das mögliche Ab des Tages kennen; doch wunderbar tröstet sie der Jüngling, der das baldige Kommen URs verkündet. —

6-485    Sadhana besteigt den Berg Mahapatra, um UR zu empfangen. Gar bald schaut sie Seine leuchtende Spur schon aus kaum meßbarer Ferne. Sie kniet nieder, bis Er vor ihr steht. Neben großer Demut beherrscht sie eine Sorge; denn als sie die Orytam-Gruppe mit den sieben Hügel-Ältesten verglich, spürte sie: bei letzteren hat ihr die Inbrunst, vor allem das UR-Gebot zur Geburt gefehlt. Daß UR diese Kinder als geboren ansehen will, steigert Sadhanas Demut zu eigenen Gunsten. UR hat ihr Seine vier Herzkammern aufgetan, sie aber schloß eine Kammer ihres Herzens vor Ihm zu. Um das gutzumachen, darum bleibt sie knien. Da wird ihr Inneres aus URs Lichtborn wieder hell, denn Er umschließt segnend Sein erstes Kind und spricht:

6-486    „Meine Sadhana!“ Welche Macht hat dieser Ruf. Nicht zwingend, doch bezwingend, gepaart mit heiliger Sehnsucht, ist die geheime Frage: Willst du Mein Eigentum verbleiben? Sie spürt es, wirft sich an des Vaters Brust, und Tränen füllen ihre Augen. Noch sind es keine Reuetränen; die Verbundenheit lockten sie hervor. Er nimmt sie sachte fort und verwahrt sie in den Falten Seines Kleides.

6-487    „Jetzt weißt du mehr, Mein Kind. Der Rand des Ordnungs-Willeweges enthüllte dir, was es ‚draußen‘ geben kann. Deine Seele schauerte zurück, dein Herz suchte in Mir Schutz, dein Geist fand die Verbindung mit Meinem Geist. Du sahest den Weg zu Mir, den der Abwandlung, und daß Ich das dir nicht ersparen konnte, weil immer eine durch freie Erkenntnis gebändigte Kraft jenen universellen Machtgrund besitzt, der die Arbeit Meiner Kinder auch zum Schöpfungssegen formt.

6-488    Du bist zuerst in die Schöpfungsfreiheitsprobe eingetreten, hast den ersten Schritt bestanden und hieltest dein empfangenes Licht ohne Fehle hoch, indem du Mich als dein alleiniges Licht anerkanntest. Ja, ja: Kein Kind wird Mein heiliges Licht schauen, erkennen oder sich zur Leuchte setzen können, wenn es nicht selbst ein Licht geworden ist! Dessen Wert aber hängt davon ab, ob die Hingabe an Mich eine unbedingte wird. In diesem Sinne ist ein Kind die von Mir angezündete Leuchte, ein ewiges Wahrheitslicht in Meinem Tat-UR-Jahr!

6-489    Dazu, liebliche Sadhana, gehören nicht nur Kraft und Wille, eine Eigenschaft oder etwa gute Taten, nein, dazu gehört das ganze Kind! Ich gab Meinen Werkbesitz ungeteilt, so kann Ich als Wiedergabe das ‚Ganze‘ eines Kindes wohl erwarten. Behielte Ich etwas vom Werk zurück, hättet ihr ein Einbehalterecht, über dessen Mein und Dein nicht ICH den Schiedsspruch spräche, sondern das urheilige Soll und Haben, der Schutzträger jedes Kindes, notfalls gegen Meine Schöpfermacht.

6-490    Würde jemand über die richterliche Macht des Erfüllungsgesetzes hinaus aus dem Rückbehaltegut schöpfungswidrig wirken, dann ginge das gesamte Richterrecht an Meine Person über. Meine rechte Hand ist dabei das alleinige Recht, zumal, wenn ein Kind die Lichtkraft nimmt, ohne sie in irgendeiner Form Mir wieder darzubringen. Dann würde Ich einen höchstgerechten Ausgleich schaffen, ja zu Recht der getreuen Kinder schaffen müssen.

6-491    Solchen Falles bin Ich Vollrichter des Soll-und-Haben-Gesetzes, der Träger auch vom Ausgleichsgrund. Dann wäre abzuwarten, ob Ich darüber hinaus für ungerechte Kinder auch noch etwas anderes sein könnte. Das hinge von einem Schöpfungsopfer ab, das den Ausgleichsgrund in unbedingtem Opfersieg zur Manifestation zu bringen hätte.

6-492    Mein Ernst deutet dir das rechts und links des Ordnungs-Willeweges. Ja, du schmiegst dich fester an Mich an und suchst und findest an Mir deinen Halt. Du sagst: ‚O UR, alles kommt aus Dir; daß ich geworden bin, weil DU bist; daß ich schaffen darf, weil DU wirkst; Ewig bin ich als ein Strahl von Deinem Licht nur dann die eigene Leuchte, wenn ich meine Fackel an Deiner Flamme angezündet habe.‘

6-493    Sadhana, behalte diese Mir große Freude bringende Erkenntnis, so wirst du dir nicht selber eine Leuchte, sondern jener Strahl im Tat-UR-Jahr, zu dem du ewig auserkoren bist! — Nun gehen wir in dein Haus; denn die fünfte Stunde naht, und mit ihr sollen alle Kinder im Heiligtum versammelt sein. Du sollst Mir folgen, deine Kinder aber freiwillig mit dir führen.“ Durch das Wort der Gnade trägt Sadhana einen guten Willen in sich, und sie dankt Gott-Vater, der Seine UR-Waltung für diese ‚eine Entscheidungszeit‘ in das Tagesregiment der Liebe legte, das unter sich als Grund die GEDULD, über sich als Dach die BARMHERZIGKEIT besitzt. Doch Er wirkt noch weiterhin als UR, als Ewig-Heiliger, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger.

6-494    Ihm öffnet Sadhana ehrerbietig nun ihr Haus. Die Orytam-Gruppe steht an den vier Ecken des Altarherdes, zum Dienst bereit; und die Hügel-Ältesten knien mit gefalteten Händen nieder. Als das erste Segenswort erklingt, durchströmt sie selige Wonne. Sie sahen UR als einen guten Vater an; jetzt thront ein herrlicher König über ihnen, der in Huld und Gnade höchstes Leben zu vergeben weiß. Auf Seinen Wink führt Orytam die Kinder zu einer Stuhlreihe hinter Sadhana, begibt sich aber gleich zurück zur rechten vorderen Altarecke. Er und seine Kinder bleiben während der heiligen Rede stehen.

6-495    Zuerst verkündet UR vom Vergangenen und Kommenden des Tages, was die Kinder wissen müssen, erklärt auch — soweit möglich — das Wesen des wundersamen Jünglings. Er zeigt den Saum Seiner Herrlichkeit, soweit ein Kind sich davon erwerben kann. Schon das Bild beeindruckt alle, daß sie meinen, sie hätten statt den Saum ein ganzes Gewand gesehen. Da treten die Hügel-Ältesten vor und legen ihr Versprechen als Dank in des All-Heiligen Hand, stets im freien Liebegehorsam zu verbleiben. Danach bringt UR wieder eine neue Offenbarung:

„Meine Sadhana, Meine Kinder! Viel fordert der Tag von euch;

von MIR fordert er alles!

Was die bisherige Zeit ergab, was selbst den Grund des kommenden Werkes der Barmherzigkeit gestaltet, muß vom Liebe-Schaffenstag eingeschlossen, offenbart und vollendet werden.

6-496    Du, liebliche Sadhana, hast Mich gleich den Engelsfürsten zuerst als UR gesehen, erkannt und angebetet. Mir auch hast du dich geweiht und in diesem Sinne Schöpfungsentscheidungen gefällt, die Ich euch Ersten freundlich übergab. Die größte war die Fundamentsgestaltung für die Kinder. Daran reihen sich nun weitere Entscheidungen in rascher Folge an; denn es hat die Probezeit begonnen, deren Verlauf und Ende Ich, der UR, alleinig überschaue.

6-497    Ihr, Kinder, kennt den heiligen Zusammenhang zwischen Mir und dem ganzen Werk noch nicht. Er besteht, zumal Ich das Gesamtwerk in Meinen Händen halte und ihm Mich offenbare, als UR, der nicht zu zergliedern ist! Ja — UR bin und bleibe Ich! Als was Ich Mich auch immer offenbare, bestätigt Meine UR-Einheit!

6-498    Ganz anders verhält es sich bei Einzelwerken. Da treten aus dem UR-Sein Meine Wesensteile einzeln auf, in erster Untergliederung als Macht, Kraft, Gewalt und Stärke, jeweils mit den dazugehörigen Grundlebensstrahlen, die ein Einzelwerk beherrschen. Das ‚Warum‘ der Einteilung wurde euch erkenntlich. Wie aber die in den Prinzipien Schöpfer, Priester, Gott und Vater waltenden Eigenschaften der jetzt vorherrschenden Liebe beigegeben worden sind, wie ferner die Elemente als sinngemäß innere Offenbarungsformen der Vierwesenheit im Herrschaftszeichen Liebe zum nunmehr ebenfalls vorherrschenden Element Erde ihre Beziehungen erhalten haben, das ist euch noch ein Rätsel. Selbst du, Sadhana, bittest um Aufklärung.

6-499    Berechtigt ist auch deine Frage, wann die Fürsten diese wichtige Belehrung hören. Ferner zweifelst du, ob die Hügelkinder es bereits verstehen. Nun: Rafael und Agralea habe so gerecht gehandelt, daß Rafael in seinem Haus fast wörtlich wiedergibt, was Ich dir hier sage. Sein Herz hängt förmlich an dem Meinen, und so offenbart sich auf dem Lebenswege ‚Vater-Kind‘ Mein Wort aus ihm.

6-500    Er ist demnach Empfänger und auch Geber. Um so leichter ist das möglich, weil die Engelsfürsten mit Mir in innigster Zugehörigkeit verbunden sind. Um Orytam und seine Gruppe sei nicht besorgt; sie fassen es, weil sie Mir die Herzen weit geöffnet haben. Und deine Hügelkinder können jenes gute Teil daraus entnehmen, daß sie das eine spüren, von Meiner Güte ganz erfaßt zu sein. Und mehr denn dieses braucht es erstmals für sie nicht. —

6-501    Um euch Kleinen Meine Offenbarung zu erleichtern, sei folgendes gesagt: Einst, am vierten Tag, war es Sadhana und den Fürsten möglich, die erklärten Elemente Feuer und Wasser teilweise zu begreifen; und sogar das schwierige vierte Element Luft war euch keineswegs ganz unverständlich. Hingegen konntet ihr das Element Erde am wenigsten erkennen, weder in seiner substantiellen, erst recht nicht in seiner essentiellen Art. Das Wissen kam erst allmählich in euch auf, daß ‚Erde‘ etwa als ein Seiendes, als das Wirklichkeitsprinzip einer sichtbaren Schaffung anzusprechen sei.

6-502    Das Element Erde erkor Ich zur Substanz, in die Ich Meine Taten einbezog und durch diese zur Gestaltung brachte. Das bedeutet: Dem Unendlichkeitsprinzip entnahm Ich das ‚Werde‘ und stellte dies dem Tat-Zyklus als Endlichkeitsprinzip anheim, wie dem Unsichtbaren das Sichtbare, dem Unvermittelnden das Vermittelnde; kurzum dem UR-Ich die Offenbarung! Das hätte jedoch nicht geschehen können, wenn Ich nicht — auf Mein UR-Sein gründend — aus der Gesamtheit Einzelheiten löste, um sie gestaltlich für das Werk der Tat zu bilden.

6-503    Doch auf diese nur gestützt, hätte nicht Mein Ziel, noch weniger eure Seligkeit erbracht. Meinen Willen im Rahmen eines ‚Unbedingt‘ hatte Ich in Meine stehende Machtpolarität gekapselt, während die waltende Machtpolarität die Freiheit schuf, der Aufbau, Richtung, Lauf und Ziel gegeben war. Der Weg forderte die Einbeziehung Meiner Gesamtheit, soweit einem Werke zugestanden. Hierzu gehören Meine Vierwesenheit und sieben Eigenschaften, durch welche alles andere sich ergibt, auch die vier Elemente. Eine Einzeloffenbarung hat nicht zur Folge, daß ihr Teil zur UR-Vorherrschaft gelangt; er kann zum Segen Meiner Kinder eine Zeit-Vorherrschaft haben.

6-504    Das Feuer durchglutete Mein Werk der Tat, und das Wasser belebte es, und war so gestalthaft vorgezeichnet, wodurch einer inzwischen erfolgten Offenbarung nichts im Wege stand. Nun brachte das Element Erde das Jahrwerk — in vollem Umfang den Tat-Zyklus — entgegen aller bisherigen Innenwerke zu gewaltiger Darstellung, die grundsätzlich die ‚sichtbare Substanz‘ ergab, oder die aus dem rein Wesenhaften hervorgehende kompakte Form, die äußere Erscheinlichkeit.

6-505    Die Werksubstanz zeigt sich in so vieler Varia, als es Einzelheiten gibt, sind jedoch von Erfüllung oder Nichteinhaltung jeweiliger unwandelbarer Gesetze abhängig. Es kann zufolge freier Entwicklung dahin kommen, daß Formen eine viel festere Kompaktheit zeigen, als etwa euere Gestalt sie hat, in Wahrheit aber als einem unwandelbaren Gesetz zuwider gewordene Substanz aufzulösen ist, während alle Dinge, die ihr nunmehr seht und fühlt, allezeit im Aufwärtsprinzip zu herrlicheren, neuen Werken umgewandelt werden.

6-506    Doch auch die sogenannte Auflösung ungesetzlich hervorgerufener Substanzen erfolgt nicht so, daß sie in ein Nichts zerfallen, weil es das im UR-Prinzip nicht gibt. Dem Element Erde untergeordnete kompakte Formen werden einfach in ihre Ursubstanzen rückversetzt, wodurch sie wieder als eine gesetzmäßig begründete und erhaltungsberechtigte Wesenssubstanz Verwendung finden können.

6-507    Trotzdem können werkwidrig gewordene Formen ohne Gesetzmäßigkeit nicht bestehen. Sie unterliegen einem ihnen übergeordneten wandelbaren Gesetz, das aber seinerseits jenem unwandelbaren Gesetz untersteht, das werkwidrig angegriffen wurde. Wandelbare Gesetze lassen zu, solche Formen ohne geringste Erschütterung des Gesamtwerkes in ihre Ursubstanzen aufzulösen, während das mit ihnen gekoppelte innere Sein durch gegebenen Rückweg wieder zur essentiellen Werksubstanz gelangen kann. Es bleibt sonach nichts ohne eine Erfüllung!

6-508    Ich ließ in der ‚viergeteilten Schöpfung‘ — bereits aufbauend für das Gedanke UR-Jahr — aus Meinem UR-Sein jede Einzeldarstellung, sowohl Meine Wesenheiten als auch nachgefügt alles andere werden. Ich habe aber nichts einer Einzeloffenbarung unterstellt, sondern in die vier Hauptströme Meiner Mitternachtsquelle eingeordnet, also auch in die sieben Eigenschaften, wie in sämtliche Dinge, die dem Kind-Werk zugedacht sind; zu dessen Heil und Segen vornehmlich die Offenbarungsarten als Schöpfer, Priester, Gott und Vater.

6-509    Allein mit dem Endbild des Gedanke- und Wort-UR-Jahres war weder eine essentielle noch eine dem Reingeistigen anzupassende äußere Wesenssubstanz gesichert. Solange Feuer und Wasser die Vorherrschaft besaßen, war an ein Tat UR-Jahr nicht eigentlich zu denken. Ein Kind-Werk darauf aufgebaut, hätte Mich selber um ein hohes Haben betrogen; denn auch die Vorschau gab das mögliche Auf und Ab!

6-510    Seht, das Schwerste für Mich selbst: Will Ich höchste Vaterfreude ernten, dann über die Freiheit aus dem Tat-UR-Jahr, ja notfalls mit dem Ab. Hätte Ich das letztere zufolge Meines Allmachtswillens ausgeschaltet, so wäre Meine Vaterfreude eine Eigenfreude, wie auch die Liebe nur eine minderwertige Eigenliebe. Um das zu vermeiden, setzte Ich im jetzigen Tat-Zyklus die Liebe an sechste Stelle, die — mit der Geduld vereint — das Element Erde trägt.

6-511    Darum ging alles Werk durch Meine UR-Einheit. Das Höchstziel gipfelt in der Barmherzigkeit als Element Luft, in dem die ‚Wiederinbesitznahme‘ des aus gegebenen Eigentums durch freiwillige Rückgabe erfolgen soll. Dazu bildeten nur Geduld und Liebe im Element Erde, also in Meinem Gott-Wesensteil, die einzig sichere Brücke zwischen den Meinem UR-Sein zu Recht vorbehaltenen Elementen Feuer und Wasser und dem auf das Kind-Werk abgestellten Element Luft, eine Brücke zwischen den bestimmenden und tragenden Eigenschaften, wie jeder euch schon offenbarten Dualität. So durchgluten, beleben, gestalten und erhalten Meine vier Elemente gleichrangig das gesamte Werk.

6-512    Entsprechend diesem Sinne sind die vier von Mir auszuatmenden UR-Jahre aus Gedanke, Wort, Tat und Folge anzusehen. Das wirklich Gewordene der Tat und ihre Erhaltung liegen festverwurzelt in der Folge, im Prinzip der Vater Wesenheit. Die euch gezeigte Brücke garantiert die Endvereinigung über das dritte Element. Erde ist also reingeistig eine Wirklichkeit, die universelle Substanz!

6-513    Diese Substanz erstreckt sich auf jedes Dasein, das an sein Werden angebunden ist. Für euch habe Ich die Liebe in den Vordergrund gestellt, weil mit ihr das Nötige leicht erreichbar wird. Sie ist aber in dieser Hinsicht die Elementarstufe im Endlichkeitsprinzip des Tat-UR-Jahres. Es steht jedem Kinde frei, von dieser Stufe aus in das Unendlichkeitsprinzip einzugehen, was freilich in der ganz gleichmäßigen Aneignung aller ihm bereitgestellten Grundwesenszüge Meiner allheiligen UR-Persönlichkeit geschieht. Erst hierdurch wird das Kind auch von sich aus Mein gerechtes Ebenbild!

6-514    Für das ‚Von sich aus‘ formte Ich den Grund Meines Planes, in dem zugleich auch Meine Vaterfreude ruht.— Und freiwillige Liebe kann Mir diese Vaterfreude bringen! — Jetzt habt ihr einen tiefen Blick in das Hochziel getan, und Ich warte in Geduld, ob und wie der Same wächst. Nun ist als nächstes viel Gedankenarbeit zu vollbringen, Mir zur Freude, euch zum Segen. Ja, Ich segne euch im Hause Meiner lieblichen Sadhana, und dann möget ihr Mir folgen.“ Drei gute Danksagungen erhält UR: von Sadhana, Orytam und vom ersten Hügelältesten.

6-515    Auf dem Mahapatra erhalten sie noch Winke über die Bedeutung der Ataräus als gesegnetes Symbol des sichtbaren Urzentrums, bloß daß dort die sieben Urzentralsonnen um ihren Werkmittelpunkt kreisen, hier die vier Sonnenpaare. Die Kinder freuen sich, daß sie so nahe an UR heranrücken dürfen. Als Er aber nun dem Lichtweg zulenkt, bittet Sadhana, daß die Hügelältesten zurückbleiben möchten, um die Ataräus zu verwalten. Langsam wendet UR sich nach ihr um.

6-516    „Sadhana, Ich überließ es dir, deine Kinder Mir ins Heiligtum zu bringen. Doch sie haben ihren freien Willen; wollen sie uns folgen, so kann deine Liebe nicht dawider sein.“ Sadhana entgegnet: „Ja, UR, das anerkenne ich. Aber bisher war meine Sonne immer ohne eigenes Leben, während jene der Fürsten damit reich versehen sind. Lasse sie mich bringen, sobald andere vorhanden sind.“ Ohne URs Antwort abzuwarten, bittet sie ihre Ältesten, daß sie bleiben möchten. Diese fragen aber UR, ob es gerechtfertigt sei, würden sie Sadhanas Bitte nachgeben. Er schaut auf Sein erstes Kind herab; seltsam klingt die heilige Stimme, ein starker Hall, der über ihre Sonne tönt:

6-517    „Liebe muß sich frei entscheiden! Fühlt ihr die höhere Liebe zur Sadhana, so bleibt; es ist ihre Aufgabe, euch Mir zuzuführen.“ Dunkel spürt das erste Schöpfungskind das innere Gebot, doch der Herrschsinn übertönt URs schweres Wort. Die Ataräuskinder als Geschaffene können es durch ihre ‚gebundene Liebe zur Sadhana‘ nicht merken. Darum verstehen sie URs Hinweis nicht anders, als daß Er sie in dieser Liebe bestärken will, und sagen deshalb mit kindlichem Gemüt:

6-518    „O allheiliger UR! Uns fehlt noch viel, doch wir wollen unsere Liebe zu Sadhana beweisen; sie hat uns ja geboren. Freudigst wären wir Dir nachgefolgt, um Dein Heiligtum zu sehen. Nun aber warten wir, bis Sadhana die Zeit für gekommen hält, uns ins Heiligtum zu führen. Dann kann unsere Liebe Dir reichlicher entgegenfließen.“ O UR, welche Fülle kommt aus Deiner Barmherzigkeit über diese Kindlein, um die man Dich betrügen will! Segnend und belobend schließt Er sie in Seine Arme; denn nach ihrer Erkenntnis haben sie recht gehandelt, haben ihr Ich hinter das der Sadhana gestellt. Diese nimmt in URs gütig sanften Augen für sich die ernste Frage wahr, ob sie in der Lage ist, solch uneigennützige Liebe aufzubringen.

6-519    Die Orytam-Gruppe weiß schon, daß es ja eine höchste Liebe gibt, die auch nur eine Entscheidung geben darf: die Liebe zu UR, die über alles zu erheben ist! In ihre reinen Seelen fällt ein Tropfen aus URs heiliger Trauer. Noch schätzen sie das Gefühl nicht ab, sie spüren jenes Bangen, das in den heiligen Augen als dynamische Gewalt leuchtet. Da tritt Orytam entschlossen vor und sagt:

6-520    „Euer Wort, ihr Kinder, hat UR gerechtfertigt. Aber über Sadhana steht der All-Heilige! Sieh, o Sadhana, auch uns hast du geboren, und wir lieben dich mehr als uns selbst. Doch unsre höchste Liebe gehört dem Ewig-Heiligen UR, dem Ewig-Einzigen und Wahrhaftigen! In dieser Liebe können wir gerecht und wahr alle anderen lieben und sonach vor uns stellen. Aus dieser Liebe bitte ich dich, mit Hagar und unsern Mitwächtern vereint, ja rechtzeitig die Hügelkinder ins Heiligtum zu bringen. Achte aber auf die rechte Zeit! Ich bin der Überzeugung, daß gerade jetzt der richtige Augenblick gekommen ist. Allein, die Entscheidung liegt bei dir.“ Sadhana antwortet:

6-521    „Deine Liebe zu mir ist gut, Orytam, du hast mir wohlgetan. Auch erfreut es mich, daß du die höchste Liebe UR entgegenbringst. So soll es immer bleiben. Ich will nicht anders handeln, hieraus lasse ich mich leiten, rechtzeitig die Kinder ins Allerheiligste zu führen. — Nun aber darf UR unsertwegen Seinen Fuß nicht länger hemmen. Darum gehet in mein Haus, ihr Kinder, und waltet eures Amtes.“

6-522    Sie liebkost die Kinder und wartet, bis sie zu Tal gestiegen sind. Auch UR wartet! Dann schreitet Er voraus. Orytam und Hagar gehen Ihm bald zur Seite, um Ihm wegen Sadhanas Widersinn viel Liebe zu erzeigen. Er redet oft mit ihnen. Sadhana und die Kinder befassen sich sehr mit dem Offenbarungsschatten.

6-523    Auf der Rajona spürt Rafael zuerst das Nahen URs. Ehrerbietig und jubelnd gehen er und Michael Ihm entgegen, und die Fürsten geleiten ihren König in das Haus, das köstlich zubereitet ist. Selbst alle Ersten haben sich geschmückt. Auf dem Altarherd stehen mit Wein gefüllte Becher, Brot und Früchte. Über dem Thron ist ein weißer Baldachin errichtet und der Stuhl in den vier Farben URs. Dessen sanftdunkle, herrliche Augen erstrahlen hell. Hier strömt Ihm die Liebe tausendfältig zu.

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