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Über die Wiedergeburt; über Seele und Geist

Um unendliche Dinge zu begreifen, muss man nicht außerhalb von sich suchen, nie beim Einzelnen anfangen, auch nicht bei einem Gegenstand, den man ergründen möchte, sondern immer einfach BEI SICH SELBST! Versteht man sein eigenes Wesen, so wird man auch alles andere verstehen und ergründen können. Aber solange wir uns selbst nicht zur vollsten Klarheit geworden sind, kann auch alles andere in uns zu keiner Klarheit werden. Wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann Licht bekommen und wissen, worauf er steht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um ihn herum – und geradeso ist es auch mit unserem Geistmenschen.

Die Seele, als die äußere substantielle (nicht materielle) Form des Menschen, hat in sich eigentlich gar kein Licht außer dem, das von Außen in sie eindringt. Ihr Erkennen ist darum auch nur ein stückweises, und es kann von ihr nur so lange etwas erkannt und beurteilt werden, wie sie von Außen her Licht hat. Weicht durch eine Wendung das von Außen eindringende Licht vom erleuchtet gewesenen Teil, dann ist es auch mit dem Verständnis der Seele über diesen zuvor erleuchteten Teil aus; und so könnte die Seele eine Ewigkeit um die andere sich von außen her erleuchten lassen und würde doch immer auf demselben Erkenntnispunkt stehen, auf dem sie zuvor stand.

Aber etwas anderes ist es, wenn in der Seele der eigentliche, lebendige Geist vollkommen auftaucht und die ganze Seele von INNEN heraus aufs hellste erleuchtet. Das ist dann ein ewiges Licht, das nimmer erlischt und alle Teile in der Seele durch und durch erleuchtet, ernährt und vollkommen sich entfalten macht. So also DAS in der Seele bewerkstelligt wird, dann braucht sie nicht mehr einzelne Teile zu lernen, sondern dann ist alles auf einmal in der Seele zur vollen Klarheit geworden, und der völlig WIEDERGEBORENE Geistmensch braucht dann nicht mehr zu fragen, denn er dringt dann selbst in alle Tiefen der göttlichen Weisheit.

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