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Tür – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß durch die Türe von der Seite bezeichnet wird das Hören, kann nun hieraus erhellen, und es ist nicht nötig, es durch ähnliches aus dem Wort zu begründen; denn es verhält sich das Ohr zu den inneren Sinnorganen gerade wie die Türe von der Seite zum Fenster oben, oder was dasselbe ist, das Hören, das Sache des Ohres ist, zum Verständigen, das Sache des inneren Sinnorganes ist. <HG 656>

“Lot ging zu ihnen hinaus zur Türe”, daß dies bedeutet, er habe sich klug angepaßt, erhellt aus dem inwendigeren Sinn der Türe, und des Hinausgehens zur Türe. Die Türe bedeutet im Wort das, was einführt oder einläßt entweder zum Wahren, oder zum Guten, oder zum Herrn. Daher kommt, daß die Türe auch das Wahre selbst, dann das Gute selbst, so wie auch den Herrn selbst bedeutet; denn das Wahre führt zum Guten, und das Gute zum Herrn. Dergleichen bildeten die Türe und die Vorhänge des Zeltes, dann auch des Tempels vor. Hieraus wird klar, was bezeichnet wird durch eingelassen werden durch die Türe in den Himmel, folglich was durch die Schlüssel, mit denen aufgeschlossen wird. Hier aber wird durch die Türe bezeichnet etwas Gutes, das der Sinnesart derer, die das Haus besetzt haben, angemessen ist; denn die Türe (janua = Haustüre)

wird hier unterschieden von der Pforte (ostium = Öffnung im Inneren), und war vor dem Haus, was daraus sich ergibt, daß Lot hinausging, und daß er die Pforte hinter sich verschloß; und daß jenes Gute die Glückseligkeit des Lebens sein sollte, erhellt aus dem, was gleich folgt, womit er diejenigen, die im Falschen und Bösen waren, überzeugen wollte; denn solche lassen sich nicht durch das eigentlichste Gute bestimmen, denn dies verwerfen sie. Hieraus erhellt, daß durch das “Hinausgehen zur Türe” hier bezeichnet wird, er habe sich klug anbequemt. <HG 2356>

“Und sie müheten sich ab die Türe zu finden”, daß dies bedeutet, bis dahin, daß sie nichts Wahres mehr, das zum Guten führen würde, sehen konnten, erhellt aus der Bedeutung der Türe, sofern sie ist die Einführung und der Zugang, und sofern sie ist das Wahre selbst, weil dieses zum Guten einführt. Hier aber werden durch die Türe bezeichnet die Erkenntnisse, die zum Wahren einführen sollen, denn die Türe war vor dem Hause. <HG 2385>

“Und ihn zu einer Türe oder einem Pfosten bringen” bedeutet den Zustand des befestigten und eingepflanzten Wahren, zugleich mit dem geistig Guten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Tür, insofern sie die Einführung des Wahren zum Guten bezeichnet; hier des befestigten und eingepflanzten Wahren, das durch den hebräischen Knecht nach den sechs Jahren der Knechtschaft bezeichnet wird. Und weil die Türe die Einführung bezeichnet, so drückt sie auch eine Gemeinschaft aus, denn vermittelst der Türe steht ein Zimmer mit dem anderen in Verbindung. Der innere Sinn ist, daß diejenigen, die nur in den Wahrheiten sind und nicht im entsprechenden Guten, gleichwohl aber in dem Lustreiz der Erinnerung an das geistig Gute, einige Gemeinschaft und Verbindung mit dem geistig Guten haben. Dies wurde dadurch vorgebildet, daß dem Knechte das Ohr an einer Tür oder einem Pfosten von seinem Herrn durchbohrt werden sollte; denn die Türe bedeutet die Gemeinschaft, der Pfosten die Verbindung, das Ohr den Gehorsam, und durchbohren mit einem Pfriemen bildet den Zustand vor, in dem er verbleiben will. So werden es die Engel inne, die bei dem Menschen sind, wenn dieser jenes Wort liest; denn die Engel denken weder an eine Tür, noch an einen Pfosten, noch an ein Ohr und dessen Durchbohrung, und nicht einmal an einen Knecht, sondern statt dessen an die oben besagte Gemeinschaft und Verbindung. Die Engel besitzen das Verständnis solcher Dinge, weil sie im Lichte sind; und ihnen stellt sich nur das Geistige und Himmlische dar, nicht aber das Natürliche und Weltliche, wie es im Buchstabensinn des Wortes ist; denn der Buchstabensinn des Wortes ist natürlich und weltlich, sein innerer Sinn aber ist geistig und himmlisch; dieser ist für die Menschen, und jener für die Engel. Daher findet durch das Wort Gemeinschaft und Verbindung des Himmels mit dem Menschen statt. Damit die Geheimnisse, die in diesem Verfahren mit den bei ihrem Herrn verbleibenden Knechten enthalten sind, noch deutlicher werden, soll gesagt werden, woher es kommt, daß die Türe und der Pfosten eine Gemeinschaft und Verbindung

bedeuten: Die Engel und Geister haben Wohnungen, die ganz wie die in der Welt erscheinen; und was ein Geheimnis ist, alle und jede Gegenstände, die in ihren Wohnungen erscheinen, sind Bezeichnungen oder Sinnbilder von geistigen Dingen. Sie gehen auch hervor aus geistigen Dingen, die im Himmel und von daher in ihren Gemütern sind. Die Gemeinschaften des Wahren mit dem Guten stellen sich daselbst durch Türen dar und die Verbindungen durch Pfosten; anderes durch die Zimmer selbst, durch die Vorhallen, durch die Fenster und durch verschiedene Verzierungen. Daß es sich so verhält, kann heutzutage der Mensch, besonders der, welcher bloß natürlich ist, nicht glauben, weil es nicht deutlich vor den Sinnen seines Körpers erscheint; dennoch aber ist aus dem Worte bekannt, daß solche Dinge von den Propheten gesehen wurden, wenn ihr Inneres gegen den Himmel hin erschlossen war; auch von mir (Swedenborg) wurden sie tausendmal wahrgenommen und gesehen. Oftmals habe ich auch die Engel sagen hören, daß die Türen ihrer Zimmer geöffnet seien, wenn mir ihre Gedanken mitgeteilt wurden, und verschlossen, wenn sie nicht mitgeteilt wurden. Daher kommt es auch, daß Türen im Worte genannt werden, wo von einer Gemeinschaft die Rede ist. <HG 8989, 10001>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 161 →

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