Empfangen durch G. Mayerhofer, am 21. Mai 1870
„Jetzt, da du deinen Bruder das Nötige geschrieben, um ihn über das Befinden seines Weibes etwas aufzuklären und auch sie zu beruhigen, damit sie nicht glaubt, Ich hätte sie vergessen, so will Ich dir auch einige Worte an deinen lieben Bruder geben, woraus er ersehen kann, ob er am rechten Wege zu meinem Vaterherzen ist oder nicht!“ – So höre denn:
Was die Krankheit seines Weibes anbelangt, so soll er unbesorgt sein, sobald das rechte feste Vertrauen in der Brust der Kranken hergestellt ist, aber ein felsenfestes Vertrauen auf Mich, dann wird auch die Heilung schneller vor sich gehen. Bis jetzt war es immer nur ein Schwanken zwischen Glauben und Zweifel; würde sie ganz fest nur Mir alles in Meine Hände legen, so würde sie erstaunen, was deine täglichen magnetischen Striche, (d.h. das ausbreiten der Hände über sie aus hunderten von Meilen Entfernung; oder wie die Alten sagten – das Segnen in Gottes Namen. D. Hsg. ) verstärkt durch Meinen Segen, für Wirkungen hervorbringen würden; sie soll sich nur erinnern an die ersten Striche und ihre Wirkung, wo sie Tagelang im Schweiße lag, denn das wäre das beste und kürzeste Mittel gewesen, um radikal geheilt zu werden; allein als das Schwitzen ihr lästig zu werden anfing, kehrte sich ihr volles Vertrauen in etwas Missmut um, wegen der starken Transpiration, und was war die Folge? der Schweiß hörte auf, die schnelle Heilung wurde unterbrochen, und eine langsamere musste an ihre Stelle treten.
Sehet, Meine lieben Kinder, wie oft ihr euch selbst schadet, und was soll Ich dann tun?
Ich muss abwartend zuschauen, bis die kranke Seele selbst sich wieder freiwillig zu Mir wendet, damit Ich – ohne ihre eigene Freiheit zu stören, wieder mit Meiner ganzen Macht einwirken kann. Jetzt habt ihr Beide das „Warum“ aufgeklärt vor euch liegen.
Würdet ihr das so recht begreifen, was ich unter festem Vertrauen verstehe; in einem Tage, ja in einer Stunde wäre dein Weib gesund, allein dieses Vertrauen muss von Innen heraus zu Mir rein und mit Inbrunst Mir entgegenströmen, dann werdet ihr sichtbar fühlen, wessen die Liebe fähig, und was der Vater Seinen liebenden Kindern gewähren kann!
Beachtet dieses, was Ich euch hier schreiben ließ, und verzaget nicht! Mein Segen ist stets bei euch, Meine lieben Kinder, ob ihr ihn auch ganz oder nur halb verdient, das hat nichts zur Sache; Ich sehe die Dinge eben anders an, als ihr kurzsichtigen Menschen, und daher kommt auch Meine unbegrenzte Langmut; wo ihr an Meiner Stelle wohl öfters mit Donner und Blitz darein geschlagen hättet, lasse ich den sanften, und mildernden Regen der Liebe folgen, und erreiche meinen Zweck leichter und sicherer, ihr ihn erreicht haben würdet!
Amen!
NEUOFFENBARUNG