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Ein Prophet gilt nirgends weniger, als im Vaterlande, und daheim bei den Seinen

482.  –  (Kirchlicher Jahresschluss) Den 21. November 1885.  Ein Prophet gilt nichts im Vaterlande, (duldet und vertrauet!)

„Jesus aber sprach zu ihnen: „Ein Prophet gilt nirgends weniger, als im Vaterlande, und daheim bei den Seinen,“  Mark. 6, 4.

Liebe Kinder!

Schon so oft hörte Ich von Solchen klagen, welche sich Mühe geben Mir Seelen zuzuführen, dass sie zu wenig Achtung und Gehör finden bei denen, welche sie so gerne belehren möchten; dies kommt daher, weil dieselben zu sehr auf ihre eigne Person sehen, und auf die Verhältnisse, in welchen oft ein Kind von Mir aufgewachsen ist; denn solch ein Kind von Mir ist ihnen oft von zu geringer Geburt oder zu arm.

Menschen, welche geistig noch ganz blind sind, setzen zu viel auf das Äußere, ihre ganze Auffassung besteht noch in Verkehrtheit, und darum kann ein Diener in Meinem Namen und in Meiner Liebe von denselben nichts anderes erwarten, sondern er muss mit der größten Liebe und Geduld seine Missionsarbeit beginnen, bis er es so weit mit solchen Pfleglingen bringt, dass dieselben fassen lernen, dass ich Mir tüchtige Arbeiter für Mein Reich in der Kreuzschule erziehen muss; Meine Diener müssen also den Weg der Entsagung und Duldung zuerst selbst gegangen sein, ehe sie Andere darüber belehren können. Darum bin auch Ich arm und klein auf Erden gewandelt, um euch ein Beispiel auch in diesem Punkte zu hinterlassen, und euch zur Zeit der Anfechtung auf Mein Vorbild hinzuweisen; denn auch bei Mir hieß es: Ein Prophet gilt nirgends weniger, als in seinem Vaterlande und unter den Seinen. Die Zulassung dieser Verachtung gereicht einem Propheten (Träger göttlicher Wahrheiten) zum Segen; denn nirgends sucht der listige Feind die Eigenliebe mehr beizubringen, als bei Solchen, welche im geistigen Erkennen und im inneren göttlichen Verkehre bevorzugt sind vor Andern. Bei diesen ist es gar bald geschehen, dass ihre Freude darüber sie zur Überhebung und Sicherheit verleitet; daher stelle Ich Wachen für dieselben aus, und dies sind meist ihre Gegner, welche sie ganz genau beobachten und hüten, (allerdings) um sie zu stürzen; aber unter Meiner Zulassung werden dieselben zum Segen für sie.

Darum ihr Alle, die ihr in Meinem Missionsdienste stehet, oder in demselben eintreten wollet, seid darob nicht verzagt und murret nicht, wenn ihr von da und dort Demütigungen erdulden müsset, welche Ich nach eurer Meinung ablenken sollte, da sie euch in eurem Eifer hemmen.
Bedenket, Ich habe bessere Einsicht in der Erziehung als ihr, darum vertrauet auf Mich! und überlasset alle eure Führungen Mir! Ich lege den Hauptwert nicht auf viele Arbeit, sondern sorge, dass Meine Arbeiter selbst den größten Gewinn dabei machen. Gleichwie Ich, besonders im Anfange Meiner Lehrjahre, vom Volke verachtet und verspottet wurde als Zimmermann und Zimmermannssohn, aber ruhig dabei Meinen Auftrag ausführte, so sollet auch ihr stets das Ziel im Auge haben, euch nicht durch Hindernisse stören lassen, und das aufgetragene Werk deshalb nicht hintansetzen, weil Ich nicht nach eurem Wunsche euch zu Hilfe komme; sehet auf Mein Vorbild und bleibet treu im Nachwandeln Eurem Vater.

Amen!

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