← Zurück zu „Vaterbriefe Band 3“

Warum der Herr so lange verziehen muß wieder zu kommen

481. – 15. November 1885  Bis wann ? Warum der Herr so lange verziehen muß wieder zu kommen

„Und Er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und Seines Königreiches wird kein Ende sein.“ (Gabriel.) Luk. 1, 33.
 

Liebe Kinder!

Es kommt immer wieder vor, sowohl bei den einzelnen Seelen, als bei größeren Gemeinschaften von Glaubensgenossen, dass sie zweifeln ob Ich zur Herrschaft auf Erden gelangen werde? was daher kommt, weil sie erschauen die grosse Entfremdung gegen Mich, und die Entartung der Menschen, welche kaum noch als Abkömmlinge von Mir zu erkennen sind. Denn es gibt so Viele, welche mehr den Tieren ähnlich und unempfänglich sind für Alles, was Göttliches in sich birgt; daher Solche, welche Mich suchen, verzagt sind, und im Stillen die Frage an Mich richten: Warum Ich so lange verziehe Mein Reich einzunehmen?

Diesen will Ich gleichfalls eine Frage vorlegen, und zwar diese: „Wie soll Ich’s denn machen?“ Ich bin der Gott der Liebe, und kann nur Solche in Mein Reich aufnehmen, welche Liebe zu Mir und ihren Mitmenschen haben. Um aber diese Liebe bei den Menschen zu erzielen, gehören eben auch Liebe und Geduld dazu, und nicht Strafe und Gericht (oder Zwangsmittel.) Es ist ohnehin schon (durch falsch Lehren und verkehrte Auffassung) der Begriff von Mir als einem furchtbaren Richter so sehr bei den Menschen eingewurzelt, dass auch Solche, welche durch Meine Gnade aufgerüttelt werden, sich scheuen mit Mir, zu verkehren; denn sie ängstigen sich wegen einer Strafe von Mir, welche sie meinen durch ihr Betragen verdient zu haben.

Dazu kommt noch die irrtümliche Ansicht, dass Ich die Gesetze gegeben habe, um dadurch Mir einen Dienst erweisen zu lassen, während Ich dieselben nur dazu gab, um die Menschen zu beglücken. Würden es nur in einer Gemeinschaft Alle dahin bringen, sich genau an dieselben zu halten, so könnte man da wahrnehmen, wie glücklich und befriedigt jedes einzelne Mitglied sich fühlen würde. Hierzu kann Ich aber nicht zwingen, sondern darf nur durch allerlei Mittel suchen die Menschen zu Mir zu locken.

Jede Heimsuchung, jedes Gericht, welches Ich anwenden (oder besser zulassen) muss, damit die Seelen nicht ganz (geistig) zu Grunde gehen sollen, steht vor den Augen der Weltmenschen als lieblos da, und erhöht ihre Furcht, und somit ihre Abneigung vor Mir. Darum geht das Einnehmen Meines Reiches so langsam, aber dessen ungeachtet doch sicher voran; denn schon dort, bei Verkündigungen Meiner Geburt, weissagten die Engel von dem großen Heilsplane: „Und er wird ein König sein über das Haupt Jakob ewiglich, und Sein Königreich wird kein Ende nehmen!“ u.s.w.  Es ist von Ewigkeit beschlossen alle Menschen zu retten; nur müssen dieselben es Meiner Liebe und Weisheit überlassen, und selbst soviel es möglich ist, dazu beitragen, dass sie Seelen für Mich anwerben, hauptsächlich durch ihr gutes Beispiel und ihre Liebe. Darnach trachtet! so werdet ihr in euch den Anfang des Friedensreiches machen. 

Amen! Euer Vater.

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 3“