2 — Gehen
— G E H E N —
Auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. Joh. 12, 36
Die Damanona verstreut ihr Licht in wunderbarer Fächerform. Ist das Lishi Ana‘s Gabe? oder ist‘s ein Zeichen, das Er Seinen Kindern gibt? der Widerschein, der UR entgegenfunkelt? Jede Infinitum-Sonne hat ihr Licht vom UR-Zentrum erhalten, ihrer Art entsprechend und dem Sternenkreis, den sie zu betreuen hat. Demnach kann die Sonne weder heller oder dunkler scheinen und bleibt‘s unabhängig von den Empyreums-Kindern.
Das sind Fragen, die auf der Trigidur zur Sprache kommen. Seit dem Bleibefest ist eine segensvolle Zeit dahingegangen. Ja-ardua hat den Sternenstuhl gefestigt und noch manche arme Wesen Satanas entwunden. Für jede Freude, jeden Sieg dankt er Lishi Ana und legt dabei den Sternenersten einen großen Anteil in die Hand. Gerade das macht ihn besonders liebenswert.
Auch jetzt, bei all den Fragen, sagt er freundlich: „Zum guten Teil könnt ihr sie selber klären. Was fehlt, erbitten wir von Lishi Ana UR. Zudem kann Crispar etwas sagen; er heißt ja nicht umsonst der ‚Infinitum-Forscher‘, weil er mit dem Licht-Gezelt sich gern beschäftigt hat (S. 82, 1).“
Crispar lächelt: „Kommt es darauf an, dann ist es besser, es redet der, den Lishi Ana aus dem Sanktuarium sandte.“ Dem stimmen alle bei. Jener läßt die Freude gelten, erwidert aber, als man ihm die Rede überträgt: „Meine Freunde, Brüder und Schwestern, nicht so ist es, daß ich allein als Lehrer euch zu prüfen hätte, was ihr während meiner Lehrzeit lerntet.
Ihr seid getreu gewesen, euere Erkenntnis ist nicht klein. Nehmen wir aus jener ersten UR-Bedingung LEBEN zu an Alter, Weisheit und Verstand (Luk. 2, 52), so nicht, weil wir nichts davon besäßen. Nein! Vollkommen ist der Schöpfer, vollkommen Seine Werke: die des Lebens Kern — das sind Seine Kinder, die des Lebens Schale — das sind die Sonnen, Sterne und was Er Herrliches erschuf, Sich und uns zur hehren Freude.
Die Zunahme der Lebensgaben hängt an der Entwicklung; und diese ist der Grundplatz unsrer Seligkeit. Selbe wäre aber mager, würden wir einander nichts zu geben haben, Lishi Ana‘s Segen niemals neu erfahren. Wir nehmen dadurch zu, wir wachsen. In was? wohin — ? In Seine Herrlichkeit, die sich an uns offenbart, wachsen wir hinein und lernen immer mehr, was der Schöpfer-Vater Seinen Kindgeschöpfen zubereitet hat.
Die Schöpfertiefe lotet niemand aus; die Priesterhöhe hat kein Maß; die Gottesweite ist nicht abzuschreiten; die Vaternähe ist so wundersam, daß wir stille werden, wenn wir aus Allem unsern Anteil hin zur Vater-Nähe tragen dürfen, um dort am ‚Tag der Herrlichkeit‘ [VH37] von allem auszuruhen, was wir an einem Arbeitstage in, an und um uns her bewirkten.
Wir nehmen aus URs Fülle eine Gnade um die andere. Sehen wir, ob sie zu- oder abgenommen hat? Nein! Dennoch hat ein jedes Ding sein Auf und Ab, Nicht aus GOTTES Schaffensmacht, sondern aus dem Auf und Ab der Kinder. Je fleißiger wir sind, je größer auch der Segen. Fleißig hören ist ja wichtig; aber nur die Ohren öffnen, ist nicht viel getan (Jak. 1, 21-27).“
„Ich verstehe“, ruft Crispar aus. „Es gilt, auf selbstgestellte Fragen selber eine Antwort suchen und am Vielerlei den Fortschritt auszuüben. Gern bringe ich mein Scherflein dar, damit uns Lishi Ana‘s Fülle überkommt.“ „Fein erkannt“, sagt Ja-ardua, „ihr alle auch“, zeigt er auf die Ersten und aufs Volk. Crispar, der noch nicht weiß, daß er mit Ja-ardua auf der Sonne Dysothera lebte, beginnt mit seiner Rede:
„Brüder und Schwestern! Seht, was nützt der Fleiß, wenn nicht URs Segen bei uns wäre? was der Segen, wer sich dessen nicht bedient?! Darum Dir, o hehrer Lishi Ana, für Dein Licht als Gabe tausendmal gedankt! Bitte, gib zu unsern Lebensdingen Deinen Segen.“ Es tritt eine kleine Weihestille ein; jeder dankt aus tiefstem Herzen. Und Crispar lehrt:
„Wir besitzen eine einheitliche Gnadengabe, die unsere Trigidur betrifft. Trotzdem hat ein jeder eine eigene Gabe, mit der wir uns in Liebe dienen sollen. Die Fülle, auf die Ja-ardua verwies, zeigt an, daß in ihr ungezählte Gaben gleich den Licht- und Wärmefunken einer Sonne wohnen und — vielleicht — für jedes Kind ein Gabenfunke vorbereitet worden ist.
Wie Sonnen ihre Sterne überstrahlen, so Lishi Ana Seine Kinder. Ein Funke jedem einzelnen, das Ganze allem Volk. Das sah ich so, wenn ich die Lichterbahnen zu ergründen suchte. Aber es gibt Grenzen, inwieweit man forschen darf. Eben diese sind ein Teil der hehren Schöpfer-Herrlichkeit.
Die Damanona hat unterschiedliche Lichtkraftfelder, die gewisse Zeichen geben. Am Strahl- und am Farbenspiel einer weit entfernten Sonne sah ich es, daß diese die Damanona an Größe übertrifft. Die Strahl- und Farbenharmonien, die wie gewaltige Chöre klingen, zeigten an, daß die Damanona mit vielen Sonnen um dieses ferne Licht die wunderbarsten Bahnen ziehen.
Jeder Sonnenkreis spielt eine Symphonie, mit der die Allraumtöne harmonieren. Die entfernte Sonne ist gewisserart ein Meister, der seinen Hauptchor dirigiert (Ps. 148, 3). Ich sah noch mehr. Auch die ferne Sonne sammelt ihres Kreises Strahlen zu einem einheitlichen Ton- und Farbenspiel, das sie — wie die Damanona — fächerförmig von sich weitergibt.
Später tauchten sieben gleichgeartete Sonnen auf, die um ein noch größeres Licht ihre urgewaltigen Bahnen laufen. Von jener für mich größten Sonne gingen gleichfalls Ton- und Farbenstrahlen aus. Ich berechnete den Stand und Lauf der Sonnenräume und da — stand mir das Herze still.“ Crispar schweigt ein Weilchen. „Unvorstellbar, wie jeder Infinitumskörper seine eigene Bahn und Pracht besitzt, jedoch alle insgesamt in höchster Harmonie sich einen. Ein Zusammenspiel von unerhörter Herrlichkeit!
Alle Sonnen, sogar die vom materiellen Raum, haben verschiedene Lichtkraftfelder. Im einheitlichen Ganzen sind keine Unterschiede zu erkennen. Auszumessen ist es nicht, doch zu sehen, wie aus den stärksten Lichtkraftfeldern die entferntesten Sterne überstrahlt und auch geleitet werden und wie die Rückstrahlungen immer auf das gleiche Feld entfallen, während die eine Sonne näher umlaufenden Sterne sozusagen aus den schwächeren Lichtkraftfeldern ihren Anteil und den Lauf erhalten.
Da allgemein die nahen Sterne einer Sonne nicht so groß wie die entfernteren sind, brauchen sicherlich die fernen auch die meiste Strahlung; gewiß nicht nur, weil sie stufenweise größer sind, sondern jede Sonne hat ja ihren ganzen Raum, in welchem ihre Sterne wandeln, zu betreuen.
Keine Sterne, geschweige denn zwei Sonnen gleichen sich, auch wenn ein Lichtverband die ausgeglichene Schnelligkeit, Strahl- und Wärmekraft besitzt. An Überkreuzungsbahnen sind die Unterschiede auszurechnen. Die Sonnenräume ergeben insgesamt ein unbeschreiblich hehres Ordnungsbild.
Lishi Ana‘s Zeichen (1. Mo. 1, 14)! Ob genau, sagt uns Ja-ardua: Der Schöpfer UR entspricht der höchsten Sonne, die die größte Gruppe speist, von der eine Sonne als Ja-ardua anzusehen ist. Stufenweise geht es abwärts bis zu allen kleinsten Sternen, etwa auch bis zu den Welten, — diese als die armen Wesen, jene als das Volk des Lichtes im Symbol.
Wie kleine Welten keinen Rückstrahl haben, können auch die Wesen keinen Lishi Ana opfern. Jeder Infinitumsstern gibt vom erhaltenen Licht und vom eigenen Vermögen einen Rückstrahl ab. Das lehrte die Damanona mit ihrem fächerförmigen Strahl. Verwenden wir die Gaben und vergessen nicht den Dank, dann wird der Widerschein der Gaben herzensmäßig UR entgegenfunkeln.
Alle Lichter beten durch die Herrlichkeit, mit der der Schöpfer sie erschuf, IHN an. Wieviel mehr denn wir, die wir Seine Kinder sind? Lobt Ihn aus Seiner Fülle und überlaßt es Ihm, was von uns darin enthalten ist. Noch besagt die Fächerform der Strahlung, daß ein Großer seine Beihilfstraße zieht.“ Ja-ardua fügt hocherfreut der Lehre an:
„Das war eine reiche Predigt von der Pracht, wie der wunderbare Schöpfer Seine Werke schuf; auch war‘s ein reiches Herzenswort. Wir danken dir, Bruder Crispar.“ „Doch nicht mir!“ sagt dieser ganz benommen. „Ich durfte von der Fülle reden, und die Fülle kommt von UR! IHM allein gebührt der Dank.“
„Ja! Du zeigtest aber nebst der Fülle auch den Rückstrahl an, der zwischen all den Sonnen und den Sternen hin- und widerflutet. Genau so ist‘s bei uns. Die Fülle gibt uns UR, und im Verhältnis gilt nur Ihm die Fülle unsrer Anbetung, Ehrfurcht, Liebe und des Dankes. Von den vier Stücken bleibt Ihm die Anbetung allein. Uns gegenseitig ehren, das heißt achten, lieben und auch danken, ist ein Rückstrahl dessen, was uns Lishi Ana schenkt. Ich ehre unsre Engelsfürsten und jeden anderen, wenn er dessen würdig ist. Das zumal bei denen, die nicht nur Hörer sind (S. 106, 3), sondern aus Gedanken und aus Worten TATEN formen.
Eine gute Lehre ist gleich einer guten Tat, des Dankes wert, in dem die wahre Liebe lebt.“ Crispar räuspert sich: „Ich habe jeden lieb, da ist kein Unterschied. Wie kommt es aber, daß für dich ein stärkeres Gefühl mein Herz erfüllt? Gut — halte ich‘s dafür, daß dir, dein Höheren, die Ehre gilt. Dann ist‘s gerecht. Oder wäre es noch anders anzusehen?“
„Es bleibt bei deiner guten Meinung, Freund. Die Liebe ist nicht unterschiedlich, wenn sich Gruppen näherstehen. Du hast es an der Herrlichkeit gesehen. Jeder Sonnenraum hat seine eigene Art, das Einzel eint sich dann in Harmonie. Dazu noch ein Lehrbeispiel. An einem Haus ist alles wichtig: das Fundament, ohne welches sich kein Haus erbauen läßt, wie ebenso das Dach, das — recht gesagt — den Schutz ergibt.
Lishi Ana ist das Fundament, auf dem die Werke stehen. Als einzig Höchster ist Er auch zugleich das Dach. Und die Mauern? Sie umgeben uns als URs heiliges Gehege. Fundament, Mauern, Dach gleichen den drei Dimensionen Tiefe, Weite, Höhe: URs Offenbarung, wie ER uns trägt, umhegt, beschützt.
Man wohnt im Haus, von den drei Dimensionen eingeschlossen, im Raum der VATER-Kammer! Das Empyreum ist das Haus, das die Gottheit für uns schuf (Joh. 14, 2). Ebenso ist‘s mit der Liebe. Verbindungen sind unterschiedlich, allein im hehren Widerhall der Gottesliebe einheitlich, wenn wir uns ein stetes Beispiel an der wunderhehren Schöpfung nehmen.
Als wir die Gruppe Lishi Ana brachten, meinten jene Wesen, ihr Bereich sei groß (S. 92, 7 u. [VH38]). Die Materie gleicht dem Infinitum gegenüber einem Steinchen, freilich auch ein Stern oder eine Sonne gegenüber aller Schöpfer-Herrlichkeit. Aber wie das Licht das All durchströmt, so ist das Kleinste oder Fernste wie im Innenraum von einem Hause eingehegt.
Nichts wirkt im All, das nicht für uns ein Spiegel wäre. Umgekehrt desgleichen. Was sich an uns erfüllt, zeigt sich auch im All. Das Infinitum ist das Äußere, das Empyreum das Innere des Vaterhauses. Doch das Empyreum gleicht dem ersten und das Infinitum dem zweiten Schöpfungsfundament. Auf beiden ruht das Kind- und Sachwerk URs! Die Unterschiede sind ja im Zusammenspiele wichtig, vom Schöpfer aber gleichrangig eingesetzt.
Die Sonne, die Crispar sah, ist die Sadhura (S. 80, 1; 101, 2), die mit sieben Schwestersonnen um eine größere Sonne kreist. Die acht bildeten den Schutzring um die Ataräus, ehe sie zerstob; hernach wurden sie ein Sonnenraum für sich, Ihr Hauptgang verläuft um eine der vierundzwanzig Zentralsonnen. Die jeweils ihnen nachgeordneten Sonnen samt den Sterngefolgen sind genauest angepaßt trotz eigener Bahn, Schnelligkeit und eigener Umdrehung.
Die Zentralsonnen sind nicht untergeordnet; doch das Grundlicht aus dem UR-Zentrum geht über die sieben Urzentralsonnen. Die vier ersten Ringsphären haben eigene Begrenzung, eigenen Ordnungsgang. Verbunden sind die sieben Ringsphären durch die sie durchlaufenden sieben Strahlsphären.
Die Damanona ist im siebenten Sphärenkreis, die Sadhura mit ihren Schwestersonnen sind im Kreuzungspunkt der fünften und der sechsten Sphäre, inmitten der siebenten Strahlsphäre [VH39] zu Hause. Crispar sah, wie die Damanona um die Sadhura, diese um eine Zentralsonne schwebt. Das betrifft die äußere Umlaufbahn, außerdem noch jene Strahlung, die die einzelnen, auch entfernt wandernden Sonnenräume eint. Dieser sogenannte Strahlungsumlauf ist ein hoch bedeutendes Grundprinzip im Empyreum.
Das ist dem ersten Fundament, URs stehender Machtpolarität, die realen Sonnenläufe in den Sphären sind dem zweiten Fundament verhaftet, als Infinitum vergleichbar mit der waltenden Machtpolarität. Kein Rad ohne Achse; kein Infinitum ohne Empyreum; kein Rückstrahl ohne Grundstrahl; keine waltende ohne stehende, beständige, feststehende Macht!
Nur die Schau realer Sonnenbahnen, wohl wichtig und aus reicher Gabe kommend, ist dem gutgewillten Hörer gleich. Doch die Schau der Strahlenbahnen zeigte an, daß Freund Crispar aus dem Hören tätig ward; er ergründete, soweit es möglich ist, die Herrlichkeit der Schöpferwerke (1. Kor. 2, 9-10).
Er sah, daß allgemein die einer Sonne nahen Sterne kleiner, die entfernten größer sind, wonach sich die Bestrahlung aus den Lichtkraftfeldern richtet. Ein Symbol! Luzifer samt der Materie liegt am fernsten Rand des Schöpfungsrades. Er war — und bleibt! — als Sadhana Gottes erstes lichtgeborenes Kind. Daher braucht sein Raum, vom UR-Zentrum am weitesten entfernt, die intensivste Strahlung aus dem Kernbereich des Empyreums.
Er hat den weitesten Weg zurück zum Vaterhaus. Daher kommt für ihn der Hauptstrahl aus der stehenden Machtpolarität. Wenn da als Mahnmal die acht Schwestersonnen im Überkreuzungspunkt der fünften und sechsten Ringsphäre stehen, so sehen wir, daß Sadhana und dem Trümmerfeld der Ataräus der ehemalige Licht- und Schutzwall nicht genommen ward.
Hehr leuchten Lishi Ana‘s Wunder! Die fünfte Sphäre ist jene der Geduld, die sechste die der Liebe. Geduld und Liebe einen sich zur Sühne (Sohn), um durch die siebente Sphäre der Barmherzigkeit aus unerhörter Langmut, auf dem ‚langen Weg‘, die arme Ferne wieder in das UR-Zentrum zurückzuholen.
So enthüllt uns Lishi Ana Seine Führung. Nichts, was nicht uns Kindern gilt; und nichts besitzen wir, was nicht im Lichtreichtum des Empyreums widerstrahlt. Daher bleiben alle kleinen Sterne, wie sogar die Welten der Materie, um ihr Sonnenhaupt geschart. Ebenso brauchen unsere Kleinen, die Lieblinge des Reichs, auch nur einen kleinen Weg zu gehen. UR hält sie immer liebevoll um Sich vereint (Matt. 19, 13-14).
Je größer Lichtraumkörper sind, umso weitere Bahnen ziehen sie. Das entspricht den Beihilfwegen großer Geister . . .“ „. . . wie du einer bist!“ wird Ja-ardua unterbrochen. Er lächelt: „Gewiß; aber jeden Weg nennt UR vollendet, wer ihn mit gutem Willen geht. Die kleinen Sterne leuchten ihrer Größe nach wie alle großen. Wertunterschiede gibt es darin nicht.
Noch sei eingeflochten: Sterne, sofern um sie ihnen nachgeordnete Allraumkörper schweben, sind ihrem Bahnbereiche gegenüber auch als ‚Sonnen‘ anzusprechen, weil sie vom überkommenen und vom eigenen Lichte weitergehen. UR, die eine höchste Sonne, ist der Geber, und wir, als Sterne, sind die Nehmer. Strahlen wir des Lichtes Gaben aus, dann sind wir kleinen Sonnen gleich, IHM gegenüber aber immer nur ein Stern.
Lichtfürsten übernehmen schwerste Wege, bis zum letzten Rand der Tiefmaterie, wohin zwar jedes gehen kann. Unsern Kleinsten wird er abgekürzt (früher Tod); denn ihr Beihilfwille ist ihr Weg.“ Ja-ardua unterbricht die Lehre. „Kommt, Freunde, Lishi Ana ruft uns in die Hohe Halle. Wir erleben Herrliches!“ ‚Ja‘, seufzt Crispar, ‚er wird abgeholt.‘ Ja-ardua erleichtert ihn: „Dir winkt auch der Weg.“ Des Lichtes Kinder freuen sich, wenn ihre Zeit gekommen ist, um UR den Beihilfweg zu opfern — für Sadhana. — —
In der Hohen Halle loht die Flamme; des ATMAs Herrlichkeit hüllt alle Sternbewohner ein. Lishi Ana steht am Hallenherd. Ehr furcht ist der rechte, Liebe der linke Fuß, — so eilen sie und stehn vor Ihm mit überglänzten Angesichtern, der hehren Offenbarung harrend, die der Hochgeliebte bringt.
Lishi Ana hebt das Feuerbecken zweimal hoch (S. 64, 4). Ja-ardua und Crispar tragen jene Mäntel, mit denen sie gekommen waren. Während eines Daseins hat man andere; die läßt man zurück, wie ein Mensch den Körper der Materie beim Tod verliert. Lishi Ana spricht:
„Meine Kinder! Heute blieb die Pforte unsichtbar, was einige als Symbol erkennen; die anderen haben trotzdem einen gleichen Anteil an der Freude. Denn nun gibt es keinen Unterschied im Nehmen Meiner Gabe, auch keinen in der eueren, MIR dargebracht. Ihr seht es an der Flammenlohe, wie ihr Mich erfreut.
‚Rückgaben, hochgeliebter Lishi Ana!‘, denkt Ja-ardua. Die Gabe als das Essentielle kommt von Mir; das Zurück ist euer Anteil, aus der Dienstbarkeit emporgewachsen. ICH, der Geber, ihr, die Nehmer, bleiben davon unberührt. Auf diese Unberührbarkeit stellte Ich die Gegenseitigkeit, sonst wäret ihr nicht fähig, das Geringste Mir zurückzubringen.
Das ist kein Widerspruch. Des Schöpferfeuers erste Fackel, Meinen freiherrlichen Willen als stehende Macht, als Beständigkeit, habe Ich um euretwillen in der Viergeteilten Schöpfung [VH40] Meiner Ordnung nachgerückt, damit ihr aus der waltenden Macht freiheitliche Kindgeschöpfe werden solltet.
Die Freiheit der Geschöpfe bietet keine Uferlosigkeit. Gerade in dem herrlichen Gehege sehe Ich das Rückgegebene als ‚Gabe Meiner Kinder‘ an, zu eurer Seligkeit, zu Meiner Freude. Um euch das zu lehren, darum gab es heute keine Tür (OJ. 3, 8 ). Wer zur Offenbarung kommt, braucht keine andere denn MICH!
Gilt nun keine äußere Türe mehr? O, das wäre gar nicht gut. Die Entwicklung, deren reichste Herrlichkeit das Empyreum hat, bedarf in neue Stufen stets der Pforte. Mehrere Entwicklungs- oder auch Erkenntnisstufen sind eine Erkenntnissphäre. Ihr seid in einer neuen Sphäre angelangt. Zwischen Daseins- und Erkenntnissphären mache ICH die Türe selber auf (S. 50, 6 – 51, 1); denn
Ich bin die Tür! (Joh. 10, 7)
Brauchtet ihr nicht anzuklopfen? Des Äußeren wegen könnte manches unterbleiben; die innere Verbindung heischt das Klopfen: Bitte und Dank! Echte Liebe, Mir dargebracht, ist vom Rückbringgut die eigene Gabe, die Willensbeugung und die Dienstbarkeit, in der Materie auch die Demut und die Hoffnung, daß ICH der Retter, der Erlöser, der Helfer und der Heiland bin. Es gibt keinen andern Helfer außer Mir (Jes. 43, 11).
Die Tiefmaterie (S. 59, 3) verstehen einige nicht, dafür die Lehre über die Dämonen und die Teufel als die Mitgestürzten, die Wesen als die Mitgerissenen. Die Tiefmaterie ist das Bereich der Dämonie, die allgemeine in manchen Teilen leichtere Materie (höhere Welten) das der Wesen.
Die Teilung des Bereichs erstreckt sich mehr aufs Wesenhafte; und das aus herrlicher Erbarmung. Ich lehrte ja, daß, wenn die Starken fallen sollen, viele Schwache vorher wegzunehmen sind (S. 67, 8 ). Ich Wiege beide Teile auf der Ordnungswaage ab. Wo Dämonen eine Oberhand besitzen, gehen dorthin Meine Großen. Auch deren Wirken wird zuvor gewogen, ganz besonders für des Lichtes liebe Kinderschar. Denn wer ein ‚lastenfreier Lastenträger‘ wird, soll der obendrein zu wenig Hilfe haben?
Daß der Materieleib den Beihilfweg erleichtert, wurde nicht genau erkannt. Nun merket auf: Euch muß er dazu dienen, den Rückbringteil zu läutern und als Erntegabe Mir zu bringen. Das ist die Last. Da der Leib zuerst Materie ist, wird er aus Meiner Ausgleichsgüte euch zum Schutz. Gegen wen? Nun — gegen Satan, weil er euch verklagen will und wird, bevor er selbst zur Umkehr kommt.
Tritt er vor Mich hin (Hiob 1, 6-11; 2, 2-5) — und er darf es tun —‚ so wird er euch verklagen, zumal die Großen. Doch Mein aufgestelltes Recht weist seine Klagen ab, weil sie unberechtigt sind. Er klagt somit seine eigene Materie an, die ihr — ihm zum Nutzen — auf euch nehmt. Damit hat er nicht gerechnet. Ich habe dafür vorgesorgt, ehe er zu Falle kam. Euere Beihilfwege weisen darauf hin, daß er sich ernstlich selbst verklagt.
Bloß denke niemand, dann sündigtet ihr nicht, wäre euer Leib des Satans Sache. So gedacht, geht jede Rechnung um die Ausgleichsgüte fehl! Da würden ja die Rückbringteile nicht veredelt, die durch die große Löse Luzifer zurückgegeben werden sollen, um aus ihm wieder SADHANA, Mein schönes Schöpfungskind zu machen.
Nicht darum sind des Reiches Erste als die großen Leuchter oft erwähnt, weil sie Meinen Kleinen vorgezogen würden. Sie übernehmen Kraftanteile der Dämonen, Meine Schar jene für die armen Wesen. In Hinsicht eines jeden Kindes Tragfähigkeit bleiben sich die Lasten vollstens gleich. Nicht auf die Menge, sondern auf die Art kommt‘s an, wie man etwas tut.
Gerade, weil ihre Leuchter größer sind, ist aus dem aufgestellten Rechte jede Klage Satans abzuweisen. Eben so: ‚Satan, du hast das Gröbste deiner Grobheit angesetzt, um jene, die dir im Beihilfwege dienen, zu verführen und obendrein vor Mir noch zu verklagen. Wie falsch hast du gerechnet!
Ich stellte aus dem ‚Rechte ewiger Erlösung‘ (Hebr. 9, 12) deinen argen Brocken Meines Lichtes Große gegenüber. Dein Sinn ist ‚Haut für Haut‘ (Hiob 2, 4), Meiner ist Gerechtigkeit für Sühne! Du willst sie stürzen, kannst es aber nicht. Also klagst du wider sie. Bringe deine Kleinen her, und Ich stelle für sie Meine Kleinen auf!‘ Dieser Spruch hat ihm schon viel Verdruß gemacht und wird ihn noch so lang verdrießen, solang er seiner eigenen Erlösung widersteht. Jedem kleinen Liebling sage Ich: Euere Dienstbarkeit ist ein großer Teil der Herrlichkeit des Reichs!
Nicht im Unabänderlichen, — in der Vorschau der Erlösung habe Ich das Ausgleichsrecht aus Meiner Ausgleichsgüte vorgesehen, auch über euch für Luzifer: Wenn ein Lichtfürst durch die groben Brocken, ihm vor seinen Fuß geworfen, fiele, so brächte das der Herrschaftssphäre im Bereiche seiner Eigenschaft einen ziemlichen Verlust, daß dann alle Lichtkindgeister seines Hauses den Verlust mit tragen helfen müßten.
Ist das gerecht? O, Ich ließ in Weisheit Satan freies Spiel, an den Fürsten sich zu messen (Hiob 1, 12; 1. Kön. 19, 2-4). Er erkannte nicht, daß der ‚Block der sieben Fürsten‘ nicht zu sprengen ist, da sie ihre Freiheitsprobe voll bestanden hatten[VH41]. Doch erkennen mußte er, daß ein geschöpflich freier Wille immer unter Meinem Schöpferwillen steht!
Dabei wird das Gegenteil erzielt. Jeder Lichtfürst, der in seinem ganzen Haus, wozu die Beihilfstraße mit gehört, die Treue wahrt (4. Mo. 12, 7), aus eigenem Verdienst erfüllter Freiheitsprobe, der schafft seiner Sphäre dadurch einen Sieg, den die ganze Hölle nie zerstören kann.
Der Gewinn ist zweimal größer, als ein Verlust gewesen wäre. Doch den Zeitverlust, den ihr durch den Beihilfweg erleidet, rechne Ich im Ausgleichsrecht in voller Strenge Satan an, zumal Ich aus der Grunderlösung ihm beließ, die Helfer zu verführen. Wohl muß jeder seine Rechnung legen, damit Satanas nicht sagen kann, ICH hätte es gewollt.
Noch ein Wichtiges beachtet: Mancher Stein wird auch den lieben Kleinen vorgeworfen, weil Satan denkt, er könne so die ‚Menge niedertreten‘, und mit den Großen würde er dann fertig. Mein Ziel aber lautet: Rückführung der armen Wesen! Denn sie — und Luzifer ist das allerärmste — sind vor einer Welteinkörperung bloß eine Zweiheit: grober Stoff und grobe Kraft. Die Körper Inkarnierter sind im Vergleich zu Wesenskörpern ‚fein‘ zu nennen, weil durch sie aus Meiner Ausgleichsgüte fein, also heimlich, die verlorenen Güter Sadhanas zurückzubringen sind.
Auch die Zweiheit ist ein Gegenüber: Licht und Finsternis, Heimat und Fremde (S. 43, 4). Das stützt sich auf die Ausgleichsgüte und das Ausgleichsrecht als Fundamente, jene Träger aller Werke. Mit diesem Gegenüber haben sich die Wesen abzufinden, diesem unterliegt ihr eingebannter, freier Wille.
Lassen sie sich inkarnieren, selbst wenn aus dem Motiv heraus, des Lichtes Kinder zu bedrängen, den Großen ihre breite Straße zu verderben, alsdann tritt die offenbare Hilfe auf. Die Geheime wirkt ja stets. Die offenbare Hilfe ist, daß sie durch den Funken GEIST (S. 72, 2) zu einer Dreiheit werden, wodurch die schwerste Last des vorbenannten Gegenüber ausgeglichen wird, freilich nur durch Meine Gnade und Erbarmung.
Bei der Dreiheit fehlt vom Falle her Mein Schöpfer-Gegenüber, bei der Welteinkörperung Mein Vater-Gegenüber. Wäre umgekehrt es nicht viel besser? Höret zu! Sadhana wollte sich ja schöpferisch erproben (S. 50, 3-4) und forderte die Schöpfermacht heraus. Wirkte da Mein Schöpfer-Teil, so gäbe es für niemand eine Löse. Hiernach seht ihr also, was ERBARMUNG heißt!
Wie ich der Kinder wegen Meinen Willen an die zweite, die Ordnung an die erste Stelle rückte, so den Schöpfer für die Wesen an die letzte; und es trat der Priester-, Gott- und Vater-UR-Teil für sie auf den Plan. Nach einer Welteinkörperung gilt für sie dann auch Mein Ganzes: Schöpfer, Priester, Gott und Vater.
Zu ihrem Nutzen tritt der Vater in den Hintergrund. Denn was sie sich erwerben müssen, mit erlösender Erbarmung möglich, kann ihnen ihre Umkehr bringen, was zumeist nach einem Weltenweg gelingt. Dann werden sie die Heimfindkinder, dann komme Ich als VATER ihnen weit entgegen (Luk. 15, 20).
Noch ein hoher Wechsel, von MIR getan, und gibt es ewig keinen eigenen Erwerb, obgleich für Opferwilligkeit der Taglohngroschen immer seine Gültigkeit behält. Das ist die Loslösung! Keiner kann befreien, wer gefesselt ist, ob mit, ob ohne Schuld. Für euch ist es die LÖSE — habt acht und verwechselt‘s nicht! — vom Gelübde, eine Zeitlang eure Seligkeit zu opfern.
MIR übergabt ihr es, und ICH löse es für Satan ein. Konntet ihr es geben, wäre nicht die ganze Löse vorgesehen? Meine ‚Vorschau‘, die auch die ‚Vortat‘ war, bewirkte es. Das ist Meine Hilfe, die nicht erst aus geschöpflichem Erwerb entsteht, die ewig wirkt, wie ewig Ich der Schöpfer bin! Würde dieses aber, was der Hilfe unterliegt, den Fall betreffen, dann hätte Ich beim Werden kindgeschöpflicher Gedanken gleich den Fall — aus welchem Grunde immer — vorgesehen, vorbestimmt. Das war aber nicht geschehen!
Meine Hilfe galt ursächlich dem Entwicklungsweg, jedes Kind im Anbild zu den Funken Meines Lichts zu machen. Das, in essentieller Art gerade ‚eine Wirklichkeit des Empyreums‘, bleibt sich im Kerne gleich, ob Funke, Strahl, Strahlenbündel oder als die Sonne. Aber keine Einzeldinge sind die Sonne; alles leuchtet nur entsprechend seiner Größe. Daß ihr leuchten solltet, darum stellte Ich euch frei auf die Entwicklungsbahn.
Leitung, Lehre, Führung, Offenbarung waren die vier Helfer. Übertrug Ich diese auf den Fall, so schloß zuerst das Ausgleichsrecht samt Ausgleichsgüte die Getreuen ein. Oder so gesagt: Meine Hilfe brach für sie nicht ab; im Hinblick ihrer Treue wurde sie auch nie verändert. Lediglich kam ein Weiteres hinzu, eben die geheime Löse vom Gelübde
Vor dem Fall war kein Gelübde nötig. Die Kinder wußten, daß sie aus Meinem Schöpfer-Feuer kamen. Die Vertrautheit zwischen Mir und ihnen kannte einzig Meinen Bund, den Ich für sie geschaffen hatte. Hatten nun die sieben Fürstenhäuser Meinen Bund und ihre Treue in der Gegenseitigkeit bewahrt, warum sollte Ich des Falles wegen sie hernach belasten?
Sie wurden, sich beladen lassend, ‚lastenfreie Lastenträger‘, ein Wechsel, der im Hinfall das Gelübde und die Löse schuf. Auf Meiner Seite Bund und Löse, auf eurer Treue und Gelübde, Also erwuchs aus Meiner Lebenshilfe, die — wie gesagt — ursächlich der Entwicklung galt, für euch die LÖSE.
Vom Fall betroffen, sonst wären die Gelübde samt den Beihilfwegen keine Opfer, setzte gleich die Löse ein, liebte Ich ja Meine Kinder (Jer. 31, 3), aber nicht aus Eigenliebe. Ich einte die Entwicklung und den Dienst. Diese Tat konnte keinen Kindesbeitrag haben. Wie die Hilfe aus der Schöpfer-Ewigkeit geboren worden ist und in die Ewigkeit der Kinder fließt, so auch die Löse aus der Vorschau bis zum heiligen VOLLBRACHT!
Die Entwicklungshilfe galt auch Sadhana vor ihrem Fall, weil da keine Löse nötig war. Allein Mein Bund stand auf dem Plan. Weiter nichts! Das war — für euch gesagt — das heilige Vermächtnis, das den Kindern zugekommen war. Und für dieses gibt es ewig keinen eigenen Erwerb.
Das ward für Satan völlig anders. Anstelle Meines Bundes trat das Gesetz und zwar jener Teil, der ohne Ausgleich unabänderlich die Folge zeitigt, wenn und wie man gegen das Gesetz verstößt. Der Grundteil des Gesetzes, Sinn des Bundes, bleibt ohne Änderung, ohne Neuerung bestehen, wie ewig ICH MICH nie zu ändern brauche, nie erneuern muß!
Dieser Grundteil ist den Schöpfungsfundamenten als ein ‚ewiger Bestand‘ vermacht, Er behält die Gültigkeit in UR-Äonen, unabhängig von der Wandlungsfähigkeit der Werke. Doch der Folgeteil, dem auch die Treuekinder unterstehen, gilt der Gesamtmaterie. Ist dieser nun veränderlich, weil die armen Wesen einschneidenden Veränderungen unterworfen sind? Wir werden sehen.
Ein Teil muß wie das Ganze sein. Äste sind vom gleichen Holze wie der Stamm. Vom Stammholz kann man Häuser bauen, aus Ästen Dächer oder Zäune flechten. Das besagt, daß Stamm und Ast trotz gleicher Wesensart verschieden anzuwenden sind. Vom Grundteil des Gesetzes kam der Folgeteil, wie eben aus der festgefügten Hilfe alle euere wandelbaren Beihilfwege kommen. Das Grundgefüge ist auch hier das gleiche: MEINE HILFE! Ja, am Gesetz ist niemals etwas zu erneuern (Matt. 5, 17). Ich setzte Meine Hilfe für das Kindvolk fest, bevor Ich es ins Leben rief.
Das ergibt das Bleibende im Gesetz, wie Ich‘s zu Gunsten Meines Volkes ‚vorgerichtet‘ habe. Darin liegt — nie vorbestimmt — das im Gesetzesfolgeteil enthaltene ‚Gericht‘, je nachdem die Inkarnierten handeln. Entsprechend wird es sich verschieden zeigen; ja — es kann sogar erweitert, aber auch vermindert werden, die Festigkeit des Grundgesetzes dabei nicht berührend.
Das ist Mein Bund, in dem Ich aus Erbarmung das Gericht hernach mit einbezog. Anders könnte sonst kein Abgestürzter Meine Gnade im Gericht ertragen. Warum denn nicht? Seht, ohne festen Grund gibt‘s keine Wandlungsfähigkeit, ohne feste Straße keinen Schritt. Ein Beispiel diene euch.
Die Raumgebilde wandern. Wandert und verwandelt sich dabei der Raum? Merkt ihr, daß die Trigidur die Sonnenstraße zieht? Nein, nur die Veränderung der Sonn- und Sternenstände zeigt es an. Ihr selber wandert hin und her. Also hängt in hochgesetzter Spiegelung, von Meinem Bund umrandet, alles von den Gegensätzlichkeiten ab, was folgendes erkennen lehrt:
ICH unveränderlich; das Herausgestellte durch das ‚vorgerichtete Gesetz‘ wandlungsfähig. Die Raumgebilde herrlich in der Festigkeit geordnet; auf ihnen Meine Kinder freibeweglich. Euer Körper, fertig vorgebildet — auch als Inkarnierte —‚ muß doch wachsen. Es erübrigt sich, auf weitere Vergleiche hinzuweisen. Ich bin in allen Meinen Teilen unveränderlich, auf welcher Basis sich auch Meine Werke auf den ‚Werdebahnen‘ tummeln und entwickeln können. Eben diese Basis ist das Grundgesetz.
Herrscht in der Materie statt des Bundes die Gesetzesfolge vor, so ist die Wahrheit auch in dieser offenbar. Kann Mein Bund für alle Abgestürzten nicht viel besser sein, als der abgezweigte Folgeteil des Grundgesetzes? Was hat aber größeren Wert: Mein Bund oder Mein Gesetz? Ist MEIN die Macht, wären ‚Meine Macht und ihre Anwendung‘ geringer? O, Bund und Gesetz besitzen unabänderlich das ‚MEIN‘! Das bezeugt die Liebe, die Ich zu Meinen Kindern hegte, als sie noch das Embryo im Schöpfer-Feuer waren.
Mit dem Hinweis auf den Bund und das Gesetz, auf euere Treue und Gelübde, schließe Ich die Lehre. Weiteres könnt ihr selber suchen. Zum Überfluß: Meine Lehre ist der feste Boden, an dem es nichts zu rütteln gibt; aber was ihr suchen sollt und finden könnt, ist eure Wandlungsfähigkeit im Lichtstrahl der Erkenntnis!“
Lishi Ana schweigt, und wie erwachend sieht man auf. Im dichten Kranz umgeben sie den Hallenherd. Lishi Ana UR steht mitten unter ihnen. Und sie sehen hier ein Gegenüber: sie in der festgefügten Halle wie in Lishi Ana‘s Bund und heiligem Gesetz; in erweiterter Erkenntnis äußerlich zum Hallenherd, innerlich im Fortschritt ihres Lebens vorgegangen.
Ihrem Dank gibt abermals das Empyreum Antwort. Heute folgt man UR auf Seinen Berg und wartet, bis Er auf der Königstraße ihrem Blick entschwindet. Nicht entschwunden ist das Herrliche der Weihestunde. Ja-ardua stellt für seines Hierseins Ende Gottes Wort zurück. Er bespricht mit Crispar dessen Weg, von dem Letzterer das allgemeine selbst erkennt; denn ehe es in die Materie geht, sehen alle Lichtkindgeister ihren Beihilfweg. Bloß wird die Schau beim Durchgang durch das Welttor wieder zugedeckt.
Selten geht ins weltliche Bewußtsein etwas über, ausgenommen, wenn ein Auftrag auszuführen ist (als Prophet pp). Crispar fragt: „Ist in der Materie meine Gabe anzuwenden? Wenn ich bedenke — diese Gnadenschau bis in den zweiten Sphärenring hinein (S. 101, 4 – 103, 6), — gewiß kaum möglich, das zu künden, wenn ich überhaupt des Lichtes Wissen mit mir nehmen darf.“
„Wir dürfen“, sagt Ja-ardua, „obgleich wenige davon wissen: zum Heile Luzifers. Sonst lärmte er, er würde vergewaltigt. In gewisser Weise ist es eine Vergewaltigung, aber eine UR- gerechte. Lishi Ana lehrte uns die Ausgleichsgüte und das Ausgleichsrecht. Satan kommt an diesen nicht vorbei, ohne sich daran zu stoßen. Ein Anstoß, in Erbarmung vorgesehen.
Viele Inkarnierte nehmen gern für sich in Anspruch, daß sie die Schöpfer einer Sache wären. Aber wehe dem, der sich im Dünkel darin spiegelt! Niemand ist ein Schöpfer oder Meister (Matt. 23, 10); denn die Fähigkeit, erhaltene Gaben anzuwenden, ist die Kraft, die jedem Kind vom Schöpfer überkommt.
Die Licht-Weisheit bleibt vor der materiellen Türe stehen, weil die Abgearteten sie nicht ertragen können. All ihr Wissen wird ein Scherben vom zerbrochenen Kruge sein. Du, Freund Crispar, wirst noch vor mir niedersteigen, im ersten Teil der letzten Lösezeit. Es ist ein gutes Volk, dem du deine Himmelsweisheit bringst. Daraus läßt sich Lishi Ana‘s Hohes Licht errechnen, wann und wo es auf den Ort der letzten Löse fällt[VH42].“
Einigen, die bald den Beihilfweg beschreiten, zeigt Ja-ardua, wo und wie sie wirken werden. — Wieder ist‘s ein Dank an UR, der aus dem Infinitum widerhallt. Nach einem Mahl und einer Andacht vor dem Hausaltar erfolgt ein Abschiedswort. Verständlich, daß Ja-ardua die wundersame Rede Lishi Ana‘s in der Hohen Halle sich zur Richtschnur nimmt. Er sagt:
„Geliebte Freunde! Mein Gehen, zwar im kleinen Abglanz, wird wie Lishi Ana‘s Kommen, Bleiben oder Gehen sein. Ein Fünklein bleibt bei euch zurück, und von euch nehme ich ein Fünklein mit. Bei uns gibt‘s keine Trennung, selbst wenn man sich nicht immer sieht. Wir verschmelzen unsere Fünklein, die wir aus URs hehren Worten in uns aufgenommen haben.
Sie sind festzuhalten, auch wenn nicht alles mitzunehmen ist. Die Materie erträgt die ‚Gnade des Gerichtes‘ nicht. Haltet fest, was Lishi Ana lehrte. Karmosha kommt bald mit vieler Weisheit heim; mit ihm gemeinsam werdet ihr das Fehlende aus Gottes Lehre lernen, bevor ein jedes seine Straße zieht.
Wir hörten von der Löse, die ein frei gegebenes Gelübde sozusagen löscht. Hat Lishi Ana dieses so gemeint? Es ist ja keine Gabe, wenn man sie zurückerhält oder wiedernimmt. Ein Gelübde ist zu halten (Ps. 50, 14); dennoch werden wir davon gelöst. In der Materie ist es schwer, ein im Licht gegebenes Gelübde zu bezahlen. Eben das, was durch Bedrängnis nicht zu halten ist, wird von uns gelöst. Aus dem Ausgleichs recht!
Hat Lishi Ana etwas zu bezahlen? Nein! Wir übernehmen einen Teil der Schuld, die Luzifer verursacht hat. Schuldlos werden wir in der Materie schuldig, mehr oder weniger; und das ist‘s, was Lishi Ana meint. Wichtig ist‘s auf jeden Fall, den freiwillig übernommenen Schuldschein einzulösen. Hier ebenfalls das hehre Gegenüber: wir lösen ein — UR löst uns aus!
Das ist aus der Vorschau jene Hilfe, die ohne Vorbestimmung eine allmachtsvolle Vortat war. UR stellte uns auf Seine Bahn, auf der wir unsere Pfade wandeln können, im herrlichen Voraus von URs Bund umrandet, um im meisterlichen UR-Gehege Abgefallene zu fangen. Nicht zu fesseln, weil ihr Fall die eigene Fessel ist. Ihre Löse wird sich anders als jene für die Treuekinder bilden. Wir werden vom Gelübde durch die Schuld, die Armen von der Schuld durch das Gesetz gelöst — erlöst — ausgelöst!
Wir gehn als ‚Funken‘ in die Tiefe und können bei Verschmelzung unserer Gedankenkraft als ‚Strahlen‘ wirken. URs gnadenvoller Bund ist bereits im herrlichen Voraus die geheime Löse, daß wir statt Gefesselte des Falles die GEBUNDENEN bleiben, wozu Er unsere Treue und auch das Gelübde einbezieht.
Wir blieben bei dem Himmelsstreit der Fürsten auf ihrem rechten Stand (Matt. 25, 33; Joh. 21, 6). Allein, wir bewahrten auch aus uns die Treue. Wäre es durch Gottes Hilfe bloß geschehen, dann könnte Satan einmal fragen, warum bei ihm die Gotteskraft nichts half. UR verringert Seine Hilfe nicht, wie sie auch nicht unterschiedlich größer wird.
Schon vor dem Werden liebte UR die Kindgedanken. Die Gesetzesfolge zeigt sich nur in der Materie verschieden, weil da Treue und Gelübde sterben können, was sich lediglich auf uns bezieht. Die Abgearteten kennen kein Gelübde. Aber ihrer keines ist, das nicht vor dein Fall belehrt und angeleitet worden wäre. Also ist‘s gerecht, wenn sie auf die linke Seite (Matt. 25, 41) kommen. Sie wendeten sich ab; in der Folge wendet UR Sich ab. Für immer? Wenn ja, was gälte dann die ‚Gnade im Gericht‘? — ?
Hätte UR Sein heiliges Vermächtnis, Seinen Bund, allein für uns gemacht, dann fehlte stets ein Teil von Seiner Liebe. Bloß im Fall trat das Gesetz an Stelle Seines Bundes. Kam jedoch der Bund samt dem Gesetz aus Ihm, dann müssen beide eine Einheit sein, ein Ziel erstrebend, obwohl die Wege zwischen Offenbarung und Erfüllung sich für jeden anders zeigen können.
UR lehrt Aufbau, Richtung, Lauf und Ziel. Aufbau und Ziel, unveränderlich, betrifft den Bund; Richtung und Lauf zur geschöpflichen Entwicklung ist des Gesetzes Folgeteil, der die Wandlungsfähigkeit der Werke stützt, im Gehege Seines Bundes ! Hat Er die Hilfe festgesetzt, so steht auch hier die Frage offen: allein für uns? Das wäre wieder nur ein Teil, außerdem der billigste, weil wir uns von Seinem Bund umhegen ließen.
Wohl schlossen Ausgleichsrecht und Ausgleichsgüte erst die Treuen ein. Ob für UR das leichter oder schwerer war, werden wir auf ewig nie ergründen und brauchen es auch nicht. Daß aber Hingestürzte im Gericht die GNADE nicht ertragen können, geht dahinaus, daß nach einem Reue- und Erkenntnisakt, der zur Um- und Heimkehr treibt, die Last der Reue überwältigt.
‚Vergewaltigen‘, wird Satan toben, wenn sich die breite Lichtfront wieder zeigt. Deckt das Gericht die Gnade zu, indem die Wesen auf die linke Seite kommen, wo das Licht nicht blenden kann, so ist‘s die gleiche Bundeshilfe, aber anders offenbart. Sage niemand, bei UR wäre ja nichts zeitbedingt; es wäre also nebensächlich, wenn am Ende allen Gottes Gnade winkt. Die Wesen könnten freveln und wir sündig werden, das spiele keine Rolle. Der BUND hätte ja für alle eine Heimkehr vorgesehen. Ah, dieses Argument ist eine Falle, sich selber aufgestellt!
UR hat für Sich keine Zeitenspanne. Das Zeitempfinden in Verbindung mit der Gnade des Gerichtes, als Last aus Reue aufgestiegen, wirkt sich für die Wesen doppelt aus, nämlich aus dem Bund und aus dem Grundgesetz. Das ist ihre eigene Daseinszeit und jene, die sie allen Beihilfkindern stehlen.
Wir können ebenso die Lebenszeiten doppelt fühlen; ungut aus dem materiellen Weg, gut vom Lichte her — im Dank an UR und in unsrer Seligkeit. Nicht zuletzt kommt dieses Doppel aus URs Macht und ihrer Anwendung, in Liebe offenbart, und aus unserer Wandlungsfähigkeit, die uns selig machen kann.
UR gab jedem Werk aus Seiner unveränderlichen Art den Wandel im vorgerichteten Gesetz. Aus heiliger Vollkommenheit fließt uns alles zu. Aber diese Gaben sind auch aufzunehmen und für sich selber zu vollenden. Das Herz hat seinen festen Sitz in uns, ein herrliches Symbol der UR-Gottheit; doch sein Schlag kann stetig, schnell und langsam gehen, ganz nach dem, wie wir selber dies und jenes in uns widerhallen lassen.
Wer Lishi Ana‘s Gaben in der Stetigkeit bewahrt, erlangt für jeden Fortschritt eine sich vollendende Vollendung. UR schenkte aus der stehenden und waltenden Machtpolarität die Wandlungsfähigkeit, mit der wir die Vollendung uns erwerben. Die am Fortschritt hängende Vollendung ist des Lebens Kernstück, ewig aus dem Ewigen, bleibend in dem Bleibenden!
Seht, ihr Trigidurier habt den Sinn des Namens LISHI ANA aufgefaßt; um ihn auszulegen, daß er eine feste Säule werde, fehlte noch der ‚Weiße Stein‘ (OJ. 2, 17). Das schadet aber nichts. Wenn wir alles hätten, fehlte uns der Trieb zur reicheren Erkenntnis. Denn nur das Vorwärts gibt die Seligkeit; und zu ihr gehört zuerst das Vorwärts der Erkenntnis. So höret denn:
Wir kennen Gottes einen Namen (OJ. 3, 12; 19, 12), der in uns lebt. Der Vielfalt Seiner Werke wegen trägt Er, Sich offenbarend, viele Namen, die Er aus dem EINEN nimmt. Euch und euerer Stätte hat UR einen hehren Namen offenbart. Er ist auf allen Sternen, die wie die Trigidur die Heimfindlinge aufzunehmen haben, ebenfalls bekannt und bedeutet:
LISHI, Lichtoffenbarung! Auch an die Armen! Begegnen sie Ihm in der Folge ihres Falles, so ist das eine ‚lichte‘ Darstellung, mit und ohne Schau. Denn auch Seine Lehre ist die Anschauung, soweit dies den Geschöpfen dienlich ist. Wo immer UR uns in der Lehre und Person begegnet, da ist ‚Seines Lichtes Sitz‘, ein Stück von Seinem Cheru-Serphastuhl. Zugleich bedeutet Lishi das erste Fundament, die stehende, die beständige Machtpolarität.
ANA ist die Sammlung dessen, was UR schafft. Er ‚sammelt‘ es zu Seiner Herrschaftswürde, sammelt auch die beiden Kinderteile ein (Joh. 10, 14-16), im Bund und Grundgesetz. Noch bedeutet Ana die ‚Versammlung‘. Wenn Er uns ruft, auch in hehrer Güte zu uns kommt, schart Er uns stets um Sich her. Oft haben wir — um IHN versammelt — dies erleben dürfen.
Im Blickpunkt beider Namensteile entfällt das Ana auf das zweite Fundament und die waltende Machtpolarität. Ja seht: Lishi ist der Schöpfer, Ana ist Sein Volk. Der Materie wegen steht am Lichtrand stets Sein Namensteil an erster Stelle, als ein Schutz für uns, als eine Wehr gegen Satans Einbruch (Hiob 1, 6).
Auf der Sonne Dysothera gilt URs Name TAO MANA umgekehrt: Das Tao uns, das Mana Ihm. Stellt Er da die Kinder vor Sich hin, um zu sehen, was sie tun und was geschieht? Muß Er etwa um Sich blicken? O, wir wissen, daß Er immer auf uns sieht. Habt ihr das vor Augen und im Herzen (Tob. 4, 6), alsdann geht ihr mit der Kraft, den Augen (Weisheit) und dem Herzen (Liebe) einverleibt, getröstet in die arme Ferne. Dort wird der gute Wille euer Herz erhöhen, wird eure Augen wissend — sehend machen! — —
URs ‚Komm‘ ertönt viermal (OJ. 22, 17), für mich, Crispar, euch und für die Fremde. Euern Dank lege ich im Sanktuarium auf den Heiligen Herd, vor Gottes Angesicht.“ Jeder drängt sich um Ja-ardua; auch Crispar wird mit Liebe überhäuft. Fackeln brennen auf dem Hausaltar: Lichtfreude und Lichttrauer. Beides ist ein hoher Segen. Ja-ardua betet noch mit der Gemeinde.
„Hehrer Lishi Ana UR! Du hast in Heiligkeit und Herrlichkeit Dich als Schöpfer, Priester, Gott und Vater offenbart. Preis, Ehre, Lob und Dank bringen wir Dir dar. Ich folge Deinem gnadenvollen ‚Komm‘ im Herzen und mit meinen Füßen. Auch Deine Kinder auf der Trigidur nehmen Deinen ‚Komm-Ruf‘ auf, sobald Dein Strahl sie nach der Stadt Licht-Heilig führt.
Dein Sohn von diesem Stern (Karmosha) sprach einst ein Sinnwort von der Herzensecke aus (S. 81, 3). Bereits im Heiligtum, vernahm er Deine hohe Lehre, die Du dem guten Volk gegeben hast. Das Infinitum hörte mit, und daraus fließt Dein Segen. Wohin? Nur ins Licht, das Träger Deines Segens ist — ?
Lishi Ana! Auch wo der Segen keinen Boden hat (Matt. 13, 4-7), wirkt er seine Bahn. Erkannt oder abgelehnt, — was gilt das DIR? Du tust jedes Deiner Werke Dir zum Wohlgefallen. Dein Schöpferjubel wird uns überbrausen, wenn die ‚Saat des Segens‘ für die reiche Ernte reift. Laß uns Ernte sein und Ernteleute; Garben sammeln und Dein guter Weizen sein.
Hehrer Lishi Ana UR! Preis, Ehre, Lob und Dank; und Dir ewig ein Alluiha — Alluiha!“ Zwei Fackeln lohen hoch. Das Licht der Trigidur, von der Damanona noch herrlichst überglänzt, gibt für Crispar und Ja-ardua die Straße frei ins Sanktuarium. Die Altar fackeln wandeln nebenher, von unsichtbarer Hand getragen.
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