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Der vierte Schöpfungstag – Da ward aus Abend und Morgen, der vierte Tag

4-187    Hier nun im besonderen hat Mein Lichtfürst, ehe er sein Werk begann, an seinem Altarherd gekniet, die Erkenntnis mit der Demut in sich ausgeglichen und das zu Erschaffende aus Meiner Allmachtshand erhalten. Deshalb konnte er im Aufbau aller sieben heiligen Grundlebensstrahlen im schöpferischen Sinne das ‚ES WERDE‘ sprechen. —

4-188    Ihr anderen habt selig zugesehen und fragtet nicht: ‚Warum kann der Fürst des Tages solcherlei erschaffen, während wir im Verhältnis wenig, zum Teil noch nichts hervorgerufen haben?‘ Nun, ihr werdet hören, wie gut euer ‚Nichtfragen‘ war. Seht, reines Herzens habt ihr Demut und Erkenntnis ebenso gepaart wie Muriel und Pargoa.

4-189    Damit stelltet ihr dem Tagewerk lebensvolle Kräfte zur Verfügung. Und glaubt gewiß: Das war ein urgerechter Kraftanteil, mit dem Mein vierter Engelsfürst an diese Lichtgestaltung ging. Ihr seid also alle mitbeteiligt, wie es bei den Werken der vergangenen Tage auch gewesen ist. Wohl dünkt euch das Verhältnis zwischen dem Bisherigen äußerst ungleich. Ja, ja, Meine Kinder, ein Haus ist freilich gegenüber einer Sonne klein; es verschwindet nahezu. Gerade hierbei aber wird sich das Verhältnis des Inneren zum Äußeren enthüllen.

4-190    Allein: Wenn nicht zuerst Mein Heiligtum bestünde, in dem Ich euch belebe und belehre, aus welchem Ich euch in die Schöpfungstage führe, so wäre nichts von dem erstanden, was sich in Prachtentfaltung über euch ergießt! Das ‚Hauswerk‘ durch Uraniel-Urea gleicht der Darstellung Meines Heiligtums für alle Zeiten jeweiliger Tage; über sie dringen auch die Kräfte in das Werk. Kein Werden, das nicht erst aus Meinem Heiligtum und dann über eure Häuser als gerechte Machtdarstellung Meiner sieben Grundlebensstrahlen kommt! Auch der vierte Engel schöpfte alle Schaffenskraft aus dem Haus des Ernstes und dadurch ursächlich aus Meinem Heiligtum. —

4-191    Nicht anders bei der Arbeit unsrer Brunnen- und Gärtnermeister, womit sich zeigt, daß ihr sieben gegenseitig Anteil an jeder Schaffung habt. Merkt noch: Die Größe äußerer Formen entspricht nicht immer einem inneren Format! Eine Sonne und eine Frucht vom Baum können gleiche Kraftsubstanzen in sich bergen, gehen sie von gleichwahrer Liebe aus! Du aber, Meine liebliche Sadhana, sollst am letzten fragen, warum du nicht selber dieses oder jenes selber schaffen darfst. Denn sieh, in jedem Werk liegt dein Herz eingebettet!

4-192    Mein Geist zeugte dich zuerst, mit dir habe Ich Besonderes vor. Es wäre leicht, dir jetzt schon ein eigenes Werk zu übergeben. Allein, Ich müßte dazu einen großen Machtanteil aus MIR fließen lassen, und es wäre für dich nicht wie bei Meinen Fürsten ein miteigenes Werk. Willst du nur Handlangerdienste leisten? Soll Ich dich denn minder stellen? dich, Meine Erstgeburt? Harre in Geduld bis zur gegebenen Zeit! Bestehst du diese Probe, so werden dir nicht bloß einzelne Schöpfungstage anvertraut: nein, dann sollen deine Hände werken und von Meinen Händen ganz umschlossen sein.

In dir sollen alle Kinder Mein vollendetes Kind-Werk werden!

Dazu habe Ich dich ausersehen.

4-193    Unterschiedlos bleibt jedem Kind die Rückbringung des eigenen Ich zu Meinem UR-Ich vorbehalten. Kinder sind sie alle, mit höchster Verbundenheit. Den Kleineren, die Ich den Großen zu gegenseitiger Freude anvertraue, geht nichts von Seligkeit und Liebe ab, wenn sie auch keine Sonnen schaffen und kein Himmelswerk mit lenken können.

Totale Einheit mit MIR

stellt alle Kinder in Meinem Herzen auf eine Stufe,

auf die ‚Kindstufe!‘

4-194    Die Gerechtigkeit verlangt: Kleine Kindlein sollen keine Kleinheit spüren, die Werkhelfer sich nicht überheben. In Zukunft wird euch völlig offenbar, warum Ich äußerliches Groß und Klein erschuf, im Inneren aber stets zwei Grundmaße: das Meine und das Kindesmaß. —

4-195    Nun sind die Tagesfragen näher zu betrachten. Sadhana soll die erste, Uraniel die zweite, Muriel die dritte und der siebente Fürst die vierte Antwort geben. Dann kehren wir zur letzten Abendstunde heim ins Heiligtum, wo noch vieles als ein Grundstock für die fünfte Schaffung zu bewirken ist. Herrlich sind in ihrem Glanz die Lichter, die das All durchwandeln; hehrer sollen Liebe und Erkenntnis Meiner Kinder sein! Also redet!“ Sadhana geht zum Altar und blickt sinnend in das helle Feuer. Statt Weihkraut legt sie einen Ölzweig in die Flamme, dann in die Opferschale und sagt:

4-196    „Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! Wunderbar ist Deiner Hände Licht- und Lebenswerk. Wir sind ein Teil des Werkes und dürfen doch des selben Mitinhaber sein. Du fragtest uns, was richtiger wäre: der Sehnsucht Flügel zu verleihen, die uns allezeit in Dein Allerheiligstes tragen können, oder im Raume zu verbleiben, der von uns geleitet werden soll. — O sieh, hochgeliebter Vater der Barmherzigkeit, senke meine Antwort in Dein all-erhabenes UR-Wesen ein und rechtfertige sie vor Deinem Angesicht.

4-197    Du weißt, wie es uns ewig zu Dir drängt. Auch in der Ferne taten wir, was Du billigerweise von uns erwarten kannst, und wir wußten ja, daß Du bei uns weiltest, obwohl wir Dich nicht immer sahen. Keine leichte Frage ist‘s; denn beides wäre wohl gerecht oder — für uns noch verborgen — ungerecht. Da kann es unser Herz entscheiden; der Trieb, der Sehnsuchtszweig, wird die Wahrheit blühen lassen.

4-198    Auf DICH gesehen, wäre unser Sehnen richtig, anbetend im Dienst und in Demut zu verharren, doch auch gerecht die Freude, selbständig im Werk die Arbeitsforderungen zu erfüllen. Daher sage ich: Bleibe Du bei uns, o UR, und wir bei Dir, so oft die Möglichkeit in Deinem guten Ordnungsgrundgesetz besteht, um Dein Angesicht zu schauen, die Segnung zu empfangen und in Andacht Dir zu dienen.

4-199    Sendest Du uns aber auf das Feld, so begegnen wir dem ‚ÜBERALL‘, und sind mit Dir verbunden — ebenfalls in Deiner ewig uns beglückenden Nähe wie im Heiligtum. Denn in DIR sind wir geborgen! Dein Ohr hört unsere Stimmen; Dich wird ein Gebet erreichen. Aus der wunderbaren Gabe, Mithelfer sein zu dürfen, wollen wir mit Freudigkeit auch in der Ferne immer dienstbar sein.

4-200    Mit Deiner Hilfe, guter UR, werde unsere Sehnsucht eine Kraft für jedes Werk, das wir aus Dir, mit Dir und für Dich vollbringen. In der Ferne, die der Sehnsucht Nahrung gibt, erhalte uns die Quelle der Barmherzigkeit und schenke immer frohe, segensvolle Wiederkehr. Dein Heiligtum ist unsere Heimat! Allein, wo man zu Dir im Geist und in der Wahrheit betet, baust DU einen ‚Tempel in den Betern‘ auf! Mit dieser Beterkraft ist Deines Hohen Hauses Ehre zu verkünden. —

4-201    Das mache Du zum höchsten Schöpfungslicht aus Deiner unfaßbaren Güte, bis ans Ende des hocherhabenen Tat-UR-Jahres. Dir sei mein Dank, o Heilig-Heilig, daß Du mich für werterachtet hast, die erste Antwort darzubringen. Läutere sie in Deinem Brand, ehe sie auf Deinem Heiligen Herde auszubreiten ist.“ Sadhana sprach wahr. URs Liebe flammt in der Fürsten Liebe zum schönen Schöpfungskinde auf. Voll reiner Demut nimmt sie ihren Thronstuhl ein, denn die ‚heilige Antwort‘ soll als Segen auf alle kommen. Und UR spricht:

4-202    „Mein Herzenskind! Deine Worte sollen sich für unser Jahr als umfassender Segen erweisen! Dort, wo Ich im Geist und in der Wahrheit angebetet werde, soll sich des Heiligtums gerechte Widerstrahlung zeigen, aus der sehr wohl die Werke zu regieren sind. Und jede Tat daraus ist eine Offenbarung Meines Lichts! Wahrlich, der Segen, den Ich nun mit der Antwort Meiner Sadhana verbinde, wird herrlichere Werke schaffen, als eine Sonne ist! Dem Segen gebe Ich aus Meiner Freude an der Antwort noch einen Güteteil für jenen Tag hinzu, an dem das Wille Freiheitsgesetz etwa rechtlos beansprucht werden wird, weil durch die Folgen solcher Auswirkungen viele Kinder, die sich von Mir trennten, und gleichfalls jene, die sich im Auftrag oder freier Dienstbarkeit befänden, wie ‚in einer Fremde‘ lebten.

4-203    In beiden Fällen soll der Segen dann zur großen Heilung werden. Mein Geist und Meine Wahrheit werden sich als Tröster offenbaren! Wer diesen Tröster in der Fremde anerkennt, ob ungerecht, ob gerecht daselbst lebend, dem werden Geist und Wahrheit einen Herzenstempel bauen, der ewig im Bestande Meines Heiligtums bleibt.

4-204    Mein Sadhana-Kind, halte dich an diesem Segen fest, denn die dir auferlegten Proben sind besonders schwer. Doch du hast dir einen Schatz gesichert, dessen Kräfte du bedarfst. Auch ihr Fürsten habt daran den gleichen Anteil und über euch einmal alle Kinder. Steht einst ‚Sein oder Nichtsein‘ gegenüber, so gedenket des verheißenen Trösters. Er wird bei euch sein! — Nun soll der Ordnungsträger seine Antwort auf die zweite Tagesfrage geben. Wisset auch, daß es schon ein Vorschein der Entscheidung ist, was das Werk zurück oder zum herrlich bedachten Ende führen kann.“

4-205    Uraniel-Urea gehen vor. Ruhig und mit großer Kraft nehmen sie vom Altar einen Palmenzweig und tun mit ihm, wie Sadhana es mit dem Ölzweig tat. Uraniel sagt: „Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger! Wenn Dein hochgelobter Name aus unsern Herzen steigt, so ist es wie Dein Quell, der UR-Geheimnisse zutage fördert. Daran spüren wir die Allmächtigkeit! Aus Deinen sieben Eigenschaften, aus den vier enthüllten Wesensteilen, wird noch mancher Name Deiner Herrlichkeit und Machterhabenheit erstehen. Alle aber sind sie ein geschlossen in den einen Endlosigkeiten tragenden Namen UR!

4-206    Du fragtest uns im Wille-Haus, Hochpriester Melchisedek, welche Eigenschaft UR-Dominant sein soll, damit auch jener zur Reife käme, an dem der freie Wille etwa zum Widerpart der Bedingungen erhoben würde. Wäre wirklich nur einer Deiner Grundlebensstrahlen in die Tat-Kulmination zu rücken?

4-207    Auf der ORDNUNG steht das Werk; der ERNST fordert dessen Fort gang; die BARMHERZIGKEIT ist seine Krönung! Sind diese drei denn mehr als Wille, Weisheit, Geduld und Liebe? Oder sind nicht alle eine Brücke, die vom Kind zum Vater führt? Was nützte aber eine Brücke, wenn es keine Pfeiler gäbe? Was die Pfeiler ohne Steg? Ich sehe: Ordnung, Ernst und Barmherzigkeit sind die drei Pfeiler zwischen Schöpfer und Geschöpf, Priester und Geist, Gott und Seele; hingegen Wille, Weisheit, Geduld und Liebe sind der Steg für Vater und Kind!

4-205    Die ganze Brücke, Pfeiler und Steg, ist nicht herzustellen, wird nicht zuerst der rechte Pfeiler aufgerichtet, das ‚Recht der Grund-UR-Sache‘ aus der Ordnung! Also wäre sie der erste Grunddominant. Auf dem Ernst als Mittelpfeiler ruht die gesamte Auslastung. Sein Gefüge bietet der Brücke den Halt und muß auch eine schwerste Werkbelastung tragen können. So wäre denn der Ernst als ‚Grund-UR-Essenz‘ der zweite gleichrangige Grunddominant.

4-209    Von der Barmherzigkeit sagtest Du, ewig-guter UR, daß sie — zumal bei rechtloser Inanspruchnahme des freien Willensgesetzes — als Grunddominant anzusehen sei. In ihr liegt die ‚letztwillige Verbindung!‘ Kann je ein Kind zu Dir gelangen, wenn nicht die Barmherzigkeit der linke, dritte Brückenpfeiler ist, der ‚Anlegepunkt‘ am Seligkeitsufer, zu dem jede Seele ihren Nachen steuern soll? Ja, der Tag des Ernstes hat der Barmherzigkeit eine besondere Vorherrschaft zu überlassen. Nun: Drei Eigenschaften heben sich als das hervor, was Du als die Grund-UR-Sache eines Ziels aufgeschlüsselt hast.

4-210    Im selben Verhältnis der vier Stegteil-Eigenschaften betrachtet, ist ihr Grund ursachenrecht kein geringeres. Sie bieten ja ein Bild zu Deiner hochgesetzten Vierwesenheit. Dennoch ist die Barmherzigkeit die vornehmste Herrin, nicht weil sie größer wäre, sondern weil sie das Werk zum Abschluß bringt und ihre HEGE Dir erhält. Im Sinne der UR-Wesenheit ist jedem Schöpfungstage aber alles zu vermitteln; da darf kein Teil fehlen, keiner hervorgehoben sein, weil es sonst keine ‚ganze Brücke‘ gibt! Die Vollendung hängt daher von eigener Erkenntnis und gleichmäßiger Aufnahme Deines UR-Wesens ab.

4-211    Jede Eigenschaft bietet ihre eigene Seligkeit. Werden einem Kinde aber auch die andern Himmelsteile wichtig, dann wird es merken, wie es sich selber vorher enge Grenzen zog. Denn wer Dich, o UR, in den erhabenen vier Wesenszügen und sieben Eigenschaften sieht und anerkennt, wer Deine Gesamtheit anbetet im Geist und in der Wahrheit, der wird die große Seligkeit als Lohn und Gabe ernten! Darum wollen wir den Werken den von DIR vorbereiteten höchsten Segen bringen, indem wir Deines Wesens Einheit offenbaren und uns selber diese Einheit fest in unsere Herzen schreiben. — 212            Bringt der Ernst eine Wende, so sei er auch an seinem Tag der Grund-Dominant, zumal als bestimmende und tragende Eigenschaft. Aber keine soll im UR-Werk alleinige Vorherrschaft besitzen! Die Grund-UR-Sache Deiner Ordnung, die Grund-UR-Essenz des Ernstes und die Grund-UR-Erfüllung der Barmherzigkeit sind allein der Kinder wegen als die Pfeiler anzusehen, als Stütze jenes Steges, der zu Dir führt!

4-213    Wie Du Dein Wesen voll enthüllst, Deine Sonne alle ihre Strahlen sendet, so wollen wir vollkommen weitertragen, was Du vollkommen uns zuvor gegeben hast! In Dienstbarkeit, allheiliger Melchisedek, sollen unsere Herzen, unsere Hände es Dir wiedergeben. Das ist unser Ziel!“ Hat Uraniel, der mit Urea zu ihrem Thronstuhl geht, ganz recht gesprochen? — Läßt sich URs Ganzheit teilen? Lassen sich die Wesensteile völlig einen? — UR gibt Antwort:

4-214    „Mein Engelsfürst, dein Gleichnis von der Brücke soll bis ans Ende des Tat UR-Zyklus gelten, wie das Wort Meiner lieben Sadhana vom Tempel wahrer Anbetung! Das sind Grundsteine des Werkes, in das Ich alle Eigenschaften schließe. Barmherzigkeit deckt zu, wenn Kinder je nach Reife volle Seligkeiten zu erleben glauben, auch wenn sie kaum eine Eigenschaft erkennen. Aber alle sieben müssen beteiligt sein, sollen solchem Kinde sich die Augen öffnen. Dann erst sieht es staunend ein, daß sein Seligkeitshimmel ein Bruchstück dessen war, was einem vollendeten Kinde zuzustehen hat.

4-215    In deine Antwort lege Ich den Segen der Sehnsucht, die aus jedem Teil Seligkeitshimmel zum vollkommenen Himmel führt, woselbst Mein UR-Wesen begriffen wird. Danach naht sich die Vollendung aus dem Ordnungssegen, Deiner Antwort zuerkannt. Nun komme du, Lichtfürst des Ernstes, und bringe durch werkgerechte Antwort auch den nötigen Segensteil, damit Tempel und Brücke zu ewigen Verheißungszeichen werden.“ Muriel-Pargoa begeben sich zum Altar und nehmen, Sadhanas Beispiel folgend, eine Frucht, halten sie zur Weihe ins Feuer und legen sie dann in die Opferschale. Muriel spricht:

4-216    „Hochpriester Melchisedek! Erhaben ist das Wort der Allmacht, die Deine Werke aus Dir rufen; wunderbar der Wendepunkt als dritte Tagesfrage für Raum und Zeit, deren Kernpunkt in Deinem Kind-Werk wurzelt! Die Ordnung hat gerecht den Ernst als mittleren Ausgleichspfeiler der Vollendungsbrücke anerkannt; denn als Tagesdominant entscheidet er, welcher Fundamentsträger gesetzmäßige Vorherrschaft erhalten darf. Die dritte Frage ist in Deiner dritten Wesenheit, dem Gott-Herzteil, begründet, aus dem die Antwort als feststehende Machtpolarität zu schöpfen ist und in die der Tat-Segen fließt.

4-217    Ehe wir unser Mitopferangebot einem Fundament anvertrauen, ist zu prüfen, ob der Opferträger pur aus Deinem Gott-Herzteil ersteht. Es bleibt die Zwischenfrage offen, ob Geduld oder Liebe ihn gebären müßte. Vor oder zurück! fordert es Dein Schöpfergeist. Das vor zieht einen Opferträger in Betracht, zwar nicht in unbedingter Folge. Träte er in den Mittelpunkt der Kindschaffung, so hätte er allein das Recht, das Werk aufzulösen oder zu erfüllen. Ein Zurück könnte jetzt eine andere Vollendungsfolge setzen, ob die der Kindschaft aber, ist noch nicht abzusehen! Dein Ernst als Schutzgeist obliegt die Tag-Entscheidung. Die letztwillige Entscheidung muß jedoch ein unbedingter Schutz der Heiligkeit in beiden Fällen sein!

4-218    Unsere Mitopferbereitschaft hast Du, o All-Erhabener, zu einem bleibenden Segen umgeformt. Welch eine Güte Deiner Herrschaft an den Kindern! Und nun soll ich, ein Kind, den Kurs bestimmen, der einzuschlagen ist? — O UR, Du hast Deinen Ernst-Träger bedenkliche Lasten auferlegt; allein — Du hast ihn auch dazu gesegnet!

4-219    Das wägen, ob das Wille-Freiheitsgesetz sich bewähren wird trotz Vorherrschafts-Inanspruchnahme, zeigt die Großartigkeit Deiner Tat!

In der Freiheit des Gesetzes ruht der Sieg, im Sieg Dein Ziel!

4-220    Wer hindert Dich, das Bestehende in Deinen Allmachtsschoß zurückzunehmen? Niemand fordert von Dir Rechenschaft! Denn — Du bist UR!

4-221    Einen Rechtsausgleich zwischen Fortführung und Rücknahme gibt es nicht, weil auf der Grundbedingung der Freiheitsangleichung an Deinen eigenen UR-Willen das Kind-Werk zum Hochziel kommt. In Deiner Herrlichkeit, in Deinem Licht, im Schauen innerer und äußerer Werke durchglüht Dich der Jubel der Allmächtigkeit! Du trugst keinen größeren in Dir! Der bisherige ist nur ein Abglanz jenes Jubels, der die Hochreife des Tat-UR-Jahres siegelt! Ja, Dein Lichtjubel prägt sich dann dem Sieben-Sphären-Himmel auf. Wahrlich, trotz Schöpfungslasten beleuchtet Deine gnadenvolle Sonne unsern Weg.

4-222    Zweimal bedachtest Du Dein Werk, o Heilig-Heilig: im Gedanke und im Wort. Vollkommen war beides! Wieder stehen zwei Verankerungen gegenüber: die Vierwesenheit und die sieben Sinneskräfte. In unmittelbarer Folge hat so das Kind-Werk eine ‚doppelte Fundation‘. Und diese Wahrheitsschrift bleibt eine ewige Gravur! Darum soll jeder Fundamentsträger zum ‚gleichen Herrschaftsrecht‘ gelangen und dessen ‚Bewährungshoheit‘ durch den Opferträger für das erste, durch die Mitopferträgerschaft für das zweite Fundament erbringen, wenn der freie Wille einmal rechtlos beansprucht werden wird.

4-223    Damit wären Basis, Ziel sowie der Rechtsausgleich der Schöpfungsfundamente garantiert. Der Opferträger müßte in sich Wille, Weisheit, Geduld und Liebe zum ‚Sohne‘ formen; seine Stützen wären Ordnung, Ernst und Barmherzigkeit. Denn über diese führte der von Uraniel genannte Brückensteg der Kinder.

4-224    Vorausschauend gab die Ordnung den Ringschluß alles Werdens der Barmherzigkeit, durch welche die Vollendung höchste Kristallisation empfängt. Und wir, die Träger Deiner Eigenschaften, fügen uns wie einen Ring um Deine Heiligkeit, bis das zugunsten Deiner Kinder gegebene freie Willensgesetz mit den zu Deinem Recht bestehenden Bedingungen den Schöpfungsgleichklang bildet.

4-225    Lege die auf alle Eigenschaften gleichmäßig ausgelastete Antwort in den heiligen mitternächtigen Quell; und solange Tage durch das reich gesegnete Tat-Jahr gehen, so lange wird nichts Köstlicheres erfunden werden als der Lichtglanz dieses herrlichen Finales! Ohne Aufhören sei Dir, ewiger Priester Deiner Werke, unser Dank!“ Wie zum Zeichen geheim erhaltener Bestätigung geht der Lichtfürst mit geöffneten Händen seinem Thronstuhl zu. Muriel-Pargoa tragen die Krongabe dem Kind-Werk offenbar entgegen. Und UR spricht:

4-226    „Fürst des Ernstes, du hast den schwersten, doch besten Entscheid gefällt; denn nun ruht ein Schöpfungsopfer allein auf Mir! Nicht eher durftet ihr das wissen, als bis es durch den Ernst der Kinder frei geschah. Ihr, aus Ordnung, Wille, Weisheit und Ernst gezeugt, aus Geduld, Liebe und Barmherzigkeit geboren, durftet ungelenkt zur Erkenntnis dieser unabänderlichen Folge kommen.

4-227    Dem Gebetstempel und der Verbindungsbrücke lege Ich den jetzt errungenen ‚Opfersegen‘ hinzu. Wer würde das Opfer unwandelbar — unter dessen Strahl ein Mithelfer ist, wird aus einem Segensempfänger zum Segensträger werden. Demnach auch hier zwei Grundtendenzen: der Opfer- und die Segensträger! Wie der erstere durch das Opfer die Erlösung spendet, so die zweiten den Segen jenen, die keine Mitträger im Hochsinne des Wortes wären. Über die Mitträgerschaft werdet ihr später alles Nötige erfahren.

4-228    Nun fehlt noch die Antwort auf die vierte Frage, die im Ernst-Haus erfolgte und deren Lösung der Barmherzigkeit anheimgegeben ist. Komm, Siebenter, aus dem hehren Kranze Meiner Fackeln! Lege deine Antwort in das Feuer; der Ernst weiß sie zu würdigen.“ Der Engel, dessen Name noch in UR gehalten ist, begibt sich vor, Cherubim und Seraphim vereint. Er erfaßt URs Kelchbecher, dessen Wasser aus dem Ernstbrunnen im Altarfeuer hell erstrahlt, stellt ihn in dasselbe, und sieh — rot wird das Wasser, wie die Farbe des Gott-Herzteiles ist. Er gibt das blutgewordene Wasser in die Opferschale, aus der drei den Kindern unbekannte Zeichen im hellen Weihrauch in die Höhe steigen. Der Lichtfürst sagt:

4-229    „Als vierter Antwortbringer stehe ich vor dem höchsten Herrn der Macht, Kraft, Gewalt und Stärke. Ich stellte URs Lebensbecher in die Flamme des Ernstes, von derem Altar aus ein Opfer gültig werden kann. (JESUS, Isaak) Da war Blut! Blut, das vom Herzen durch den Körper strömt und sich wieder in das Herz ergießt. O hehres UR-Symbol!

4-230    Als Repräsentant der Barmherzigkeit goß ich es in die Opferschale. Die uns unbekannten Zeichen sind jene All-Kraft, die den Entscheid und seine Angleichung vereinigen, von dem Du, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, die Grundstrahlungen offenbartest. Es war Dein Ernst, Hochpriester Melchisedek, beide Fundamente zur Fortführung des unbeschreiblich herrlichen Kind-Werkes einzusetzen, weil darin jede Angleichung der Polarität, ihr festgefügtes Ganzes ruht.

4-231    Die Fundamentgestaltung fordert werkgemäß ein Ganzes: Vollannahme oder Vollablehnung! Das hatte schon sein Bild, als in Dir, erhabene Allmächtigkeit, Deine Hoheit zwischen ‚Mein‘ und ‚Macht, Kraft, Gewalt und Stärke‘ kämpfte. Die Ablehnung des Freie-Wille-Werkes brächte DIR kein Auf noch Ab; denn Ewig-Ewig heißt Dein Name! Im urgewaltigen Strome Deiner Macht schaffst Du Dir Neues, Ungeahntes.

4-232    Im dritten Jahr des Tat-Zyklus würde eine Ablehnung unweigerlich die Seligkeit den Kindern nehmen, deren Wurzel die Barmherzigkeit ernährt. Dein Vaterteil, o UR, kann ein Letztes in die Schöpfungswaage werfen. Allein steht die Barmherzigkeit im Zentrum ihrer Vater-Wesenheit. Soll deren Gnadenherrlichkeit zurück ins UR-Sein strömen, ohne überhaupt zur Manifestation gelangt zu sein? —

4-233    Lastenschwer steht das Bild vor mir: das OPFER, wenn das zweite Fundament böse gegen Deine Rechtsbedingungen erhoben werden will. Eine dann etwa unabänderliche Auflösung nähme nicht nur uns das Dasein und das Leben, sondern Dir, o UR, ein Werk aus Deinen Händen! Jedoch die Ablehnung steht allein; die Fortsetzung des Kind-Werkes hingegen, gegründet auf die von der Barmherzigkeit gehegte Vater-Gabe, hat einen hohen Helfer. Der Helfer ist die Hilfe selbst, die ein unwandelbares Dennoch-Erfüllen setzen kann!

4-234    Vor zur Kind-Vollkommenheit! lautet Deine Vater-Gabe, ein Grundstück der Vierwesenheit, ein ‚Wirklich‘ für die Kinder im Sinnbild der drei Zeichen aus der Opferschale. Auch ein UR-Opfer wiegt alle Kämpfe auf im Hinblick einer Kindvollendung. Was Dir jetzt wiederkäme, o UR, es wäre wohl kein Fehl, doch auch kein Gewinn, es sei denn, Du entnähmest Deiner Allmacht einen neuen Samen des Gewinns. Hat der Ernst bestimmt, daß beide Fundamente fortführend sind und in souveräner Hoheit ein Opfer das Eingreifsrecht besitzt, so soll die Gabe der Barmherzigkeit nicht umsonst so königlich bereitet sein!

4-235    Darum schaut der Vater auf die sichtbare Vollendung als Krone in Raum und Zeit; Seiner Hände Arbeit: die höchstmögliche Angleichung der Kinder an sein heiliges UR-Ich! Das hält des Vaters Rechte fest als Fortsetzung des Werkes und eben die Vollendung Seine Linke. Mit beiden Händen öffnet und schließt Er Sein Werkbuch bei Beginn und Ende jedes Einzelwerkes. Wahrhaftig ist Sein Wort, die Zusage der Barmherzigkeit hält Er gewiß! Ihm, dem Vater UR, sei Lob, Preis, Dank, Ruhm, Ehre, Treue und unsere Anbetung! Ewig-Ewig, Amen!“

4-236    Strahlend, selbst ein Treusymbol, steht der Reichsfürst zwischen UR und den Ersten, zwischen Werkmeister und Werk. Die Feierlichkeit hehren Schweigens lastet hochgesegnet auf Sadhana und den Engeln, sie ruht opferhaft auf UR. Wie viel Ewigkeitssekunden trinkt die wortlose Besiegelung des Dargebrachten? — Nachdem der siebente Fackelträger seinen Thronstuhl eingenommen hat, erhebt sich UR. Unendliche Erhabenheit überglüht Sein Angesicht. Von den weißen und roten Rosen, die die Kinder am Vorabend rechts und links Seines Throns setzten, bricht Er eine Blüte ab und tut, wie Seine Ersten taten.

4-237    Aus Seiner Opferung steigt lotrechter Weihrauch auf, bildet erst ein Dach und dann eine Zelle, die Vater und Kinder zum ewigen Symbol der Verbundenheit umschließt. Die Ersten spüren das Dynamische, daß das Geheimnis noch zu lösen sei. Denn die UR-Handlung verlangt die Lösung von jedem Kind persönlich, gleichgültig, wie und wo es lebt, wie und wo es dem Ewig-Heiligen begegnen wird. Das Geheimnis offenbart sich jedem bei seinem Mitträgertum. Wer daraus die tröstenden Kräfte schöpft, der erlangt den Gebetstempel, die Vollendungsbrücke und die Segensträgerschaft! Und UR offenbart:

4-238    „Aus Meiner Quelle flutet über dieses Tages Ende hohes Licht, es trägt ihn durch Meine Nacht; und Born und Nacht formen das köstliche Tat-UR-Jahr weiter. Die Endvollkommenheit liegt ganz in Meinen Allmachtshänden, auch von euch, ihr Träger Meines Reichs, Mir völlig überlassen. Ewig hat sie ihren Kronsitz in der Machtmäßigkeit des UR! Es kann das den Kindern zugedachte freiherrliche Gesetz rechtlos zur Vorherrschaft gelangen, im Widerpart zum ersten Fundament; es kann ein solcher ‚Fall‘ das Reich in Aufruhr bringen, einen Schöpfungstag zerstören wollen — seht, es wird im letzten Spiel vergeblich sein; und nichts kann sich aus Meinen Händen winden!

4-239    Ich enthülle eines der drei Zeichen als Bekenntnisschrift, durch den siebenten Engel unauslöschlich dargebracht. So gewiß ihr es erkennen werdet, so gewiß erfüllt sich Wort und Schrift, in der entscheidungsvollen Stunde dieses Tages von MIR zugesagt!

4-240    Eine Krone! Ihr reines Gold ist der Garant des Wortes: Bevor das Tat-UR-Jahr durch rechtlose Beanspruchung der Willensfreiheit eine Auflösung erfährt, will ICH SELBST der oberste und erste Opferträger werden! Mein Opfer soll auch einen tiefsten Fall erlösen! Als ‚Kronsegen‘ erhält die Barmherzigkeit die Gegengabe: aus Meiner Machtvollkommenheit die selige Vollendung Meiner Kinder!

4-241    Dieses heilige Unterpfand gebe Ich als Hochpriester Melchisedek aus Meinem Schöpfer- und Gott-Teil dem Vaterteil. Ich gebe es auch dir, Sadhana, für das Werk, euch Ersten für die Kinder. Im Feuer Meines Heiligen Herdes und in den sieben Fackeln Meines Stuhles wird die Krönung einst der Grund zum nächsten Zyklus sein!

4-242    Aber achtet auf, was nun geschieht.“ Ein sanftes Brausen ist zu vernehmen, die Kinder fühlen sich aufgehoben und stehen alsbald vor dem Heiligen Herd, und auf dem Stuhl sitzt der Allmächtige. Er sagt: „Nur an dieser Stätte ist das Siegel Meinen Worten beizudrücken. Ich halte Meine Hände in Mein eigenes Feuer.“

4-243    Und die Kinder sehen — tiefst erschüttert — Seine Hände zu einer Krone werden, die Kelch und Kreuz umfassen. Die zwei letzten Namen und die erhabene Symbolik sind noch zugedeckt. Doch daß darinnen Opfer und Siegel enthalten sind, spüren sie fast wie beklemmend. Da knien sie nieder, legen ihre reinen Stirnen auf den weißen Teppich und harren fortgesetzt erschauernd dessen, was da kommt.

4-244    „Ich tauche Meine Hände in die Opferschale“, redet der All-Heilige weiter. (Die Schale wird von unsichtbarer Hand auf das Herdfeuer herabgelassen.) „Ich lege eure dargebrachten Lebenszweige in Mein Schöpfertum, das jetzt in Schrift und einst in Tat die wahrhaftige Zusage aus Meinem Wort besiegelt!“ UR hält die blühenden Zweige über das Feuer und in die Opferschale und legt sie unverändert um das Schöpfungsbuch. Alsdann beruft Er Sadhana und den siebenten Eigenschaftsträger, gibt ihnen das aufgeschlagene Buch zum Halten und schreibt Sein im Haus des Ernstes gegebenes Wort mit goldener Feder ein. Und also steht geschrieben:

4-245    Ich, Ewig-Heiliger UR, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger, habe Meinen Willen, daß Mein Tat-UR-Jahr nicht mehr aufzulösen ist! Ich will, sofern das Wille Freiheitsgesetz ungerecht beansprucht wird und die Auflösung Meines herrlichst begonnenen UR-Werkes möglich wäre, wodurch auch eine Auflösung gerecht gebliebener Kinder hervorgerufen würde, selbst der oberste und erste Opferträger sein! Ich will und werde dann in dieses Opfer die gesamte Schöpfung, alle Kinder, ganz besonders auch ein etwa tiefst gefallenes Kind, durch das eine Auflösung die Folge rechtloser Tat werden kann, einschließend erlösen! Mein Wort soll als Siegel ein Kronzeichen tragen. Die Krone ist der Garant für Mein gesprochenes, geschriebenes, gesiegeltes und somit ewig-wahres Wort!! Das ist Mein Kronsegen, den Ich zusagend jedem Kind als herrliches Testament vermache!“
*

4-246    UR hält die Krone ins Herdfeuer und drückt sie als Siegel mitten unter das geschriebene Testament. Danach übergibt Er Sadhana die goldene Feder; sie schreibt ihren Namen rechts, der siebente Lichtfürst seinen bisher unbekannten Namen links des heiligen Siegels ein. Die anderen Fürsten tragen jeder seinen Namen nach freiem Ermessen ein. Es ergibt sich folgendes Bild:

UR-KRONE

Gabriel-Pura

Uraniel-Urea

Zuriel-Helia

Sadhana

Michael-Elya

Alaniel-Madenia

Muriel-Pargoa

Rafael-Agraela

4-247    Mitten in der Krone strahlt — ungeschrieben — der hochheilige Name UR. Er ist von selbst hineingesiegelt worden. Unter ihm, in fast zwangsläufiger Gegebenheit, steht der Ernst, darunter die Liebe, die das Opfer bringt. Zur Rechtskraft des Testaments bedarf die Barmherzigkeit der Ordnung und der Weisheit. Warum unter Sadhanas Name der Wille und die Geduld geschrieben stehen, enthüllt jener Tag, an dem URs Testament die Opfertat erheischt. Also steht es wunderbar gesiegelt, ein Dokumentarium im Schöpfungsbuch! UR-ewige Gravur!! — Muß es sich da nicht erfüllen?! — —

4-248    Ein gotterglühtes Schweigen durchpulst Raum und Zeit, Gewordenes und Werdendes, Bildung und Vollendung. — Die Ersten dürfen nun allein das Tagwerk bis zum vierten Sonnenring durchwandeln. Zu ihrem selbständigen Tun erbitten sie sich demütig im Muriel-Haus den Segen; aber vom Werk aus kehren sie direkt zurück in das Allerheiligste. Als sie eintreten, ist UR nicht da. Sadhana veranlaßt, vom heiligen Hain allerlei Grün herbeizuholen, um das Vaterhaus zu schmücken, für ihren Gott, Priester und Schöpfer, für ihren UR, den sie über alles ehrend lieben.

4-249    Als sie fertig sind, spüren die Priester-Engel den inneren Ruf: UR kehrt von Seinem reichen Tagwerk heim; Er will den Ersten Seinen Feierabend schenken! Sie treffen Ihn am Tore Hephata. Die Freude des Vaters und der Kinder ist kaum auszuwiegen. Als Er den reichen Liebeschmuck zwischen den vier Herrschaftssäulen sieht, da lächelt Er. Ein Dank an Seine Helfer, die voll freudiger Erwartung sind. Wohl: auch das hat Er vorausgesehen, aber nun kostet Er die Freude aus. Er begibt sich auf Seinen Stuhl und spricht:

4-250    „Meine Kinder, eure Liebe verwahre Ich in Mir. Aber noch ist manches einzuheimsen. Bei Zuriel waret ihr der Überzeugung, daß sich die bisherigen Tage als ziemlich gleichmäßig erweisen. Daher sandte Ich euch nochmals in das Werk. Ihr habt gut gewirkt und eine weitere Sicht erlangt. Nun frage Ich, wie euch dieser Tag gefallen hat und ob — abgesehen von Grunddingen — die Tage einander gleichen.

4-251    Schaut jetzt einmal rückwärts bis zum ersten Morgen, und fällt‘s nicht schwer, Tatsachen festzustellen. Dabei bemerket ihr, daß Ich euch keineswegs als Zuschauer und Empfänger Meiner Werke auserkor; sondern je mehr der Tage, je größer eure Mittat an allem, was da wird. Das macht schon die Schöpfungstage unterschiedlich. Außerdem formt das Entstehende jeden Tag für sich. Ja, nun seid ihr voll des Lobes und des Dankes. Aber hört noch mehr!

4-252    Die größten Unterschiede könnt ihr an euch selber messen, was im Rahmen der Erziehungsmühe liegt. Jeder Morgen brachte euch das Leben wieder, das Hineinwachsen in den neuen Tag. Dennoch habt ihr nie ein Einerlei gefühlt. Die stets neue Fülle rief Uraniels Bitte um ein großes Herz zum Einsammeln aller Kostbarkeit hervor. Das bewirkt das Lebendigkeitsgesetz, weil Ich immerfort erneuere, was einmal Meinen urhaften Mitternachtsquell durchfloß. Jeder Tag,  der fertig ist, wird da hineingesenkt; und jeden Morgen schöpfe Ich‘s heraus. Gerade dies Beständige, auf vorher Gegangenes gegründet, offenbart die zahllose Vielgestaltigkeit des UR-EWIG! —

4-253    Wir wollen auch dem vierten mit viel herrlichem Licht bedachten Schöpfungstag aus Aufbau, Richtung und Lauf zu seinem Ziel verhelfen. Denn wenn die Feierabendglocke läutet, muß unser aller Werk vollendet sein. Ihr, liebe Kinder, habt treu und brav das Eure dazu beigetragen, nun zum ersten Male sage Ich: gut habt ihr gehandelt! Den Lohn für eure Mühe legte Ich in hohem Werte an, im Schöpfungstestament! Seine Offenbarung ist der Grundlohn, eure Unterschrift die Zinsen. So seid ihr Schöpfungsmitträger geworden, aus welcher Grundstellung die Mitopferträgerschaft erworben wird. Ein Reichtum sondersgleichen! Ja, Meine Kinder, Ich bin sehr reich!

4-254    Noch ist die vierte Jahresfrage offen, und dem Tag entsprechend hat Mein Muriel dazu das Wort. Erinnert euch der Frage: ‚Darf auf ein höchstes Opfer eine Vollerlösung innerhalb von sieben Schöpfungstagen folgen, oder sollte so ein Kind nach Erkenntnis zwar begnadigt vier Schöpfungswochen fern von Meinem Herzen leben müssen, damit es lange spürt, was es Mir und Meinem Werke tat?‘

4-255    Die vier Tagesfragen und die Antwort zeigten an, wie schwer der Fortgang werden kann. Vom Resultat der Prüfung hängt es ernstlich ab. Noch vier Sekunden hat der Tag, genügend Zeit, um die letzte Gabe auf den Heiligen Herd zu legen.“ UR amtiert als Hochpriester Melchisedek. Die Ersten bedürfen der Sammlung; und URs Feierlichkeit weht als ATMA durch den Vier-Säulen- Raum.

4-256    Wer mißt eine Sekunde, die die Allmacht schenkt? Alle Menschenmaße, aneinandergereiht, füllen weder ihre Tiefe, Höhe, Weite noch die Innerheit. Im Reiche sind sie auszumessen. Mit gesammelter Kraft schreitet der Fürst, URs Hoheit im gerechten Anteil tragend, an den Herd. UR steht vor Seinem Stuhl, das aufgeschlagene Testament in beiden Händen, Auge in Auge mit dem Träger Seines Ernstes, mit Muriel-Pargoa. Und Muriel spricht:

4-257    „Herr, Allmächtiger, Urgrund des Lebens, Ursein des Werdens, Dich beten wir an! In Ehre empfange Preis und Lob ohne Anfang und ohne Ende! Ruhm sei Deiner Macht und Kraft; Dank der Gewalt und Stärke! Aus dem UR-Sprung schufst Du Deine Wunder; einen UR-Samen legtest Du in uns. Die Frucht davon sei Dein! Auch jetzt soll eine Frucht Dir dargeboten werden. Möge sie in Ewigkeit gesegnet bleiben!

4-258    Wir haben erkannt und anerkannt: Das freie Willensgesetz für die Kinder, die gerecht gestellten Bedingungen für Dich; unwandelbare und wandelbare Gesetze; Wiedergutmachung und ihre Folge; das einmalig heiligste Opfer und die Mitopferschaft. Das alles steht im Ablauf Deines wundersamen Tat-UR-Jahres. Du selbst, ewig-wahrer UR, hast mit Deiner Krone unser Anerkenntnis fest gesiegelt. Die Krönung aus dem Siegel bleibt DIR ewig vorbehalten! Ja — meine Antwort soll Krone, Kronsiegel und Krönung zur Schöpfersinfonie vereinigen voll herrlicher Erhabenheit, Pracht und Majestät. In ihr soll ein neuer Zyklus seinen Grundstein finden!

4-259    Die Folge solchen Opfers als völlige Erlösung zu erwägen, jetzt schon, wo es ihrer nicht bedarf, hieße, den Opferträger im voraus um den Erfolg zu bringen. Auch hätte es des erhabenen Testaments nicht bedurft, weil URs Wille walten kann. Trotzdem ist am Abend dieser Ernst-Schöpfung etwaige totale Freisprechung weder in Frage zu stellen noch ausnahmslos zu sanktionieren. Eine Ausgleichung, so wie UR zur hohen Zeit die Tage aus dem Quellborn speist und zur Mitternacht dorthin zurückberuft, ist das Schwerste an der Mitarbeit.

4-260    Das vielleicht zu bringende Opfer kann nicht auf einen abhängigen Einsatz warten; es erlangt — weil zuvor bereitgestellt — die Erfüllung unabhängig von einzelnen Geschehnissen. Ist durch ein Opfer die Erlösung vorgesehen, so muß durch sie ein voller Freispruch möglich sein. Die Opferfolge ist an keine Zeit zu binden, weil sie als reiner Gnadenakt der Barmherzigkeit erscheint, der den Opferträger krönt, aber kein Verdienstwerk eines Kindes löhnen darf.

4-261    Weil weiterhin solch Gnadenakt höchste Hingabe fordert, hat die freisprechende Erlösung einzusetzen (Luk. 23,43), wenn aus Krone und Kronsiegel des Opferträgers Krönung sich vollzieht. Und das geschieht, sobald ein ‚Es ist vollbracht‘ ertönt! Mit dem Opfer-Jubelruf steht der Opferträger allein in Macht und Stand, die Erlösung gleich um einen Fall zu hüllen oder weisheitsvoll an die Bedingungszeit zuknüpfen, die das nachträgliche Erwerben einer Opfergnade mit sich bringt.

4-262    Denn auch GNADE ist kein Akt nur schöpferischer Macht, nicht mal bei ungerechter Vorherrschaft des zweiten Fundaments. Jedem Kind steht zu, eine Gnade zu verdienen oder einen Gnadenakt nachträglich zu erwerben, womit eine Schuld noch abgetragen werden kann. Ebenso sind Kinder frei, ein gerechtes Anbild URs.

4-263    Hält der Opferer durch seinen Krönungsstand die Zeitenwende der Erlösung in der Hand, so ist sie nachträglich nicht willkürlich zu verändern. Die Zeit ist Schuld und Opfer anzupassen. Fällt ein Abweg in die Arbeitstage, muß der erste Feiertag Erlösung und Heimbringung sehen! Höchster Sicht zufolge ist die Schuld am Schuldtag an den einmaligen Gnadenakt zu bezahlen, weil der gleiche Tag Opfer, Freispruch, Erlösung und Heimkehr bringen soll! —

4-264    Nur das Schuldgefühl dürfte nicht erlöschen, bis der Schuldtitel getilgt und der Heimweg eingeleitet worden ist. Der SCHATTEN des Opfers muß den Schuldner treffen; denn würde je die Opferheiligkeit auf ihn entfallen, in Ewigkeit könnte nicht einmal Erbarmung ihn erlösen, es sei denn mit rein schöpferischer Macht!

4-265    Allein, das Opfer muß gesühnt und ausgeglichen sein! Nicht umsonst gaben wir Ersten die Mitopferbereitschaft dem zweiten Fundament anheim; also kann, soll und darf das Opfer auf alle Kindgeschöpfe, auf Raum und Zeit des Schuld- und Opfertages ausgelastet werden. Die freiwilligen Mitträger sollen erstanteilig sein, damit auf sie zufolge ihrer ‚Freiheitsgabe‘ die GNADE kommt, die sehr wohl eine unmittelbare Schulderkenntnis und -bezahlung fordern kann. — Daher den Lichtkindern die Gnade, den Gefallenen den Gnadenakt!!

4-266    Die Gnade kann ein Kind in den Stand sofortiger Wiedergutmachung versetzen, der Gnadenakt hingegen verlangt Zeit zur Buße. Solche Bußzeit kann die Vorstellung von Ewigkeiten haben, und das ist gut! So führt der Gnadenakt zum Schuldbekenntnis. Der dritte Brückenpfeiler wird rechtzeitig offenbaren, wann eine schuldbedrückte Zeit ihr Ende hat. Hält aber hier die alles umschließende Barmherzigkeit die Gnadenhände offen, so erst recht beim Mitopfer ihrer Kinder!

4-267    Auch wenn sie dabei Mitschuldner würden, könnte keine Grundschuld sie belasten. Durch freiwillige Mitopferschaft entfiele der Grundopferanteil als lösender Segen auf sie. Denn der hohe Opferträger wäre ewig der Schuld-Haupttilger! Auf Licht-Kindern kann selbst bei schuldig werden unter Einwirkung eines unbewußten Zustands nicht die Last der Schulden ruhen, wohl aber die Last des Opfers. Bei Selbsterkenntnis hätte dann die Gnade an ihnen bereits ihr Ziel erreicht, womit für sie die vier großen Wundersegnungen geschehen, die Du, Hochpriester Melchisedek, diesem Tage übergabst. —

4-268    Wenn ein Schöpfungsschuldner jede Zeit und jede Last zurückzuzahlen hätte, die seinetwegen alle Opfer umfassen, wer wollte deshalb von Dir Rechenschaft über diese Sühne fordern? Ewig gerecht bist Du, o UR! Wandle aber eine waltende Gerechtigkeit zum Gerichtsakt um, in welchem jeder Schöpfungsschuldner Deinen Gnadenakt erfährt! Der größere Ausfluß Deiner Gerechtigkeit, der etwa eine Schuldbezahlung kennt oder der zum Grundsatz die Barmherzigkeit benutzt, trägt in Dir längst den heilig-schönsten Widerschein! Unnötig, ihn im Worte zu bezeichnen! Die Offenbarung der UR-Herrlichkeit stützt sich gleichrangig auf die bestimmenden Eigenschaften mit der Grundtendenz Gerechtigkeit und auf die tragenden Grundlebensstrahlen, die die Krone in ihrem glorreichen Glanz erheben.

4-269    Doch die Gerechtigkeit kann schöpfungsweit die Flügel spannen, zumal die Opferung aus den tragenden Eigenschaften Geduld und Liebe kommen müßte und die Barmherzigkeit führend auf diesem Opfergang wird. Denn die Gerechtigkeit beschützt den UR-Vorrang des ersten Fundaments, um das zweite Fundament bei rechtloser Ausnutzung trotzdem dem Kind-Werk zu erhalten und in die Wille-Ordnungsbahn zu leiten.

4-270    Wie gleicht sich die Gerechtigkeit in Wille und Ordnung mit der Erlösung der Barmherzigkeit dann aus? Denn zwischen beiden steht souverän die Heiligkeit! Deren erstberufener Schutz hat Sein Wort für alle Eigenschaften einzulösen. Ich sehe, daß die Werk-Heiligkeit schon einen Schutzring braucht, weil Schuld und Opfer möglich werden können. Wer hätte aber so das erste Anrecht an der Gerechtigkeit: der Schuldner samt den Mitschuldigern oder der Opferträger samt den Mitgeopferten?! Hier spricht der ERNST! Ich, Muriel-Pargoa, als Engelsfürst desselben und als Kind, entscheide: Dem Opferträger und den Seinen gilt die Grundgerechtigkeit!

4-271    Wird der Opferträger durch ein heiliges ‚Vollbracht‘ selber zur Gerechtigkeit, so teilt Er sie durch Seine Krönung aus. Wer stünde ihm am nächsten: Sein Schuldner oder jene, die im freien Soll Ihm folgten? Gewiß die letzteren! Doch sollte auf die Krönung die Gerechtigkeit entfallen, die auf die Bezahlung drängt? Müßte nicht den Opferkindern die Gerechtigkeit aus GNADE widerfahren??!

4-272    Ja, jener wird zuerst gedacht, die die Fundamentsbedingungen anerkennen und im freiherrlichen Dienst den Mitweg gehen. Das Opfer macht sie frei von aller übernommenen Schuld! Daran vermöchte auch der Schöpfungsschuldner nichts zu ändern, auch wenn er URs Getreue in den Schuldbann zieht. Das darf keinen Einfluß auf die gerechte Barmherzigkeit und deren Folge haben. —

4-273    Ich frage, liebevollster Vater, warum auch solche in den Schuldschein kämen, die im Maßstab der Gerechtigkeit keine Schuldner wären. Befaßte sich die Gerechtigkeit erst mit dem Schuldner, was zur Folge hätte, daß sie sich auf einen Ausgleich stützt, wie möglich wären die Getreuen aus der nur durch Mitopferschaft erstandenen Mitschuld zu befreien, daß sie nicht zu weit ins UR-Jahr hinein unter dem allheiligen Schöpferopfer stünden? Wäre das gerecht? —

4-274    O, die Heiligkeit kann ihre Grundgerechtigkeit nicht erst am Schöpfungsschuldner messen, sonst würden alle Helfer Mithäftlinge der Grundschuld werden und denselben Bedingungen unterworfen sein, die den Schuldurheber träfen. Kein strengstes, nein ein grundgerechtes Gericht wäre anzufordern, in dem erst die Mitopferträger anzuhören sind. Nach deren Abrechnung könnte der Gerichtsherr auf den Schöpfungsschuldner überleiten. Hingegen die Erlösung hat dem Hauptschuldner erstanteilig zuzukommen, weil aus einer Haupterlösung alle Gliederlösungen stattfinden könnten. Hierin wird die Waage ihres hocherhabenen Amtes walten; und in jeder ihrer Schalen liegt ein souveräner UR-Ausgleich.

4-275    Eine Vollerlösung an das Ende einer Schöpfungswoche erst zu rücken, das, o UR — wir bitten alle —‚ lasse nicht geschehen! Siehe, jedem Deiner Wundertage fehlte ja das Köstlichste, wenn nicht am Abend alle Kinder in die Heimat kämen. Wir Ersten stehen vor der Großmacht Deiner Güte; wir berufen uns auf sie kraft unserer Bereitschaft zum Opfertum. Wir wissen: Deine höchste Eigenherrlichkeit ist Dein Wirken in der Heiligkeit der Nacht!

4-276    Fehlte Dir in einer Nacht ein einziges Kind, sage, hochgeliebter UR, säße nicht die Trauer an der Quelle Deiner Mitternacht? Du lässest mich erkennen: Außerhalb von Dir gibt es weder Raum noch Zeit, wo Kinder, ganz besonders in der Nacht, verbleiben könnten. Kind oder Werk müßten ihre Auflösung erfahren, wären sie nicht nächtens von DIR sorgsamst eingehüllt! Nur die UR-Substanzen aus der Auflösung kämen so zu Dir zurück.

4-277    O Hochpriester Melchisedek, Du tauchtest Deine Heilshände in das Allmachtsfeuer auf dem silbernen Teller, ehe Du Dein Testament ins UR-Buch Deiner Werke schriebst. Ich halte meine Hände ebenfalls ins Werk- und Opferfeuer als Symbol, daß ich ein Schutz der Heiligkeit nach Maßgabe Deines Ernstes bin. Du aber bleibe unser Schirmherr allezeit! Schöpfung, schaue meine Hände, ihre Form, die goldene Kelter! Meine Antwort ist geheiligt und werkgerecht geworden.

4-278    In die aus vorbedachtem Opfer kommende Erlösung soll der Schöpfungsschuldner und durch ihn alle Mitschuldner eingeschlossen sein. Die Gerechtigkeit aber soll erst den Mitopferträgern und dann durch sie dem Schöpfungsschuldner widerfahren! Keine Nacht soll sein, in der nicht alle Kinder, selbst ein verlorenstes, ihren Ruheplatz in Deinem Vaterherzen haben! So geschehe, wenn — aus Deiner Gott-Herzkammer aufsteigend — ein einmalig gewaltiges Opfer zum Ausgleich einer Schöpfungsschuld erforderlich werden wird!

4-279    Geordnet ist die Bahn. (Jes. 57,14)  Mögen Schuld und Opfer kommen — UR, Dein Werk ist bereit! Du kannst den Tag des Ernstes höchstgesegnet nun verwahren; seiner Erfüllung wegen wird in hoher Mitternacht Deine UR-Sonne unvermindert strahlen! Auch das offenbare sich als Gnadenheil, sollte einmal Dunkelheit das Erdreich (nicht ursächlich die Erde Symbol Mitternachtssonne) treffen. Ja, in keiner Deiner hohen Nächte wird Deine UR-Sonne mehr verdeckt, zum Zeichen der Vollstreckbarkeit Deines Testaments! Erlösung und Gerechtigkeit, Gnade und Gnadenakt führen alle Kinder heim, ehe jemals eine Nacht den Schuld- und Opfertag bedeckt! Das vollende sich im Namen Deiner Grundbarmherzigkeit! Amen.

4-280    O UR, Dich beten wir an, Du unser ein und alles!“ Der Engelsfürst kniet nieder, sogleich umgeben von den andern. Gemeinsam beten sie: „Dir danken wir! Lasse uns in Deinem Gnadenherzen ruhen, wo Dein heiliger Lebensschlag Dein Wesen und auch uns durchpulst. Wir rufen nun an diesem Abend, den Du uns in unvorstellbarer Köstlichkeit erleben ließest:

Heilig, heilig, heilig, heilig bist Du,

UR-IMANUEL!“

4-281    Das Hohe Haus erzittert in seinen Grundfesten (Jes. 6,4), so braust der Ruf durch seine 1-lallen und bringt die wundersame Schöpfung aus Tiefe, Höhe und Weite heim. Lodernd schlägt des Herdes Feuer bis über die Opferschale hoch, die wie einholende Arme schwingt und feinsten Weihrauch von sich gibt. Von der Domkuppel herab breitet er sich wie ein lindes Tuch über Gottes Kinder aus. Die UR-Sonne vergoldet den Abend mit ihrem vollen Segenslicht. Und ‚IMANUEL‘ tönt äonenfach durch die UR-Ewigkeit in Raum und Zeit und kehrt auf schimmernden Schwingen ins UR-Zentrum zurück. Mit seiner Rückkehr wird Werk und Leben wieder eingebracht. Ein gnadenvolles Vorsymbol!! UR spricht Sein letztes Abendwort an Seine Ersten:

4-282    „Amen! Meine starken Engelsfürsten, nun seid ihr Mitträger Meiner Heiligkeit! Das Kinderreich ist mit euch gegründet worden, mit euch wird es bestehen bleiben. Und du, Sadhana, Liebliche Meines Herzens, dein Mantel sei diese Heiligkeit! Als teuerstes Kleinod will Ich dich in ihr verwahren. Du bist Mein! Ist die Schöpfungsfreiheitsprobe einst getan und du verstehst hernach deren tiefen Sinn, so wirst du dann als höchstes Zeichen über allen Meinen Werken sein. Ich werde regieren, und du wirst mitschaffen unter Meiner Hand!

4-283    Nun schöpfe Ich den großmächtigen Namen IMANUEL, den die vierte Fackel in ihrem Brand entfachte, aus Meinem Feuermeer und soll für euch bedeuten: UR mit uns. Wo und wann immer dieser Name in euren Herzen widerhallt, ihr ihn ruft im Kampf für heiliges Licht, ihr aus ihm die ganze Glaubenskraft, höchste Anbetung und Dank und volle, freie Hingabe an Mich entnehmt, wird euch zu jedem Sieg verhelfen

UR-IMANUEL!

4-284    Vollendet ist der reiche Schöpfungstag! Ich senke ihn in Meine Priesterkammer, in den Quell der Mitternacht. Und werke Ich am nächsten Morgen neu, soll dein Wort, Mein Engelsfürst, als ein erster Strahl der UR-Sonne dem Neuen gelten. Euch gebe Ich den Segen als UR-Imanuel!“ Weit strecken sich die heiligen Hände aus. Die Ersten fühlen sich umfaßt, als ob starke Arme sie hochhöben an URs breite Brust. Und alsbald hat der Weihrauch sie schützend eingehüllt.

4-285    Aus traumhafter Ferne spüren sie der LIEBE Kuß, hören im Hauch den Namen UR-IMANUEL. Die Nacht deckt sie mit samtenen Flügeln zu. Der Tag brachte nicht bloß den Kindern seine Gaben, nein, auch UR ist reich beschenkt. Zumal im Namen ‚IMANUEL‘! Kein Vortag hatte ihn gehört; im nächtlichen Geheimnis hatte Er ihn Seiner Quelle anvertraut. Seine Ersten riefen ihn dem offenbarten Tage zu. Aus diesem Namen wird einst des Opferträgers Krone kommen! —

4-286    Unsagbarer Friede waltet. Friedsam ist die Nacht; friedvoll ruht das Werk im Borne neuen Lebens. Ehe die Mitternachtsglocke schlägt, setzt UR hinter Seinen vierten Schöpfungstag nicht nur das sonstige ‚Gelungen‘ als Gnadengabe für die Kinder, sondern ein Grundstrahl schreibt in leuchtenden Lettern ‚IMANUEL‘! In reinem Golde liegt der Name auf des Wassers Spiegel. Und mitten aus dieser Schrift hebt der All-Heilige Sein neues Tagewerk heraus. —

4-287    Und es ist ein UR-Laut, den die Glocke hell verkündet, der schon das Kommende in heilig-hehrster ‚Jubilate‘ frei zu IHM erhebt!

IMANUEL – UR-IMANUEL

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