Und GOTT sprach:
Es errege sich das Wasser mit wehenden und lebenden Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Geiler, davon das Wasser sich erregte, allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder auf Erden.
Und GOTT sprach:
Die Erde bringe hervor Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. Gott machte die Tiere auf Erden und Vieh und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. (1. Mo. 1, 20-25)
Dieweil du hast bewahret das Wort Meiner Geduld, will Ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die da kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da auf Erden wohnen. (0ff. 3,10)
Hier ist die Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gottes Gebote und den Glauben an JESUM (0ff. 14,12)
5-1 Heilig, unendlich erhaben, sind die Perioden in den Nächten, die Stunden voller Ewigkeiten, in denen nichts ist als UR und seine Heiligkeit! Da zieht Werk bei Werk Ihm herauf, Gewesenes und Werdendes; sie bilden das von IHM selbst erfüllte Sein. Wo ist der Sinn, zu verstehen, warum UR die Nächte in Sein Ich-Wesen stellt und den Unterschied zwischen hehrer Nacht und heiligem Tage macht? Die heiligste Nacht wird sein, in der UR in sich den Opferträger bildet. Er wird diese Nacht einer Welt symbolhaft geben, wenn der Menschensohn geboren wird. War nicht ‚Hohe Mitternacht‘, als der Schein des Himmels auf die Erde traf? Auf Maria, Josef, auf die Hirten, die drei Weisen, und — der Materie die Erlösung bot? —
5-2 Noch ist‘s nicht jene Nacht aus Raum und Zeit der UR-Ewigkeit; noch formt die Quelle ihren segensvollen fünften Schöpfungstag. Allein, es ist jene Nacht im Tat-UR-Jahr, die der ‚Sohngeburt‘ vorausgeht und sie — andachtsvoll — durch die erste Eigenschaft in der Gott-Herzkammer beschatten läßt. Denn Geduld ist der Grundstock des Opfers, die Liebe aber der Grundstock seines Opferträgers. —
5-3 In der ersten Stunde nach Mitternacht hält der All-Heilige seine Hände in das Wasser. Raunend rieselt es durch die Schafferhände über das Werk, das sich aus Gedanke und Wort kristallisiert. Über dem Wasser funkeln zahllose Lichtstrahlen; sie kreuzen und binden sich, werden form- und wesenhaft. Ein stark gekreuzter Strahl überflutet das All, schwebt zurück, gleitet in die Schöpferhände, und UR drückt ihn an die Brust, dahin, wo sein Herzschlag sich in einen vierfachen Strom ergießt. — Als Er in der zweiten Stunde dem Quell ein Kleinod entnimmt, trägt Er ein anderes Gewand; es ist ein anderes Antlitz, das sich zur Tiefe neigt, zur Höhe schaut, die Unendlichkeit umfaßt und sich selbst im heiligen Gewässer spiegelt.
5-4 Wer ist‘s, der am Quell lauscht, was nun sein Inneres durchzieht, als sei da ein zweites Leben? Kann UR innen und außen unterschiedlich sein? — Nein, Er ist und bleibt derselbe, im raumlosen Raum, in zeitloser Zeit, der seinen Wunderwerken Aufbau, Richtung, Lauf und Ziel verleiht, daß sie in sich selbst geheiligt und vollendet würden. Aber jetzt offenbart Er seinen dritten Wesensteil. —
5-5 O UR, hochheiliger Opferträger, wer begreift es denn, was hier geschieht?! Waren nicht alle Deine Nächte voll der hehrsten Heiligkeit, daß eine fast die andere übertraf? Wer verspürt den Widerhall der Allgewalt? UR, wie DU stehst und in Dich lauschst, wie Du das Werdende in Deinen Händen hältst, wie es im Abbild Dein erhabenes Antlitz überstrahlt, und — ach UR, es ist ja nicht zu fassen, was Du tust! Ewig-Ewig, Heilig-Heilig! leuchtet schon ein Erlösungslicht. Heiligstes geht aus Dir für Deine Kinder, die Du in Deinem UR-Schoß, in der Opfermacht und -kraft des kommenden Geschehens trägst! —
5-6 Die Glocke läutet die dritte Nachmitternachtsstunde ein; sie füllt sich an mit allem, was der fünfte Schöpfungstag im Tat-UR-Jahr zur gesteigerten Vollendung geben soll. Und die vierte Stunde säumt URs geheimes Walten ein, ehe neues Morgenrot das Firmament erhellt. In dieser Stunde läßt Er den Namen ‚IMANUEL‘ aus seinem Born nun in ‚sieben Lichtern‘ sich erheben. Er schreibt ihn auf sein ‚heiliges Erdreich‘, auf dem Er steht, das nicht die Menschenerde ist — noch nicht! — Er gräbt in jede Zacke seiner Krone einen Buchstaben ein. Da ist die Nacht vorbei. —
5-7 Viermal hat UR ‚Imanuel‘ graviert, somit für die Kinder zu einer Macht und Kraft geworden, zur Gewalt und Stärke, die mehr als den neuen Tag beschützen. — Der Morgen steht auf. Viermal hallen Glockenklänge über die Quelle und über UR hin — und kommen doch aus seiner eigenen Tiefe; denn Er umgibt das All, Er füllt es aus!
5-8 Herrlichkeit der Ewigkeit, Licht vom Licht, aus GOTT geboren! Feinste Farben-, Licht- und Tonsinfonien, so entsteigt der jungfräuliche Tag dem Morgenrot und entschleiert sich in unglaubhafter Schönheit und Mannigfaltigkeit. Aus dem das All überflutenden Glanz treten zuerst das Allerheiligste und die Konturen der ‚Stadt des lebenden Gottes‘ hervor. UR wandelt über den roten Teppich durch das dritte Tor des Heiligtums, durch die große Halle in königlich erhabener Majestät und begibt sich ins Geviert der vier Herrschaftssäulen. Er nimmt das Schöpfungsbuch zur Hand; sein Schöpferwort am Morgen der Geduld hallt durch den heiligen Raum und legt sich als sein ATMA auf alle der Erweckung harrenden Lebensdinge.
5-9 „Es werde! Du fünfter Tag des Tat-UR-Jahres erwache zum Leben! Werde, was Ich seit Äonen für Dich vorgeschaut; bringe, was du den Kindern geben kannst; vollende es durch die Geduld, aus der Gewalt! Nun stehe Ich im Zentrum Meiner dritten UR-Herzkammer. Als heiliger Gott will Ich den Tag regieren und Meinen Kindern in göttlicher Geduld helfen, bis sie ihre Reife haben werden.
5-10 Erst in Erprobung aus Geduld können sie den entscheidendsten Tag und seine Liebe erkennen, in sich tragen und lebenswahr gestalten. Dann erscheint die Barmherzigkeit, die krönende und gekrönte Eigenschaft, in welcher Ich als ‚VATER‘ dominiere. Ohne Geduld werden sie weder die Liebe noch den Vater völlig fassen, nicht mit Mir zur Einheit kommen. Vorausschauend für den Tag, an dem die Demutsbahn eines Opferträgers nötig werden kann, gebe Ich für ein Sonderwerk in Mir noch gebundene Potenzen frei, damit die Kinder zu ihrer Kraft-, Demuts- und Geduldsprobe gelangen.
5-11 Die Teilung der Lebenspotenzen liegt bereit; ein Teil ist den Kindern aufbewahrt, daß aus ihnen wieder Kinder kommen. Doch du, Tag der Geduld, sollst sie noch ruhen lassen, denn in Mir sollen sie den Segen des Gehorsams lernen. Der andere Teil ist zur Prüfung vorgesehen, gleichzeitig zu dem Opfereingriff, wenn der Freie-Wille-Weg zur Widersätzlichkeit erhoben wird. Dann werde Ich über die ‚gebundenen Potenzen als einer von Mir allein abhängigen Kreatur auch die Kraft eines Gefallenen erlösen. Jetzt aber sollen sie ein Leben zur Freude und geistigen Nutzanwendung Meiner Kinder haben.
5-12 Als GOTT will Ich segnen, was aus Gedanke und aus Wort die Geduld zur Tat erschafft. Denn Ich bin ein eifriger Gott, Ich vollende alle Meine Werke!“ UR legt das Buch auf seinen Herd, ordnet die grünen Zweige seiner Ersten, hält sie ins Feuer des Silbertellers und taucht sie in die Opferschale, aus der starker Weihrauch quillt. Er zündet die Kerzen der fünf Leuchter an; die beiden andern stehen oberhalb des Schöpfungsbuches, zwischen ihnen der Schöpfungskelch. Diesen füllt UR aus dem dritten Strom des Brunnens vor dem Heiligtum; er fließt hinaus zur Weite des Raumes und seiner Zeit.
5-13 Zurückgekehrt, spricht Er weiter an das Werk: „Vier Tage sind vergangen, in denen Ich als Schöpfer und als Priester wirkte, was in Mir vorbedacht und auch gesprochen war. Aus Meinen UR-Kämpfen zeigten sich vereint ‚Meine Macht‘ und ‚Meine Kraft‘! Nun steht die Tat! Der Ernst als Hüter Meiner Heiligkeit hat im Sinne aller Grundlebensstrahlen die Entscheidung gültig eingeleitet; doch über die Stimme des Ernstes in der lnkarnation eines Meiner Erstgeborenen erhebe Ich, UR, als Schöpfer und als Priester das mögliche Maß des freien Willens; denn nun stehe Ich als Gottheit auf dem Plan, und Mein Gott-Anteil muß die Last des freien Willens tragen.
5-14 Sollte Ich die Heiligkeit des Werkes schänden lassen, sobald das eine Kind, dem Ich eine Willensvollkraft vorbehielt, das Ziel der Macht erkennt und daraus volle Freiheit des Gesetzes ohne Ausgleich mit Meinen Bedingungen verlangt? Wäre es nicht besser, das zweite Fundament im Wirken der Geduld unter das erwogene Maß zu stellen? Keines der Kinder würde die Begrenzung spüren. Der Schöpferimpuls bedenkt die Handlung; denn auch dabei würden Meine Liebe und Barmherzigkeit volle Tatgestaltung haben!“ UR sieht das Maß aus seiner viergeteilten Schöpfung, aber auch die schönste Freiheitsfrucht, die an der Gnadengrenze reift. Da spricht der Priester zum Werk:
5-15 „Volle Weisheit wäre, bliebe es beim viergeteilten Maß, das sich gewiß ergänzt, weil die Kinder niemals mehr in sich ausleben können, als was jedem Tage zugewiesen wird. Das Ziel der Schaffenstage stünde ihnen ohne Schranke offen und mit ihm ihre Seligkeit. — Ich brauchte dann das Schöpfungsopfer nicht zu tragen und Meine guten Kinder keine ungewollte Last. Was Mir der Ernst als Bürde anheimstellt, ist trotzdem ins gesetzte Maß mit einzureihen, und so können Meine Kinder auch die reine Seligkeit genießen.“
5-16 Im Ernst erwägt noch einmal UR, was sein Gedanke und sein Wort im Herrschaftswillen sich zur Tat ersah. Beides ist gut: Beschränkung und Erhöhung des Maßes; und beides will UR der Kinder wegen tun. Darum steht Er nun als GOTT am Heiligen Herd, legt beide Hände auf das offene Buch des Werkes und spricht: „Der Schöpfer gab den geschöpflichen Gedanken bewußtes Leben; der Priester legte segnend in sie seinen Geist; der Gott hauchte ihnen die Lebensseele ein und baute jene Brücke, die zur wahren Kindschaft, zur Verbindung mit Mir, dem VATER, führt. Ich, Gott, übernehme deshalb die Entscheidung, die der Ernst am vierten Schöpfungsabend anheimgab.
5-17 Wird das Maß nach den bestimmenden Eigenschaften eingeschränkt, so haben trotzdem alle Kinder ihre Seligkeit. Nur — sie werden sie nicht selber ernten. Und Ich, UR, ernte so nicht Meine Kinder! Ich nehme sie dann bloß zurück, kaum mehr befähigt als im Anfang der Gedanken. Wiegt das den Einsatz Meines Tat-UR-Jahres auf? Wohl, es wird eine schwerste Probe sein, und Ich will nicht voraussehen, obgleich erstmalig Mein Kind (ursächlich Sadhana, allgemein alle Kinder) die Bahn erkennt. Allein, was es etwa selber tut, das tut es aus dem freien Triebe seiner Kraft, wie Ich, UR, aus Meinen stehenden und waltenden Machtpolaritäten schaffe!
Ich will, daß Meine Kinder Mir anbildsmäßig gleichen sollen!
5-18 In dieser höchstmöglichen Angleichung will Ich Mich selber sehen, in eigener Machtvollkommenheit, im Spiegel aller Meiner Werke!“
5-19 UR als Priester sagt: „Die Angleichung ist zu erreichen, wenn bis zur letzten schöpferischen Konsequenz geschieht, was die Gott- und Vater-Wesensteile von dem Tat-Werk fordern. Dann darf kein Kind weder nach den tragenden noch nach den bestimmenden Eigenschaften, sondern nach den wandelbaren Gesetzen geleitet werden, auf daß sie so den Weg des freien Gehorsams gehen lernen. Daher ist nicht das das Entscheidende, ob und wie das erste Kind mit dem freien Willen ausgestattet wird. Schwerer wiegt es, ob Ich als UR nach einem Fall eine ungeheure Demut und das Opfer auf Mich nehmen, die Schöpfung nicht zerstören will und Mich selber an Mein Wort gebunden halte! Aber
Ich, GOTT, bin der freie Bürge des gewaltigen Tat-Ausgleichs!
5-20 Mein Vater-Herzteil soll bei solcher Schöpfungsschlacht die Barmherzigkeit in Meine Ordnungswaage legen; und als VATER will Ich warten, bis der Ausgleich möglich ist. Habe Ich das nicht sogar in Meiner Heiligkeit bedacht? — Darum ist es zu erwägen, ob das Ziel für alle Kinder Mein Demutsopfer aufwiegt oder nicht!“
5-21 „Das Ziel des Tat-Zyklus wiegt das Demutsopfer auf“, strömt es aus UR. „Schöpfer- und Priesterwesen können es nicht auf sich nehmen; doch Geduld und Liebe führen es zur überstrahlenden Vollkommenheit hinaus! Dann krönt des Vaters Krone jene Kinder, die ihr Mitopfer auf den Altar legen und sollen wahrste Heiligkeitsbesänftiger sein, bis das UR-Opfer in Herrlichkeit Mein heiliges All-Wesen offenbart!
5-22 Die Entfaltung Meiner Herrschaft nach dem Sühneopfer soll Mein Vater Wesensteil bewahren, und dieser gießt es dann ins Priester- und ins Schöpfertum. Und in fortgesetzter Tätigkeit wird man Mich als UR, als Ewig-Heiliger, Ewig-Einziger und Wahrhaftiger sehen. Im UR wird jedes seine eigene, höchstmögliche Willensvollendung schauen. Dann erkennen Mich alle Kinder, was Ich bin:
Der UR-VATER!
5-23 Ich will erreichen, daß Meine freigeborenen Kinder Mich nur noch als ‚UR‘, wie Ich immerdar gewesen und ewig seiend bin, erkennen, schauen, verstehen, Mich lebendig in ihren Herzen tragen, ohne der Möglichkeit anheimzufallen, aufgelöst zu werden. Mein ‚Anbild‘ soll in ihrem Innern eingegraben sein! ‚Stückweise‘ enthülle Ich Mich ihnen jetzt; denn sie sind noch nicht erprobt, sind noch ohne jene Willenskraft, was sie allein befähigt, als UR-Kinder mit Mir vertraut zu verkehren. Das aber ist Mein höchstes Ziel! Um deswillen ist das Sühneopfer aufzunehmen und mit ‚Es ist vollbracht‘ zu krönen. Die Vater-Herzkammer wird alle Opfer der getreuen Kinder Meinem Opfer anzugleichen wissen, damit auch sie die ‚Ewige Krone‘ erhalten, die Meiner Barmherzigkeit zuzustehen hat.
5-24 Diese wird dann auch ein Schutz und Schirm der Geduld und Liebe sein, dem Opferträger und allen Mitopferträgern. Wie Ich Mein Blut annehmen werde, so ebenfalls das Blut der Opferkinder. Dann kommt der Tag, wo Ich als UR-Vater mit dem weißen Stab regiere, erkannt und geliebt wie nie zuvor!! Denn alle Liebe, Mir bis dahin zugebracht, wird eine Teilliebe sein, weil auch Ich Mich jetzt zu einem Teile offenbare. Hernach werden Ich und Meine Kinder eine frohe, reichst gesegnete Ernte halten! Ich werde sie ganz ernten und sie Meinen Reichtum, der voll aus Meinem UR-Sein an Macht, Kraft, Gewalt und Stärke fließt; und sie können das Gegebene tragen.
5-25 Das zu erreichen wird ohne Opfergang kaum möglich sein. Darum übergebe Ich als Vater es dem Gott-Herzteil, das Opfer mit der Angleichung der Kinder an Mein Ich in Geduld und Liebe aufzuwiegen!“ UR schaut zur Höhe und mißt den Weg von Stund an über eine Opferung bis zur Zeit, da Er als UR-Vater seinen UR-Kindern gegenüber stehen wird. Wer kann diesen Raum-Blick, diesen Ausdruck Seines heiligen Gesichts ermessen? O, was lebt darin an unerhörter Weihe und an — ja, an einer Trauer, die Ihm jenen sonderbar sanften Glanz verleiht. Dunkel, hehr und heilig, so steigt es auf, die eigene UR-Sache, von keinem Kinde zu erfassen, am wenigsten zu tragen. — Ruht nicht der Blick mit erschütternder Gewalt auf der Seele seines Kindes? —
5-26 Ewig-Heiliger, wie müßte doch das Herz entbrennen, ginge es dem Blicke nach, der am Beginn des fünften Schöpfungstages mit Gewalt das ALL durch dringt. Doch so sanft ist die Gewalt; denn das ewige Angesicht schimmert noch verhüllt — aus Gottes Ferne. Kann ein Herz beschreiben, was es bänglich zitternd und doch beseligt spürt? In dieser Stille, die UR sich selber gibt, übernimmt Er auch das heilige Geheimnis. Ach, möge jedes Herz den Augen folgen, die die Bitternis des Weges sehen, ehe die Entscheidung reift.
5-27 UR handelt! Die rechte Hand berührt das Siegel seines Buches und die linke öffnet es. Er schlägt jene Seite auf, wo sein Testament geschrieben steht. Mit behutsamer Gebärde legt Er Sadhanas grünenden Zweig feierlich auf die Schrift des Testaments. O sieh! Ein Teil davon wird dürr! Lange betrachtet Er den armen Zweig. — O UR, UR, wie kannst Du so schauen, daß es einem Kinde wehe tut? — —
*
5-28 Aber siehe auch: Er taucht den Zweig in seinen Kelch; da wird das Wasser rot wie Blut! Und nun — nun trinkt UR das rote Wasser aus und legt den Zweig in Seine Opferschale. Jubel, o Licht-Jubel! er wird wieder grün! Größer und schöner blüht er auf, daß er fast die Länge des Heiligen Herdes erreicht. Da flammen URs grundgute Augen hellauf. Den leeren Kelch hält Er in das Feuer; alsbald füllt er sich mit reinem, klarem Wasser aus dem Quell. Noch einmal berührt Er Sadhanas Zweig, damit derselbe dem Tage angemessen bleibt. — Die mächtige Ouvertüre des fünften Schöpfungstages ist beendet. —
5-29 Das bisher Gewordene nimmt Gestalt und Leben an; auch die fünfte, sechste und siebente Ringsphäre erhalten ihre Sonnen und die Sterne. Beim Anfüllen des siebenten Ringes hebt UR die rechte Hand gegen seine Sonne, und ein Schatten fällt auf einen Teil der Sphäre gleich einer geschöpflichen Gestalt. Der also beschattete Raum bleibt vorläufig leer. UR weiß, wann dort einmal Licht und Strahl verkörpert werden sollen. Sicher ist, daß schon geheime Kräfte segnend walten.
5-30 Mit dem Ende der ersten Morgenstunde stehen Sadhana und die Engel bereits erkenntnisreich vor dem Heiligen Herd. Sie sind fähig, den Raum — soweit gebildet — vom Heiligtum aus zu überschauen, zumal ihre Urzentralsonnen. Warum aber wird mit jedem Tage wieder alles neu? Oder bleibt es in UR ohne Auflösung bestehen? Er sieht die Frage seiner Kinder, die nicht wissen, was in den heiligen Nächten vor sich geht. Gütig redet Er sie an:
5-31 „Meine liebliche Sadhana, Meine Fürsten, ihr Fackelträger Meines Lichts! Immer mehr strömt Mein Wesen in euch ein; und aus Erkenntnis wächst die Kraft zur schöpferischen Tat. Gar manches aber ist euch noch nicht klar. Zwar hattet ihr am letzten Abend den Raumaufbau der Tage schon recht gut erkannt. Die Ringsphären und die in sie nun eingegliederten Strahlsphären zeigen deutlich an, wie unterschiedlich jeder Tag vom anderen ist, abgesehen davon, daß Grundwerke stets zuerst und auch genau der Reihe nach wieder in Erscheinung treten. Dieses aber reicht nicht aus, den neuen Tag mit seinen Gütern aufzunehmen, mit dem, was er bringt, und mit dem, was er fordert!
5-32 Die Verbindung zwischen Mir, dem urewigen Quell, und euch, den aus Mir fließenden Gewässern, wird von dem euch gegebenen Teilgeist, der insbesonders Meiner priesterlichen Herzkammer entspringt, jederzeit festgehalten. In persönlicher Erhebung können Kinder die Verbindung lösen, aber stets die eine, die von ihnen zu Mir geht, niemals die von Mir zum Kinde reicht. Der Teilgeist ist UR-Geist-Essenz und als solcher — auch im Kinde — unbeeinflußbar!
5-33 Besitzt ihr also diesen Geist, müßte es dann nicht genügen, daß Ich einmal euch ins Leben rufe, weil der Geist, Mein Ich-Bin, urewig ist? ohne Aufhören des Schaffens, unermüdlich, und sogar in Meinen hohen Nächten voll ungeahnter Arbeitskraft? — Das ist es, was ihr nicht versteht. Nun, ihr habt noch nicht die sieben ersten Tat-Jahr-Tage hinter euch, und es fehlen also die Erkenntnisse aus Geduld, Liebe und Barmherzigkeit. Höret aber, was Ich euch zu sagen habe:
5-34 Daß Ich selber keine Steigerungen kenne, weil es in Mir niemals einen embryohaften Anfang gab, habt ihr, in Erinnerung des Beispiels von den Ringen und den in ihnen wachsenden Pünktchen, gut erkannt. Und doch: Ihr müßt reifer, größer werden an schöpfungsrechter Tatkraft; ihr müßt vollendet werden, trotzdem ihr von Meinem Geist erhalten habt! Das ist euch rätselhaft. Dem müßte eigentlich mindestens sinngemäß vorausgehen, daß ihr vordem unvollkommen waret.
5-35 Sadhana fragt: Hängt das etwa von der Seele ab, die Dein Gott-Herzteil uns gab? Da frage Ich zurück: Ist Mein Gott-Teil kleiner als Mein Priester-, Schöpfer- oder Vaterteil? Ich gab euch ja von Meinem priesterlichen Geist, dazu die gottbehauchte Wesensseele, also kann unmöglich aus dem für euch sichtlich gesteigerten Wert Geringeres werden, daß eine Unvollkommenheit aus der Seele herzu leiten wäre. Das leuchtet euch schnell ein. Ihr betrachtet daher das Geschöpf, ob in ihm die Unvollendung liegt. Allein, Meine lieben Kinder, auch hierbei habt ihr euch mit Meinem Sonnenlicht noch nicht vertraut gemacht, obwohl sie nun am fünften Tage neue Herrlichkeiten bringt.
5-36 Was Ich als Schöpfer schaffe, ist vom Augenblicke an vollkommen, da es ward! Ja, nun wissen eure reinen Herzen keinen Rat. Aber, Meine Kinder, ICH bin ja da, und Ich gebe gern aus Meiner Weisheit, damit es hierin in euch tagt. Grundlegend bleibt bestehen: Ich habe als Schöpfer Meine Geschöpfe vollkommen geschaffen, als Priester ihnen einen vollkommenen Geist gegeben, als Gott aus jedem geistgesegneten Geschöpf eine vollkommen lebendige Lichtseele gemacht! Wie ihr Mich jetzt vor euch sehet und nicht allein als Erscheinungsform, so bleibt Meine Gestalt als die höchstvollendete, in der Ich Mich als UR ewig offenbare!
5-37 Unser Zuriel denkt bei sich: ‚Sind die Geschöpfe als Geister und Seelen nach dem verliehenen Maß vollkommen, wie UR in seinem Maß vollkommen ist, warum dann sich steigernde Tage? Wo ist Sinn und Zweck dabei, wenn nicht in der Veränderung? Abgesehen von etwaiger Freiheitsübertretung, müßte alles doch vollkommen bleiben. Kann überhaupt ein Widerpart das zweite Fundament zum Vorherrschaftsgesetz erheben?‘ — Die Fragen Meines Weisheitsträgers sind berechtigt, denn die Mir entströmende Vollkommenheit vereinbart sich nicht mit einem Schöpfungsfall. Und doch kann er geschehen! Nur liegt es nicht an der vollkommenen Erschaffung eines Werkes, sondern an dem Ziel, das gerade aus der Vollkommenheit im Werk sich selbst begründen soll.
5-38 Mit diesem Wort ist etwas anzufangen; ihr spürt den Zusammenhang zwischen Aufbau und Ziel. Am Vortag sagte Ich im Haus des Ernstes jenes hochbedeutsame Wort: Vor zur Kindvollkommenheit! Soweit im vierten Tage möglich, konntet ihr den Sinn begreifen. Nun verlangt ein neues Werk erweiterte Erkenntnisse, doch zeigt sich scheinbar eine Wissenslücke. Ihr fragt, ob ihr über Nacht rückgebildet worden seid, weil euch nun die Klarheit über diese Frage fehlt.
5-39 Nein, ihr Ersten, euch geht keinerlei bereits erworbene Erkenntnis ab. Aber seht: Werdet ihr einmal Mitopferträger, so werden manchmal Zweifel kommen, ob der Weg vorwärts oder rückwärts führt. Das hängt damit zusammen, daß dann die einzelnen Wesensteile nicht gleichen Schritt halten können oder wollen. Fern von Mir, wird manches Kind das ‚Geschöpf‘ in falschem Besitzrecht herabzuwürdigen versuchen.
5-40 Erkennen sie aber in sich einen ‚Geist‘, so nehmen sie dann an, daß er — zwar gut — wachsen müßte. Solch ein Gedanke entspringt dem Zwiespalt einer Seele, deren einer Teil zum falsch erhobenen Vorherrschaftsgesetz gehört. Sehen sie auch diese Wahrheit ein, so geben sie im allgemeinen dem Geist die Vorherrschaft, was ihrer Ansicht nach aber auch ein ‚Wachsen‘ bedeuten würde.
5-41 Allerdings besagte es dann wenig, ob sie an des Geistes Wachsen oder an seine beständige Vollendung glauben, weil beides dienlich ist. Erreicht der Geist das Übergewicht, so beginnt die Wahrheit schon zu dämmern. Ja, kein Teilgeist braucht zu wachsen, nicht einmal der Lichtseelenteil, den ja jedes Kind von der Himmelsheimat mit zur Pilgrimstraße bringen würde. Beide sind vollendet, beide aber müssen lernen, sich auszubreiten, um die Lichtherrschaft, die Geistmacht immer auszuüben.
5-42 Anders sähe es mit dem aus einem Fall gebildeten zweiten Seelenteil aus; doch das sei später erst enthüllt. Wir betrachten nun das ‚Kind‘, das Meinem Vaterteil entstammt. Hier liegt nicht allein der Ursprung aller Schaffung, nein, hier enthüllt sich das Geheimnis des ‚Gewordenen und Werdenden‘! Geworden ist alles; aber all das Gewordene muß noch werden!
5-43 Das ist ein Ziel, die zu erstrebende Vollendung in der Angleichung an Mein UR-Ich. Die ‚Kinder‘ sollen werden! Zwar seid ihr es bereits aus der vierten UR-Herzkammer. Und so wähnet nicht erst, daß demgemäß das ‚Kind‘ unvollkommen sei. Das Kind als solches braucht nicht zu wachsen, denn auch Mein Vaterteil gibt die Vollkommenheiten ab! Das ‚Kind‘ braucht nicht einmal wie Geist und Lichtseele um die Vorherrschaft zu ringen, es ist ja keine Substanz, wie Geschöpf, Geist und Seele eure Form, Kraft und Befähigung ausmachen.
5-44 Wie schon gesagt, ist das Kind-Werk Meine schönste Schaffung. Jedes Kind hat innere und äußere Lebensform, letztere aus Meinem Schöpferprinzip, erstere aus dem Priester- und Gottprinzip entnommen. Nach beiderlei Hinsicht seid ihr werkgemäß vollkommen. Allein, das ist so noch kein Besitz geworden; ihr seid es ja, weil ICH euch schuf! Ihr seid ‚Gewordene‘! Ziel ist: werdende Vollendung als persönlich erworbenes Eigentum, eine gewisse im Endbild erschaute Unabhängigkeit von rein schöpferischer Macht. Auch eine Souveränität! In all diesem zeigt sich ja der Weg, ein ‚Kind‘ zu werden!!
5-45 Das empfangt ihr aber nicht wie den Teilgeist und die Seele. Die Kraft des Geistes und die Fähigkeit der Seele sind heilige Güter, mit denen Ich jedes Geschöpf ausstattete, wodurch sie selbsttätig und selbständig ‚Kind‘ werden sollen. Unser siebenter Lichtfürst fragt mit Recht, was es mit den Kind-Sein im Zusammenhang mit allem anderen für eine Bewandtnis habe. Nun, so höret weiter:
5-46 Die Sehnsucht, wieder mit Mir völlig eins zu sein, hat darin ihren Grund, weil Ich als Vater ursächlich die Sehnsucht bin; denn alle Gedankenteile sind Mein unveräußerliches Gut! Dieses ‚Wieder-in-Mich-Nehmen‘ trägt nicht die Folge, daß bei dem erreichten Ziel die Kinder wieder würden, was sie vor Meinen heiligen Ausgleichskämpfen waren. Geschähe das, so wären jede Schaffung und die Sehnsucht bloß ein Trug. Das Wieder-eins-mit-Mir macht euch zu einem persönlichen Urselbst. (Großes Evang. Joh., Bd. 1, K. 2) Euer Kind-Sein ist die Sehnsucht; ein Urselbst ist das Ziel davon! Die Allgewalt des hohen Ziels gründete Ich auf diesen fünften Schaffenstag und braucht nun niemand mehr zu fragen, warum Meine Eigenschaft GEDULD erster Grunddominant des Gott-Herzteiles wurde.
5-47 Als Schöpfer bin Ich in stehender Machtpolarität die Tatsache, als Priester und Gott in waltender Machtpolarität die Kraft und Fähigkeit. Alles daraus ‚Gewordene‘ erhält im Prinzip des Vaters sein ‚Werden‘ und damit jegliche Erfüllung. Und so besitzt auch ihr gemäß eurer gewordenen Form essentielle und kompakte Substanzen. Ja: Priester und Geist, Gott und Seele, Vater und Kind entspringen nicht nur dem gleichen Prinzip, sondern leiten auch zum gleichen Ziel hin. — Als Schöpfer behalte Ich Prinzip und Ziel MIR vor, darin bleibt alles von Mir abhängig, darin bin und bleibe Ich UR selbst!! Kein Kind vermag jemals in Mein UR-Selbst einzudringen; ein UR-Kind würde auch nicht seine Hand danach recken. —
5-48 Jetzt schaut ihr — rückwärts blickend — das voraus und begreift, warum ihr vollendet werden sollt. Kind sein heißt ‚voll Sehnsucht sein‘, heißt: als Geschöpf unbeirrt vom Schöpfer abhängig, aber auch von Ihm gelenkt, beschützt zu sein! So breitet sich in seiner Kraft der Teilgeist aus, und die Seele gelangt kraft der Befähigung zur Selbständigkeit, bis aus allem zusammengefaßt das UR-Kind sich entwickelt. An diesem Stadium angelangt, offenbare Ich Mich dann als ‚UR ohne Teilung‘! Das wird eine Seligkeit, die nicht einmal, selbst wenn sie in gewisser Hinsicht gleichanteilig auf Mich und Meine Kinder fällt, von euch Ersten auszuschöpfen ist.
5-49 Zu diesem Zwecke trat als Erstes die Geduld aus Meiner Gott-Herzkammer auf den Plan. Anders wäre sonst die Vollendung unmittelbar geschaffen worden, mehr oder weniger als rein urschöpferische Tat. Ich bin ja doch der ungeteilte UR ! Ein ‚Werdenlassen‘ käme hierbei nicht in Frage. Aber diesem UR-Flug ist kein Kind gewachsen.
5-50 Darum setzte Ich das Ziel erst jetzt unter der Vorherrschaft der Geduld in der ersten Tat-Jahr-Woche ein, Ich hemmte Meinen UR-Flug um der Kinder willen und habe den bereits erwähnten vierfachen Zügel = Güte, Gnade, Langmut und Sanftmut angelegt. Denn gerade sie sind Einzelzüge Meiner Gott-Geduld. Sie wird ihre Zeit gleich einem ‚SOHNE‘ aus dem Schoß der Liebe heben, und das wird hernach der Opferträger sein, so es nötig werden wird. Darüber später mehr.“
5-51 Wieder herrscht weihevolles Schweigen. UR amtiert. Er rückt den fünften Leuchter vor, legt die Zweige der Weisheit und Geduld auf die Tagesseite seines Buches, setzt Sadhana und die vier ersten Engel zur Tag- und alle zur Mitarbeit ein. Der rote Teppich schmückt den Herd und rollt sich weit in Raum und Zeit hinaus. Auf ihm kniet der fünfte Engel, als er zur Erwählung aufgerufen wird. UR spricht:
5-52 „Mein Fürst! Ich setze dich als fünfte Fackel ein; leuchte als ewiges Symbol Meiner allumfassenden Geduld! Unvergänglich in ihrer Gewalt wird die erste Eigenschaft des Gott-Herzteiles in das große Werk Meiner Macht und Kraft eingeschaltet. Ja, in unverrückbarer Ordnung, unwiderruflichem Willen, unumstößlicher Weisheit, unantastbarem Ernst, so steht Mein Werk! Nun hat dazu die erste tragende Eigenschaft die sichtbare Offenbarung grundeigen übernommen. Aus dem Gewordenen wird ewig-lebendes Werden!
5-53 Ich richtete in der ersten Tagesfrühe die Geduld zum Sondergrund des freien Willens her. Du, der fünfte Fürst, hast den Grund aus eben der Geduld stets zu überprüfen, ob er die Last ertragen wird, die das Freiheitsfundament im Falle einer Vorherrschaft erzeugen kann. Gleich dem Ernst als Sonderwächter Meiner Heiligkeit bist du für den besagten Grund nun eingesetzt; denn gemäß dem Tag ist es nicht abzusehen, inwieweit sich die Geduld erschöpfen läßt.
5-54 Freilich, der eigentliche Tag kommt erst noch, wo sich die Mächte messen werden und dabei alle Grundlebensstrahlen zu ihrem Einsatz kommen. Dann werden sie in Mir, dem Grundeigentümer, ihre Probe abzulegen haben, doch auf ihrem Feld in einer großen Schöpfungsfreiheitsprobe Meine Kinder, die Träger dieses Eigentums! Gerade dann hat die Geduld vordringlich dazustehen, nicht weil sie größer als die andern ist, sondern weil Ich — UR an ihrem Tag für Mich und alle Kinder die Entscheidung des Ernstes in Meine Gotteshände nahm und weil aus dieser Eigenschaft der Opfersohn zu zeugen wäre. Geboren aber würde er aus Meiner nächsten Eigenschaft, der Gottesliebe! —
5-55 Hoheitsträger der Geduld, gewaltiger Cherubim, sanfter Seraphim, leite das, was du empfangen und lebendig in dich aufgenommen hast, allen Fürsten zu. Sei ein Wahrheitsstempel Meiner Worte!“ UR entfernt die fünfte Silberglocke; und da sieht ein Kelch, wie jener auf dem Herd, aus dem UR das rote Wasser trank. Bedarf es eines zweiten Kelches? Ist nicht jedes heilige Gerät nur einmal vorhanden? Oder wäre der erste Kelch der vorgeschaute, der nicht unbedingte, während sich im zweiten eine unumgängliche Notwendigkeit enthüllt?!
5-56 Die geheimen Fragen der Ersten finden alsbald Beantwortung. UR gießt in den enthüllten Kelch das helle Wasser des Herdkelches, hält beide über das Feuer auf silbernem Teller und hat ein Gefäß in heiliger Hand. Zutiefst spüren Gottes Kinder das Mysterium, das UR mit seiner Handlung offenbart. Er bestätigt auch ihr Ahnen, auf den Kelch deutend, den Er zwischen Feuer und fünften Leuchter stellt:
5-57 „Aus der zeitlosen Zeit, als die zu Kindern ausgekämpften Gedanken noch urverwurzelt waren, ungeteilt von Mir, leuchtet — nun für euch erkennbar — die Allgewalt des jetzigen Werdens auf. Denn ewig, ewig schuf Ich Werk um Werk, in und aus Mir, wenngleich vor dem Tat-UR-Zyklus keines derselben neben Mir gebildet ward. Trotzdem gliederte Ich schon damals eine werkhafte Zweitform allmählich aus Mir heraus. Als nach endgültigem Bedenken darüber die UR-Kämpfe entbrannten, verschloß Ich Mich dem nicht, was ein neben Mich gestelltes nahezu völliges Selbstwerk mit sich brächte, würde Ich ihm eine im Bedingungsablauf angeglichene Willens-Unabhängigkeit gewähren.
5-58 Das läßt sich von einem Kind nicht ohne weiteres begreifen. Aber habt Geduld, bis ihr in des Tages Hochziel Einblick in das Mysterium erhalten könnt. — Jetzt rufe Ich dich vor an Meinen Heiligen Herd, Fürst der Geduld. Recke deine Hände über das unentwegt brennende Feuer aus, damit dein Name offenbar werde, lichtgewaltiger Engel, wie er als Mitsiegel Meines Testaments eingetragen steht.
5-59 Du, Cherubim, bist Alaniel und du, Seraphim, bist Madenia. Aus Meinem Gotteswesen tragt ihr als Positiv und Negativ in der euch gegebenen Einheit das innere und äußere Bewußtsein Meiner göttlichen Gewalt. Im Element ‚Erde‘ bestätigt sich euer Amt. Nehmt das Zeichen der Berufung, Erwählung, Weihe und Würde entgegen; es ist zugleich das Symbol vom fünften Tage Meines Tat-UR-Jahres!“ Ein Sonnenstrahl umkost den Kelch, dessen Funkeln fast die Ersten blendet. Alle heiligen Geräte spiegeln sich in seinem Silberglanz; mehr aber — wenn auch geheim — in URs wunderbaren Augen. Die Erwählten heben den Kelch über das Feuer des Herdes, und UR redet weiter:
5-60 „Der Kelch, das Zeichen der Geduld, auch einer Opfertat! Wer sich diesem beugen, es erkennen und anerkennen wird, ja wer gewillt ist, daran teilzunehmen, der wird vom Bitterwasser ewige Süßigkeit und Freude ernten. Der steht dann auf dem Grunde der Geduld in heiliger Verankerung. Wahrlich: Der Tag des Kelchtrinkens könnte bringen, was er will, Widerpart, Chaos, Todesfolgen — alles wird vergeblich sein und keinen Meiner Treuen ernstlich treffen! Ja, eines zeigt sich schon: Das gnadenvolle Füllmaß Meines Kelches ist so groß wie jenes aller Mitopferträger insgemein! Gib zu trinken, Fürst der Geduld!!
5-61 Doch über den, der aus Willensfrevel statt Meines ‚Heiligen Erdreichs‘ eine arme Weltenerde macht, gieße den Kelch aus gleich der Schale des Zorns in Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß er der Stunde inne werde, wo Meine Geduld für Kinder das Opfer fordert! Verschone keinen, der Heiliges in Unheiliges tauscht, entziehe ihm den Boden der Geduld, bis er aus seinem Abgrund wieder nach dem GRUND verlangt. Dann gib den Abtrünnigen noch einmal den bitteren Kelch. Nehmen sie ihn an, so will Ich in Geduld an die Heilsverheißung denken und hole sie ins ‚Reich Meiner heiligen Erde‘ (Lichtreich) wieder heim. Das sei dann das Friedensreich, das offenbar eingelöste Pfand Meines Testaments!!
5-62 Achte aber stets der Treuen, daß kein Abgrund sie verzehrt. Meine Großen können für die Kleineren mittrinken, wie der Opferträger für alle trinken wird! Er bringt das ‚Kind‘ (Sadhana) zurück; die Mitopferträger das, was ein Gefallener verliert (geheiligte Kraft). Den geschöpflichen Anteil müssen die Gefallenen selber bringen als Rechtstribut einer Opferfolge. Im heiligen Walten lenkt so der vierfache Zügel das Verirrte, wodurch ein nachträgliches Erwerben der Grundgnade möglich ist.
5-63 Alaniel-Madenia, seid erster Hüter an der dritten Tür des Heiligtums, durch die GOTT in die Weite wandelt und durch sie wiederkehrt als Opferträger, der das Reichsgut rettet, den hellsten Diamant: UR-Vater und UR-Kinder! Die Schöpfer- und Priesterpforten benützen die Träger der unwandelbaren und wandelbaren Gesetze, die Gottespforte jene einer Opferung. So prüfe, ob die Bürde derer, die außerhalb des Lichtes leben müßten, gerechtfertigt sei; prüfe bei ihrer Rückkehr, ob eine abgelehnte Last mit dem Grundmaß der Geduld zu messen ist.
5-64 Ungerechtfertigte Kläger lasse nicht in Mein Allerheiligstes herein. Sie müssen draußen bleiben, bis die Geduldszeit durch die Liebe die gekrönte und krönende Barmherzigkeit offenbart. Dasselbe tue mit allen Säumigen, die den Geduldsgrund auseinanderreißen wollen, damit ihr Schuldanteil als seicht befunden würde. Die Geduld zu schützen ist Vorbedingung eines etwa nötig werdenden Opfers.
5-65 Empfange Meinen hohen Gottessegen, Träger der Geduld. Durch ihn sind alle Himmelskörper mit Triebkräften aller Art zu eurer Freude zu beleben. Walte deines Amtes, Mein fünfter Engelsfürst!‘ Kniend empfangen die Geweihten ihren Segen. Dabei stehen alle Ersten auf. Aus des Engels Dank steigt schon ein Strahl der ihm anvertrauten Eigenschaft. Das Danken ist nicht besser, als es bisher geschah; und dennoch steht die Steigerung offen vor den Kindern.
5-66 Da überschreiten sie zum ersten Mal die Grenze und scharen sich dicht um den erhabenen Stuhl des Höchsten, aus dessen Allgewalt sie ein Funke trifft. Und sie beugen sich! Sie sehen nicht, wie des Herdes Feuer, das Licht der Kerzen, Fackeln und der Sonne sich zu einer Brandsinfonie vereinigen. UR sieht es allein. Und es ist gut! Sie merken es auch nicht, wie UR ihren Herzen einen Strahl für sich entnimmt; und es ist abermals gut. UR sieht allein, daß geheiligte Sehnsucht ihre erste freie Stufe selbst erreichte. In feierlicher Stille breitet Er — ungesehen — seine Hände aus. Der wortlose Segen liegt reich auf den gebeugten Häuptern und erhobenen Herzen. Und innerlich werden sie emporgehoben, bis sie auch äußerlich auf der ersten Thronstufe stehen und wissen nicht, wie es geschah.
5-67 Als sie das sanftdunkle Leuchten seiner Augen nahe sehen, kommt über sie unsägliche Erschütterung. ‚Anbeten! Anbeten!‘ ruft ihr Geist. Der Tag ist ja gegeben, wo sie UR ums Bedeutende nähertreten können: ‚GOTT schauen von Angesicht zu Angesicht.‘ (2. Mo. 33,11; 5. Mo. 34,10, Matt. 18,10) Die Gnade hält sie fest. Da verharren sie bei Ihm; und der ‚Gott der Geduld‘ hilft ihnen, sein hehres Antlitz zu ertragen. Nun festigen sie es auch in sich in wahrer Anbetung und Danksagung. Und UR sagt:
5-68 „Meine Ersten! Vorgeschaut, daß ihr diesen Schritt in Meine Nähe selber tut, war es wohl, aber nicht die Zeit bestimmt. Ich sage euch: Ihr habt die Zeit überwunden! Jede Vorschau ist trotz Freiheit ein an Mich Gebundenes; doch Ich gruppierte sie in die bedachte, immer werkgerechte, und in die freie, den Kindern überlassene Vorschau ein. Euer Tun entsprang der letzteren. Zu Meinem UR Jubel wäre dies euer erster freibewußter Schritt, ein selbständig errungenes Eigentum werdender UR-Kinder.
5-69 Aus euren Herzen habt ihr diese Tat geboren; darum bleibt das Herz des Geistes und der Seele Sitz, in dem Ich der Grundeigentümer bin.
Kinderherzen bleiben Mein unveräußerliches Eigentum!
5-70 Ihr seid schon zum guten Teile Meine Kinder aus euch selbst; also wird sich das Geformte aus dem Werk der viergeteilten Schöpfung in jenem hohen Sinn vollenden, den Ich nunmehr offenbaren will.
5-71 Ihr spürt den in der zeitlosen Zeit heilig-verwahrten Odem, das ATMA. Wenn ihr es an dem überaus gesegnet begonnenen Tagwerk der Geduld kaum mehr als ahnend spürt, ist darüber hinaus das Gefühl der Vereinigung mit Mir doch stark in euch geworden, daß ihr am liebsten ewig den jetzigen Stand behalten möchtet. Nun — der Tag fordert mehr und bringt auch mehr. Eines aber bleibt: die innere Verbindung, die selbst ihr Ersten nicht zerreißen könnt! Eine vorübergehende, auch böse Störung hat nunmehr auf den Verlauf des Tat-UR-Jahres keinen anderen Einfluß als den einer in Geduld überlassenen Gnadenzeit, die wohl benutzt, vielleicht sogar ausgeschöpft werden kann. Anderes geschieht aber nicht! —
5-72 Noch wißt ihr nichts von einem beschatteten Teil; doch bestätigt die Frage, wieso aus dem äonenfachen Licht auch Schatten kommen kann, die euch anhaftende Ahnung. Schaut ihr Mein Heiligtum und in dessen Widerstrahl die lichtgewordenen Tage bis zur letzten Grenze, so ist eure Frage allerdings berechtigt, zumal des Lichtes Gegenteil schon gefühlsmäßig keine UR-Substanz sein könnte. UR hält ein. Die Ersten sollen selber prüfen. Alaniel antwortet nach einer Weile:
5-73 „Ewig-Heiliger UR, unser guter Gott, heilig ist Dein ‚Licht bei Licht‘, was aus Deinem Herzen kommt. — Du hast unsere geheime Frage ausgesprochen. Dadurch haben wir gemerkt, daß ein Schattenteil durch eine Kraft des freien Willensgesetzes sich erst als herbeigeführte Störung bilden kann. Aber: Außer Dir ist nichts, was da ist, allewiger Gott! Selbst Dein Werk neben Dir ist ein Teil Deiner heilig inneren Wesenheit. Woher nähme denn ein Gegenteil den Grund? Lehre uns in Deiner Güte das erkennen, damit wir — sollte einst ein Schattenteil Gestalt annehmen — Dein Licht dorthin tragen können, daß daraus wieder Gutes werde, wie es sicher werden soll.“
5-74 „Das ist eine gute Rede.“ URs Augen ruhen freundlich auf dem Sprecher. „Nun, Ich deutete schon einmal darauf hin, daß manches anders zu betrachten sei, als es oft den Anschein hat. Seht, ihr wißt diese Frage nicht zu lösen; doch das Eine wisset ihr, daß Ich die rechte Antwort geben kann, und ihr schaut allein auf Mich. Das ist eine der schönsten Erkenntnisse, die sich je erringen läßt. In ihr liegt auch der große Grund dieser mitentscheidungsvollen Tagesfrage, und Verborgenes enthüllt sich bald.
5-75 Die Zeit wartet auf das, was ihr zu geben habt. Darum kommt, Meine Kinder, folgt euerm Gott, der über allem euer Vater ist und bleibt.“ Alaniel nimmt vom Herdschmuck einen weißen Blütenzweig; kniend überreicht er ihn als Dank für ein erhaltenes Lob, von dem er glaubt, es nicht verdient zu haben. Gütig behält UR den Zweig in der rechten Hand und legt ihn später auf dem Altar des Alaniel Hauses nieder.
5-76 Auf dem roten Teppich, der als Prachtstraße durch schönste Haine führt, wandern sie zur bekannten Mauer. Dort angekommen, zeigt sich nicht allein ihr ‚Hephata‘, sondern zwölf zweiflügelige Tore. Sadhana fragt um deren Zweck. UR verhält den Schritt und fragt zurück, welches etwa das Geduldstor sei und ob sie gern durch dieses möchten. Alle betrachten das riesige Viereck der Mauer. Uraniel antwortet:
5-77 „Allgütiger Gott, es ist sicher eine Probefrage, und so weiß ich nicht, ob mein Verständnis dazu reicht. Siehe, draußen kreisen unsre Sonnen; müßten demnach nicht die sieben ersten Tore dorthin führen? Und wäre deshalb wohl das fünfte Tor jenes der Geduld? UR lächelt sanft. Da tritt der siebente Engel vor, indem er sagt:
5-78 „Uraniel hat recht, wenn er nur an unsere Sonnen denkt. Doch wohin führten dann die anderen Tore? Stehen sie überhaupt mit unsern Sonnen im Zusammenhang? Das erste Tor, bei dem wir uns befinden, ist das Tor des Ewig-Heiligen UR, des Ewig-Einzigen und Wahrhaftigen, durch das zu gehen nur Er berechtigt ist, und sollte kein Kind jemals ohne Führung oder Auftrag dessen Schwelle überschreiten. Rechnen wir zu ‚Hephata‘ noch sieben Sonnentore, so bleiben weiterhin vier übrig. Frage: Was bedeuten sie?“ UR sieht seine Kinder ermunternd an. Da schmiegt Sadhana ihre Hand in des Vaters Rechte und sagt:
5-79 „Stehen die vier Tore etwa in Verbindung mit den Pforten Deines Heiligtums? Oder sind sie eher ein Symbol der großen viergeteilten Schöpfung, von der Du uns, o UR, schon so viel Herrliches berichtet hast? Wenn so, hätten auch Uraniel und unser siebenter Fürst ganz recht.“ Sadhana schaut in Gottesliebe durchglühtes Angesicht. Ja, es leuchtet lauter Bestätigung darin, dennoch wartet UR auf weitere freie Erkenntnisse. Da sagt Zuriel, indem er auf UR und die noch geschlossene erste Lichtpforte deutet:
5-80 „Eine hehre Gottheit schuf sich hehre Werke! Alles Gewordene trug UR durch dieses erste Lichtprachttor hinaus in jeden Raum, in jede Zeit, die die Ewigkeiten füllen. Wir kennen keine Schöpfungsnächte, nicht die ersten oder letzten Tagesaugenblicke, in denen UR nach seinem Wesen wirkt. Er hat Seine ewig vollkommene Gestalt enthüllt. Kann sich daher UR zugleich in vier personhaften Formen zeigen und dementsprechend durch vier Tore gehen? Täte Er es aber, so geschähe es unsichtbar und einer geheimen Arbeit, eines Ziels wegen.
5-81 Doch im Sinne seiner Innerwesenheit, uns in den vier Herzkammern und sieben Eigenschaften aufgetan, geht Er zugleich durch so viel Licht- und Lebenspforten, als aus Ihm Gedanken ihre Gnadenpfade nahmen. Zur Vollendung Seiner hohen Werke bedarf es aber stets nur eines Tores, das der Ewig-Einzige benutzt! — Die Bestimmung der vier Tore wolltest Du, allheiliger Vater, uns selber sagen, denn DU allein weißt ihr Geheimnis.“ Die Ersten schweigen. UR zeigt auf die vier Mauern mit je drei Toren in einer Länge und antwortet:
5-82 „Meine Kinder, was ihr sagtet, ist ein Wahrheitskern, aus dem ein Lebensbaum zur Sättigung eines vollen Schaffenstages wachsen kann. Nun gebe Ich Mein Körnlein Wahrheit auch dazu. Eines habt ihr alle gut erkannt, daß das erste Tor Hephata Mein eigenes ist, durch das Ich das ein- und austrage, was Mir vorbehalten bleibt. — Zuriel hat recht, daß es einer eigentlichen Aufteilung Meines Wesens nicht bedarf. Es sind einmal vier Pforten am Heiligtum gesetzt, und damit ist die Offenbarung Meiner heiligen Vierwesenheit bestätigt.
5-83 Sehet, Ich schuf Meine liebliche Sadhana als Sinnbild Meines UR-Ichs und euch, Meine sieben Fürsten, in gleicher Hinsicht als Träger Meiner sieben Grundlebensstrahlen. Soll aber Meine Wesenheit soweit als immer möglich im Werke durch die Kinder sich entfalten, so bedarf es weiterer Darstellungen. Hierunter fällt jene von vier großen Engelspaaren, die die Vierwesenheit auszumachen haben. Und diesen kommenden Engeln gelten die restlichen vier Tore.
5-84 Außer diesen Personifikationen besitze Ich weiterhin zwölf Grundstrahlungen, die als Verbindungsgruppe zwischen Meinem Inneren zum Äußeren vorgesehen sind. Aus diesem UR-Motiv werden gesondert als positive und negative Gruppen vierundzwanzig Engel geboren, die über die zwölf Mauertore die eigentliche Hüterschaft zu übernehmen haben. Das Warum läßt sich euch leichter offenbaren, wann es geschieht, als jetzt mit vielen Worten. Eines sei im voraus angedeutet, daß die vier Engel die Wächter-Engel werden, zudem symbolisch für die vier Lebensbäume am Tagesbrunnen und dessen vier Tagesströmen, während den 24 Engeln, den Ältesten, die zwölf Grundstrahlungen gelten.
5-85 Noch eine Einteilung der Tore sei durch ein Entsprechungsbild euch kundgetan.“ UR läßt die Ersten die Mauereinteilung mit allen Namen sehen und sagt weiter: „Aus dem Bild ist zu erkennen, daß die erste Mauer, vor der wir stehen, MIR allein gehört. Prägt ihr euch das bestens ein, so kommt gar bald die Klarheit über euch, daß darin ein recht bedeutendes Geheimnis ruht, welches jedem Kind zu einem Schöpfungssegen wird, sobald es sich mit ihm befaßt.
5-86 Aus dem Schöpfertum stieg für die Kinder das Vaterwesen auf. Darum die erste Mauer Mir als Schöpfer und als Vater. Rechts und links hat die Mauer im genauen Gegenüber die Eigenschaften des Schöpfer und Priesterteils, und zwei Wächter-Engel führen vom Priester- zum Gottesteil. Mir als UR gegenüber steht die Barmherzigkeit als Sinnbild des Vaterteils und sehet ihr die ‚BAHN‘ vom UR zum Vater! Diesem zur Rechten und zur Linken die Gotteigenschaften Geduld und Liebe als Brückenbogen, der notfalls eine Fallkluft überspannt. —
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