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Die Religion, die Kirchen, die Zukunftskirche – Leseteil 4 – Teil II K – Die Religion

Teil II K – Die Religion

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Die ersten Gemeinden

74. Ev 8, 23, 15)—17) Für die ersten Gemeinden, sagt Jesus Seinen Jüngern, sollten sie den kundigsten und getreusten Mitbürger zum Aufseher bestellen und ihm die Gabe des Heiligen Geistes erteilen. — Ev 8, 102, 23) Die Gemeinde, welche von der reinen Wahrheit genährt werde, würde den Weisesten bei ihr bald herausfinden.

75. Ev 8, 90, 1)—8) Für die ersten Gemeinden, sagt Jesus weiter, soll neben einem Schulhaus ein Versammlungshaus bestehen, in dem aber nicht nur der Gemeinde-Rabbi das Recht, zu reden und zu predigen, habe, sondern jedes männliche Gemeindemitglied, wenn es von Gott dazu ermuntert werde. Alle Zeremonie soll im Handeln nach dem Worte Gottes bestehen! Der Sabbath soll nicht nach der Weise der Templer geheiligt werden, die ihm eine gewisse magische Heilswirkung beilegten, ebenso nicht die sonstigen Festtage!

Das Taufen

76. Ev 4, 110, 5)—8) Die Taufe: Die Wassertaufe an unmündigen Kindern hat garkeinen Wert, sie ist nur ein Zeichen für die Aufnahme in eine bessere Gemeinde. Die Namensgebung hat nur äußeren Wert. „Man könnte aus dem Grunde auch ohne die Wassertaufe Johannis dem Kinde einen Namen geben, und es wäre das vor Mir alles gleich, denn kein Name heiligt die Seele eines Menschen, sondern allein der freie gute Wille, nach der besten Erkenntnis recht zu handeln sein Leben lang.“ Johannes taufte auch Kinder, wenn sich gewissenhafte Stellvertreter vorstellten und gelobten, für die geistige Erziehung des Kindes die eifrigste Sorge zu tragen. „Die Taufe aber heiligt des Kindes Seele und Leib nicht auf länger, als auf solange nur, bis das Kind zur wahren Erkenntnis Gottes und seiner selbst und zum Gebrauche des freien Willens kommt.“ Bis dahin sollte die Wassertaufe aufgeschoben werden! Die Wassertaufe ist aber zur Heiligung der Seele und des Leibes garnicht nötig, sondern allein das Erkennen und Handeln nach der Wahrheit aus Gott. „Die wahre und bei Mir allein gültige Taufe ist die mit dem heiligen Geiste der ewigen Wahrheit aus Gott.“

77. Ev 4, 220 9)—15) Jesus hat den neuen Weg so angebahnt, daß der Funke Seiner Vaterliebe, den Er in das Herz einer jeden Seele gelegt, wachsen und sich mit der Seele vereinen soll. Dieser Funke wird in aller Fülle erst dann in die Seele gelegt, wann der Mensch das Wort Gottes vernommen und angenommen hat. „In der Folge aber werden die Kindlein, so sie auf Mein Wort und auf Meinen Namen gezeichnet und getauft werden, den Geistesfunken Meiner Liebe ins Herz ihrer Seele gelegt bekommen.“ Wachsen wird er aber nicht bei einer verkehrten Erziehung. (Ueber die verschiedenen Zeiten der Einlegung des Geistes in die Seele s. Wegweiser Teil I „Seele und Geist“ 1—10; d. Vf.)

78. Lbl III, 231 „Laß dich nicht kümmern, Mein Kind, ob die Kindertaufe oder die Taufe Johannis die Mir wohlgefällige ist! Darüber mache dir keine Sorge! Wer von Mir Selbst getauft ist mit dem Wasser des Lebens, welches da ist Mein göttlich Wort, der hat die wahre Taufe empfangen. Und wer sich tauchet in Mein Blut voll Liebe und Demut, der ist reingewaschen und erlöst von aller Sünde und hat ein mehreres nicht vonnöten. Wie sollte Ich euch ein neu Gebot geben, Meine Lieben, denn das nur, daß ihr Mich liebet von ganzem Herzen und euren Nächsten wie euch selbst! Und was soll euch die Taufe Johannis nützen, so ihr Mich in aller Fülle des Geistes schon in euch habet und Ich in euch lebendig bin und bei und unter euch wohne, ja stets gegenwärtig bin!? .. Ich bleibe bei euch und gebe euch Meinen Frieden und Meine Liebe samt Meinem väterlichen Segen. An dieser Taufe laß dir genügen!“

79. Vb 4, 69 Betreffs der Zweifelnden sagt der Vater „Lehret sie und taufet sie, d. h. weihet sie ein!“

80. Ev 8, 20, 16) Jesus sagt zu Seinen Jüngern: „Wie aber Ich nun euch allen die volle Freiheit aus Mir Selbst wiedergebe, so tuet ihr in Meinem Namen auch eueren Brüdern dasselbe! Taufet sie im Namen Meiner ewigen Liebe, welche da ist der Vater, des Wortes, das da ist des Vaters Fleisch gewordener Sohn, und Dessen Geistes aller Wahrheit und löschet in ihnen dadurch das alte Erbübel aus, das da ist dies euch nun wohlbekannte und verdammliche Muß des Gesetzes!“ — In Ev 8, 24, 1) und Ev 8, 27, 5) ist hierzu gesagt, das Taufen solle durch das Auflegen der Hände erfolgen, dies stärke.

Die Konfirmation

81. Vb 8, 130 (Nr. 450) Die Konfirmation. Die Erneuerung des Taufbundes „wird von Mir gesegnet, wenn er eine Uebergabe des Herzens an Mich ist.“ Der Konfirmationstag als Tag des Beginns der Wiedergeburt soll ein Tag des Gelöbnisses sein, an der Erkenntnis der göttlichen Dinge und aller göttlichen Wahrheiten weiterzubauen.

Die Trauung

82. Ev 8, 40, 21)—24) Zur Trauung: Auf die Frage des Petrus, ob die Jünger die Ehe einsegnen sollten, antwortet Jesus: Dies sei an sich nicht nötig. Zur Ehe genüge das gegenseitige Gelöbnis vor den Eltern oder sonstigen Zeugen. Wenn sie, die Jünger, die Ehe aber einsegnen wollten, so sollen sie als Liebesdienst sie in Jesu Namen einsegnen, das werde zur Bekräftigung des Bundes dienen. Das solle aber kein Gesetz sein, sondern nur ein guter Rat! Eine bezahlte Einsegnung durch einen gebieterischen und überhochmutsvollen Priester habe aber vor Ihm keinen Wert und habe Sein vollstes Mißfallen.

Segnen

83. Ev 6, 180, 1)—2) Das Segnen. „Wo Ich bin, da ist auch schon der Segen mit Mir, eines mehreren bedarf es da wohl nicht! Lebe du nur auch nach der Lehre, die Ich Meinen Jüngern gegeben habe, und du wirst erst dadurch zu dem wahren lebendigen Segen gelangen, der dir nicht nur für diese Welt, die für jedermann nur von einer sehr kurzen Dauer ist, sondern für deine Seele, die ewig leben wird, zum größten Nutzen gereichen wird.“ Der Segen, den die Pharisäer austeilen, nütze nichts.

84. Lbl III H 21, 19 Den Segen erteilen die Eltern den Kindern bei besonderen Gelegenheiten, so bei der Geburt, dem Inslebentreten eines Menschengeistes, und sonst. Er ist ein Vermächtnis Gottes, von Ihm gegeben bei der Erschaffung des ersten Menschenpaares, zu dem Zweck, die Menschenseele zu festigen und zu heiligen gegen den Einfluß des Bösen und Unheiligen. „Der Segen gibt dem Geist, der in Materie gebunden ist, das Licht, die Weisheit und die Selbstständigkeit als isoliert stehendem Geist, der nur durch das geistige Band, welches aber im Leben garnicht mehr beachtet wird, mit Mir unsichtbar verbunden werden soll, und diese Verbindung, die der stete Segen eines Menschen ist, so er durch dieselbe all seine Kraft und Macht aus Mir schöpfen kann, macht ihn erst zum wahren Menschen, was soviel besagt als: zum Kinde Gottes. Der Segen, so er mit euch ist, ist gleich dem Frieden, welcher den Beherrscher des inneren Lebens bildet.“

Die Zukunftskirche

85. K 69 Die Zukunfts-Kirche soll ohne jedes Zeremoniell, ohne jeden Kultus sein. Jesus hat keinerlei Kultus eingesetzt, kein Kirchengebäude und keine Organisation gewollt. Als Geist will Gott nur im Geiste und in der Wahrheit angebetet sein. In dem Bewußtsein, Gott und unsern Nächsten zu lieben und danach zu handeln, sollen wir die Kirche, Gott und den Seelenfrieden im Innern haben! „Der Tempel oder das Heiligtum, wo Ich angebetet und wo Ich Meinen Sitz haben werde, wird nur das menschliche Herz selbst sein! Wenn dort nicht die Flamme Meiner Liebe stets brennt, dann helfen alle heiligen ewigen Lampen in Kirchen, Moscheen oder Synagogen nichts! Dort muß organisiert werden, muß gereinigt werden dieses Heiligtum, auf daß Ich Wohnung darin nehmen kann; und wer dann Mich im Busen trägt, für den ist Meine Natur, Meine ganze sichtbare Schöpfung, von der größten Zentralsonne angefangen bis zum kleinsten Moospflänzchen oder Infusorium, ein Tempel, wo er überall mit geistigem Auge nur Mich und nur wieder Mich finden, begreifen und lieben lernen kann!“ Notwendig wird allein sein, daß die besser Begabten die Schwächeren belehren und führen, und daß hierzu und um Ideen, Gedanken und Erlebtes zur gegenseitigen Erweckung auszutauschen, Zusammenkünfte stattfinden.

86. Pf 38—39 = Vif 84 „Daß Ich für unbedingte Religionsfreiheit bin, müßt Ihr doch zugeben, sonst hätte Ich, der Allmächtige, euch Menschen so geschaffen, daß ihr bloß eine Religion haben könntet, was wieder gegen Meine Idee der Willensfreiheit der Menschen verstoßen würde, da Ich den Menschen geschaffen habe als freies Wesen. Er kann Mich suchen, wo er will, durch die Bibel, durch die sichtbare Natur oder in seinem Herzen selbst; genug, wenn er Mich nur findet! Und wenn er Mich nie suchen will, so werde Ich ihn auch nicht zum Suchen zwingen. Ich will frei zu Mir kommende Wesen als Meine Kinder anerkennen, und nicht sklavisch dazu gezwungene, sei es durch göttliche, oder gar erst durch menschliche Gesetze!“ (s. „Die Freiheit des Menschen“ im Wegweiser Teil II C; d. Vf.)

87. K 71 Die Zukunftskirche wird nur des Menschen Herz sein, und dessen einzige Nahrung: Gott. Der einzige Religionskultus werden höchstens Zusammenkünfte sein, wo die Stärkeren die Schwächeren belehren. „Wenn die Menschen so weit fortgeschritten sind, daß Rang- und Geburtsunterschiede aufgehört haben und sich alle als Brüder und Schwestern anerkennen werden, wenn dieser Grad der Nächstenliebe eingetreten sein wird, dann versteht es sich von selbst, daß auch die Menschen auf jener geistigen Stufe angekommen sein werden, wo sie durch die wahre Nächstenliebe zur Gottesliebe und durch diese auch zur Erkenntnis gekommen sein werden, um zu wissen, daß der Buchstabe allein tötet und nur geistig aufgefaßt Mein Wort verstanden und ausgeübt werden soll! Wie kannst du dir denken, daß solche Menschen noch ein Zeremoniell, einen Kultus wünschen sollten, wo ihnen Meine ganze sichtbare Schöpfung ihre Kirche, der Gesang und das Gejubel aller lebenden Wesen ihre Kirchenmusik und der wahrhaft erleuchtete und höher begabte Mensch bloß ihr Priester sein wird!“ (In Pr 181 ist gesagt, die bisherigen falschen Ausleger des Wortes Gottes werden, wenn sie auch ihrer irdischen Stellung wegen genötigt sein werden, sich zu bekehren, unter dem Deckmantel der Liebelehre wieder zu ihrer früheren Macht zu gelangen suchen. s. auch Wegw. II A „Prophezeiungen“; d. Vf.)

88. Ev 8, 163, 4) Jesus setzte die tief im Schlafe liegende Menschheit in eine große und sturmreiche Bewegung. Er sagt, nach einer längeren Zeitenfolge werde sie dahin geweckt sein, daß sie fühlen werde, was ihr mangelt; dann werde es Zeit sein, ihr das Mangelnde zu geben, dann werde Er wieder in die Welt kommen, aber Er werde nie mehr in einem Tempel aus Menschenhand erbaut Wohnung nehmen, sondern nur im Geiste und in der Wahrheit derer, die Ihn suchen und über alles lieben. „Ihr Herz wird Mein wahrer Wohntempel sein, und in diesem werde Ich auch zu ihnen reden, sie lehren und ziehen und führen.“

89. K 73—84 Die Religion der Zukunft. Der Herr sagt: Jetzt, wo die Welt am Abgrunde des krassesten Egoismus steht, wo die Menschheit durch gewöhnliche Mittel vor ihrem Verfall nicht mehr zu retten ist, gibt Er Seine Lehre als Brot aus den Himmeln erneut wieder. Grundbedingung des geistigen Fortschritts ist, daß der Mensch sich selbst und die ihn umgebende Welt richtig erkennt. Kein Volk ist ohne Religionsideen gewesen, auch kein einzelner Mensch; der Drang darnach kann nicht vertilgt werden, wenn auch jetzt die Menschen den Verstand als Gott aufstellen, die Völker sich von allem befreien und in Erkenntnis der Bestrebungen der Priesterschaft garnichts mehr glauben wollen. Der Urgrund aller Schöpfung ist die Liebe, ohne die Liebe wäre die ganze sicht- und unsichtbare Schöpfung nicht entstanden, ohne Liebe könnte sie nicht fortbestehen, die Liebe erhält alles, in alles hat Gott Seine Liebe hineingelegt, von Ihm abstammend hat alles Geschaffene die Liebe als Haupteigenschaft inne. Wer die Natur richtig verstehen lernt, sieht, wie dort alles, selbst unter den mannigfachsten Widersprüchen, nur Liebe atmet, Liebe ist die einzige geistige Verbindung, die Wesen an Wesen kettet, Liebe ist das größte Gut des menschlichen Herzens, ihre Ausübung macht die Gottesliebe begreifen, und deshalb sind es die zwei von Jesus gegebenen Liebesgebote, die nie umgestoßen, nie vertilgt, für die keine besseren, vernünftigeren und reineren je kommen können, welche die einfachste, aber genügende Religionsbasis, die Religion der Zukunft, bilden sollen. „Wenn nach allen Verirrungen des menschlichen Geistes, nach allen bitteren Erfahrungen, welche die Menschen durch eigenes Gebahren sich zugezogen haben, sie endlich erkennen werden, daß es umsonst ist, gegen göttliche Gesetze sich zu sträuben, Gesetze, welche keine ehernen, sondern sanfte Liebesbande sind und sein sollten, so wie sie zwischen Vater und Kind die einzigen des ewigen Friedens sind, dann wird Meine Rückkehr auf eure Erde, welche mit Ungeduld die Guten erwarten, und wo Ich als einziger Hirt alle Meine Schafe um Mich versammeln will, erfolgen, wo Ich sodann alle zu dem ihnen bestimmten Ziele führen werde.“ Diese Religion der Zukunft kann sich nicht in einem Kultus aussprechen, denn jede Zeremonie ist zu klein, um dem Geiste des Menschen ein auch nur schwaches Bild seines Schöpfers zu geben. Sie braucht größeren Maßstab, sie muß alles Geschaffene in sich begreifen und verstehen lernen, das Universum muß ihr Altar und Verehrungsort sein, in allem muß der Mensch seinen Schöpfer erkennen, er muß sich seiner Bestimmung und geistigen Mission bewußt werden und welcher Welt Bürger er ist, dann fallen alle einseitigen Religionsbekenntnisse und -Gebräuche. Die Religion im Herzen soll den Menschen weit über alles Sichtbare hinaus wieder zu Dem führen, Der einst in Menschengestalt die großen Liebesgebote verkündet hat, um die Menschen dadurch zu Seinen Kindern zu erziehen! Diese Religion soll aber nicht allein die unserer kleinen Erde, sondern auch die des ganzen Universums und der großen Geisterwelt werden!

— s. Wegweiser Teil II A „Prophezeiungen“, d. Vf. —

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 21 →

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