Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Matth.24/24: Und “werden tun große Zeichen und Wunder” bedeutet Bekräftigendes und Beredendes aus äußeren Scheinbarkeiten und Täuschungen, wodurch die Einfältigen sich verführen lassen. Daß dieses bedeutet Zeichen und Wunder tun, wird anderwärts, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, gezeigt werden. <HG 3900>
“Und dies sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe” bedeutet die Erkenntnis, daß das Göttliche von Ihm ausgehe. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, sofern es die Bestätigung der Wahrheit ist, und daher die Erkenntnis, daß es so sei, und aus der Bedeutung von gesandt werden, sofern es heißt, ausgehen, somit ist von Gott gesandt werden, soviel als vom Göttlichen ausgehen, und bedeutet auch, daß das Göttliche von Ihm ausgehe; denn wer vom Göttlichen ausgeht, der nimmt das Göttliche auf, und befördert es weiter. <HG 6870>
“Und spricht: Gebet ein Wunderzeichen” bedeutet, und es deswegen bekräftigt wissen wollen. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wunder und Zeichen, sofern es Bekräftigungen der Wahrheiten sind. Was die Wunder und Zeichen betrifft, die im Folgenden vorkommen, so ist zu merken, daß sie bei solchen geschehen, die in einem äußeren Gottesdienst waren, und vom inwendigen nichts wissen wollten, denn die in einem solchen Gottesdienst waren, mußten durch äußere Mittel genötigt werden. Daher kommt es, daß beim israelitischen und jüdischen Volk Wunder geschahen; denn sie waren in einem bloß äußeren Gottesdienst, und in keinem inwendigen. Auch mußten sie, da sie in einem inwendigen nicht sein wollten, auch deshalb in einem äußeren Gottesdienst sein, damit sie im Äußeren Heiliges vorbilden konnten, und dadurch eine Gemeinschaft mit dem Himmel möglich war, wie durch eine Art von Kirche; denn Entsprechungen, vorbildliche und bezeichnende Dinge verbinden die natürliche Welt mit der geistigen. Das war der Grund, warum bei jener Völkerschaft so viele Wunder geschahen. Aber bei denjenigen, die in einem inwendigen Gottesdienst, d.h. in der Liebtätigkeit und im Glauben sind, geschehen keine Wunder, denn sie sind ihnen schädlich. Die Wunder nötigen nämlich zum Glauben, und das Erzwungene bleibt nicht, sondern es wird zerstreut. Die inwendigen Dinge des Gottesdienstes, nämlich der Glaube und die Liebtätigkeit, müssen in der Freiheit eingepflanzt werden, denn alsdann werden sie angeeignet, und was so angeeignet wird, das bleibt.
Was aber im Zwang angeeignet wird, bleibt außerhalb des inwendigen Menschen im Äußeren; denn in den inwendigen Menschen geht nichts ein, außer durch verständige Vorstellungen, die Vernunftgründe sind, denn der Boden, der es aufnimmt, ist in demselben die erleuchtete Vernunft. Daher kommt es, daß heutzutage keine Wunder geschehen. Daß sie auch schädlich sind, kann eben hieraus erhellen; denn sie nötigen zum Glauben und drängen dem äußeren Menschen Vorstellungen auf, daß es so sei. Wenn der innere Mensch nachher das leugnet, was die Wunder bestätigt haben, dann entsteht ein Gegensatz und Zusammenstoß des inwendigen und äußeren Menschen, und endlich, wenn die Vorstellungen aus den Wundern zerstoben sind, entsteht eine Verbindung des Falschen und Wahren, somit Entweihung. <HG 7290>
“Und es sei dir ein Zeichen an deiner Hand” bedeutet, daß es beständig in ihrem Willen sein müsse. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens, insofern es eine beständige Erinnerung ist, denn was zum Zeichen und zum Merkmal dient, das besteht der beständigen Erinnerung wegen. Ein Zeichen an ihrer Hand sollte es sein, damit sie, sooft sie die Hand bewegten, oder etwas taten, sich daran erinnerten, und ein Denkmal zwischen ihren Augen sollte es sein, damit sie, sooft sie etwas betrachteten, dessen (nämlich der Befreiung) eingedenk wären. <HG 8066>
“Und ein Denkmal zwischen deinen Augen” bedeutet, beständig im Verstande. Dies erhellt aus der Bedeutung des Denkmals, insofern es ebenfalls eine beständige Erinnerung bezeichnet. Es heißt Denkmal, weil dieser Ausdruck im Worte vom Verstandesgebiet, dagegen Zeichen vom Willensgebiet gebraucht wird. Und aus der Bedeutung der Augen, insofern sie sich auf den Verstand beziehen, daher wird durch “Denkmal zwischen den Augen” bezeichnet, daß es beständig in ihrem Verstande, d.h. in ihrem Denken sein müsse. Wie es zu verstehen sei, daß es beständig in ihrem Verstande, und beständig in ihrem Willen sein müsse, soll mit wenigem gesagt werden: Was bei dem Menschen durch Glaube und Liebtätigkeit eingeprägt ist, oder was der Mensch völlig glaubt und liebt, das ist beständig in seinem Denken und Wollen; denn er denkt es und will es, obschon er in Vorstellungen und Beschäftigungen mit anderen Dingen ist, und meint, daß jenes alsdann in seinem Gemüte nicht gegenwärtig sei, denn es befindet sich hier unter den anderen, was die Beschaffenheit seines Gemütes bildet. Daß es sich so verhält, zeigt sich deutlich an der geistigen Sphäre, die rings um den Geist oder Engel ist, denn wenn er sich nähert, erkennt man sogleich aus dieser Sphäre, welchen Glauben und welche Liebtätigkeit er hat, und vieles, was ihm am Herzen liegt, obwohl er alsdann nicht daran denkt. Solche Dinge sind es, die das Leben des Gemütes bei einem jeden bilden, und sich beständig in demselben behaupten. Dies kann durch vieles beim Menschen erläutert werden, z.B. durch die verschiedenen Gedanken, Neigungen, und Handlungen, die von
Kindheit an eingeprägt wurden, und durch ähnliche Dinge, die beständig gegenwärtig sind und herrschen, auch wenn man nicht mit Bewußtsein daran denkt. So verhält es sich mit der Liebe zum Nächsten, mit der Liebe zum Herrn, mit der Liebe zum Guten und Wahren und mit dem Glauben. Die, welche darinnen leben, wollen und denken es beständig, denn es liegt in ihnen, und wenn es in ihnen liegt, so wird es das allgemein Herrschende genannt. <HG 8067>
“Denn das ist ein Zeichen zwischen Mir und zwischen euch” bedeutet, das sei ein Hauptmerkmal, woran man im Himmel die Angehörigen der Kirche erkenne. Dies erhellt aus der Bedeutung des Zeichens zwischen Jehovah und zwischen den Söhnen Israels, sofern es das ist, was anzeigt und bezeugt, daß sie der Kirche angehören, somit woran man sie im Himmel erkennt, und auch wodurch sie mit dem Herrn verbunden werden. Denn die Angehörigen der Kirche, in denen eine Kirche ist, müssen den Herrn und das Göttliche in Ihm anerkennen, und ebenso die Verbindung des Herrn mit dem Himmel, und auch die Verbindung des Himmels mit dem Menschen der Kirche, und im allgemeinen die Verbindung des Guten und Wahren bei ihm, weil diese Verbindung die Kirche in ihm macht. Ob man sagt, die Kirche sei im Menschen, oder der Himmel sei in ihm; oder ob man sagt, das Reich Gottes oder der Herr sei in ihm, ist gleich, denn die Kirche ist der Himmel des Herrn auf Erden; und das Reich Gottes ist der Himmel und die Kirche zugleich, und der Herr ist es, von Dem es ist, ja Der es ist. <HG 10357>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 409 →
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