Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß “du sollst nicht nehmen ein Weib für meinen Sohn von den Töchtern des Kanaaniters” bedeutet, das göttlich Vernünftige soll mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt, erhellt aus der Bedeutung von ein Weib nehmen, sofern es ist verbunden werden durch den Ehebund; aus der Bedeutung meines Sohnes, nämlich des Jischak, sofern es ist das göttlich Vernünftige des Herrn; aus der Bedeutung der Töchter, sofern sie sind Neigungen; und aus der Bedeutung des Kanaaniters, sofern er ist das Böse; eben daher sind die Töchter des Kanaaniters Neigungen, die mit dem Wahren nicht übereinstimmen. Es wird hier gehandelt von dem göttlich Wahren, das dem göttlich Guten des Vernünftigen des Herrn beigesellt werden soll. Unter dem Weib, das ehelich angetraut werden soll, wird verstanden eben jenes Wahre, das auf dem gemeinen Weg aus dem natürlichen Menschen hervorgerufen werden muß; unter meinem Sohn wird verstanden das Vernünftige des Herrn in Ansehung des Guten, dem es beigesellt oder angetraut werden soll. Hieraus kann man wissen, daß durch: er soll kein Weib nehmen für den Sohn von den Töchtern des Kanaaniters, bezeichnet wird, es dürfe mit keiner Neigung verbunden werden, die mit dem Wahren nicht übereinstimmt. Jede Verbindung
des Wahren mit dem Guten geschieht durch die Neigung, denn es geht gar kein Wahres in das Vernünftige des Menschen ein, und wird dort verbunden, außer durch die Neigung, denn in der Neigung ist das Gute der Liebe, das einzig verbindet, was auch demjenigen, der nachdenkt, bekannt sein kann. <HG 3024>
“Und nahm Rebecka, und sie war ihm zum Weibe, und er liebte sie”, daß dies bedeutet die Verbindung, nämlich des Guten und Wahren, kann erhellen ohne Erklärung. Daß gesagt wird, Rebecka sei ihm geworden zum Weib, nicht zur Gattin davon ist die Ursache, weil zwischen dem vernünftig Guten und dem aus dem Natürlichen hervorgerufenen und göttlich gemachten Wahren keine Ehe wird, sondern nur ein Bund, der dem ehelichen Bund gleicht. Die eigentliche göttliche Ehe, die im Herrn, ist die Vereinigung des göttlichen Wesens mit dem Menschlichen, und des Menschlichen mit dem Göttlichen. Dies ist der Grund, warum Rebecka genannt wird Weib, nicht Gattin. <HG 3211>
“Da nahm Mose sein Weib” bedeutet das beigesellte Gute. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, sofern er den Herrn in Ansehung des Gesetzes oder des Wahren vom Göttlichen her darstellt, wovon früher; und aus der Bedeutung des Weibes, sofern sie das beigesellte Gute bezeichnet. Daß im inneren Sinn und auch im höchsten, in dem vom Herrn gehandelt wird, durch das Weib, das Mose hatte, das dem Wahren beigesellte Gute bezeichnet wird, hat den Grund, weil in allem und jedem, was in der geistigen Welt und in der natürlichen sich befindet, das Abbild einer Ehe ist. Das Abbild einer Ehe ist, wo ein Tätiges und Leidendes ist; und ein Tätiges und zugleich ein Leidendes muß da sein, wo etwas entstehen soll. Ohne die Verbindung derselben kann durchaus nichts erzeugt werden. Daß ein Abbild der Ehe in allem ist, kommt daher, weil alles sich bezieht auf das Gute und Wahre, somit auf die himmlische Ehe, welche die des Guten und Wahren ist, und die himmlische Ehe sich bezieht auf die göttliche Ehe, welche die des göttlich Guten und des göttlich Wahren ist; und weil nichts entstehen und erzeugt werden kann, wenn nicht ein Tätiges und Leidendes da ist, somit, wenn nicht das Abbild einer Ehe vorhanden ist, so erhellt offenbar, daß das Wahre, das Sache des Glaubens ist, ohne das Gute, das Sache der Liebtätigkeit ist, nichts erzeugen kann; und auch nicht das Gute, das Sache der Liebtätigkeit, ohne das Wahre, das Sache des Glaubens, sondern es muß eine Verbindung beider stattfinden, um Früchte zu erzeugen, und das Leben des Himmels beim Menschen zu bewirken. Da in allem und jedem ist das Abbild einer Ehe ist, und im einzelnen des Wortes die Ehe des Guten und Wahren, ist folglich im einzelnen des Wortes der Himmel; denn der Himmel ist eben jene Ehe; und weil im einzelnen des Wortes der Himmel ist, so ist im einzelnen des Wortes der Herr, indem der Herr alles in allem des Himmels ist.
Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß das Weib Moses das mit dem Wahren verbundene Gute vorbildet, auch im höchsten Sinn, in dem vom Herrn gehandelt wird, ebenso wie Sarah, die Gattin Abrahams, wie auch Rebecka, die Gattin Jischaks. <HG 7022>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 68 →
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