Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und blieben über Nacht”, daß dies seinen Frieden bedeutet, erhellt aus der Bedeutung von übernachten, sofern es ist ausruhen, und im inneren Sinn Frieden haben. Die Sache verhält sich so: wenn Geistiges dem natürlichen Menschen angeeignet wird, alsdann tritt zurück was der Begierde zum Bösen und der Beredung des Falschen angehört, somit das, was Unruhe herbeiführt; und tritt herzu, was der Neigung zum Guten und Wahren angehört, somit das was Frieden macht. Denn alle Unruhe ist aus dem Bösen und Falschen, und aller Frieden aus dem Guten und Wahren. <HG 3170>
“Und übernachtete daselbst, weil die Sonne untergegangen war” bedeutet ein Leben im Dunkeln. Dies erhellt aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie ist der Zustand des Schattens, somit übernachten soviel als leben in jenem Zustand;
und aus der Bedeutung vom Untergehen der Sonne, sofern es ist im Dunkeln, denn alsdann ist es Abend, durch den das Dunkle bezeichnet wird. <HG 3693>
“Und übernachteten auf dem Berge” bedeutet die Ruhe. Dies erhellt aus der Bedeutung von übernachten, insofern es ist Friede haben, also Ruhe. Daß diejenigen an einem Orte übernachteten, die einen Bund schlossen, war auch ein Religionsgebrauch, weil das Übernachten an einem Orte bedeutete, es sei keine Feindschaft mehr vorhanden; im inneren Sinn bedeutet es Ruhe und Friede; denn diejenigen, die in bezug auf das Gute und Wahre verbunden sind, befinden sich in Ruhe und Frieden; deshalb wird hier gesagt “auf dem Berge”, denn durch Berg wird das Gute der Liebe und Liebtätigkeit bezeichnet; das Gute der Liebe und Liebtätigkeit gibt nämlich den Frieden. <HG 4213>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 176 →
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