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Traum/träumen – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Im Traume des Nachts”, daß dies bedeutet ein dunkles Innewerden, kann erhellen aus der Bedeutung des Traumes, und zugleich der Nacht. Der Traum bedeutet, wenn vom Innewerden die Rede ist, etwas Dunkles im Vergleich mit dem Wachsein; und mehr noch wenn gesagt wird “Traum des Nachts”. <HG 2514>

“Er träumte” bedeutet das Vorhersehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von träumen, sofern es im inneren Sinn ist, die Zukunft vorhersagen; denn die prophe-

tischen Träume, die göttlich, waren Vorhersagen der Zukunft, wie aus denjenigen erhellen kann, von denen im Wort die Rede. Weil jenes durch Träume und träumen im inneren Sinn bezeichnet wird, so wird im höchsten Sinn, in welchem vom Herrn gehandelt wird, das Vorhersehen bezeichnet; denn aus dem göttlichen Vorhersehen des Herrn kommen die Vorhersagen. <HG 3698>

“Und Joseph träumte einen Traum” bedeutet die Predigt über Ihn. Dies erhellt aus der Bedeutung von “träumen einen Traum”, sofern es heißt predigen; und weil der Traum von Joseph handelt, so bedeutet es, über das Göttlich- Menschliche des Herrn predigen. Daß Traum hier die Predigt bedeutet, hat den Grund, weil in den beiden Träumen Josephs in der Hauptsache alles das enthalten ist, was über Joseph oder im inneren Sinn, was über das göttlich Wahre innerhalb einer solchen Kirche, wie sie durch die Brüder Josephs vorgebildet wird, oder wie diejenige ist, die mit dem Glauben den Anfang macht, vorhergesehen und vorgesehen wurde; und außerdem wurden die göttlichen Wahrheiten vor Alters entweder durch die Rede, oder durch Gesichte, oder durch Träume geoffenbart, und aus ihnen waren die Predigten. Daher kommt es, daß durch die Propheten im Wort, denen das göttlich Wahre entweder durch die Rede, oder durch Gesichte, oder durch Träume geoffenbart wurde, Lehrer der Wahrheiten, und im abstrakten Sinn Wahrheiten der Lehre bezeichnet werden; ebenso demnach durch Gesichte sehen, und Träume träumen. <HG 4682>

Daß der Traum im höchsten Sinn ein Vorhersehen ist, hat den Grund, weil die Träume, die unmittelbar durch den Himmel vom Herrn einfließen, Zukünftiges vorherverkündigen, und solcherart waren die Träume Josephs, die Träume des Mundschenken und des Bäckers, der Traum Pharaos, der Traum des Nebukadnezar und die prophetischen Träume überhaupt; das Zukünftige, das durch sie vorherverkündigt wird, kommt nirgends anders her als aus der göttlichen Vorhersehung des Herrn. Hieraus kann man auch erkennen, daß alles samt und sonders vorhergesehen wird. <HG 5091>

“Da hatte Pharao einen Traum” bedeutet das Vorhergesehene in betreff des Natürlichen. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Pharaos, sofern er das Natürliche ist; und aus der Bedeutung von träumen, sofern es das Vorhersagen der Zukunft, somit im höchsten Sinn das Vorhersehen bezeichnet; und weil das Vorhersehen oder das Vorhergesehene, so bezeichnet er auch die Vorsehung oder das Vorgesehene, denn das eine kann nicht sein ohne das andere. <HG 5195>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 145 →

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