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Tagelöhner – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Ist er ein Tagelöhner” bedeutet, wenn man das Gute der Gewinnsucht zum Zweck hat. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tagelöhners, sofern er den bezeichnet, der das Gute tut um des Guten der Gewinnsucht oder um des Lohnes willen, somit bedeutet er im abgezogenen Sinn das Gute der Gewinnsucht oder den Lohn. <HG 9179>

“So soll er kommen für seinen Lohn” bedeutet die Unterwerfung und Dienstbarkeit. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen für den Lohn, sofern es ausdrückt, sich unterwerfen und dienen. Damit verhält es sich so: Die, welche aus dem Wort, oder aus der Lehre der Kirche, oder auch sonst irgendwoher, ja auch aus sich selbst durch Schlüsse Wahrheiten lernen und schöpfen um das Vorteils willen, d.h. um Ehren oder Vermögen zu gewinnen, oder auch um den Himmel zu verdienen, sind es, die im inneren Sinn verstanden werden unter den Tagelöhnern, die für ihren Lohn kommen, d.h., die sich unterwerfen und dienen müssen; denn die Vorteile sollen für die Menschen der Kirche an letzter Stelle sein, nicht an erster. Sind sie an letzter Stelle, dann sind sie Knechte, wenn aber an erster, sind sie Herrn. Wer an erster Stelle auf Vorteile sieht, der ist ein umgekehrter Mensch, und wird auch ein umgekehrter im anderen Leben, mit dem Kopf in der Hölle, vorgebildet. Wer aber an erster Stelle auf die Liebtätigkeit und den Glauben, somit auf den Herrn und den Nächsten sieht, der ist ein aufrechter Mensch, und wird auch im anderen Leben als ein aufrechter, mit dem Kopf im Himmel, dargestellt. Hieraus erhellt, was verstanden wird unter dem Guten, das um des Vorteils willen geschieht, und daß dieses unterworfen werden und dienen müsse, was bezeichnet wird durch “ist ein Tagelöhner dabei”, sofern er kommen muß für seinen Lohn. <HG 9180>

Durch Lohn wird bezeichnet der Himmel in Ansehung seines Beglückenden, Wohltuenden und Angenehmen, das denjenigen zuteil wird, die in der geistigen Neigung zum Wahren und Guten sind, und daß der Lohn diese Neigung selbst ist; denn ob man sagt, diese Neigung oder der Himmel, ist gleich, weil in dieser und aus dieser der Himmel ist. Diejenigen aber, die nicht aus geistiger Neigung das Wahre reden und das Gute tun, sondern nur aus natürlicher Neigung und immerfort an den Himmel denken als an einen Lohn, die wurden vorgebildet durch Tagelöhner in der israelitischen Kirche, in Beziehung auf die in jener Kirche mehrere Satzungen sich finden.

Die Taglöhner sollten nicht essen vom Passah und vom Geheiligten, weil durch sie vorgebildet wurden die Natürlichen und die nicht Geistigen, die Geistigen aber der Kirche angehören und nicht so die Natürlichen; denn auf den Himmel sehen als auf einen Lohn wegen des Guten, das man tut, ist das Natürliche, weil das Natürliche auf das Gute sieht aus sich, somit auf den Himmel als einen Lohn, wodurch das Gute ein verdienstliches wird. Anders aber das Geistige: dieses anerkennt das Gute als nicht von sich, sondern als vom Herrn, daher auch den Himmel aus Barmherzigkeit und nicht aus irgendeinem Verdienst. Weil sie aber dennoch Gutes tun, wiewohl nicht aus geistiger Neigung, sondern aus natürlicher Neigung, die der Gehorsam ist, und dann an den Himmel denken als an einen Lohn, darum werden sie unter den Armen, Bedürftigen, Fremdlingen, Waisen und Witwen erwähnt, aus dem Grund, weil sie in einer geistigen Armut sind; denn die echten Wahrheiten sind für sie im Dunkeln, weil das Licht aus dem Himmel durch den geistigen Menschen nicht in ihren natürlichen Menschen einfließt. Daher kommt es, daß sie unter jenen erwähnt werden, und daß geboten wird, man solle ihnen den Lohn geben, ehe die Sonne untergeht. Jene sind auch in den untersten Regionen der Himmel und dort Dienstleute, und werden dort nach ihren Werken belohnt. <EKO 695>

Die bei ihrem Tun den Lohn als eigentlichen Endzweck im Auge haben, erheben nach ihrem Tode mit großem Selbstvertrauen Anspruch auf den Himmel. Sobald sich aber herausgestellt hat, daß sie kein bißchen Gottes- und Nächstenliebe besitzen, werden sie zu denen zurückgeschickt, die ihnen Unterricht über Nächstenliebe und Glauben erteilen können. Verwerfen sie deren Lehren, so sendet man sie zu ihresgleichen, unter denen einige sind, die Gott zürnen, weil sie keine Belohnung davongetragen haben, und die den Glauben als ein bloßes Gedankending bezeichnen. Sie sind es, die im Worte Gottes unter den Tagelöhnern verstanden werden, denen in den Vorhöfen der Tempel die niedrigsten Dienste angewiesen wurden. Von ferne erscheinen sie in der geistige Welt wie Holzspalter. <WCR 441>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 27 →

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