Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Schlacht- und Brandopfer waren nichts anderes, als Vorbilder des inneren Gottesdienstes; und daß sie, wenn sie getrennt wurden vom inneren Dienst, abgöttisch waren. Dies kann ein jeder, wenn er nur bei gesunder Vernunft ist, sehen; denn was ist der Altar, als etwas Steinernes, und das Brand- und Schlachtopfer, als die Schlachtung eines Tieres? Soll es ein göttlicher Dienst sein, so muß es etwas Himmlisches vorbilden, das man wissen, und anerkennen, und aus dem man verehren soll Den, Welchen es vorbildet. Daß es Vorbilder des Herrn gegeben hat, kann niemand unbemerkt lassen, als wer gar nichts vom Herrn verstehen will; es ist das Innere, nämlich die Liebtätigkeit und der Glauben aus ihr, durch das anzuschauen, und anzuerkennen, und zu glauben ist Der, Welcher vorgebildet wird. <HG 922>
Die Brandopfer waren die Hauptbestandteile des Gottesdienstes der vorbildlichen Kirche, so hernach die Schlachtopfer. Die Brandopfer stehen für die Verehrung aus Liebe, die Schlachtopfer für die Verehrung aus dem Glauben daraus. <HG 923>
Da das Brot im allgemeinen alle Speisen bezeichnet, so bedeutet es im inneren Sinn alles das, was himmlische Speise genannt wird. Was noch besser erhellen kann an den Brandopfern und Schlachtopfern, die dargebracht wurden von Lämmern, Schafen, Ziegen, Böcken, Widdern, Kälbern, Stieren, die mit einem Wort genannt werden “Brot der Feuerung für Jehovah”. Die Brand- und die Schlachtopfer in der jüdischen Kirche bildeten nichts anderes vor, als die himmlischen Dinge, die zum Reich des Herrn in den Himmeln, und zum Reich des Herrn auf Erden oder in der Kirche, sodann die, welche zum Reich des Herrn oder zur Kirche bei einem jeden, im allgemeinen alle die, welche zur Liebe und Liebtätigkeit gehören, denn diese sind himmlisch; und eine jede Gattung von Opfern etwas Besonderes. Diese alle wurden zu damaliger Zeit Brot genannt. Als daher die Opfer abgeschafft wurden, und an ihre Stelle für den äußeren Gottesdienst etwas anderes trat, wurde verordnet, daß Brot und Wein gebraucht werden sollten. <HG 2165>
Es herrscht heutigen Tages allgemein der Glaube, daß die Brandopfer und Schlachtopfer das Leiden des Herrn bezeichnet haben, und daß der Herr dadurch die Missetaten aller versöhnt habe, ja, daß der Herr sie auf Sich genommen und so weggenommen habe. Die Menschen glauben, daß sie so gerechtfertigt und selig werden, wenn sie nur denken, wäre es sogar in der letzten Todesstunde, der Herr habe für sie gelitten, mögen während ihres ganzen Lebenslaufes sie gelebt haben, wie sie immer wollten. Aber die Sache verhält sich nicht so. Das
Leiden am Kreuz war der letzte Grad der Versuchung des Herrn, durch die Er das Menschliche mit dem Göttlichen und das Göttliche mit dem Menschlichen völlig vereinigte, und so Sich verherrlichte. Diese Vereinigung ist es, durch die diejenigen selig gemacht werden können, die den Glauben der Liebtätigkeit an Ihn haben, denn das eigentlich höchste Göttliche könnte das menschliche Geschlecht nicht mehr erreichen, da es sich von dem Himmlischen der Liebe und dem Geistigen des Glaubens so weit entfernte, daß sie es nicht einmal mehr anerkannten, noch weniger inne wurden. Damit das höchste Göttliche so hinabsteigen konnte zu einem solchen Menschen, kam der Herr in die Welt, und vereinigte in Sich das Menschliche mit dem Göttlichen, und diese Vereinigung konnte nicht anders geschehen als durch die schwersten Kämpfe und Siege in den Versuchungen, und endlich durch die letzte, welche die des Kreuzes war. Daher kommt es, daß der Herr auch die von dem Himmlischen der Liebe entfernteren Seelen erleuchten kann, wenn sie nur im Glauben der Liebtätigkeit sind, denn der Herr erscheint im anderen Leben den himmlischen Engeln als Sonne und den Geistigen als Mond. Alles Licht des Himmels stammt daher; das Licht des Himmels ist der Art, daß, wenn es das Gesicht der Geister und Engel erleuchtet, es zugleich auch den Verstand erleuchtet. Diese Wirkung hat jenes Licht, so daß, wieviel äußeres Licht jemand im Himmel hat, soviel inneres Licht, d.h., soviel Verstand hat er. Hieraus wird klar, worin das Licht des Himmels vom Lichte der Erde unterschieden ist. Das Göttlich-Menschliche des Herrn ist es, das sowohl das Gesicht als den Verstand der Geistigen erleuchtet, was nicht geschehen würde, wenn nicht der Herr das menschliche Wesen mit dem Göttlichen vereinigt hätte; und wenn Er es nicht vereinigt hätte, wäre auch kein Verständnis und Innewerden des Guten und Wahren mehr für den Menschen in der Welt, und keines für den geistigen Engel im Himmel, somit für sie auch kein Glück und keine Seligkeit, folglich auch kein Heil möglich gewesen. Hieraus kann erhellen, daß das menschliche Geschlecht nicht hätte selig werden können, wenn nicht der Herr das Menschliche angenommen und dieses verherrlicht hätte. Daraus nun kann jeder schließen, wie es sich damit verhält, daß selig werden, die nur aus einer gewissen inneren Rührung denken, der Herr habe für sie gelitten und ihre Sünden weggenommen, mögen sie auch gelebt haben wie sie wollen; da doch das Licht des Himmels aus dem Göttlich-Menschlichen des Herrn nicht zu anderen dringen kann, als zu denen, die im Guten des Glaubens, das ist in der Liebtätigkeit leben, oder was dasselbe ist, die ein Gewissen haben. Das eigentliche Gebiet, auf das jenes Licht einwirken kann, oder das Aufnahmegefäß jenes Lichtes ist das Gute des Glaubens, oder die Liebtätigkeit, somit das Gewissen. <HG 2776>
Die Brandopfer waren Vorbildungen der himmlischen Dinge, d.h. des Guten der Liebe, und die Schlachtopfer die Vorbildungen der geistigen Dinge, d.h. des Wahren des Glaubens. Daß die Brandopfer das vorbildeten, was sich auf das Gute der Liebe bezieht, und Schlachtopfer das, was sich auf das Wahre des Glaubens bezieht, erhellt
aus ihrer Einrichtung, indem nämlich beim Brandopfer alles verzehrt werden sollte, sowohl das Fleisch als das Blut, bei den Schlachtopfern aber das Fleisch gegessen werden sollte. Daß jene beiden Dinge durch Brandopfer und Schlachtopfer vorgebildet werden sollten, war deswegen, weil Brandopfer und Schlachtopfer den ganzen Gottesdienst im allgemeinen vorbildeten; und der Gottesdienst im allgemeinen sich gründet auf Liebe und Glaube; denn ohne diese gibt es keinen Gottesdienst, sondern nur gottesdienstliche Gebräuche, wie bei dem äußeren Menschen, der ohne Inneres, somit ohne Leben ist. <HG 8680>
“Und du sollst darauf opfern deine Brandopfer und deine Dankopfer” bedeutet den Gottesdienst im besonderen nach dem Zustand des geistigen Lebens bei einem jeden. Dies erhellt aus der Bedeutung der Brandopfer und der Schlachtopfer, insofern sie den ganzen inneren Gottesdienst im allgemeinen bezeichnen, mit Abwechslung nach den verschiedenen Arten des Himmlischen und Geistigen, d.h. des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens an den Herrn; also nach dem ganzen Zustand des geistigen Lebens im besonderen. Daher kam es, daß so verschiedene Arten von Schlachtopfern angeordnet waren, nämlich außer den täglichen Opfern auch solche für die Sabbathe, für die Feste, für die Neumonde, für Einweihungen, für Heiligungen, wie auch für jede Schuld, Sünde, Reinigung, Heilung und Geburt. Daher kam es auch, daß, je nach dem Zustand, verschiedene Arten von Tieren angewendet wurden, nämlich Rinder, Stiere, Lämmer, Widder, Ziegen, Böcke, durch die im besonderen das mannigfache Gute des geistigen Lebens bezeichnet wurde. <HG 8936>
Um zu erkennen, was das einzelne der Brandopfer und der Schlachtopfer vorbildete, muß man wissen, daß im Menschen ein Äußeres und ein Inneres ist, und daß in beiden das ist, was sich auf das Wahre und auf das Gute bezieht; deshalb muß der Mensch, wenn er wiedergeboren werden soll, in betreff des Äußeren und des Inneren wiedergeboren werden, und in beiden in Ansehung des Wahren und des Guten. Bevor aber der Mensch wiedergeboren werden kann, muß er vom Bösen und vom Falschen gereinigt werden, denn dies steht hemmend entgegen. Die Reinigungen des äußeren Menschen werden vorgebildet durch die Brandopfer und Schlachtopfer von Rindern, jungen Stieren und Böcken; die Reinigungen des inneren Menschen durch die Brandopfer und Schlachtopfer von Widdern, Ziegenböcken und Ziegen. Aber die Reinigung des eigentlich Inneren, welches das Innerste ist, durch Opfer von Lämmern. Daher kann man aus den Tieren selbst, die geopfert wurden, erkennen, welche Reinigung oder Versöhnung vorgebildet wurde. <HG 9990>
Weil von den Schlachtopfern und den Brandopfern in den nun folgenden Versen dieses Kapitels gehandelt wird, so muß gesagt werden, was durch dieselben im allgemeinen vorgebildet wurde: durch die Brandopfer und Schlachtopfer wurde
im allgemeinen die Reinigung vom Bösen und Falschen vorgebildet, und weil die Reinigung vorgebildet worden ist, so wurde auch die Einpflanzung des Guten und Wahren vom Herrn vorgebildet und auch die Verbindung derselben. Wenn nämlich der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt worden ist, was durch die Entfernung desselben geschieht, dann fließt das Gute und Wahre vom Herrn ein, und in dem Maße als das Gute und Wahre in diesen Zustand einfließt, wird es auch eingepflanzt und verbunden, denn der Herr ist beständig zugegen mit dem Guten und Wahren bei einem jeden Menschen. Es wird aber nur insoweit aufgenommen, als das Böse und Falsche entfernt worden ist, mithin in dem Maß, als der Mensch davon gereinigt ist. Die Verbindung des Wahren und Guten ist aber die Wiedergeburt. Hieraus kann man erkennen, was durch die Brandopfer und durch die Schlachtopfer im allgemeinen vorgebildet wurde; was aber im besonderen vorgebildet wurde, erkennt man aus den verschiedenen Arten der Tiere, die geopfert wurden. Weil diese drei Dinge, nämlich die Reinigung vom Bösen und Falschen, die Einpflanzung des Wahren und Guten und die Verbindung derselben, durch die Schlachtopfer und Brandopfer vorgebildet wurde, deshalb wird durch sie auch aller Gottesdienst aus dem Wahren des Glaubens und dem Guten der Liebe bezeichnet; denn jeder Gottesdienst hat zum Zweck, daß der Mensch vom Bösen und Falschen gereinigt werde, folglich, daß ihm Gutes und Wahres vom Herrn eingepflanzt, und er dadurch wiedergeboren werde, was durch die Verbindung derselben geschieht. Ihre Verbindung ist der Himmel oder das Reich des Herrn beim Menschen. <HG 10022>
Es soll gesagt werden, was im allgemeinen durch die Tiere, die bei den Brandopfern und Schlachtopfern dargebracht wurden, bezeichnet wird: Diese Tiere waren Rinder, junge Stiere, Böcke, Widder, Ziegen und Ziegenböcke, wie auch Lämmer und junge Ziegen. Wer nicht weiß, was diese Tiere bedeuten, kann durchaus nicht erkennen, was die Schlachtopfer und Brandopfer von ihnen im besonderen bedeuten. Man muß aber wissen, daß alle Tiere, die auf Erden sind, solche Dinge bedeuten, die im Menschen sind, und die sich im allgemeinen auf die Neigungen seines Willens beziehen und auf die Gedanken seines Verstandes, somit auf das Gute und auf das Wahre; denn das Gute ist Sache des Willens und das Wahre ist Sache des Verstandes. Und weil sie sich auf das Gute und das Wahre beziehen, so beziehen sie sich auch auf die Liebe und auf den Glauben; denn alles, was Sache der Liebe ist, heißt Gutes, und alles, was Sache des Glaubens ist, heißt Wahres. Daß diese Tiere von verschiedener Art solches bedeuten, kommt von den Vorbildungen im anderen Leben her. Dort erscheinen Tiere von vielen Arten und unzähligen Gattungen. Solche Tiere bilden dort die ganz genau nach dem Leben hervortretenden Erscheinungen (Scheinbarkeiten), die den Neigungen und Gedanken entsprechen, die in den Geistern und Engeln sind. Daß es so ist, kann man auch aus den prophetischen Gesichten erkennen, die hie und da im Worte erwähnt werden, denn alles, was von den Propheten gesehen wurde, ist solches,
was auch vor den Engeln im Himmel erscheint. Daher kommt es, daß im Worte so oft Tiere erwähnt werden und durch jedes derselben etwas bezeichnet wird, was sich auf solches bezieht, das bei dem Menschen ist, wovon oben. Der Mensch ist auch wirklich nichts anderes, als ein Tier in Ansehung seines äußeren Menschen, aber er unterscheidet sich von demselben durch den inneren Menschen, durch den dieser innere oder jener äußere zum Himmel und zum Herrn erhoben werden, und dadurch Glauben und Liebe aufnehmen kann. Daher kommt es, daß Tiere zu den Schlachtopfern und Brandopfern genommen wurden. Wer dies nicht weiß, kann durchaus nicht begreifen, warum befohlen wurde, bald junge Stiere, Widder, Lämmer zu opfern, bald Ochsen, Ziegen und weibliche Lämmer, bald Böcke, Ziegenböcke und junge Ziegen; denn wozu wäre sonst dies alles geschehen? Was aber die Schlachtopfer und Brandopfer von ihnen anbelangt, so muß man wissen: I. Der vorbildliche Gottesdienst bestand bei dem jüdischen und israelitischen Volke hauptsächlich in Schlachtopfern und Brandopfern. Dies erhellt daraus, daß sie bei jeder Sünde und bei jeder Schuld angewendet wurden; dann auch bei jeder Heiligung und Einweihung, und außerdem an jedem Tage, jedem Sabbath, jedem Neumond und an jedem Fest. Und daß daher der Altar hochheilig war. Der übrige Gottesdienst bei diesem Volk hing von diesen Opfern ab. II. a. Die Schlachtopfer und Brandopfer bezeichneten im allgemeinen die Wiedergeburt des Menschen durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe vom Herrn zum Herrn. Dies erhellt daraus, daß aller Gottesdienst sich bezieht auf die Reinigung vom Bösen und Falschen, auf die Einpflanzung des Wahren und Guten, und auf die Verbindung desselben, also auf die Wiedergeburt; denn durch diese drei Stücke wird der Mensch wiedergeboren. Daher kommt es, daß die Schlachtopfer und Brandopfer für alle Sünde und für alle Verschuldung dargebracht wurden; und nach der Darbringung wird gesagt, die Schuld sei gesühnt und werde vergeben. Die Vergebung der Sünden, die Versöhnung, die Begnadigung und die Erlösung, sind auch nichts anderes, als die Reinigung vom Bösen und Falschen, die Einpflanzung des Guten und Wahren und die Verbindung derselben, somit die Wiedergeburt. Der ganze Hergang (Verlauf) der Wiedergeburt wird auch beschrieben durch die einzelnen Gebräuche bei jedem Schlachtopfer und Brandopfer, und zeigt sich deutlich, wenn die Vorbildungen durch den inneren Sinn enthüllt werden. II. b. Die Schlachtopfer und Brandopfer bezeichnen im höchsten Sinn die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn. Dies kommt daher, weil alle gottesdienstlichen Gebräuche, die bei dem israelitischen und jüdischen Volk angeordnet wurden, sich einzig und allein auf den Herrn beziehen; somit bezogen sich auf Ihn hauptsächlich die Schlacht- und Brandopfer, durch die im allgemeinen der ganze Gottesdienst vorgebildet wurde, wie oben gezeigt worden ist. Auch kommt die Wiedergeburt des Menschen nicht anderswoher als vom Herrn. Wo daher im Worte von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wird, da wird im höchsten Sinn auch von der Verherrlichung des Menschlichen im Herrn
gehandelt; denn die Wiedergeburt des Menschen ist ein Abbild der Verherrlichung des Herrn. Das Menschliche verherrlichen heißt, es göttlich machen; aber den Menschen wiedergebären heißt, ihn himmlisch machen, damit in ihm das Göttliche des Herrn wohnen kann. III. Der ganze Gottesdienst wurde durch Schlachtopfer und Brandopfer nach den verschiedenen Verhältnissen und daher mit aller Mannigfaltigkeit vorgebildet, und darum wurden verschiedene Arten von Tieren zu den Opfern bestimmt. Dies erhellt aus den verschiedenen Zwecken, für welche die Schlacht- und Brandopfer dargebracht wurden, nämlich für die aus Versehen begangenen Sünden, für die nicht aus Versehen begangenen Sünden, für jede Übertretung und Unreinheit, sowohl bei dem Priester, als bei der ganzen Gemeinde, bei dem Fürsten und bei irgendeiner Person. Zur Reinigung vom Aussatz, zur Reinigung nach der Geburt, zur Einweihung des Altars, des Versammlungszeltes und alles dessen, was darin war, zur Reinigung ebenderselben Gegenstände, wenn Aharon einmal im Jahr einging in das Allerheiligste; zur Einweihung Aharons und seiner Söhne zum Priesteramte; zur Einsegnung der Nasira, und im allgemeinen bei den drei Festen, bei allen Neumonden und Sabbathen, und an jedem Tage, Morgens und gegen Abend, abgesehen von den Opfern bei Gelübden und von den freiwilligen Opfergaben. Weil die Schlachtopfer und Brandopfer zu so verschiedenen Zwecken dienten und durch sie die verschiedenen Arten des Gottesdienstes vorgebildet wurden, darum waren auch die verschiedenen Arten der Tiere befohlen, die dazu genommen werden sollten nämlich: junge Stiere, Rinder und Böcke, Widder, Ziegen und Ziegenböcke, männliche Lämmer, weibliche Lämmer und junge Ziegen. Durch die Schlacht- und Brandopfer von dem jungen Stier, Rind und Bock wurde die Reinigung und Wiedergeburt des äußeren oder natürlichen Menschen vorgebildet; durch die Opfer vom Widder, der Ziege und dem Ziegenbock wurde die Reinigung und Wiedergeburt des inneren oder geistigen Menschen vorgebildet; und durch die Opfer vom männlichen Lamm, dem weiblichen Lamm und der jungen Ziege wurde die Reinigung und Wiedergeburt des innersten oder himmlischen Menschen vorgebildet. <HG 10042>
Die Schlacht- und Brandopfer waren nicht befohlen, sondern nur zugelassen, und man hatte in den Himmeln kein Wohlgefallen an ihnen. Darum wurden die Speisopfer, die in Broten bestanden, auch dazu genommen, wie auch die Trankopfer aus Wein, auf denen ein Wohlgefallen ruhte; denn das Brot bedeutet alles himmlisch Gute, und der Wein alles Wahre desselben. Daher kommt es auch, daß die Schlacht- und Brandopfer Brot genannt wurden, und auch die Speisopfer oder Gaben, denn in der Grundsprache heißen die Speisopfer Gaben. Man sehe jedoch, was hierüber früher nachgewiesen worden ist, nämlich, daß die Schlacht- und Brandopfer erst von Eber eingeführt wurden, und daß sie von da an auf die Nachkommen Jakobs übergegangen waren, daß die Schlachtund Brandopfer nicht befohlen, sondern zugelassen waren; daß die Schlachtund Brandopfer Brot genannt wurden. Daß das Brot das himmlisch Gute bedeutet,
und der Wein das Wahre desselben; ebenso die Speisopfer und Trankopfer. Hieraus erhellt, daß auch wirklich um dieser Ursache willen die Schlacht- und Brandopfer vom Herrn aufgehoben, und Brot und Wein beibehalten wurde. Man merke jedoch, daß das Fleisch des Schlacht- und Brandopfers im besonderen das geistig Gute bedeutete, und das Brot des Speisopfers das himmlisch Gute, und daß darum nicht nur Fleisch, sondern auch Brot geopfert wurde. <HG 10079>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 112 →
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