Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die Schlange wird in der Offenb.12/3,9 und 20/2 genannt ein rötlicher und großer Drache und die alte Schlange, dann auch Teufel und Satan; hier und anderwärts wird unter dem Teufel niemals verstanden ein Teufel als Fürst der anderen, sondern die ganze Rotte der bösen Geister und das Böse selbst. <HG 251>
Es gibt zwei Gattungen von Höllen, in der einen sind diejenigen, die im Bösen und in der andern diejenigen, die im Falschen des Bösen sind. Die Hölle, in der diejenigen sind, die im Bösen, werden mit einem Wort der Teufel genannt, und die Hölle, in der diejenigen sind, die im Falschen des Bösen, werden mit einem Wort Satan genannt. <EKO 120>
“Genannt der Teufel und Satan” bedeutet, weil sie innerlich im Bösen und Falschen sind, das aus der Hölle stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung von Teufel und Satan, insofern sie die Hölle bezeichnen in Ansehung des Bösen und Falschen. Solche sind es, die im Bösen und Falschen sind, weil die, welche hier unter dem Drachen verstanden werden und Teufel und Satan heißen, nicht äußerlich so beschaffen sind, sondern innerlich; denn äußerlich reden sie wie die Menschen der Kirche und einige sogar wie die Engel des Himmels von Gott, vom Herrn, vom Glauben und von der Liebe zu Ihm, wie auch von Himmel und Hölle, und bringen vieles aus dem Wort vor, wodurch sie ihre Glaubenssatzungen (Dogmen) begründen. Daher kommt es, daß sie durch dieses Äußere mit dem Himmel verbunden sind, aber im Inneren werden sie nicht davon angeregt und noch weniger erfreut, sondern sie werden nur durch körperliche und weltliche Dinge angeregt und erfreut, so daß sie die himmlischen Dinge im Verhältnis zu jenen für nichts achten. Mit einem Wort: das Körperliche und Weltliche lieben sie über alles, das Himmlische aber betrachten sie als eine Knechtschaft, so daß sie das, was dem Körper und der Welt angehört, zum Haupte, das Himmlische aber zu den Füßen machen. So sind sie beschaffen, weil sie das Leben für nichts achten, indem sie sagen, der Glaube allein mache selig, aber nicht das Gute des Lebens. Deshalb sind sie Teufel und Satane, denn der Mensch ist so beschaffen, wie er in seinem Inneren ist, aber nicht so, wie er nur in seinem Äußeren ist, wenn nicht das Äußere aus dem Inneren redet und handelt. Der Mensch bleibt auch so beschaffen nach dem Tode, denn wie der Mensch im Inneren beschaffen ist, so ist er auch in Ansehung seines Geistes beschaffen, und der Geist des Menschen ist die Neigung (oder Gesinnung), aus der sein Wille und daher auch sein Leben hervorgeht. Hieraus folgt, daß diejenigen, welche die Beschaffenheit des Lebens für nichts achten, im Inneren Teufel und Satane sind, und auch nach Ablauf ihres Lebens,
in dem sie Geister werden, zugleich Teufel und Satane werden. Sie werden aber Teufel und Satan genannt, weil durch Teufel und ebenso durch Satan die Hölle bezeichnet wird, aber durch Teufel wird die Hölle bezeichnet, aus der das Böse kommt, und durch Satan die Hölle, aus der das Falsche kommt; diese Hölle wird Satan genannt, weil alle, die sich in ihr befinden, Satane genannt werden, jene Hölle aber wird Teufel genannt, weil alle, die sich darinnen befinden, Teufel genannt werden. Daß es vor der Schöpfung der Welt keinen Teufel und Satan gegeben hat, der ein Engel des Lichts gewesen und später mit seiner Rotte in die Hölle geworfen wurde, kann man aus dem ersehen, was HH 311-316 gezeigt wurde, wo davon gehandelt wurde, daß der Himmel und die Hölle aus dem menschlichen Geschlecht stammen. Man merke aber, daß es zwei Reiche gibt, in welche die Himmel geteilt sind, nämlich das himmlische Reich und das geistige Reich, worüber man HH 20-28 nachsehe; diesen beiden Reichen entsprechen als Gegensatz die zwei Reiche, in welche die Höllen eingeteilt sind: dem himmlischen Reiche entspricht als Gegensatz das höllische Reich, das aus den Teufeln besteht, und daher auch Teufel genannt wird, und dem geistigen Reich entspricht als Gegensatz das höllische Reich, das aus den Satanen besteht und daher auch Satan genannt wird. Und weil das himmlische Reich aus Engeln besteht, die in der Liebe zum Herrn sind, so besteht das höllische Reich, das als Gegensatz dem himmlischen Reich entspricht aus Teufeln, die in der Liebe zu sich selber sind, woher es kommt, daß aus dieser Hölle Böses aller Art ausfließt; und weil das geistige Reich aus Engeln besteht, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, so besteht das höllische Reich, das als Gegensatz dem geistigen Reich entspricht, aus Satanen, die im Falschen aus der Liebe zur Welt sind, und daher kommt es, daß auch aus dieser Hölle Falsches aller Art ausfließt. In manchen Stellen des Alten Testamentes wird immer nur Satan und nirgends der Teufel, statt dessen wird gesagt Feind, Gegner, Hasser, Widersacher, Ankläger, Dämon, wie auch Tod und Hölle. Hieraus läßt sich deutlich erkennen, daß durch Teufel die Hölle bezeichnet wird, aus der das Böse stammt, und durch Satan die Hölle, aus der das Falsche stammt. <EKO 740>
Kisjonah: Es ist ja außerordentlich! Man kann nun mit diesen Wesen (Geistern und Seelen Verstorbener) umgehen und reden wie mit seinesgleichen! Was mich aber doch etwas wundernimmt, ist das, daß hier unter vielen Geistern von denen ich einige sogar der Person nach ganz gut erkenne, kein Patriarch, kein Prophet und ebenso auch kein König zu erschauen ist! Der Herr: Mein liebster Freund und Bruder, diese sind ebensogut wie diese lebend in der Geisterwelt; aber auf daß ihnen von allen den Millionen und Millionen Geistern nicht irgend eine göttliche Verehrung erwiesen werde, so werden sie an einem ganz besonderen Orte, der da die Vorhölle heißt, von allen andern Geistern ganz abgesondert gehalten und sind alldort in der vollen Erwartung, daß Ich sie nun in dieser Zeit frei machen und sie dann einführen werde in die Himmel der Urwohnung Meiner Engel, - was denn auch in der Bälde geschehen
wird. Zugleich aber machen diese Geister der Patriarchen, Propheten und der rechten Könige eine Hut zwischen der eigentlichen Hölle und dieser Geisterwelt, damit die Hölle sie nicht verfinstern, verpesten und verführen kann. Es ist dem Satan zwar wohl zugelassen, in die Naturwelt zu gehen und da von Zeit zu Zeit sein Unwesen zu treiben; aber in diese Geisterwelt ist allen Teufeln für ewig der Eintritt verschlossen. Denn wo das eigentliche Leben einmal seinen Anfang genommen hat, da bleibt der Tod ewig ferne. “Satan”, “Teufel” und “Hölle” aber sind das Gericht und somit der barste Tod selbst und haben somit im Reiche des Lebens nichts mehr zu tun. Verstehst du solches wohl? <JE I,152/8-11>
Der Herr: Wir hätten nun aus diesem hoffentlich so ziemlich handgreiflichen Beispiele wohl sicher recht deutlich wahrgenommen, warum ein Sein ohne ein Gegensein so gut wie gar kein Sein wäre, wie denn auch die Kraft unseres Riesen im freien Luftraume so gut wie gar keine in Hinsicht auf eine entsprechende Wirkung wäre; es muß darum jedes Sein irgendein Gegensein haben, damit es selbst wirkend sei. Dieses Verhältnis muß darum in allem, was da ist, im rechten Maße vorhanden sein, ansonst es so gut wie gar nicht da wäre. Und so muß denn auch das vollkommenste Dasein Gottes in sich selbst in jeder Hinsicht auch die ausgebildetsten Gegensätze fassen, ohne die es eben auch so gut wie gar kein Wesen wäre. Diese Gegensätze sind in einem ununterbrochenen Kampfe begriffen, aber stets also, daß der stetige Sieg der einen Kraft auch stets zur Stütze der gewisserart besiegten Kraft dient, wie wir solches gesehen haben beim steten Siege des festen Bodens über die bewegende Schwerkraft unseres Riesen. Wollte nun Gott einmal aus Sich heraus Ihm ähnliche freie Wesen erschaffen, so mußte Er sie ja auch mit eben den streitenden Gegensätzen versehen, die Er in Sich selbst von aller Ewigkeit her in den natürlich besten und reinst abgewogensten Verhältnissen besaß und besitzen mußte, ansonst Er sicher nie wirkend dagewesen wäre. Nun, die Wesen wurden also völlig nach Seinem Ebenmaße gestaltet, und es ward ihnen am Ende darum auch die Fähigkeit notwendig eigen, sich selbst zu konsolidieren aus dem Kampfe der ihnen aus Gott niedergelegten kämpfenden Gegensätze. Jedem Wesen ward Ruhe und Bewegung, Trägheit und Tätigkeitssinn, Finsternis und Licht, Liebe und Zorn, Heftigkeit und Sanftmut und tausenderleiartiges als vollends zu eigen gegeben; nur war zwischen dem Maße darin ein Unterschied. In Gott waren all die Gegensätze schon von Ewigkeit her in der höchst besten Ordnung. Bei den geschaffenen Wesen aber mußten sie erst durch den freien Kampf in die rechte Ordnung wie von sich selbst heraus also durch die bekannte Selbsttätigkeit gelangen. Nun, da entstanden dann verschiedene Siege. In dem einen Teile ward die harte Ruhe zum überwiegenden Sieger, und die Bewegung ward dadurch zu sehr untergeordnet, daher sie sich denn auch stets gleichfort die größte und feurigste
Mühe gibt, den Stein zu erweichen und ihn ihr ähnlicher und entsprechender zu machen; anderseits siegte wieder die Bewegung in allen ihren Teilen zu sehr und wird darum von der in ihr schwächeren Ruhe stets bekämpft, um mit ihr in ein entsprechendes Verhältnis zu treten. Bei vielen Wesen aber haben die Gegensätze ein rechtes Maß nach der Ordnung Gottes erreicht, und ihr Sein ist dadurch ein vollkommenes, weil sie sich durch ihre gleichartigen und gegenseitigen Intelligenzfähigkeiten fortwährend allerbestens unterstützen. Nun seht, wo sonach irgendeine Kraft in einem sich frei konsolidierenden Wesen durch ihr überwiegend hartnäckiges Bestreben alle andern Gegenkräfte zum untätigen Schweigen in ihrer Sphäre bringen will und auch zum größten Teile bringt, da tötet sich gewisserart so eine Kraft selbst, dadurch, daß sie sich alle Gelegenheiten aus dem Wege räumt, bei denen sie ihre Kraft hätte äußern können. Eine Kraft aber ohne eine entsprechende Gegenkraft ist, wie schon gesagt, so gut wie gar keine Kraft, und wie wir solches eben schon aus dem früher angeführten Beispiele unseres Riesen sicher klar haben sehen können. Solch eine sich selbst in allem gefangengenommene Kraft muß dann ja aber auch immer das Bestreben haben, noch mehr Kräfte in sich gefangenzunehmen, um sich selbst in ihrem schmerzlichen Gefangensein lediger zu machen. Und seht nun, das ist eben das, was man “Satan” und “Teufel” nennt! Satan ist eine große Persönlichkeit und entspricht der zu starren Ruhe und Trägheit; denn diese geschaffene erste große Persönlichkeit wollte alle anderen Kräfte in ihre Wesenheit vereinen und ist aber darum tot und tatunfähig geworden in sich selbst. Aber die in ihr besiegten anderen Kräfte ruhen dennoch nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit und personifizieren sich dadurch wie selbständig. Durch solche Tätigkeit beleben sie aber das Grundwesen wie mit einem Scheinleben, und dies Leben ist dann offenbar nur ein Trugleben einem wahren freien Leben gegenüber. Solche besiegten und doch den Sieg nicht annehmen wollenden Kräfte sind dann das, was man dem Satan gegenüber “Teufel” oder “böse Geister” nennt. - Und so siehst du, Mein liebster Cyrenius, daß Ich dir nun auch so einen kleinen Wink vom Satan und Teufel gegeben habe, wie du denn auch nur so einen kleinen Wink verlangt hast! Willst du aber mehr, so rede, und Ich will dir Ausführlicheres geben! <JE II,229/1-13>
Der Herr: Aber eure Trugwunder müssen aus eurem Institute gänzlich ausgewiesen werden; denn aller Trug ist mehr oder minder eine Eingebung des Satans und kann daher nie zu irgend etwas führen, das man wahrhaft gut nennen könnte! Solange man aber irgendein Trugmittel in einem Heilinstitute gebraucht, da kann daneben in Meinem Namen keine Wundertat zum Gelingen gebracht werden! Wollet ihr aber wirken in Meinem Namen, so muß Ich auch in aller Fülle der Wahrheit ganz in euch sein durch die Liebe und durch den lebendigsten Glauben. Seid ihr aber das, so möget ihr zu jenem Berge sagen: “Hebe dich und stürze dich ins Meer!” - und es wird geschehen nach eurem Willen! Aber wohl gemerkt,
ohne Mich vermöget ihr nichts! Ich aber werde bei euch sein immer fort und fort, solange ihr getreust Mein Wort, Meine Liebe und den lebendigsten Glauben an Mich bewahren und einhergehen werdet ohne Falsch in eurer Seele! - Sage, ob du Mich nun wohl verstanden hast! Roklus: Nicht ganz, um vor dir ein völlig aufrichtiges Geständnis abzulegen; denn ich vernahm etwas von einer Eingebung des Satans! Das ist derselbe böseste Geist, der nach der jüdischen Lehre der stets unsichtbare Urheber alles Bösen und Verderblichen auf der Erde sein soll. Ich habe das bisher als eine Allegorie der Juden betrachtet und kann mich nun auf einmal nicht zur Genüge erstaunen, diesen Namen nun aus deinem Munde zu vernehmen! Wahrlich, ich halte dich für den weisesten aller Menschen und glaube nun auch fest, daß es einen allweisesten und allmächtigen Gott gibt, von dem alles, was der endlose Raum faßt, erschaffen ist, und daß du nun ein Hauptträger des Gottesgeistes bist; aber daß du mir nun mit der alten jüdischen Fabel vom Satan und am Ende gar noch mit allerlei Teufeln und etwa auch mit der jüdischen Hölle kommst, das nimmt mich sehr wunder! Ist denn der Satan im Ernste etwas oder irgendein Teufel oder die Hölle? Darüber bitte ich mir wahrlich eine nähere Erklärung aus! Der Herr: Wie alles dies dir nun noch Unverständliche zu verstehen ist, wirst du finden in dem Buche, das dir der Junge durch Ruban gegeben hat; im übrigen dürften dir die Gegensätze, als da sind Geist und Materie, Leben und Tod, Liebe und Haß, Wahrheit und Lüge, doch schon einen kleinen Fingerzeig geben, daß alles das irgendeinen Entstehungsgrund haben muß, ansonst es nimmer in irgendeine fühlbare Erscheinlichkeit kommen könnte! Wenn das Böse nicht irgendeinen Entstehungsgrund hätte, woher sollte es dann wohl kommen in den Sinn der Menschen?! Du wirst daraus etwa doch bei deiner geübten Denkkraft wahrzunehmen anfangen, daß sich alles - wie: Wahrheit und Lüge und dergleichen Gegensätze mehr - dem höchsten und besten Gottwesen nicht in die Schuhe schieben läßt! Oder kannst du das annehmen, daß Gott als die höchste, tiefste Wahrheit selbst, dem Menschen einen lügenhaften Sinn ins Herz gelegt hat, auf daß er dann sündige wider die Ordnung Gottes und unflätig würde in allen seinen Reden und Handlungen? Oh, das sei ferne! Gott schuf den Menschen geistig nach Seinem Ebenmaße, also rein, wahrhaft und gut. Da der geistige Mensch aber auch zu seiner ferneren Existenz bedinglich den Weg des Fleisches durchzumachen bekam, so mußte er dieses aus der Materie der Erde entlehnen nach der Anordnung des allerhöchsten Geistes Gottes; und in das Fleisch ist für den Geist des Menschen ein denselben probendes Gegengewicht gelegt und heißt Versuchung! Diese rastet aber nicht nur im Fleische des Menschen, sondern in aller Materie; und weil die Materie das nicht ist, als was sie dir erscheint, so ist sie dem sich selbst probenden Menschen gegenüber Lüge und Trug, also ein Scheingeist, der da ist und nicht ist. Er ist da, weil die verlockende Materie da ist fürs Fleisch des Menschen; er ist aber auch nicht da, weil die Materie nicht ist, was sie zu sein scheint.
Und sieh und fasse recht! Dieser Truggeist, als durch und durch Lüge in sich selbst, ist eben der Geist aller Welt der Materie und eben das, was da “Satan” oder “aller Teufel Oberster” heißt. Die “Teufel” aber sind die Spezialbösgeister aus dem dir nun gezeigten allgemeinen Bösgeiste. Ein Mensch, der sonach allerlei Materie mit der Liebe erfaßt und sich darin tätig begründet, der sündigt wider die Ordnung Gottes, die ihm nur darum die Materie zeitweilig unter sein Dasein legte, daß er mit ihr kämpfe und sich zur Unsterblichkeit kräftige mit dem Gebrauche des ganz frei gestellten Willens. Und die Folge der Sünde ist der Tod oder das Zunichtewerden alles dessen, was sich des Menschen Seele aus der Materie angeeignet hat, weil alle Materie, wie Ich dir es gezeigt habe, in dem, als was sie erscheint, nichts ist. Liebst du demnach die Welt und ihr Getriebe und willst dich bereichern mit ihren Schätzen, so gleichst du einem Narren, dem ernstlich eine wohlgeschmückte Braut vorgestellt ist, die er aber nicht will, und nach der er auch kein Verlangen trägt; wohl aber wirft er sich mit aller Glut eines blindesten Fanatikers auf den Schatten der Braut und kost denselben über alle Maßen! So aber dann die Braut den Narren verlassen wird, so wird etwa ja auch ihr Schatten mit ihr ziehen! Was aber wird dann dem Narren übrigbleiben? Offenbar nichts! Wie wird dann wehklagen der Narr, daß er das verloren hat, was er so sehr liebte! Aber da wird man zu ihm sagen: “Blinder Tor, warum erfaßtest du denn nicht die volle Wahrheit anstatt deren Schatten, der doch offenbar nichts war?!” Was kann der Schatten auch irgend anderes sein als ein Lichtmangel, den eine jede dichte Form geben muß nach irgendeiner dem Lichte gegenüberstehenden Seite, weil der Lichtstrahl nicht durch den festen und dichten Körper dringen kann?! Was aber dein Schatten ist zu dir, so du irgend im Lichte stehst oder gehst, dasselbe ist alle Materie und ihre Schätze gegenüber dem Geiste! Sie ist ein notwendiger Trug und in sich selbst eine Lüge, weil sie das nicht ist, als was sie den Sinnen des Leibes erscheint. In dem aber liegt eben ein Gericht der Lüge und des Truges, daß sie vor den Augen des Geistes als etwas Vergängliches und nur als ein äußeres, entsprechendes Schattenbild einer inneren, tiefen Wahrheit sich offenbaren muß, während sie nach der blinden Weltliebe der Seele lieber das in einer Realität verbliebe, was sie zu sein scheint. <JE V,69/5-10; 70/1-11>
Raphael: Mein liebster Freund Roklus, mäßige dich; denn diese waren wohl pikfeste Pharisäer, sind aber nun unsere Jünger geworden und werden ihren Irrtum einsehen! Und bezüglich der Teufel hast du eben noch eine zu geringe Kenntnis, um über deren Einfluß auf die Menschen wahr und gültig zu reden. Wenn du davon erst eine nähere Kenntnis haben wirst, dann wirst du davon auch reden können. Sieh, das, was man “Satan” und “Teufel” nennt, ist die Welt mit aller ihrer verführerischen Pracht. Freilich wohl ist alle Materie, aus der die Welt besteht, auch nur ein Werk Gottes, und es liegt in ihr Göttliches verborgen; aber daneben liegt in ihr auch Lüge, Trug und Verführung, woraus dann entsteht Neid, Geiz, Haß, Hochmut, Verfolgung und daraus hervorgehend allerlei Laster ohne Zahl
und Maß. Und siehe, eben dieses Falsche, die Lüge und der Trug, ist geistig genommen der “Satan”, und alle die einzelnen, daraus notwendig hervorgehenden Laster sind eben das, was man “Teufel” nennt; und eine jede Seele, die irgendeinem der zahllos vielen Laster als begründet ergeben ist, ist ein Teufel in Person und ein tätiger Ausdruck eines oder des andern Schlechten und Bösen, und es ist einer solchen Seele schwer zu erlöschender Trieb, nur gleichfort Böses zu tun in der Art, in der sie sich lebensbegründet hat in der Zeit ihres fleischlichen Seins. <JE V,94/1-3>
Der Herr: Von dieser Zeit an fing Ich an, ernstlich mit Meinen Jüngern davon zu reden, daß Ich nach des Vaters Willen wohl werde nach Jerusalem gehen und dort viel leiden müssen von den Ältesten, Hohepriestern und Schriftgelehrten, werde von ihnen getötet werden, aber am dritten Tage wieder vom Tode auferstehen. (Matth.16/21). Als ein Sieger über allen Tod und über alle Feinde des Lebens werde Ich dastehen dann für ewig, wovon Ich schon auf dem Berge des Markus Erwähnung tat. Da erschrak Petrus förmlich und sagte zu Mir, Mich beiseiteziehend, in einem gewissen gebieterisch-mahnenden Tone: Herr, das geschehe Dir ja nicht, und Du bist uns und allen Menschen gegenüber verpflichtet, Deiner zu schonen! (Matth. 16/22). Aber Ich wandte Mich schnell um und sagte auch in einem ganz ernsten Tone: Hebe dich, Satan, von Mir! Du bist Mir ärgerlich; denn du meinst nicht, was da göttlich, sondern nur, was da ganz gemein weltmenschlich ist! (Matth.16/23). Hier erschrak Petrus ganz gewaltig, fiel vor Mir nieder, bat Mich um Vergebung und setzte weinend hinzu: Herr, als wir auf eben diesem Meere dahin steuerten, wo wir uns nun mehrere Tage aufhielten, sagtest Du zu mir ob meines Glaubens: “Simon Juda, du bist Petrus, ein Fels, auf dem Ich Meine Kirche bauen werde, und alle Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen! Dir will Ich geben des Himmelreiches Schlüssel. Was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein, und was du binden wirst auf Erden, das wird auch gebunden sein im Himmel!” Das, o Herr, waren buchstäblich Deine heiligen Worte aus Deinem heiligsten Munde, an mich armen Sünder gerichtet. Ich aber habe mich darum dennoch nie erhoben, sondern mich stets nur für den Geringsten unter uns gehalten, - und wegen einer freilich nur menschlichen, aber dennoch nur aus meiner großen Liebe zu Dir erkeimenden Warnung hast Du mich zum Fürsten der Hölle gemacht! Herr, sei doch gnädig und barmherzig dem armseligen Fischer Petrus, der zuerst sein Netz ins Meer warf, Weib und Kinder verließ und Dir nachfolgte! Der Herr: Da wandte Ich Mich wieder freundlich zu Petrus und sagte: Darum habe Ich dich nicht im geringsten herabgesetzt, so Ich dir in der scharfen Anrede dein Menschliches gezeigt habe! Alles, was diesweltlich Menschliches am Menschen ist - als sein Fleisch und dessen verschiedenartige Bedürfnisse aus puren diesirdischen Rücksichten -, ist im Gerichte, darum Hölle und Satan, der
da ist ein Inbegriff alles Gerichtes, alles Todes, aller Nacht und alles Truges; denn alles scheinbare Leben der Materie ist nur ein Trugleben, und all ihr Wert ist soviel wie gar keiner. Welch ein Mensch immer in einen Sinn der Materie zurückfällt, ist insoweit dann auch Satan, inwieweit er irgendein Heil in der Materie und in ihrem Scheinleben vertritt. Will jemand aber des Satans noch in seinem Fleische ledig werden, so muß er das Kreuz, das Ich schon jetzt im Geiste trage, auf seine Schulter nehmen und Mir nachfolgen! (Matth.16/24). Denn Ich sage es euch: Wer sein (irdisch) Leben erhalten will, der wird es (das geistige) verlieren; wer aber sein (irdisch) Leben um Meinetwillen verlieren wird, der wird es (das geistige) finden! (Matth.16/25). Was hülfe es denn einem Menschen, so er gewänne die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, litte aber dabei Schaden an seiner Seele?! Oder was kann ein Mensch geben, daß er dann wieder löse seine Seele aus den Banden der Materie, des Gerichtes und des Todes?! (Matth.16/26). Wohl wird es je einmal geschehen, daß Ich, als nun des Menschen Sohn, wieder kommen werde in der Herrlichkeit des Vaters mit allen Engeln, deren Macht ihr kennet, aber Er wird auch dann wie jetzt nur tun, helfen und vergelten können jedermann nach seinen höchsteigenen Werken. Wer tot befunden wird, der wird auch tot verbleiben bis zur Zeit jener großen Erweckung auch aller derer, die in den Gräbern des Gerichtes verblieben sind, und auch da wird eines jeden Liebe, Willen und Gewissen Richter sein für immerdar! (Matth.16/27). Aber die da leben nach Meinen Worten und verrichten die Werke der wahren Selbstverleugnung und inneren freien Liebe, die werden den Tod nicht sehen und fühlen jemals. Wahrlich, zu Meiner und eurer großen Freude kann Ich euch sagen, daß von euch etwelche dastehen, die keinen Tod schmecken und fühlen werden und Zeugen sein werden von allem, bis da sogar auch vorbesprochenermaßen kommen wird des Menschen Sohn in Sein Reich, den sie sehen werden und mit dem sie herrschen werden ewig! Aber dazu wird sehr viel Liebe zu Gott und dem Nächsten erfordert. (Matth.16/28). Wahrlich, so da irgend ist ein Vater oder eine Mutter, die da nur sorgen darum, daß ihre Kinder in dieser Welt wohl versorgt werden möchten, und achten nicht höher den Wert des Lebens der Seele ihrer Kinder, die haben sich und ihren Kindern ein Grab zum ewigen Tode gegraben; denn was immer der Welt ist, das ist des Satans, also des Gerichtes und des Todes der Materie! Wohl ist die Materie ja bestimmt, erweckt zu werden durch die Kraft eines jenseitigen, reinen Geistes zur Auferstehung aus den langen Gerichten; aber dann muß die Materie nach der ihr wohl eingeprägten freien Intelligenz übergehen in die rechte Form und Wesenheit ihres jenseitigen Geistes, der ein Licht ist aus Gott. Geschieht das von der Materie nicht, so kehrt der jenseitige Geist in seinen Urquell zurück, und die für immer belebt werden sollende Materie fällt abermals in ihr altes Gericht und wird im selben lange zu harren haben, bis etwa einmal abermals ein jenseitiger Geist sie erwecken wird zu einer neuen Lebensprobe. <JE V,170/5-8; 171/1-8>
Der Herr: Also die Trägheit oder die stets steigende Lust zum Müßiggange ist und bleibt stets der Anfang zu allen Lastern, und diese Eigenschaft der menschlichen Seele ist eben jener böseste Geist, den die Schrift “Satan” nennt. Und darin besteht eben auch das Erbübel, an dem alle Menschen leiden, und von dem sie niemand befreien kann als eben nur ein wahrer Messias, der da kommt aus den Himmeln des vollsten Lebens und der höchsten Tätigkeit desselben. <JE V,204/8>
Der Herr: Dem Leibe nach bin auch Ich, gleich wie ihr, ein sterblicher Mensch, und die Folge davon ist, daß auch Ich diesen Leib ablegen werde, und zwar am Kreuze zu Jerusalem zum Zeugnisse wider die argen Juden, Hohenpriester und Pharisäer und zu ihrem Gerichte. Denn dieses allein wird für immerdar ihre Macht brechen, und der Fürst der geistigen Finsternis, der nun die Menschenwelt beherrscht hat, wird machtlos werden und die Menschen nicht mehr so sehr wie bis jetzt verführen und ins Verderben stürzen können. Der Fürst aber heißt “Satan”, das ist Lüge, Trug, Stolz, Habsucht, Eigenliebe, Neid, Haß, Herrschgier, Mordlust und allerlei Hurerei. Der höchste Hochmut kann nur durch die tiefste Demut zugrunde gerichtet werden, und es ist alsonach notwendig, daß an Mir solches verübt werde. Wenn ihr aber solches vernehmen werdet, dann entsetzet euch nicht darob; denn Ich werde nicht im Grabe verweilen und verwesen, sondern am dritten Tage wieder auferstehen, und also, wie Ich nun da bei euch bin, also werde Ich wieder zu euch kommen! Und erst das wird euch allen das größte und wahrste Zeugnis von Meiner göttlichen Sendung in eure Seelen geben und vollends euren Glauben stark machen. Ich habe euch nun das darum zum voraus gesagt, auf daß ihr dann, wenn es dahin kommen wird, euch an Mir nicht ärgert und Meine Lehre verlasset. <JE V,220/1-3>
Hier trat wieder einer der zu Emmaus bekehrten Pharisäer, der ein Schriftgelehrter war, auf und sagte: Herr und Meister! Wir wissen nun wohl, was es mit den Besessenen der Wahrheit nach für eine Bewandtnis hat, und wer im Grunde die argen Geister sind, von denen hie und da eine Menschennatur in Besitz genommen wird; aber es wird in der Schrift dennoch von den wirklichen, urerzbösen Teufeln und von ihrem Fürsten, dem Satan, sehr augenfällig gesprochen und auch gesagt, daß der Satan, auch Luzifer genannt, und eine zahllose Menge der nach ihm sich gerichtet habenden Engel von Gott verstoßen und ins ewige Höllenfeuer verworfen worden seien. Also steht es auch geschrieben, wie eben der Satan in der Gestalt einer Schlange die ersten Menschen zum Falle brachte, und wie Gott durch ihn den frommen Hiob versuchen ließ. Was hat es nun nach Deiner neuen Lehre mit dem Satan und mit seinen ihm untergeordneten Teufeln für eine Bewandtnis? Wer und wo ist der Satan, und wer und wo sind die Teufel? Wenn es uns schon von Dir aus gegönnt ist, das gesamte Geheimnis des Gottesreiches zu verstehen, so müssen wir auch in dieser Sache im klaren sein, und so wolle Du uns großgnädig darüber eine verständliche Aufklärung geben!
Der Herr: Darüber ist von Mir schon vieles gesagt und erklärt worden, und Meine älteren Jünger wissen es, woran sie sind; aber da du bei Mir noch ein Neuling bist, so magst du wohl nach dem fragen, was dir noch nicht verkündet ward, und so magst du Mich vernehmen! Siehe, was der endlose Raum als eine Materie in sich faßt, das ist gerichtet und dadurch gefestet durch die Macht des Willens Gottes! Wenn es nicht also wäre, so befände sich keine Sonne, kein Mond, keine Erde und gar keine Kreatur im ganzen endlosesten Raume; nur Gott allein bestünde in der Anschauung Seiner großen Gedanken und Ideen. Gott aber hat schon von Ewigkeit her Seine Gedanken wie gleichsam aus Sich hinausgestellt und sie verkörpert durch Seinen allmächtigen Willen. Diese verkörperten Gedanken und Ideen Gottes aber sind dennoch keine so ganz eigentlichen Körper, sondern sie sind gerichtetes Geistiges und Gefäße zur Ausreifung für ein selbständiges Sein. Es sind das sonach Geschöpfe, bestimmt, wie aus sich und aus eigener Kraft neben Mir, dem ihnen sichtbaren Schöpfer, für ewig fortzubestehen. Alle Kreatur als ein gerichtetes Geistiges ist gegen das schon Rein- und Freigeistige noch unrein, unreif, daher noch nicht gut, und kann dem Reingeistigguten gegenüber als an und für sich noch schlecht und böse angesehen werden. Verstehe sonach unter “Satan” im allgemeinen die ganze materielle Schöpfung und unter “Teufel” das getrennte Spezielle derselben. Wenn ein Mensch auf dieser Welt nach dem erkannten Willen Gottes lebt, so erhebt er sich dadurch aus der geschöpflichen Gefangenheit und geht in die ungeschöpfliche Freiheit Gottes über. Ein Mensch aber, der an einen Gott nicht glauben und darum auch nicht nach dessen den Menschen geoffenbarten Willen handeln will, versenkt sich dann stets mehr und mehr und tiefer und tiefer in das geschaffene Materielle, wird geistig unrein, schlecht und gerichtet böse und somit ein Teufel, denn alles pur Geschaffene und Gerichtete ist - wie schon gezeigt - dem ungeschaffenen Reinund Freigeistigen gegenüber unrein, schlecht und böse, nicht aber etwa darum, als hätte Gott aus Sich je etwas Unreines, Schlechtes und Böses erschaffen können, sondern nur in und für sich darum, weil es erstens des Daseins wegen notwendig ein Geschaffenes sein muß, begabt mit Intelligenz und Tatkraft und im Menschen auch mit freiem Willen, und zweitens, weil es in sich das Geschaffen-Gegebene, um zur möglichen Selbständigkeit zu gelangen, selbsttätig zu verwenden und wie in sein Eigentümliches zu verkehren hat. Vor Gott aber gibt es nichts Unreines, nichts Schlechtes und nichts Böses; denn dem Reinen ist alles rein, und alles ist gut, was Gott geschaffen hat, und Gott gegenüber gibt es denn auch keinen Satan, keinen Teufel und somit auch keine Hölle. Nur das Geschaffene in und für sich ist alles das so lange, als es ein Geschaffenes und Gerichtetes zu verbleiben hat und endlich im Besitze des freien Willens, ob gut oder böse, verbleiben will. Wenn es denn in der Schrift heißt, daß Satan in der Gestalt einer Schlange das erste Menschenpaar verführt habe, so will das soviel sagen als: Das erste Menschen-
paar, das Gott und Seinen Willen wohl kannte, hat sich von der Anmut der materiellen Welt bestechen lassen, und ihres gerichteten Fleisches Begehren und Stimme sagte: “Wir wollen sehen, was daraus wird, so wir einmal dem wohlerkannten Willen Gottes zuwiderhandeln! Denn Gott selbst hat uns das Handeln freigestellt; wir können dadurch an unserer Erkenntnis ja nichts verlieren, sondern nur gewinnen! Denn Gott weiß es sicher, was uns durch ein freies Handeln werden kann, - wir aber wissen es nicht; darum handeln wir einmal nur nach unserm Sinne, und wir werden dann durch die Erfahrung auch das wissen, was jetzt Gott allein weiß!” Und siehe, also aßen die beiden von dem verbotenen Baume der Erkenntnis auf dem Wege der selbst machen wollenden Erfahrung und versanken dadurch um einen Grad tiefer in ihr gerichtetes Materielle, das dem freien Geistleben gegenüber auch der “Tod” genannt werden kann. Sie erkannten darauf wohl, daß in ihrem Fleische das Mußgericht und der Tod daheim sind, der bei der steigenden Weltliebe auch die freie Seele in sein Gericht und seine Unfreiheit begraben kann, und verloren denn auch das reine Paradies, das in der vollen Einung der Seele mit ihrem Geiste bestand, und mochten aus sich heraus dasselbe wohl nicht völlig wiederfinden; denn ihre Seele war vom Stachel der Materie verletzt worden und hatte dann viel zu tun, um sich noch so frei als möglich über dem Gerichte als dem geschaffenen Muß zu erhalten, wie das nun bei allen Menschen der Fall ist, - und Ich bin darum in diese Welt gekommen, um den Menschen wieder den wahren Lebensweg zu zeigen und ihnen das verlorene Paradies durch Meine Lehre wiederzugeben. Also ist es auch bei Hiob der Fall. Hiob war ein irdisch äußerst glücklicher Mann und hatte viele Güter. Er war aber auch ein weiser und Gott sehr ergebener Mensch, der strenge nach dem Gesetze lebte. Sein außerordentlicher Wohlstand machte aber dennoch sein Fleisch mehr und mehr begierlich und machte große Anforderungen an den Geist in ihm. Der gerichtete Geist des Fleisches sagte gewisserart zur Seele: “Ich will denn doch sehen, ob ich dich durch alle meine irdischen Freuden und Leiden von deinem Gott nicht abziehen, dich in deiner Geduld nicht ermüden und nicht in mein Mußgericht setzen kann!” Da kostete es Hiob einen mächtigen Kampf; denn einerseits standen ihm alle irdischen Freuden zu Gebote, die er zwar genoß, aber dieselben übten über seine Seele dennoch keine Herrschaft aus, und sie blieb mit dem Geiste im Verbande. Da aber der arge Geist der Materie mit der Seele auf diese Art nichts ausrichtete, so ward die Seele Hiobs durch allerlei körperliche Unannehmlichkeiten versucht, die bildlich im Buche dargestellt sind. Aber Hiob bestand sie alle mit Geduld, obschon er hie und da murrte und über seine Not klagte, aber am Ende dennoch allzeit offen bekannte, daß ihm Gott zuvor alles gegeben, nun weggenommen habe, ihm aber wieder alles geben könne, und zwar noch mehr, als Er ihm genommen hatte wegen der Vollstärkung der Seele im Geiste. Wenn aber also, wer war dann der Satan, der den frommen Hiob so sehr versuchte? Es war der gerichtete Geist seines Fleisches, d.h. dessen verschiedenartige Begier-
lichkeiten! Aber einen gewissen persönlichen Ursatan und persönliche Urteufel hat es in der Wirklichkeit niemals wo anders gegeben als nur in der gerichteten Weltmaterie aller Art und Gattung. Daß aber der Satan und die Teufel von den alten Weisen unter allerlei Schreckensbildern dargestellt wurden, hat den Grund darin, damit die Seele unter allerlei argen Formen sich einen Begriff bilde, welch eine Not ein freies Leben zu erleiden hat, so es sich wieder von dem Gerichte der Materie gefangennehmen läßt. Der Herr: Ich selbst habe Meinen ersten Jüngern einmal den Satan in einem entsprechenden Bilde auftreten lassen, und sie entsetzten sich gewaltigst vor demselben. Desgleichen geschah auch zu öfteren Malen bei den Altvätern dieser Erde; doch damals ward keine Erklärung darum wörtlich hingesetzt, weil die Alten aus dem Geiste der Weisen die bildliche Darstellung auf dem Wege der inneren Entsprechungen wohl verstanden und darum auch sagten: Erschrecklich ist es, in die Gerichtshände Gottes zu fallen, d.h.: erschrecklich ist es für eine Seele, die schon einmal zum vollen Selbstbewußtsein gelangt ist, sich wieder von dem nie wandelbaren Gerichtsmuß des göttlichen Willens in der Materie gefangennehmen zu lassen. Daß dieses für die Seele als etwas Erschreckliches bezeichnet wird, das lehrt jedermann die Erfahrung eines Sterbenden, der zuvor nicht die volle Wiedergeburt im Geiste erlangt hat. Warum fürchtet sich denn solch eine Seele gar so sehr vor dem Tode ihres Leibes? Weil sie als noch in sein Mußgericht verstrickt auch mit zu sterben wähnt! Daß das also der Fall ist, das könnet ihr bei allen jenen ersehen und wohl erkennen, die darum an ein Fortleben der Seele nach dem Tode des Leibes entweder gar nicht oder nur schwer glauben, weil ihre Seele sie auch entweder ganz oder zum größten Teil im Gerichte ihres Fleische steckt und somit auch seinen Tod mit empfinden muß auf so lange hin, als sie nicht von demselben durch Meinen Willen völlig getrennt wird. Da ihr nun aber hoffentlich wohl erkennen werdet, was es mit dem eigentlichen Satan und seinen Teufeln für eine wahre Bewandtnis hat, so werdet ihr daraus auch von selbst in euch darüber klar werden können, daß es auch mit der Hölle die gleiche Bewandtnis haben muß. Sie ist gleich dem Satan in sich das ewige Mußgericht, also die Welt und ihre Materie. Warum aber wird der Satan auch ein Fürst der Finsternis und der Lüge genannt? Weil alle Materie das nicht ist, was sie zu sein scheint, und wer sie in seiner Liebe dem Scheine nach erfaßt und sich von ihr gefangennehmen läßt, der befindet sich denn auch offenbar im Reiche der Lüge und - der Wahrheit gegenüber im Reiche der Finsternis. Wer z.B. die sogenannten Schätze aus dem Reiche der toten Materie zu sehr liebt, sie für das hält und schätzt, was sie zu sein scheinen, und nicht für das, was sie der Wahrheit nach sind, der befindet sich dadurch schon im Reiche der Lüge, weil seine Liebe als der Grund seines Lebens sich in sie wie ganz blind versenkt hat und sich nur höchst schwer aus solcher Nacht zum Lichte der vollen Wahrheit
wieder emporschwingen kann. Wer aber das Gold nur als eine entsprechende Erscheinlichkeit betrachtet, durch die das Gute der Liebe in Gott, wie durch das reine Silber die Wahrheit der Weisheit in Gott, dargestellt wird, der kennt dann auch den wahren Wert des Goldes und Silbers, steht somit im Reiche der Wahrheit, und seine Seele wird nicht erstickt im trüglichen Scheine und seines Gerichtes. So hatten denn bei den Alten und allen Propheten Gold, Silber und die verschiedenen Arten der Edelsteine nur allein die wahre Bedeutung; als Materie aber hatten sie keinen Wert und konnten darum einer Seele auch nicht gefährlich werden. Aus der Erkennung des wahren Wertes der Materie erkannten sie auch leicht und bald deren naturmäßige Tauglichkeit und Brauchbarkeit und schöpften daraus den wahren Nutzen. Als aber mit der Zeit die Menschen die Materie ihres Glanzes und ihres Scheines wegen zu schätzen und zu achten anfingen, gingen sie in ihr Gericht über, wurden geistig blind, hart, habgierig, geizig, lügnerisch, zänkisch, betrügerisch, hochmütig, böse und kriegs- und eroberungssüchtig und gerieten dadurch ins Götzen- und Heidentum und somit auch in die eigentliche Hölle, aus der sie ohne Mich nicht erlöst werden konnten. Darum mußte Ich selbst die Materie anziehen, mit ihr das Gericht, und muß es durchbrechen, damit Ich dadurch für alle Gefallenen zur Eingangspforte ins ewige Leben werde, wenn sie durch diese Pforte zum Leben eingehen wollen. Darum auch bin Ich die Tür zum Leben und das Leben selbst. Wer nicht durch Mich eingeht, der kommt nicht zum Leben im Lichte der ewigen Wahrheit und der Freiheit, sondern bleibt gefangen im Gerichte der Materie. Nun aber ergibt sich noch eine Frage von selbst, und diese lautet: Gibt es denn sonach im Ernste keinen persönlichen Satan und keinen persönlichen Teufel? Und Ich sage: O ja, es gibt deren schon hier, noch im Fleische wandelnd, und noch um ein großes mehr im großen Jenseits, die auch fort und fort bemüht sind, einen argen Einfluß auf das Diesseits auszuüben, und das einmal durch die rohen Naturgeister, die noch in allerlei Materie der bestimmten Ausreifung wegen weilen, und dann aber auch unmittelbar durch gewisse geheime Einflüsterungen, Anreizungen und Verlockungen. Sie merken bei den Menschen gar wohl die verschiedenen Schwächen und Anlagen zu denselben, bemächtigen sich derselben und fachen sie zu glühenden Leidenschaften an. Ist aber eines Menschen Schwäche einmal zur glühenden Leidenschaft geworden, dann befindet er sich schon ganz in dem Zustande des Gerichts der Materie und ihrer argen Geister, und es ist für ihn dann schwer, sich davon loszumachen. Der Satan ist die Zusammenfassung des gesamten Materiemußgerichtes, und was seine Persönlichkeit betrifft, so ist diese an und für sich nirgends da, wohl aber ist sie als ein Verein aller Art und Gattung von Teufeln nicht nur dieser Erde, sondern aller Welten im endlosen Schöpfungsraume anzusehen, gleichwie auch nach Meiner euch schon gegebenen Erklärung alle die zahllos vielen Hülsengloben am Ende ihrer gemeinsamen Zusammenfassung einen übergroßen Schöpfungsmenschen darstellen.
Im kleineren ist freilich auch ein Verein aller Teufel eines Weltkörpers ein Satan, und im kleinsten Maße ein jeder einzelne Teufel für sich. Bevor es aber keinen Menschen auf einem Weltkörper gab, da gab es auf demselben auch keinen persönlichen Teufel, sondern nur gerichtete und ungegorene Geister in aller Materie eines Weltkörpers; zur Materie aber gehört alles, was ihr mit euren Sinnen wahrnehmet. Aber das könnet ihr auch annehmen, daß es nun wohl auf keinem Weltkörper ärgere und bösere Teufel gibt als eben in und auf dieser Erde. Wenn es ihnen zugelassen wäre, so würden sie die Erde und ihre Bewohner gar arg zurichten - aber es wird das nicht zugelassen -, und damit die Teufel das nicht tun können, so sind sie eben darum mit aller Blindheit und somit auch mit der größten Dummheit behaftet, und ihre Vereine gleichen jenen Sicherheitsanstalten dieser Erde, in denen die argen Narren und Wahnsinnigen festgehalten werden, auf daß sie den anderen Menschen nicht schaden können. Aus dem bisher Gesagten könnet ihr alle nun wohl mit voller Vernunft und erleuchtetem Verstande einsehen, was es mit dem Satan und mit seinen Teufeln für eine Bewandtnis hat, und habt nun nicht mehr nötig, darüber um ein Weiteres zu fragen. - Und nun sage du, Schriftgelehrter, ob du das alles auch wohl verstanden hast! <JE VIII,34/1-21; 35/1-18>
Der Herr: Sehet euch alle die großen Reiche der euch bekannten Erde an! Wo sind die einst so mächtigen Könige von Babylon, von Ninive und von Griechenland, und die mächtigen Ägypter und ihre Pharaonen? Sie sind alle verdorrt; und ebenso wird es auch anderen solchen Großreichen in aller Zukunft ergehen ihres Wuchers und ihrer zu großen Herrschsucht wegen! Denn der zu selbstsüchtige Wucher und die zu große Herrsch- und Glanzsucht der Menschen ist der eigentliche Satan, ein Fürst dieser Welt, die, weil ohne alles Lebenslicht aus den Himmeln, vollkommen die Hölle selbst ist. Dieser ist es wohl gestattet, sich wegen der Probung des freien Willens und seiner Liebe bis zu einer gewissen Höhe zu erheben; wird diese Höhe aber überschritten, so kommt das Gericht, und Hölle und Satan werden in den Abgrund des Verderbens gestürzt. Darum bleibet denn alle in Meiner Lehre, und kämpfet mit reiner Liebe, gutem Willen und mit aller Sanft- und Demut wider die Hölle und wider den Satan, und ihr werdet dafür des ewigen Lebens Siegeskrone überkommen und schon auf dieser Erde ein wahres Gottesreich gründen! <JE IX,101/7>
Der Herr: Es gibt zwar keine urgeschaffenen Erzteufel in der Art, wie ihr euch dieselben vorstellet, - aber dennoch ist alles der Materiewelt in seinem Urelement ebensoviel wie ein urgeschaffener Erzteufel, und es ist darum eines, ob man da sagt, man werde von der Welt oder von den materiellen Gelüsten des Fleisches versucht, oder man werde von dem und jenem Erzteufel versucht; und wer sich von der Welt und seinem Fleische zu sehr gefangennehmen läßt, dessen Seele ist dann auch ein persönlicher Teufel und lebt im steten Vereine mit den argen, noch ungegorenen Materiegeistern nach dem Tode des Leibes fort, und ihr Streben
ist fortan, gleich wie ihre Liebe, ein böses, und sie sucht denn auch fortan ihre arge Liebe zu befriedigen. <JE IX,134/7>
Nach diesen Worten des Herrn gelobte der Lamech, die alte Ordnung der Dinge mit der Hilfe des Herrn so gut als nur möglich wieder herzustellen und dafür zu sorgen, daß diese Ordnung bei allen Nachkommen forterhalten werde. Der Herr aber sprach zum Lamech: Tue was du kannst; aber übers Knie sollst du es nicht brechen! Denn siehe, es liegt viel Eigensinn im Volke! Habe aber acht, daß dir die Schlange keinen Streich spielt; denn sie hat schon in der Tiefe angefangen, das Fleisch der Töchter zu kultivieren und gar glatt und fein zu machen! Warne daher Meine Kinder vor den häufigen Besuchen der Tiefe, auf daß sie der Falle entgehen, die ihnen da gelegt ist! Solches aber merke für alle Zeiten der Erde: Wenn du sehen wirst, daß das Fleisch der Weiber stets fetter, weißer, feiner und üppiger wird; wenn die Weiber mit bloßem Kopfe und Gesichte, mit nackter Brust und nackten Händen einhergehen werden; wenn die Weiber lüstern den Männern nachlaufen werden und die Mütter ihre Töchter putzen und schmücken werden und werden sie am Tage und zur Nachtzeit ausführen, um durch solchen Außenflitter, welcher da ist die allerärgste Kunst des Satans, irgendeinen Mann zu fangen, auf daß er sich der Tochter ergeben und sie entweder zum Weibe oder wenigstens gegen einen allerschändlichsten Unzuchtsmietlohn als Beischläferin auf Tag oder Stunde zu nehmen sich entschließen möchte - habe acht, Lamech, was Ich hier rede! -; wenn das Weib über den Mann sich erheben wird und wird ihn beherrschen wollen und ihn auch wirklich beherrscht, entweder durch ihre vom Satan erlangten Fleischreize, oder durch Schätze und Erbschaften der Welt, oder durch einen gewissen vornehmeren Stand und vorzüglichere Abkunft; wenn das weibliche Geschlecht, das untergeordnet sein sollende, auf den armen Mann mit spöttischen und verächtlichen Augen und Herzen herabblicken wird und wird ausrufen: “Pfui, welch ein Gestank um diesen gemeinen Kerl! Wie entsetzlich häßlich ist doch dieser Mensch; welch ekelhaften Aussehens! Siehe an dies gemeine Gesindel, dies Bettelvolk!”: dann, Lamech - höre! -, dann hat sich die Schlange zum Herrn der Welt gemacht, schmählichst herrschend in ihrem Geschlechte! Und dann - höre Mich wohl, Lamech! -, dann werde Ich die Welt verlassen und sie übergeben der Macht dessen, dem sie huldigt, und werde mit Fluch belegen alle Kreatur! Und Meine Ohren werde Ich verstopfen, auf daß Ich nicht vernehmen werde können das starke Jammergeschrei der Elenden auf Erden, um Mich zu erbarmen ihrer Not und ihrer Trübsal, - sondern um zur festbestimmten Zeit Mein Gericht zu senden über alles Fleisch auf der Erde und Meinen Zorn zu ergießen über alles Land und über alle Kreatur! Wahrlich, sage Ich dir, die Welt hat schon einen großen Schritt zum Verderben gemacht! Darum gehe hin und verkünde allorts, was Ich dir nun gesagt habe, und rufe alles Volk zur Besserung zurück, - sonst wird es noch dein Sohn wie auch du zu einem guten Teile erleben, wie es auf der Erde aussehen wird, so
Ich Mich von ihr gänzlich entfernen werde! <HHGT III,122/1-9>
Der Herr: Kannst du wohl dir solches denken, daß Ich Mich des Satans bedienen werde, um einen Menschen zur Demut, Sanftmut, Geduld, Ausharrung, ja zur Liebe zu Mir und daraus zu dem Nächsten, zum strengen Gehorsam gegen den Monarchen und gegen irgendeine bestehende Kirche, und das alles im Geiste und aller Wahrheit, lebendig zu ermahnen?! - O Ich sage dir, wer das behauptet, der ist es, der sich gar gewaltig vom Satan leiten läßt! Für den sollet ihr beten wie für die gesamte römische Kirche, daß sie einsehen möchte ihren Unsinn und erkennen möchte, was sie hat in Meinem Geiste, in Meiner Liebe und in Meiner Wahrheit - sonst wird ihre Flucht alsbald ins Werk gesetzt werden. Denn wer Meinen Namen liebt und zu verherrlichen sucht in seinem Herzen, der ist ja für Mich und nicht wider Mich. Wie kann aber jemand aus dem Reiche des Satans Meinen Namen nennen, da in Satan nichts von Meinem Namen, der da Meine ewige Liebe ist, je möglich vorkommen kann und da der Satan der allerschroffste Gegensatz der Liebe und daher nur die Quintessenz des Zornes Gottes ist, als ein von aller Liebe ausgeschiedenes Wesen. Wenn aber jemand ein Wort aussprechen will, daß er damit eine Sache bezeichne, so muß er doch notwendig den Begriff zuvor in und aus sich erfassen oder er muß wenigstens die Fähigkeit in sich haben, solch einen Begriff sich aneignen zu können, damit er dann der Zunge auszusprechen möglich wird. Wie kann aber jemand z.B. in der japanischen Art “Vater” aussprechen oder irgendeinen ihm ganz fremden Begriff, der nur diesem Volke als ein Geheimnis bekannt ist - wenn ihm diese Sprache ganz fremd ist und fürs zweite ihm sogar infolge seiner Stummheit alle Fähigkeit mangelt, so daß er nicht einmal seiner Muttersprache, geschweige erst der japanischen, je mächtig wird? Und doch sage Ich: Es wäre dem ungeachtet leichter möglich, den Stummen japanische Worte aussprechen zu machen, als den Satan den Namen Meiner Liebe. Die bösen Geister können nur weltlich agieren und zahllose Menschen zu allen erdenklichen Leidenschaften, als da sind Herrschsucht, Hochmut, Stolz, Hoffahrt, Habsucht, Neid, Haß, Hurerei, Wollust, Tanz, Prasserei, Völlerei usw. gar sicher verblenden und verführen. Und in dieser Hinsicht ist ihnen Mein ihnen unaussprechlicher Name ganz überflüssig. Und wenn schon Weltmenschen von Mir nichts hören wollen und ihnen Mein Name ein Greuel ist und sie anwidert, um wieviel mehr muß er dem Satan greuelhaft und unendlich anwidernd sein! Wer aber da bekennet und liebet ohne Furcht Meinen Namen, welcher ist Jesus, der “Sohn” des lebendigen Gottes oder das “Wort” oder die “Liebe” des Vaters - der liebet ja auch den Vater und kann unmöglich sein wider den Heiligen Geist aus beiden, sondern für denselben und von demselben erfüllt durch und durch. Wie und was soll denn da der Satan im Zorne und aller Falschheit zu schaffen haben, wo der Geist der ewigen Liebe alles neu aus Gott dem Vater und so durch den Sohn schaffet?!
O sehet solches ein und seid allezeit ohne Furcht! Denn Mein Reich muß allezeit unter mancher Prüfung an sich gerissen werden. Und es muß die rechte Liebe allezeit die Feuerprobe bestehen, wie das reine Gold; denn ohne solche Probe ist sie Meiner nicht wert. <HIGA I,S.248/3-8: Zum Tanze>
Der Herr: Wehe aber der Welt, wenn die Weiber sich wieder zu putzen und zu schmücken anfangen und auf den Thronen sitzen werden; dann wird die Erde durchs Feuer gelassen werden! Haltet daher alles auf eine gute Zucht der Weiber, lasset sie vor allem sich üben in der rechten Demut! Sie sollen rein, aber nie geputzt und geschmückt sein; denn der Weiber Putz und Schmuck ist des Menschen Grab und Untergang in allem! Wie aber da ist ein reines, wohlgesittetes, demütiges Weib ein rechter Segen eines Hauses, so ist ein geputztes und dadurch stolzes Weib ein Fluch über die ganze Erde und ist also ein Satan in kleinster Gestalt unter den Menschen und gleicht völlig einer Schlange, die durch ihre geilen Blicke des Himmels Vögel in ihren giftigen und tötenden Rachen lockt! Ich rate daher, ohne zu wollen, daß dieser Rat ein Gebot sein solle: So da jemand wählt und freien will um ein Weib, so sehe er, daß die Maid, um die er freit, nicht putzt ihren Leib - außer mit Wasser, was der Gesundheit des Leibes not tut - und auf der Gasse nicht trägt ein offenes Gesicht, was sich nicht geziemt für ein Weib, und auch nicht prunkt mit ihren sonstigen Reizen, sondern in allem züchtig ist, ihren Leib wohl bedeckt mit Linnengewand und zur Winterszeit mit ungefärbten Tüchern aus Schafwolle, auch keine Vielzünglerin ist und nicht prahlt, als hätte sie was; denn es ist dem Weibe sehr heilsam, so sie nichts hat, als was ihr im höchsten Grade not tut. Eine solche Maid ist dann auch eines Mannes wert, und ihr sollet um sie freien. Aber um eine Reiche, Geputzte, Geschmückte, die in weichen und buntgefärbten Kleidern einhergeht, ein offenes Gesicht auf der Gasse zur Schau trägt, sich gerne begrüßen läßt von den Reichen und Angesehenen und zu den Armen sagt: “Da sehet das stinkende Bettelvolk!”, - Ich sage euch, - vor einer solchen Maid fliehet wie vor einem Aase! Denn eine solche Maid ist ein getreuestes Abbild der verlockenden Hölle in kleinster Gestalt, und wer eine solche freit, begeht eine gröbste Sünde wider die göttliche Ordnung und darf darauf rechnen, daß solch ein Weib, das auf der Erde schwerlich je besser wird, so sie eher stirbt denn der Mann, den ihr ins andere Leben folgenden Mann wenn er selbst der Tugend ergeben war, aber sein Weib der irdischen Vorzüge wegen sehr geliebt hatte, sicher wenigstens auf eine bedeutend lange Dauer in die Hölle ziehen wird. Denn gerade also, wie solch ein Weib auf dieser Erde Trugmittel anwandte, um sich einen Mann zu fangen, den sich ihre Lüsternheit auserlesen hatte, ebenso, aber ums tausendfache verführerischer, wird sie jenseits ihrem ihr nachfolgenden Manne in aller erdenklichen Reizendheit entgegen kommen und ihn in ihr höllisches Nest ziehen. Und es wird sogestaltig dem Manne schwer werden, sich seinem Weibe zu entwinden.
Darum beachtet das wohl, und wer da freit, der erkenne seine Braut zuvor genau und prüfe wohl alles, auf daß er sich nicht statt eines Engels einen Teufel an den Hals bindet, den er dann nicht leicht los wird! Die Kennzeichen habe Ich euch zur Genüge gezeigt; beachtet das, so werdet ihr Glück haben dies- und jenseits! Ich gebe es euch zwar nicht als ein Gebot, das euch binden solle, sondern nur, wie schon früher bemerkt, als einen guten Rat, der euch und allen eitlen Weibern besonders von großem Nutzen sein kann, so er befolgt wird. Denn wer aus euch also ein eitles und listig verführerisches Weib zurechtweist, daß es erkennt seine böse Torheit, dem soll einst im Himmel ein großer Preis zuteil werden. Wendet daher eure Augen ab von einem verführerischen Weibe; denn ein solches Weib ist geheim, ohne es zu wissen, mit dem Satan im Bunde und dient ihm unbewußt zu dessen verlockenden Zwecken. Will jemand aus euch den Satan in seiner ärgsten Gestalt sehen, so schaue er sich nur eine recht geputzte Dirne oder ein geziertes Weib an, und er hat den Satan in seiner für den Menschen gefährlichsten Gestalt gesehen! Wirkt der Satan als Drache und speit über die Erde Krieg, Hunger und allerlei Pestilenz, dann ist er den Menschen am wenigsten gefährlich; denn in solcher Not wenden sich die Menschen zu Gott, fangen an Buße zu tun und entgehen also der Hölle und ihrem Gerichte. Aber wann der Satan seine Drachen bekleidet mit dem Lichtgewande eines Engels, da ist er dem zur Sinnlichkeit von Natur aus geneigten Menschen am gefährlichsten, also, als wenn ein reißender Wolf im Schafskleide käme unter die Schafe! Kommt der Wolf als Wolf zu den Schafen, so fliehen diese nach allen Richtungen und verwirren den Todbringer, daß er stehenbleibt und nachsinnt, welchem Schafe er nachstellen soll, und am Ende ohne Beute abziehen muß; kommt er aber im Schafspelze, da fliehen die Schafe nicht, sondern haben noch obendrauf eine Freude an dem neuen zu ihnen gekommenen Schafe, das ein Wolf ist, der die ganze Herde zerreißt, ohne daß auch nur ein Schaf vor ihm flieht. Sehet, diese Lehre und diesen Rat sollet ihr darum als ein Heiligtum in euren Herzen bewahren und euch streng darnach also halten, als hätte Ich ein Gebot gegeben; dann werden eure Ehen, mit dem Segen aus dem Himmel bekleidet sein, im Gegenteile - mit dem Fluche der Hölle! Laßt euch darum nicht verlocken von den blinden und trügerischen Reizen der Welt, sondern seid allzeit nüchtern und schätzet den Wert der Welt richtig; gebet nicht Gold und Perlen, die ihr nun aus den Himmeln empfangen habt, für die Torheiten der Welt, so werdet ihr untereinander stets Frieden haben und den Himmel vor euch offen sehen! Werdet ihr euch aber wieder von den Reizen der Welt gefangennehmen lassen, so werdet ihr es euch aber auch selbst zuzuschreiben haben, wenn der Himmel sich vor euch fester und fester verschließen wird; und so ihr in große Not gelangen und zum Himmel rufen werdet um Hilfe, da wird euch keine Hilfe werden! Denn es ist nicht möglich, daß jemand, der mit Wohlgefallen in was immer an der Welt hängt, zu gleicher Zeit stehen könnte in der
segnenden Verbindung mit dem Himmel. Denn ein jeder Mensch ist also erschaffen und eingerichtet, daß er Böses und Gutes, Falsches und Wahres nicht in einem Herzen nebeneinander ertragen könnte; entweder das eine oder das andere, aber ewig nie beides zugleich! Ja, er kann und muß beides erkennen in seinem Verstande; aber im Herzen kann nur entweder das eine oder das andere als Lebensgrund weilen. <JE I,167/1-18>
Der Herr: Denn unter dem Fürsten der Welt wird ja verstanden alle wie frei wirkende Macht der Welt. Dessenungeachtet aber befindet sie sich dennoch in Meiner alleinigen Macht, und es kann ohne Meine Zulassung kein Sonnenstäubchen von der Stelle bewegt werden. <HIGA II,S.132/2: Vom Geist der Wahrheit>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 45 →
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