Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Die eiserne Rute ist die Wahrheit, welche die des Wortes des Herrn ist. <HG 426>
“Und er wird sie regieren mit eiserner Rute” bedeutet, er wird das Böse züchtigen durch das Wahre, das im natürlichen Menschen ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von regieren, sofern es heißt züchtigen, denn es folgt, daß er sie wie Töpfergeschirr zerbrechen werde, und das Böse, das bezeichnet wird, wird durch das Wahre gezüchtigt. Ferner aus der Bedeutung der eisernen Rute, sofern sie das Wahre bezeichnet, das im natürlichen Menschen ist. Durch Rute oder Stab wird bezeichnet die Gewalt, mit der gezüchtigt wird, und durch das Eisen das Wahre im natürlichen Menschen, das züchtigt. Daß Eisen Wahres im natürlichen Menschen bedeutet, beruht darauf, daß die Metalle, ebenso wie die übrigen Dinge der Erde, vermöge der Entsprechung Geistiges und Himmlisches bezeichnen, das alles sich auf Wahres und Gutes bezieht. Gold bedeutet das Gute des inneren Menschen, Silber sein Wahres, Kupfer oder Erz das Gute des äußeren oder natürlichen Menschen, Eisen sein Wahres. Dies ist der Grund, warum von den Alten die Zeitalter nach Metallen benannt wurden, nämlich das Goldene, das Silberne, das Kupferne und das Eiserne; und zwar das Goldene wegen der ältesten Menschen, die im Guten der Liebe gelebt haben; das Silberne wegen der Alten nach jenen, die in den Wahrheiten aus jenem Guten gelebt haben; das Kupferne (Eherne) wegen der Nachkommen von diesen, die im äußeren oder natürlichen Guten; das Eiserne von den Nachkommen der Letzteren, die bloß im natürlich Wahren ohne das Gute lebten. Das natürlich Wahre ist das Wahre im Gedächtnis und nicht im Leben. Das Wahre des Lebens ist das Gute. Dies ist angeführt worden, auf daß man wisse, was durch die eiserne Rute bezeichnet wird, nämlich die Macht, womit der Herr das Böse züchtigt und das Falsche zerstreut, das im natürlichen Menschen ist. Denn die Rute oder der Stab bedeutet die Macht, wie oben gesagt wurde, und Eisen bedeutet das Wahre im natürlichen Menschen. Der Herr züchtigt das Böse und zerstreut das Falsche durch Wahres, das im natürlichen Menschen ist, weil alles Böse und das daher kommende Falsche hier seinen Sitz hat, keines aber im geistigen oder inneren Menschen. Dieser nimmt das Böse und Falsche nicht auf, sondern verschließt sich vor dem Bösen und Falschen. Und weil alles Böse und Falsche im natürlichen Menschen seinen Sitz hat, darum muß es durch solches gezüchtigt und zerstreut werden, was sich gleichfalls hier befindet, nämlich durch das Wahre im natürlichen Menschen.
Das Wahre im natürlichen Menschen ist Wißtümliches und Erkenntnisse, durch die der Mensch natürlich denken, sich vernünftig besinnen und Schlüsse machen kann über Wahres und Gutes der Kirche und über Falsches und Böses, das jenem entgegengesetzt ist, und daher in einer gewissen natürlichen Erleuchtung sein kann, wenn er das Wort liest; denn das Wort im Buchstaben wird ohne Erleuchtung nicht verstanden; die Erleuchtung ist aber entweder eine geistige oder eine natürliche. Eine geistige Erleuchtung gibt es nur bei denjenigen, die geistig sind, und das sind diejenigen, die im Guten der Liebe und Liebtätigkeit sind und daher in Wahrem. Dagegen eine bloß natürliche Erleuchtung bei denen, die natürlich sind. Auch bei denen, die geistig sind, ist, solange sie in der Welt leben, die Erleuchtung im Natürlichen, aber sie kommt von der Erleuchtung im Geistigen her; denn bei ihnen fließt der Herr durch den geistigen oder inneren Menschen in den natürlichen oder äußeren ein, und so hellt sie diesen auf und infolge dieser Aufhellung sieht der Mensch, was wahr und gut und was falsch und böse ist, und wenn der Mensch dieses sieht, dann zerstört der Herr das Böse und Falsche, das im natürlichen Menschen ist, durch das Wahre und Gute, das auch hier ist und eins macht mit dem Guten und Wahren im geistigen oder inneren Menschen. Hieraus kann man ersehen, was durch die eiserne Rute bezeichnet wird, mit welcher der Herr die Völkerschaften regieren, d.h, das im natürlichen Menschen befindliche Böse züchtigen wird. Dies wurde zum Engel dieser Gemeinde gesagt, weil in dem Sendschreiben an ihn vom inneren und äußeren Menschen und von deren Verbindung gehandelt wird. Denn wenn das Innere und das Äußere oder das Geistige und das Natürliche verbunden sind, alsdann züchtigt der Herr das Böse und Falsche, das im natürlichen Menschen ist, und zwar durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten. Bei denen aber, bei denen der innere und der äußere Mensch nicht verbunden sind, kann das Böse und Falsche nicht gezüchtigt und zerstört werden, weil sie nichts durch den geistigen Menschen aus dem Himmel aufnehmen, sondern alles, was sie aufnehmen, aus der Welt ist, und ihr Vernünftiges demselben beistimmt und Gründe dafür darbietet. <EKO 176>
“Der alle Völkerschaften weiden soll mit eiserner Rute” bedeutet, die Macht des natürlich Wahren aus dem Geistigen werde diejenigen überführen und zurechtweisen, die im Falschen und Bösen sind und doch in einer Kirche, in der das Wort ist. Dies erhellt aus der Bedeutung von weiden, indem es soviel ist als lehren; hier aber bedeutet es überführen und zurechtweisen, weil gesagt wird, daß er sie mit eiserner Rute weiden werde. Ferner aus der Bedeutung von allen Völkerschaften, insofern sie hier diejenigen bezeichnen, die im Falschen und Bösen sind; und aus der Bedeutung der eisernen Rute, insofern sie die Macht des natürlich Wahren aus dem Geistigen bezeichnet, denn durch die Rute oder Stab wird die Macht bezeichnet, und dieser Ausdruck wird vom geistigen göttlich Wahren gebraucht; durch das Eisen aber wird das Wahre im natürlichen Menschen bezeichnet. Die Macht des Wahren im natürlichen Menschen wird durch die eiserne Rute bezeichnet, weil alle Macht, die das Wahre im natürlichen Menschen hat, vom
Einfluß des Wahren und Guten aus dem geistigen Menschen herrührt, d.h. aus dem Einfluß des göttlich Wahren vom Herrn durch den geistigen Menschen in den natürlichen; denn der Herr allein hat die Macht, und Er selbst übt diese Macht aus durch das göttlich Wahre, das von Ihm ausgeht. Damit man dies noch klarer inne werde, ist nachzuweisen: I. Daß der Herr eine unendliche Macht habe. II. Daß der Herr diese Macht aus Sich habe durch Sein göttlich Wahres. III. Daß alle Macht zugleich im Letzten sei, und daß infolgedessen der Herr aus dem Ersten durch das Letzte eine unendliche Macht habe. IV. Daß die Engel und Menschen in dem Maß Macht besitzen, als sie Aufnahmegefäße des göttlich Wahren vom Herrn sind. V. Daß die Macht im Wahren des natürlichen Menschen wohne in dem Maß, als er durch den geistigen Menschen den Einfluß vom Herrn aufnimmt. VI. Daß das Wahre des natürlichen Menschen ohne diesen Einfluß keine Macht habe. I. Der Herr besitzt eine unendliche Macht. Dies kann man daraus erkennen, daß Er der Gott des Himmels und der Gott der Erde ist, daß Er das Weltall erschaffen hat, das voll von unzähligen Sternen ist, welche Sonnen sind; und in demselben so viele Welten, und in den Welten (Sonnensystemen) so viele Erdkörper, daß die Zahl dieser Welten und der Erdkörper (Planeten) in ihnen weit über hunderttausend hinausgeht. Und weil Er diese Welten erschaffen, so erhält und trägt Er sie immerdar. Ferner daraus, daß Er nicht nur die natürlichen, sondern über diesen auch die geistigen Welten geschaffen hat, und diese fortwährend mit Engel und Geistern erfüllt nach Myriaden von Myriaden, und daß Er unterhalb denselben die Höllen verbarg, und zwar so viele Höllen als es Himmel gibt. Dabei gibt Er allein allen das Leben, die sich in den natürlichen und übernatürlichen Welten befinden, und weil Er allein das Leben gibt, so vermag ohne Ihn kein Engel, kein Geist und kein Mensch eine Hand oder einen Fuß zu bewegen. Wie unendlich die Macht des Herrn ist, geht besonders auch daraus hervor, daß Er alle, die aus so vielen Erdkörpern in die geistige Welt kommen, und zwar aus unserer Erde allein einige Myriaden in jeder Woche, und folglich aus so viel tausend Erdkörpern im Weltall ebenso viele Myriaden, allein aufnimmt, und auf tausend geheimen Wegen Seiner göttlichen Weisheit führt und jeden an den Ort seines Lebens bringt, die Gläubigen zu ihren Wohnstätten im Himmel und die Ungläubigen zu ihren Wohnungen in den Höllen. Dazu kommt, daß Er überall die Gedanken, Absichten und Willensneigungen im einzelnen und im allgemeinen regiert, und bewirkt, daß alle insgesamt in den Himmeln sich ihrer Glückseligkeit freuen, und alle ebenso in den Höllen in festen Banden liegen, so daß nicht einer von ihnen es wagt, eine Hand zu erheben oder gar aufzustehen und einem Engel ein Leid anzutun, wie auch, daß Er alle in ihrer Ordnung und in ihren Schranken festhält, wie sehr auch immer die Himmel und die Höllen sich in Ewigkeit vermehren mögen.
Diese und viele andere Dinge, die wegen ihrer Menge nicht aufgezählt werden können, wären nicht möglich, wenn die Macht des Herrn nicht eine unendliche wäre. II. Der Herr hat Seine unendliche Macht aus Sich selbst durch Sein göttlich Wahres, weil das göttlich Wahre auch das göttlich Hervorgehende ist, und durch das Göttliche, das aus Ihm hervorgeht, alles geschieht, was oben von der unendlichen Macht des Herrn gesagt wurde. Das göttlich Wahre an sich betrachtet ist die göttliche Weisheit, die sich nach allen Richtungen ausbreitet, wie in unserer Welt Licht und Wärme von der Sonne aus. Denn der Herr erscheint in der geistigen Welt, wo die Engel und Geister sind, als Sonne vermöge Seiner göttlichen Liebe, und alles, was von dieser Sonne ausgeht, wird das göttlich Wahre genannt, und das, was ausgeht, bringt auch das Ausgehende hervor; auch dieses ist Er selbst, weil es von Ihm ausgeht. Deshalb ist der Herr in den Himmeln das göttlich Wahre. Damit man jedoch erkenne, daß der Herr Seine unendliche Macht durch das göttlich Wahre habe, soll einiges über sein Wesen und Dasein gesagt werden. Dies kann aber aus dem natürlichen Menschen und seinem Lichte nicht begriffen werden, außer durch solches, was von der Weltsonne ausgeht, von dem und durch das sie alle Macht in ihrer Welt hat, und auf den Erdkörpern, die unter ihrem Licht und ihrer Wärme stehen. Aus der Sonne der Welt, wie aus ihrer Quelle, sind nämlich die feinen Gase (aurae) und Atmosphären hervorgegangen, die man Äther und Luft nennt, und daher umgibt sie zunächst der reine Äther, und weiter entfernt von ihr der weniger reine Äther, und zuletzt die Luft, beide letztere rings um den Erdkörper her. Diese Äther- und Luftkreise, in ihrer Gesamtheit bewegt, geben die Wärme, aber durch Veränderungen im einzelnen geben sie das Licht. Durch beides übt jene Sonne alle ihre Macht aus und bringt alle ihre Wirkung außerhalb ihrer selbst hervor, somit durch den Äther und die Luft vermittelst der Wärme und zugleich vermittelst des Lichtes. Hieraus kann man sich einigermaßen eine Vorstellung bilden von der unendlichen Macht des Herrn durch das göttlich Wahre. Aus Ihm selbst, als der Sonne, sind gleicherweise feine Gase (aurae) und Atmosphären ausgeflossen, aber geistige, weil aus der göttlichen Liebe, welche diese Sonne hervorruft. Daß es solche Atmosphären in der geistigen Welt gibt, kann man aus dem Atmen der Engel und Geister erkennen. Diese geistigen feinen Gase und Atmosphären, die den Herrn als Sonne zunächst umgeben, sind ganz rein, aber durch stufenweise Entfernung werden sie nach und nach immer weniger rein. Daher kommt es, daß es drei Himmel gibt, der innerste Himmel in einer reinen Aura (oder Dunstkreis), der mittlere in einer weniger reinen und der letzte Himmel in einer noch weniger reinen. Diese Dunstkreise (aurae) oder Atmosphären, die geistiger Natur sind, weil sie vom Herrn als Sonne hervorgingen, stellen, wenn sie gemeinsam bewegt sind, die Wärme dar, aber im einzelnen verändert, das Licht. Diese Wärme, die ihrem Wesen nach Liebe ist, und jenes Licht, das seinem Wesen nach Weisheit ist, werden im besonderen das göttlich Wahre genannt, aber zusammengefaßt mit jenen Atmosphären, die auch geistig sind,
werden sie das hervorgehende Göttliche genannt. Aus diesen nun wurden die Himmel geschaffen und auch die Welten; denn aus der geistigen Welt wurde alles hervorgebracht, was in der natürlichen Welt existiert, wie die Wirkungen aus ihren bewirkenden Ursachen. Hieraus kann man nun wie in einem natürlichen Spiegel erschauen, daß die Schöpfung des Himmels und der Erde durch das göttlich Wahre geschah, das vom Herrn als der Sonne, die oberhalb der Engelhimmel ist, hervorgeht, und man kann auch einigermaßen begreifen, daß der Herr eine unendliche Macht besitzt durch das hervorgehende Göttliche, das im allgemeinen das göttlich Wahre genannt wird. Dasselbe ist auch unter den Worten zu verstehen: “Im Anfang war das Wort (Logos), und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne dieses ist nichts gemacht von dem, was geschaffen worden ist, und die Welt ist durch dasselbe gemacht worden”: Joh.1/1,3,10; und bei David, Ps.33/6: “Die Himmel sind durch das Wort des Herrn gemacht”. Das Wort bedeutet das göttlich Wahre. III. Alle Macht ist zugleich (zusammengefaßt) im Letzten, und dadurch hat der Herr unendliche Macht aus dem Ersten durch das Letzte. Zuerst soll gesagt werden, was unter dem Letzten zu verstehen ist: Das Erste ist das, was im Herrn ist und was zunächst von Ihm selbst ausgeht, das Letzte aber ist das, was am meisten von Ihm entfernt ist, nämlich das, was in der Natur ist und hier das Letzte bildet. Dieses wird das Letzte genannt, weil das Geistige, welches das Frühere ist, in demselben endigt und auf demselben wie auf seiner Basis (Grundlage) zum Stehen kommt und ruht, und deshalb ist es fixiert (oder unbeweglich); und daher wird es das Letzte der göttlichen Ordnung genannt. In dem Letzten ist aber alle Macht, weil das Frühere in ihm beisammen ist, denn in ihm hat es seine gemeinsame Existenz der Ordnung gemäß, welche die gleichzeitige Ordnung genannt wird. Es besteht nämlich ein inniger Zusammenhang (nexus) alles dessen, was vom Herrn selbst ausgeht, durch das, was im Himmel und in der Welt ist, bis auf das Letzte herab, und weil im Letzten das Frühere, das in bestimmter Reihenfolge hervorgeht, beisammen ist, wie oben gesagt wurde, so folgt, daß die eigentliche Macht vom Ersten aus im Letzten ist, aber die göttliche Macht ist Macht durch das hervorgehende Göttliche, welches das göttlich Wahre heißt, wie in dem gleich vorhergehenden Abschnitte gezeigt wurde. Daher kommt es, daß das menschliche Geschlecht für die Himmel dasselbe ist, wie die Basis für eine Säule oder die Grundlage für einen Palast, und daß folglich die Himmel der Ordnung nach auf dem ruhen, was der Kirche bei den Menschen in der Welt angehört, somit auf dem göttlich Wahren im Letzten, das die göttlichen Wahrheiten sind, wie sie dem Wort in seinem Buchstabensinn angehören. Was für eine Kraft in diesen Wahrheiten liegt, läßt sich nicht mit wenigen Worten beschreiben, denn in dieses Letzte beim Menschen fließt der Herr von Sich aus ein, somit vom Ersten aus, und regiert der Ordnung und Verbindung gemäß und hält alles zusammen, was in der geistigen Welt ist.
Weil nun die göttliche Macht selbst in diesem Letzten wohnt, deshalb kam der Herr selbst in die Welt und ward Mensch, damit Er im Letzten sein konnte wie im Ersten, zu dem Zweck, damit Er durch das Letzte aus dem Ersten alles, was in Unordnung gekommen war, wieder in seine Ordnung bringen konnte, nämlich alles, was in den Höllen und auch im Himmel ist. Denn zunächst vor der Ankunft des Herrn gab es kein göttlich Wahres im Letzten bei den Menschen in der Welt und besonders in der Kirche, die damals beim jüdischen Volk war, das nicht verfälscht und verkehrt gewesen wäre und das somit keine Grundlage für die Himmel bilden konnte. Wenn daher der Herr nicht in die Welt gekommen wäre, und dadurch selbst das Letzte angenommen hätte, so wären die Himmel, die aus den Bewohnern unserer Erde gebildet waren, anderswohin verlegt worden, und dann wäre das ganze menschliche Geschlecht auf diesem Erdkörper durch den ewigen Tod zugrunde gegangen. Jetzt aber ist der Herr in Seinem Vollbestand, und dadurch in Seiner Allmacht auf Erden wie in den Himmeln, weil Er im Letzten und im Ersten ist; somit kann der Herr alle selig machen, die in den göttlichen Wahrheiten aus dem Worte sind und zugleich in einem denselben gemäßen Leben, denn bei diesen kann Er im letzten Wahren aus dem Wort gegenwärtig sein und wohnen, weil auch das letzte Wahre Ihm angehört und Er selbst ist, weil es von Ihm ausgeht, nach Seinen eigenen Worten Joh.14/21,23: “Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen”. IV. Die Engel und Menschen haben in dem Maß Macht, als sie Aufnahmegefäße des göttlich Wahren vom Herrn sind. Dies kann man aus dem erkennen, was gleich oben gesagt wurde, nämlich daß der Herr eine unendliche Macht hat und diese Macht allein durch Sein göttlich Wahres besitzt, und daraus folgt, daß die Engel nur aufnehmende Formen (oder Aufnahmegefäße) des göttlich Wahren sind; desgleichen auch die Menschen. Daher kommt es, daß durch die Engel im Wort die göttlichen Wahrheiten bezeichnet und daß sie Götter genannt werden. Daraus folgt, daß sie in dem Maß und in solcher Weise Macht haben, wie sie das göttlich Wahre vom Herrn aufnehmen. V. Die Macht wohnt im Wahren des natürlichen Menschen in dem Maß, als er durch den geistigen Menschen den Einfluß vom Herrn aufnimmt. Dies folgt aus dem Vorhergehenden, nämlich, daß das göttlich Wahre alle Macht im Letzten aus dem Ersten habe, und der natürliche Mensch das Aufnahmegefäß für das Letzte ist. Zu dem natürlichen Gemüt des Menschen gibt es aber zwei Wege, der eine vom Himmel her, der andere von der Welt her. Der Weg vom Himmel führt durch das geistige Gemüt in das vernünftige, und durch dieses in das natürliche Gemüt, aber der Weg von der Welt her durch das Sinnliche, welches der Welt am nächsten steht und mit dem Körper zusammenhängt. Hieraus kann man erkennen, daß der Herr mit dem göttlich Wahren nur durch den geistigen Menschen in den natürlichen einfließt, und in diesem nur insoweit Macht hat, als der natürliche Mensch den Einfluß von dort aus aufnimmt. Unter der Macht wird hier die Macht gegen die Höllen verstanden, d.h. die Macht, dem Bösen und Falschen zu widerstehen und es zu entfernen; und inwieweit diesem
widerstanden und es entfernt wird, insoweit kommt der Mensch in die Macht der Engel und auch in Einsicht, und wird ein Sohn des Reichs. VI. Das Wahre des natürlichen Menschen hat keine Macht ohne diesen Einfluß. Dies geht als Folgesatz aus dem oben Gesagten hervor. Das Wahre des natürlichen Menschen hat nämlich ohne den Einfluß durch den geistigen Menschen nichts vom Herrn in sich und somit auch kein Leben, und das Wahre ohne Leben ist nicht Wahres, sondern nach seinem Inwendigen betrachtet nur Falsches, und das Falsche hat durchaus keine Macht, weil es dem Wahren entgegengesetzt ist, das alle Macht hat. Dies alles wurde gesagt, damit man erkenne, was unter der Macht des natürlich Wahren aus dem geistig Wahren zu verstehen ist, das durch die eiserne Rute bezeichnet wird, mit dem der vom Weibe geborene männliche Sohne alle Völkerschaften weiden wird. <EKO 726>
Die Rute und der Stab bezeichnen die Macht, und zwar die Macht des göttlich Wahren vorzüglich deshalb, weil sie aus Zweigen oder Ästen von Bäumen bestanden, und diese die Erkenntnisse des Wahren und Guten bezeichneten, oder die Wahrheiten des natürlichen Menschen, und weil sie auch den Körper stützten, bezeichneten sie die Macht; und mehr noch die eiserne Rute, weil das Eisen gleichfalls den natürlichen Menschen, und wegen seiner Härte eine Macht bezeichnet, der man nicht widerstehen kann. Daß die Ruten und Stäbe von daher die Bedeutung der Macht des göttlich Wahren haben, kommt von der Entsprechung; daher stammt der Gebrauch der Stäbe zur Vorbildung der Macht in der geistigen Welt, wo alles, was erscheint, in Entsprechungen besteht, ebenso in der jüdischen Kirche, die wie die alten Kirchen eine vorbildliche Kirche war. Daher kommt es auch, daß die Wunder und Zeichen in Ägypten und nachher in der Wüste, von Moses durch Ausstreckung seines Stabes bewirkt wurden. Wie die Rute und der Stab die Macht des göttlich Wahren bezeichnen und daher auch das göttlich Wahre in Ansehung seiner Macht, so bezeichnet die Rute und der Stab im entgegengesetzten Sinn die Macht des höllischen Falschen und daher auch das höllische Falsche in Ansehung seiner Macht. <EKO 727>
“Auf daß Er mit demselben die Heiden schlage, und Er wird sie weiden mit eiserner Rute” bedeutet, daß Er alle, die im toten Glauben sind, durch die Wahrheiten des buchstäblichen Sinnes des Wortes und durch Vernunftwahrheiten überzeugen werde. Durch die eiserne Rute, mit der die Heiden geschlagen werden sollen, werden die Wahrheiten aus dem Buchstabensinn des Wortes bezeichnet, die durch Vernunftwahrheiten aus dem natürlichen Menschen begründet worden sind. <EKO 1240>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 432 →
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