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Meer – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Und Gott sprach, es sammeln sich die Wasser unter dem Himmel, an einem Ort, und es erscheine das Trockene, und es ward so”. Wenn der Mensch weiß, daß es einen inneren und einen äußeren Menschen gibt, und daß das Wahre und Gute vom inneren Menschen, oder durch den inneren Menschen zum äußeren vom Herrn einfließt, obwohl es nicht so erscheint, alsdann wird jenes oder die Erkenntnisse des Wahren und Guten, die bei ihm sind, in seinem Gedächtnis aufbewahrt und unter das Wißtümliche eingereiht; denn alles, was dem Gedächtnis des äußeren Menschen eingepflanzt wird, sei es nun natürlich, oder geistig, oder himmlisch, bleibt daselbst als Wißtümliches, und wird vom Herrn hervorgebracht; jene Erkenntnisse sind die Wasser, gesammelt an einem Ort, und werden Meere genannt. Der äußere Mensch selbst aber wird genannt das Trockene, und gleich darauf Erde, gemäß dem, was folgt. <HG 27, 28>

Das Meer bedeutet das Wißtümliche im allgemeinen, und das Wißtümliche ist im äußeren oder natürlichen Menschen, wo das Gute im Dunkeln ist; alles Wißtümliche, weil dem natürlichen Menschen angehörend, ist im Lichte der Welt. <HG 9653>

Das Meer bedeutet das Wißtümliche, das auch verhältnismäßig im Dunkeln ist, weil das Wißtümliche dem natürlichen oder äußeren Menschen angehört, und der natürliche oder äußere Mensch im Lichte der Welt ist, welches Licht im Verhältnis zum Licht des Himmels, (in dem der innere Mensch ist), wie der Schatten bei untergehender Sonne ist. Daß das Meer eine Sammlung der wißtümlichen Kenntnisse bezeichnet, kommt daher, weil Wasser, Quellen und Flüsse Wahrheiten bedeuten; und deshalb bedeutet das Meer die Sammlung derselben. Das Meer bedeutet im bösen Sinn das Falsche des Wißtümlichen. Das Meer bedeutet aber im entgegengesetzten Sinn das Wißtümliche, das die Welt im Auge hat, und dann bedeuten seine Wellen (Fluten) die Vernünfteleien aus dem Weltlichen über das Göttliche; in das Meer versenkt werden bedeutet daher, sich versenken in die wißtümlichen Kenntnisse aus dem Weltlichen und Irdischen bis zur Leugnung des göttlich Wahren. Das Wißtümliche wird jedoch durch das Meer bezeichnet je nach der Dichtigkeit und der Schwärze seiner Gewässer, und umgekehrt je nach der Klarheit und

Durchsichtigkeit derselben. Daher kommt es, daß das Wißtümliche, das den Himmel im Auge hat, und welches das Geistige im natürlichen Menschen ist, das gläserne Meer genannt wird. <HG 9755>

“Und alles Geschöpf, welches ist im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und was im Meer ist, und alles, was in denselben ist, hörte ich sprechen” bedeutet die Anerkennung und daher die Verherrlichung des Herrn von den Engeln, die in den untersten Regionen des Himmels. Dies erhellt aus der Bedeutung von allem Geschöpf, sofern es alle bezeichnet, die gebessert sind; daß geschaffen werden bedeutet, gebessert und wiedergeboren werden; daher bedeutet das Geschaffene das, was gebessert und wiedergeboren ist. Aber in Beziehung auf die Engel, von denen dieses gesagt wird, bedeutet es diejenigen, die in der Welt gebessert, d.h. neu geschaffen worden sind, denn diese alle sind im Himmel. Das gleiche, was hier durch Geschöpf, wird auch verstanden durch Kreatur - Mark.16/15: “Jesus sprach zu Seinen Jüngern: Gehet hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur”. Unter aller Kreatur werden hier alle verstanden, die das Evangelium annehmen und dadurch gebessert werden können; die übrigen werden nicht verstanden unter den Kreaturen, weil sie es nicht annehmen, sondern hören und verwerfen. Aus diesem kann erhellen, wie beschaffen das Wort im Buchstabensinn ist, daß nämlich gesagt wird Kreatur, und daß gesagt wird, alles Geschöpf, das im Himmel und auf Erden und unter der Erde, und was im Meer ist, und alles, was darin. Wer nicht weiß, daß der Buchstabensinn aus solchen Dingen besteht, die vor den Augen erscheinen und daß darunter geistige Dinge verstanden werden, kann leicht verleitet werden zu glauben, daß unter allem Geschöpf, das im Himmel und auf Erden und unter der Erde, und was im Meer ist und alles was darin, verstanden werden die Vögel, die im Himmel fliegen, die Tiere, die auf der Erde gehen und die Fische, die im Meer sind, und zwar um so mehr, weil in verschiedenen Stellen sonst im Wort gleiches gesagt wird von den Vögeln des Himmels, den Tieren der Erde, sodann auch von den Walfischen und anderen Fischen, z.B. Hes.39/17; Ps.148/7; Hiob 12/7,8; Offenb.19/17 und anderwärts, aber dennoch merken diejenigen, deren Gemüt einigermaßen über den Buchstabensinn erhoben werden kann, durch ihr inwendigeres Sehen alsbald, daß darunter verstanden werden die Engel und Geister, die im Himmel und unter dem Himmel sind, und daß diese es sind, die von Johannes gehört wurden, als er im Geist war, denn man liest: ich hörte sie sprechen: Dem, Der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Segen und Ehre und Herrlichkeit und Gewalt in die Zeitläufe der Zeitläufe; woraus erhellen kann, daß es die Engel in den untersten Regionen des Himmels sind, die durch alles Geschaffene verstanden werden. Dies folgt auch daraus, daß in den vorhergehenden Versen gehandelt wurde von den Engeln der oberen Himmel und von den Engeln der unteren Himmel, daß sie den Herrn anerkannt und verherrlicht haben. Nun soll gesagt werden, welche unter denen im Himmel, welche unter denen auf der Erde und unter der Erde und welche unter denen im Meer verstanden

werden: unter allen diesen werden die verstanden, die in den letzten Regionen des Himmels sind, die oberen daselbst unter denen, die im Himmel sind, die unteren daselbst unter denen, die auf der Erde und unter der Erde sind, und die untersten daselbst unter denen, die im Meer sind. Es gibt drei Himmel, und ein jeder Himmel ist abgeteilt in drei Grade, ebenso die Engel, die in ihnen sind, deshalb sind in einem jeden Himmel obere, mittlere und untere. Diese drei Grade des letzten Himmels werden verstanden unter denen, die im Himmel, die auf Erden und die im Meer sind. Man wisse, daß in der geistigen Welt, wo Geister und Engel sind, alles das gleiche Aussehen hat wie in der natürlichen Welt, wo die Menschen sind, daß nämlich dort Berge, Hügel, Länder und Meere sind. Auf den Bergen wohnen die Engel, die im dritten oder innersten Himmel sind, auf den Hügeln dort die, welche im zweiten oder mittleren Himmel, und auf der Erde und unter der Erde und in den Meeren diejenigen, die im ersten oder untersten Himmel sind; aber die Meere, in denen die untersten dieses Himmels wohnen, sind nicht wie die Meere, in denen die Bösen wohnen; sie unterscheiden sich durch die Gewässer: die Gewässer der Meere, in denen die Frommen sind, die im untersten Himmel, sind dünn und rein, aber die Gewässer der Meere, in denen die Bösen sind, sind dick und unrein, somit sind es ganz andere Meere. Ich durfte einige Male jene Meere sehen und auch mit denen reden, die darin sind, und ich erfuhr, daß dort diejenigen sind, die in der Welt ganz sinnlich waren, aber dennoch fromm; und weil sie sinnlich waren, konnten sie nicht verstehen, was das Geistige ist, sondern bloß, was das Natürliche, auch das Wort und die Lehre der Kirche aus dem Wort nicht anders denn sinnlich begreifen. Alle diese erscheinen wie im Meer; aber die, welche dort sich befinden, erscheinen sich nicht, als ob sie im Meer wären, sondern wie in einer gleichen Atmosphäre, wie in der, als sie in der Welt lebten; daß sie im Meer sind, erscheint bloß vor den Augen derer, die oben sind. Heutzutage ist dort eine große Zahl, aus dem Grund, weil so viele in jetziger Zeit sinnlich sind. Dieser letzte Teil des Himmels entspricht den Fußsohlen. Daher kommt es, daß so oft im Wort Meere genannt werden, und auch Fische dort; und durch die Meere wird dort bezeichnet das Allgemeine des Wahren, welches dem natürlichen Menschen angehört, und durch die Fische das sinnlich Wißtümliche, welches das Unterste des natürlichen Menschen ist; mithin werden diejenigen bezeichnet, die solcherart sind, oder die in jenem sind. Aus diesem kann man nun erkennen, was verstanden wird unter allem Geschöpf, welches ist im Himmel und auf der Erde und unter der Erde, und was im Meer ist und alles, was darinnen ist. Gleiches wird durch die Meere und durch das, was dort ist, und was Fische und Walfische genannt wird, bezeichnet in mehreren Stellen im Wort. <EKO 342>

Bei Hes.26/18; Jes.42/10; Jerem.25/22 bedeutet das Meer den natürlichen Menschen und im allgemeinen alles in ihm. Ps.72/8,9: “Er wird herrschen von Meer zu Meer und vom Fluß bis zu den Enden der Erde; vor Ihm werden sich beugen die Inseln und Seine Feinde werden Staub

lecken”. Dies bezieht sich auf den Herrn, und durch herrschen von Meer zu Meer und vom Fluß bis zu den Enden der Erde, wird Seine Herrschaft über alles, was zum Himmel und zur Kirche gehört, verstanden. In der geistigen Welt nämlich bilden Meere die Grenzen, und das zwischen ihnen Liegende sind Länder, wo die Wohnungen für die Engel und Geister sind, daher wird durch: von Meer zu Meer, bezeichnet alles zum Himmel Gehörige; und weil alles zum Himmel Gehörige, so wird auch bezeichnet alles, was zur Kirche gehört, denn das Gute der Liebe und daher das Wahre ist es, was den Himmel und auch die Kirche macht; darum wird durch: von Meer zu Meer, auch alles zur Kirche Gehörige bezeichnet. Alles dem Himmel und der Kirche Angehörige wird auch bezeichnet durch: vom Fluß bis zu den Grenzen der Erde, durch dieses aber wird alles bezeichnet, was zum Himmel und zur Kirche gehört in betreff des Wahren, hingegen durch von Meer zu Meer alles, was zum Himmel und der Kirche gehört in Ansehung des Guten; denn die Meere in der geistigen Welt bilden Grenzen des Morgenlandes und des Abendlandes daselbst, und zwar wohnen in den Ländern vom Morgen gegen Abend die, welche im Guten der Liebe sind, der Fluß aber bezeichnet die erste Grenze, und die Enden der Erde die letzten von Mittag bis gen Mitternacht, wo diejenigen wohnen, die in den Wahrheiten aus dem Guten sind, und diese Grenzen bildeten auch die Flüsse Jordan und Euphrat vor in Beziehung auf das Land Kanaan. Die Orte, die um die letzten Grenzen umher sind, werden verstanden unter den Inseln, durch die ebendeswegen das Wahre im Letzten bezeichnet wird, welches, obwohl es nicht wahr ist, dennoch als wahr angenommen wird; denn die echten Wahrheiten werden vermindert von der Mitte bis zu den Grenzen, aus dem Grund, weil um die Grenzen her sich die befinden, die im natürlichen Lichte und nicht so im geistigen Lichte sind. Durch die Feinde wird das Böse bezeichnet, und es wird von ihnen gesagt, daß sie Staub lecken werden, d.h., daß sie verdammt seien. <EKO 406>

“Wurde geworfen ins Meer” bedeutet in den natürlichen Menschen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Meeres, sofern es das Wißtümliche im allgemeinen, das im natürlichen Menschen ist, mithin den natürlichen Menschen in Ansehung des Wißtümlichen daselbst bezeichnet. Daß das Meer dies bedeutet, kommt daher, weil Wasser das Wahre bedeutet, und das Wahre im natürlichen Menschen das Wißtümliche genannt wird. Das Wahre selbst aber an sich ist geistig, und im geistigen Menschen macht es eins mit der Neigung zum Wahren, denn es ist die Form der Neigung daselbst. Inwieweit nun diese Neigung mit ihrer Form daher in dem Wißtümlichen ist, das im natürlichen Menschen sich befindet, insoweit enthält das Wißtümliche Wahrheiten in sich und gibt es wißtümliche Wahrheiten. Denn das Wißtümliche des natürlichen Menschen ist an sich nicht Wahres, sondern nur Gefäße, die das Wahre enthalten; daher wird auch durch Gefäße im Wort das Wißtümliche bezeichnet. Hieraus wird klar, daß durch das Meer in Rücksicht auf das Wasser das Wißtümliche im allgemeinen bezeichnet wird; durch das Meer aber rücksichtlich der Fluten das Streiten und die Vernünftelei bezeichnet wird, die durch Wißtümliches

geschieht; und weil beides im natürlichen Menschen ist, darum wird durch Meer der natürliche Mensch selbst bezeichnet. Aber der Zustand des natürlichen Menschen verhält sich ganz der Neigung gemäß, die der Liebe des Menschen angehört. Wenn beim Menschen die geistige Neigung oder die Neigung zum Guten und Wahren um des Guten und Wahren willen herrscht, und diese durch den geistigen Menschen in den natürlichen einfließt, alsdann ist der natürliche Mensch ein geistig natürlicher Mensch, denn alsdann ist er dem geistigen untergeordnet und untertan, und weil sie beide so eins machen, sind beide im Himmel. Dagegen aber, wenn beim Menschen eine bloß natürliche Neigung herrscht, alsdann ist im natürlichen Menschen nichts Wahres, sondern alles, was in diesem liegt, ist ein nicht wahres Wißtümliches, ein totes Wißtümliches und ein falsches Wißtümliches. Der Grund ist, weil alsdann das Wißtümliche daselbst mit den bloß natürlichen Neigungen sich verbindet, die alle aus den Trieben der Selbst- und Weltliebe entspringen, während doch die Wahrheiten selbst, die an sich geistig sind, mit keinen anderen, als mit geistigen Neigungen sich verbinden, wie oben gesagt wurde. Wenn die Wahrheiten mit den bloß natürlichen Neigungen sich verbinden, dann sind sie nicht mehr Wahrheiten, sondern Falsches, denn die bloß natürliche Neigung verfälscht sie. Die Verbindungen des Wahren mit den bloß natürlichen Neigungen entsprechen allerlei Hurereien und Ehebrüchen, und werden auch im geistigen Sinn unter den verschiedenen Arten von Hurereien und Ehebrüchen im Wort verstanden; es sind die Verbindungen der Wahrheiten des Wortes mit der Selbstliebe und mit der Weltliebe, die jenen entsprechen. Daß das Meer den natürlichen Menschen mit dem, was in ihm ist, bezeichnet, beruht auch auf der Entsprechung; denn in der geistigen Welt erscheinen an verschiedenen Orten Meere, hauptsächlich um die letzten Grenzen her, wo die geistigen Gesellschaften, oder der eigentliche Himmel aufhören. Der Grund, warum daselbst Meere sich befinden, ist, weil an den Grenzen des Himmels und außerhalb derselben diejenigen sind, die bloß natürliche Menschen waren, die auch dort in Niederungen erscheinen, wo ihre Wohnsitze sind; aber hier befinden sich nicht böse Natürliche; die bösen Natürlichen dagegen sind in den Höllen. An den dort erscheinenden Meeren kann man auch sehen, wie beschaffen die darin Befindlichen sind, aber hauptsächlich an der Farbe der Wasser, die entweder ins Dunkle oder ins Klare spielt; wenn ins Dunkle, dann sind dort sinnliche Geister, welche die unterst Natürlichen sind, wenn ins Klare, so sind dort inwendigere Natürliche. Aber die Wasser der Meere, die über den Höllen sind, sind trüb, schwarz und zuweilen rot; und die höllische Rotte dort erscheint gleich wie Ottern und Schlangen und wie Ungetüme von der Art, wie sie in den Meeren sich finden. <EKO 511>

Daß aber der Abgrund die Höllen bedeutet, wo und woher das Falsche ist, beruht darauf, daß diejenigen Höllen, wo Falsches des Bösen herrscht, wie Meere erscheinen, in deren Tiefen die höllische Rotte sich befindet, die im Falschen des Bösen ist. Daß sie wie Meere erscheinen, kommt daher, weil daraus fortwährend Falsches

ausströmt, und das Falsche wie Wasser erscheint, deshalb bedeuten Wasser auch im Wort Falsches. Aus den Wassern selbst wird auch erkannt, welcherart dort das Falsche ist, denn Falsches gibt es von mehreren Arten, nämlich so viel als es Böses gibt. Falsches aus argem Bösen erscheint über jenen Höllen wie dickes und schwarzes Wasser, und Falsches aus Bösem der Selbstliebe wie rotes Wasser; aus der Dicke und Farbe läßt sich ersehen, wie beschaffen die Art des Falschen ist. Es ist wohl zu merken, daß in der geistigen Welt auch die Wahrheiten wie Wasser erscheinen, aber wie dünnes und reines Wasser; der Grund hiervon ist, weil es drei Lebensgrade des Menschen gibt, wie drei Himmel. Diejenigen, denen der dritte Grad geöffnet ist, sind in einer reinen, gleichsam ätherischen Atmosphäre; in solcher befinden sich diejenigen, die im dritten oder innersten Himmel sind. Diejenigen aber, denen nur der zweite Grad geöffnet ist, sind in einer gleichsam luftigen Atmosphäre; in solcher befinden sich diejenigen, die im zweiten oder mittleren Himmel sind. Dagegen diejenigen, denen nur der erste Grad geöffnet ist, sind in einer wie wässerigen, dünnen und reinen Atmosphäre; in solcher sind diejenigen, die im ersten oder letzten (untersten) Himmel sind. Der Grund ist, weil die inwendigeren Gefühle und Gedanken, als die vollkommenen, der gleichen Reinheit der Atmosphäre entsprechen, in der sie sich befinden; denn sie strömen von einem jeden Engel, und mehr noch von einer jeden Engelsgesellschaft aus, und bilden eine entsprechende Sphäre, welche Sphäre in der gleichen Reinheit erscheint, in der die Gefühle und Gedanken der Engel sind, oder in welcher ihre Einsicht und Weisheit ist. Diese Sphäre erscheint als eine Atmosphäre, als eine ätherische Atmosphäre im innersten Himmel, als eine luftige im mittleren Himmel und als eine dünne, wässerige im letzten Himmel, wie gesagt worden. Hieraus wird klar, daß eine gleichsam wässerige Atmosphäre dem natürlichen Denken und Innewerden entspricht, aber eine dünne wässerige dem geistig natürlichen Denken und Innewerden, in der die Engel des letzten Himmels sind; hingegen wie eine dickwässerige, die entweder ins Schwarze oder ins Rote spielt, entspricht dem natürlichen Denken, worin nichts Geistiges ist. Das natürliche Denken aber, worin nichts Geistiges ist, findet sich bei denen, die in den Höllen sind, wo das Falsche herrscht; denn alle, die sich dort befinden, sind lediglich natürlich und sinnlich. Aus diesem kann erhellen, warum jene Höllen im Wort Meere und Abgründe heißen: Meere, weil sie als Meere erscheinen, und Abgründe wegen ihrer Tiefe. Wie durch die Abgründe Höllen bezeichnet werden, wo und woher das Falsche ist, so werden durch die Abgründe auch die letzten Regionen des Himmels bezeichnet, wo und woher die Erkenntnisse des Wahren sind, die dem natürlichen Menschen angehören. Der Grund ist, weil die letzten Regionen des Himmels ebenfalls erscheinen wie in Wassern, die oben dünn und helle sind; denn wie oben gesagt worden, die Atmosphäre des obersten Himmels ist wie ätherisch, die Atmosphäre des mittleren Himmels ist wie luftig und die Atmosphäre des letzten Himmels ist wie wässerig. Daß diese wie wässerig sind, kommt daher, weil die Wahrheiten bei ihnen Wahrheiten des natürlichen Menschen sind, und

die Atmosphäre des natürlichen Menschen wie wässerig ist. Daher kommen auch die Erscheinungen von Flüssen, Seen und Meeren in der geistigen Welt. Durch Meere werden daher auch die Erkenntnisse und das Wißtümliche im allgemeinen oder im ganzen Inbegriff bezeichnet. <EKO 538>

“Und betet Ihn an, Der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen gemacht hat” bedeutet die Anerkennung und das Bekenntnis Dessen, von Dem alles im Himmel und in der Kirche und auch das göttlich Wahre oder das Wort stammt. Es erhellt ferner aus der Bedeutung des Meeres, insofern es das göttlich Wahre im Letzten, und somit auch das Wort im Buchstabensinn bezeichnet, denn dieses ist das göttlich Wahre im Letzten. Diese Bedeutung hat aber das Meer, weil im Letzten oder Äußersten des Himmels gleichsam Meere erscheinen; denn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre ist es, das die Himmel bildet und alles, was in denselben ist. Die oberen Himmel erscheinen wie von einer ätherischen Atmosphäre umgeben, die unteren aber wie von einer luftigen und die untersten wie von einer wässerigen Atmosphäre umgeben. Diese Atmosphäre erscheint vor den Augen der Fernstehenden wie ein Meer, nicht aber denen, die daselbst wohnen; diese sind vielmehr im Letzten des göttlich Wahren, das so beschaffen ist, wie das Wort im Buchstabensinn; daher kommt es, daß dieses durch das Meer bezeichnet wird. Das Meer bezeichnet hier das Wort in seinem Buchstabensinn, weil gesagt wird: das Meer und die Wasserquellen, und die Wasserquellen das innere göttlich Wahre bezeichnen, das so beschaffen ist wie das Wort in seinem geistigen Sinn. Daß die Wasserquellen hier auch die göttlichen Wahrheiten bezeichnen, die aus dem Wort geschöpft sind, läßt sich daraus ersehen, daß durch Himmel und Erde das Innere und Äußere der Kirche bezeichnet wird, und beide nach Joh.1/1,2,14 durch das göttlich Wahre oder durch das Wort geschaffen sind: das Innere der Kirche durch das geistig göttlich Wahre und das Äußere durch das natürlich göttlich Wahre. Deshalb werden hier auch die Wasserquellen unter den von Gott gemachten Dingen aufgeführt. <EKO 876>

Der Himmel, in dem die äußerlichen Menschen der Kirche sind, wird das Meer genannt, weil ihre Wohnung in der geistigen Welt von ferne wie in einem Meer erscheint; denn die himmlischen Engel, welche die Engel des obersten Himmels sind, wohnen wie in einer ätherischen Atmosphäre, die geistigen Engel, welche die Engel des mittleren Himmels sind, wohnen wie in einer Luft-Atmosphäre, und die natürlich-geistigen Engel, welche Engel des untersten Himmels sind, wohnen wie in einer Wasser-Atmosphäre, die wie gesagt, von ferne wie ein Meer erscheint. Daher kommt es, daß das Äußere des Himmels unter dem Meer verstanden wird auch in vielen anderen Stellen des Wortes. <EKO 1287>

Der Herr: Nun aber gebet weiter acht! Die Sonne streckt gerade ihre Scheibe, besser ihre westlichste Kugelfläche, über den Horizont; was bemerket ihr nun?

Sagen die Essäer: Sonst wohl nichts als die lichte Fläche, die bedeutend schnell aus der lichten Tiefe heraussteigt; das Lichtfischleinspiel hat sich nun plötzlich verloren, und die Wölkchen werden dünner und verlieren sich ebenfalls eins nach dem anderen. Und nun steht schon die ganze Scheibe oder Kugel über dem Horizonte, und nun kommt auch ein ziemlich kühles Lüftchen vom Morgen her zu uns. Das ist aber auch alles, was wir entdecken. Der Herr: Wendet eure Augen auch in die Ebenen und Täler der Erde hinab und saget, was ihr da sehet! Die beiden Essäer beschauen die Tiefen der Erde und sagen darauf: Wir sehen die Täler angefüllt mit graulichen Nebeln, auch des Meeres Fläche ist mit einem graulichten Dunste überzogen; aus den Tälern aber erhebt sich der Nebel und bedeckt hie und da schon die niederen Hügel. - Soll etwa das alles auch irgendeine geistige Bedeutung haben? Der Herr: Ganz sicher, umsonst und ohne geistige Anregung geschieht nichts auf der Erde! Wir aber wollen nun sehen, welch eine Bedeutung das hat! Die Sonne entspricht völlig dem Wesen Gottes; die Erde mit ihren Tälern, Flächen, Hügeln, Bergen, Flüssen, Strömen, Seen und Meeresflächen aber entspricht völlig dem Außenmenschen. Die Nebel, die sich zwischen die Sonne und die Erde stellen, entsprechen den mannigfachen leeren und kleinlichen Sorgen der Menschen, durch die das Licht der Sonne nur hie und da spärlich durchbrechen kann, und die Nebel steigen aufwärts und bedecken sogar die Berge; die Hügel und Berge aber entsprechen der besseren Einsicht der Menschen auf dieser Erde. Diese bessere Einsicht wird ebenfalls getrübt durch die kleinlichen und nichtigen Sorgen der halbblinden Menschen. Darum kommen aber nun Morgenwinde und treiben die Nebel von den Bergen und Feldern, auf daß sie zunichte werden und die Berge und Felder von der Sonne frei beleuchtet und erwärmt werden können, auf daß ihre Früchte des Lebens zur Reife gelangen mögen. - Ich meine, diese Entsprechung werdet ihr wohl verstehen!? <JE II,149/1-8>

Nun da sehet hin, unser Mann hat nun bereits das Meer erreicht, und kein Zünglein teilt irgend mehr das endlose Gewässer dieses Meeres, was da eben aus dem grenzenlosen Unverstande dieses Mannes entspringt, und selben in entsprechender Form darstellt oder es bezeichnet jenen Zustand des Menschen, in welchem er fast zu gar keiner Vorstellung von was immer gelangen kann und somit förmlich begrifflos wird und gleich wird einem komplettesten Narren, bei dem alle seine Begriffe chaotisch in ein Meer von Unsinn zusammenfließen. Mürrisch und voll Unwillen steht er nun am letzten Rande, das ist: am letzten Begriffe, nämlich bei ihm selbst. Sich allein noch erkennt er, alles andere ist zu einem finsteren Meere geworden, in dem nichts als nur allerlei unförmliche, finstere Ungeheuer dumpf und blind und stumm herum schwimmen und sich um unseren Mann herumreihen, als wollten sie ihn verschlingen! Groß ist die Dunkelheit und feucht und kalt der Ort; unser Mann erkennt nur aus der Wellen

mattestem Schimmer und von dem Grauen erregenden dumpfen Geplätscher der Wogen, daß er sich nun am Rande eines unermeßlichen Meeres befindet! <BM 11/1,2>

Alle, besonders weibliche Wesen, die sich dem Geistigen zugewandt haben und beten und fasten, zwar wohl des Himmels wegen, aber dabei auch die weltlichen Vorteile sehr stark berücksichtigen, erscheinen in der Abödung ihres Naturmäßigen als allerlei Amphibien, als Tiere, die sich auch in zwei Elementen aufhalten und in selben leben können! Das Meer stellt nun ihr Naturmäßiges dar, das ihnen bei ihren irdischen Lebzeiten mehr am Herzen lag als das Geistige; darum auch müssen sie sich nun in dasselbe stürzen und im selben das Eitle ihrer weltlichen Bestrebungen erproben. Also stellt das Meer auch die Masse ihrer großen Dummheit dar, in die sie nun bis auf den Grund eingehen müssen, um sie als solche zu erkennen. Die Schlangenköpfe dieser Frösche bedeuten die verschiedene hochmütige Bosheit und oft kluge Berechnung zur Ausführung derselben; die Skorpionschwänze aber bezeichnen ihr hinterlistiges Wesen, zufolge dem sie jene, denen sie schaden wollten, hinter dem Rücken packten und verwundeten! <BM 81/26,27>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 53 →

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