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Sabbath der Ruhe – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Aber am siebenten Tage ist der Sabbath der Ruhe” bedeutet den Zustand des Guten, welcher der Zweck ist, der erreicht werden soll, somit wenn der Mensch eine Kirche ist und in den Himmel eingeht. Dies erhellt aus der Bedeutung des siebenten Tages, sofern er den Zustand des Guten, als den Endzweck bezeichnet; denn wenn die sechs Tage, die vorausgehen, den Zustand des Menschen bezeichnen, welcher der himmlischen Ehe vorausgeht und zu ihr vorbereitet, so ist folglich der siebente Tag, wenn der Mensch in dieser Ehe ist. Diese Ehe ist die Verbindung des Wahren und Guten beim Menschen, somit der Zustand, wenn der Mensch eine Kirche wird und in den Himmel eingeht. Daß der Mensch in den Himmel eingeht, und eine Kirche wird, wenn er im Guten ist, kommt daher, weil der Herr in das Gute beim Menschen, und durch das Gute in sein Wahres einfließt. Der Einfluß geschieht in den inwendigen Menschen, wo sein Himmel ist, und durch den inwendigen in den äußeren, wo seine Welt ist; wenn daher der Mensch nicht im Guten ist, wird sein inwendiger Mensch nicht geöffnet, sondern bleibt verschlossen, wie sehr er auch in den Wahrheiten betreffs der Lehre sein mag; und weil der Himmel im Inneren des Menschen ist, darum ist, wenn dieser geöffnet wird, der Mensch im Himmel; denn der Himmel ist nicht an einem Ort, sondern im Inneren des Menschen. Daß der Mensch ganz so ist, wie er in Ansehung des Guten ist, und nicht wie er in Ansehung des Wahren ohne das Gute ist, kann ein jeder, der nachdenkt, wissen; denn durch sein Gutes, und gemäß demselben handelt er mit dem anderen, fühlt er mit dem anderen, verbindet er sich mit dem anderen, und läßt er sich führen von dem anderen; nicht aber durch das Wahre und gemäß diesem, wenn es nicht mit seinem Guten übereinstimmt. Wenn gesagt wird “das Gute”, so wird verstanden sein Lustreiz, sein Vergnügen oder seine Liebe; denn alles, was diesen angehört, ist für ihn Gutes, und soweit er sich selbst überlassen wird, so daß er aus sich denkt, sind es die Wahrheiten, die jenen günstig sind. Hieraus kann man erkennen, daß der Mensch durch das Gute mit dem Herrn verbunden wird, und keineswegs durch das Wahre ohne das Gute. Bisher war zwar öfter von der Verbindung durch das Gute mit dem Herrn die Rede, wo von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wurde, weil aber der Mensch der Kirche heutzutage sich viel bemüht um die Wahrheiten, die dem Glauben angehören, aber wenig um das Gute, das Sache der Liebe ist, und daher sich in Unwissenheit in Ansehung des Guten befindet, so darf noch etwas über die Verbindung des Guten und Wahren, welche die himmlische Ehe genannt

wird, gesagt werden: Der Mensch wird in allerlei Böses geboren, und daher in allerlei Falsches; somit ist er aus sich zur Hölle verdammt. Will er nun aus der Hölle herausgerissen werden, so muß er schlechterdings von neuem geboren werden. Diese Neugeburt ist es, was die Wiedergeburt genannt wird. Will er also von neuem geboren werden, so muß er zuerst Wahrheiten erlernen, und zwar die Angehörigen der Kirche aus dem Wort, oder aus der Lehre aus dem Wort. Das Wort und die Lehre aus dem Wort lehren, was wahr und gut ist, sowie das Wahre und Gute lehrt, was falsch und böse ist. Wenn der Mensch dieses nicht weiß, so kann er durchaus nicht wiedergeboren werden, denn er bleibt in seinem Bösen und dem daher stammenden Falschen, und jenes nennt er gut und dieses wahr. Dies ist der Grund, warum die Erkenntnisse des Wahren und Guten vorhergehen und den Verstand des Menschen erleuchten müssen; denn der Verstand ist dem Menschen gegeben, damit er durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren erleuchtet werde zu dem Zweck, daß sie von seinem Willen aufgenommen und zum Guten werden sollen. Denn die Wahrheiten werden alsdann zum Guten, wenn der Mensch sie will und aus dem Wollen sie tut. Hieraus wird klar, wie das Gute beim Menschen gebildet wird, und daß, wenn der Mensch nicht im Guten ist, er nicht von neuem oder wiedergeboren wird. Wenn daher der Mensch im Guten ist in Ansehung des Willens, dann ist er in den Wahrheiten dieses Guten in Ansehung des Verstandes; denn der Verstand beim Menschen macht wirklich eins aus mit seinem Willen; was nämlich der Mensch will, das denkt er auch, wenn er sich selbst überlassen ist. Dies nun ist es, was die Verbindung des Wahren und Guten, oder die himmlische Ehe genannt wird. Ob man sagt das Gute wollen, oder das Gute lieben, ist gleich; denn was der Mensch liebt, das will er. Ferner, ob man sagt, das Wahre, das dem Guten angehört, verstehen, oder es glauben, ist ebenfalls gleich. Hieraus folgt, daß beim wiedergeborenen Menschen die Liebe und der Glaube eins ausmachen. Diese Verbindung oder diese Ehe ist es, was die Kirche, und der Himmel, und auch das Reich des Herrn, ja im höchsten Sinn der Herr beim Menschen genannt wird. Die aber, die ihr Böses lieben, das sie entweder ererbt und von Kind an bei sich begründet, oder das sie von sich selbst dazugetan, und von neuem sich angeeignet haben, können zwar die Wahrheiten aus dem Wort, oder aus der Lehre aus dem Wort begreifen, und einigermaßen verstehen, gleichwohl aber nicht wiedergeboren werden. Denn jeder Mensch wird vom Herrn in diesem Zustand in Ansehung des Verstandes erhalten, zu dem Zweck, daß er wiedergeboren werde; wenn er aber sein Böses liebt, dann wird der Verstand seines inwendigen Menschen nicht von jenen Wahrheiten erfüllt, sondern nur der Verstand seines äußeren Menschen, der eben nur ein wißtümlicher Verstand ist. Solche Menschen wissen nicht, was gut ist, und verlangen es auch nicht zu wissen, sondern bloß, was wahr ist. Daher kommt es, daß sie nur in Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, die Kirche und den Himmel setzen, und nicht in das Gute, das Sache des Lebens ist. Auch erklären sie das Wort auf verschiedene Weise, so daß es zu ihrem Prinzip stimmt.

Daher kommt es, daß bei solchen, die nicht zugleich in Wahrem sind in Ansehung des Lebens, keine Verbindung des Wahren ist, somit auch nicht die Kirche und der Himmel. Die Wahrheiten, die Glaubenswahrheiten heißen, werden auch wirklich von ihnen im anderen Leben geschieden, denn das Böse ihres Willens stößt sie aus, und an ihre Stelle tritt das Falsche, das mit dem Bösen, worin sie sind, übereinstimmt. Aus diesem kann nun erhellen, was die Verbindung des Guten und Wahren ist, die durch den Sabbath bezeichnet wird. Diese Verbindung heißt Sabbath von der Ruhe, denn Sabbath bedeutet Ruhe. Solange nämlich der Mensch im ersten Zustand ist, d.h., solange er durch Wahrheiten zum Guten geführt wird, ist er in Kämpfen gegen Böses und Falsches, das bei ihm sich findet; denn durch die Kämpfe, die Versuchungen sind, wird das Böse und sein Falsches zerstoben und geschieden, und man hat keine Ruhe vor demselben, ehe das Gute und das Wahre verbunden sind; dann aber hat der Mensch Ruhe, und auch der Herr hat Ruhe, denn der Mensch kämpft nicht gegen das Böse und Falsche, sondern der Herr bei ihm. <HG 10367>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 9 →

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