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Licht, große – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Der Fortgang des Glaubens bei denen, die von neuem geschaffen werden, ist der: zuerst haben sie kein Leben, denn im Bösen und Falschen ist nicht Leben, sondern im Guten und Wahren. Dann empfangen sie Leben vom Herrn durch den Glauben. Zuerst durch den Gedächtnisglauben, welcher der wißtümliche Glaube ist, dann durch den Glauben mit dem Verstande, welcher der verständige Glaube ist, dann durch den Glauben mit dem Herzen, welcher der Glaube der Liebe oder der seligmachende ist. Der wißtümliche und der verständige Glaube ist vorgebildet von 1.Mose 1/3-13 durch Unbeseeltes; der durch die Liebe belebte Glaube aber wird vorgebildet von 1.Mose 1/20-25 durch Beseeltes; daher nun hier zuerst gehandelt wird von der Liebe und vom Glauben aus ihr, welche Lichter genannt werden. Die Liebe ist das große Licht, das herrscht des Tages. Der Glaube aus der Liebe ist das kleinere Licht, das herrscht bei Nacht; und weil sie eins ausmachen sollen, wird von ihnen in der Einzahl gesagt, es sei, nicht aber es seien Lichter. Die Liebe und der Glauben verhalten sich im inneren Menschen, wie die Wärme und das Licht im äußeren leiblichen, daher jene durch diese vorgebildet werden. Darum wird von den Lichtern gesagt, sie seien gesetzt worden an die Ausbreitung der Himmel oder in den inneren Menschen, das große Licht in seinen Willen, und das kleinere in seinen Verstand, aber sie erscheinen im Willen und im Verstand nur, wie das Sonnenlicht an den Gegenständen; es ist allein des Herrn Barmherzigkeit, die mit der Liebe den Willen und mit der Wahrheit oder dem Glauben den Verstand anregt. <HG 30, 31>

Der Herr: Solange der Mensch Geschöpf ist, ist er zeitlich, vergänglich und kann nicht bestehen; denn ein jeder Mensch, wie er naturmäßig geschaffen ist, ist nichts als nur ein taugliches Gefäß, in dem sich erst ein rechter Mensch durch beständige göttliche Mitwirkung entwickeln kann.

Wenn das äußere Gefäß (Körper des Menschen) den hinreichenden Grad der Ausbildung gewonnen hat, wozu Gott das Gefäß mit allen nötigen Bestandteilen und Eigenschaften zur Übergenüge wohl eingerichtet hat, dann erweckt oder vielmehr entwickelt Er Seinen ungeschaffenen ewigen Geist im Menschenherzen, und dieser Geist ist nach dem Maße seiner Auswirkung das, was Moses unter den zwei großen Lichtern, die an die Feste des Himmels gestellt werden, versteht und verstanden haben will, wie auch alle Patriarchen und Propheten also und nie anders verstanden haben. Dieses ewige, ungeschaffene, vollauf für ewig lebendige Licht an der Himmelsfeste im Menschen ist dann erst der vollwahre Dirigent des wahren Tages im Menschen und lehrt das frühere Gefäß, sich völlig in sein ewig ungeschaffenes Gottwesen umzugestalten und also den ganzen Menschen zu einem wahren Gotteskinde zu machen. Das rein Göttliche, oder der ungeschaffene Geist Gottes, der nun für ewig an solche Himmelsfeste gestellt wird, ist das große Licht; die Seele des Menschen aber, die durch das große Licht denn auch zu einem nahezu gleich großen Lichte umgestaltet wird, ist das zweite, kleiner Licht, das aber nun gleich dem ungeschaffenen großen Lichte an dieselbe Himmelsfeste gestellt und vom ungeschaffenen Lichte zum mitungeschaffenen Lichte umgestaltet wird, ohne an seiner naturmäßigen Beschaffenheit etwas zu verlieren, sondern in einem vollends geistig geläuterten Sinne unendlich vieles zu gewinnen. <JE I,161/1-3,6>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 457 →

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