← Zurück zu „K“

Kraft – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Kraft wird vom Guten, Stärke vom Wahren und Macht von beiden ausgesagt. Was die Macht des Wahren aus dem Guten sei, kann kaum jemand erkennen, der in der Welt ist, wohl aber, wer im anderen Leben ist, somit auch aus Offenbarung von daher. Diejenigen, die im Wahren aus dem Guten sind, d.h. im Glauben aus der Liebtätigkeit, besitzen eine Macht durch das Wahre aus dem Guten; eine solche besitzen alle Engel, weshalb auch die Engel Mächte oder Kräfte im Worte genannt werden; denn sie besitzen die Macht, die bösen Geister zu bezähmen, sogar ein einziger Engel Tausende zugleich. Ihre Macht üben sie besonders bei dem Menschen aus, indem sie ihn bisweilen gegen mehrere Höllen beschützen und zwar auf tausend und abertausend Weisen. Diese Macht haben sie durch das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebtätigkeit. Weil aber der Glaube bei ihnen aus dem Herrn stammt, so ist es der Herr allein, Der die Macht bei ihnen ist. <HG 6344>

Kraft bezogen auf den Herrn bezeichnet die göttliche Macht. <HG 8309>

“Denn du hast eine kleine Kraft und hast Mein Wort gehalten und Meinen Namen nicht verleugnet” bedeutet, daß sie vom Herrn so viel Macht wider das Böse und Falsche haben, als sie die Wahrheiten aus dem Wort zur Sache des Lebens machen und das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen anerkennen. Dies erhellt aus der Bedeutung von Kraft haben, sofern es die Macht vom Herrn gegen Böses und Falsches bezeichnet, und weil von denen gehandelt wird, die im Glauben aus der Liebtätigkeit sind, wird gesagt, daß sie einige Kraft haben. Nun soll auch etwas gesagt werden von der Macht, die solche vom Herrn gegen das Böse und Falsche haben: Alle Macht, welche die Engel haben und auch welche die Menschen haben, ist vom Herrn, und in dem Maß, als sie den Herrn aufnehmen, haben sie Macht. Wer da glaubt, daß es eine Macht aus dem Eigenen des Menschen gegen jenes gebe, irrt sich sehr, denn die bösen Geister, die mit den Höllen in Verbindung stehen, sind es, die den Menschen Böses und daher Falsches beibringen. Diese Geister aber sind zahlreich und ein jeder verbunden mit mehreren Höllen und in einem jeden von diesen sind wieder viele. Diese nun vom Menschen abzuwenden, vermag einzig und allein der Herr, denn der Herr allein hat Gewalt über die Höllen und durchaus keine der Mensch aus sich oder aus seinem Eigenen; in dem Maß daher der Mensch mit dem Herrn durch Liebe verbunden ist, in demselben hat er Macht.

Es gibt zwei Liebesarten, die in den Himmeln herrschen und welche die Himmel machen. Nämlich die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten. Die Liebe zum Herrn wird himmlische Liebe und die Liebe gegen den Nächsten geistige Liebe genannt. Diejenigen, die in der himmlischen Liebe sind, haben viel Macht; diejenigen aber, die in der geistigen Liebe sind, haben nur einige Macht. Und weil im Sendschreiben an den Engel dieser Gemeinde von denen gehandelt wird, die in der Liebe gegen den Nächsten oder in der Liebtätigkeit und daher im Glauben sind, welche Liebe die geistige Liebe ist, darum wird gesagt: Du hast eine kleine Kraft; aber man wisse, daß alle Macht, welche die Engel und die Menschen vom Herrn haben, aus dem Guten der Liebe ist, und weil das Gute der Liebe nicht aus sich handelt, sondern durch das Wahre, darum hat das Gute der Liebe alle Macht durch das Wahre, und die Geistigen haben Macht aus dem Guten der Liebtätigkeit durch die Wahrheiten des Glaubens; denn das Gute nimmt seine Beschaffenheit (Art und Weise) durch das Wahre an, weil das Gute ohne das Wahre keine Beschaffenheit hat, und wo keine Beschaffenheit ist, da ist keine Kraft oder Macht. Hieraus wird klar, daß das Gute alle Macht durch das Wahre hat oder die Liebtätigkeit durch den Glauben, aber keine die Liebtätigkeit ohne den Glauben, sowie der Glaube ohne Liebtätigkeit keine hat. Dies wird auch verstanden unter den Schlüsseln, die dem Petrus gegeben wurden; denn unter Petrus wird dort im geistigen Sinn verstanden das Wahre aus dem Guten, das aus dem Herrn, somit der Glaube aus der Liebtätigkeit, und unter den ihm gegebenen Schlüsseln die Macht über Böses und Falsches. Dies wurde zu Petrus gesagt, als er das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen anerkannte, worunter auch verstanden wird, daß diejenigen Macht haben, die das Göttliche des Herrn in Seinem Menschlichen anerkennen und von Ihm im Guten der Liebtätigkeit und daher in den Wahrheiten des Glaubens sind. <EKO 209>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 369 →

← Zurück zu „K“