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Jüngling – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

In 1.Mose Kapitel 1-3 ist genugsam gezeigt worden, daß durch den Menschen und seine Gattin bezeichnet worden ist die Älteste Kirche, so daß man nicht daran zweifeln kann. Und weil der Mensch und seine Gattin die Älteste Kirche ist, so ergibt sich, daß ihre Empfängnis und Geburt keine andere war. Es war bei den Ältesten gebräuchlich, Namen zu geben und durch Namen Sachen zu bezeichnen, und so ein Geschlechtsverzeichnis zu machen; denn was der Kirche angehört, verhält sich auch auf ähnliche Weise, das eine wird empfangen und geboren vom anderen und verhält sich wie eine Zeugung. Daher es gewöhnlich ist im Wort, solches, was zur Kirche gehört, zu nennen Empfängnisse, Geburten, Sprößlinge, Kinder, Söhne, Töchter, Jünglinge usw.; die prophetischen Schriften sind voll von dergleichen. <HG 339>

Säuglinge und Säugammen werden einigemal im Wort erwähnt, und es wird durch sie der erste Zustand der kleinen Kinder bezeichnet, und daß dieser Zustand ist der Stand der Unschuld, leuchtet ein. Denn sobald der Mensch geboren wird, wird er in den Stand der Unschuld eingeführt, auf daß er die Grundlage der übrigen Zustände und der inwendigste in ihnen sei, und dieser Zustand wird im Wort bezeichnet durch den Säugling. Hernach in den Zustand der Neigung zum himmlisch Guten, d.h. der Liebe zu den Eltern, die bei ihnen anstatt der Liebe zum Herrn ist, dieser Zustand wird bezeichnet durch das Kind. Nachher in den Zustand der Neigung zum geistig Guten oder zur gegenseitigen Liebe, d.h. zur Liebtätigkeit gegen ihresgleichen, und dieser Zustand wird bezeichnet durch Knaben. Wenn er noch mehr heranwächst, in den Zustand der Neigung zum Wahren und dieser Zustand wird bezeichnet durch Jünglinge; die folgenden Zustände aber durch Männer, und zuletzt durch Greise. Dieser letzte Zustand, der durch Greise bezeichnet wird, ist der Zustand der Weisheit, in dem die Unschuld der Kindheit. So werden der erste Zustand und der letzte vereinigt, und der Mensch, wenn er ein Greis wird, als wieder ein Kind, aber ein weises eingeführt in das Reich des Herrn. <HG 3183>

Der Jüngling bezeichnet das Schuldlose, weil das Kind im inneren Sinn das Unschuldige bedeutet; denn im Wort wird erwähnt der Säugling, das Kind, der Knabe, und durch diese werden drei Grade der Unschuld bezeichnet. Der erste Grad durch den Säugling, der andere durch das Kind und der dritte durch den Jüngling (oder Knaben). Weil aber beim Knaben die Unschuld abgelegt zu werden anfängt, darum wird durch den Knaben bezeichnet dasjenige Unschuldige, welches das Schuldlose genannt wird. Weil drei Grade der Unschuld, darum werden auch drei Grade der Liebe und Liebtätigkeit durch ebendieselben bezeichnet, aus dem Grund, weil die himmlische und geistige Liebe, d.h. die Liebe zum Herrn und

die Liebtätigkeit gegen den Nächsten eben nur möglich sind in der Unschuld. Man muß aber wissen, daß die Unschuld der Säuglinge, Kinder und Knaben, nur eine äußere ist, und daß es beim Menschen erst dann eine inwendige Unschuld gibt, wenn er von neuem geboren, d.h. von neuem gleichsam ein Säugling, Kind und Knabe geworden ist. Diese Zustände sind es, die durch jene im Wort bezeichnet werden, denn im inneren Sinn des Wortes wird eben nur das Geistige verstanden, mithin eine geistige Geburt, die Neugeburt und auch Wiedergeburt genannt wird. <HG 5236>

Junge Männer oder Jünglinge bezeichnen die befestigten Wahrheiten, weil durch Söhne, Knaben, Jünglinge, Männer und Greise dasjenige bezeichnet wird, was Angehör der Einsicht und Weisheit in seiner Ordnung ist. Solches wird statt ihrer im Himmel verstanden, denn diejenigen, die im Himmel sind, bewegen sich in geistigen Vorstellungen, in die nicht eindringen kann, was bloß der Natur und der Welt angehört, wenn es nicht gleichsam ausgezogen wird und in solches übergeht, was mit der Weisheit des Himmels und dem Denken der Engel übereinstimmt. Daher kommt es, daß unter Söhne, Knaben, Jünglinge, Männer, Greise nicht diese selbst im geistigen Sinn verstanden werden können, sondern das Geistige, was mit ihnen in Entsprechung steht, somit das, was Angehör der Einsicht und der Weisheit ist. Daß sie diese Bedeutung haben, geht deutlich aus dem inneren Sinn des Wortes hervor in den Stellen, wo sie genannt werden. Unter jungen Männern werden im Worte diejenigen verstanden, die einsichtsvoll sind, oder nach den abgezogenen Vorstellungen der Engel die Einsicht; und deshalb wird durch sie auch das befestigte oder begründete Wahre verstanden, denn dieses ist Sache der Einsicht. Das Wort, durch das Jünglinge hier in der Grundsprache ausgedrückt wird, ist auch abgeleitet von der Kraft und Macht, die das Wahre aus dem Guten hat, somit das befestigte Wahre. <HG 7668>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 265 →

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