Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und Lot sah die ganze Ebene des Jordans”, daß dies bedeutet dasjenige Gute und Wahre, das beim äußeren Menschen war, erhellt aus der Bedeutung der Ebene und des Jordans, die Ebene um den Jordan bedeutet im inneren Sinn den äußeren Menschen in betreff all seines Guten und Wahren; daß die Jordanebene dies bedeutet kommt daher, daß der Jordan die Grenze des Landes Kanaan war; das Land Kanaan bedeutet, wie früher gesagt und gezeigt worden, das Reich und die Kirche des Herrn, und zwar deren Himmlisches und Geistiges, daher es auch genannt wurde das Heilige Land, und das Himmlische Kanaan; und weil das Reich und die Kirche des Herrn, bedeutet es im höchsten Sinn den Herrn selbst, Welcher alles in allem Seines Reiches und Seiner Kirche ist; daher war alles, was sich im Lande Kanaan befand, vorbildlich. Was in der Mitte des Landes, oder was das Innerste war, bildete Seinen inneren Menschen vor, wie der Berg Zion und Jerusalem, jener das Himmlische, dieses das Geistige; was von da weiter abgelegen war, bildete vor das vom Inneren Entferntere; was das Äußerste war oder die Grenzen bildete vor den äußeren Menschen; der Grenzen des Landes Kanaan waren mehrere, im allgemeinen die zwei Ströme Euphrat und Jordan, dann auch das Meer, infolgedessen der Euphrat und der Jordan das Äußere vorbildeten; daher denn hier die Jordanebene, wie sie es vorbildet, auch alles bei dem äußeren Menschen Befindliche bezeichnet. <HG 1585>
Joseph (Sohn Jakobs) Joseph bildet vor das geistige Reich des Herrn, somit den geistigen Menschen, denn in einem jeden geistigen Menschen ist das geistige Reich. Es sind zwei Dinge, die den geistigen Menschen zusammen ausmachen, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube, oder was das gleiche, das Gute und das Wahre. Die Liebtätigkeit, aus welcher der Glaube, oder das Gute, aus dem das Wahre stammt, ist es, was durch Joseph vorgebildet wird; somit ist Joseph der himmlisch-geistige Mensch. Im höchsten Sinn bildet Joseph das göttlich Geistige des Herrn, oder das göttlich Wahre vor. <HG 3969>
Himmlisch Geistige heißen diejenigen, die Geistige genannt werden und im mittleren oder zweiten Himmel sich befinden. Sie werden nämlich Himmlische genannt, zufolge der gegenseitigen Liebe, und Geistige, zufolge der Einsicht daraus. Die innerlichen bei ihnen sind es, die durch Joseph vorgebildet, und auch im Worte Joseph genannt werden. Die äußerlichen aber werden durch Israel vorgebildet, und werden auch im Worte Israel genannt. Jene, nämlich die innerlichen, die Joseph heißen, haben mehr Anteil an dem Vernünftigen, die äußerlichen aber, die Israel heißen, mehr an dem Natürlichen, denn sie stehen in der Mitte zwischen dem Vernünftigen und dem Natürlichen. Daher wurde gesagt, Israel sei der himmlisch-geistige Mensch im Natürlichen, also der natürliche, und Joseph der himmlisch-geistige Mensch selbst, welcher der vernünftige ist, denn im ganz allgemeinen Sinn wird jedes Gute, das der Liebe und der Liebtätigkeit angehört, himmlisch genannt, und jedes Wahre, was von da aus dem Glauben und der Einsicht
angehört, wird das Geistige genannt. <HG 4286>
Sechs Namen sind es, die in den prophetischen Schriften, wo von der Kirche gehandelt wird, häufig vorkommen, nämlich Jehudah, Joseph, Benjamin, Ephraim, Israel und Jakob. Wer nicht weiß, welches Gute und Wahre der Kirche unter einem jeden derselben im inneren Sinn verstanden wird, kann durchaus nichts von den göttlichen Geheimnissen des Wortes in denselben erkennen. Auch kann er nicht wissen, was von der Kirche zu verstehen ist, wenn er nicht weiß, was das Himmlische ist, das Jehudah bezeichnet; was das himmlisch Geistige, das Joseph; was das geistig Himmlische, das Benjamin; was das Verstandesmäßige der Kirche, das Ephraim; was das innere Geistige, das Israel; und was das äußere Geistige ist, das Jakob bezeichnet. Joseph, das himmlisch Geistige, und Benjamin, das geistig Himmlische, sind beide zugleich das Vermittelnde zwischen dem geistigen und dem himmlischen Menschen. <HG 4592>
Joseph bedeutet das göttlich-menschlich Geistige des Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, sofern er im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen ist. Daß der Herr durch Joseph vorgebildet wird, ist in der Kirche bekannt, denn wenn man vom himmlischen Joseph spricht, so wird kein anderer gemeint, aber welches den Herrn Betreffende Joseph vorbildet, ist nicht so bekannt. Es ist nämlich das von Seinem Göttlich- Menschlichen ausgehende göttlich Geistige. Das göttlich Geistige, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht, ist das göttlich Wahre, das von Ihm im Himmel und in der Kirche ist. Das Geistige ist in seinem Wesen nichts anderes. Das göttlich Geistige oder göttlich Wahre ist auch dasjenige, was das Königliche des Herrn genannt wird, und was auch bezeichnet wird durch Christus oder Messias; und weil es so, wurde Joseph wie ein König in Ägypten, und zwar deswegen, damit er das, was zum Königtum des Herrn gehört, alsdann vorbilden konnte. <HG 4669>
Joseph, sofern er des Herrn inwendigen Menschen vorbildet, welcher der himmlisch-geistige Mensch aus dem Vernünftigen genannt wird, oder was dasselbe ist, das Innere des Herrn, sofern es menschlich war, oder das Himmlische des Geistigen aus dem Vernünftigen. <HG 4963>
Joseph, sofern er das Himmlische des Geistigen bezeichnet. Das Himmlische des Geistigen wird gesagt, und es wird darunter der Herr verstanden. Es kann auch abstrakt (ohne persönliche Beziehung) von Ihm gesagt werden, weil Er das Himmlische selbst und das Geistige selbst ist, d.h. das Gute selbst und das Wahre selbst. Dies kann zwar beim Menschen nicht ohne Beziehung auf die Person begriffen werden, weil sich im einzelnen seines Denkens immer das Natürliche einstellt; aber wenn man denkt, daß alles im Herrn göttlich ist, und daß das Göttliche über jeden Gedanken erhaben, und selbst den Engeln ganz
unbegreiflich ist, und wenn man alsdann das, was begreiflich ist, abzieht, so bleibt folglich gleichwohl das eigentliche Sein und Dasein, d.h. das Gute selbst und das Wahre selbst übrig. Weil jedoch der Mensch von der Art ist, daß er von Abstraktem gar keine Denkvorstellung haben kann, wenn er nicht etwas Natürliches, was aus der Welt durch Sinneswahrnehmungen hereingekommen war, damit verknüpft; denn ohne ein solches verliert sich sein Denken wie in einem Abgrund und verschwindet; deswegen hat es dem Jehovah wohlgefallen, Sich wirklich darzustellen wie Er ist, und wie Er im Himmel erscheint, nämlich als ein göttlicher Mensch. <HG 5110>
“Und sprach: Siehe, dein Sohn Joseph kommt zu dir” bedeutet die Gegenwart des Inneren. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Josephs, insofern er das Innere bezeichnet; und aus der Bedeutung von “zu jemanden kommen”, insofern es die Gegenwart ausdrückt. Joseph bezeichnet das Innere, und anderwärts das himmlische Innere; dies liegt in der Anwendung auf das, was unterhalb im Natürlichen ist. Wenn es angewendet wird auf das Untere des Natürlichen, das durch Jakob vorgebildet wird, dann heißt es das Innere, ebenso wenn es auf Pharao angewendet wird. Wenn es aber auf das Innere des Natürlichen angewendet wird, das durch Israel vorgebildet wird, und auch durch seine zehn Söhne, dann heißt es das himmlische Innere und das innere Gute, und zwar wegen des Einflusses. <HG 6224>
“Vom Stamme Joseph zwölftausend Versiegelte” bedeutet die Verbindung derer, die im zweiten Himmel sind, mit dem Herrn. Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung und daher Bezeichnung Josephs und seines Stammes, sofern er das Geistige des Reichs und der Kirche des Herrn bedeutet. Daß hier durch Joseph die Verbindung derer, die im zweiten Himmel sind, mit dem Herrn bezeichnet wird, beruht darauf, daß durch Joseph das geistige Reich des Herrn bezeichnet wird, und dieses Reich den zweiten Himmel bildet; denn zwei Reiche sind es, aus denen der Himmel besteht: das himmlische Reich und das geistige Reich. Das himmlische Reich besteht aus denen, die im dritten oder innersten Himmel sind, und das geistige Reich aus denen, die im zweiten oder mittleren Himmel sind. Der Grund, warum die Verbindung derer, die darin sind, durch Joseph bezeichnet wird, ist, weil dieser Himmel durch Joseph bezeichnet wird, und weil in dieser vierten Klasse der Stämme von der Verbindung aller, die in den Himmeln sind und in die Himmel kommen, mit dem Herrn gehandelt wird, und diese Verbindung wird bezeichnet durch den Stamm Sebulon, welcher der erste Stamm dieser Klasse ist, und der erste Stamm einer jeden Klasse und Reihe zeigt die Sache an, von der im Folgenden gehandelt wird, die auch im allgemeinen die Folgenden beibehalten, hier also die Verbindung. Daher kommt es, daß der Stamm Sebulon die Verbindung derer, die im dritten Himmel sind, mit dem Herrn bedeutet, der Stamm Joseph die Verbindung derer, die im zweiten
Himmel sind, mit dem Herrn, und der Stamm Benjamin die Verbindung derer, die im ersten Himmel sind, mit dem Herrn. Daß Joseph den Herrn in Ansehung des göttlich Geistigen und im bezüglichen Sinn das geistige Reich vorgebildet hat und daher im Wort bezeichnet, kann aus allem dem erhellen, was im Wort, sowohl im historischen als prophetischen von ihm erwähnt und gesagt ist. Es wird gesagt, daß durch Joseph im höchsten Sinn der Herr in Ansehung des göttlich Geistigen vorgebildet wird, daher soll zuerst gesagt werden, was durch das göttlich Geistige des Herrn verstanden wird: Der Himmel ist abgeteilt in zwei Reiche, von denen das eine genannt wird das himmlische Reich und das andere das geistige Reich. Das vom Herrn ausgehende Göttliche selbst macht den Himmel, und das vom Herrn ausgehende Göttliche ist das göttlich Gute, das vereinigt ist mit dem göttlich Wahren. Alle im Himmel, die mehr das göttlich Gute aufnehmen als das göttlich Wahre, bilden zusammen das himmlische Reich des Herrn; alle aber, die mehr das göttlich Wahre aufnehmen als das göttlich Gute, bilden zusammen das geistige Reich des Herrn; daher wird das Göttliche des Herrn, das von den Engeln im himmlischen Reich des Herrn aufgenommen wird, das himmlisch Göttliche genannt; das Göttliche des Herrn aber, das von den Engeln im geistigen Reich des Herrn aufgenommen wird, das geistig Göttliche. Man muß jedoch wissen, daß das vom Herrn ausgehende Göttliche so genannt wird nach Maßgabe der Aufnahme und nicht, als ob zweierlei Göttliches, das himmlische und das geistige ausginge; denn das göttlich Gute, das von der Aufnahme her das himmlisch Göttliche und das göttlich Wahre, das von der Aufnahme her das geistig Göttliche genannt wird, gehen so vereinigt aus, daß sie nicht zwei sondern eins sind. <EKO 448>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 252 →
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