Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Bei Jona wird durch den Bauch des großen Fisches, in den er geworfen wurde, das Untere der Erde bezeichnet. <HG 247>
Der Herr: Was den Walfisch betrifft, so hat es damit seine naturhistorische als auch geistige Richtigkeit; denn es muß da sowohl das eine wie das andere richtig sein, da ohne diese Richtigkeit oder ohne die naturhistorische Unterlage das Geistige keine Entsprechung hätte. Um aber den naturmäßigen Teil zu verstehen, muß man wissen, daß es in jener Zeit, besonders in dem Mittelmeere, ein Art Riesenfische gegeben hat, die von einigen, namentlich den Ägyptern, den Namen Leviathan und bei den Altgriechen zu den Zeiten des bekannten Schriftstellers Herodot den Namen Phalos hatte. Und Jonas, als er bei sehr unruhig gewordenen Meere über Bord geworfen wurde, hatte noch - durch Meine Zulassung - das Glück, von einem solchen Phalos verschlungen zu werden und darauf drei Tage in dem Magen des Fisches zuzubringen. Und Ich ließ es ferner aber auch zu, daß eben dieser Phalos, von einem Haifische verfolgt, seine Zuflucht zu dem niedrigen asiatischen Ufer nahm und bei dieser Gelegenheit sich seiner im Magen liegenden Speise entledigte - was eine Eigenschaft dieser Riesenfische war, so sie ans Land stiegen, wenn sie im Wasser eine große Gefahr witterten oder um ihre Jungen, die sie gewöhnlich an einem seichten Meeresufer hegten und pflegten, gewisserart zu besuchen und sie mit Nahrung entweder aus ihren Brüsten oder auch mit einer schon im Magen befindlichen, aber noch lebenden Fraßbeute zu versehen. Denn sie ließen ihre Jungen nicht eher in das tiefere Meer, als bis diese die gewisse Größe, Kraft und Stärke erreicht hatten. Bei dieser Gelegenheit kam denn auch unser Jonas an die asiatischen Küste, und als er von dem Phalos aus dem vorangezeigten Grund an das seichte Ufer ausgespien wurde, da raffte er sich schnell zusammen, floh vollends ans Land, wohin ihn weder der alte Phalos noch einer von seinen vier Jungen weiter verfolgen konnten. Da habt ihr also die natürliche Sache dargestellt, wie sie zu jener Zeit war, - und jetzt und auch seit gar langer her nicht mehr ist. <SUP,S.37; A/JE XI,S.264; HIGA III,S.359/1,2,6-8: Drei Fragen über Schrifttexte>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 250 →
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